Poison Ivy

Mein erster Superheldencomic: Batman & Superman Adventures #1

Auch wenn Comics Massenmedien sind: Sie sind auch eine persönliche Sache. Jeder hat einen eigenen Bezug zu ihnen, jedes noch so billige Heftchen kann eine tiefere Bedeutung für den Einzelnen haben, einen emotionalen Wert, eine Hintergrundgeschichte, wie man da rankam und unter welchen Umständen man es las. Daher will ich heute mal persönlich werden und erzählen, wie es bei mir begann – mit Batman, mit Superhelden, mit Comics überhaupt.

Es war 1998. Ich war 13 Jahre alt. Ich ging mit ein oder zwei Klassenkameraden nach der Schule in den einzigen Comicladen der Stadt Aachen, mit den klangvollen Namen „Bäng Bäng“ (es gibt ihn immer noch). Keine Ahnung, was genau uns da hingetrieben hat. Einer der Freunde wollte sich, glaube ich, einen Simpsons-Comic kaufen. Ich kam mehr aus Solidarität mit, schaute die Simpsons lieber im Fernsehen, als sie zu lesen.

Die einzigen Comics, die ich kannte, waren Micky Maus und Asterix, aber die hatte ich zuletzt in der Grundschule gelesen. Jetzt interessierte ich mich mehr für „richtige“ Bücher – oder was man mit 13 Jahren so nennt. Doch dann sah ich dieses Cover im Drehregal. Es zeigte einen bunten Haufen Leute, die in einer Gruppe zusammenstanden. Ich kannte nur die drei in der ersten Reihe: Superman, Batman, Wonder Woman. Keine Ahnung, wer die anderen waren, der Typ mit der grünen Maske oder der mit dem grünen Gesicht, im Hintergrund grinste noch der Joker – aber das war’s.

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Poison Ivy bekämpft Greenwashing

DC Comics

Titel: Poison Ivy Vol. 2 Unethical Consumption (dt. Metamorphose 2)

Autorin/Zeichner: G. Willow Wilson/Atagun Ilhan, Marcio Takara

Erschienen: 2023 (Poison Ivy #7-12), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


„We’re so used to getting nothing that we’re willing to sacrifice everything just for a shot at the bare minimum.“ (Pamela Isley)

Poison Ivy fuhr durch die USA, um tödliche Pilzsporen zu verbreiten und die Menschheit auszulöschen. Dann traf sie auf den Floronic Man, tötete ihn und rückte von ihrem Plan ab (siehe Poison Ivy Vol. 1). Dennoch versucht Pamela Isley immer noch, die Welt zu verbessern.  Zum Beispiel, indem sie sich ein Fracking-Unternehmen vornimmt, das Greenwashing betreibt und dabei die Umwelt noch mehr verpestet. Pamela wird von der Chefin mit einer Substanz vergiftet, die sie die Kontrolle über die Pilze verlieren lässt, sodass sie zu mutieren anfängt.

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Batman als Fledermausdämon

DC Comics

Titel: Batman & Demon: A Tragedy

Autor/Zeichner: Alan Grant/ Jim Murray

Erschienen: 2000 (One-shot)


Ein anderes Gotham, mit lauter Spitztürmen, wie aus einem Märchen, doch nachts wird es zum Alptraum, denn da treibt sich ein roter Dämon herum, der Schurken in Tiermasken abschlachtet und aussaugt. Killer Croc, der Unterweltboss, schickt Catwoman los, um ihn auszuschalten. Es kommt zum brutalen Kampf mit Klauen und Blitzen, der Dämon flieht.

Dieser ist – so viel kann verraten werden – Bruce Wayne selbst. Vor 1000 Jahren, als sich Gotham mit Metropolis im Krieg befand, hat der Zauberer Merlin einen Fledermausdämon heraufbeschworen, um die Gegner zu besiegen. Nach der Schlacht weigerte sich der Dämon aber, zurück zu kehren. Also bannte man ihn im Körper von Bruce Wayne. Seitdem lebt er als Untersterblicher, mit falschen Erinnerungen an einen Mord an seinen Eltern, der nie stattgefunden hat, nachts mutiert er zum Dämon, aber weiß nichts davon. Merlin ist übrigens Alfred, der Bruce diese Geschichte erzählt.

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Road-Trip mit Harley Quinn und Poison Ivy

Panini/DC Comics

Titel: Harley Quinn and Poison Ivy

Autorin/Zeichnerin: Jody Hauser/Adriana Melo

Erschienen: 2019-2020 (Miniserie #1-6), Hardcover 2020; dt. Panini 2020


„Wenn die Welt schon kaputt ist, macht’s dann noch Spaß, sie noch kaputter zu machen?“ (Harley Quinn)

Poison Ivy hat gerade einmal kurz die Welt beherrscht, wurde getötet und hat sich davon wieder erholt (Heroes in Crisis). Harley Quinn mietet ein Haus für sie beide, um mal ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich wieder zu sammeln, denn Ivy hat es schwer, die Form zu wahren. Harley schlägt vor, zur Abwechslung mal keine Schurkinnen, sondern Heldinnen zu spielen. Doch das Glück währt nur kurz, denn da taucht wieder Jason Woodrue, der Floronic Man auf und will Ivy für seine eigenen Weltherrschaftspläne. Die beiden wehren ihn ab und fliehen – es beginnt ein wilder Road Trip.

Um Ivy zu helfen, suchen sie zunächst den Mad Hatter auf, doch der hat leider statt Hilfe nur Böses im Sinn. Und so schlägt man sich weiter durch, nächste Station: ein Dino-Freizeitpark mit einer seltsamen neuen Schurkin, dann geht’s auch schon zum Showdown nach New York und kommt Batwoman vorbei …

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Poison Ivys psychedelischer Pilztrip

DC Comics

Titel: Poison Ivy Vol. 1: The Virtuous Cycle (dt. Metamorphose)

Autorin/Zeichner: G. Willow Wilson/Marcio Takara

Erschienen: 2022-2023 (Poison Ivy #1-6), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


„When the heroes won’t act it’s the villains who must save us.“

Ich weiß ja nicht, was euch hierhergeführt hat, aber falls ihr leichten Comic-Eskapismus sucht, dann muss ich euch enttäuschen. Nein, auch auf dieser Seite wird euch die bittere Medizin verabreicht, die ihr auch sonst überall bekommt: Die Welt geht unter. Oder wenigstens steht sie kurz davor. Jedenfalls die Welt, wie wir sie kennen und lebenswert finden. Und wir Menschen sind Schuld daran. Höchstens 20 Jahre haben wir noch …

Aber bitte keine Beschwerden, ich bin nur der Bote! Genaugenommen schreibe ich nur auf, was Pamela Isley alias Poison Ivy denkt. Die hat die Schnauze voll von uns Menschen und will sie mal wieder, aber diesmal richtig auslöschen. Mit giftigen Pilzsporen, die sie halluzinieren lassen. Die trägt sie quer durch die USA und steckt damit Leute an, in der Hoffnung, dass bald alle dran glauben müssen, bevor es die Flora und Fauna tun.

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Poison Ivy erntet Kinder

DC Comics

Titel: Poison Ivy: Cycle of Life and Death (dt. Kreislauf von Leben und Tod)

Autorin/Zeichner: Amy Chu/Clay Mann

Erschienen: 2016 (Miniserie #1-6), Paperback 2016; dt. Panini 2016


Ich weiß nicht, wie und warum, aber Pamela Isley hat eine zweite Chance bekommen. Nun arbeitet sie im Botanischen Garten von Gotham und erforscht, wie Pflanzenzellen mit menschlichen kombiniert werden können. Ihre Rolle als Poison Ivy hat sie hinter sich gelassen und seltsamerweise scheint niemand von ihrer Vorgeschichte als Verbrecherin zu wissen. Pamela hat aber nicht unbedingt das Gemeinwohl im Sinne, sondern ihr eigenes: Sie will eigene Kinder zeugen, aber ohne Mann. Als Pflanzen-Mensch-Hybride. Das gelingt auch sofort. Sie erntet sie einfach aus einer riesigen Pflanze und dann wachsen sie innerhalb von Monaten zu Erwachsenen heran. Leider sterben währenddessen Kollegen in ihrem Labor – vergiftet, aber Pamela ist diesmal unschuldig.

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Poison Ivy in Batman: The Animated Series

In der großartigen Batman-Zeichentrickserie der 90er ist Poison Ivy wie auch Catwoman vor allem eine Umweltaktivistin. Wir erfahren nicht, wie sie entstanden ist, wir wissen nur, dass sie Botanikerin ist. Aber woher ihr starkes Immunsystem kommt, wird nie erklärt. Die Autoren haben sich dazu entschieden, die Figur als Geheimnis einzuführen.

Pamela Isley ist zunächst die Geliebte von Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (bevor er Two-Face wird). Er ist ihr total verfallen, will sie heiraten, obwohl er sie kaum kennt. Dann wird er vor den Augen von Bruce Wayne ohnmächtig und landet im Krankenhaus – wegen einer Vergiftung. Poison Ivy will sich an ihm rächen, weil er beim Spatenstich für ein neues Gefängnis dabei war und weil beim Bau später eine vom aussterben bedrohte Rosenart vernichtet wurde.

Vielleicht hätte Ivy etwas subtiler dabei vorgehen können, denn die Verantwortliche ist schnell gefunden, Batman spürt Ivy in einem Gewächshaus auf, das mit einer Falltür versehen ist und in dem eine riesige fleischfressende Pflanze ihre Tentakel ausfährt. Zum Schluss gelingt es ihm, der Schurkin ein Gegenmittel abzuluchsen und sie in den Knast zu bringen, den sie so sehr hasst …

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Poison Ivy in Schwarz-Grün

DC Comics

In The New 52 hat DC seinem Universum einen Reboot verpasst. Alles neu, alles anders, alles Frühere zählte nicht mehr. Na ja, fast. Bei Batman war eigentlich fast alles gleich geblieben. Und was angeblich ausgelöscht war, kam dann früher oder später doch wieder. Also alles wie immer.

Bei Poison Ivy war dann doch einiges anders: Die grüne Hautfarbe verschwand, sie bekam ein neues Kostüm, einen schwarzen Ganzkörperanzug (ohne Ausschnitt!), der zur Hälfte mit grünem Gewächs überzogen war. In „The Green Kingdom“ (Detective Comics #23.1, 2013) wurde der Origin (wieder) umgeschrieben: Pamela Isley wurde nicht von einem gewissenlosen Wissenschaftler (Mann) namens Jason Woodrue geschaffen, sondern arbeitete früher für Bruce Wayne und fiel mit einem unmoralischen Angebot unangenehm auf (sie wollte Pheromone einsetze, um Menschen zu manipulieren) und wurde daraufhin vom Chef persönlich gefeuert. Ihre Forschungsergebnisse musste sie dalassen, auch wenn Wayne damit nichts anfangen wollte. Dann stieß sie ein paar Reagenzgläser um und die Chemikalien machten sie immun gegen allerlei Krankheitserreger und ließ sie mit Pflanzen kommunizieren.

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Poison Ivy trocknet aus

DC Comics

Titel: (ohne Titel)

Autor/Zeichner: Guillem March, Marc Andreyko

Erschienen: 2010 (Gotham City Sirens #8), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Da liest und schreibt man wochen- gar monatelang über Poison Ivy und verliert kein Wort über ihren auffälligsten Wandel: ihre Hautfarbe. Die ist nämlich mittlerweile grün wie She-Hulk. Wann ist das passiert? Auffällig wurde es jedenfalls spätestens in „Human Nature“ (Gotham Knights #61-65, 2005). Die Farbe zeigt: Ivy wird immer mehr selbst zur Pflanze.

In der Serie Gotham City Sirens wird sie (unfreiwillig) Teil eines Teams mit Harley Quinn und Catwoman. Nachdem einige Umweltzerstörer ermordet aufgefunden werden und der Modus Operandi zu unserer grünen Schurkin passt, beteuert sie ihre Unschuld und will herausfinden, wer in ihrem Namen tötet.

Sie lässt sich in Robinson Park von der Polizei verhaften, Gordon verhört sie, glaubt aber an ihre Unschuld – ein guter Cop spürt so was und das Gefühl hat immer Recht. Doch kaum wird sie freigelassen, knüppelt sie ein Unbekannter nieder und sperrt sie für Wochen im Dunkeln ein. Ohne Licht und Wasser geht Ivy wie eine Pflanze. In der Zwischenzeit ermitteln Catwoman und Harley und geraten dabei in Gefahr.

Der Täter, der Ivy gefangen hält, stellt sich als Cop heraus, der sich für den Mord an seinem Bruder rächen will. Der Mörder ist aber ein alter Ivy-Fan, der ihr einen Gefallen tun wollte. Ivy ist nicht erfreut. Sobald sie ihre grüne Farbe dank eines Wasserbades wieder hat, revanchiert sie sich tödlich.

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Poison Ivy entblättert sich

Joker’s Asylum: Poison Ivy #1

DC Comics

Titel: Deflowered

Autor/Zeichner: Guillem March

Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum: Poison Ivy #1), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Poison Ivy tötet drei Immobilienentwickler, die einen Wald roden ließen. Einem schickt sie eine Pflanze, die ihn mit Dornen ersticht. Einen anderen lässt sie von Pflanzen im Wald eines Golfplatzes erwürgen. Um den dritten kümmert sie sich selbst: Sie verkleidet sich als Prostituierte, lässt sich zu ihm nach Hause bringen und bearbeitet ihn mit einem Beil. Batman greift zwar ein, kommt aber zu spät – er hat sich von Ivys Pflanzenavatar täuschen und ablenken lassen.

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