Film

Batman v Superman: Ultimatives Desaster

Eine halbe Stunde mehr bekommen die Fans in der „Ultimate Edition“ von Batman v Superman. Dadurch schwillt der Film auf eine Gesamtlänge von drei Stunden an. Lohnt sich das? Da ich keine Lust habe, mich noch einmal und länger durch diese cineastische Wüste bzw. Verwüstung zu quälen, habe ich bei Profis Hilfe gesucht und gefunden. Die Screen Junkies, die auch für die Honest Trailer verantwortlich sind, haben in einem Zehn-Minuten-Interview zusammengefasst, was neu ist am „Ultimate Cut“ und ob die zusätzlichen Szenen den Film besser machen.

Die Antwort: nein. Die neuen Szenen klären einige offene Fragen, aber die Hauptkritikpunkte bleiben erhalten. Wer den Film nicht mochte, wird ihn wahrscheinlich immer noch nicht mögen. (Wie zum Beispiel Spider-Man und Deadpool.)

Batman im Flüchtlingslager

Batman macht sich nützlich im Flüchtlingslager: als Wasserträger, Spielkamerad und Barde am Lagerfeuer. Zu schön, um wahr zu sein. Bei Flüchtlingskindern bekommt der Begriff Eskapismus eine ganz neue Bedeutung: Für sie ist ein Traum wie dieser die einzige Möglichkeit, der Realität zu entfliehen. Dieses brillante Video, produziert von Bee on Set, wirbt mit dem Superhelden für die Hilfsorganisation War Child, die sich seit 1993 für Kinder aus Kriegsgebieten einsetzt. Möge es viele Herzen erreichen.

Bat-Robot gegen Godzilla Croc

Der Blödsinn der Woche ist eindeutig dieser Trailer zu einer weiteren freudlosen Episode von Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants lautet der Untertitel dieses Zeichentrickfilms – und damit ist auch schon alles gesagt. Killer Croc, Bane und Clayface wachsen zu Riesen heran, Batman und Green Arrow steigen in riesiger Roboter-Kampfanzüge und prügeln sich mit ihnen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es ist eigentlich nur ein billiger Abklatsch des Hochglanz-Trash-Films Pacific Rim, der wiederum ein mieser Abklatsch alter Godzilla-Filme ist, die wiederum ihren Ursprung bei King Kong haben usw. Für die Animationsfilmreihe ist es eine logische Weiterentwicklung, nachdem Batman in Monster Mayhem (dt. Monster Chaos) auf einem Roboter-T-Rex geritten ist.

Kurz gesagt: Schon wieder ein Film, der nur dazu dient, Kindern Spielzeug zu verkaufen und das, was Batman eigentlich ausmacht, völlig vergessen zu machen.

Wer sich gut mit Batman-Comics auskennt oder dieses Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht erinnern, dass diese Idee aber gar nicht mal so weit hergeholt ist: sie wurde schon einmal durchgespielt, nämlich in Gotham After Midnight. In Kapitel vier der zwölfteiligen Mini-Serie nimmt es Batman in einer ähnlichen Riesen-Rüstung mit Clayface auf. Völlig bescheuert? Nein, mir hat der Comic sehr gefallen – gerade wegen solcher absurder Szenen. Oft ist das, was gezeigt wird, gar nicht so entscheidend wie das Wie. Aber die Erfahrung mit Animal Instincts lehrt, dass man auf die Batman Unlimited-Filme verzichten kann, wenn man älter ist als zwölf Jahre.

Detective 941 (DC Comics)

Detective 941 (DC Comics)

Wie der Zufall will, scheint eine ähnliche Idee auch wieder in den Comics aufgegriffen zu werden: Im September beginnt das erste Batman-Crossover nach Rebirth: Night of the Monster Men. Batman und Co. müssen gegen Riesenviecher kämpfen. Das kann ja heiter werden …

>>> Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants feiert Premiere am 24. Juli bei der San Diego Comic-Con, erscheint am 30. August in den USA zunächst digital und am 13. September auf DVD. Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.

The Killing Joke – ein Comic, viele Versionen

Am 4. August 2016 erscheint die animierte Adaption von The Killing Joke auf DVD und Blu-ray. Jetzt hat DC einen weiteren Auszug aus dem Film veröffentlicht: er zeigt die Eröffnungsszene des Comics. (Im Video oben beginnt der Clip erst bei 3:57.) Mittlerweile hat ein Fan eine überarbeitete Version des Trailers erstellt, die sich stärker an der Optik der Comic-Vorlage orientiert: mehr Schatten wurden hinzugefügt und die Farben lehnen sich an der Original-Kolorierung an (die heutige Comic-Fassung hat weniger grelle Farben).

Hier gibt es einen Bild-für-Bild-Vergleich zwischen Original, dem Trailer und der Neufassung:

Selbstverständlich kommt auch der „Redrawn Trailer“ nicht an das Original heran. Zu detailreich sind dafür Bollands Zeichnungen. Aber dennoch wirkt die Ästhetik des Fan-Trailers viel stärker als das vergleichsweise blasse Original.

Wer es ganz puristisch mag, dem sei Batman Noir: The Killing Joke empfohlen, das im August erscheint und ganz auf Farbe verzichtet. Panini veröffentlicht im September eine Deluxe-Version „in sorgfältiger Neuübersetzung, mit Bonusmaterial und in prächtiger Ausstattung“, so die Verlagsankündigung. Exklusiv bei Amazon werden ab 4. August zwei Sondereditionen verkauft: eine Hardcover-Ausgabe inklusive der Blu-ray des Films und eine Blu-ray mit Joker-Figur.

Damit scheint es von The Killing Joke mehr Versionen zu geben als vom Joker selbst.

Und dann gibt es noch die übliche US-Version des Comics von Alan Moore und Brian Bolland: Ohne Schnickschnack, 64 Seiten lang, beste Unterhaltung in der Originalsprache. In der Regel reicht das, aber ein Bonus würde dem Werk gut tun, nämlich ein Reprint seiner Vorlage „The Man Behind the Red Hood“ (Detective Comics #168, 1951). Auf so eine Ausgabe wird man wohl noch warten müssen.

Batman v Superman: Marvel tritt nach

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Spider-Man/Deadpool #6

Wer am Boden liegt, den soll man nicht treten. So will es der Anstand. Aber bei einem Film wie Batman v Superman, einem Kapitalverbrechen der Superhelden-Filmgeschichte, schadet das Nachtreten dem Opfer nicht. Weil die wahren Opfer ohnehin die enttäuschten Fans sind, dient die ständige Kritik der Traumabewältigung. Auch die Konkurrenz von Marvel konnte sich nicht verkneifen, seinen Spott abzulassen. In Spider-Man/Deadpool #6 sehen sich die Helden den Film „Nighthawk v. Hyperion – Yawn of Boredom“ (Gähnende Langeweile) an und ziehen anschließend darüber her. Bereits die Tagline verspottet einen Hauptkritikpunkt des Films: „You won’t believe their mothers share a first name.“

Anschließend stellt Deadpool fest, dass der Film keinen Sinn ergibt, weil die Helden von einem Augenblick auf den anderen von Feinden zu Freunden werden, und Spider-Man lästert über all die unnötigen Szenen, die die Fortsetzungen ankündigen, statt sich auf diesen Film zu konzentrieren, um wenigstens den richtig zu machen. Schließlich tröstet Spider-Man Deadpool mit dem Hinweis, dass Hollywood gerne seine Stoffe so oft rebootet, bis es sie ordentlich hinkriegt – ein Seitenhieb auf Deadpool, der auch zwei Anläufe gebraucht hat, um sich als Kinoheld durchzusetzen. Marvel kann also auch Selbstironie. Das sollte sich DC/Warner von der Konkurrenz abgucken.

Mittlerweile ist der dreistündige Extended Cut von Batman v Superman digital erschienen, am 4. August kommt die Blu-ray in Deutschland heraus. Es ist zu bezweifeln, dass noch mehr Szenen einen Film retten, der schon mit zweieinhalb Stunden quälend langweilig war. Für alle, die es interessiert: Hier gibt es schon mal eine zehnminütige Vorschau.

Batman-Splitter #5: Batusi

Batman kann alles. Und er hat auch schon alles gemacht. Gerade im Silver Age lautete die Devise „Anything Goes“ und die TV-Serie der 60er-Jahre (und der dazugehörige Film Batman hält die Welt in Atem) hat auf die Spitze getrieben: Batman für für jeden Quatsch zu haben. Sogar zum Tanzen. Natürlich konnte ein Batman-Tanz nicht ausgeführt werden, ohne dass er – wie alles andere in der Serie – ein Label bekam. Und so wurde aus dem populären Watusi ein „Batusi“.

Gleich in der ersten Folge, „Hi Riddle Diddle„, schwingt Adam West die Hüften. Und natürlich gleich mit einer Frau. Wie es dazu kommt? Durch die Erklärung wird es nicht sinnvoller: Der Riddler legt Batman und Robin herein. Statt mit seinen Rätseln ein Verbrechen anzukündigen, inszeniert er eine Situation, in der sich das Dynamische Duo blamiert. Daraufhin verklagt der Riddler die beiden. Obwohl Batman und Robin nichts zu befürchten haben, weil niemand ihre wahre Identität kennt, nimmt Bruce Wayne sich das sehr zu Herzen, wälzt juristische Fachliteratur und sieht keinen Ausweg, als vor Gericht zu erscheinen. Denn dieser Batman ist kein Outlaw, der macht, was er will – er ist streng gesetzestreu. Doch da kommt Robin auf den Trichter, dass die Vorladung ein Hinweis sein könnte. Der führt in den Nachtclub „What A Way to Go Go“.

An der Bar bestellt Batman erstmal einen großen Orangensaft – „Batman Special“ – (Robin hat keinen Zutritt, da minderjährig) und trifft auf eine Frau, die ihn nicht lange überreden muss, mit ihr zu tanzen. Kaum bittet sie ihn, kippt er seinen O-Saft auf ex und rockt den Tanzboden, wobei die Vibes eher durch die Arme und Hände gehen. Markenzeichen: mit den Fingern ein V machen und quer über die Augen ziehen. „You shake a pretty mean cape, Batman“, sagt die Tanzbiene, und selbst Robin groovt mit, während er den Batusi vom Batmobil aus per Liveschalte verfolgt. (Wo ist die Kamera? Egal.) Doch die Einlage endet abrupt, weil Batman zusammenbricht. Der Drink ist ihm nicht bekommen …

Eine weitere Gelegenheit, das Cape zu schwingen, bekommt Batman in „The Pharaoh’s in a Rut“ (S01E28). Zunächst scheint es so, als stünde der Held unter dem Einfluss des Schurken King Tut, als er ihn auffordert, zu seiner Belustigung zu tanzen. King Tut lässt „Bat Music“ auf einem goldenen Grammophon auflegen, Batman legt sich richtig ins Zeug, zeigt vollen Körpereinsatz, hopst wild herum und dann knallt es plötzlich („BIFF!!!“) – er beginnt, des Pharaos Schergen zu vermöbeln. Aus dem Tanz wird eine Schlägerei, aus der Schlägerei ein Schwertkampf („CLANK!“), Robin springt dazu und nach ein paar weiteren Faustschlägen liegen die Gegner am Boden. So geschickt, so elegant, so durchtrieben –  Batman hat es mal wieder allen gezeigt.

Der Batusi machte Schule, er wurde zum Mode-Tanz – wenn man überhaupt von einem richtigen Tanz sprechen  kann. Wer ihn ‚erfunden‘ hat, dazu gibt es verschiedene Versionen. Auch später, von Pulp Fiction (1994) bis zum Akte X-Revival (2016), wurde der Batusi gepflegt. Doch das nächste Mal, als Batman im Film einen Nachtclub aufmischte, sparte er sich das Vorspiel. In The Dark Knight (2008) war der Kampf der Tanz.

>> Batman 1966-1968

Die besten Action Comics

DC kehrt nach Rebirth mit seinen Traditionsserien Detective Comics und Action Comics zurück zur ursprünglichen Nummerierung. Das nimmt der Verlag zum Anlass, die zehn besten Ausgaben von Action Comics zusammen zu stellen. So viel sei verraten: das legendäre Heft Nummer eins (Supermans erster Auftritt von 1938) ist nicht auf Platz eins.

Eine Zusammenstellung der 25 wichtigsten Detective Comics hat Comicbookresources.com gepostet.

Nach Rebirth: Erster Einblick in Batman #1

In diesem Video erklärt der neue Batman-Autor Tom King, wie es nach dem DC Rebirth-Event und Batman Rebirth #1 für die Fledermaus weitergeht. Batman muss sich gegen zwei neue Superhelden behaupten, die dort eingreifen wollen, wo Batman scheitern würde. Genauer kann man sich die ersten fünf Seiten des Heftes bei Comicbookresources ansehen. Hier ein Variant Cover von Tim Sale:

DC Comics

DC Comics

Die neue Batman-Serie wird vom 15. Juni an alle zwei Wochen erscheinen.

Eine neue Vorschau auf die neue Detective Comics-Serie (mit Sprechblasen) gibt es bei Comicvine, ein Interview mit Autor James Tynion IV bei Newsarama.

A Monster in the Night

Die Fortsetzung des ultimativen Superhelden-Kampfspiels, Injustice 2, soll 2017 für PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Der Trailer dazu verspricht coole Rüstungen für Batman, Superman und Co. Und Supergirl. Selbst wer sich für das Game nicht interessiert, könnte an dem schön inszenierten Jeder-gegen-jeden-Video seine Freude haben.

Unentschieden nach Revanche

Batman v Superman, Teil 31: The Bewitched Batman (1960)

DC Comics

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Titel: The Bewitched Batman

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/Curt Swan

Erschienen: 1960 (World’s Finest #109)


„I must fight and overpower the world’s strongest man!“ (Batman)

„It’s like an unmovable object is meeting an irresistable force! Neither of us can make any progress!“ (Superman)

Batman dreht durch. Nachdem er eine Höhle erforscht hat (fragt nicht warum), ist er besessen davon, den Willen eines mittelalterlichen Zauberers zu erfüllen. Zunächst verlangt es ihn danach, einen Drachen zu besiegen. Robin ruft Superman herbei, der keine Mühe scheut, dem Freund den Wunsch zu erfüllen. Superman tut das, was wahrscheinlich jeder mit einem Irren machen würde: er stattet ihn mit Superkräften aus. Dann grast er mal eben ein paar Sonnensysteme nach einem Wesen ab, das einem Drachen ähnlich sieht (und sogar Feuer speit), und als er es findet, bringt er es blitzschnell zur Erde. Da das Vieh wie durch ein Wunder den Trip durchs All auch ohne Raumschiff überstanden hat, kann sich Batman nach Herzenslust an ihm auslassen. Ein Fausthieb und der Pseudo-Drache ist hin. Bevor sich der Tierschutz beschweren kann, bringt Superman das Alien wieder zurück.

DC Comics

DC Comics

Doch für Batman ist das erst der Anfang. Daraufhin setzt er sich eine Narrenkappe auf und erfüllt in der Stadt jedem seine Wünsche. Natürlich nutzen das Gangster aus. Batman zerstört ein Rathaus, reißt ein Loch in eine Straße und plappert fast die Geheimidentitäten von sich, Robin und Superman aus – doch da greift Superman ein. Schließlich muss Batman noch eine dritte Aufgabe erfüllen: Den stärksten Mann der Welt besiegen. Also kommt es zur zweiten Keilerei zwischen Batman und Superman. Letzterer hat eigentlich keine Lust drauf, erst recht nicht, weil er lieber Menschen vor einem Waldbrand retten würde. Doch dabei stört ihn Batman, der zunächst mit Granit nach ihm wirft und ihn dann mit einem Baum angreift (das hat er schon beim ersten Kampf gemacht). Da Superman einsieht, dass der Kampf zu nichts führt, weil beide gleich stark sind, lässt er sich von Batman wegschleudern, im Glauben, dass dann Batman wieder zur Besinnung kommt.

Batman gegen Superman: Der zweite Kampf. (DC Comics)

Batman gegen Superman: Der zweite Kampf. (DC Comics)

Und so kommt es auch. Batman löscht selbst den Brand. Und weil keine weiteren bescheuerten Aufgaben mehr auf der Liste des Zauberers standen, ist der Bann endlich gelöst. Am Ende wird der Hintergrund dieser ganzen Affäre halbwegs logisch erklärt, aber das muss uns nicht kümmern. Wir halten bloß fest: auch der zweite Kampf der World’s Finest endet unentschieden. Denn Kämpfen zwischen Superfreunden, das gehört sich einfach nicht.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman