Film

Titanen beim Hahnenkampf

Batman versus Superman, Teil 30: Battle of the Super-Heroes (1958)

DC Comics

DC Comics

Titel: Battle of the Super-Heroes

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: World’s Finest #95 (1958), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„And if anybody puts you out, it’ll be me!“ (Superman zu Batman)

Antipoden waren Batman und Superman schon immer. Am Anfang ihrer Bekanntschaft waren sie Konkurrenten, als Helden und in der Gunst von Lois Lane (Superman #76/World’s Finest #71). Doch danach arbeiteten sie gerne zusammen. Als Kumpels durch dick und dünn. Zusammen mit Robin bildeten sie das Dynamische Trio. Die World’s Finest gegen die größten Schurken wie Lex Luthor und Joker. Doch vier Jahre später, 1958, war plötzlich Schluss damit. Batman und Superman konnten einander nicht mehr ausstehen. Die Rivalen wurden zu Kontrahenten – es kam zum ersten Kampf der Titanen.

Es beginnt alles damit, dass Batman aus heiterem Himmel (buchstäblich!) Superkräfte bekommt und damit offenbar auch ein größeres Ego. Denn statt zu hinterfragen, was mit ihm passiert ist, wird er sogleich übermütig. Als Superman bei einem Hausbrand helfen will, kommt ihm Batman in die Quere: Er schafft erst mal eine Menge Stahl heran, formt daraus ein riesiges Sägeblatt und trennt damit das brennende Gebäude von der benachbarten Bank. Seltsame Priorität: Statt den Brand zu löschen oder die Bewohner zu retten, bringt er zunächst das Geld in Sicherheit. Superman stellt sich aber auch nicht rücksichtsvoller an. Er löscht zwar den Brand, aber statt Superpuste zu verwenden, fliegt er mit dem Haus in die Stratosphäre, damit dem Feuer die Luft wegbleibt. Dass auch Menschen atmen müssen, daran denkt er nicht. Vielmehr scheint ihn zu wurmen, dass Batman so mächtig ist wie er. So lässt er sich auf den Hahnenkampf ein.

Die Stimmung ist gereizt. Die beiden dissen sich gegenseitig und drohen an, den anderen gerne vermöbeln zu wollen. Nach zwei weiteren Rettungsaktionen bei denen sich die beiden ihr Revier streitig machen, kommt es schließlich zum Kampf: Superman prügelt Batman durch eine Wand, Batman revanchiert sich mit einem Laternenmast, Superman wirft mit Felsbrocken, Batman schlägt sie mit einem Baumstammm zurück. Das Ganze gipfelt darin, dass sich beide wie Rammböcke eine Kopfnuss verpassen.

World's Finest #95 (1958)

Batman v Superman: Battle of the Superheroes

Robin ist hier die Stimme der Vernunft. Er geht dazwischen und ermahnt die beiden, sich um zwei havarierte Schiffe zu kümmern. (Aus irgendeinem Grund ist ständig irgendwer in Not.) Dann wird Robin plötzlich von zwei Aliens entführt, die ihm erklären, was los ist. Sie haben bloß herausfinden wollen, wer der größere Held ist. Sie wollten sehen, ob Batman Superman besiegen würde, wenn er Superkräfte hätte. Also entführte man die Helden und manipulierte sie so, dass sie einander bekämpfen. Wie gut, dass es für alles einen Strahl gibt: Einen für Superkräfte, einen für Hass und einen für Gedächtnisverlust. Und wie gut auch, dass es für alles einen Hebel gibt, um alles wieder rückgängig zu machen. Um’s kurz zu machen (wir haben nur noch eine Comic-Seite Erzählzeit): Robin betätigt den Schalter und alles ist wieder wie früher. Freundschaft mit Entschuldigung und Handshake. Superman drückt dabei aber etwas fester zu, Batman schreit auf. Superman bittet um Verzeihung, aber so ganz kann man ihm nicht abkaufen, dass er bloß seinen Vorteil ausnutzen will, um Batman eins auszuwischen.

Und wie endet nun der Wettkampf? Unentschieden natürlich. Bei den World’s Finest gibt es keine Reihenfolge. „And so a friendship is renewed — and a feud finished forever!“, heißt es am Ende, als Batman und Superman mit Robin in der Mitte sich ihrer Idylle erfreuen. Aber später wird es in der Serie alle paar Ausgaben zu einer Keilerei zwischen ihnen kommen, fast regelmäßig (z. B. in World’s Finest #109, #132, #143, #153, #163, #176, #185). Feindschaft ist einfach reizvoller als Freundschaft.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Ein Trailer zu Batman: The Killing Joke

Die Film-Adaption von The Killing Joke feiert am 28. Juli in den USA Premiere und soll am 4. August in Deutschland auf Blu-ray erscheinen. Bei Amazon bekommt man eine Joker-Figur dazu. Hier schon mal ein Vorgeschmack mit dem ersten offiziellen Trailer. Eine Art Making-of gibt es hier.

Abrechnung mit Superman Returns

Erinnern wir uns, auch wenn wir es längst verdrängt haben: Vor Zack Snyders Katastrophenfilm Man of Steel gab es schon einen Versuch, Superman für das Kino des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden: Superman Returns (2006) war nur ein halbherziges Reboot, weil es eine Fortsetzung von Superman II sein sollte – wenn auch 26 Jahre dazwischen lagen. Das Resultat war einer der ödesten, flachsten und uninspriertesten Superheldenfilme. Und dafür hat Bryan Singer seine X-Men sausen lassen … Shame on you. Der Honest Trailer entschädigt für die vertane Chance und verschwendete Zeit.

Krieg um den Weltfrieden

Batman versus Superman, Teil 28: Injustice – Year One (2013)

DC Comics

DC Comics

Titel: Injustice – Gods Among Us: Year One (Vol. 1-2) (dt. Injustice – Götter unter uns)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Jheremy Raapack, Mike S. Miller u.a.

Erschienen: 2013 (Mini-Serie #1-12, Paperback 2013/2014/2016 Complete Edition), dt. Panini 2013-2014 (4 Bände)


„I am calling for an immediate world-wide ceasefire. All hostilities will stop immediately — or I will stop them. It’s over.“ (Superman)

Das Spiel Injustice ist der wahrgewordene feuchte Traum der Fanboys: Eine Kampfarena für Superhelden und -schurken. Story? Gibt’s zwar auch, muss aber nicht sein. Die Vorgeschichte dazu wird in einer Comic-Mini-Serie erzählt. Wer Comics zu Games verachtet, sollte diesem eine Chance geben: die Story lohnt sich.

Lois Lane ist schwanger von Superman. Der Joker entführt sie, klaut eine Atombombe, verkabelt Lois‘ Herz mit einem Zünder. Nachdem er Superman einem Angstgas aussetzt, sieht dieser in Lois Doomsday und tötet sie. Daraufhin wird Metropolis vernichtet, Millionen Menschen sterben. Superman dreht durch, ermordet den Joker und verkündet eine neue Weltordnung: mit Krieg ist Schluss. Schurken werden nicht geduldet. Der selbsternannte Wächter und seine Gefolgsleute erzwingen den Frieden – auch untereinander. Doch Batman ist dagegen und versammelt eine Allianz von Helden gegen die Diktatur von Superman. Dabei macht er sogar gemeinsame Sache mit dem US-Präsidenten. (In The Dark Knight Returns ist es andersrum, da pakiert Superman mit der Regierung.) Es kommt zu Verrat, Enttäuschung und einigen Tragödien. Vertrauen geht verloren, Freundschaften zerbrechen, Existenzen und Identitäten gehen zugrunde, Helden sterben.

Obwohl der Comic das alles sehr abgehetzt und in großen Bildern erzählt, bleibt die Geschichte nicht so oberflächlich, wie es zunächst scheint. Einzelne Kapitel legen den Fokus auf die Konflikte der einzelnen Protagonisten, wie etwa die ethische Grundsatzfrage, wie legitim es ist, Frieden zu forcieren. Es ist der Konflikt der Superhelden: einerseits sollen sie die Menschen retten, andererseits sollen sie sich auch nicht zu sehr einmischen. Sollen sie sich nur um Meta-Bedrohungen kümmern oder auch um Kriegstreiber, Menschenrechtsverletzer und Wirtschaftskriminelle? Und ist Mord gerechtfertigt, wenn man dadurch Massenmord verhindern kann? Die Figuren kommen in Gewissensnöte und verhandeln die Grundfrage. Es ist die Frage nach der Rolle Gottes und der Selbstverantwortung des Menschen. Es geht also um nichts Geringeres als die Theodizee.

Die Idee, Superman als totalitären Herrscher darzustellen, ist nicht neu. Schon Mark Millar hat das in seinem Klassiker Red Son (dt. Genosse Superman) getan, womit er bloß eine Idee aus World’s Finest #247 (1977) aufgegriffen hat. Bei Injustice geht der Faschismus aber auf ein Trauma zurück, den Verlust seiner zweiten Heimat und seiner Frau. Damit wird Superman wie Batman. Auch in seinen Methoden nähert er sich Batman an, indem er darauf setzt, Menschen Angst einzujagen. Batman wiederum ist die Stimme der Humanität, die mahnt, dass er Zweck nicht die Mittel heiligt. Er bleibt der unbestechliche Idealist. Die World’s Finest tauschen die Rollen.

Batman und Superman liefern sich zunächst ein Wortgefecht, in dem die Frage aufkommt, was Batman an Supermans Stelle täte. Batmans Antwort ist einfach: Superman sei der bessere Mensch von ihnen. Aber nach all dem Unheil, das Superman in bester Absicht anrichtet, ändert sich Batmans Meinung. Am Ende läuft alles auf ein Duell zwischen den beiden hinaus. Doch anders als erwartet wird es kein Kampf auf Augenhöhe. Superman wird nicht durch Kryptonit oder rotes Licht geschwächt, Batman nicht durch einen Anzug gestärkt. Der Dunkle Ritter weigert sich, Gewalt anzuwenden, weil er sich sonst nicht zurückhalten könnte. „I don’t think I can beat you without killing you“, sagt Batman. „And I’m not like you. I’m not a murderer.“ Superman tötet seinen Gegner nicht – er bricht ihm bloß das Rückgrat (wie einst Bane).

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

So packend die Story ist, leider schwankt die Qualität der Zeichnungen stark, da eine Reihe von Künstlern daran mitgewirkt hat. Manche Seiten sind grandios, andere mäßig. Trotzdem lohnt sich die Lektüre sehr, wenn man eine spannende wie hochdramatische Erzählung abseits der Continuity lesen will – auch wenn man das Spiel dazu nicht kennt.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film

Zack Snyder/Warner Bros

Zack Snyder/Warner Bros

Eine Nachricht, die längst keine mehr ist: Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film. Schon lange hält sich das Gerücht, nun ist es offiziell. Affleck ist nicht nur Hauptdarsteller und Regisseur, er schreibt auch das Drehbuch mit DC-Autor Geoff Johns, der unter anderem schon den alternativen Origin Batman Earth One verfasst hat. Und es soll – was sonst – richtig „cool“ sein. Naja, das sollte auch Batman v Superman bereits sein und das Ergebnis war eine Enttäuschung. Allerdings ist das Projekt bei „Batfleck“ gut aufgehoben. Seine bisherigen Filme (Gone Baby Gone, The Town und Argo) waren ziemlich gelungen und kamen bei der Kritik gut an, als Drehbuchautor hat er schon zwei Oscars eingesackt (Good Will Hunting, Argo) und schließlich überzeugte auch seine Darstellung als Bruce Wayne/Batman in Dawn of Justice.

Was fehlt, sind noch ein offizieller Titel, der Schurke bzw. die Schurken und ein Starttermin. Im Zeitplan des DC Extended Universe sind noch zwei Filme unbetitelt, sie sollen jeweils im Herbst 2018 und 2019 erscheinen. Möglicherweise wird Batman einen dieser Plätze belegen, der andere ist möglicherweise für eine Suicide Squad-Fortsetzung vorgesehen, sollte der erste Film Erfolg haben, der bei uns am 18. August 2016 in die Kinos kommt. Auch Batman wird dabei sein – und erneut auf den Joker treffen (hier der Suicide-Squad-Blitz-Trailer). Danach sehen wir Ben Affleck in der Rolle noch in den beiden Justice League-Filmen, die wieder Zack Snyder inszeniert (erscheinen November 2017/Juni 2019) – und hoffentlich nicht vergeigt.

Sollte der Plan realisiert werden, dann spielte Affleck insgesamt fünfmal Batman – und damit häufiger als jeder seiner Vorgänger.

„We’re the bad guys“: Ein neuer Suicide Squad Trailer

Mehr Joker, mehr Batman, mehr Krawall und Remmidemmi. Der neue Sucide Squad Trailer bietet viele ungesehene Filmschnipsel, unterlegt von einem weiteren Glamrock-Schlager, diesmal „Ballroom Blitz“ von The Sweet (das erste Lied, das man im Trailer hört, ist „You Don’t Own Me“ von Grace). Am Anfang wird der Zweck der Truppe begründet: Es gibt sie für den Fall, dass jemand wie Superman einmal durchdreht. Nach dem Debakel von Batman v Superman: Dawn of Justice wird die Suicide Squad die Eingreiftruppe, um zu retten, was von diesem zerstörten DC-Filmuniversum noch übrig ist. Dass es mit einem solchen Film gelingt, ist aber durchaus zweifelhaft.

Derzeit werden noch weitere Szenen nachgedreht. Zunächst hieß es, um den Film spaßiger zu machen („more fun“), jetzt ist die Rede von Action, was natürlich auch Spaß bedeuten kann …

Luthor und Joker gründen ein Start-up

Batman versus Superman, Teil 27: Superman and Batman’s Greatest Foes (1957)

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman and Batman’s Greatest Foes

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (World’s Finest #88), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„… there’s something bigger behind this jokes!“ (Superman)

„Good partners, I mean, cellmates should never argue!“ (Batman)

Die ersten gemeinsamen Abenteuer der World’s Finest, Superman und Batman, waren bisher Kinkerlitzchen. Hier bekommen sie es endlich mit richtigen, klassischen Schurken zu tun, denn zum ersten Mal machen Lex Luthor und der Joker gemeinsame Sache. Ihr Plan ist so genial, dass die beiden Schurken sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Der Joker lobt Luthors Genie, Luthor lobt Jokers Sinn für Humor. Die beiden gründen ein Unternehmen, eine Fabrik, um genau zu sein. Ganz legal, ganz offiziell. Was sie herstellen, ist zunächst geheim, aber sie beteuern ehrliche Geschäftsmänner werden zu wollen. Also düsen sie gemeinsam im Jokermobil durch die Gegend und lachen über den Witz, den sie auf Kosten der Helden machen.

DC Comics

DC Comics

Die bleiben nämlich skeptisch. Auch als die Schurken der Öffentlichkeit präsentieren, was sie gebaut haben: die Mechano-Men, menschenähnliche Roboter, die selbst bei starker Hitze und großem Druck schwere Arbeiten verrichten können. Doch selbst als Superman und Batman eine Demonstration sehen, vermuten sie einen Schwindel. Dreimal glauben sie auch, die Schurken auf frischer Tat ertappt zu haben: der Joker fängt einen Mann in einem Käfig, dann versucht er, einen mit seinem Auto zu überfahren, einmal bringt Luthor eine Lawine in Gang. Doch jedesmal erweisen sich die Aktionen als Experimente für die Mechano-Men.

Batman und Superman stehen immer wieder als Idioten da.

Und trotzdem geben sie nicht auf. Auch als Superman sich als Mechano-Man ausgibt und er meint, die Verdächtigen bei einem Raub zu erwischen, stellt sich das Ganze als sauber heraus. Erst beim fünften Versuch haben die World’s Finest Recht: Luthor und Joker geben eine Show mit ihren Mechano-Men, während sie parallel dazu eine Bank ausrauben. Natürlich haben die wachsamen Helden längst alles durchschaut und buchten die Gauner ein. Auf eine Frage kommt aber niemand: Warum der ganze Aufwand, um Geld zu stehlen, wenn man es mit der Erfindung so viel leichter hätte ehrlich verdienen können? (Und woher hatten sie überhaupt die Mittel, die Fabrik und die Roboter zu bauen?) Als Unternehmer taugen sie jedenfalls nichts. Aber hier gilt wohl das Sprichwort: old habits die hard. So genial war der Plan dann doch nicht.

(P.S.: Mit dem Cover hat die Story übrigens nichts zu tun.)

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Erste Filmbilder aus The Killing Joke

The Killing Joke ist neben Frank Millers Epen das wichtigste Batman-Comic der 80er. Nach The Dark Knight Returns und Year One bekommt nun auch der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland eine Adaption als Animationsfilm. Im Juli 2016 soll er bei der San Diego Comic Con Premiere feiern. Jetzt gibt es erste Bilder daraus: In einem Video, das halb Trailer und halb Making-of ist, erklären die Macher wie Bruce Timm, welche Herausforderungen bei der Verfilmung zu bewältigen waren und wie man die Geschichte um Batgirl erweitert hat. Ein verständlicher Schritt, da in der Story Barbara Gordon vom Joker angeschossen wird und damit ihre Karriere als Superheldin endet. Außerdem sieht man die Synchronsprecher, die schon bei The Animated Series der 90er dabei waren, wieder bei der Arbeit: Kevin Conroy als Batman und Mark Hamill als Joker. Ein guter Grund, sich die Originalversion anzusehen.

Klar wird, dass die Filmbilder nicht an die Kraft von Brian Bollands ausdrucksstarkem Stil heranreichen – und wohl auch nicht heranreichen können. Für die Animation sind Vereinfachungen nötig, dadurch geht aber viel von dem Reiz des Comics verloren. Die Macher beteuern aber, dass inhaltlich keine Kompromisse gemacht werden sollen und der Film so drastisch sein soll wie seine Vorlage. Also wieder ein Batman-Zeichentrickfilm, der nichts für Kinder sein dürfte.

Meister bei der Arbeit: Jim Lee zeichnet Batman

Seien wir ehrlich: Comics sind bloß Druckfarbe auf Papier. Superhelden sind bloß zweidimensionale Bilder. Die Zeichnungen bloß ein paar Striche. Und doch schaffen es die Zeichner immer wieder, auf der flachen Ebene den Eindruck von Plastizität zu erzeugen, die Illusion, als wären die Helden lebendig, ja sogar super – larger than life. Wie einer dieser Künstler arbeitet, kann man in diesem Video sehen. Der große Jim Lee (Hush, All-Star Batman, Superman Unchained) hat sich beim Batman-Zeichnen über die Schulter schauen lassen. Und obwohl man jeden noch so profanen Arbeitsschritt mitverfolgen kann, könnte man meinen, wenn das Werk Gestalt annimmt, dass man hier Zeuge wahrer Magie wird. Wer mit Bleistift und Tusche solche Kunst zustande bringt, muss ein Zauberer sein.

(Editorische Notiz: Nach einem solchen Beitrag plagt mich das schlechte Gewissen, dass ich jüngst behauptet habe, man habe sich an Lees Stil sattgesehen. Schande über mich … Ich hoffe, der Meister verzeiht mir den Frevel.)

Coverwahn #14

Ein Nachtrag zum irrsinnigen Variant Cover-Output: Die wenigen Themen-Cover zum Film Batman v Superman: Dawn of Justice, die ich zuvor vorgestellt habe, waren nur der Anfang. Hier kommt der Rest, aufgeteilt nach Motiven. Oben sehen wir klassische Kampfszenen. Auffällig ist, dass Superman stets in der überlegeneren Position ist, mal schwebt er über Batman, mal hat er tatsächlich im Duell die Oberhand. (Das ist nicht selbstverständlich, wie man an Greg Capullos sadistischem Variant für Dark Knight III sehen kann.)

In dieser Galerie nehmen die Motive stärker Bezug auf den Film: Das erste Cover zeigt die erste Begegnung nach der (ziemlich lahmen) Verfolgungsjagd mit dem Batmobil. Zwei Cover stellen Wonder Woman als Vermittlerin oder Schlichterin dar, in einem greift sie mit dem Schwert in den Kampf ein, wobei es so aussieht, als wollte sie Batman davon abhalten, Superman den Gnadenstoß zu verpassen. Auf dem letzten ist sie allein zu sehen, was in diesem Kontext ziemlich sinnfrei ist.

Die letzten drei Motive zitieren die Traumsequenz, in der Batman in einem dystopischen Szenario gegen die Allianz von Superman und Darkseid kämpft. Batman erscheint hier als Outlaw im Ledermantel mit Maschinengewehr. Im Film wirkt die Szene fehl am Platz: sie hat nichts mit der Handlung zu tun, stiftet Verwirrung und soll prophetisch auf die kommenden Justice League-Filme verweisen. Das gelingt nur holprig. So wie vieles andere in diesem Film. Aber die Cover können sich sehen lassen.