Auch wenn hier, auf dieser Seite, so getan wird: Es gibt ja nicht nur Batman. Es gibt auch ein paar andere Supertypen, die ganz ähnlich aussehen und Gutes tun. Wie zum Beispiel diesen Typen in Blau, mit dem roten Umhang. Der kann sogar richtig fliegen und nicht nur so tun als ob. Und der ist auch viel stärker als Batman, auch wenn er nie eine Muckibude besucht hat. Und er gewinnt auch jede Prügelei, ohne je eine Kampfkunst im fernen Osten erlernt zu haben. Nun soll man aber nicht denken, ihm sei alles in die Wiege gelegt worden. Denn auch er hat seine Eltern als Kind verloren und auch seine Ziehmutter heißt bekanntlich auch Martha, aber darauf soll man sich nicht zu viel einbilden. Und während Batman einer Fledermaus nicht wirklich ähnlich sieht, wird der Blaue – nur weil er sich am Himmel herumtreibt – ständig mit einem Vogel oder Flugzeug verwechselt.
Wer wissen will, wie das alles mit Superman angefangen hat und sich diese genau betrachtet recht kuriose Gestalt zur Pop-Ikone gemausert hat, die immer noch Comics und Filme füllt, zu der jeder eine Meinung hat, auch wenn Batman ihm längst den Rang abgelaufen hat, der kann sich diese aufwendige, fast zweistündige Dokumentation Look Up In the Sky: The Amazing Story of Superman ansehen, die Warner Bros. auf seinen YouTube-Kanal gestellt hat.
Leider hat der Film zwei Haken: Erstens stammt er aus dem Jahr 2006 (zum Kinofilm Superman Returns), ist also nicht mehr ganz taufrisch. Zweitens wird er gesprochen von Lex Luthor alias Kevin Spacey. Wer verkraften kann, dass der Schurkendarsteller auch im wahren Leben kein Unschuldslamm ist, dem sei dieses Video zur Bildung und Unterhaltung empfohlen. Und wer danach Lust hat, die Abenteuer des Mannes aus Stahl nachzulesen, der findet hier die passende Liste:
Kaum einer verdient das Prädikat eines Künstlers mehr als Alex Ross. Seine Gemälde sind so lebensecht, so dramatisch, so atmosphärisch und detailverliebt, dass jedes in einem Museum hängen könnte. Nein, man müsste ihm eigentlich ein eigenes Museum bauen, so viel wie er schon gemacht hat. In diesem Jahr ist er (erst) 50 Jahre alt geworden.
Nach seinem Epos Marvelsfür Marvel (1994), – das erschien, als Ross erst 24 Jahre alt war – illustrierte er für DC Kingdom Come, Superman: Peace on Earth, Batman: War (The World’s Greatest Super-Heroes) sowie Justice, dazu schuf er unzählige Cover.
Auf seinem YouTube-Kanal gibt er Einblicke in seine Arbeit. In diesem Video erklärt der Meister selbst, wie er an Batman herangegangen ist. Er erklärt, warum die Maske aussieht, als wäre sie nur aufs Gesicht gemalt und wie er auf das berühmte Bild von Bruce Waynes vernarbtem Rücken gekommen ist.
Spuren des Kampfes: Bruces Wayne zeigt seinen Rücken. (DC Comics)
Hier beschreibt Alex Ross, wie er zu seinem berühmtesten Joker-Bild kam, das ihn mit Harley Quinn zeigt.
Das Batmobil hat sich in acht Jahrzehnten wahrscheinlich öfter gewandelt als Batman selbst. Anfangs war es nur ein ganz normales rotes Auto, dann bekam es einen schicken Fledermauskopf, Flossen und jede Menge Gadgets verpasst, bis hin zu einem eigenen Kriminallabor. Eines der ikonischsten Batmobile fuhr Adam West in der Batman-TV-Serie der 60er-Jahre und dann waren es oft die Filme, die immer kühnere Designs präsentierten: von Tim Burtons Limousine bis hin zu den Panzern von Christopher Nolan und Zack Snyder.
Zwei Dokus erzählen die Geschichte der Batmobile ausführlich nach: Wired lässt Glen Weldon, Autor des Buches The Caped Crusade: Batman and the Rise of Nerd Culture, eine halbe Stunde lang sprechen, während Warner Bros. jüngst seine einstündige Batmobile Documentary auf YouTube veröffentlicht hat, die bereits auf der Blu-ray von The Dark Knight Rises erschienen ist. Beides ist sehr sehenswert – nicht nur für Autofans. In beiden Filmen wird deutlich, wie sehr das Batmobil ein Fantasie-Auto ist. Es soll vor allem cool aussehen und möglichst viel können. Aber auf der Straße taugen die sperrigen Kisten meistens nicht viel. Aber dafür gibt es ja Fantasiewelten in Comics und Filmen: um das Unmögliche möglich zu machen.
Seit Jahren nervt eine bestimmte Gruppe von Zack-Snyder-Fans das Netz mit #ReleasetheSnyderCut, der Forderung, endlich die Version des Justice League-Films zu veröffentlichen, die Regisseur Zack Snyder vorgesehen hatte. Immer wieder sollten Leaks belegen, um wie viel toller diese Urfassung sein soll, als das unbefriedigende Ergebnis, das im Kino zu sehen war. Es schien aussichtslos, jüngst hat der YouTube-Kanal Screen Junkies sich mit einen Honest Trailer zum Snyder-Cut über die überzogenen Erwartungen lustig gemacht.
Doch jetzt ist das Unglaubliche wahr geworden: Der Snyder-Cut kommtwirklich – im Jahr 2021 auf dem neuen Streamingdienst HBO Max. Kein Gerücht, kein Wunschdenken, die Nachricht kommt direkt von Snyder, DC und HBO Max.
Laut Hollywood Reporter soll der Film insgesamt vier Stunden lang sein und könnte auch in sechs Teilen einer Miniserie erscheinen. Allerdings existiert – anders als oft behauptet – noch kein fertiges Produkt: Es fehlen noch Spezialeffekte und Musik, vielleicht wird es sogar Nachdrehs geben. 20 bis 30 Millionen Dollar soll die Postproduction kosten.
Snyder verspricht etwas ganz Neues: „It will be an entirely new thing, and, especially talking to those who have seen the released movie, a new experience apart from that movie“, sagt er. Obwohl er die Kinofassung angeblich nicht gesehen hat, behauptet er, sie enthalte nur ein Viertel dessen, was er gedreht habe. Diesmal soll auch der Superschurke Darkseid darin vorkommen, Snyder verspricht aber auch mehr Tiefe, was die Entwicklung der Charaktere angeht. Dann dürften auch die Szenen zu sehen sein, die 2016 auf der San Diego Comic-Con gezeigt wurden.
Snyder hat nach seinem umstrittenen Man of Steelund dem verrissenen Batman v Superman eine provisorische zweieinhalb-stündige Version von Justice League fertiggestellt, als seine Tochter Suizid begangen hat. Daraufhin ist er von dem Projekt zurückgetreten und Joss Whedon (The Avengers) hat den Film beendet. Whedon schrieb das Drehbuch um und drehte Szenen nach. Auf Druck des Studios hin wurde eine Zwei-Stunden-Version erstellt.
Das Resultat war zwar ein besserer Film als Batman v Superman, aber kein befriedigendes Ergebnis. Ein langweiliger Schurke, eine uninspirierte Handlung, ein schlecht retuschierter Schnurrbart und ein Gefühl von Unausgegorenheit. Nach mäßigen Kritiken, enttäuschten Fans und einem mageren Einspielergebnis wurde der Plan einer Fortsetzung verworfen und Warner Bros. änderte seine Superhelden-Strategie zu Solo-Filmen wie Wonder Woman, Aquaman, Shazam und anderen.
Snyder ist derzeit auch mit der Postproduction des Zombiefilms Army of the Dead beschäftigt, den er für Netflix dreht.
Birds of Prey hat im Kino gerade einmal etwas mehr als 200 Millionen US-Dollar eingespielt. Das mag doppelt so viel sein wie die Produktionskosten, aber dürfte kaum genug sein, um sie zu decken. Obwohl der Film überwigend positiv besprochen wurde, blieb ihm der kommerzielle Erfolg des miesen Suicide Squad verwehrt. Das mag daran liegen, dass das Leben unfair ist. Oder einfach daran, dass Birds of Prey keinen Erfolg verdient (wie ich finde).
Wie dem auch sei: Was sich an dem Streifen aussetzen lässt, haben die Screen Junkies in ihrem Honest Trailer mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin. Allerdings ist es sehr richtig beobachtet, dass Harley Quinn sich nicht wirklich vom Joker emanzipiert, wenn sie im Grunde weiterhin seine Clowns-Masche kopiert.
Schluss mit dem Snyder-Cut
Und dann gibt es noch einen Honest Trailer zum „Snyder Cut“ von Justice League (zu dem es bereits einen Honest Trailer gibt.) Bevor jetzt alle Anhänger jubeln: Nein, Warner Bros. hat noch immer nicht den „Snyder Cut“ veröffentlicht – und wird es wohl auch niemals tun. (Hintergrund: Nach dem Rückzug von Regisseur Zack Snyder in der Postproduktion hat Joss Whedon den Film zum Teil umgeschrieben und neue Szenen gedreht, dafür andere rausgeschnitten, die etwa im Trailer zu sehen waren.) Also bitte hört endlich damit auf, einen Film zu fordern, der wahrscheinlich nicht besser sein wird als das, was im Kino zu sehen war.
Für alle, die diese nicht enden wollende Fan-Aktion so nervt wie mich, bietet dieser Honest Trailer eine wunderbare Parodie darauf. Viel Spaß damit!
Battinsons Batmobil von vorn. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)
Nach und nach lässt Regisseur und Co-Autor Matt Reeves Details zu seinem Film The Batmandurchsickern. Nach Robert Pattinsons Kostüm hat er nun auch drei Bilder vom neuen Batmobil getwittert. Das Modell überrascht, denn anders als seine Filmvorgänger ist es ein Sportwagen. In den Filmen der 90er waren es extravagante Limousinen, bei Christopher Nolan und Zack Snyder waren es eher Panzer in der Tradition von The Dark Knight Returns.
Battinsons Batmobil von hinten. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)
Das neue Batmobil ist in schlichtem Schwarz gehalten, nichts erinnert an eine Fledermaus. Der Heckmotor ist nicht verdeckt, rotes Licht kommt aus den Scheinwerfern.
Offene Motor: Batmobil von hinten. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)
Reeves Auto erinnert an den Lincoln Futura, den Adam West in den 60ern fuhr, aber vor allem an die Comics der 80er, als Batman sich zum Beispiel die Reifen von Jason Todd stehlen ließ (Second Chances), und auch an die 90er.
Batmobil in „Second Chances“. (DC Comics)
Batmobile in Detective Comics #589, 1988 (DC Comics)
Batmobil in „Knightfall“ (DC Comics).
In manchen Comics der 90er, wie bei Batman/Predator waren zwar noch Flügel, bzw. Flossen dran, aber es war immer noch ein schnittiger Sportwagen.
Batmobil aus Batman/Predator (DC Comics)
Auch Neal Adams hat in Batman: Odyssey einen schicken Sportwagen gezeichnet.
Batmobil von Neal Adams (DC Comics)
Die Dreharbeiten zu The Batman haben im Januar begonnen. Der Film soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.
The Batman-Regisseur Matt Reeves hat ein Video geteilt, auf dem erstmals Robert Pattinson im Batman-Kostüm zu sehen ist. Auffälligste Merkmale: das Bat-Logo auf der Brust lässt sich offenbar herausnehmen, sieht ganz nach Batarangs aus, und es hat einen Stehkragen. In dem einminütigen „Camera Test“ hört man auch eine minalistische, aber sehr dramatische Filmmusik des Komponisten und Oscar-Preisträgers Michael Giacchino, der bereits die Musik zu Lost, Star Trek, Mission Impossible, Rogue One und Oben geschrieben hat.
Über die Handlung von The Batman weiß man noch nichts, außer welche Figuren darin vorkommen und wer sie spielen soll:
Andy Serkis als Alfred Pennyworth
Jeffrey Wright als James Gordon
Zoë Kravitz als Catwoman
Colin Farrell als Pinguin
Paul Dano als Riddler
John Turturro als Carmine Falcone
Letzterer deutet darauf hin, dass die Story sich an The Long Halloween orientieren könnte. Matt Reeves, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, hat bereits eine Noir-Story angekündigt, die sich auf Batman als Detektiv konzentrieren soll.
Die Dreharbeiten haben im Januar begonnen. The Batman soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.
Frankreich hat das Jahr 2020 zum Comic-Jahr erklärt. Aber in Frankreich ist eigentlich immer eine gute Zeit für Comics. Anders als in hier pflegt man im Nachbarland eine lange Tradition des Mediums, auch wenn Deutschland mit Wilhelm Busch und Erich Ohser auch seine Pioniere hatte. Aber das ist ein anderes Thema. In der Arte-Mediathek gibt es zu diesem Anlass einen Comic-Schwerpunkt. In einem Dossier sind mehrere Videos rund ums Thema gesammelt, darunter auch ein paar kurze Zeichenkurse, in denen verschiedene Künstler sich über die Schulter schauen lassen. Einer davon ist Kim Jung Gi – und er zeichnet Batman. Besonders beeindruckend: Er macht das ganz ohne Skizze und Hilfslinien. Eine wahre Meisterleistung, dargestellt in einem zweiminütigem Video. Aber auch sonst ist die Sammlung einen Blick wert.
Arte hat aber auch noch mehr zum Thema Batman zu bieten, nämlich „(Fast) die ganze Wahrheit“, ein launiges, handgemachtes Video zum Dunklen Ritter. Schon etwas älter, aber immer noch amüsant.
Die spoilerfreie Version: Birds of Prey and the Emancipation of Harley Quinn ist kein sehenswerter Film – es sei denn, man ist ein Hardcore-Harley-Fan.
Disclaimer: Nein, ich schreibe das nicht nur, weil ich ein Mann bin. Ich bin für Gleichberechtigung und auch für starke Frauenfiguren. Vor allem aber bin ich für Unterhaltung, die ihre Zuschauer nicht unterfordert.
Die SPOILER-Version:
Das neue DC-Filmuniversum ist ein Unternehmen voller Fehlstarts: Man of Steel, Batman v Superman, Justice League – und Suicide Squad war der Tiefpunkt. Auf diesen Ruinen versucht man nun zu retten, was zu retten ist. Mit Solo-Filmen wie Wonder Woman, Shazam und Aquaman gelingt das bereits überwiegend. Reboots von Batman und Suicide Squad (2021) sollen es weiterhin richten. Jetzt soll Birds of Prey Harley Quinn retten, denn immerhin wurde Margot Robbie für ihre bisherige Darstellung gelobt. Also auf ein zweites Mal.
Um es gleich vorwegzunehmen: Birds of Prey ist ein Harley-Quinn-Film. Ohne Joker und ohne Batman. Die Hauptfigur erzählt ihre Geschichte selbst. Das beginnt noch sehr amüsant mit einer kleinen Cartoon-Sequenz, die den Vorteil hat, dass man Jared Leto nicht mehr casten musste. Dann sehen wir eine lange Zeit ihren Emanzipationsversuch.
Harley Quinn hat mit dem Joker Schluss gemacht – oder vielmehr er mit ihr. Am Boden zerstört beginnt sie ein neues Leben und genießt es, dass sich die Nachricht noch nicht herumgesprochen hat, denn so kann sie sich auch erlauben, dem Fahrer von Roman Sionis (Black Mask, gespielt von Ewan McGregor) die Beine zu brechen und ungestraft davonzukommen. Nachdem sie aber ACE Chemicals-Fabrik in die Luft jagt und damit endgültig ein Zeichen setzt, ist Schluss mit lustig: Die halbe Stadt will sich an ihr rächen.
Als erstes Detective Renée Montoya, die sich auch traut, es mit Black Mask aufzunehmen, obwohl ihm Gotham gehört. Wir sehen eine alberne Verfolgungsjagd, bei der so ziemlich jeder, der einen Groll gegen Harley hegt, zufällig am gleichen Ort erscheint, um sie umzubringen. Und sie kommt davon, obwohl sie zwischendrin stehen bleibt, um von einem Marktstand eine Handtasche zu stehlen. Am Ende wird sie gerettet durch eine Deus ex machina (Huntress), was im ganzen Film viel zu oft vorkommt. Harley ist eine Chaotin, die keinen Plan hat und trotzdem immer mit Glück und Gewalt durchkommt.
Spannungsarme Diamantenjagd
Der Film braucht lange, bis die eigentliche Handlung einsetzt: Cassandra Cain, eine junge Taschendiebin, stiehlt von Victor Zsasz einen Diamanten, den Black Mask haben will. Harley wird von ihm gefangen genommen und um ihr Leben zu retten verspricht sie, den Stein zu beschaffen. Sie bricht ohne Probleme in eine Polizeistation ein und schafft es mit einer Konfettikanone sämtliche Polizisten ohne großen Widerstand auszuknocken. Die Schurken, die daraufhin reinplatzen (ebenfalls ohne Widerstand) werden dann weniger pfleglich behandelt.
Harley erfährt, dass Cassandra den Diamanten geschluckt hat. Es geht also (wie bei Justice League) um einen Stein. Aber der McGuffin, der sonst niemanden interessieren würde, wird durch Cassandra personalisiert und emotional aufgeladen. Harley freundet sich mit ihr an und wird ihre Mentorin. Nachdem Dinah Lance (Black Canary), Sängerin in Black Masks Nachtclub, Harley vor zwei Männern rettet, die sie entführen wollen, wird sie zu Black Masks Chauffeurin. Huntress rächt sich an etlichen Mafiosi für den Mord an ihrer Familie. Montoya wird bei ihrem Einsatz gegen Black Mask vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht an die Regeln hält. Am Ende kommen alle zusammen, um Cassandra vor Black Mask zu schützen.
Der Showdown findet – ungeachtet des Bruchs mit dem Joker – auf einem stillgelegten Rummelplatz statt. Sionis legt sich erst dann seine schwarze Maske an und lässt seine False Face Society auf die Frauentruppe los. Dankenswerterweise ist die Vorhut ohne Pistolen ausgestattet, sodass die Frauen, die ohnehin kaum eine Kugel zur Verfügung haben, alle anderen reihum verprügeln können. Es ist eine einfallslose und chaotische Szene ohne Spannung, alles läuft sehr glatt und mühelos. Interessanter wird es zwar am Ende, als Harley Black Masks Auto auf Rollschuhen verfolgt. Aber leider ist der Schurke kein würdiger Gegner und allzu leicht zu besiegen.
Fazit: Unausgegoren
Birds of Prey ist ein schriller, bunter Film geworden, der auf harte sinnlose Gewalt und albernen, teils sehr schwarzen Humor setzt. Harleys Klamauk ermüdet aber schnell. Der Film ist chaotisch erzählt, ohne besonderen Anlass unchronologisch. Immer wieder werden unelegant Erklärungen nachgereicht, wer diese ganzen Figuren sind (Black Canary, Huntress, Montoya, Cassandra Cain). So kommt es, dass der Film mehr erklärt, als dass er erzählt. Manchmal sogar zu viel, damit auch die dümmsten Zuschauer folgen können. Aber wäre die Erzählweise weniger sprunghaft, wäre das auch kein Problem.
Leider bleiben die Nebencharaktere trotz allem oberflächlich, obwohl in ihnen mehr Potenzial steckt und sie charismatisch besetzt sind. Auch Black Mask schöpft sein Potenzial nicht aus. Ewan McGregor verleiht ihm zwar Persönlichkeit, wirkt aber selten bedrohlich. Dafür hat er seinen Handlanger Victor Zsasz, der aber nur ein besserer Statist ist.
Der Film ist zwar deutlich unterhaltsamer als Suicide Squad, weil er immerhin ein paar interessante Einfälle hat, aber am Ende wirkt auch Birds of Prey formelhaft, unausgegoren und bemüht. Bemüht lustig und bemüht cool. Peinlich genug: Die Figuren müssen sich ständig gegenseitig zusprechen, wie angeblich cool sie sind. Und wenn es Selbstironie gibt, zieht es die Figuren leider ins Lächerliche. Eine Marilyn-Monroe-Hommage zu „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ wirkt unmotiviert.
Emanzipation? Nicht wirklich
Und wie steht es um die im Untertitel beschworene Emanzipation? Die fällt leicht, denn in diesem Film ist jeder Mann ein Drecksack. Na gut, nicht ganz jeder: Allein der Mann, der für Harley Eiersandwiches macht, scheint ein lieber Kerl zu sein. Aber Black Mask, Zsasz und die anderen sind fiese, eindimensionale Schurken. Wie fies zeigt sich einerseits darin, dass Sionis seinen Opfern bei lebendigem Leibe die Gesichter abschneiden lässt, andererseits auch dass Sionis eine Frau, die ihn mit ihrem Lachen stört, auf den Tisch steigen, ein wenig tanzen und ihr Kleid zerreißen lässt. Die Szene bleibt auf seltsame Weise ohne Pointe.
Was Gewalt an Frauen angeht, wirkt der Film in seiner Darstellung fast verharmlosend. In einer anderen Szene wird eine betrunkene Harley Quinn fast von zwei Männern entführt, aber die Situation wirkt nie bedrohlich. Black Canary braucht lange, um sich zu überwinden, ihr zu helfen. Und warum sich das Team vor dem Endkampf kollektiv neu einkleiden und schminken muss, leuchtet nicht ein. Und sehr emanzipiert wirkt es auch nicht.
UPDATE: Anscheinend vertrete ich die unpopuläre Meinung. Laut Rotten Tomatoes kann Birds of Prey die meisten Kritiker überzeugen.
Wenn ich einen Film richtig gut finde, schaue ich mir die Honest Trailer dazu lieber nicht an, weil ich mir die Filme nicht ruinieren will. Wenn man erst einmal auf etwas Bestimmtes hingewiesen wird, kann man den Film nicht mehr sehen, oder immer wieder daran zu denken.
Bei Jokerhabe ich mal eine Ausnahme gemacht. Und es zeigt sich: Gute Filme können selbst nicht von Honest Trailern kaputtgemacht werden. Oder andersrum gesagt: Je besser der Film, desto schlechter der Honest Trailer. Denn in einem Film wie Joker gibt es nicht viel, worüber man sich lustig machen könnte. Und so ist das Video mehr zu einer Würdigung und Verteidigung gegen die Kritiker geworden, die behauptet haben, der Film stifte zu Gewalt an. Die Realität hat uns eines Besseren belehrt: Es laufen nicht überall Killer-Clowns herum und spielen Revolution.
Die witzigste Bemerkung ist der Vergleich mit Jared Letos Joker in Suicide Squad: „instead of writing ‚damaged‘ on his forehead, (he) just damages his forehead“.