Two-Face

Generation Joker: Künstliche Intelligenz als Vaterersatz

DC Comics/Panini

Titel: Batman White Knight Presents Generation Joker

Autoren/Zeichnerin: Sean Murphy, Katana Collins, Clay McCormack/Mirka Andolfo

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2024; dt. Panini 2024


Was bisher geschah, könnt ihr in White Knight, Curse of the White Knight und Beyond the White Knight nachlesen – ich setze hier mal voraus, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt, also bitte keine Spoiler-Panik.

In Generation Joker geht es mal wieder um Harley Quinn und ihre beiden Kinder, Bryce und Jackie, die sie einst mit dem Joker bzw. Jack Napier gezeugt hat. Jack ist tot, die Kinder vermissen ihren Vater, würden ihn gern kennenlernen. Da kriegen sie ein Gerät in die Finger, das ihn wiederauferstehen lässt, als künstliche Intelligenz in Hologrammform. Der Vater löst sich allerdings langsam auf, daher büxt er mit ihnen und dem Batmobil aus, um ihnen die Orte seiner Vergangenheit zu zeigen und eine Lösung für das Problem zu finden. Harley versucht daraufhin, sie wieder einzufangen.

Doch dann taucht das FBI auf, vertreten durch Agent Prince (Wonder Woman) und John Stewart (Green Lantern, aber ohne Ring) und sie wollen an das Gerät. Dann kommt noch die andere (Ex-)Harley Quinn dazu, Marian Drews alias Neo Joker, alias „Nenn-mich-nicht-so“, also bekommt sie hier den Namen Riot verpasst (was im Deutschen so unnötig wie schief mit „Krawall“ übersetzt wird). Es gibt auch Wiedersehen mit Batman Bruce und einigen anderen Schurken wie Poison Ivy, Mister Freeze und Two-Face …

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Ein Scharlatan rächt sich an Batman

Cover zu Detective Comics #777-779 von Tim Sale. (DC Comics)

Titel: Dead Reckoning (dt. Tag der Abrechnung)

Autor/Zeichner: Ed Brubaker/Tommy Castillo

Erschienen: 2003 (Detective Comics #777-782), kein US-Paperback; dt. Panini 2004 (Batman Monster Edition Bd. 2)


„… sometimes it seems as if this city does nothing but breed monsters.“ (Bruce Wayne)

Kaum wird ein Gauner aus dem Knast entlassen, findet man ihn tot auf der Straße – in einem alten Killer-Moth-Kostüm. Einst war er ein Komplize, dann erhoffte er sich einen Coup unter falscher Flagge. Am Tatort liegt eine auf beiden Seiten zerkratzte Münze, doch Two-Face sitzt sicher verwahrt in Arkham. Bald darauf schießt ein Unbekannter auf James Gordon – der ehemaligen Commissioner, der nun Professor ist, kommt mit dem Leben davon. Und dann wird auch noch ein Anschlag auf den Pinguin verübt. Wer steckt dahinter?

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Gothams Helden und Schurken in Uniform

DC Comics

Titel: GCPD – The Blue Wall

Autor/Zeichner: John Ridley/Stefano Raffaele

Erschienen: 2022-2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2023


Comissioner Renee Montoya versucht, die Polizei von Gotham neu aufzustellen und die Verbrechensrate zu senken. Dabei hat sie nicht nur mit inneren Widerständen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, Einsamkeit und Alkoholismus zu kämpfen. Außerdem lernen wir drei neue Polizisten kennen, die idealistisch in den Beruf starten und schnell durch die Realität desillusioniert werden:

Samantha Park wird öffentlich zur Heldin stilisiert, weil sie einen Tatverdächtigen nicht anschoss (er hatte nur nach seinem Telefon greifen wollen), in Wahrheit aber hatte sie bloß Angst, wie sich später aufs Neue herausstellt.

Eric Wells arbeitet als Bewährungshelfer und muss schnell anerkennen, dass er seinen Schützlingen kaum helfen kann: Als Vorbestrafte kriegen sie keine Jobs und ihnen bleibt kaum etwas anderes übrig, als wieder straffällig zu werden.

Danny Ortega muss mit rassistischen Anfeindungen seiner Kollegen kämpfen, wird aber dabei kaum unterstützt, als er sich wehren will und dreht schließlich völlig durch, indem er sich auf grausamste Weise rächt …

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Gotham Nocturne: Auftakt einer großen Oper

Titel: Detective Comics Vol 1: Gotham Nocturne – Overture

Autor/Zeichner: Ram V, Simon Spurrier/Rafael Albuquerque, Dani

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1062-1065), Hardcover 2023


Bei einem Routine-Einsatz gegen Schmuggler trifft Batman auf den Gangster Bruno Maroni, Neffe von Sal Maroni, dieser aber mutiert, als er sonderbare Töne hört, zu einer Art Monster-Zombie. Da taucht Talia al Ghul auf, erledigt den Gegner und warnt ihren Geliebten, dass „sie“ kommen und er nicht vorbereitet sei. Leider vergisst sie, ihm zu sagen, wer diese Leute sind und wie man sich auf „sie“ vorbereitet.

Also muss Batman mal wieder alles selbst herausfinden. Aber nicht von ungefähr heißt diese Serie Detective Comics! Bruce Wayne fängt an bei sich selbst, ihm geht’s nicht besonders gut, er war schon mal fitter und er merkt allmählich, dass er älter wird. Außerdem wird er heimgesucht vom Fledermausdämon Barbatos, der ihn mit den alten Ängsten und Selbstzweifeln konfrontiert. Dann untersucht er eine sonderbare antike Kiste, die eine unerhörte Melodie spielt.

Arkhams Vorfahren

Parallel dazu tauchen in Gothams die Orghams auf, eine Familie, von der die Arkhams abstammen. Sie beanspruchen das Land, auf dem Gotham City steht, ganz besonders das Gelände mit der Ruine von Arkham Asylum. Sie setzen zunächst den geheilten Harvey Dent wieder als Two-Face ein, damit er für sie die Unterwelt regiert. Doch dann taucht Talias League of Assassins auf, die offenbar eine Rechnung mit den Orghams offen hat …

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Two-Face in Gotham Adventures

Titel: Lucky Day/Never an Option/Choices

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson/Rick Burchett, Tim Levins

Erschienen: 1998, 1999, 2022 (Gotham Adventures #2, 12, 44)


Two-Face hatte in The Animated Series einige sehr dramatische Auftritte, angefangen bei seinem Origin bis hin zu Tim Drake und seiner Rolle als Judge (Richter). In der zweiten Ausgabe von Gotham Adventures tauchte er passenderweise wieder auf. Schauen wir uns zunächst mal das Cover an, denn allein das ist ein Blickfang. Ungewöhnlicher-, aber konsequenterweise ist es schwarzweiß. Es gibt keinen Batman oder ein anderes Mitglied der Bat-Family zu sehen, stattdessen nur Two-Face, sein Gesicht nur angedeutet, im Schatten, im Vordergrund seine riesige Hand, die eine noch riesiger erscheinende Münze wirft, im Hintergrund eine Reihe von Lichtern, die Showbiz ankündigt. Dramatischer geht’s nicht – ein perfektes Cover!

Auf der ersten Seite sieht man klein die andere, versehrte Hand eine Münze werfen, diesmal mit Jin-Jang-Symbol. Das große Bild bringt uns in die Story: Bei der Game-Show Lucky Day tritt ein älterer Mann namens Lester auf, es geht um über zwei Millionen Dollar. Dann taucht Two-Face aus dem Publikum auf und kündigt nicht nur an, das Geld rauben zu wollen, sondern auch Lester bloßzustellen, denn dieser ist sein Vater – mit ihm hat er eine Rechnung offen.

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Batman trifft Tarzan

Titel: Batman/Tarzan: Claws of the Cat-Woman (dt. Die Klauen der Katze)

Autor/Zeichner: Ron Marz/Igor Kordey

Erschienen: 1999 (Miniserie #1-4), Paperback 2000; dt. Dino 1999 (DC Crossover #31-32)


Batman trifft Tarzan? Das klingt erstmal ziemlich bemüht. Ich meine: Okay, wir hatten Batman trifft Aliens, Batman trifft Predator, sogar Batman trifft Hulk – aber Tarzan? Das ist doch wirklich albern. Ein Typ im Lendenschurz aus dem Dschungel, aufgezogen von Affen, abgeguckt beim Dschungelbuch. Doch genau genommen ist Batman auch abgeguckt – darunter bei Tarzan. Bob Kane hat für ein Panel des berühmtem Origins aus Detective Comics #33 (1939) Maß genommen bei einem Tarzan-Comic des legendären Hal Foster, der ein deutlich begabterer Zeichner war.

Original und Kopie: „Tarzan“ von Hal Foster (1938) und Batman von Bob Kane (Detective Comics #33, 1939).

Doch wenn man genau hinschaut, sind da auch Parallelen zwischen den Figuren: Batman und Tarzan haben beide früh ihre Eltern verloren, auch wenn das beim Wolfs- bzw. Affenkind nicht ganz so traumatisch war. Beide sind Aristokraten, die reich geerbt haben. Beide sind Abenteurer für die gute Sache, schwingen sich an Seilen von A nach B, und dann leben beide auf ihre Weise im Dschungel. Okay, das Bild des „Großstadtdschungels“ ist etwas platt und abgedroschen, aber Autor Ron Marz bemüht es trotzdem. Immerhin sind beide Helden in der Pulp Fiction zu Hause, also auf Gemeinplätzen.

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Two-Face an einem schlechten Tag

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day – Two Face

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Javier Fernandez

Erschienen: 2022 (One-shot)


„I hate it when villains aren’t just villains.“ (Batgirl)

Es geht weiter in der Reihe der schlechten Tage nach dem Vorbild von The Killing Joke, nach dem Riddler ist diesmal Two-Face dran. Dieser bekommt zu Beginn eine zweite Chance. Zugegeben: Es ist nicht die erste zweite Chance und Bürgermeister Nakano glaubt nicht an zweite Chancen, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund gibt er dem Mann mit den zwei Hälften, dem Massenmörder mit der gespaltenen Persönlichkeit trotzdem eine und macht ihn wieder zum Bezirksstaatsanwalt – und das obwohl sich Harvey Dent nicht mal das Gesicht wiederherstellen lässt. Aber all das scheint Nakano (der Superschurken eigentlich hasst wie Superhelden) nichts auszumachen, vielleicht weil er (verzeiht den schlechten Scherz) auf einem Auge blind ist …

Wie dem auch sei: Kurz darauf erhält Two-Face einen Drohbrief. Sein Vater, Harvey Dent Senior, soll bei der Feier seines 88. Geburtstags sterben. Harvey Junior bittet Batman um Hilfe, der schaltet seine Batgirls ein, um das Schlimmste zu verhindern. Auch die Polizei beschützt die illustre Gesellschaft, zu der sogar Bruce Wayne eingeladen ist.

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Batman ’89: Schrödingers Two-Face

DC Comics

Titel: Batman ’89

Autor/Zeichner: Sam Hamm/Joe Quinones

Erschienen: 2021-2022 (Batman ’89 #1-6), Hardcover 2022


Alles, was geschieht, hätte auch anders passieren können. In einem Universum wurde Tim Burton nach zwei Batman-Filmen gefeuert und Joel Schumacher durfte das Franchise im Kino zugrunde richten mit Batman Forever und Batman & Robin. Was aber, wenn Drehbuchautor Sam Hamm die Gelegenheit gehabt hätte, einen dritten Batman-Film zu schreiben? Nun durfte er das zumindest im Comic-Format nachholen.

Der Titel „Batman ’89“ führt etwas in die Irre, denn 1989 kam der erste Film heraus, der zweite 1992, also müsste das hier eher „Batman 95“ heißen, aber das wäre wohl zu verwirrend, daher bedient man die Nostalgie des Batmania-Jahres.

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Der zweite Two-Face: Harvey Apollo

Schauspieler Harvey Apollo sagt vor Gericht aus. (DC Comics)

Titel: Half Man – Half Monster

Autor/Zeichner: Bill Finger/Jack Burnley

Erschienen: 1946 (The Sunday Classics #138-146), Hardcover 1990/2007


Drei Jahre nach dem vorläufigen Ende von Harvey Kents Karriere als Two-Face (Detective Comics #80, 1943) taucht auf den Sonntagsseiten der Batman-Zeitungscomics eine neue Variante auf: Harvey Apollo, ein Schauspieler, der als Zeuge vor Gericht gegen den Polizistenmörder Lucky Sheldon aussagt und eine doppelköpfige Münze als Beweismittel identifiziert.

Apollo war in den Comicheften der Rufname des attraktiven Staatsanwalts Harvey Kent. Nun wird er zum Nachnamen eines Theaterdarstellers, der auch den Gerichtssaal als Bühne nutzt – und dann vom Angeklagten Säure ins Gesicht geworfen bekommt. Für einen Schauspieler ist die Entstellung der Gesichtshälfte ein weitaus schlimmeres Schicksal, wenn auch das Resultat dasselbe ist: Harvey wird zum gespaltenen Schurken Two-Face, der die verhängnisvolle Münze über sein Leben entscheiden lässt.

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Two-Face gegen Two-Face

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DC Comics

Titel: Double Image/One out of Two… Isn’t Bad…

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Baikie

Erschienen: 1987 (Detective Comics #580-581), Paperback 2018 (Batman: The Dark Knight Detective Vol. 1)


Ein Mann mit bandagiertem Gesicht erwacht in einem Hotelzimmer und wirkt ganz erstaunt, wie er da hin gekommen ist. Eine Gesichtshälfte ist entstellt, ein geteilter Anzug hängt im Schrank, einen Münzwurf später steht der Entschluss: Na gut, bin ich halt Two-Face …

Und so lässt der nächste Raubzug in der High Society nicht lange auf sich warten, zusammen mit eineiigen Zwillingen als Komplizen. (Wo kriegt man die eigentlich her?) Batman und Robin greifen ein, Two-Face entkommt, man sieht sich wieder in einer Spiegelfabrik – weil Spiegel bekanntlich Doppelgänger erschaffen. Da stellt sich heraus: Dieser Two-Face ist nicht Harvey Dent, sondern ein anderer, aber alter Bekannter: der Schauspieler Paul Sloane, der zweite Two-Face des Golden Age!

Sloane hat einst Harvey Dent in einem Film gespielt, bis ihm in der Gerichtsszene echte Säure ins Gesicht geschüttet wurde und sich die Geschichte wiederholte (Batman #68, 1951). Sein Gesicht wurde wiederhergestellt, doch nun hat Dent es ihm wieder zerstört, weil er ihm sein Glück nicht gönnt.

Mit Säure gegen die Verfassung

Als Batman und die Polizei Sloane mit einem Zug voller Zwei-Dollar-Noten in eine Falle locken, taucht Harvey auf – ebenfalls mit Zwillingen als Handlangern. Er überwältigt die Polizei mit Schallkanonen, schießt Sloane, Batman und Robin mit Betäubungspfeilen bewusstlos und die Münze entscheidet für einen doppelten Tod durch Feuer und Eis: in einem Kühlwaggon mit Zeitbombe. Doppelt hält bekanntlich besser. Entweder die Helden erfrieren in zwei Minuten oder werden in die Luft gejagt. Batman reißt die Leitungen von der Wand und das Trio entkommt.

Nächster Halt: „Noah’s Park“, ein Freizeitpark mit einem Fahrgeschäft, in dem paarweise Tiere das Thema bilden. Two-Face trifft wieder auf Two-Face, doch dank Sloanes Frau verbündet sich Sloane mit Batman und Robin gegen Dent. Der versucht schließlich, die Verfassung der USA zu stehlen, die wird im Jahr 1987 nämlich 200 Jahre alt und in Gotham ausgestellt. Two-Face geht amphibisch vor (was „Doppelleben“ bedeutet), bricht also als Taucher ins Ausstellungsgebäude, und kippt dann Säure auf das wertvolle Dokument. Da wirft Sloane den Silberdollar und schlägt ihm die Säureflasche aus der Hand, um Schlimmeres zu verhindern.

Two-Face geht wieder auf Two-Face los – doch wer ist der echte? Batman entscheidet per Münzwurf: Beiden schnippt er je einen Silberdollar entgegen. Der eine fängt mit links, der andere mit rechts, letzterer kriegt einen rechten Haken verpasst, Sloane eine zweite Gesichts-OP – und eine zweite Chance.

Wie auch schon die anderen Storys von Mike W. Barr aus dem Jahr 1987 ist auch diese eine Over-the-Top Hommage ans Golden Age mit absurden Wendungen, riesigen Requisiten und allen möglichen Wortspielen mit „two“, „double“ etc. Leider kann Zeichner Jim Baikie mit seinem sperrigen Stil aber nicht mit einem wunderbaren Künstler wie Alan Davis mithalten, der die früheren Geschichten elegant illustriert hat.

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