Batman (Comic-Serie)

Die erste Comic-Serie, die allein Batman gewidmet ist, erscheint seit 1940.

Batman erlebt sein Weihnachtswunder

Batman #239 (1972)

DC Comics

Titel: Silent Night, Deadly Night

Autor/Zeichner: Dennis O’Neill/Irv Novick

Erschienen: 1972 (Batman #239)


Nein, Batman trägt in dieser Geschichte keinen Rauschebart und verteilt auch keine Geschenke, wie es auf dem Cover gezeigt wird. Der Weihnachtsmann ist ein anderer und jemand hat ihn ausgeknockt und ausgeraubt. Einer dieser Weihnachtsmänner, die auf der Straße Spenden für wohltätige Zwecke sammeln. Und nicht nur einer: Schon einige wurden an diesem Tag ausgeraubt.

Batman folgt den Spuren im Schnee zu einem Weihnachtsbaumverkäufer, bekommt einen Baum übergebraten und wird mit einer Lichterkette gewürgt. Als Batman den Angreifer ausknockt, erklärt dieser, er habe die Spenden nicht für sich geraubt, sondern um seiner Nichte ein Weihnachtsfest zu ermöglichen. Der Mann hat nämlich seinen Job in einer Spielzeugfabrik verloren.

Doch kaum hat er seine rührselige Geschichte erzählt, brät er Batman eins von hinten über und fesselt ihn an einen Heizkörper. Denn der Kerl hat noch etwas vor: Er will sich an dem Fabrikbesitzer, der ihn entlassen hat, rächen. Batman befreit sich, nimmt das Kind mit und will hinterherfahren, aber sein Auto bleibt im Schnee stecken. Da sieht er plötzlich ein herrenloses Pferd, das einen Schlitten zieht. Und wie durch geheime Kräfte geleitet, bringt es Batman und das Kind zum Tatort.

Dort ist alles anders gelaufen als geplant: Der alte Spielzeugfabrikant ist krank. Man bringt ihn ins Krankenhaus, der Alte wird wieder gesund und Batman lässt seinen Angreifer noch mal davonkommen. Am Ende ist ist das Pferd mit dem Schlitten plötzlich verschwunden – und Batman outet sich, dass er noch immer an den Weihnachtsmann glaubt.

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Ein Kavalier taugt nicht zum Schurken

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Titel: The Cavalier of Crime/The Cavalier Rides Again/Laboratory Loot/Twenty-Ton Robbery

Autor/Zeichner: Don Cameron, Bill Finger/Bob Kane, Jack Burnley, Dick Sprang

Erschienen: 1943-1944 (Detective Comics #81, Batman #22, Detective Comics #89, Batman #26), Paperback 2018/2020 (Batman: The Golden Age Vol. 5-6)


„‚You can’t do monkey business with Batman!‘ — Is the first rule of the underworld!“

Gotham ist schon ein seltsamer Ort. Alle paar Wochen tauchen da irgendwelche Spinner im Kostüm auf und nerven alle mit ihren Ticks. Wie gut, dass man zwei andere Spinner dafür hat, sich darum zu kümmern. Eines Tages taucht ein Typ auf, der sich Cavalier nennt und an einen Musketier erinnert, aber ein Held ist er nicht. Aber ein Schurke auch nicht so richtig, weil zunächst nicht klar ist, was er überhaupt will.

Zuerst bittet er einen Jungen um seinen Baseball. Als er ihn nicht hergeben will, gibt er ihm drei neue dafür. Der Junge verlangt aber seinen zurück. Bruce Wayne und Dick Grayson sehen die Szene und statt den Gauner zu stellen, wie es sich für Bürger mit Zivilcourage gehört, ziehen sie sich zunächst um – und zwar in Rekordzeit. Vom Bruchteil einer Sekunde ist die Rede!

Bringt aber nix, denn der Cavalier entkommt. Der Ball trägt das Autogramm eines berühmten Pitchers Berry Berrigan. Der Cavalier lässt dessen Unterschrift fälschen, um an einen kleinen Baseballschläger aus einem Bankschließfach heranzukommen, darin steckt ein Schlüssel, um an Berrigans Trophäensammlung heranzukommen.

Der Cavalier hält das Dynamische Duo mit einem elektrischen Schwert in Atem, zum Schluss kämpft Batman mit einer Angel gegen ihn, besiegt ihn, aber der Cavalier nagelt Batman mit seiner Hutfeder fest und haut mit einem Motorrad ab.

Der zweite Versuch mit Diamanten

Was das alles sollte, erfährt man erst später, beim zweiten Auftritt des Schurken: Der Cavalier ist Mortimer Drake, ein reicher Bekannter von Bruce Wayne. Er hat sich schon mal einen Trophäenraum eingerichtet für die schönsten Schätze der menschlichen Kultur. Klar, wer hätte da nicht zuerst an Sport-Miniaturen gedacht?

Der Cavalier lockt Batman und Robin in eine Falle. In einem Antiquitätenladen legt er Batman mit dem Schwert herein. Als der es ihm wegnehmen will, bekommt er einen Stromschlag und landet in einer Kiste, Robin in einem Schrankbett. Für den Fall, dass sie herauskommen, lässt er in alter Schurkentradition einen Zettel mit einem Hinweis zurück.

Mit dem Entkommen hat er es ihnen leicht gemacht: Batman entdeckt, dass er in der Kiste des Magiers Houdin steckt, Vorbild für Houdini, und steigt an der Seite heraus. Das Duo folgt dem Hinweis zu Diamantenschleifern, wo der Cavalier ein paar dicke Klunker absahnen will. Der Schurke bereut sogleich, dass er den Zettel geschrieben hat, er hält die beiden Gegner mit Schnupftabak hin, aber die beiden haben leichtes Spiel gegen seine Bande. Der Anführer haut ab, die Beute bleibt zurück.

Batman stellt fest, dass die ganze Aufregung nicht nötig war, weil der Cavalier bloß Modelle gestohlen hat. So bleiben die Vitrinen in seiner Trophäenhalle leer. Der Cavalier ärgert sich, denn er hat es eben auf das Modell abgesehen. Was sollte das? Ein sehr schräger Vogel … Am Ende bleibt auch offen, warum sich Drake als Musketier verkleidet hat. Aber Batman fragt sich nur, wer der Cavalier wirklich sein mag. Der Erzähler verspricht, dass Batman noch Gelegenheit haben wird, das herauszufinden. Und das tut er auch beim nächsten Mal.

Vom Schreibmaschinendieb zum Wal-Entführer

Dann nämlich stiehlt der Cavalier eine neuartige Schreibmaschine (Detective Comics #89). Eine Schreibmaschine? Ja, und nicht mal eine Besondere. Allein für den Erfinder hat sie sentimentalen Wert. Der kostümierte Gauner scheint sehr verzweifelt nach etwas zu suchen, womit er seine leeren Vitrinen füllen kann. Im Labor wird seine Hand von einer Chemikale gefärbt – und die verrät Mortimer Drake später im Club, in dem auch Bruce abhängt. Das Geheimnis ist verraten, die Maske fällt, doch der Cavalier kann wieder entkommen – durch einen Schuss mit einer Gaspistole.

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Cavalier schnappt sich den Wal. (DC Comics)

Beim vierten Mal nimmt er eine neue Identität an: Albert Foster, aber das muss uns nicht weiter kümmern. Er versammelt eine neue Gang, sie alle verkleiden sich für ihren nächsten Raub als Cavaliere und entführen Robin. Nachdem Batman ihn aus der Todesfalle befreit hat, entführt der Cavalier einen Wal.

Wie bitte? Ja, genau: einen riesigen lebenden Wal – 20 Tonnen schwer. Der wird ungeachtet aller Tierschutzbestimmungen in einem viel zu engen Becken im Museum ausgestellt. Und der Schurke schafft es tatsächlich, dieses nicht gerade unauffällige Tier mit einem Laster wegzuschaffen, um ein Lösegeld zu erpressen. Dass er bis dahin aber für tonnenweise Fisch als Futter in Vorleistung gehen muss, klingt nicht nach einem besonders klugen Investment. Davon abgesehen: Welcher Wal dieser Größenordnung frisst schon Fisch? Dieser aber würde anscheinend sogar Robin verschlingen. Am Ende ist Zoologie auch gar nicht wichtig: Der Cavalier wird endlich geschnappt. Sein elektrisches Schwert, hier ein Degen, wird ihm zum Verhängnis, als ihn Batman mit Wasser bespritzt.

Und dann ist auch erst mal für lange Zeit Ruhe. Erst 1977 taucht der Cavalier wieder auf (Batman Family #10). Und dann noch einmal prominent im Jahr 1992, in Blades (Legends of the Dark Knight #32-34) – aber das ist ein ganz anderer, ein Konkurrent im Geiste von Bruces Jugendhelden Zorro und damit auch eine viel größere Herausforderung für Batman.

>> Batman 1939-1949

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels fehlten die Hinweise auf Detective Comics #89 und Batman #26. Das wurde ergänzt.


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Stille Nacht, Batman singt

Batman #219 (1970)

DC Comics

Titel: The Silent Night of the Batman

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Neal Adams

Erschienen: 1970 (Batman #219), Nachdruck in: Christmas with the Super-Heroes #1 (1988)


An Heiligabend ruft Commissioner Gordon Batman herbei. Als Batman kommt, klärt Gordon ihn darüber auf, dass es nichts zu tun gebe. Außer, ein paar tiefe Töne beim Weihnachtsliedersingen der Polizei beizutragen. Batman zögert. Immerhin könnte in Gotham jederzeit ein Verbrechen passieren, er könnte gebraucht werden. Aber Gordon beruhigt ihn: Bis dahin könne man ja singen.

The Silent Night of the Batman

Batman singt mit der Polizei „We Three Kings“ (DC Comics)

Und so singt Batman zusammen mit der Polizei Weihnachtslieder. Und während man so fröhlich singt, entreißt auf einer Straße ein Junge einer Frau ihr Weihnachtspaket. Als er es in einer Gasse öffnet, schaut ihm eine Batman-Puppe entgegen. Reumütig gibt er der Frau die Puppe zurück.

Kurz darauf will ein Mann einen anderen ausrauben. Doch der ist als Batman-Weihnachtsmann verkleidet. Der Räuber bereut und wirft seine Waffe weg. Und als eine Frau um ihren Geliebten trauert, taucht dieser plötzlich hinter ihr auf …

Batman singt "Stille Nacht"

Batman singt „Stille Nacht“ (DC Comics)

So geht die stille Nacht zu Ende und Batman hat bei der ganzen Singerei die Zeit vergessen. Es ist sechs Uhr morgens. Jeder normale Mensch wäre heiser oder todmüde, aber nicht Batman. Gordon meldet, dass niemand angerufen habe. Der Geist von Weihnachten hat Gotham eine  Nacht Ruhe gegönnt – und einmal glaubt Batman sogar, ihn vor Augen zu sehen …

26 Jahre später wird die Idee für die Weihnachts-Story „A Day Without Sirens“ recycelt – allerdings mit einer etwas anderen Pointe.

>> Batman zu Weihnachten

Bruce Wayne verliert Dick Grayson

batman #20 1943

DC Comics

Titel: Bruce Wayne Loses Guardianship of Dick Grayson

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #20), Hardcover 2015 (Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years), Paperback 2018 (Batman: The Golden Age Vol. 5)


„Bruce Wayne lost Dick, but the Batman can bring him back again!“

Seit Jahren kümmert sich Bruce Wayne um das Waisenkind Dick Grayson. Beide haben ihre Eltern durch Mord verloren. Seitdem eint die beiden auch ein gemeinsames Hobby: Verbrecherjagen im Kostüm. Plötzlich aber taucht George Grayson auf, der behauptet, der Onkel von Dick zu sein, zusammen mit dessen angeblicher Tante beansprucht er das Sorgerecht. Es soll der letzte Wille des Vaters gewesen sein, dass George sich um Dick kümmert. Warum sie sich nicht früher gemeldet haben? Sie seien auf Europatournee gewesen, heißt es.

Bruce Wayne zieht vor Gericht. Aber alle Millionen auf dem Konto nützen nichts, wenn ihm ein zweifelhafter Ruf als Playboy vorauseilt. Bruce kann natürlich nicht dem Richter sagen, dass es sich nur um Fassade handelt, um Batman sein zu können. Also geschieht das Unglück: George Grayson bekommt das Sorgerecht.

Batman muss alleine gegen die Bande von Gangster Fatso Foley losziehen. Entmutigt, lustlos, nachlässig vermöbelt er die Gauner. Ohne Robins Kalauer macht es eben keinen Spaß. (Seltsam, dass es bei diesem ernsten Geschäft, das dazu dienen soll, den Mord an den Eltern zu rächen, plötzlich um Entertainment geht.) Da taucht plötzlich doch Robin auf und rettet ihm den Kopf. Schnell ist der Lebensmut wieder da.

Bald zeigt George Grayson sein wahres Gesicht: Er hat das Sorgerecht nur eingeklagt, um Bruce Wayne erpressen zu können. Eine Million Dollar verlangt er, um Dick Grayson wieder herauszurücken. Doch dann fällt Bruce ein, dass er als Batman nicht nach den Regeln spielen muss – schon gar nicht nach denen der Gauner. Batman will von George Grayson ein Geständnis erpressen und ihn zum Abhauen zwingen. Grayson willigt ein, bittet aber um eine Stunde, um mit seiner Komplizin die Koffer zu packen. Batman ist so naiv, sie ihm zu geben, und als er wiederkommt, hat George bereits Fatso Bescheid gesagt. Batman wird (wieder mit einem Schlag auf den Hinterkopf, er lernt es nie) überwältigt und in eine Hochdruckkammer gesteckt.

Während der Druck in der Kammer steigt und Batman kaum noch atmen kann, kriegt Alfred einen Anruf von George und versucht herauszufinden, wo Batman stecken könnte. Alfred fährt erst mal zu Dick und holt ihn aus dem Bett, dann knocken sie einen von Fatsos Komplizen aus, bringen ihn in ein Versteck, fesseln ihn und verhören ihn, während sich Batman – obwohl fast erstickt – mit dem Sterben glücklicherweise ebenso viel Zeit lässt.

Alfred und Dick befreien Batman. Ein Schirm des Pinguins ist dabei ziemlich hilfreich. Hinterher ist Vorsicht geboten: Der Druck in der Kammer muss langsam reduziert werden, damit Batman nicht explodiert. Am Ende fliegt George auf, er landet wieder vor Gericht, aber weil Dick seinen Onkel nicht verklagt (völlig unverständlich!), lässt ihn das Gericht laufen. Unglaubwürdig, aber so kann Bruce ihn wenigstens mit einem Arschtritt aus der Stadt jagen.

Und klar: Bruce übernimmt wieder die Vormundschaft für Dick – auch weil Batman beim Richter ein gutes Wort für ihn eingelegt hat. Wenn der Richter nur wüsste, dass Wayne Batman ist und mit seinem Hobby ständig ein Kind in Lebensgefahr bringt, würde das Ende wohl anders ausfallen.

>> Batman 1939-1949

Die Rache des Schnitters

The Reaper

DC Comics

Titel: Night of the Reaper

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Bernie Wrightson, Harlan Ellison/Neal Adams

Erschienen: 1971 (Batman #237), Paperback 1999 (Batman in the Seventies), Hardcover 2013/2020 (Batman Illustrated by Neal Adams Vol. 3/Batman by Neal Adams: Book Three)


Dick Grayson ist an Halloween mit seinen Kumpels auf einer Superhelden-Parade, da wird die Gruppe von drei Fremden angefallen. Als Robin verkleidet findet Dick später einen Toten im Batman-Kostüm, dann geht plötzlich einer im Sensenmann-Kostüm auf ihn los. Robin fällt nach hinten in eine kleine Senke, Batman holt ihn später raus und bringt ins Haus eines Mannes namens Tom Fagan, der gerade eine Halloween-Party schmeißt. Dort wird Robin von Doctor Gruener behandelt, einem Holocaust-Überlebenden.

Gruener erzählt, er sei in einem Konzentrationslager inhaftiert gewesen, das von dem Nazi Colonel Kurt Schloss geführt worden sei, einem Sadisten und Mörder. Gruener hat herausgefunden, dass Schloss ebenfalls in den USA lebt. Die Männer, die Dick angegriffen haben, sollen Nazis sein, die hinter Schloss her sind, weil er sich mit ihrem Gold aus dem Staub gemacht hat (was immer noch nicht erklärt, warum sie auf die Gruppe losgegangen sind).

Ein weiterer Mann wird vom „Reaper“ (Sensenmann/Schnitter) getötet. Schloss wird von den Nazis in seinem Auto hochgejagt. Am Ende stellt sich heraus, dass Gruener selbst der Reaper ist. Der will sich an seinen ehemaligen Folterknechten rächen. Aber Batman kann keinen Mord durchgehen lassen. Am Ende bringt Gruener eine Kette mit Davidstern-Anhänger zur Vernunft. Er sieht ein, dass er selbst geworden ist, was er hasst – und fällt in sein Verderben.

Superhero-Parade in Batman #237 (1971)

DC trifft Marvel bei der Superhelden-Parade zu Halloween. (DC Comics)

Bei aller ernsten Geschichtsaufarbeitung gibt es in der Story auch einen netten kleinen Gag: Bei der Parade ist auch Captain America zu sehen, auf der Halloween-Party tummeln sich auch Gesichter aus dem Marvel-Universum. Wir sehen einen „Thor“ mit Zimmermannshammer und einen Spider-Man, der sich „Webslinger Lad“ nennt.

>> Batman 1970-1979

Batman und der Werwolf

moon of the wolf

DC Comics

Titel: Moon of the Wolf

Autor/Zeichner: Len Wein/Neal Adams

Erschienen: 1974 (Batman #255), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Wenn Batman durch Gotham patrouilliert, ist mit Überraschungen zu rechnen. Einmal kraxelt gerade ein Werwolf ein Hochhaus hoch und fällt über eine Frau her – was Werwölfe so machen. Aber nicht in Batmans Stadt! (Zumindest nicht dann, wenn der Dunkle Ritter zufällig Zeuge wird.) Batman konfrontiert den pelzigen Aggressor, der wirft die Frau aus dem Fenster, Batman springt hinterher und kann die Jungfer in Nöten rechtzeitig retten, auch wenn er sich dabei den Arm auskugelt.

Wo aber kommt dieser Werwolf her? Ein Mad Scientist hat ihn geschaffen. Nicht irgendein Mad Scientist, sondern Professor Achilles Milo. Ja, genau der Milo, der 1957 beinahe Batmans Karriere beendet hat – und das gleich zwei Mal (Batman #112/Detective Comics #247)! Milo hat einem jungen Mann namens Anthony Lupus (!) ein Serum verabreicht, das ihn zum Tier werden lässt, damit er Batman in Fetzen reißt. Er lockt Batman in eine Falle. Batman soll einen Spendenscheck abholen und wird dabei mit Gas betäubt, gefesselt und dem Werwolf zum Fraß vorgeworfen.

Doch Batman kann sich aus der Todesfalle befreien und es kommt zu einem spektakulären Kampf auf einer Baustelle. Batman rammt dem Monster eine Stahlstange in die Brust, dann schlägt dort zufällig der Blitz ein, weil solche Kämpfe schon allein wegen der Dramatik immer bei Gewitter stattfinden und von allen Göttern am meisten der Deus ex machina den Superhelden gewogen ist. Der Werwolf ist dann nicht etwa geröstet, sondern hat sich in Luft aufgelöst, taucht dann aber später in Alaska auf, wo die Gesellschaft echter Wölfe sucht.

Und wieder stellen wir fest, dass wissenschaftliches Genie nicht alles ist. Ein kluger Schurke hätte Batman einfach sofort erschossen, sobald er am Boden lag. Aber nein, man muss ja alles unnötig kompliziert machen. Schwer zu glauben, dass es diesen Bösewichten um Rache geht. Im Grunde sind alle bloß Egomanen, die der Welt zeigen können, welch genialen Erfindungen sie erschaffen können. Merke: Todesfallen sind nicht genial, sondern ziemlich dumm. Aber sie werden es wohl nie lernen. Na ja, irgendwie auch gut so, denn Batman soll uns noch lange erhalten bleiben …

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Der Sohn des Jokers

The Son of the Joker

DC Comics

Titel: The Son of the Joker

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Batman #145), Paperback 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Was macht Alfred eigentlich in seiner Freizeit? Er schreibt Geschichten. Am liebsten denkt er sich Zukunftsszenarien für Batman und Robin aus. Eine davon ist, dass Bruce Wayne Kathy Kane (Batwoman) heiratet und mit ihr einen Sohn hat. Der wird zum neuen Robin, neben Dick Grayson als neuem Batman II.

In der neuen Geschichte fragt sich Alfred: Was wäre, wenn auch der Joker einen Sohn hätte? Das neue Dynamische Duo trifft auf ihn, als sie zum Wasserski zu wohltätigen Zwecken wollen. Da schnappt sich ein durchtrainierter junger Mann mit Joker-Gesicht das Preisgeld. Batman verfolgt ihn, knockt ihn aus, der Joker-Epigone fällt ins Wasser – und taucht ab.

Papa Bruce geht der Sache nach: Er sucht seinen ehemaligen Erzrivalen auf, der mit ergrautem Haar seinen Lebensabend mit Gärtnern verbringt – seine Zeit im Knast hat er abgesessen und scheint jetzt ein umgänglicher alter Kauz geworden zu sein. Der Joker bestreitet, einen Sohn zu haben.

Bald darauf verkleidet sich der vermeintliche Joker-Sohn als römischer Legionär, um auf dem Filmset eines Historienschinkens eine unbezahlbare Halskette abzugreifen. Er liefert sich ein Wagenrennen mit Batman und Robin, aber wieder entkommt der Gauner. Sie folgen ihm zum Haus des Jokers, wo sie herausfinden, dass die beiden doch unter einer Decke stecken – wenn auch ohne miteinander verwandt zu sein.

Als der alte Bruce von dem Vorfall mit der Kutsche liest, erinnert er sich an einen alten Fall mit dem Joker und bricht auf, um Dick und seinem Sohn aus der Klemme zu helfen. Und tatsächlich: Die beiden sind bereits Gefangene der beiden Joker. Als der alte Schurke Batman II seine Maske abnehmen will, kommt Batman I hereingeplatzt und kann das Schlimmste verhindern. (Leider kann Batwoman nicht mitkommen, weil sie krank im Bett liegt, aber die Männer kommen auch allein gut klar.)

Dabei wird klar: Der „Sohn des Jokers“ trägt noch nicht mal Make-up, sondern bloß eine plumpe Maske. Und am Ende sagt auch der Joker, dass dieser Epigone seines Namens nicht würdig sei. Aber auch das neue Dynamische Duo bringt es immer noch nicht ohne die Hilfe des Originals …

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Joker wird zum Dienstleister

batman #37 1946

DC Comics

Titel: The Joker Follows Suit

Autor/Zeichner: unbekannt/Jerry Robinson

Erschienen: 1946 (Batman #37), Paperback 2004 (Batman in the Forties)


Plötzlich erscheint ein Licht am Himmel über Gotham – doch statt einer Fledermaus ist das Gesicht des Jokers zu sehen. Was steckt dahinter? Der Joker hat ein Serviceunternehmen für Gauner gegründet und dafür Batmans Masche adaptiert: mit dem Jokersignal können Gauner um Hilfe rufen, wenn sie in der Klemme stecken und der Joker kommt dann mit dem Jokermobile oder dem Jokergyro vorbei, um ihnen zu helfen.

Als Batman und Robin einmal den Ganoven per Batplane folgen, hat der Joker einen fiesen Trick auf Lager: Er wirft Pakete ab, die sich um die Tragflächen schlingen und Fallschirme aufspannen, um das Flugzeug zu bremsen.

Später folgt das Dynamische Duo dem Joker in sein Geheimversteck. Er überwältigt sie mit einem starken Wasserstrahl, sperrt sie in einen Käfig und haut mit dem Batmobil ab. Batman und Robin befreien sich auf ziemlich geschickte Weise und folgen dem Schurken im Jokermobil.

Im Finale kommt es zur Verfolgungsjagd. Der Joker versucht, auf einer Straßenbahn abzuhauen, aber Batman kann seine eigene Waffe gegen ihn verwenden. Der Joker fällt zu Boden – und macht sich zum Clown. Batman und Robin lachen ihn aus. Am Ende leuchtet das Joker-Signal durch Oberleitungen und das Bild wirkt, als säße der Joker bereits hinter Gittern.

Eine wirklich fantasievolle Geschichte, herausragend inszeniert vom Joker-(Mit-)Erfinder Jerry Robinson, nur wissen wir nicht, wer sie geschrieben hat. Leider ist diese Story bisher in keiner Joker-Anthologie erschienen.

Später wird der Joker noch einmal versuchen, Batman nachzuahmen: zuerst seine Kostüme, dann seinen Gürtel.

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Joker lässt andere machen

Crime of the Month Club

DC Comics

Titel: Crime-of-the-Month Club

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (Batman #110), Paperback 1988/2008 (The Greatest Joker Stories Ever Told/Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Gotham ist nicht nur die Hauptstadt des Verbrechens, auch Batman scheint das Verbrechen geradezu anzuziehen. Denn wie anders kann man es sich erklären, dass überall, wo Bruce Wayne und Dick Grayson auftauchen, eine Straftat verübt wird?

So ist es auch an einem schönen Tag im Mai: Bei einer Blumenausstellung wird eine seltene schwarze Orchidee gezeigt, Wert: 50.000 US-Dollar. Klar, dass die nicht lange zu sehen ist, denn zwei Gauner schnappen sich das Ding. Um sich die Besucher vom Hals zu halten, richtet einer von ihnen einen Kaktus auf sie – einen Kaktus mit giftigen Stacheln wohlgemerkt.

Eine dämlichere und unhandlichere Waffe kann man sich kaum vorstellen. Aber Batman und Robin nehmen die Bedrohung ernst, sehr ernst. Sie nähern sich dem Kaktus mit zwei Lassos, fangen ihn ein und lassen ihn behutsam zu Boden sinken, damit auch keiner der gefährlichen Stacheln abbricht, querschießt und einen Besucher trifft – auf die Idee muss man erst mal kommen.

Wegen dieser diffizilen und anscheinend auch zeitintensiven Operation sind die Verbrecher über alle Berge, sobald die Gefahr gebannt ist. Wer könnte dahinterstecken? Ein Blick ins Archiv bringt die beiden auf eine Spur: Im März haben Räuber ein Gaswerk überfallen und sind mit einem Ballon davongeflogen – getragen von den Märzwinden. Im April haben sich zwei maskierte Gauner einen Aprilscherz als Ablenkungsmanöver erlaubt.

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Joker versteigert Pläne.

Schlussfolgerung: Da verübt jemand eine Verbrechensserie, deren Themen sich am Kalender orientieren (vgl. Calendar Man). Hinter so einer spinnerten Idee kann nur der Joker stecken. Und tatsächlich: Der Joker hat eine neue Masche. Er hat den Crime-of-the-Month-Club gegründet, in dem er einmal im Monat unter anderen Gaunern einen geheimen Plan versteigert, der jeweils zu einem Ereignis passt. So macht der Joker ohne Risiko mächtig Kasse – und erspart sich den Ärger mit Batman.

Nächster Fall im Juni: eine Hochzeit. Der Plan ist äußerst genial und raffiniert und jeden Cent der 50.000 Dollar wert: Zwei Räuber verkleiden sich als lebensgroße Tortenfiguren. Wieder sind zufällig Bruce und Dick eingeladen und können das Schlimmste verhindern. Aber weil Batman weiß, dass sich der Joker mit der Niederlage nicht zufrieden geben wird, fragt er sich, welcher wohl Plan B sein wird. Der Held kennt seinen Gegner mittlerweile sehr gut.

Zwei Mal fährt das Dynamische Duo zu Ereignissen, bei denen kein Verbrechen passiert, aber dann erwischen sie den Joker vor einem Kino, wie er gerade die Spenden einer Benefizvorstellung absahnt. Batman muss nur zwei Geldsäcke nach dem Joker und seinem Handlanger werfen und der Fall ist gelöst. Aber wie kam Batman auf das Kino? Ganz einfach: Der gespielte Film heißt „Jupiter’s Bride“, die heißt Juno – und das passt zum Juni. – Keine weiteren Fragen.

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Jokers erster Besuch in der Irrenanstalt

Joker: Crazy Crime Clown

DC Comics

Titel: The Crazy Crime Clown

Autor/Zeichner: Alvin Schwartz/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Batman #74), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told)


Zwölf Jahre lang ist es dasselbe Spiel: Der Joker heckt was aus, Batman schnappt ihn und steckt ihn in den Knast. Der Joker bricht aus und das Spiel geht von vorn los. Diesmal ist es anders. Der Joker kommt erstmals in eine Nervenheilanstalt, die allerdings noch nicht Arkham heißt, das kommt später.

Es beginnt mit einem Raub bei Nebel. Der Joker stiehlt einer Frau die Juwelen vom Hals. Doch die Steine waren falsch. Zufällig sind Bruce und Dick dabei, schlüpfen im Schutz des Nebels in ihre Kostüme, aber der Joker entwischt ihnen. Dann stiehlt der Joker einen Haufen wertloser Münzen, und schließlich eine Nachbildung der Mona Lisa. Was soll das?

Kurz darauf noch eine Überraschung: Der Joker liefert die nutzlose Beute bei der Polizei ab. Er kommt vor Gericht, ein Psychiater erklärt ihn erstmals für unzurechnungsfähig und der Joker kommt in die Klapse. Schnell findet Batman heraus, was den Joker dazu bringen konnte: In der Anstalt steckt der ehemalige Banker James Derek, der sich angeblich nicht mehr daran erinnern kann, wo er die Million Dollar versteckt hat, die er einst unterschlug. Der Joker könnte versuchen, das herauszufinden.

Batman & Joker

Batman gewinnt als Gedankenleser Minos Jokers Vertrauen – aber nur scheinbar …

Batman geht undercover: Als Minos, der Gedankenleser, mit Maske und Turban, schleust er sich unter die Verrückten ein, die sich für Newton, Columbus und Batman halten. Gegenüber dem Joker tut der wahre Batman alias Minos so, als könnte er das Geheimnis des Bankers lesen. Doch der Joker ist nicht blöd: Als die beiden ausbrechen wollen, schlägt der Clown ihn bewusstlos, steckt ihn in eine Gummizelle und dreht das Wasser auf.

Der Joker will abhauen, da hört er Batman herbei eilen. Er zweifelt an seinem Verstand, schaut in der Zelle nach – und da sitzt Bruce Wayne und gibt sich für Batman aus. Ein gewagtes Manöver, aber der Joker fällt drauf rein. Zumindest vorübergehend denkt er, er sei verrückt geworden. Als dann auch noch ein Mann im Batman-Kostüm auftaucht und sich auf Bruce Wayne stürzt, den er für den Joker hält, dreht der Joker wirklich durch.

Joker in Batman #74 (1952)

Joker wird in der Gummizelle fast verrückt.

Der andere Batman war natürlich der Verrückte, der sich nur für Batman gehalten hat. Glücklicherweise hat er hinterher alles wieder vergessen. Und der Joker? Der legt sich in der Gummizelle eine irre Theorie zurecht, warum Bruce nicht Batman sein kann. Am Ende gibt er alles zu und lässt sich wieder ins Gefängnis bringen.

Offenbar findet jeder so ein Verhalten völlig normal. Verständlich: In den 50ern halten Psychiater auch Comics für jugendgefährdend … Erst 22 Jahre später, in Batman #258, wird der Joker in die Anstalt wiederkehren. Die wird dann Arkham Asylum heißen.

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