Snyder Cut oder der Mythos der Urfassung

Geborgen aus den Trümmern wie ein Heiliger Gral: Zack Snyders Fassung von „Justice League“. (Warner Bros.)

Am 18. März 2021 bekommt unglückselige Justice League-Film noch eine Chance als Zack Snyder’s Justice League beim Streamingdienst HBO Max. Ein in diesem Ausmaß bisher einmaliger Vorgang. Nachdem Fans jahrelang die sozialen Medien mit ihrem #ReleaseTheSnyderCut herumgenervt haben, hat Warner Bros. das Gejammer erhört und viel Geld hineingesteckt, dass der Regisseur seinen Film so beenden kann, wie er es angeblich schon immer wollte. Dafür gab es sogar Nachdrehs (unter anderem mit Jared Leto als Joker, der in der Urfassung aber gar nicht vorgesehen war). Das Ergebnis soll vier Stunden lang sein und auf jeden Fall etwas ganz anderes, heißt es – und alle hoffen, dass anders auch besser bedeutet.

Jared Leto als Joker in Justice League

Jared Leto als Joker in Justice League (Warner Bros.)

Wobei das für Snyder-Fans bereits eine ausgemachte Sache zu sein scheint. Denn von Anfang an wurde der Mythos beschworen, dass nur die ursprüngliche Fassung die einzig wahre sein kann. Dass Joss Whedon das Projekt kurz vor seiner Fertigstellung übernahm und einen ganz anderen Film daraus machte (er schrieb das Drehbuch um, es gab viele Nachdrehs, angeblich wurden nur ein geringer Teil von Snyders Material verwendet), wird als Ursache dafür gesehen, dass das Ergebnis weder Kritiker noch Fans noch die breite Masse der Kinogänger überzeugte. Justie League war ein sehr teurer Flop.

Wenn man noch den persönlichen Schicksalsschlag von Snyder hinzunimmt (seine Tochter hat sich umgebracht, der Grund für seinen Ausstieg) und die Tatsache, dass Joss Whedon sich während der Dreharbeiten bei den Darstellern nicht gerade beliebt gemacht hat (derzeit wird ihm sogar von Buffy-Darstellern Machtmissbrauch vorgworfen), ist die Geschichte hinter dem Film bereits spannender als der Film selbst. So dürfte das pathetische Halleluja des Teasers den vielen Fans aus der Seele sprechen.

Macht der Snyder-Cut Schule?

Der Hype um den „Snyder Cut“ griff so sehr um sich, dass im vergangenen Jahr auch von einem David Ayer-Cut für den miesen Suicide Squad die Rede war. Und zum Totalflop Fantastic Four wurde Josh Trank nach einem „Trank-Cut“ gefragt, aber der hat ihm eine Absage erteilt. Manches kann eben nicht mehr gerettet werden.

Was kommt als nächstes? Der Schumacher-Cut von Batman and Robin, der die wahre künstlerische Vision hervorbringt und beweist, wie unterschätzt dieses filmische Juwel ist? Hoffentlich nicht.

Dabei gibt es viele Beispiele in der Filmgeschichte, in der ein „Director’s“ oder „Extended Cut“ den Film besser gemacht haben, weil die Urfassung von Produzenten und Studios verstümmelt wurden – oder einfach nur um das Sitzfleisch der Kinogänger zu schonen. Am bekanntesten ist wohl Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie, die (meiner bescheidenen Meinung nach) eigentlich erst in der Extended Edition ihre volle Pracht entfaltet und sogar einiges zur Story beiträgt (z.B. Sarumans Tod). Sein Hobbit war aber auch schon in der Kinofassung zu lang. Trotzdem gab es auch für diese Trilogie eine Langfassung auf Blu-ray.

Immer wieder neue Versionen

Ein ganz eigenes Kapitel ist der George-Lucas-Cut von Star Wars. Oder eigentlich vielmehr „Cuts“, denn der Schöpfer hat seine sechs Filme (vor allem die Episoden IV-VI) so oft umgeschnitten, mit neuen Spezialeffekten versehen und neu vertont, dass man über die Versionen kaum noch den Überblick behalten kann und eigentlich kaum jemand mehr weiß, wie die Filme ursprünglich aussahen. Für jede VHS, DVD, Blu-ray und sogar Disney+-Version gibt es eine neue Fassung. Der „Lucas-Cut“ ist also immer der jeweils aktuellste. Dabei macht er sich bei den Puristen unter den Fans unbeliebt, die am liebsten endlich die allerersten Kinoversionen sehen würden: #HanShotFirst. Aber Lucas ist offenbar ein Anhänger der Idee, dass ein Kunstwerk nie fertig ist.

Auch Francis Ford Coppola hat seinen Apocalypse Now mehrfach umgeschnitten. Nach einer ultralangen „Redux“-Version, kam 2017 ein „Final Cut“ heraus, aus der wiederum 20 Minuten der Redux-Fassung geschnitten waren. „Kill your darlings“, heißt es immer, aber welche Lieblinge man opfern muss, das ist gar nicht so leicht zu entscheiden und man kann es sich alle paar Jahre anders überlegen.

Romantische Idee: Der Künstler weiß es am besten

Der Mythos „Snyder Cut“ geht auf die romantische Vorstellung zurück, dass das Ursprüngliche das Beste ist (das Pendant zum naturalistischen Fehlschluss) und es auch immer am besten ist, wenn man den Künstler seine „Vision“ verwirklichen lässt. Ein Beispiel dafür ist Citizen Kane, bei dem Orson Welles machen durfte, was er wollte. Dabei wird oft außer Acht gelassen, dass Filme Teamarbeit sind. Bei Orson Welles hatten auch Co-Autor Herman J. Mankiewicz und Kameramann Gregg Toland einen großen Anteil an dem Resultat.

Häufig sind Filme auch bloß Produkte des Zufalls, also mal günstiger und mal ungünstiger Bedingungen. Von Easy Rider zum Beispiel ist eine Filmrolle ruiniert worden, weil sie vor der Entwicklung Licht ausgesetzt wurde. Später wurde (ohne Regisseur Dennis Hopper) eine Rohversion von (mindestens) vier Stunden runtergeschnitten auf knackige 95 Minuten. Hopper war zunächst nicht erfreut darüber, akzeptierte aber die Form und der Film wurde zum Klassiker.

Vier Stunden – so lang sind auch die Rohversionen von David Lynchs Filmen, wie er selbst in seiner Autobiographie behauptet. Zum Beispiel Dune. Ursprünglich wollte Lynch einen Drei-Stunden-Film daraus machen, wurde dann aber auf 136 Minuten runtergehandelt. Als dann später eine Drei-Stunden-Version im Fernsehen erschien, die ohne Lynch entstanden war, distanzierte er sich von der Fassung und ließ sich aus den Credits streichen. Dune war ein Flop. Ob ein Director’s Cut etwas daran geändert hätte, muss offen bleiben. Lynch hat kein Interesse, an dieser Niederlage noch einmal Hand anzulegen.

Verstümmelte Director’s Cuts

Es gibt auch berühmte Beispiele verstümmelter Filme, die erst spät ihre endgültige Fassung gefunden haben: Wicker Man zum Beispiel, hier wurde so viel Schindluder mit dem Material getrieben, dass einiges davon für immer verschollen ist. Selbst der Director’s Cut muss ein Torso bleiben.

Ein Director’s Cut muss nicht unbedingt länger sein: Superman II: The Richard Donner Cut ist elf Minuten kürzer als die Kinofassung. Donner wurde damals während der Dreharbeiten gefeuert und durch Richard Lester ersetzt. Erst 2006 kam seine Fassung heraus. Allerdings stammt nicht alles, was darin zu sehen ist, von Donner. Aus Mangel an Material musste er auch auf Szenen von Lester zurückgreifen.

Eine besonders nervenaufreibende und zähe Entstehungsgeschichte hat Michael Ciminos Western-Epos Heaven’s Gate. Nach seinem Kriegsfilm Deer Hunter (Die durch die Hölle gehen, 1978) bekam Cimino einen Freifahrtschein für sein nächstes Projekt – und den nutzte er voll aus für endlose Dreharbeiten, die sämtliche Kostenrahmen sprengten. Doch auch der Schnitt zog sich hin: Die Rohfassung war über fünf Stunden lang, die Premierenfassung von 1980 betrug dann immerhin noch 219 Minuten, nach vernichtenden Reaktionen kürzte Cimino im Jahr darauf den Film auf 149 Minuten. Besser wurde es nicht. Erst im Laufe der Zeit änderten die Filmkritiker und -historiker ihre Meinung über das Werk. 2005 kam dann der Radical Cut heraus mit wieder 219 Minuten, 2012 endlich der Director’s Cut mit 216 Minuten. Wird es der letzte sein?

Die Qual der Wahl

Der erste offizielle „Director’s Cut“ war Ridley Scotts Neufassung von Blade Runner. Davon gibt es mittlerweile sogar einen „Final Cut“. Da aber all diese Versionen in der Welt sind, stellt sich das Problem: Welche soll man schauen? Welche gilt als Kanon? Eine Kinofassung hat immer ihre Daseinsberechtigung, weil mit ihr auch immer eine Rezeptionsgeschichte verbunden ist – und die gehört genauso zum Film dazu wie alles, was danach mit ihm passiert. Das steht aber häufig im Widerspruch zur Autorität des Regisseurs. Ähnlich ist es beim Director’s Cut zu Donnie Darko. Welche Fassung ist die „richtige“? Die erste, die zweite?

Am Ende handelt es sich beim „Director’s Cut“ um einen Marketing-Begriff, der nur dazu dienen soll, dass Fans zweimal Geld für denselben Film ausgeben, der natürlich nicht mehr ganz derselbe – oder vielleicht sogar ein ganz neuer ist. Dann gibt es noch „Extended“ und „Ultimate Cuts“, die oft einfach nur lieblos überflüssige Szenen in den Film einfügen.

Von Zack Snyders Watchmen gibt es auch drei Fassungen: Kinofassung, Director’s Cut, Ultimate Cut. Letztere enhtält die Animationssequenzen zum Black Freighter, die den Film allerdings unnötig dehnen. Solange es auf DVDs und Blu-rays aber verschiedene Versionen zur Auswahl gibt, ist das als Fanservice zu begrüßen. Dann müssen sich nur noch die Zuschauer entscheiden, welche Fassung ihnen am liebsten ist. Und wie viel Zeit und Geduld sie beim Schauen opfern wollen. Und im Zweifel tun es auch bloß die Deleted Scenes als Bonusmaterial. Daran erkennt man meistens: Weniger ist oft mehr.

Oder um es mit Alfred Hitchcock zu sagen: „Die Länge eines Films sollte in einem direkten Verhältnis zum Fassungsvermögen der menschlichen Blase stehen.“


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Neue Nostalgie-Comics: „Batman ’89“ und „Superman ’78“

Batman & Superman

DC Comics

Die Nostalgie-Welle rollt weiter: Nachdem Batman ’66 die Serie mit Adam West in Comicform fortgeschrieben hat, wird nun auch den legendären Kinoauftritten von DCs größten Helden diese Ehre zuteil: Am 27. Juli starten Superman ’78 und Batman ’89 als digitale Serien, basierend auf den Filmen mit Christopher Reeve und Michael Keaton. Sie erzählen neue Geschichten in den jeweiligen Universen.

Superman wird geschrieben von Rob Venditti und gezeichnet von Wilfredo Torres (Batman ’66), an Batman darf Sam Hamm heran, der sowohl für die Drehbücher zu Tim Burtons Filmen verantwortlich war als auch die Comic-Storyline Blind Justice verfasst hat; sein Zeichner ist Joe Quinones.

Die Serien werden zunächst wöchentlich digital in jeweils zwölf Teilen erscheinen. Im August und Oktober sollen je sechs Heftausgaben aus Papier folgen, schließlich sind Hardcover für Oktober (Batman ’89) und November (Superman ’78) angekündigt.

Die Comic-Adaption des Batman-Films von 1989 ist vor zwei Jahren in einer Neuauflage erschienen.

Zur offiziellen Pressemitteilung von DC

„Legends of the Dark Knight“ kehrt zurück

DC Comics

Die Anthologieserie Legends of the Dark Knight hat in den 90ern einige klassische Batman-Storys hervorgebracht: Shaman, Gothic, Venom und Prey zum Beispiel. Von 2012 bis 2013 wurde sie wiederbelebt, mit einigen Highlights, aber ohne so bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Vielleicht gelingt es ja wieder beim dritten Versuch.

Am 28. März startet Legends of the Dark Knight erneut, diesmal als DC Digital First-Serie. Wöchentlich erscheinen zehnseitige Kapitel, von denen jeweils zwei später ein gedrucktes Heft bilden sollen; das erste soll am 18. Mai herauskommen. Es beginnt mit einem Sechs- bzw. Dreiteiler von Darick Robertson: In „Bad Night, Good Knight“ geht es um einen neuen Schurken, der tödliche Chemikalien an Mr. Freeze, den Pinguin und den Joker verkauft. Weitere Autoren und Zeichner stehen bereits fest, wie man bei DC nachlesen kann.

Die digitalen Ausgaben sollen 99 Cent kosten, die Hefte 3,99 US-Dollar pro Ausgabe.

Ich nehme an, dass damit die Anthologieserie Gotham Nights, die im vergangenen Jahr von April bis November erschienen ist und es auf 22 Ausgaben gebracht hat, abgelöst sein dürfte.

Joker War: Routinierter Ausnahmezustand

DC Comics

Titel: The Joker War

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Jorge Jiménez u.a.

Erschienen: 2020 (Batman #95-100), Hardcover 2021 (Batman Vol. 2)


Der Joker hat alles übernommen (siehe Their Dark Designs): Wayne Enterprises, Gotham City, nun auch Batmans Fahr- und Flugzeuge. Wayne Manor gehört der Stadt. Nachdem die Gotham Gazette berichtet hat, wer hinter all dem steckt, wurde sie durch eine Unterlassungserklärung dazu gezwungen, die Story zurückzuziehen. Und jetzt wüten Clowns in Gotham. Der Joker-Krieg hat begonnen.

Und was ist mit Batman? Der wird von der neuen Joker-Gefährtin Punchline mit einer neuen Droge betäubt und halluziniert einen Alfred (der in Wirklichkeit tot ist, siehe Alfred R.I.P.). Während Harley Quinn versucht, ihn wieder clean zu bekommen, lädt der Joker die Bewohner von Gotham ins Kino ein, um sich Mark of Zorro anzusehen, jenen Film, den der kleine Bruce Wayne mit seinen Eltern sah, kurz bevor sie erschossen wurden. Obwohl die Vorstellung tödlich enden wird, lassen sich die Leute in Scharen von einer satten Belohnung in die Kinos locken. Als Vorgeschmack lässt der Joker die von ihm bisher ermordeten Opfer auferstehen und auf Batman losgehen. (Nicht zu verwechseln mit anderen Joker-Zombies, die durch ein Joker-Virus entstanden sind.)

Der Joker will Batman was beweisen

Dann folgt die übliche Routine: Batman bekommt eine lange Standpauke, erkennt seine Irrwege, kriegt sich wieder ein, trommelt die Familie zusammen und plötzlich vollbringt er das Unmögliche ganz einfach. Wie manche Probleme im Einzelfall gelöst werden, muss man anderswo nachlesen (z. B. in dem Band The Joker War Saga, der eine Woche später erscheint). Hier wird nur die grobe Rahmenhandlung wiedergegeben und die wirkt schon rhapsodisch genug. Als Batman wieder zu sich kommt, reicht es offenbar, einfach nur aufzuspringen und „I’m Batman“ zu sagen, schon fällt Schurkin Punchline vor ihm um. Man weiß nicht recht, ob diese Universalerklärung für alles hier ironisch gemeint oder unfreiwillig komisch ist. Nicht ernst zu nehmen ist sie auf jeden Fall.

Joker War: Batman #100 (DC Comics)

Auch wenn Autor James Tynion IV bloß alte Joker-Motive wieder aufwärmt, bemüht er sich in seiner Geschichte, dem Joker unbedingt eine neue Seite abzuringen. Und so verwendet er in alter Manier sehr viele Worte, die er ihm in den Mund legt, um seine Motivationen lang und breit zu erklären. Wieder mal geht es darum, Batman etwas zu beweisen. Dass Gotham in Wirklichkeit nicht seine, sondern Jokers Stadt sei. Dass er längst sein Ziel erreicht habe, auch wenn er geschlagen scheint, denn die Stadt sei korrupt, vom Rathaus bis zur Polizei. Niemand glaube (mehr) noch an etwas. Nicht mal mehr an Batman, der es nicht geschafft hat, all das Chaos zu verhindern.

„Batman was a little kid’s stupid idea“, sagt der Joker. „And now this city sees it for how hollow it is.“ Um ihm zu zeigen, wie blöd die Idee ist, schlüpft der Clown selbst in eine alberne Version des Batman-Kostüms.

Massenmörder Clownhunter

Am Ende geht es wieder um die Frage, ob man den Joker nicht einfach töten sollte, um dem immer wiederkehrenden Albtraum ein Ende zu bereiten. Diese Frage verneint Batman weiterhin stoisch gegenüber Harley. Und er verbietet auch dem neuen Vigilanten, dem Jungen, der sich Clownhunter nennt, Jokers Schergen zu ermorden. Lässt ihn aber mit Massenmord davonkommen. Ist das wirklich ein besserer Batman, wie er sich vorgenommen hat, einer zu werden?

Der Joker War beschreibt mal wieder einen Ausnahmezustand, die in Gotham an der Tagesordnung zu sein scheinen (eben noch in City of Bane). Statt aber den Krieg darzustellen und damit das Leid, das verursacht wird, verschwendet Tynion viel Zeit für Batmans Halluzinationen und Introspektionen, unterbrochen von Prügeleien, wie etwa einer obligatorischen Revanche zwischen Harley Quinn und Punchline. Fast alle Konflikte werden mit Fausthieben gelöst.

Das alles macht den Band zu einer schnellen, aber auch ermüdenden Lektüre, die viel Lärm um nichts veranstaltet, sich keine große Mühe macht, eine intelligente Story zu konstruieren, und in die üblichen Fallen von Klischees und logischen Fragwürdigkeiten gerät: Warum arbeitet jemand noch für den Joker, wenn er jederzeit von ihm grundlos abgeknallt werden kann? Warum gehen Menschen in eine Joker-Vorstellung, wenn selbst die Einladung dazu einen Mann vor laufender Kamera das Leben gekostet hat? Warum tut eigentlich fast niemand etwas gegen die marodierenden Clownhorden, weder Helden noch Schurken, sodass ein Kind zur Selbstjustiz greifen muss?

Und so ist der Joker War nach dem War of Jokes and Riddles – abgesehen von Jorge Jimenéz visueller Kunst – bloß eine weitere Enttäuschung und ein weiterer Beitrag dazu, Batmans größten Gegner zu überstrapazieren. Aber keine Sorge: Es geht ja bald weiter – in Jokers eigener Serie

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Zum Valentinstag: Verführung mit Batman

Batman kann bekanntlich alles. Nur mit den Frauen hat er es nicht so. Das heißt: Natürlich ist Bruce Wayne ein begehrter Junggeselle, aber das ist ja nur Fassade – denn nachts verprügelt er lieber Verbrecher, als gesellschaftlichen Umgang zu pflegen. Da bleibt für eine feste Beziehung keine Zeit. In 80 Jahren gab es zwar immer wieder Kandidatinnen auf Augenhöhe wie Talia al Ghul oder Catwoman, mit der ersten hat er sogar einen Sohn, die zweite hat er schließlich auch geheiratet, aber ansonsten möchte man Batman nicht als Vorbild fürs Flirten oder Beziehungspflege konsultieren.

Das Vokalquartett The Diamonds hat 1959 dennoch in Liebesfragen eine Verwendung für Batman gefunden. Sie empfehlen, die Angebetete ins Kino mitzunehmen und mit ihr Batman zu schauen – unter anderem. Denn Frauen lieben nicht nur Batman, sondern auch Wolfman, Frankenstein und Dracula. Jedenfalls gilt das für die besungene Dame. Nur Horrorfilme bringen sie „in the mood for love“, dann erst ist sie zum Kuscheln aufgelegt.

Es wird nicht ganz klar, was Batman mit den anderen Gestalten gemein hat, eine Horrorgestalt ist er nicht gerade, insbesondere in den 50ern nicht. Allein eine Verbindung zu Dracula besteht, wenn auch nur eine entfernte. Könnte es sein, dass der Dichter dieser Zeilen keine Ahnung von Batman hatte und da einfach einen Namen in eine Reihe gestellt hat, der bloß irgendwie nach Horrorshow klingt? Durchaus möglich – wohl deshalb landete dieser Song nur als B-Seite auf Platte und die schaffte es nicht mal in die Charts.

Dann hat sich das mit dem Tipp in Sachen Frauen wahrscheinlich wieder erledigt. Vergesst es einfach. Batman bleibt ein schlechter Ratgeber. Aber ganz nett anzuhören ist der Song trotzdem. Und tanzbar, wenn man den Twist beherrscht. Von daher: Vielleicht doch nicht das Schlechteste für die Paarbindung.

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Per Angstgas nach Arkham

DC Comics

Titel: The 6 Days of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #503), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Ein Bürgermeisterkandidat will Batman loswerden, Bruce Wayne träumt von Selina Kyle – der erste März, ein ganz normaler Tag in Gotham also. Doch dann wird Batman nachts plötzlich von einem Pfeil in den Nacken getroffen. Woher der Angriff kommt, wird erst am nächsten Tag deutlich, als James Gordon bei einem Treffen plötzlich große Angst vor Bruce Wayne verspürt.

Batman merkt es, als er einen Überfall verhindern will: Die Menschen rennen vor ihm davon. „Am I going mad? Or has the Batman become so fearful a figure — he terrorizes even the innocent?“ Nein, bester Detektiv der Welt, es ist die andere, etwas wahrscheinlichere Erklärung: Scarecrow! Wer sonst? Ähnliches ist ja bereits in Batman’s Evil Eye (Detective Comics #389, 1969) passiert. Die Vogelscheuche hat auf einer Farm, unterhalb einer Scheune, ein Supergeheimlabor gebaut mit lauter Wissenschaftlern in weißen Kitteln. Dort hat er eine Angstdroge entwickelt, mit der man sogar Füchsen Angst vor Kaninchen einjagen kann.

Da er nicht mehr vor die Tür gehen kann, ohne dass er jeden in Panik versetzt, verordnet Batman sich selbst Quarantäne und denkt:

„How ironic. I chose my disguise as the Batman to strike fear into the criminal heart … but now I’ve become so frightening, I don’t dare show my face on the street! Is this how my career ends? Am I to become a prisoner of my own mystique?“

Er schickt Robin und Batgirl los, für ihn die Detektivarbeit zu übernehmen. Währenddessen treiben Scarecrows Schergen in Vogelscheuchenkostümen ihr Unwesen im Gotham Trade Center, wo sie mit Angstgas um sich schmeißen. Sie entkommen, weil Robin von hinten einen Sack über die Rübe gepfeffert bekommt.

Batman als Vogelscheuche

Der Fetzen eines Maiskolbens ist später die Spur, die die beiden Hiwis nach Hudson County führt, weil es da die nächsten Maisfelder gibt. Und natürlich ist die offensichtlichste Spur die richtige, aber Batgirl hat sogar den Stadt herausgefunden, wo sich Scarecrow versteckt. Dort finden die beiden eine Vogelscheuche mit einer Batman-Puppe – und brechen vor Angst zusammen.

Dann setzt Scarecrow eine Puppe, die aussieht wie er in Gordons Büro und teilt ihm mit, dass er Batgirl und Robin festhält. Natürlich immer noch maskiert. Natürlich bringt er sie nicht sofort um, sondern will ihnen Angstpheromone spritzen. Doch dagegen hat Batman was einzuwenden. Scarecrow schickt eine Robotereule auf seinen Gegner los, Batman zündet etwas Heu an, setzt die Eule in Flammen und es bricht ein Brand aus, weil in der Scheune alles voller Heuballen ist, wohl als Füllung für die Kostüme.

Durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall bekommt Scarecrow selbst sein Angstserum gespritzt und hat am Ende sogar Angst vor sich selbst. So landet er erstmals im neuen Arkham Hospital. Damit ist der moderne Scarecrow endlich so wie wir ihn heute kennen.

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Mit Kung-Fu gegen Schlangen

Warner Bros.

Titel: Batman – Soul of the Dragon

Drehbuch: Jeremy Adams

Erschienen: 2021 (Direct-to-Video)


Bruce Wayne hat bekanntlich viele seiner Fähigkeiten im Fernen Osten erlernt. In Soul of the Dragon ist er nach Nanda Parbat gereist, wo er von einem Meister namens O-Sensei ausgebildet wurde. Dabei hat er Shiva, Richard Dragon, Jade, Ben Turner und Rip Jagger kennengelernt. Und natürlich war Bruce der fanatischste von allen. Während andere irgendwann aufgeben, sinnloserweise auf einen glühenden Stein einzuschlagen, prügelt Bruce sich stumpf die Knöchel blutig. Dort bewachen sie auch ein geheimnisvolles Tor, das den bösen Schlangengott Naga fernhält. O-Sensei opfert sich, um ihn zurückzudrängen.

Richard Dragon, Shiva, Ben Turner und im Hintergrund Batman: „Soul of the Dragon“. (Warner Bros.)

Jahre später kommt die Band wieder zusammen, um gegen den Oberfiesling Jeffrey Burr zu kämpfen, der seine Prostituierten nach Gebrauch (anders kann man das leider nicht nennen) Schlangen zum Fraß vorwirft und dabei zuschaut. Burr führt den Kult Kobra an und will Naga befreien, um – na klar – die Welt zu beherrschen. Dafür stiehlt er das Schwert, mit dem man das Tor öffnen kann.

Soul of the Dragon lebt vor allem von der Nostalgie. Der Animationsfilm ist eine Hommage an die Kung-Fu-Filme der 70er, dazu gibt es James-Bond-Anleihen, fernöstliche Weisheiten, Mystizismus und irgendwo dazwischen auch Batman. Und das ist schon das erste Problem. Denn es ist anders als der Titel verspricht, kein Batman-Film, sondern der Titelheld ist nur einer von einigen – und während die anderen in zivil kämpfen, fällt er mit seinem Kostüm als Fremdkörper heraus. Wahrscheinlich ist er deswegen auch nur meist als Bruce Wayne zu sehen.

Man kann aber auch nicht behaupten, dass man sich für die anderen Charaktere interessiert. Richard Dragon und Co. bleiben oberflächlich, keiner bekommt genug Raum, völlig eindimensional gerät der Schurke, der einfach nur sehr böse ist. Dazu gibt es flache, selten geistreiche Sprüche und zum Schluss gleitet die Handlung in völlige Albernheiten hinab, wenn abgetrennte Arme zu Schlangenmenschen werden und sogar Finger Schlangenform annehmen.

Ansonsten ist Soul of the Dragon mal wieder so ein DC-Animationsfilm, der genauso aussieht wie alle anderen und daher auch visuell uninteressant bleibt. Einzig nennenswert sind die Kampfszenen. Das scheint auch der einzige Reiz gewesen zu sein, diesen Film zu machen. Aber das allein reicht leider nicht, um ein erwachsenes Publikum zu begeistern (und dafür ist der Film gemacht, für Kinder ist er viel zu brutal). Das Ende bleibt offen, als könnte es noch eine Fortsetzung geben, aber nötig ist sie bestimmt nicht.

>> Liste der Batman-Filme


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Batman trifft Richard Dragon

The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Titel: Batman & Kung-Fu Fighter: Batman — The Dragon Slayer?

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #132)


Richard Dragon, auch bekannt unter dem brillanten Namen Kung-Fu Fighter, rettet einem armen alten Mann das Leben, als ein paar menschenverachtende Schläger „Populationskontrolle“ betreiben wollen. Dann repariert er ihm noch den Platten an seinem Fahrrad und gibt ihm einen Kaffee aus.

Ein Jahr später, als Richard gerade in Gotham ist, wird er angegriffen von einem einäugigen Kerl mit einem Nunchaku. Der trägt den unbescheidenen Namen The Stylist. Als Richard sich gerade wehrt, geht Batman nichtsahnend dazwischen und hält den Unschuldigen für den Aggressor. Dafür bekommt der Dunkle Ritter ein paar Schläge ab und hat dem nur uramerikanische und ungraziöse Kampftechniken wie beim Football oder Boxen entgegenzusetzen. Die Zeit, in der selbst alle möglichen fernöstlichen Martial Arts beherrscht, scheint hier noch nicht angebrochen zu sein.

Batman in Mexiko

Wie dem auch sei: Nach ein bisschen Gerangel kommt Batman auf den Trichter, dass der Kung-Fu Fighter die Wahrheit sagt und er den Falschen hat entkommen lassen. Da taucht ein Chauffeur mit einem Briefumschlag für Richard auf, in dem ein Schlüssel und ein Quarter steckt. Richard schaltet: Das kann nur von dem alten Mann stammen, den er mal gerettet hat. Batman schaltet: Das kann nur der Milliardär Calvin Curtis sein, der sich als Penner getarnt hat. Er ist gerade gestorben und hat viel Geld zu vererben.

Doch zuerst muss der Stylist gefunden werden, der es offenbar auf Dragon abgesehen hat. Nach einem gescheiterten Versuch, ihn zu schnappen, bei dem sich Batman in aller Öffentlichkeit blamiert, führt die Spur nach Yucatan. Richard und Batman besteigen eine Passagiermaschine. Batman sitzt doch tatsächlich im Kostüm unter Zivilisten, was keinen zu wundern scheint. Was ist mit dem Batplane, dem Batwing oder zumindest Bruce Waynes Privatjet? Seltsame Geschichte … Aber zum Glück dauert sie nicht mehr lange.

In Yucatan finden sie den Stylisten, der wurde beauftragt von einem Kerl namens Esteban, der einst Curtis‘ Geschäftspartner war und nun hinter dem Erbe her ist. Er befürchtet, dass Richard alles erben könnte und will ihn erledigen lassen. Kurz gesagt: Die beiden Helden verhindern das mit einer kleinen Prügelei. Esteban landet im Knast (lebenslang) und der Stylist versinkt auf der Flucht in Treibsand. Sehr bequem.

Am Ende geht das Erbe an die Wohlfahrt. Richard Dragon kriegt nur eins: eine neue Fahrradpumpe.

>> Batman in The Brave and the Bold


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Batman stellt sich seiner Angst

DC Comics

Titel: The Sinister Straws of the Scarecrow

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sal Amendola

Erschienen: 1978 (Batman #296), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Scarecrow hat ein paar neue Handlanger: die Strawmen! Zwei seiner ehemaligen Studenten, Otto und Raymond. Der eine hat abgebrochen, der andere wurde rausgeschmissen. Jetzt sind sie in Sackleinen gekleidet und tragen Strohballen an Handgelenken und als Lendenschurz, während ihr Mentor etwas ganz Perfides ausheckt: ein Mittelchen, das im Hirn Phobophobia verursacht – die Angst vor der Angst.

Seit Franklin D. Roosevelts Rede zur Amtseinführung wissen die Amerikaner, dass sie sich nur davor fürchten müssen („the only thing we have to fear is…fear itself“). Aber bei Scarecrow setzt die Droge daraufhin eine individuelle Angst frei, die einer hat. Als Jonathan Crane das Gift an Otto testet, löst es eine Panik vor Batman frei – „Chiropterohomophobia“ nennt er das, womit er schwache Altgriechischkenntnisse beweist, denn die Angst vor Fledermäusen heißt „Chiroptophobia“.

Dann beginnt der eigentliche Plot: Scarecrow versetzt einen Mann in Angst, um ihn gestohlene Wertpapiere zurückgeben zu lassen. Ehrlich gesagt habe ich den Plan dahinter nicht verstanden. Muss uns auch nicht kümmern. Wichtig ist nur: Batman kommt Scarecrow auf die Spur, prügelt sich mit den Strohmännern, dabei erweist sich das Stroh als explosiv.

Batman findet heraus, wer das nächste Opfer sein soll, verkleidet sich als dieses und knockt Scarecrow und Co. aus. Doch dann wird er selbst von dem Angstgas erfasst. Er fürchtet sich davor, nicht mehr gegen das Böse kämpfen zu können. Aber zum Glück weiß Batman schnell Rat: Er kämpft dagegen an.

„I must always remember why I am the Batman! And that takes precedence over everything! It’s part of the very fiber of my being! It’s the basis of my life“, sagt er, während er Hiebe und Tritte verteilt. Am Ende will er zwar Gordon nicht verraten, was genau passiert ist, dafür aber so viel: „It was a wonderfully exhilarating experience!“ Das Schönste für Batman ist es also, sich seiner Mission zu versichern. Wir können uns zwar Schöneres denken, aber gönnen wir ihm sein Glück.

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Batman plus Wolverine gleich Dark Claw

Amalgam Comics

Im Jahr 1996 kam es zum Kampf der zwei größten Comic-Universen: DC gegen Marvel. Doch es gab nicht nur denkwürdige Duelle, die Helden verschmolzen auch miteinander – DC und Marvel verwandelten sich in „Amalgam Comics“. Superman und Captain America wurden zu Super Soldier, Batman und Wolverine wurden zu Dark Claw. 1997 wiederholten die Verlage die Reihe, allerdings ohne ein weiteres Crossover-Event.

Das Kostüm von Dark Claw vereint nicht nur das Beste zweier Welten, es ist auch typisch 90er: also völlig over the top. Jim Balent, ohnehin kein Meister von Subtilität, verleiht dem Helden eine dämonische Maske mit langen Ohren in Fledermausform, Fang- und Stoßzähnen, ähnliche Zacken krönen die Stiefel, die Klingen sind gezackt im Fledermausmuster, im Gürtel wiederholt sich die Form noch ein paar Mal, dazu gibt es gelbe Streifen auf der Hose und natürlich einen sehr sehr langen Flatterumhang.

Keine Ahnung, wie man darin kämpfen soll, aber es macht optisch natürlich einiges her – und um mehr geht es hier auch nicht. In Legends of the Dark Claw kämpft Dark Claw gegen Hyena, eine Mischung aus Joker und Sabretooth, in einer Druckerei. Sein Sidekick ist Sparrow, eine Verbindung von Robin und Jubilee und später kommt noch Huntress dazu, die einfach nur Huntress alias Carol Danvers ist. Sie findet heraus, dass Dark Claw Logan ist. Er erklärt ihr, dass er und Hyena als Killermaschinen erschaffen wurden, aber mit dem Unterschied, dass er ein Gewissen hat. Darüber hinaus wurden auch seine Eltern erschossen, als er ein Kind war – und das zweimal.

Dark Claw vs. Hyena (Amalgam Comics)

Dann finden die drei Helden heraus, dass Hyena einen Anschlag auf die Air Force One plant und versucht, es zu verhindern. Statt einfach die Behörden zu verständigen (das wäre ja viel zu einfach), dringt Dark Claw selbst ein wie einer, der nichts Gutes im Schilde führt, und versucht den Secret Service davon zu überzeugen, dass ein anderer Böses vorhat – ich hätte ihm auch nicht geglaubt. Aber zum Glück hat der Held Selbstheilungskräfte, sodass ihm der Kugelhagel nichts ausmacht. Kaum bricht Hyena aus der Toilette aus und vergiftet die Luft an Bord, findet Dark Claw eine schnelle Lösung für das Problem und dann endet es mit einem Cliffhanger – der allerdings nicht aufgelöst wird, denn eine nächste Ausgabe wurde nie gedruckt.

Damit ist klar, dass es den Machern nicht wirklich darum ging, eine ordentliche Geschichte zu erzählen, sondern bloß eine Möglichkeit durchzuspielen: eine Fusion von Batman und Wolverine. Allein darum geht es hier, um eine Fantasie, ein reines Was-wäre-wenn ohne sich aber die Mühe zu machen, es zu Ende zu denken. Das Amalgam-Projekt war nichts als ein Scherz.

Lady Talia rächt ihren Vater

Trotzdem kehrt Dark Claw ein Jahr später wieder: In Dark Claw Adventures wird aber eine ganz andere Geschichte in einem ganz anderem Stil erzählt, nämlich in der Manier von Batman: The Animated Series. Logan tritt zunächst als sein anderes Alter Ego „Patch Malone“ auf, kämpft gegen Cyborgs und lässt sich von Sparrow mit einem „Clawmobile“ wegfliegen. Die Story dreht sich um Lady Talia, die mit Lady Deathstrike fusioniert ist. Talias Vater nannte sich einst „Ra’s-A-Pocalypse“ (au weia …), Dark Claw hat sein Flugzeug abgeschossen und Talia hat versucht, ihn aus den Trümmern zu holen. Dabei nahm sie selbst so großen Schaden, dass Körperteile durch Adamantium-Prothesen ersetzt werden mussten.

Talia will sich an ihrem ehemaligen Geliebten rächen, dringt bei ihm ein und versucht, ihn zu töten. Zwar bekommen wir hier ein geschlossenes Ende, aber zu viel sollte man trotzdem nicht erwarten – man kann sich denken, wie es ausgeht …

In einem weiteren Amalgam-Abenteuer bekommt Bruce Wayne einen Auftritt als „Agent of S.H.I.E.L.D.“. Gegner ist Baron Zero (Mr. Freeze und Baron von Strucker), Bane vereint sich mit Nuke, aus Nigtwing und Moon Knight wird Moonwing. Und dann gibt es noch Bat-Thing, ein Amalgam aus Man-Bat und Man-Thing … Ich denke, wir haben’s kapiert.