Comic

Der Tod des Pinguins

DC Comics

Titel: Snow and Ice (Part 1-2)

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1990 (Detective Comics #610-611), Paperback 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Der Pinguin ist tot. Gestorben im Knast, beim Training. Alle kommen zur Beerdigung: Commissioner Gordon, selbst Batman. Kann das wirklich sein, fragt sich der Held? Ja, immerhin haben zwei Ärzte den Tod bestätigt. Bei der Trauerfeier sammelt der Pinguin postum Spenden für Pinguine.

Aber natürlich kann das nicht sein. Noch in derselben Nacht buddeln ihn zwei Stooges aus und erwecken ihn wieder zum Leben. Zombie-Pinguin? Nein, nur ein Hypnosetrick. Der Todesfetischist Mortimer Kadaver hat den Pinguin in Scheintod versetzt und wieder aufgeweckt. Sogleich macht er sich über Juwelen, Kokain und schließlich über das eingesammelte Spendengeld her.

Es geht brutal zur Sache: Der Pinguin und seine Komplizen jagen Gangster in die Luft und erschießen Wachen. Auch Cadaver soll dran glauben, aber er hält den Pinguin in Schach, solange er ihn wieder per Hypnose in seinen Scheintod zurückversetzen kann. Batman macht kurzen Prozess: Ein Wurf mit einem Mülleimerdeckel und ein Schlag ins Gesicht, schon landet der Pinguin wieder im Knast. Besonders genial war der Plan nicht gerade …

Nebenbei erfahren wir, dass sich der Pinguin seine tödlichen Schirme von einem Alt-Nazi herstellen lässt – allerdings gegen dessen Willen.

Mehr zum Thema:

Batmans Penis wird zum Sammlerstück

Die heikle Stelle aus Batman Damned #1 (DC Comics)

Darf ich vorstellen: Das ist Bruce Wayne – nackt. Nicht unbedingt, wie Gott ihn schuf, auch nicht wie Bob Kane. Hier war es Lee Bermejo. Der hat ihm zum ersten Mal einen Penis gemalt. Batman zieht sein Kostüm aus und da sieht man das Geschlechtsteil angedeutet, aber ziemlich klar, im Schatten.

So geschehen in Batman: Damned #1, das am 19.9.2018 in den USA erschien. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Schon gar nicht in dem Land, in dem es völlig in Ordnung ist, die brutalsten Comics an Kinder zu verkaufen, aber Nacktheit in der Kunst immer noch als schwerstes moralisches Vergehen angesehen wird. Doch DC will mit seinem Black Label etwas wagen – Comics für Erwachsene, abseits des Kanons.

DC Comics

Batmans Penis hat – natürlich – eine Kontroverse ausgelöst. Und DC hat reagiert: In der digitalen Fassung ist das gute Stück im Schatten verschwunden. Weitere Nachdrucke des ersten Heftes sind zunächst nicht geplant, hat der Verlag bekannt gegeben. Falls doch, will man den Penis zensieren. Die offizielle Begründung: Die Darstellung trage nichts zur Story bei. Das tun die gewagten Kostüme weiblicher Superheldinnen, die mehr zeigen, als sie verbergen, meist auch nicht. Aber keine Moral ohne Doppelmoral.

Auf Ebay werden bereits astronomische Preise für das „unzensierte“ Heft verlangt, ein Händler wirbt unverhohlen mit dem „Comic in dem Batmans bestes Stück auftaucht“. Wer ein Exemplar hat, kann sich glücklich schätzen: Es ist bereits ein Sammlerstück. Damit hätte DC einen geschickten Marketingcoup inszeniert, wenn es nicht halbherzig gewesen wäre.

Batman Damned #2 wurde um zwei Wochen verschoben und erscheint am 5.12., Nummer 3 am 13.3.2019.

Batman und der Bauchredner

Der Bauchredner und seine Puppe Scarface, geschaffen von John Wagner, Alan Grant und dem Zeichner Norm Breyfogle, hatte seinen ersten Auftritt 1988 in Detective Comics #583-584 (nachgedruckt in Legends of the Dark Knight: Norm Breyfogle Vol. 1, 2015). Aber sein Charakter wurde erst allmählich entwickelt.

Die Geschichte beginnt so: Eine neue Droge flutet Gothams Straßen: „Fever“ lässt Menschen nicht nur körperlich heißlaufen, sondern auch übermütig werden – und mörderisch. Batman bricht in das Hauptquartier der Dealer ein und seine Spur führt zu einem neuen Gangster: Scarface.

Parallel dazu lernen wir bereits, dass Scarface nur eine Holzpuppe ist, die von einem geheimnisvollen Bauchredner bedient wird. Dieser schreckt nicht davor zurück, seine eigenen Leute mit dem Maschinengewehr zu ermorden, wenn sie versagen. Schließlich lässt er einen sogar in einem mexikanischen Drogenlabor umbringen und in seiner Leiche die Droge über die Grenze schaffen.

DC Comics

Offiziell betreibt Scarface nur den Ventriloquist Club, in dem er gerne Spaghetti und Minestrone isst und aus dem er Gäste auch gerne mal hinauswirft, wenn sie ihn schräg ansehen. In dem ersten Zweiteiler geht alles ganz schnell: Batman erwischt Scarface auf frischer Tat, es gibt einen makabren Zwischenfall in einem Beerdigungsinstitut, Batman steht kurz selbst unter dem Einfluss der Droge, aber kann den Rausch überwinden. Der Bauchredner landet samt Puppe im Knast. Hier zeigt sich die gespaltene Persönlichkeit: Der Bauchredner behauptet, nur Scarfaces Handlanger zu sein, aber dafür rächt sich die Puppe, indem sie auf ihn einschlägt.

Scarface kehrt zurück

In The Return of Scarface (Batman #475, Detective Comics #642, Batman #476, 1992) wird der Bauchredner aus dem Knast entlassen und Scarface nimmt Rache an den Leuten, die ihn in seiner Abwesenheit um sein Drogenimperium gebracht haben. Zunächst wird er kaputtgeschossen und fast schon beerdigt. Der Bauchredner sieht seine Chance, ihm zu entkommen und will sich schon nach Kalifornien absetzen, aber dann fängt er nicht nur selbst an, die Bs als Gs auszusprechen und die Puppe holt ihn zurück zu sich.

Daraufhin repariert Wesker die Puppe und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Sogar einen Panzer fährt er auf, um die Street Demonz zu erledigen. Dabei werden seine Prioritäten klar: Geld und Drogen sind nicht so wichtig, wie den Menschen zu zeigen, wer der Boss ist. Bei der ganzen Aktion wird Fotografin Vicki Vale angeschossen. Bruce Wayne, der etwas mit ihr laufen hat, überlegt, ob er sich ihr nicht als Batman offenbaren soll. Aber das bringt er dann doch nicht über sich.

Über den Bauchredner erfährt man in den ersten beiden Storys nichts. In der Storyline Prodigal erwähnt Batman nebenbei (Shadow of the Bat #32), dass Arnold Wesker ein Psychopath sei, der unter extremer Schizophrenie leide (was Unsinn ist, weil Schizophrenie – ein populärer Irrtum – keine gespaltene Persönlichkeit beschreibt). Er drücke seine böse Seite durch die Puppe aus.

Die Vorgeschichte des Bauchredners

DC Comics

Die Vorgeschichte wird erst 1994 ausführlich erzählt, in Showcase ’94 #8-9. Darin ist es zunächst der lebenslänglich verurteilte Mörder Donnegan, der in Blackgate zufällig ein Buch übers Bauchreden in die Hände kriegt und aus Langeweile die Kunst lernt. Daraufhin schnitzt er sich eine Handpuppe aus altem Holz – das Holz stammt von einem Galgen.

Kaum ist die Puppe fertig, entwickelt sie ein Eigenleben. Sie protestiert gegen den Namen Woody und verrät, dass ihr Schöpfer einen geheimen Fluchttunnel gräbt. Als ein neuer Insasse Arnold Wesker in die Zelle kommt, überredet die Puppe ihn, mit ihm zu fliehen. Doch zuvor wird der schüchterne Arnold zum Mörder. Zuerst erschlägt er Donnegan, als dieser ihn hindern will. Als er dann einen Selbstmord fingieren will, bemerkt er, dass sein Opfer noch lebt. So lässt er ihn hängen. Auf der Flucht erschießt er noch zwei Wachmänner. Und schließlich gibt sich die Puppe selbst den Namen Scarface.

DC Comics

Arnold Wesker kam wegen Totschlags nach Blackgate. Bei einem Kampf in einer Bar soll sein Opfer unglücklich gestürzt sein. Noch mehr tragische Vorgeschichte bekommt er drei Jahre später (Killer Killer: Storm Gird/The Old Man and the Sea; Shadow of the Bat #59-60, 1997). Darin erfahren wir, dass Weskers Eltern vor seinen Augen von einem Laster für Schaufensterpuppen überfahren wurden, als er noch ein Kind war. Und weil zuvor ein Albatross vorbeiflog, glaubt er, dass das sein Unglücksvogel ist. Scarface will ihn davon befreien und ihn dazu zwingen, einen Albatross zu erwürgen, aber er bringt es nicht übers Herz. Dann kommt Batman dazwischen.

Während der Storyline Cataclysm versucht der Bauchredner als Trittbrettfahrer Profit aus dem Beben zu schlagen, indem er eine neue Puppe als Quakemaster ausgibt und so versucht, Gotham zu erpressen. In Detective Comics #818 (2006) wurde Wesker erschossen und Detective Comics #843 von einer Frau, Peyton Riley, ersetzt. In der neuen Continuity (The New 52) lebt Wesker wieder.

Mehr zum Thema: Der Bauchredner in Batman: The Animated Series.

>> Batman 1980-1989 / Batman 1990-1999 / Shadow of the Bat

Batman-Zeichner Norm Breyfogle ist tot

Norm Breyfogle ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Der Künstler hat sechs Jahre lang, von 1987 bis 1993, Batman gezeichet und maßgeblich geprägt. Neben den Hauptserien Batman und Detective Comics war der erste Zeichner der Serie Shadow of the Bat. Mit dem Autor Alan Grant schuf er Charaktere wie den Bauchredner (Scarface/Ventriloquist), Szasz und Anarky. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt auch die erste (offizielle) Elseworlds-Story Holy Terror. Seine letzten Batman-Comics waren für Batman Beyond.

Breyfogle erlitt im Dezember 2014 einen Schlaganfall, wodurch seine linke Körperhälfte gelähmt war – fatal für einen Linkshänder. Weil er keine Krankenversicherung hatte und sich keine Behandlung leisten konnte, hatten Fans zu einer Spendensammlung aufgerufen.

Der erste Band einer Werkausgabe ist 2015 erschienen (Legends of the Dark Knight: Norm Breyfogle Vol. 1), der zweite Band erscheint im November.

Catwoman in den 70ern

Nach einer zwölfjährigen Abwesenheit kehrte Catwoman zwar zurück in die Comics, aber im Vergleich zu den 18 Auftritten in ihren ersten 14 Jahren nur noch selten. Drei Mal tauchte sie in den 60ern auf, darunter einmal in der Serie Lois Lane, zwei Kostümwechsel macht sie durch. In den 70ern hat sie nur sechs prominente Auftritte:

  • The Fist of Flame/Fangs of Fire (Wonder Woman #201-202, 1972)
  • Catwoman’s Circus Caper (Batman #256, 1974)
  • The Curious Case of the Catwoman’s Coincidences! (Batman #266, 1975)
  • The Cat and the Clown (Joker #9, 1976)
  • Take 7 Steps to … Wipe-Out! (The Brave and the Bold #131, 1976)
  • From Each Ending… A Beginning! (DC Super Stars #17, 1977)

The Fist of Flame/Fangs of Fire (1972)

DC Comics

Erst 1972, nach drei Jahren Pause, taucht Catwoman wieder in einem Comic auf, allerdings in einem Abenteuer mit Wonder Woman. Die Heldin, die ihre Kräfte und ihr Kostüm verloren hat, sucht im fernen Asien nach einem Juwelen, während Catwoman versucht, ihr zuvorzukommen. Schließlich geraten beide in Gefahr, als sie ein Kult gefangen nimmt und sie gegeneinander kämpfen lässt.

Die beiden Frauen werden an Seilen über einer Feuergrube festgemacht und mit Schwertern aufeinander losgelassen. Nur wer die andere in die Flammen befördert, darf weiterleben. Obwohl sie noch nie gemordet hat, hat Selina kein Problem damit, Diana zu töten, aber die Titelheldin findet einen Weg, dass beide überleben und gemeinsam gegen den bösen Kult kämpfen. Allerdings nimmt die Story einen unnötigen Umweg über eine mittelalterliche Fantasy-Welt und hat bis auf den Zweikampf nicht viel Nennenswertes zu bieten.

Catwoman’s Circus Caper (1974)

Catwoman reitet einen weißen Tiger

Catwoman trifft erst wieder 1974 auf Batman. Als Robin einen Mord an einem Trapezkünstler im Zirkus aufzudecken versucht, entdeckt Batman zufällig, dass sich Selina Kyle inknognito als Dompteurin „Nelias“ ausgibt, um zwei weiße Tiger aus der Gefangenschaft zu befreien. Catwoman versucht auf einem Tiger davonzureiten, doch Batman holt sie schnell mit dem Pferd ein und nimmt sie fest.

Batman stürzt sich auf Catwoman

Ohne nachzudenken geht Robin davon aus, dass Catwoman die Mörderin ist. Doch weit gefehlt – das Opfer wurde von seinem eigenen Bruder ermordet. Und warum? Weil Catwoman dem Opfer schöne Augen gemacht hat und dadurch die Eifersucht des Bruders auf sich gezogen hat. Aber Selina war natürlich nicht an Männern, sondern nur an ihrer eigenen Agenda interessiert. (Die Sache klärt sich übrigens bei einem Kampf mit Balancierstangen auf dem Hochseil.)

Batman zieht Bilanz: „Catwoman causes evil … even without intending to! That’s her curse! And for me … whenever I meet a woman I can care for, she’s an enemy! And that’s my curse!“

The Curious Case of the Catwoman’s Coincidences! (1975)

Das nächste Wiedersehen verdankt sich einer Reihe seltsamer Zufälle. Bei einem Gefangenentransport in einem Zug rollt ein Caterpillar von einer Baustelle auf die Schienen, der Zug entgleist, und obwohl Bruce Wayne (noch ein Zufall) mit an Bord des Zuges ist und schnell ins Batman-Kostüm schlüpft, entkommt Selina, weil sich Batman zunächst um größere Schurken kümmern muss.

Zufällig kommt einer von Catwomans Komplizen vorbei und nimmt sie im Auto mit, kurz darauf ist Catwoman wieder zurück im Geschäft – und zwar im alten Kostüm aus dem Golden Age, weil es (wie sie sagt) wieder in Mode ist. Kleiner Unterschied: Die Stiefel sind jetzt etwas höher.

Batman gegen Ozelots

Um Selina in die Falle zu locken, verkleidet sich Batman als reiche Dame mit Juwelen, aber statt sich selbst drum zu kümmern, schickt Catwoman ihre dressierte Katze los. Batman folgt ihr ins Geheimversteck, doch die größte Gefahr, die ihn dort erwartet, sind bloß zwei Ozelots, also nur sehr kleine Raubkatzen, was auch im Comic ziemlich mickrig aussieht. Während Batman früher gegen Löwen, Tiger und Panther kämpfen musste, wird er mit diesen Miezen schnell fertig, indem er sie in ein Tischtuch wickelt. Am Ende verrät Catwomans eigene Katze ihre Herrin, weil Selina sich zufällig auf einem Berg von Catnip-Säcken (Katzenminze) versteckt. Auch das kein Highlight ihrer Verbrechenskarriere.

The Cat and the Clown (1976)

Ihren dritten Auftritt hat Catwoman in der letzten Ausgabe der kurzlebigen Joker-Serie. Der Joker verkleidet sich als Schauspieler Benny Springer, der sich zusammen mit seiner Katze Hiawatha auf der Leinwand zeigt. Selina, die sich als Script-Girl ausgibt, schlägt den falschen Springer K.O., weil sie dessen Katze entführen will. Schließlich entführt sie auch den echten Springer samt Katze, um Lösegeld zu fordern.

Catwoman küsst Joker-Batman

Aber warum hält sie den Schauspieler fest? Um den Joker anzulocken und auszuschalten. Aber zuvor haut Springer ab, um später im Joker-Kostüm wiederzukehren. Der Joker kommt – und zwar in Gestalt von Batman. Catwoman, die Batman „sexy“ findet, gibt ihm einen Kuss, will ihn dann aber in einem Käfig festhalten. Der Joker gibt sich zu erkennen, der falsche Joker taucht auf und es kommt zum Kampf, der sich über fünf (ermüdende) Seiten erstreckt. Am Ende ist der echte Joker K.O. und Catwoman landet im Käfig.

Take 7 Steps to … Wipe-Out! (1976)

Eine ganz andere Catwoman erleben Batman und Wonder Woman in The Brave and the Bold #131. Nicht nur, dass sie wieder das Kostüm trägt, das sie von 1969 bis 1972 getragen hat, sie ist noch skrupelloser. Zum einen tötet sie hier zwei Menschen und erklärt auch die Absicht, Batman zu töten. Zum anderen nimmt sie die Staatsbürgerschaft eines Schurkenstaates an, wird sogar dessen Botschafterin und versucht, US-Geheimnisse außer Landes zu schaffen, die die nationale Sicherheit gefährden.

Catwoman täuscht ihren Tod vor

Die Ozelot-Phase ist hier vorbei. Batman und Wonder Woman müssen gegen Jaguare und Tiger kämpfen. Catwoman scheut vor nichts zurück, um die beiden Helden zu täuschen, sie inszeniert sogar ihren Tod mittels Drogen, um an ihnen vorbeizukommen, und benutzt am Ende Wonder Womans Flugzeug für den Schmuggel. Catwoman fällt hier sehr aus der Rolle, weder ihre Zuneigung zu Batman noch ihre Gier treiben sie an, aber der Grund für ihre Motivation wird nicht erklärt.

DC Comics

From Each Ending… A Beginning! (1977)

Bruce Wayne heiratet Selina Kyle

Die interessanteste Catwoman-Story der 70er ist eine, die nicht in der regulären Continuity spielt, sondern auf Erde 2, dem Paralleluniversum der Golden Age-Helden. Dort läuft die Geschichte so ab: Catwoman kommt in den Knast und schwört tatsächlich dem Verbrechen ab. Bruce Wayne empfängt sie bei ihrer Freilassung und heiratet sie bald darauf. Sie bekommen eine Tochter: Helena. Dick Grayson wird von Robin zu Batman, ist in dieser Story allerdings verhindert.

Catwoman stirbt in Batmans Armen

Doch eines Tages wird Selina Wayne von ihrer Vergangenheit als Verbrecherin eingeholt. Ihr ehemaliger Komplize Silky Cernak behauptet, sie hätte (ohne ihr Wissen) einen Polizisten getötet und erpresst sie mit einem Beweisfoto, ihr bei einem Überfall zu helfen. Noch einmal wird Selina zu Catwoman – ein letztes Mal. Denn als Batman (Bruce Wayne) dazwischengeht, wird Selina von einem Querschläger getötet, der ihm gegolten hat. Tochter Helena wird zur Heldin Huntress, deren Kostüm an die erste Batwoman und Catwoman von 1969 erinnert, und macht den Mörder ihrer Mutter dingfest.

Huntress (Helena Wayne)

>> Liste der Catwoman-Comics

(Hinweis: In einer früheren Fassung des Posts fehlte der Hinweis auf Batman #256, diesen habe ich am 28.11.2018 ergänzt.)

Pax Batmana

DC Comics

Titel: Batmen Eternal

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Javier Fernandez, Eddy Barrows, Alvaro Martinez

Erschienen: 2018 (Detective Comics #975-981),  Paperback 2018 (Detective Comics Vol. 7)


„Batman doesn’t have to be eternal.“

Regelmäßige Leser werden sich denken können, dass ich mich auf dieses Heft gefreut habe. Nicht, weil die Geschichte hier ihr Finale findet, sondern weil sie zu Ende geht. Nein, ich bin wirklich kein Fan von Detective Comics, seit 2011 ist das meine ungeliebte Serie. Im Falle der aktuellen Storyline von James Tynion IV bedeutet der siebte Band das Ende von

  • langen Monologen und endlosen Dialogen,
  • exzessivem Einsatz von Doppelseiten, bei denen man nie weiß, wie man lesen soll,
  • faden, aber unnötig ausgebreiteten Nebenschauplätzen,
  • einer Story, die zu wenig Batman zu bieten hat.

Was bisher geschah: Batwoman hat Clayface erschossen, nachdem er Amok gelaufen war. Jetzt steht sie am Pranger. Batman beruft die Familie zusammen, um darüber zu beraten, was mit Batwoman geschehen soll – allerdings ohne Batwoman. Man ist sich uneins. Die „Angeklagte“ verbündet sich in der Zwischenzeit wieder mit ihrem Vater und der Colony, seiner Batmen-Armee, um künftig global für Recht und Ordnung zu sorgen. Tödliche Gewalt soll nur noch die Ausnahme sein. Batwing und Azrael schließen sich ihr an (auch wenn Azrael in Band 1 fast von der Colony ermordet worden wäre).

Ulysses Hadrian Armstrong, dem ehemaligen Programmierer der Colony, hat derweil andere Pläne für ein eigenes Batman-Netzwerk. Dafür versucht er Red Robin (Tim Drake) auf seine Seite zu ziehen, der ohnehin seine Allmachtsfantasie der Verbrechensbekämpfung nicht aufgeben will. Ulysses benutzt die Technik des finsteren Tim Drake-Batman der Zukunft, den wir bereits in Band 5 (A Lonely Place of Living) kennenlernen durften. Ums kurz zu machen: Ulysses dreht durch und wird zum General, und damit seinem Vorbild aus dem Prelude zu Knightfall sehr ähnlich (ein Wandel, der sich schleichend vollzieht). Er hackt sich in die Colony und dann gehen die Probleme erst richtig los. Und alle wollen das Gleiche: die Pax Batmana, den großen Frieden im Zeichen der Fledermaus …

Kurz gesagt: Hier schließt sich der Kreis zu Band eins. Hier kommen nicht nur die wichtigsten Handlungsfäden zusammen, sondern auch fast alle Mitglieder des ursprünglichen Teams. Wer den ersten Band mochte, wird hier einen actionreichen Abschluss finden, allerdings ist es wichtig, zumindest auch Band 5 gelesen zu haben, um der Handlung folgen zu können.

Mich irritiert das viele Hin und Her der Figuren. Ständig ändern sie ihre Meinung, auf welcher Seite sie stehen, wie es gerade für die Story passt. Nicht nur Batwing und Azrael, auch andere Charaktere werden in kürzester Zeit von Freunden zu Feinden und umgekehrt. Batwomans großer Tabubruch scheint zum Schluss plötzlich vergessen, Kathy Kane sitzt gemütlich mit Bruce beim Essen und alles scheint wieder gut. Ich verstehe auch nicht, warum Batwomans Vater, der eigentlich ein Verbrecher ist, am Ende wieder den Mentor seiner Tochter spielt.

Auch dieser Abschluss ist jedoch so geschwätzig wie die übrigen Bände, drei lange Epiloge gibt es zum Schluss, sodass das Ganze kein Ende zu nehmen scheint. Aber immerhin löst sich alles so gut auf, dass wir so bald keine Batman-Soap wie diese mehr zu erwarten haben. Das dürfte die wahre „Pax Batmana“ sein …

>> Batman 2011-2019

Superman macht sein Testament

DC Comics

Titel: The Last Days of Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1962 (Superman #156)


„Do good to others and every man can be a Superman.“

Ein Jahr nach dem ersten Tod von Superman soll der Held wieder hops gehen. Das Cover kündigt an: „Not a hoax… not a dream, but real!“ Die letzten Tage von Superman! Jetzt aber wirklich?

Es beginnt alles mit einer grünen Kapsel, die auf die Erde fällt. Superman entdeckt sie, vermutet Kryptonit, Jimmy öffnet sie, Superman liest die Warnung, die auf Kryptonisch darauf steht: Die Kapsel enthält das Virus X, das jeden Kryptonier in 30 Tagen tötet. Superman zerstört die Kapsel mit einem Felsbrocken, aber da ist es schon zu spät.

Superman ist infiziert, es besteht keine Hoffnung mehr. Also beschließt er, die letzten Tage zum Wohle der Menschheit zu nutzen. Doch als er gerade Kanäle in der Wüste schaufeln will, bricht er zusammen. Um Supergirl nicht anzustecken, lässt sich Superman lässt sich in einem verbleiten Glaskasten einsperren. Dann erstellt er eine Liste mit Gefahren, die der Erde bevorstehen und bittet Supergirl darum, sich drum zu kümmern. Es ist sein Testament.

Supergirl bittet die Legion of Superheroes um Hilfe, auch die Super-Roboter helfen mit. Gefahren aus dem All werden gebannt, die Antarktis vom Eis befreit. Superman nimmt Abschied von seinen Freunden und hinterlässt der Menschheit eine Botschaft auf dem Mond: Jeder, der Gutes tut, kann ein Superman sein (P.S. Superman ist Clark Kent).

Obwohl Supergirl auch ihr Bestes gibt, Superman doch noch zu retten (z.B. durch eine Reise ins vergangene Krypton), ist alles vergebens. Nicht etwa, weil Superman wirklich am Virus X stirbt, sondern weil der Grund für sein Leiden ein kleines Stück Kryptonit ist, das Jimmy ohne sein Wissen mit sich herumschleppt. Problem gelöst, alles wieder gut. Ach ja, schnell noch den Namen Clark Kent vom Mond entfernen, dann ist alles wieder beim Alten. (Und Lois und Lana fragen dann auch nicht mehr danach, wo Clark Kent eigentlich steckt.)

>> Liste der Superman-Comics

Catwomans Kampf der Geschlechter

Catwoman im Silver Age: Teil 3

DC Comics

Titel: The Case of the Purr-Loined Pearl

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #210)


„If I were Catman instead of Batman, I’d smell a rat!“

Catwoman ist aus dem Knast raus, diesmal ganz ordnungsgemäß. Sie eröffnet einen Schlankheitssalon. Batman und Robin drehen trotzdem ihre Runden in der Nähe, weil sie befürchten, sie könnte bald wieder zuschlagen. Und tatsächlich: Kurz darauf trägt sie ein Katzenkostüm, diesmal eine Art schwarzen Badeanzug mit Stehkragen, grauen Leggins und rot-schwarzen Piratenstiefeln und einer roten Augenmaske, jedenfalls deutlich katzenhafter als der grüne Schuppenanzug aus dem letzten Abenteuer.

Doch Catwoman hat acht weitere dieser Kostüme angefertigt, denn sie rekrutiert acht ehemalige Knastschwestern, um als Legion of Feline Furies eine Perle zu rauben. Dahinter steckt nicht nur pure Habgier, Unlust zu arbeiten oder alte Gewohnheit, nein, es geht (zumindest auch) darum, den Männern eins auszuwischen. Catwoman eröffnet den Geschlechterkampf!

Dazu bemächtigt sich die Schurkin allerdings fragwürdiger Mittel: Als die acht Frauen gar nicht von ihrer Idee begeistert sind, hilft sie ihnen ein wenig mit Gewalt nach. Dann landen sie auf Trainingsgeräten, um abzunehmen und in ihre Kostüme zu passen. Neun Tage später sehen wir neun identische Catwomen in einem „Catillac“ mit neun Sitzen durch die Gegend brausen und den Coup ausführen.

Doch Batman lässt die ganze Aktion nach Wayne Manor verlegen, wo er Heimvorteil hat und Catwoman mit einfachen Tricks hochgehen lässt. Am Ende verheddert sie sich in einem Wollknäuel. Als feministische Schurkin ist Catwoman gescheitert. War ja auch von Anfang an eine nicht ganz überzeugende Idee …

>> Liste der Catwoman-Comics

Jokers Junggesellenabschied für Batman

DC Comics

Titel: Preludes to the Wedding

Autor/Zeichner: Tim Seeley, Tom King/Clay Mann u.a.

Erschienen: 2018 (5 One-shots, DC Nation #0)


„Keep it simple.“ (Joker)

Batman und Catwoman wollen heiraten. Der Joker ist nicht eingeladen. Er ist beleidigt. Also läuft er Amok. Zuerst sucht er einen zufällig ausgewählten Mann heim und terrorisiert ihn. Diese ersten acht Seiten, geschrieben von Tom King und gezeichnet von Clay Mann, sind der größte Höhepunkt in Preludes to the Wedding. Hier gibt es Spannung und einiges zu lachen.

Danach hetzt der Joker vier Schurken auf Batman, indem er ihnen von der Hochzeit erzählt – und keiner ist von der Sache begeistert. Robin nimmt es mit seinem Großvater Ra’s al Ghul auf, Nightwing mit Hush, Batgirl mit Riddler und Red Hood mit Anarky. Wie immer geht es dabei um alte Wunden, die aufreißen. Um Enttäuschungen und Eifersucht. Jeder dieser Schurken hat eine persönliche Rechnung offen mit Batman.

Besonders persönlich wird es, wenn sich am Ende Harley Quinn den Joker vornimmt. Harley tut so, als wollte sie ihn umbringen, die Frage ist, ob sie ihn wirklich töten will, aber natürlich schafft er es, sich aus zwei Todesfallen zu befreien. Am Ende ist er der Sentimentale, der es nicht übers Herz bringt, seine alte Komplizin zu töten.

Preludes to the Wedding ist das Gegenstück zu den beiden Batman-Bänden Rules of Engagement und Bride or Burglar. Während da Batman, bevor er sich an Catwoman bindet, die Frauen in seinem Leben wiedertrifft, sind es hier die Männer, die noch einmal ihr Verhältnis zu Batman Revue passieren lassen.

Natürlich ist Joker der Eifersüchtigste von allen, denn zwischen ihm und Batman besteht schon immer eine ganz besondere Verbindung – und das nicht erst seit Frank Miller beide im Liebestunnel intim werden ließ. Im Grunde inszeniert der Joker hier einen Junggesellenabschied für seinen liebsten Feind, nur das der Bräutigam meist nicht anwesend ist. Es ist ein verkappter Akt der Liebe auf Umwegen, der daher tragischerweise unerwidert bleibt und schließlich damit endet, dass der Joker versucht, die Hochzeit zu sabotieren.

Tiefsinnigere Erkenntnisse bekommt man in diesen kurzweiligen Kapiteln zwar nicht, aber dafür solide Unterhaltung. Aber einmal überrascht Autor Tim Seeley dann doch, wenn er den eigentlichen Jungesellenabschied (Batman, Nightwing, Superman) in eine Dimension bringt, die von Gestalten bevölkert wird, die nur noch gesichtslose Schatten echter Menschen sind, lauter vertane Chancen aus unserer Welt. So viel Gesellschaftskritik bekommt hier nicht einmal Anarky hin.

>> Batman 2011-2019

Wenn Krypton nicht explodiert wäre

DC Comics

Titel: Superman’s Other Life

Autor/Zeichner: Otto Binder/Wayne Boring

Erschienen: 1959 (Superman #132), Paperback 1987/2006 (The Greatest Superman Stories Ever Told; Superman: The Greatest Stories Ever Told Vol. 2.)


Batman und Robin wollen sich mit einem Geschenk bei Superman bedanken. Aber was schenkt man einem Mann, der alles hat? Sie schenken ihm ein Was-wäre-wenn-Szenario. Mittels eines Computers zeigen sie ihm auf einem Bildschirm, wie es gewesen wäre, wenn Krypton nicht explodiert wäre. Die Bilanz fällt so ernüchternd aus wie meistens bei solchen Imaginary- oder Elseworld-Storys: Im Grunde liefe es fast aufs Gleiche hinaus.

Zwar überleben seine Eltern und kriegen noch ein Kind, aber beide sterben später bei einem Unfall. Es gäbe zwar keinen Superman, aber dafür den Superhelden Futuro. Zwar hätte Kal-El keine Kräfte, er wäre nur ein Sidekick á la Jimmy Olsen, aber dafür trüge er schon das bekannte Superman-Kostüm (das S stünde für „Spaceman“). Und ganz am Ende bekäme Kal-El doch Superkräfte und den Namen Superman.

Bemerkenswert ist, dass auch Lois Lane den Weg in diese Geschichte schafft. Raumfahrer von der Erde, die eigentlich zum Mond fliegen wollten, sind buchstäblich über ihr Ziel hinausgeschossen und auf Krypton gelandet. Lois, wie es ihre liebenswerte Art ist, hat sich (ohne Raumanzug) an Bord geschlichen. Wie man es von ihr ebenfalls kennt, verliebt sie sich in den Helden. Aber das ist auf Krypton Futuro.

Daran offenbart sich ihr ein nicht ganz liebenswerter Charakterzug: Sie steht nicht wirklich auf Superman, sondern bloß auf seine Kräfte – und vielleicht auch den Fame. Im Gegensatz zu Superman fackelt Futuro nicht lange. Kaum hat er Lois getroffen, macht er ihr einen Antrag und fliegt mit ihr zur Erde zurück, weil er ihr jeden Wunsch erfüllt. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Frau schon am ersten Tag für Chaos sorgt. Egal: Lois hat ihn in der Tasche und Kal-El bleibt allein zurück – aber als Superman. (Den Namen hat er sich ganz allein ausgedacht.)

Diese Story, die ein ganzes Superman-Heft füllt, (25 Seiten), zeigt uns also nicht nur, wie es auf Krypton zugeht (kein Krieg, keine Krankheit, Bildung mittels Gedankenübertragung), sondern vor allem, wie Superhelden-Comics funktionieren. Egal, wie es kommt, es endet im Wesentlichen immer gleich. Die Leser können sich auf den Status quo verlassen. Das ist beruhigend und tragisch zugleich, denn es bedeutet auch: immerwährende Langeweile.

>> Liste der Superman-Comics