Wenn Krypton nicht explodiert wäre

DC Comics

Titel: Superman’s Other Life

Autor/Zeichner: Otto Binder/Wayne Boring

Erschienen: 1959 (Superman #132), Paperback 1987/2006 (The Greatest Superman Stories Ever Told; Superman: The Greatest Stories Ever Told Vol. 2.)


Batman und Robin wollen sich mit einem Geschenk bei Superman bedanken. Aber was schenkt man einem Mann, der alles hat? Sie schenken ihm ein Was-wäre-wenn-Szenario. Mittels eines Computers zeigen sie ihm auf einem Bildschirm, wie es gewesen wäre, wenn Krypton nicht explodiert wäre. Die Bilanz fällt so ernüchternd aus wie meistens bei solchen Imaginary- oder Elseworld-Storys: Im Grunde liefe es fast aufs Gleiche hinaus.

Zwar überleben seine Eltern und kriegen noch ein Kind, aber beide sterben später bei einem Unfall. Es gäbe zwar keinen Superman, aber dafür den Superhelden Futuro. Zwar hätte Kal-El keine Kräfte, er wäre nur ein Sidekick á la Jimmy Olsen, aber dafür trüge er schon das bekannte Superman-Kostüm (das S stünde für „Spaceman“). Und ganz am Ende bekäme Kal-El doch Superkräfte und den Namen Superman.

Bemerkenswert ist, dass auch Lois Lane den Weg in diese Geschichte schafft. Raumfahrer von der Erde, die eigentlich zum Mond fliegen wollten, sind buchstäblich über ihr Ziel hinausgeschossen und auf Krypton gelandet. Lois, wie es ihre liebenswerte Art ist, hat sich (ohne Raumanzug) an Bord geschlichen. Wie man es von ihr ebenfalls kennt, verliebt sie sich in den Helden. Aber das ist auf Krypton Futuro.

Daran offenbart sich ihr ein nicht ganz liebenswerter Charakterzug: Sie steht nicht wirklich auf Superman, sondern bloß auf seine Kräfte – und vielleicht auch den Fame. Im Gegensatz zu Superman fackelt Futuro nicht lange. Kaum hat er Lois getroffen, macht er ihr einen Antrag und fliegt mit ihr zur Erde zurück, weil er ihr jeden Wunsch erfüllt. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Frau schon am ersten Tag für Chaos sorgt. Egal: Lois hat ihn in der Tasche und Kal-El bleibt allein zurück – aber als Superman. (Den Namen hat er sich ganz allein ausgedacht.)

Diese Story, die ein ganzes Superman-Heft füllt, (25 Seiten), zeigt uns also nicht nur, wie es auf Krypton zugeht (kein Krieg, keine Krankheit, Bildung mittels Gedankenübertragung), sondern vor allem, wie Superhelden-Comics funktionieren. Egal, wie es kommt, es endet im Wesentlichen immer gleich. Die Leser können sich auf den Status quo verlassen. Das ist beruhigend und tragisch zugleich, denn es bedeutet auch: immerwährende Langeweile.

>> Liste der Superman-Comics

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