Batman (Comic-Serie)

Bewährungsprobe für Two-Face

Titel: Half A Hero …/Is Better Than None!

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1982 (Batman #346/Detective Comics #513), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„–there are two sides to every story!“

Weil Two-Face keine Bewährung bekommt, bricht er aus dem Knast aus. Er schafft das, indem er die Wärter mit seinem Münzwurf hypnotisiert. Wie er den Rest mit den Gittern, Schlössern und Mauern geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Aber halten wir uns nicht an Details auf: Er nistet sich in einem Halfway House ein, einem sogenannten Übergangshaus für Ex-Knackis auf dem Weg zur Besserung. Aber der tragische Harvey pflegt dort bloß seine alten, schlechten Angewohnheiten: Er teilt das Haus in eine luxuriöse, saubere sowie eine schäbige Seite und beheimatet dort zwei Gangs, von denen eine sauber und eine schäbig herumläuft.

Batman hat zunächst keine Ahnung, wo er suchen soll, aber dank einer zündenden Idee, kommt er doch darauf, sich das Übergangshaus anzusehen – was anscheinend niemandem sonst eingefallen ist. (Wo sind die alten Bewohner hin? Wo die Angestellten? Was ist eigentlich los mit dem Justizvollzug in Gotham? Noch so ein ungelöstes Rätsel…) Für Batman wird das Haus zur Todesfalle. Er wird mit einem Gas bewusstlos gemacht und eingesperrt und auch fast abgeknallt, aber jedes Mal, wenn Harvey ihn erschießen will, fällt seine Münze auf die unversehrte Seite.

Als das Glück ihn verlässt, entkommt der machtlose Held durch einen Trick: Er formt sich aus einem Stück Plastik eine Gesichtshälfte, mit der er Two-Face in gewisser Weise den Spiegel vorhält. Two-Face wird an sein eigenes Trauma erinnert, bekommt Mitleid, öffnet die Tür – und wird zum Dank ausgeknockt. Wieder reicht nur ein Hieb. Ins Gesicht. Immer auf die Schwachstelle … Armer Harvey!

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Harvey Dent wird rückfällig

Batman #81 (DC Comics)

Titel: Two-Face Strikes Again

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1954 (Batman #81), Paperback 2008 (Batman vs. Two-Face), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„This proves I was meant to be a criminal! Fate has decreed it!“ (Harvey Dent)

Armer Harvey Dent! Als hätte er nicht schon genug als Two-Face gelitten, musste er gleich dreimal erleben, wie andere sich in den Schurken verwandelt haben. Mal war es sein eigener Butler, mal ein korrupter Theatermanager, der Dent mit der Masche für ihre eigenen Verbrechen verantwortlich machen wollte, mal war es ein Schauspieler, der Dent spielen sollte und dabei selbst verunstaltet wurde.

Jetzt aber holt ihn das Schicksal wieder ein – und zwar endgültig. Als Harvey Dent Einbrecher auf frischer Tat ertappen will, wird er von einer Explosion wieder entstellt. Harvey meint, es müsse Schicksal sein. Zur Sicherheit wirft er noch mal eine Münze, der zerkratzte Kopf landet oben – also geht wieder alles von vorne los.

Two-Face sucht Leute auf, die von Berufs wegen zwei Gesichter haben: einen Clown, einen Taucher, einen Lincoln-Schauspieler und einen Poker-Spieler. Es gibt zwei spektakuläre Szenen mit einem riesigen Billardtisch und auf einer hohen Statue, schließlich kommt es zu einem dramatischen Finale: Two-Face bindet Batman und Robin auf eine Riesenmünze und wirft sie mit einem Katapult auf Stacheln. Eigentlich unfair, weil den Gesetzen der Physik zufolge die schwere Seite unten landen müsste, aber daran zeigt sich bereits, dass Two-Face bei aller 50:50-Besessenheit und Schicksalsgläubigkeit doch eher zur bösen Seite tendiert.

Wie dem auch sei: Unsere Helden landen natürlich oben. Die Erklärung dafür hat mit Physik nichts zu tun (Radios in den Gurten, die als Elektromagnete dienen), also lassen wir das mal unkommentiert. Die Story endet mit einer pseudowissenschaftlichen Erklärung, bei der sich Batman und Robin mal wieder selbst auf die Schulter klopfen. Aber niemand verschwendet auch nur ein Wort über Harvey Dent, diese tragische Figur, die vom Pech verfolgt wird und dadurch wieder ihre zweite Chance verpfuscht hat.

Armer Harvey! Jetzt erwarten ihn erstmal 17 Jahre Knast, bis er wieder zurückkehren darf …

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Der Fluch von Two-Face

DC Comics

Titel: The New Crimes of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1951 (Batman #68)


„Your strength is greatly overrated, Batman!“ (Two-Face)

Die Geschichte Two-Face ist so bekannt, dass das Fernsehen daraus einen Film macht. Der Schauspieler Paul Sloane soll die Hauptrolle von Harvey Dent spielen. Doch als ihm in der entscheidenden Gerichtsszene falsche Säure ins Gesicht geschüttet werden soll, ist es echte! Der Ausstatter hat sich so dafür gerächt, dass seine Frau ihn für Sloane sitzengelassen hatte. Das hat weitreichende Folgen: Sloane sieht jetzt nicht nur aus wie der echte Two-Face, er benimmt sich auch so. Einen Münzwurf später ist es entschieden: Er muss sein Leben dem Verbrechen widmen. Verbrechen mit einem Bezug zur Dualität.

Two-Face ist kein Einzelschicksal mehr, er wird zu einem übertragbaren Konzept (vgl. Batman #50). Die janusköpfige Münze scheint eine Art Fluch zu sein, ein böser Geist, der von anderen Besitz ergreift. Batman verfolgt Sloane, es kommt zum Kampf mit einem Schwert und einem Stück Eisenbahngleis. Batman verspricht ihm Heilung durch plastische Chirurgie, aber Sloane will lieber weiter Karriere mit vorhersehbaren Straftaten machen. Selbst ein Appell von Harvey Dent kann daran nichts ändern.

So geht es immer weiter bis zum Showdown auf einem zweimastigen Schoner. Batman steigt in einen Tauchanzug und wird zu Frogman. Es kommt zum Gerangel mit Two-Face. Batman lässt sich überwältigen und gefangennehmen wie ein Amateur. Doch da erinnert Batman ihn an die Münze: Das Schicksal soll entscheiden, ob Two-Face ihn töten soll. Fällt die Münze auf die Kante, muss er ihn leben lassen. Den Rest kann man sich denken. Batman, der alte Fuchs, hat die Münze gegen eine andere ausgetauscht.

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Harvey Dents Albtraum wird wahr

DC Comics

Titel: The Return of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1948 (Batman #50), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„… certainly I am the weirdest creature that ever lived …“ (Two-Face)

Harvey Kent heißt jetzt Dent. Und er schläft schlecht. Obwohl er von seiner Doppelgesichtigkeit geheilt ist, verfolgt ihn Two-Face bis in die Träume. Kurz darauf kehrt der Schurke zurück, aber Harvey Dent scheint nichts davon zu wissen. Als Batman und Robin ihn ausfragen wollen, entdeckt er Kostüm und Maske bei sich und vermutet, dass er wieder rückfällig geworden sein könnte. Er schlägt die beiden bewusstlos und haut ab, um sich selbst zu heilen. Auch Batman geht von einer gespaltenen Persönlichkeit aus.

Da Two-Face ein ziemlich berechenbarer Schurke ist, findet ihn das Dynamische Duo im Zirkus, wo Siamesische Zwillinge mit teurem Kopfschmuck gezeigt werden. Two-Face entkommt. Das Finale spielt sich in Gilda Dents Atelier ab, wo eine riesige Büste von Harvey Dent steht, entstellt durch den alten Two-Face. Es wird nicht klar, was der Böse dort will (das Werk zu stehlen könnte schwierig werden), aber Batman dient es als günstige Kulisse, um ihn zu besiegen, indem er ihn von Harveys Büste stürzt: „Somebody once said you were off your head … and right now you are!“

Am Ende offenbart sich Two-Face als Dents Butler Wilkins, der sich nur verkleidet hat, um sich zu bereichern und seinem Arbeitgeber die Schuld zuzuschieben. Seine Münze war manipuliert: Beide Seiten waren zerkratzt, damit das Böse immer siegt. Armer Harvey! Aber es ist nochmal alles gut gegangen …

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Harvey Dents schlechtes Gewissen

DC Comics

Titel: Half an Evil

Autor/Zeichner: Denny O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1971 (Batman #234), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar: Two-Face, der klassische Schurke, der schon 1942 debütierte, tauchte 17 Jahre lang nicht mehr in Batman-Comics auf. Zwischen 1954 und 1971 gab es nur eine kleine Ausnahme, aber die zählt nicht, weil sich da Batman in seinen Erzfeind verwandelt hat (World’s Finest #173).
Denny O’Neil holte Anfang der 70er die alte Garde wieder hervor. Noch vor dem Joker (1973) kam Two-Face dran. Die Story dazu ist allerdings enttäuschend unspektakulär: Zuerst lässt Two-Face einen großen Hot-Dog-Luftballon von einer Parade stehlen (weil bekanntlich nur Würste zwei Enden haben), dann das Tagebuch von Captain Bye (wegen des Namens, der wie das Präfix bi- ausgesprochen wird). In dem Buch steht, wo ein altes Schiff mit Schatz versunken ist, mit dem Ballon lässt es Two-Face nach oben treiben.

Als Batman ihm auf die Spur kommt, wird er hinterrücks von Two-Face ausgeknockt, kommt aber frei, weil er den alten Muskel-Anspannungs-Trick anwendet. Der Schurke haut mit der Beute in einem Paddelboot ab. Das Interessante an der Geschichte ist das Ende: Two-Face wird durch sein Gewissen ausgeschaltet. Weil durch das unvermeidliche Sinken des Schiffs ein Unschuldiger sterben kann, wirft Good Old Harvey seine Münze, sie fällt mit der guten Seite nach oben, Harvey macht kehrt und Batman haut ihn mit einem Schlag um.

Das war einfach. Zu einfach.

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Schnitzeljagd mit vier falschen Batmen

Catwoman im Golden Age (Teil 4)

DC Comics

Titel: The Princess of Plunder

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Jerry Robinson

Erschienen: 1942 (Batman #10), Hardcover 2016 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2)


„She … er … she got away … slipped through my fingers …“ (Batman)

In ihrem vierten Abenteuer trägt Catwoman erstmals eine Kombination aus Violett und Schwarz und stiehlt nicht selbst, sondern lässt ihre Handlanger für sich arbeiten. Und das läuft so: Die wohlhabende Marguerite Tone veranstaltet eine Party, bei der sich die Gäste die Zeit mit einer Schnitzeljagd vertreiben sollen: Jeder Gast ist dazu angehalten, bestimmte Gegenstände zu besorgen. Wie gut, dass Bruce Wayne und Dick Grayson bei diesem öden Unsinn nicht mitmachen und lieber eine Runde als Batman und Robin drehen. Eine günstige Fügung, denn Catwoman macht sich das Spiel zunutze, um ihre Handlanger andere, wertvolle Dinge aus Häusern holen zu lassen.

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Batman erwischt zwei Einbrecher, durchschaut die Masche, aber lässt sie vorerst laufen. Bei der nächsten Party sollen sich alle Gäste verkleiden – fünf kommen als Batman, ausgerechnet vier davon sind wieder Einbrecher. Der wahre Batman kann sie mit Leichtigkeit überwältigen, doch die Anführerin kommt davon, weil man ihr nichts beweisen kann. (Ihre Männer werden seltsamerweise nicht vernommen.)

So versucht es Catwoman ein drittes Mal, diesmal mit falschen Butlern und tatsächlich klappt es, weil ein Messer in einem Sack Mehl landet. Wie bitte? Ja, wenn man ein Messer in einen Sack Mehl wirft, gibt das eine so große Staubwolke, dass das Dynamische Duo nichts mehr sehen kann und die Verbrecher entkommen können. Jedenfalls im Comic ist das so. Aber warum? Weil die Geschichte nunmal 13 Seiten hat und man sie deshalb nicht schon auf Seite 12 enden lassen kann.

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Doch die Story nimmt eine seltsame Wendung. Statt das Diebesgut auf dem Schwarzmarkt zu verhökern, versucht Catwoman, sie wieder ihren Besitzern zu verkaufen – und schaltet eine Anzeige in der Zeitung. Das hat nichts mehr mit Verbrechergenie zu tun. Das kann nur als verkappte Einladung an Batman verstanden werden. Der platzt auch gleich zur Tür rein, schlägt die Komplizen zusammen und rettet der Anführerin das Leben, als sich einer gegen sie wendet. Dafür gibt’s dann endlich einen Kuss zur Belohnung. Batman ist daraufhin so erstarrt, dass er die Katze wieder davonkommen lässt. Oder jedenfalls tut er so … Robin bleibt skeptisch. Zurecht. Eine seltsame Beziehung.

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Flashpoint 2: Irgendwas fehlt

Titel: Batman/The Flash: The Button (dt. Das Batman & Flash-Crossover)

Autor/Zeichner: Joshua Williamson, Tom King/Howard Porter, Jason Fabok

Erschienen: 2016 (Batman #21-22, The Flash #21-22), Hardcover 2017 (Deluxe Edition)


„I saw … God.“ (Reverse Flash)

Während Batman das Geheimnis des gelben Smiley-Buttons untersucht, den er in der Bathöhle gefunden hat (siehe DC Universe Rebirth), wird er von Eobard Thawne, dem Reverse Flash angegriffen. Zunächst wird Batman schlimm verdroschen, dann kann er ihn noch ein bisschen hinhalten, bis der gute Flash (Barry Allen) eintrifft. Doch kurz davor verschwindet Thawne mit dem Button, nur um kurz darauf wiederzukehren und zu sterben. Seine letzten Worte: Er habe Gott gesehen.

Batman und Flash gehen dem Rätsel des Buttons nach, steigen auf die kosmische Tretmühle (Flashs Zeitreiselaufband), besuchen Batman Thomas Wayne im Flashpoint-Universum und treffen Jay Garrick, den ersten Flash. Und wieder wird ihnen klar, dass mit diesem Universum irgendwas nicht stimmt, dass irgendetwas fehlt.

The Button ist eine doppelte Fortsetzung: des Specials DC Universe Rebirth und des früheren Events Flashpoint. Es führt zu dem Event Doomsday Clock, in dem die DC-Helden auf Alan Moores Watchmen treffen werden. Obwohl The Button nur ein Bindeglied bildet und nur noch mehr Fragen aufwirft, ist die Lektüre ein großes Vergnügen. Und das nicht nur grafisch, weil Jason Fabok und Altmeister Howard Porter sich großartig ergänzen. Wie schon in Flashpoint bilden Flash und Batman ein gutes Team. Allein Batmans Kampf mit dem Reverse Flash und Batmans Begegnung mit seinem Vater, der ihm sagt, er solle Batman sterben lassen, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Der Rest der Story ist noch rätselhaft, macht aber Lust auf mehr. Wenn doch nur Doomsday Clock so gut wird, wie es sich anbahnt … Aber da ist natürlich auch die Sorge, dass man die Watchmen lieber hätte ruhen lassen sollen.

(Es lohnt sich, die Deluxe Editon zu kaufen, denn die hat ein Lenticular-Cover.)

Was bisher geschah:

>> Batman 2011-2019

Als Batman gegen Nazis kämpfte (Teil 4)

DC Comics

Titel: Atlantis Goes to War

Autor/Zeichner: Don Cameron/Dick Sprang

Erschienen: 1943 (Batman #19), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 3)


„… our Nazi friends — who love peace and justice , as we do —„

Manchmal bekämpfen Batman und Robin das Verbrechen. Manchmal aber hängen sie bloß zu Hause rum und langweilen sich. Dann suchen sie das Abenteuer. Eines Tages zum Beispiel beschließen sie, nach der geheimen Unterwasserstation der Nazis im Atlantik zu suchen, um die US-Streitkräfte zu unterstützen. Der Ozean ist zwar riesig und die Soldaten machen einen tollen Job als Aufklärer, aber vielleicht haben Batman und Robin ja Glück …

Batman #19: Atlantis Goes to War (DC Comics)

Und tatsächlich. Kaum sind sie losgeflogen und lesen auf dem Wasser einen schiffbrüchigen Seemann auf, werden sie durch einen Strudel hinabgezogen und landen in – Atlantis. Ja, genau: der sagenumwobenen, untergegangenen Stadt. Dort haben die Nazis Verbündete gefunden. Die Atlantis-Bewohner waren nämlich zu lange nicht mehr an der Oberfläche und haben keine Ahnung, wer wirklich die Bösen sind. Sie glauben ihren Freunden, weil die in der Mehrheit sind – ein ganz klarer Beleg dafür, dass Wahrheit keiner demokratische Entscheidung unterliegen kann. Batman und der Seemann werden zum Tode verurteilt (seltsam für ein friedfertiges Volk), Robin wird gefangen genommen.

Atlantis (Batman #19, DC Comics)

Doch während die beiden an Pfählen durch Sonnenlicht zu schmoren beginnen (wo kommt das eigentlich her?), kann sich Robin auf dem Weg zum Kerker befreien. Dabei stößt er ganz nebenbei einen Wärter in einen sehr tiefen Abgrund, was bestimmt tödlich endet, aber irgendwie keinen zu kümmern scheint. Egal: Robin knockt den kindlichen Herrscher von Atlantis aus und nimmt dessen Rolle ein, weil er ihm zufällig sehr ähnlich sieht. Unter falscher Identität kann er die schöne Schwester des Herrschers von seinem edlen Ansinnen überzeugen, auch wenn seine Maskerade ihn sofort als Betrüger entlarvt und unglaubwürdig macht, dann lässt er Batman und den Seemann befreien. Doch da zeigen die Nazis ihr wahres Gesicht und gehen auf sie los, der Seemann stirbt. Die Atlantis-Bewohner ändern ihre Meinung und die Deutschen bekommen wieder Saures …

Am Ende sehen wir einen Robin mit Liebeskummer: sehnsuchtsvoll schmachtet er der Prinzessin hinterher. Und ganz nebenbei erfahren wir, dass die Nazi-U-Boote mittlerweile von den Atlanteanern bekämpft werden. Super Sache, jetzt wissen wir, warum die USA den Krieg wirklich gewonnen haben. Oder vielleicht hat Captain Kurt Fritzl ja auch recht, wenn er sich die Glatze kratzt und sich fragt: „Sometimes I myself wonder if it is not all a dream!“

Die Geschichte scheint sich selbst nicht recht zu glauben. Zu fantastisch, zu weit hergeholt und letztendlich auch zu albern wirkt das alles. Hier werden nicht nur die Sphären von Batman und der realen Welt vermischt, sondern auch die der Fantasy-Welt – und damit schießt die Story übers Ziel hinaus. Ja, sogar noch mehr als andere. Die üblichen Prügeleien können nicht verhehlen, dass Batman und Robin Nazis eigentlich nur indirekt bekämpfen: indem sie Aufklärungsarbeit leisten. Mehr können Comicfiguren in der „echten Welt“ nun mal nicht ausrichten …

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Der Kuss der Katzenfrau

Catwoman im Golden Age (Teil 3)

DC Comics

Titel: The Batman vs. the Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #3)


„I suppose that’s more or less a call for you to go into action.“ (Dick Grayson)

In ihren ersten beiden Auftritten spielte Catwoman noch eine Nebenrolle. Im ersten Fall trat sie erst sehr spät in Erscheinung und damit auch nur sehr kurz. Erfahren hat man kaum etwas über sie, nicht einmal ihren echten Namen. Ähnlich im zweiten Fall: da stahl ihr der Joker die Show. Ein richtiges Kostüm hatte sie noch nicht. Erst beim dritten Mal bekam sie eine Katzenmaske und ein Verhalten, das ihrer Rolle gerecht wird.

Wie schon zuvor geht es um Edelsteine. Catwoman, diesmal mit Katzenkopf, rotem Cape und orangefarbenem Kleid, raubt einen Mann aus, daraufhin wird sie von der Polizei gejagt. Kaum kriegt Batman das mit, wirft er sich gleich in Schale, um sich selbst auf die Suche zu machen – ohne Robin. Der bleibt wie selbstverständlich zu Hause, als wäre es eine Sache zwischen Erwachsenen.

DC Comics

Wieder verkleidet sich „Cat“, wie sie sich selbst immer noch nennt, um an die Juwelen zu kommen, diesmal gibt sie sich als Model bei einer Modenschau aus. Am Ende stellt sich heraus, dass sie nur im Auftrag zweier Männer gehandelt hat, aber dann selbst betrogen wurde. Batman befreit sie – und bekommt dafür zum Dank einen Kuss. Doch kurz darauf stößt ihn Catwoman weg und haut wieder ab. Wie schon beim ersten Fluchtversuch will Robin hinterher und Batman hält ihn zurück. Er hätte es ohnehin nicht geschafft, sagt er. Aber obwohl Robin ihm zu glauben scheint – es wirkt wieder wie eine faule Ausrede. Vor allem, als Batman schwärmt: „It’s too bad she has to be a crook!“ Und auch Catwoman wünscht sich, mit ihm weggefahren zu sein. „That would be sort of … of … nice!!!“

Es ist erst der Beginn einer langen Jagd …

Catwoman im Golden Age:

 

Wiedersehen mit Catwoman und Joker

Catwoman im Golden Age (Teil 2)

DC Comics

Titel: Joker Meets Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #2)


„We’ve met before, haven’t we?“ (Batman)

Breaking News! Der Joker ist gar nicht tot, nach seiner letzten Begegnung mit Batman (siehe Batman #1) wird er im Krankenhaus gesund gepflegt. Kaum hat Batman die Nachricht gelesen, bricht er auf, um den Joker zu entführen und ihn einer Gehirnoperation zu unterziehen, auf dass der Geisteskranke endlich geheilt werde. Doch die Gang Crime Syndicate Inc. hat eigene Pläne: Sie überfällt das Krankenhaus und zwingt die Ärzte, den Joker schnell wieder zusammenzuflicken.

Da taucht Batman auf – und liefert sich eine wilde Verfolgsjagd mit der Polizei. Seltsam, dass er so gewalttätig ist, denkt sich Commissioner Gordon, bei dem man sich fragen muss, warum er Batman überhaupt verfolgt, aber egal: Batman wird erschossen und es stellt sich heraus – das war gar nicht der echte Batman, sondern nur ein Ablenkungsmanöver der Bad Guys.

Zufällig hat die Diebin „The Cat“ alles beobachtet, weil sie gerade als alte Kaugummiverkäuferin verkleidet vor dem Krankenhaus stand. Was sie in dem Aufzug dort wollte, erfahren wir leider nicht. Aus dem Nichts taucht Batman auf, hocherfreut sie zu sehen, trägt er sie auf Händen zu seinem Auto. Zur Polizei bringt er sie wieder nicht: Nachdem sie ihm gesagt hat, was sie über den Joker weiß, darf sie gehen.

Was Batman nicht weiß: der Joker und Cat-Woman haben es auf die Juwelen des Pharao abgesehen. In einem Schloss kommt es zum Showdown: Robin gegen den Joker, Batman schwingt sich zum Schwertkampf herein. Am Ende geht alles in Flammen auf, der Joker bleibt zurück und Catwoman rettet sich einem Sprung ins Wasser. (Normalerweise ist das Jokers Abgang.) Zum Glück aber hat Batman die Juwelen an sich genommen.

Es ist das erste Mal, dass die Diebin, die bisher nur „The Cat“ genannt wurde, jetzt Catwoman genannt wird. Aber noch sieht sie nicht wie eine aus, stattdessen trägt sie ein gelbes Cape mit Kapuze und ein grünes Kleid. Beim nächsten Mal wird sich das Kostüm deutlich verändert haben …

Catwoman im Golden Age: