Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batgirl gegen Zwangsheirat

Batgirls erster Auftritt im Fernsehen. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Enter Batgirl, Exit Penguin (dt. Batgirl kommt, Pinguin geht)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S03E01)


„Bats! I’m surrounded by bats!“ (Pinguin)

Bruce Wayne und Dick Grayson wollen mit O’Hara, Gordon und dessen Tochter Barbara (Yvonne Craig) in die Oper. Doch daraus wird nix, weil der Pinguin Barbara entführt, um sie zu heiraten – natürlich unter Zwang. Aber nicht etwa Liebe verschafft ihm den Sinneswandel. In der typisch verdrehten Logik von Batman-Schurken erhofft er sich davon Straffreiheit. (Fragt nicht.)

Der Pinguin hält Barbara Gordon gefangen.

Bei der Suche nach einem Pfarrer entführt er auch Alfred, der sich für einen Geistlichen ausgibt, um den echten zu decken. Alfred meldet die Gefahr seinem Herrn dank einem versteckten Knopf im Gürtel. Doch als Batman und Robin eintreffen, stellen sie fest, dass sie eine Dritte im Bunde haben: Batgirl.

Barbara wird zu Batgirl.

Statt die Polizei zu rufen, wie es jede normale Frau getan hätte, ist Barbara Gordon zwischendurch mal eben schnell nach Hause geschlichen und hat sich umgezogen. Unbemerkt hat sie in ihrer Wohnung ein Geheimversteck untergebracht, samt violettem Kostüm, roter Perücke und einem passenden Motorrad mit Rüschen (weil Frauen in den 60ern so was offenbar machen). Zu dritt schlagen sie den Pinguin und seine Handlanger spielerisch zusammen, am Ende rettet sie Batman und Robin sogar den Hals, bevor sie wie Teebeutel in heißes Wasser getunkt werden. Nur Alfred erfährt in der Folge ihr Geheimnis – doch sie bittet ihn, in der Rolle des Pfarrers zu bleiben und die Schweigepflicht einzuhalten.

Das Dynamische Duo als Teebeutel

Wie in den Comics, in denen Barbara kurz zuvor eingeführt worden ist, ist die Heldin auch hier Bibliothekarin. Während aber im Comic halbwegs plausibel erklärt wird, warum sie ein Kostüm trägt und Kampfkunst beherrscht, liefert sie in der TV-Serie keine Erklärung für Batgirl ab. Sie ist einfach da. Und für sie ist das Abenteuer ein einziger Spaß. Batman kann dem zwar nicht so viel abgewinnen, aber immerhin nimmt er ihre Hilfe dankend an – im Gegensatz zu dem Chauvi in den Comics …

Batman, Robin und Batgirl

Mehr zum Thema:

Das neue Batgirl: Gekommen um zu bleiben

DC Comics

Titel: The Million Dollar Debut of Batgirl!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #359), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Nach Batwoman kam Bat-Girl, aber das waren nur kurzlebige Spinnereien der 50er bzw. 60er. Allerdings kam Batgirl 1967 wieder, in Form von Barbara Gordon – und blieb die langlebigste Version davon. Barbara ist nicht nur Tochter des Commissioners, sondern auch Bibliothekarin. Und was für eine: mit Doktortitel (summa cum laude) und braunem Judo-Gürtel. Außerdem kann sie nähen. Für den Kostümball der Polizei näht sie sich ein Batgirl-Kostüm.

Barbara Gordon wird Batgirl (DC Comics)

Als sie unterwegs dorthin ist, sieht sie, wie Killer Moths Bande Bruce Wayne überfällt. Barbara überwältigt die Gauner, landet dabei aber im Kokon des Schurken. Batman befreit sie, aber obwohl sie ihm sagt, dass sie nur zum Kostümball wollte, sagt sie ihm nicht, wer sie wirklich ist.

Batman und Robin finden heraus, dass Killer Moth von zehn reichen Männern Schutzgeld erpresst. Bruce Wayne widersetzt sich, lockt den Schurken zu sich nach Hause. Zufällig muss an dem Abend Barbara ein kostbares Buch bei Bruce abliefern. Sie findet aber einen leblosen Kunden …

Obwohl Barbara nur als Bibliothekarin unterwegs ist, hat sie ihr Kostüm dabei, zieht sich um und legt sich wieder mit den Motten an. Batman und Robin, die das mitansehen, sind gar nicht erfreut. Sie macht ihren Plan zunichte – und außerdem noch schlechte Witze. Und dann ist da noch das Ego: „Still — we can’t let Batgirl fight our battles, now can we?“, fragt Batman. Nein, das geht natürlich nicht.

Später aber hilft ihnen Batgirl aus der Patsche: Sie findet Killer Moth (sie erkennt ihn an ihrem Parfüm) und verdient sich damit Batmans Respekt. Anders als ihre Vorgängerinnen, Batwoman und das erste Batgirl, heißt der Held sie als Hilfe bei der nächsten Gelegenheit willkommen. Wie gesagt: Es ist das Jahr 1967. Die Gesellschaft ist im Wandel.

Mehr zum Thema:

Superman läuft Amok

DC Comics

Titel: Squatter

Autor/Zeichner: John Byrne

Erschienen: 1987 (Action Comics #584), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman)


Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist ein Irrer, der Hochhäuser zertrümmert! Superman fliegt durch Metropolis und demoliert sinnlos, was ihm in den Weg kommt. Und er hat einen Riesenspaß dabei. Da kommt Cyborg, um ihn aufzuhalten, doch der wird in seine Einzelteile zerlegt. Er ruft die Teen Titans. Aber Wonder Girl und Changeling kriegen auch mächtig eins drauf. Superman prahlt die ganze Zeit nur mit seiner Überlegenheit und nennt die anderen bloß minderwertige Kreaturen. Erst der Held Jericho kann ihnen helfen, indem er Supermans Körper übernimmt.

Da taucht plötzlich ein Mann mit Krücken auf, der behauptet Superman in einem fremdem Körper zu sein. Ein böser Wissenschaftler habe ihn hintergangen und mit ihm die Körper getauscht. Also tauscht man sie wieder ebenso schnell zurück und Clark Kent hat wie immer einen Aufmacher für Seite eins des Daily Planet.

Am Ende fällt Lex Luthor auf, dass immer Clark diese Exklusiv-Storys über Superman schreibt, und fragt sich, welche Verbindung zwischen den beiden bestehen könnte. Solche Momente sind es, die Lex immer weniger wie ein Genie erscheinen lassen …

Die Geschichte zeigt mal wieder die Gefahr, die von Superman ausginge, wenn er nicht das zahme Landei wäre. Es ist nicht das erste und das letzte Mal, dass diese Möglichkeit durchgespielt wird. Wahrscheinlich erklärt es auch, warum Superman so ein netter Typ ist, und zwar so nett, dass ihn viele langweilig finden: Er muss es sein, weil seine Kräfte eigentlich furchteinflößend sind. Sie sind zerstörerisch und tödlich. Superman ist ein nahezu allmächtiger Gott – umso menschlicher muss man ihn darstellen, um ihn als Helden sehen zu können.

Mehr zum Thema:

Vicki Vale, Mad Hatter und ein Knüller

Vicki Vale (DC Comics)

Titel: The Scoop of the Century

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1948 (Batman #49), Hardcover 2014 (Batman: A Celebration of 75 Years)


„Being Batman is tough work, and once in a while Bruce Wayne deserves to take time off for romance!“

Die erste Mad Hatter-Story steckt voller Überraschungen. Die erste ist gleich auf der ersten Seite: Die Überschrift lautet „The Scoop of the Century“, aber zu sehen ist nicht der Verrückte Hutmacher, sondern die Fotografin Vicki Vale, wie sie zu beweisen versucht, dass Batman und Bruce Wayne dieselbe Person sind. Das ist der Spannungsbogen der Story, während der Mad Hatter nur kurioses Beiwerk ist. Aber genau das macht die Geschichte interessant.

Es beginnt damit, dass Vicki Vale (übrigens auch ihr erster Auftritt) im Yacht Club auftaucht, um ein Foto von Bruce Wayne zu schießen. Bruce findet zwar, dass sie sich selbst gut auf einem Bild machen würde, aber er sagt zu. Als er ihr ein Date vorschlägt, lässt sie ihn abblitzen.

Vicki Vale und Mad Hatter. (DC Comics)

Da taucht ein kleiner Mann mit großem Kopf und Zylinder auf, der Mad Hatter mit zwei Komplizen, auf und klaut einen Goldpokal. Bruce zieht sich schnell um und verfolgt ihn als Batman auf einem Segelboot. Vicki kommt mit, um zu helfen. Batman flirtet: „There’s nothing ordinary about you.“

Der Mad Hatter entkommt, weil er Batman mit einer Gaspistole betäubt, ihm die Waffe ins Gesicht wirft und damit über Bord bringt. Immerhin Vicki war erfolgreich mit ihren Fotos von dem Einsatz. Doch Vicki will mehr von Batman. Kaum taucht sie bei Commissioner Gordon auf, weiht er sie in seine Ermittlung ein: Der Mad Hatter hat einen Hut als Hinweis auf sein nächstes Verbrechen geschickt. Gordon ruft Batman mit dem Batsignal, das noch in einem Leuchtturm steckt.

Gordon wirft das Batsignal an. (DC Comics)

Robin reflektiert: Der Mad Hatter imitiert mit der Ankündigung die Masche vom Joker und Pinguin. Batman redet über was anderes: „How can we teach these criminals they can’t win?“ Das ist keine Erwiderung auf Robin, denn Robin bringt auf, dass Schurken Hinweise schicken, damit sie gefasst werden können. Die Hinweise setzen erst das Spiel mit Batman und Robin in Gang.

Aber Batman leitet zu einem anderen Thema über: Prävention. „Stopping crime before it starts has always been my hope!“, sagt er zu Vicki, als sie ihm vorschlägt, mit Fotos von ihm abschreckend auf Kriminelle wirken zu können. Daher macht er sie zu seiner offiziellen Fotografin. Und dann sagt sie ihm auch noch, dass der Hut auf ein Reitsport-Event hindeutet.

Batman reitet gegen den Hatter. (DC Comics)

Vicki geht mit Bruce hin, entdeckt die Wunde an seinem Kinn, die er sich beim letzten Kampf zugezogen hat. Der Mad Hatter taucht mit Pferden auf, Robin kümmert sich drum. Als Vicki ihren Job macht, wird Bruce zu Batman. Der springt auf einem Pferd durch einen Feuerring und stößt den Hatter mit einer Lanze vom Pferd. Trotzdem hat der Schurke ab. Viel wichtiger ist: Vicki stellt sich später die Frage, die sich Lois Lane schon immer bei Clark Kent und Superman gestellt hat: Wieso verschwindet Bruce immer dann, wenn Batman erscheint? Und was ist mit dem Schnitt am Kinn? Sie vergleicht Fotos von Batman und Bruce Wayne und kommt zum einzig logischen Schluss.

Vicki Vale entdeckt Batmans Geheimnis. (DC Comics)

Obwohl Vicki ihren Scoop hat, will sie noch einen Beweis. Als Batman und Robin sie (mit verbundenen Augen) in die Bathöhle führen, bringt sie ein Pulver auf Batmans Handschuh an, das im Dunkeln leuchtet. Wenn sie später Bruce Waynes Hände sehen würde, wüsste sie Bescheid.

Batman findet im Labor winzige Spuren von Heu auf dem Hut des Hatters. Für den leser heißt das: Er könnte überall sein. Einziger möglicher Schluss für Batman: Der Hatter versteckt sich in einem Scheunentheater, in dem gerade Alice im Wunderland gespielt wird. Dort sitzen die Gauner dann tatsächlich auf der Bühne zusammen. (Wo sind die Schauspieler? In der Mittagspause?)

Batman im Wunderland: Mad Hatters Versteck. (DC Comics)

Robin zerbricht einen Spiegel, um einen seiner schlechten Witze zu machen („Alice went through the looking glass!“), Batman wirft eine Katze, der Mad Hatter holt eine Axt raus, um dem Ruf der Roten Königin zu folgen. Vicki bittet ihn, fürs Bild in der Position zu bleiben. In dem Moment schlägt Batman ihn zu Boden.

Mad Hatter mit Axt. (DC Comics)

Am Ende trickst Bruce Wayne sie aus: Er hat natürlich das Leuchtpulver bemerkt und ihr dann leuchtende Blumen gekauft, damit seine beiden Hände mit dem Pulver bestäubt sind. Bruce denkt, er wäre sie los, aber da hat er sich getäuscht …

Bemerkenswert ist, dass der Verrückte Hutmacher einfach nur ein gewöhnlicher Schurke in ungewöhnlichem Kostüm ist. Das Alice im Wunderland-Thema spielt noch keine große Rolle. Der Hut-Fetisch ist nur angedeutet und von Gedankenmanipulation ist noch nicht die Rede. Das kommt später.

Trotzdem: Bei so einer starken Frauenfigur braucht es keinen besseren Schurken. Diese einfallsreiche Geschichte vom Meister und Batman-Vater höchstselbst ist ein wahrer Knüller.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00

Bat-Girl wird Batwoman

DC Comics

Titel: Bat-Girl – Batwoman II

Autor/Zeichner: Bill Finger/Chic Stone

Erschienen: 1964 (Batman #163)


Alfred haut mal wieder in die Tasten. Nachdem er letztens Dick Grayson und Bruce Wayne Jr. eine Zukunft als Batman und Robin angedichtet hat (Bruce Wayne war mit Kathy Kane verheiratet), wird jetzt das ehemalige Bat-Girl Betty Kane zur neuen Batwoman.

Batman II und Robin II

Betty besucht ihre Tante, die führt sie herum in ihrem alten Haus und zeigt ihr auch das alte Batwoman-Kostüm. Kathy ist wehmütig: Es ist schon lange her, dass sie in Aktion getreten ist. Doch da entscheidet Betty, ihre Nachfolge anzutreten.

Als Batman II und Robin II gerade nicht in der Stadt sind, wird Bruce Wayne zu Batman und gerät sogleich in Gefahr. Milo, der Erfinder für die Unterwelt, schnappt sich den Helden mit einer riesigen fliegenden mechanischen Hand. Zufällig kommt Batwoman II vorbei und befreit ihn. Beim Sturz verliert Batman seine Maske und sein Geheimnis ist raus.

Batwoman II rettet Batman

Gemeinsam verfolgen sie Milo zu einer Vorführung seiner Erfindungen, werden gefangengenommen und Batman wird fast von einem riesigen Hammer zermatscht, doch dann kommt die nächste Generation, um ihn zu retten …

Bett Kane küsst Dick Grayson

Es ist nicht die großartigste Geschichte, die uns Alfred hier auftischt. Formelhaft und uninspiriert. Ebenfalls schade: Alle bekommen hier was zu tun, nur Kathy Kane muss zuhause bleiben. Immerhin bekommt Dick Grayson, nachdem er sich als neuer Batman geoutet hat, einen Kuss von Betty …

Mehr zum Thema:

Batman: The Animated Series ab Oktober auf Blu-ray

Warner Bros.

Am 16. Oktober 2018 ist es endlich soweit: Batman: The Animated Series erscheint auf Blu-ray – zumindest in den USA. Alle 109 Episoden der 90er-Jahre-Serie (drei Staffeln, also auch The New Batman Adventures) werden auf zehn Discs in HD verfügbar sein, dazu die beiden Filme Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) und SubZero (dt. Eiszeit), die bereits auch einzeln auf Blu-ray erschienen sind (allerdings nicht in Deutschland).

Warner Bros.

Als Extras gibt es zwölf Audiokommentare und 24 Featurettes, wie etwa die 60-minütige Doku Heart of the Batman. Außerdem werden die Blu-rays mit einem Art-Book und drei Funko-Figuren aufgewertet Der Preis beträgt derzeit 113 US-Dollar. Für 25 Dollar mehr kann man sich eine Ausgabe mit einem von zwei passenden T-Shirts kaufen. Weitere Details auf blu-ray.com und im WBShop.

Von dieser Deluxe Limited Edition erscheinen 30.000 Stück. Wer eine haben will, sollte sich beeilen. Oder einfach auf die deutsche Ausgabe warten – falls es je eine geben wird. Denn eine Ankündigung für den deutschen Markt lässt auf sich warten. Hier kann man sich die Serie nur (für viel Geld) im Amazon-Stream ansehen, allerdings nicht in der optimierten Fassung.

Finsterste Gesellen

DC Comics

Titel: Dark Nights Metal – Dark Knights Rising (dt. Der Aufstieg der Dunklen Ritter)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Grant Morrison, James Tynion IV u.a.

Erschienen: 2017, Hardcover 2018; dt. Panini 2018 (2 Sonderbände)


Batmans schlimmste Albträume sind wahr geworden: Auf verschiedenen Welten des Dark Multiverse sind düstere Versionen von ihm entstanden, die jeweils auch eine Kombination mit anderen Helden wie Flash und Green Lantern sind, aber auch mit Schurken wie Doomsday und Joker. Sie alle dienen dem Überschurken Barbatos, der auch die Kehrseite des Multiversums vernichten will (siehe Dark Nights: Metal).

Der Schlimmste von ihnen ist The Batman Who Laughs, eine Kreuzung aus Batman und Joker. Der Joker hat bei seinem letzten grausamen Akt (Eltern vor den Augen ihrer Kinder umbringen und die Kinder zu Jokern machen) Batman mit einem Joker-Virus infiziert. Nachdem der Clown tot ist, erschießt Batman zunächst die Bat-Familie, dann erledigt er auch den Rest der Superhelden auf furchtbarste Weise.

So zieht er von Welt zu Welt, um weitere böse Batmen auf seine Seite zu ziehen. Wie sie entstanden sind, davon erzählt der Band Dark Knights Rising. Einige dieser Hintergrundgeschichten sind interessant, wie etwa die von Red Death, dem Flash-Batman: Batmans Kampf gegen das Verbrechen ist gescheitert, seine Familie ist tot. Jetzt will er von Flash die Speed Force haben, um endlich schnell genug und überall zugleich zu sein. Flash weigert sich, da kettet Batman ihn an ein Batmobil, das er mit dessen Tretmühle kombiniert hat und holt sich das, was er will, mit Gewalt.

Oder da ist die Story vom Devastator, dem Doomsday-Batman: Superman dreht durch, Batman versucht, ihn mit einer Kryptonitlanze zu erledigen, als das scheitert, lässt Batman das Doomsday-Virus in sich wirken.

Die Geschichte des Dawnbreakers (Green Lantern-Batman) schießt allerdings um einiges übers Ziel hinaus: Der junge Bruce Wayne bekommt den Ring unmittelbar nach dem Mord an seinen Eltern. Er will sich rächen, der Ring verweigert den tödlichen Einsatz, doch Bruces Willenskraft ist so stark, dass er es doch schafft. Daraufhin belebt er seine Eltern als Zombies wieder und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Wirklich alles. Sogar James Gordon, völlig grundlos. Und dazu hat man sich eine Variation des Green Lantern-Schwurs ausdedacht, dessen Metrum leider arg holpert: „I turn the dawn to midnight! Beware my power — Dawnbreaker’s might!“

Die anderen drei (The Drowned, The Merciless, The Murder Machine) sind hingegen nicht mehr so spannend, dazu sind die Rahmenhandlungen stets vorhersehbar formelhaft: Entweder taucht The Batman Who Laughs auf, um ihnen den Teufelspakt anzubieten, oder Doctor Fate rettet die Helden von Erde 0, wenn sie gegen ihre bösen Gegenstücke kämpfen. Das letzte Kapitel, The Wild Hunt, ist eine gänzlich überflüssige Ergänzung des Haupt-Events, die einen nicht besonders interessieren muss: Gerahmt ist sie von einer Handlung über den Affen-Ermittler Detective Chimp, der am Ende Pate steht für die Entstehung von Erde 53 …

Insgesamt bietet Dark Knights Rising eine durchwachsene Lektüre, allerdings befriedigt sie die Neugier der Leser nach den Hintergründen der im Hauptevent zu kurz gekommenen Schurken. Und trotz seiner Schwächen macht es zum Teil mehr Spaß als Dark Nights: Metal. Meisterhaft gezeichnet ist es fast durchgehend. Daher ist es neben dem anderen Ergänzungsband The Resistance zu empfehlen.

Übrigens: Wie auf der San Diego Comic-Con bekannt wurde, bekommt The Batman Who Laughs im November eine eigene Mini-Serie. Die Fans wird’s freuen.

Mehr zum Thema:

 

Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

Mehr zum Thema:

Aquaman und Shazam: Die ersten Trailer

Auf der San Diego Comic Con wurden die Trailer zu den nächsten DC-Filmen vorgestellt: Aquaman, der am 20. Dezember in Deutschland startet, und Shazam!, der im April 2019 in die Kinos kommen soll. Während der erste ein buntes Spektakel zu werden scheint, dessen Unterwasser-Optik an Findet Nemo erinnert, scheint Shazam eine Coming-of-Age-Komödie darüber zu sein, wie es ist, ein Kind im Körper eines Superhelden zu sein.

Da Trailer in der Regel wenig über die Qualität von Filmen aussagen, verkneife ich mir mal weitere Kommentare und lasse euch eure eigene Meinung dazu bilden. Am Ende wird man als Fan nicht um den Kinobesuch herumkommen.

Mehr Joker: Neues von der San Diego Comic-Con 2018

Die diesjährige SDCC bietet so viele Neuigkeiten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es gibt vor allem viel Neues zum Joker. Der Schurke soll 2019 einen eigenen Kinofilm bekommen – mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. In der Comic-Welt sind einige Projekte angekündigt:

The Batman Who Laughs kehrt zurück: Scott Snyder und Jock widmen dem bösesten aller Batmen aus dem Dunklen Multiversum (siehe Dark Nights: Metal) eine Mini-Serie. Start soll im November sein. In der Story verfolgt der Batman Who Laughs einen bösen Plan mit einem neuen Dunkler Ritter. Dieser soll Joe Chill mit seiner eigenen Waffe erschossen haben und nun als eine Art Punisher-Batman unterwegs sein. Snyder spricht von einem „weiteren schlimmsten Alptraum“ des Dunklen Ritters und der düstersten Batman-Story, die er je geschrieben habe …

Batman/Joker: Deadly Duo wird eine neue Mini-Serie von Marc Silvestri heißen. Der Joker ersucht Batman um Hilfe, indem er James Gordon entführt und Batman Körperteile schickt. Die Story soll ein neues Licht auf den Schurken werfen. „Siebeneinhalb“ Ausgaben lang soll die Geschichte sein, ein offizielles Startdatum gibt es nicht. „It would be full of dramatic and comedic moments“, sagt Silvestri. „I’ve been wanting to do this story for 20 years.“

Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok erscheint irgendwann im Winter als Dreiteiler unter dem DC Black Label. Es soll darin um die Traumata gehen, die der Joker bei Bruce Wayne, Barbara Gordon und Jason Todd verursacht hat. Und so sehen wir auf dem Cover auch einen der Joker mit der typischen blutigen Brechstange aus A Death in the Family, während das Kartenlegen an The Killing Joke erinnert. Waren da etwa jeweils andere Joker am Werk?

Darüber hinaus spielt der Joker auch in Scott Snyders Justice League-Serie eine große Rolle, sowie in der Mini-Serie Old Lady Harley (ab Oktober), in der es um eine altgewordene Harley Quinn gehen wird (nach dem Konzept von Marvels Old Man Logan).

Detective Comics bekommt ein neues Team: Peter J. Tomasi und Doug Mahnke übernehmen die Serie mit Ausgabe #994. Tomasi hat bereits die Serie Batman & Robin geschrieben, Mahnke hat mit ihm bereits zusammengearbeitet (The Big Burn), aber auch moderne Klassiker wie The Man Who Laughs und Under the Red Hood gezeichnet. Auch an der Jubiläumsausgabe Detective Comics #1000 soll das Team beteiligt sein. Ab Ausgabe #988 (12. September 2018) ist erstmal James Robinson als Autor verpflichtet. Ihm haben wir so großartige Batman-Storys wie Blades und Face the Face zu verdanken.

Batman bekommt ein neues Kostüm: sein altes. Autor Tom King hat angekündigt, dass Batman nach der Hochzeit mit Catwoman zurückkehrt zum Kostüm aus Hush-Zeiten. Das bedeutet einerseits, dass das Fledermaus-Symbol auf seiner Brust seinen gelben Rand verliert (juchu), andererseits, dass die schwarze Unterhose wieder zurückkommt (buh!).

Und zum Schluss noch ein Wort zu Zeichentrickfilmen: Batman: Hush wird im Sommer 2019 als Animationsfilm erscheinen. Damit setzt Warner Bros. seine erfolgreiche Reihe von Klassiker-Adaptionen wie Year One, The Dark Knight Returns und The Killing Joke fort. Für nächstes Jahr sind auch die Filme Reign of the Supermen (Fortsetzung zu Death of Superman, der im August 2018 rauskommt), Justice League vs. The Fatal Five und Wonder Woman: Bloodlines angekündigt.