Kreaturen der Nacht

In diesem Video sehen Sie folgendes: Eine bekannte Comicfigur, die ihr Auto von Pferden ziehen lässt, eine bekannte Horror-Roman-Figur, die die Nutztiere anderweitig zu nutzen weiß und einen sich daraus entwickelnden Konflikt zwischen zwei Kreaturen der Nacht, die sich gerne als fliegende Säugetiere inszenieren. Alles weitere, was in diesem Video passiert, soll unkommentiert bleiben – so grotesk es auch sein mag. Man sollte es selbst gesehen haben. Unterhaltsamer als Francis Ford Coppolas Bram Stoker’s Dracula ist es allemal.

Legends of the Dead Earth: Dystopische Variationen

Titel: Legends of the Dead Earth

Autor/Zeichner: Doug Moench, Chuck Dixon, Alan Grant/Vincent Giarrano, Flint Henry, Barry Kitson, Brian Apthorp

Erschienen: 1996 (Batman Annual #20, Detective Comics Annual #9, Shadow of the Bat Annual #4, Legends of the Dark Knight Annual #6)


„Whatever happens to me — the legend will never die!“ (Batman)

Im Jahr 1996 standen alle DC-Annuals unter einem Titel: Legends of the Dead Earth. Erzählt wurden Geschichten aus alternativen Universen (allerdings ohne Elseworlds-Label), in denen die Helden in verschiedenen Versionen einer düsteren Zukunft kämpften. Auf einer toten Erde leben die Legenden weiter, so das Motto der Reihe.

Im Batman Annual erzählt ein alter Mann in einer dystopischen Zukunft ein paar Kindern Legenden von Bat-Man, einem geflügelten Helden, der einen Sidekick namens Darkbird hat. Die bekannten Schurken erscheinen in abgewandelter Form: der Joker ist der Mad Jester, der Menschen mit manipulierten Holo-Programmen zum Lachen bringt, Catwoman ist Cat-Fem, eine Mensch-Tier-Hybridin, Two-Face ist Split-Face und Scarecrow ist ein Vogelmensch, der tatsächlich zunächst als Vogelscheuche arbeitet, bevor er vor Angst wahnsinnig wird und seinen Job verliert. Auch wenn die Figuren und Anekdoten nicht alle durch Einfallskraft glänzen, ist dieses Heft das gelungenste der vier.

Im Detective Comics Annual ist Batman ein Riesen-Roboter, im Shadow of the Bat Annual führt Batman eine Armee gegen eine feindliche Reptilien-Spezies an und reitet dabei auf Dinosauriern. Der vierte Teil (Legends of the Dark Knight Annual) spielt zwar in einer Art Zukunft, aber das Szenario mutet mittelalterlich an. Batwoman ist hier die Heldin, die das Erbe ihres Vaters Robert Kane antritt. Batman war ein Henker für einen Schurkenstaat, der Selbstmord beging, nachdem er seine Schuld nicht mehr ertrug. Batwoman macht reinen Tisch.

Auch wenn das Konzept einen interessanten Ansatz verspricht und den Schöpfern kreative Freiheit zu gewähren scheint, kommt bei Batman nicht viel Interessantes bei rum. Bloß oberflächliche Variationen des Altbekannten in verschiedenen Dystopien. Kein Wunder, dass diese Storys bisher nicht wiederaufgelegt wurden.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Anderswelten neu aufgelegt

Am 20. April 2016 bringt DC Comics ein Paperback mit gesammelten Elseworlds-Batman-Storys heraus. Nun ist bekannt, was drin sein wird:

  • Holy Terror (Batman gegen einen fiktiven Kirchenstaat)
  • Dark Allegiances (Batman kämpft in den 30ern gegen eine faschistische Verschwörung, von Howard Chaykin)
  • Dark Joker – The Wild (von Doug Moench und Kelley Jones)
  • In Darkest Knight (Batman als Green Lantern)
  • Robin 3000 #1-2 (Robin in der Zukunft)
  • „and more“

Leider teilt DC nicht mit, was dieses Mehr sein soll. Eins ist klar: Es wird noch viel mehr, denn der Band soll 536 Seiten umfassen. Es ist lange überfällig, dass die meist vergriffenen Comics neu aufgelegt werden. Mittlerweile gibt es auch schon einige davon in digitaler Form – und das sehr preisgünstig. Die hier vorgestellte Auswahl ist durchwachsen: Holy Terror ist jedenfalls ein solides Werk, In Darkest Knight klingt verlockender als es ist, Dark Allegiances ist auch kein großer Spaß (es sei denn für Chaykin-Fans). Die anderen beiden Werke kenne ich nicht, daher hoffe ich, dass der Rest des Bandes mehr Qualität bringen wird. Aber da es sich um ein „Volume one“ handelt, wird DC wohl ohnehin in naher Zukunft alles neu auflegen, was ein Elseworlds-Label trägt.

Für Juli ist auch ein Superman-Elseworlds-Band angekündigt. Darin soll auch Speeding Bullets enthalten sein, eine Story, die davon ausgeht, dass Superman von den Waynes in Gotham City aufgezogen und dann zu Batman wird. Eine Besprechung folgt in Kürze. Am 11. Mai wird zudem eine Deluxe Edition von Kingdom Come (1996) erscheinen, eine der besten Elseworlds-Geschichten, geschrieben von Mark Waid und gemalt von Alex Ross.

Tödliches Joker-Revival

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: 10,000 Clowns

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Norm Breyfogle

Erschienen: 2012-2013 (Batman Beyond Unlimited #1-13), Paperback 2013, dt. Panini 2014


„I bet crap like this doesn’t happen in St. Louis.“ (Terry McGinnis)

Batmans Dasein ist eine tragische Tretmühle. Nicht nur, dass das alte Trauma immer wieder durchlebt wird, auch die Gegner kommen immer wieder – und zwar auch über Generationen hinweg. In Batman Beyond gibt es zunächst keinen Joker mehr, dafür aber macht die Chaotenbande Jokerz Gothams Straßen unsicher. Dann kommt der Joker doch wieder zurück, stirbt einen zweiten Tod. In 10,000 Clowns schließlich mischen die Jokerz die Stadt richtig auf – angeführt von einem selbsternannten Joker King. Und der ist auch noch Doug Tan – der Bruder von Terrys Ex-Freundin Dana. Als wäre das nicht genug, wird die Geschichte vom Mörder von Terrys Vater nachgeliefert: Jake Chill, verwandt mit Joe Chill …

Alles wiederholt sich, aber immer ein bisschen anders, stets wird noch eins draufgelegt. Hier werden die Jokerz zu einem Selbstmordkommando, das in der Stadt verteilt Sprengstoffgürtel zündet. Der Sinn? Es gibt keinen. Denn der Joker King hat erkannt, dass das Leben auch keinen hat und darin der ultimative Witz besteht. Also führt er alle ins Verderben. Trotzdem macht er sich aber die Mühe, sich vorher aufwendig zu schminken und als Punk zu verkleiden, samt LOL-Tattoo auf der Brust. So viel Show muss sein. Terry wird bei dem Versuch Doug aufzuhalten unterstützt von einer wachsenden Batman-Familie: Catwoman und Dick Grayson (siehe Hush Beyond), Tim Drake und Jake Chill, der sich wegen seiner Schuldgefühle zum Vigilanten namens „Vigilante“ erklärt.

Etwa genauso kreativ und subtil ist auch der Rest der Geschichte. Autor Adam Beechen bedient sich bei seinem Joker King ziemlich schamlos beim Film The Dark Knight bietet kaum etwas darüber hinaus: weder Tiefgang noch eigene Ideen. Bruce Wayne erkrankt an Leberversagen, Terry plagen mal wieder Selbstzweifel, dazwischen wird eine Familiengeschichte und die Binnenstory mit Max und ihren Hackerfreunden gequetscht. Zeichner Norm Breyfogles Versuch, den Stil der Animated-Serie zu imitieren, geht nur leidlich auf. Entstanden ist ein seltsamer Hybrid, der sich zwischen Cartoon und Realismus nicht entscheiden kann. Das passt zur Story, die einerseits drastischer ist als von Batman Beyond gewohnt, aber andererseits unreif wirkt. Naja, für Teenager mag das genau die richtige Lektüre sein.

Holy costumed party!

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Wohin mit der Bombe, Batman? 

Titel: Batman – The Movie (dt. Batman hält die Welt in Atem)

Regie/Drehbuch: Leslie H. Martinson/Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966


„… die einzig mögliche Folgerung!“ (Batman)

Es gibt Tage, da geben sich Haie sehr anhänglich. Es gibt Tage, da kann man einfach keine Bombe loswerden. Es gibt Tage, da hat man einfach keine Lust sich zu rasieren und dann tut es auch weiße Schminke. Es gibt Tage, da rutscht ein Russe auf einer Bananenschale aus. Es gibt Tage, da will man bloß die Wände hochgehen.

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Batman wehrt den Hai mit Spray ab.

An solchen Tagen hilft es, wenn man einen treuen Partner hat, der einem zur Seite steht, einer der immer Rat weiß, des Rätsels Lösung kennt und zur Not auch mal einen blöden Spruch sagt. Wie gut, dass dann das Umziehen von selbst geht, es gegen alles ein Spray gibt und alle Hilfsmittel ordentlich beschriftet sind. So kann man es leicht mit den Widrigkeiten der Welt aufnehmen kann. Mit den Witzfiguren, den Rätselknackern und „Katzenweibern“. Nur gegen eines hilft nichts: Politik. Dann muss auch ein Superheld sich lieber zurückziehen.

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Allzeit bereit: Bat-Sprays gegen Barracudas, Wale, Mata-Rochen und Haie.

Über Batman hält die Welt in Atem, den ersten Langspielfilm des Helden aus dem Jahr 1966, muss man nicht mehr sagen. Er ist ein Klassiker des Trashfilms. In seiner Schrillheit funktioniert er für Kinder und Erwachsene gleichermaßen – wenn auch auf jeweils andere Weise. Man kann den Film (oder die Serie) naiv schauen als kindisches Spektakel oder als eine Parodie des Superheldengenres, eine Hommage an den Eskapismus, ein Fest der albernen Unterhaltung und des Absurden.

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Pinguin, Joker und Riddler unter Strom.

Die Schauspieler tragen ihre Kostüme nicht, als wären sie Batman und Robin, Joker und Catwoman, Riddler und Pinguin, sondern als wären sie lediglich bei einem Kostümball. Alles an dem Fernseh- und Kino-Batman der 60er ist ein Spiel mit Verkleidungen und Requisiten: die Effekte sind offensichtlich billig, die Story ist hanebüchen und die Situationen realitätsfremd. Dieser Batman tut nur so, als wäre er ein Detektiv – aber seine Welt funktioniert nicht nach den Gesetzen der Logik.

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Catwoman, Pinguin und ein paar getrocknete Menschen in Glasröhrchen. 

Man muss diesen Trip von einem Film nicht mögen, aber seinen Einfluss anerkennen. Auch wenn dieser Quatsch nicht viel mit dem ursprünglichen, düsteren Batman zu tun hat, ja sogar am weitesten von seiner Urform entfernt ist, so hat er gerade deswegen seinen festen Platz in der Geschichte des Mythos.

Und die Szenen mit dem Hai-Spray und der Bombe sind einfach Kult.

Mehr zum Thema:

 

Batman bei Panini: Vorschau auf 2016

DC One Million (DC Comics)

DC One Million (DC Comics)

Nach unserer Vorschau auf die Batman-US-Comics 2016 stellt sich die Frage: Welche Batman-Comics erscheinen 2016 auf deutsch?

Der Panini-Verlag bringt im nächsten Jahr nicht bloß die obligatorischen Sammelbände der Batman– und Batman Eternal-Serien heraus, auch legt er zwei Klassiker aus den 90ern auf: Das Beben (im Dino-Verlag einst Inferno genannt) und das geniale JLA-Crossover von 1998, One Million von Grant Morrison. Darin tauscht die Justice League aus einer fernen Zukunft die Plätze mit der JLA der Gegenwart, damit die „alten“ Helden an Festspielen zu ihren Ehren teilnehmen können. Sabotiert wird das Spektakel von Vandal Savage und dem neuen Feind Solaris. Dieses besonders gelungene Event schlug sich damals in allen Serien nieder: zu jeder erschien eine Ausgabe #1.000.000 (mittlerweile gesammelt in einer Omnibus-Ausgabe).

Außerdem gibt es einen neuen Batman Beyond (dt. Batman of the Future), der nach den Ereignissen in Futures End in die DC-Continuity aufgenommen wurde. Vor dem Kinostart von Batman v Superman wird Superman/Batman: Freunde und Feinde von Jeph Loeb herausgebracht.

Noch im Dezember dieses Jahres erscheinen noch das Crossover Forever Evil als Paperback sowie Gotham Central 2 (in der US-Ausgabe in Band 1 enthalten).

Januar

  • Batman & Robin Sonderband 8
  • Batman Sonderband 46
  • Futures End 8
  • Convergence Megaband

Februar

  • Superman/Batman: Freunde und Feinde
  • Batgirl: Die neuen Abenteuer 1
  • Justice League: One Million 1

März

  • Batman Eternal 1
  • Gotham Central 3

April

Mai

  • Batman Eternal 2
  • Batman Beyond (von Dan Jurgens)
  • Robin – Der Sohn des Dunklen Ritters 1

Juni

Immer Ärger mit den Grünen

Titel: Batman Beyond: Industrial Revolution (dt. Batman of the Future: Industrielle Revolution)

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Ryan Benjamin u.a.

Erschienen: 2011 (Mini-Serie #1-8, Paperback 2012), dt. Panini 2013 (Batman of the Future Bd. 2)


„After many, many years, it’s time for Bruce Wayne to come out of the shadows. A little.“

Eigentlich gilt grün als die Farbe der Natur, des Umweltschutzes und der Gesundheit. Außer bei Batman: da ist das Grüne meistens das Verseuchte, Kranke und Böse. Von den grünen Haaren des Jokers über den Riddler bis Poison Ivy – grün, das ist die Farbe der Schurken, die in Chemietanks fallen und mit Gift arbeiten (oder einfach nur verrückt sind). Bei Batman Beyond ist Blight der grünstrahlende Erzfeind. In Industrial Revolution, der Fortsetzung von Hush Beyond, kehrt der totgeglaubte Derek Powers buchstäblich aus der Versenkung zurück. Zuvor aber muss Terry McGinnis gegen einen neuen Matter Master antreten – einen weiteren grünen Unhold, der Materie beliebig verändern kann.

Der zweite Band ist deutlich schwächer als der erste. Die beiden Abenteuer sind lediglich von durchschnittlicher Qualität und arm an neuen Ideen. Eine Backstory für die Gestaltwandlerin Inque dient als Betroffenheitsfüllsel. Höhepunkt ist ein Kampf zwischen Batman und der Justice League – aber dass dieser Kampf sinnlos ist, sehen die Figuren leider später ein als der Leser. Parallel zur Action muss Bruce Wayne um die Existenz seiner Firma kämpfen, Max wird in einen ominösen Hackerkreis aufgenommen, Dana macht mit Terry Schluss nachdem sie zum hundertstenmal sitzengelassen wurde, und dann hat sie plötzlich einen Bruder, der aus dem Knast rauskommt. Fortsetzung folgt. Hoffentlich stecken in diesen Ansätzen bessere Geschichten als diese.

Batman Elseworlds: Digitaler Nachschub

Alternative Historien, dystopische Zukunftsentwürfe, Literaturadaptionen – in den 90er und frühen 2000er Jahren führte DC Comics für seine nicht-kanonischen Parallelwelten das Label Elseworlds. Darunter waren auch einige bemerkenswerte Werke. Doch nur die wenigsten werden noch neu aufgelegt, die meisten Hefte sind vergriffen. Nächstes Jahr will DC das nachholen mit einem Paperback; was drin sein wird, ist noch unklar. Bis dahin können Fans die Lektüre digital nachholen, denn DC setzt die Digitalisierung seiner Elseworlds-Storys fort: Nach langem Stillstand wurden in den vergangenen Wochen bei Comixology mehrere Comics neu veröffentlicht – und zwar sehr preiswert. Derzeit gibt es diese Batman-Comics und ein Justice-League-Comic (in englischer Sprache):

Welche davon lesenswert sind, kann man unter den jeweiligen Links nachlesen. Die fehlenden Besprechungen werden hier noch nachgeholt werden.

Geschenke für den Batman-Fan

Was schenkt man einem wahren Batman-Fan zu Weihnachten?

In diesem Jahr ist es ganz einfach. Wer sich für die Frühzeit des Helden interessiert, wird ganz bestimmt mit einem dicken Wälzer glücklich: dem Golden Age Omnibus. Auf über 800 Seiten werden die ersten Storys aus Detective Comics #27-56 und Batman #1-7 geboten (auf englisch). Kosten: 75 US-Dollar. Gut angelegtes Geld. (Ein Pendant gibt es auch zu Superman.) Deutlich billiger davon kommt man mit dem Geschichtsbildband The Golden Age of DC Comics vom Taschen-Verlag (40 Euro). Davon sind mittlerweile auch Bände zum Silver Age und Bronze Age (bis 1985) erschienen. Es handelt sich dabei um 400 Seiten starke, reichlich illustrierte und höchst informative Bücher voller Comic-Cover, Fotos und Nostalgie. Absolute Standardwerke für Superhelden-Fans.

Eine Sparausgabe nur für Batman-Fans ist The Little Book of Batman (8 Euro). Darin versammelt der Taschen-Verlag auf rund 200 kleinen Seiten eine Art Best-of aus den oben genannten Großwerken bzw. aus dem Riesenband 75 Jahre DC Comics, der 2010 erschienen ist. Auch wenn das Format des Batman-Büchleins dagegen mickrig wirkt, sind doch sehr viele Infos und viel unnützes Wissen zusammengetragen, sodass selbst ein alter Fan noch einiges Neues und Kurioses aus der langen Batman-Geschichte entdecken kann. Einziger Nachteil: während das Vorwort von Paul Levitz (Warum lieben wir Batman?) in deutsch, englisch und französisch geliefert wird, sind die Bildtexte (die den größten Teil des Buches ausmachen) nur auf englisch. (Die Little Books gibt es auch zu Superman und Wonder Woman.)

Für 60’s-Nostalgiker bietet sich die DVD-/Blu-ray-Box Batman – Die komplette Serie an (etwa 50/65 Euro). Auf 18 Discs kann man sich die absurden, knallbunten und überdrehten Folgen mit Adam West und Burt Ward ansehen – falls man diesen LSD-Trip so lange aushält. Als Kostprobe empfiehlt sich der Kinofilm zur Serie Batman hält die Welt in Atem (ebenfalls auf Blu-ray erhältlich). Damit ist alles gesagt.

Zum 75-jährigen Jubiläum des Jokers hat der Panini-Verlag eine 372-Seiten-Anthologie mit 18 der besten Geschichten herausgebracht (30 Euro). Bereits im Vorjahr ist eine umfassende Batman-Anthologie erschienen. Das US-Pendant von DC Comics ist der Band Joker: A Celebration of 75 Years. In der Reihe wurden auch Bände zu Batman, Robin und zuletzt Catwoman herausgebracht.

Ansonsten gibt es Batman-USB-Sticks (von Emtec, 7 Euro für 8GB), Batman-Ausstechformen für Kekse, Batman-Backformen für Kuchen, Batman-Eierbecher, Batman-Unterhosen, Batman-Gummi-Enten, Batman-Lego und Batman-Düfte. An Ideen mangelt es der Merchandise-Industrie nicht. Alles Blödsinn, versteht sich. Denn das einzige, was ein wahrer Batman-Fan abseits von Büchern, Comics und Filmen wirklich braucht, ist ein T-Shirt: grau und mit schwarzem Batman-Symbol auf der Brust. Ganz einfach und klassisch, ohne peinlich zu sein. Kostet etwa 20 Euro. Man sollte beachten, dass es sich um lizensiertes Produkt mit hochwertigem Aufdruck handelt. Mit so einem T-Shirt fühlt sich jeder schon gleich viel heroischer.

The Greatest Gladiator Match in the History of the World

Superman versus Batman, mit Wonder Woman versus Doomsday! Der neue Trailer zu Batman v Superman: Dawn of Justice ist mal wieder ein Fest für Fans und lässt die Erwartungen an das Gipfeltreffen noch steigen. Nicht genug, dass die größten Helden von DC Comics gegeneinander antreten, nicht nur, dass Wonder Woman (und auch Aquaman, nicht im Trailer) hinzukommen, Lex Luthor erschafft mit Doomsday auch einen Widersacher, den die Helden vereint bekämpfen müssen. Die Zerstörungsorgie von Man of Steel geht damit in Runde 2 … Hoffentlich nicht ganz so ermüdend.

Doch der neue Trailer verspricht auch harte Wortgefechte zwischen Clark Kent und Bruce Wayne: Während Kent nicht viel von Batman aus Gotham hält, hat Wayne etwas gegen den Übermenschen, der Metropolis zerlegt hat. Warum? Schlechte Erfahrungen mit „freaks dressed like clowns“ … Batman zeigt nicht nur rhetorische Stärke, sondern geht auch ziemlich rabiat gegen seine menschlichen Gegner vor, auf der Haut eines Schurken hinterlässt er offenbar ein Brandmal in Form einer Fledermaus. Und damit wirkt er ebenso zweifelhaft wie der Halbgott, den er bekämpft.

Eine interessante Figur verspricht Lex Luthor zu werden: Jesse Eisenberg verkörpert einen quirligen, geschwätzigen Gesellschafter, der es nach eigenen Angaben liebt, Menschen zusammenzubringen – wie etwa Clark Kent und Bruce Wayne. Beim Händedruck mit Kent warnt er Wayne: „you should not pick a fight with this person“ und als es dann doch zum Kampf kommt, bringt er es auf den Punkt: „the greatest gladiator match in the history of the world“. Alfred ist mal wieder die Stimme der Vernunft, der Batman sagt, er könne den Kampf gegen Superman nicht gewinnen. Und Superman bekräftigt, dass er noch einmal, dass er Batman töten könnte – wenn er wollte.

Rätsel geben noch immer die dystopischen Szenen auf, die Superman als faschistoiden Anführer einer eigenen Armee und Batman als Widerstandskämpfer im Ledermantel zeigen. Eine Vorschau auf die Zukunft? Eine Vision? Ein Traum? Man weiß es nicht. Lassen wir die Spekulationen, lassen wir uns lieber überraschen. Falls die ganzen Teaser und Trailer überhaupt noch eine Überraschung übrig lassen. Langsam stellt sich das Gefühl ein, man hätte den halben Film bereits gesehen.