Comic

Batmans erste Liebe

DC Comics

Titel: Got a Date With an Angel/The Penny Plunderers

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Javier Pulido, Graham Nolan

Erschienen: 1999 (The Batman Chronicles #19), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Eaglemoss 2021 (Batman Graphic Novel Collection 53)


Es müssen nicht immer die großen Storys sein, die den größten Effekt haben. Im Gegenteil: Zu den besten Batman-Comics zählen oft die, die sich kurz fassen, denn Perfektion erzielt man am ehesten durch Reduktion, wenn man nichts mehr weglassen kann. Und so bleiben uns nicht die 100 Kapitel Knightfall in Erinnerung, sondern eher die kleinen Storys, die in einer Heftlänge oder weniger erzählt werden. So ist es auch hier, in der 18-seitigen Kurzgeschichte „Got a Date With an Angel“, die in Batmans Year One spielt, genauer gesagt an seinem vierten Tag als Batman.

Bruce Wayne hat vor vier Tagen eine Frau namens Viveca kennengelernt und mit ihr die Nacht durchgetanzt. Sie hat keine Ahnung, was er seitdem getrieben hat, und er will es ihr auch nicht verraten. Nun verabredet er sich mit ihr für die nächste Mitternacht, doch dann kommt ihm das Vigilantentum in die Quere, er meldet sich erst 15 Minuten zu spät, sie will nicht auf ihn warten und gibt ihm noch eine Chance für morgen.

Eine Nacht später muss er absagen, beim dritten Mal schafft er es rechtzeitig zum Date, es wird wieder getanzt. Doch kaum ist Bruce wieder zu Hause, findet er heraus, dass seine halbherzigen Taten als Batman verheerende Konsequenzen hatten. Schwer getroffen ruft er Viveca an und macht Schluss mit ihr. Seine Ausrede ist eine Notlüge von tieferer Wahrheit: „There is someone else.“

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Batman und Robin als Ninjas im alten Japan

DC Comics

Titel: The Narrow Path

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Enrique Villagrán

Erschienen: 1994 (Robin Annual #3, 1994)


Auch das hat es mal gegeben: Batman und Robin als Krieger im alten Japan. Gleich zu Beginn muss sich Batman, der schwarze Ninja im Zeichen der Fledermaus, gegen eine Horde von Angreifern zur Wehr setzen. Mit dem Tötungsverbot ist es da nicht weit her, hier metzelt er einen nach dem anderen mit dem Schwert dahin. Doch als schon fast alle besiegt sind, trifft ihn ein Pfeil und schließlich bringt man ihn mit Gewehrschüssen zu Fall.

Warum nicht gleich so? Weil es so dramatischer ist und sein Schüler Tengu (Robin) es hören und herbeieilen kann. Sein Sensei gibt ihm den Auftrag, eine geheime Schriftrolle zu ihrem Herrn, den Daimyo Toyotomi Hideyori zu bringen. Außerdem ringt er ihm das Versprechen ab, niemanden zu töten, um ihn zu rächen.

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Legends of the Dark Knight: Engines

DC Comics

Deutscher Titel: Maschinen

Autor/Zeichner: Ted McKeever

Erschienen: 1995 (Legends of the Dark Knight #74-75); dt. Carlsen 1998


Ein Mann im Schlachthaus. Ein selbsternannter Niemand, ohne Leidenschaft, Freunde oder Anteilnahme, arbeitet an seiner eigenen Selbstauflösung. Er stellt sich vor, wie all das vergossene Blut der Opfer, zusammen mit Alkohol und Chemikalien in der Kanalisation zusammenlaufen und eine Maschine nähren, wodurch die Toten wiederauferstehen. Er kauft sich Waffen und bringt Leute um, die es seiner Meinung nach verdienen, weil sie andere am natürlichen Verfall stören.

Batman ist ihm auf der Spur, rettet ihn vor einem Zug und es kommt zum Duell. Dem Mann erscheint er mal wie ein Dämon des Mondes, dann wie ein weißer Ritter der Sonne, der am Ende in der Kanalisation gegen ein Maschinenmonster kämpft …

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Das Ende des Golden Age: Batman #100 (1956)

DC Comics

Titel: Batmantown, U.S.A./The Hunters of Gotham City/The Great Batman Contest

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #100)


Die erste Batman-Jubiläumsausgabe schaut auf dem Cover nicht nur auf ihr 16-jähriges Bestehen zurück, indem sie sechs historische Ausgaben zeigt, mit ihr endet auch das Golden Age. Natürlich ist es eine willkürliche Festlegung, orientiert am Auftritt von Batwoman in Detective Comics #233, aber es steht auch als Symptom dafür, dass Batman sich allmählich selbst historisch zu werden beginnt.

Auf dem Cover ist das Titelbild von Batman #1 reproduziert, die Neuerzählung des Origins in (Batman #47), als einziger Schurke ist der Joker repräsentiert, ansonsten sind drei wichtige Aspekte zu sehen: die Batcave (Batman #48), Batman als Tüftler am Batplane II (Batman #61) und Batman und Robin als Abenteurer bzw. Zirkusartisten, die mit einem Motorrad durch einen brennenden Ring springen. Vieles davon findet sich auch in den Storys des 100. Heftes wieder.

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Batwoman gegen Batman

Titel: Batwoman Vol. 4: This Blood is Thick

Autor/Zeichner: J.H. Williams, W. Haden Blackman/Trevor McCarthy u.a.

Erschienen: 2013 (Batwoman #18-24), Hardcover 2014, Omnibus 2021


Director Bones, der Chef des Department of Extranormal Operations (D.E.O.), hat Kate Kanes Schwester Elizabeth (die Schurkin Alice aus Elegy) wiederbelebt und hält sie gefangen. Nun zwingt er Kate dazu, als Batwoman Batmans Identität aufzudecken, da er ihn für eine nationale Bedrohung hält. Dann bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrer Familie, ihrem Vater, ihrer Cousine Bette (Flamebird/Hawkfire) und ihrer Verlobten Maggie Sawyer. Dann rekrutiert Batwoman Bane und andere Schurken, um Batman eine Falle zu stellen – es kommt zum großen Showdown mit dem Verrat am Vorbild.

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Neuauflage für „Batman: The Cult“

DC Comics

Wenn vom Batman der späten 80er die Rede ist, dem Beginn von Batmans Moderne, dann ist immer wieder nur von vier Klassikern die Rede: The Dark Knight Returns, Year One, Arkham Asylum und A Death in the Family. Doch ein fünfter Comic wird dabei meist vergessen: The Cult von Jim Starlin und Bernie Wrightson (1988). Darin geht es um den Prediger Deacon Blackfire, der eine Armee von Obdachlosen um sich schart und eine Schreckensherrschaft in Gotham errichtet. Batman wird an die Grenzen seiner Psyche getrieben.

Diese Story ist in vielerlei Hinsicht so viel stärker und interessanter als die von Jason Todds Tod, dass man sich wundern muss, warum sie seit einem Paperback von 1991 nicht erneut aufgelegt worden ist. Eine erste deutsche Ausgabe erschien 1989 im Norbert-Hethke-Verlag, 2022 brachte Panini eine Deluxe Edition heraus, aber während DC all seine anderen Klassiker immer wieder neu auflegt und auch viel minderwertiges Material nachdruckt, ignorierte der Verlag The Cult mehr als 30 Jahre lang völlig. Nun aber die frohe Botschaft: Im Oktober soll endlich das Original in einer Deluxe Edition erscheinen. Preis: 39,99 US-Dollar. Jauchzet und frohlocket! Jeder Batman-Fan sollte dieses Buch gelesen haben.

Leider wird aber anscheinend nur die vierteilige Miniserie enthalten sein. Dabei könnte man bei der Gelegenheit auch zwei weitere Batman-Comics von Bernie Wrightson einfügen: Swamp Thing #7 (1973) und die Solomon-Grundy-Story „Splash“ aus Hidden Treasures (2010). Vielleicht mal in 30 Jahren. Wer sich nicht gedulden mag, Geld und Platz sparen will, kann sich die vier Cult-Ausgaben auch günstig digital kaufen.

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Generation Joker: Künstliche Intelligenz als Vaterersatz

DC Comics/Panini

Titel: Batman White Knight Presents Generation Joker

Autoren/Zeichnerin: Sean Murphy, Katana Collins, Clay McCormack/Mirka Andolfo

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2024; dt. Panini 2024


Was bisher geschah, könnt ihr in White Knight, Curse of the White Knight und Beyond the White Knight nachlesen – ich setze hier mal voraus, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt, also bitte keine Spoiler-Panik.

In Generation Joker geht es mal wieder um Harley Quinn und ihre beiden Kinder, Bryce und Jackie, die sie einst mit dem Joker bzw. Jack Napier gezeugt hat. Jack ist tot, die Kinder vermissen ihren Vater, würden ihn gern kennenlernen. Da kriegen sie ein Gerät in die Finger, das ihn wiederauferstehen lässt, als künstliche Intelligenz in Hologrammform. Der Vater löst sich allerdings langsam auf, daher büxt er mit ihnen und dem Batmobil aus, um ihnen die Orte seiner Vergangenheit zu zeigen und eine Lösung für das Problem zu finden. Harley versucht daraufhin, sie wieder einzufangen.

Doch dann taucht das FBI auf, vertreten durch Agent Prince (Wonder Woman) und John Stewart (Green Lantern, aber ohne Ring) und sie wollen an das Gerät. Dann kommt noch die andere (Ex-)Harley Quinn dazu, Marian Drews alias Neo Joker, alias „Nenn-mich-nicht-so“, also bekommt sie hier den Namen Riot verpasst (was im Deutschen so unnötig wie schief mit „Krawall“ übersetzt wird). Es gibt auch Wiedersehen mit Batman Bruce und einigen anderen Schurken wie Poison Ivy, Mister Freeze und Two-Face …

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Legends of the Dark Knight: Criminals

DC Comics

Autor/Zeichner: Steven Grant/Mike Zeck

Erschienen: 1995 (Legends of the Dark Knight #69-70)


Im letzten Jahrhundert, bevor es digitale Konten gab, bekamen Angestellte ihre Lohntüte, bezahlt in Bar, aus einem Safe. Einen solchen will eine Bande in einer Gießerei ausrauben. Batman greift ein, wird fast vom Anführer erschossen, doch einer der Gauner rettet dem Dunklen Ritter das Leben. Die Bande kommt in den Knast. Zehn Monate später wird ein Mann ermordet und der überlebende Sohn identifiziert den Mörder als einen ehemaligen Häftling, der eigentlich längst hingerichtet wurde. Zuvor wurde ein Mann überfahren, an dem ebenfalls die Todesstrafe vollstreckt worden ist. James Gordon schickt Batman undercover in den Knast, um den Fall aufzuklären. Hier darf sich Batman sogleich für den Gefallen, dem man ihm getan hat, revanchieren …

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Batman vs Narcosis

Shadow of the Bat: Narcosis

Titel: 50th Issue Villain Special/The Nightmare Man/Safe as Milk

Autor/Zeichner: Alan Grant/Dave Taylor

Erschienen: 1996 (Shadow of the Bat #50-52), dt. Dino 1998 (Batman #14-16, Time Warp I)


Es gibt eine Tradition bei Comics: Kaum hat eine Serie 50 Ausgaben erreicht, nimmt man es zum Anlass für ein kleines Jubiläum. (Früher brauchte man noch 100 Ausgaben, heute ist die Lebenszeit von Serien kürzer.) Idealerweise bietet man treuen Fans und neuen Lesern gleichermaßen ein Fest. Und so ist auch die 50. Ausgabe von Shadow of the Bat etwas Besonderes, nämlich ein Heft voller Schurken. Doch nicht etwa die üblichen Verdächtigen wie Joker, Pinguin und Co, sondern die der letzten Jahre, nämlich die, die Autor Alan Grant selbst geschaffen hat. Und er fügt dem noch einen neuen hinzu: Narcosis.

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Batman und der Idiot von Rio

DC Comics

Titel: The Idiot Root

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Norm Breyfogle, Jim Aparo

Erschienen: 1991 (Batman #472, Detective Comics #639, Batman #473, Detective Comics #640), Paperback 2020 (Batman: The Caped Crusader Vol. 5)


Schon wieder Herzen! Zuerst kochte sie Cornelius Stirk, dann machte Abattoir Jagd auf sie, nun reist eine gewisse Queen of Hearts nach Rio de Janeiro, um dort Herzen zu sammeln, allerdings nicht auf die romantische Art. Nein, sie reißt sie den Leuten aus dem lebendigem Leib, erfreut sich an ihrem Zucken und steckt sie in kleine Wiegen. Ziemlich krank? Stimmt, daher reist Batman hinterher, um sie aufzuhalten.

Seltsam ist, dass die Schurkin, die sich anscheinend – wie so viele – von Alice im Wunderland hat inspirieren lassen, so sehr an Herzen hängt, wo doch ihr Vorbild es eher mit abgetrennten Köpfen hatte. Aber dazu kommen wir noch. Denn in den Straßen Rio wird auch eine neue Droge verkauft, die Menschen (vor allem Kinder) zu Zombies werden lässt. Gewonnen wird das Zeug aus der „Idiot Root“, einer Wurzel, die eigentlich für spirituelle Rituale dient, hier aber in konzentrierter Form missbraucht wird. Außerdem verschafft der Rausch Zugang zur „Idiot Zone“, in der ein gewisser „Idiot“ regiert, der aus dem verschmolzenen Geist vierer Geisteskranker entstanden ist. Dieser raubt anderen den Verstand, damit er sich in der wahren Welt materialisieren und weitere Köpfe leersaugen kann.

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