Deadman

Der Rat der Eulen im Animated Universe

DC Comics

Titel: Batman: The Adventures Continue Season Two

Autor/Zeichner: Alan Burnett, Paul Dini/Ty Templeton, Rick Burchett u.a.

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-7), Paperback 2023


Bürgermeister Hamilton Hill fällt einen Attentat zum Opfer. Batman verbündet sich mit Deadman, um der Sache nachzugehen. Hinter dem Mord steckt der Rat der Eulen – der damit ins Animated-Universe einzieht. Wer jetzt aufgeregt ist, der sollte sich nicht zu früh freuen: Die Story ist hier nicht annähernd so spektakulär wie in Scott Snyders und Greg Capullos Storyline von 2011. Es ist eher eine Sparversion, gequetscht in zwei Ausgaben und pro Seite je zwei (ursprünglich digitale) Halbseiten: kaum Spielraum, keine Splash Pages – die Zeichnungen kommen da kaum zur Geltung. Würde da nicht Boston Brand ständig lustige Sprüche klopfen, wäre es kaum der Rede wert.

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Batman und Deadman in Machu Picchu

DC Comics

Titel: The Deadman Connection (Sweat of the Sun, Tears of the Moon/Cult of the Mummy/The Spirit Thieves)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1996 (Batman #530-532), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1)


Deadman war bisher nur ein Geist, der die Gestalt eines Zirkusartisten hatte, sein weißes Totengesicht war bloß Schminke. Doch Kelley Jones, der Meister des Horrors, hat ihn zu einem wahren Gerippe gemacht, bei dem die Knochen herausragen und der trotzdem muskulös erscheint. Allein diese ins Extrem getriebene Darstellung macht diese Begegnung zu einem Highlight.

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Batman und Deadman in The Brave and the Bold

The Brave and the Bold #79/86

DC Comics

Deadman hatte seinen ersten Auftritt in Strange Adventures #205 (1967). Der Trapezkünstler Boston Brand wird ermordet und bekommt vom Hindu-Gott Rama Kushna als Geist die Chance, sich zu rächen. Die Story von Arnold Drake und Carmine Infantino schrieb auch deswegen Geschichte, weil es darin um Drogen ging und das Thema erstmals von der Comics Code Authority (einer Selbstzensurbehörde der Verlage) autorisiert wurde.

Nach dieser Story übernahmen Jack Miller und Neal Adams die Figur Deadman, mit großem Erfolg. Bald darauf erschien das erste Team-Up mit Batman, in The Brave and the Bold #79 (1968), ebenfalls gezeichnet von Adams. Es ist ein ungewöhnliches Team, wenn Batman seinen Partner weder sehen noch direkt mit ihm sprechen kann. Es geht nur über Umwege und Deadmans einzige Fähigkeit ist es, sich fremder Körper zu bemächtigen – wobei ihm niemals einfällt, direkt in den Körper der Hauptschurken zu steigen. Das wär ja zu einfach …

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Besessen von bösen Geistern

Titel: Batman/Deadman: Death and Glory (dt. Tod und Ehre)

Autor/Zeichner: James Robinson/John Estes

Erschienen: 1996 (One-shot), dt. Panini 2002 (DC Premium #13)


Batman jagt den Joker. Showdown auf einer Turmuhr. Der Joker stürzt in die Tiefe, Batman fängt ihn mit seinem Seil auf, doch der Joker spritzt Säure auf das Seil – da steht Batman plötzlich in einem Restaurant und hält einer Frau ein Messer an den Hals, um ihn herum liegen Leichen in Blutlachen, ein SWAT-Kommando umstellt ihn mit Waffen. Batman ein Massenmörder? Was ist denn hier los? Das fragt sich Batman auch. Er flieht in die Batcave, dann beschwört er (mit Hilfe von Felix Faust) einen Geist herauf, der ihm alles erklären soll: Boston Brand alias Deadman.

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DC-Event im Sommer: „Knight Terrors“

Im Juli und August 2023 zeigt uns DC Schreckensvisionen unserer Lieblingshelden. In Knight Terrors finden Batman, Superman und Wonder Woman zunächst in der Hall of Justice die Leiche eines ihrer frühesten Gegner, die Ermittlung führt sogar über das Totenreich hinaus bis zu einem neuen Schurken namens Insomnia. Dieser bringt jeden Helden und Schurken in seine düstersten Albträume. Der Einzige, der die Welt noch retten kann, ist Deadman (Boston Brand).

Im Grunde kennt man das Prinzip bereits aus zahlreichen anderen Variationen, in denen Helden in Traumwelten gefangen sind (z.B. Superman: For the Man Who Has Everything oder Batman in „Identity Crisis“ oder „Perchance to Dream„) oder in denen sie auf ihre bösen Zerrbilder treffen (z.B. in Dark Nights: Metal) – auch zahlreiche Elseworlds-Szenarien (z.B. Red Son) spielen damit.

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Neal Adams zerstört Batman

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DC Comics

Titel: Batman vs. Ra’s al Ghul

Autor/Zeichner: Neal Adams

Erschienen: 2019-2021 (Miniserie #1-6), Hardcover 2021


„What … the living hell is this?!“ (Deadman)

Zugegeben: Ich war skeptisch, als DC verkündete, dass Neal Adams noch eine Batman-Miniserie macht. Als Zeichner ist er eine Legende der 60er- und 70er-Jahre, als Autor hat er spät so ein Machwerk wie Batman: Odyssey verbrochen, das ich immer noch nicht verdaut habe. Nun kehrt er zu Ra’s al Ghul zurück, dem Schurken, den er 1971 mit Dennis O’Neil geschaffen hat. Doch leider ist das so geworden wie befürchtet.

Worum geht’s? Tja, allein das ist nicht leicht zu beantworten. Batman vs Ra’s al Ghul spielt in einem eigenen Universum mit einigen bekannten Versatzstücken: Einerseits wird Bezug genommen auf die Zerstörung Gothams in Cataclysm (Das Beben) und No Man’s Land (Niemandsland), andererseits gibt es einen Damian Wayne, was viel später spielt. Dann ist Commissioner Gordon aus irgendeinem Grund in Japan als Energieberater tätig und Ra’s al Ghul wird Professor (für was?) genannt und darf unbescholten Atomkraftwerke errichten, nur um sich am Ende davon zu distanzieren und für Wasserstoff zu werben.

Batman trifft Deadman (wieder)

Wie bitte? All das wird nie erklärt. Doch kommen wir zur Geschichte. Kurz gesagt: Terroristen greifen ein Kraftwerk an, Batman vereitelt das und wird dabei getötet. Doch dann stellt sich heraus, dass Bruce Wayne weiterlebt, sich aber nicht mehr an sein Dasein als Batman erinnern kann (genauso wenig wie Damian) und Geschäfte mit Ra’s macht. Parallel dazu lebt Batman weiter, allerdings in einer anderen Dimension, wo er mit Deadman unterwegs ist (schon wieder) und buchstäblich zum Dämon mutiert – aber nicht, dass das irgendwelche Konsequenzen hätte.

Außerdem findet noch eine Batman-Olympiade statt, in der Nacheiferer aus aller Welt zusammenkommen. Und es gibt Dinos, Monster, Trolle und Etrigan. Und Man-Bat mit She-Bat. Und Matches Malone. Und für alle, die es interessiert: Boston Brand alias Deadman hat einen Bruder usw.

Adams hat seine besten Jahre hinter sich

So spricht es dem Leser aus der Seele, wenn sich Deadman an den Kopf greift und fragt, was zur Hölle hier eigentlich los ist, bzw. was sich Neal Adams dabei gedacht hat. Offenbar nimmt er sich selbst nicht ganz ernst, denn er lässt Robin fragen: „Doesn’t this feel kinda like a Batman/Robin cartoon?“ Ja, auch das tut es. Manche Sequenz ist so lächerlich, dass man es als Selbstironie verstehen könnte – wäre da nicht so viel Ernst dabei und wären die Dialoge nicht so grenzdebil geschrieben. Damit liefert Adams genauso ein unsägliches Werk wie Odyssey ab, über das sich nichts Gutes sagen lässt. Mit Ra’s al Ghul hat das alles nur wenig zu tun.

Normalerweise kommt jetzt der Part, in dem ich sage: Aber die Optik! Doch auch hier muss man wieder feststellen, dass der Zeichner seine besten Jahre längst hinter sich hat. Nicht nur seinen Figuren mangelt es an Ausdruck, auch seine Layouts wirken aus der Zeit gefallen bis stümperhaft. Wer einen Pfeil braucht, um zu zeigen, wie man die Panels lesen soll, hat etwas falsch gemacht. Und wenn Adams keine Lust hatte, Hintergründe zu zeichnen (etwa einen steinigen Weg), hat er verfremdete Fotos eingesetzt. Das wirkt furchtbar lieblos und billig.

Keine Frage: Adams hat seinen festen Platz in Batmans Geschichte. Aber der Name allein sollte nicht mehr dazu reichen, ihn weitere Comics schreiben zu lassen.

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Neal Adams auf Irrfahrt

batman odyssey

DC Comics

Titel: Batman: Odyssey (dt. Odyssee)

Autor/Zeichner: Neal Adams

Erschienen: 2010-2012 (Batman Odyssey Vol. 1 #1-6, Vol. 2 #1-7) Paperback 2012; dt. Panini 2011-2012 (DC Premium #76/80), Eaglemoss 2016 (2 Bde.)


„You’re acting very mysterious … and weird.“ (Robin)

Batman erzählt Robin eine Geschichte und weiht ihn in ein Geheimnis ein: Am Anfang seiner Karriere hat er noch Pistolen benutzt. Nicht, um zu töten, sondern nur zur Selbstverteidigung. Oder um Leute zu erschrecken, wenn es nötig war. Aber als er auf einem fahrenden Zug einem Terroristen gegenüberstand, der viele Menschen töten wollte, wollte er ihn tatsächlich umbringen – fürs Gemeinwohl. Aber dann kam ihm jemand dazwischen …

Jahre später scheint sich Batman auch nicht viel weiter entwickelt zu haben. Als ein falscher Riddler unabsichtlich ein Mädchen erschießt, rastet Batman aus und will ihn umbringen – und das obwohl sein Batarang die Waffe in die falsche Richtung gelenkt hat. James Gordon versucht ihn davon abzuhalten, aber dann erweist sich das Mädchen doch nicht als tot.

Man-Bat, Ra’s al Ghul und Joker

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Denn in Neal Adams‘ Odyssey passiert so viel, dass man nur schwer folgen kann. Da gibt es einen Man-Bat in der Bathöhle, der offenbar süchtig nach seinem Serum ist, ein falscher Riddler versucht, Dinosaurier-Modelle von Ra’s al Ghul zu stehlen, Talia erscheint und behauptet, Bruce schon als Kind gekannt zu haben, weil Ra’s al Ghul ein Geschäftspartner von Thomas Wayne gewesen sein soll, Ubu wird zu Man-Bat. Ein Neandertaler im Batman-Kostüm taucht aus dem Nichts auf, nur um daraufhin ohne Erklärung wieder zu verschwinden, kurz danach erscheint auch Aquaman und lässt Ubu von einem großen Manta-Rochen töten, dann doch nicht … Der Joker läuft (zusammen mit Doppelgängern?) Amok in einem Museum, wird von Deadman in Besitz genommen und besucht mit Batman Arkham, wo er auf die gesamte Rogues Gallery und den Sensei trifft – und das ist nur die erste Hälfte.

Chaotische Handlung

Was zum Teufel ist hier los? Und vor allem: Was ist mit Batman los? Der benimmt sich, wenn er nicht gerade wild um sich ballert oder jemanden umbringen will, wie ein Idiot. Immer wieder fällt er mit seiner allzu flapsigen Sprache aus der Rolle: Robin nennt er „boy blunder“, sein fliegendes Batmobil hält er für „James Bond cubed“, zu Alfred sagt er „Go to hell, you freak“, immer wieder beschimpft er andere als „jerk“ oder „stupid idiot“, ohne um Tautologien verlegen zu sein. Wenn er die Nerven verliert, wiederholt er sich wie ein Kind: „I hate hate hate the breath in your lungs …“ In der Rahmenhandlung erweist er sich als sehr geschwätzig, viele Sprechblasen sind zum Beispiel seinem Kaffee gewidmet.

Es ist nicht klar, was Neal Adams mit seinem Batman will. Soll das eine Parodie sein oder eine Hommage an Adam West? Versucht er sich daran, Batman zu dekonstruieren, wie es Frank Miller immer wieder getan hat? Tatsächlich erinnert diese Geschichte an die umstrittene Serie All-Star Batman and Robin, the Boy-Wonder von Miller und Jim Lee. Auch darin spricht und handelt Batman nicht so, wie man es von ihm kennt – ganz im Gegenteil, aber das hat System. Hier aber soll manches wohl witzig sein, anderes ist unfreiwillig komisch. Die Story kränkelt daran, dass sich die Ereignisse überstürzen und man sich zu lange fragen muss: Was soll das Ganze? Die Handlung wirkt chaotisch, die Motivation der Figuren schwer nachvollziehbar. Auch als Ra’s al Ghul mittendrin alles erklärt, wird es nicht viel klarer und die Geschichte verliert sich in einem Kampf mit Neandertalern und Dinos im Erdinnern.

Schwache Zeichnungen

Neal Adams ist ein ziemlich unbeholfener und undisziplinierter Autor. Weder Dramaturgie noch Dialoge überzeugen. Ein weiteres Problem ist, dass er zu viele Figuren und Nebenhandlungen in diese Geschichte packt. Gerade das Erdinnere hat es ihm angetan, selbst ägyptische Götter haben bei ihm dort Zuflucht gefunden. Doch auch als Zeichner hat Adams schon bessere Tage gesehen, hier sind die Gesichter manchmal so überzeichnet, dass sie wie Karikaturen wirken, andere sogar entstellt.

Es gibt nur wenige gute Batman-Comics, viele sind Durchschnitt, die schlechten sind meist einfach nur langweilig. Aber Batman Odyssey ist einfach nur schwer erträglich. Eine Zumutung auf über 330 Seiten. Vor diesem Hintergrund besteht für Neal Adams nächste Mini-Serie, Batman vs. Ra’s al Ghul, kein Grund zur Vorfreude.

>> Batman 2000-2011
>> Batman 2011-2019

Detective Comics #500 (1981)

DC Comics

Titel: To Kill A Legend/Once Upon A Time/What Happens When A Batman Dies?

Autor/Zeichner: Alan Brennert, Len Wein, Cary Bates/Dick Giordano, Walter Simonson, Tom Yeates, Carmine Infantino

Erschienen: 1981 (Detective Comics #500), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino, Tales of the Batman: Len Wein), 2016 (Tales of the Batman: Alan Brennert), 2018 (Detective Comics: 80 Years of Batman)


Zu Batmans 42. Geburtstag erschien Detective Comics #500, eine 82-seitige Jubiläumsausgabe mit vier Batman-Storys, darunter eine in guter alter Groschenroman-Prosa, sowie Geschichten mit Slam Bradley, Elongated Man und Hawkman. Aus heutiger Sicht, da Detective Comics #1000 erschienen ist, kann das Heft als etwas wie Batmans Halbzeitshow gelten.

In Alan Brennerts Story „To Kill A Legend“ schickt der Phantom Stranger Batman und Robin auf eine Parallelwelt, um den Mord an Thomas und Martha Wayne zu verhindern. Wir erfahren, dass sich dieser Mord zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten wiederholt. Während sich für Batman die Chance bietet, seine Eltern zu retten, hat Robin Skrupel.

Denn Klein-Bruce ist ein verzogenes Balg (Thomas Wayne ist kurz davor, ihn zu schlagen) und Robin fragt sich, ob man nicht aus pädagogischen Gründen dafür sorgen sollte, dass er seine Eltern sterben sieht. Außerdem versagt man dieser Welt ihren einzigen Helden – denn sie kennt weder Helden in der Literatur noch im wahren Leben. Trotzdem: „No one should be angry all his life“, sagt Batman. Also jagt der Joe Chill, um ihn von seinem Attentat abzuhalten.

Am Ende kommt es anders als gedacht. Der Mörder ist ein anderer, der Mord wird verhindert, aber Bruce ist trotzdem so beeindruckt von der Heldentat, dass er Detektivbücher liest und trainiert, um der nächste (bzw. erste) Batman zu werden. Diese optimistische Wendung zeigt, dass es nicht imm Tragödien braucht, um Helden zu gebären, sondern dass Batman auch mit gutem Beispiel vorangehen kann.

DC Comics

In „What Happens When A Batman Dies?“ von Cary Bates und Carmine Infantino sehen wir einen Batman am Ende. Zunächst ist er verbittert, dass sein Kampf gegen das Verbrechen nie genügt, um wirklich dauerhaft Gutes zu schaffen. Batman empfindet seine Mühe als vergeblich. Dann wird er von einem Kampfhund angefallen, der ihn mit einem Gift beinahe tötet. Während ein Arzt im Krankenhaus um Batmans Leben kämpft, trifft Batman auf Deadman.

Wieder spricht der Fatalist: „… the fight for life just wasn’t worth the ordeal!“ Erst seine Eltern können ihm zeigen, dass er bereits viele Leben gerettet hat und dass es für ihn noch viel zu tun gibt. Das alles mag schön und gut sein, aber leider geht die Geschichte noch weiter. Deadman ergreift Besitz von Robin, der Batman eine Ladung Adrenalin ins Herz jagt, daraufhin ergreift Deadman Besitz von Batman und lässt ihn aus dem Fenster springen, um dann seinen Mörder und ein Gegengift zu finden.

Auch wenn die Zeit angeblich knapp ist, weil Batman kurz vor dem Hirntod steht, bleibt dennoch genau so viel, wie nötig ist, um den Fall nach Detektiv-Manier zu lösen, einen weiteren Hundeangriff abzuwehren und den Mörder zu überwältigen. Das Unglaubwürdigste an der Geschichte ist aber, dass niemand in der Notaufnahme daran denkt, Batman die Maske abzunehmen oder ihn aus dem Kostüm zu holen.

Zeichner Carmine Infantino, der Batman in den 60ern zu einem neuen Look verholfen hat, hat hier leider den Höhepunkt seiner Kunst überschritten. Die Zeichnungen wirken unbeholfen und sperrig, bei den Hunden versagt die Anatomie völlig.

Die visuell interessanteste, weil düstere Geschichte ist der Zweiseiter „One Upon A Time“ von Len Wein und Walter Simonson. Batman verhindert einen Raubüberfall, Dialog gibt es keinen. Aber die Bilder sprechen für sich und zeigen einen schaurigen Dunklen Ritter in Aktion.

Hinweis: Detective Comics #500 gibt es digital bei Comixology. Die drei Batman-Comics sind einzeln in den oben genannten Bänden enthalten.

>> Batman 1980-1989

Verloren in der Zauberwelt

Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

„Wo bin ich bloß hier reingeraten?“ Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

Titel: Justice League Dark

Drehbuch/Story: Ernie Altbacker, J.M. DeMatteis

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


„The criminally insane don’t need magic as a excuse.“ (Batman)

Auf der ganzen Welt begehen Menschen Morde, weil sie glauben, von Dämonen verfolgt zu werden. Die Justice League sieht sich außerstande, etwas dagegen zu unternehmen, weil sie gegen Magie machtlos ist. Also zieht Batman los und bringt eine neue Band von Freaks zusammen, die sich mit diesem Zeug auskennen: Constantine, Zatanna, Deadman, Etrigan, Swamp Thing – kurz: die Justice League Dark.

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Der Rest der Story ist das Übliche mystische Herumgedöns. Kämpfe zwischen Zauberern und gehörnten Monstern, ein austauschbarer Endgegner. Aus irgendeinem Grund wirken solche Geschichten immer noch ein bisschen willkürlicher als normale Superheldenstorys. Ob jetzt der eine Zauberspruch wirkt und der andere nicht, welches Artifakt was kann – das ist eigentlich ziemlich beliebig. Aber trotzdem macht der Film Spaß: Die Action ist ziemlich rasant inszeniert, die Figuren dynamisch animiert und der Humor von Constantine und Deadman lockert das Ganze auf; die Pointen zünden meist, wenn auch zum Teil bloß auf Kalauer-Niveau. Und dann ist da noch Batman.

Steht verloren da: Batman. (Warner Bros.)

Steht meist verloren in der Gegend herum: Batman. (Warner Bros.)

Batman hat hier eigentlich nicht viel zu tun. Er ist ziemlich überflüssig. Hin und wieder wirft er mal ein paar explodierende Batarangs und schießt seinen Haken ab, aber sonst steht er nur verloren in der Gegend rum und grunzt, wenn ihm was nicht passt. Mit einem Wort: man merkt, er gehört nicht in die Justice League Dark, aber um diesen Film besser zu pushen, hat man ihn sozusagen als Testimonial eingesetzt. Und, na ja, der Dark Knight passt zumindest vom Namen her gut hinein – auch wenn er mit Magie (zum Glück) selten was am Hut hat. Denn:

„Not everything requires magic.“