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Batman: The Animated Series ab Oktober auf Blu-ray

Warner Bros.

Am 16. Oktober 2018 ist es endlich soweit: Batman: The Animated Series erscheint auf Blu-ray – zumindest in den USA. Alle 109 Episoden der 90er-Jahre-Serie (drei Staffeln, also auch The New Batman Adventures) werden auf zehn Discs in HD verfügbar sein, dazu die beiden Filme Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) und SubZero (dt. Eiszeit), die bereits auch einzeln auf Blu-ray erschienen sind (allerdings nicht in Deutschland).

Warner Bros.

Als Extras gibt es zwölf Audiokommentare und 24 Featurettes, wie etwa die 60-minütige Doku Heart of the Batman. Außerdem werden die Blu-rays mit einem Art-Book und drei Funko-Figuren aufgewertet Der Preis beträgt derzeit 113 US-Dollar. Für 25 Dollar mehr kann man sich eine Ausgabe mit einem von zwei passenden T-Shirts kaufen. Weitere Details auf blu-ray.com und im WBShop.

Von dieser Deluxe Limited Edition erscheinen 30.000 Stück. Wer eine haben will, sollte sich beeilen. Oder einfach auf die deutsche Ausgabe warten – falls es je eine geben wird. Denn eine Ankündigung für den deutschen Markt lässt auf sich warten. Hier kann man sich die Serie nur (für viel Geld) im Amazon-Stream ansehen, allerdings nicht in der optimierten Fassung.

Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

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Jokers Schlag unter die Gürtellinie

Jokers Gürtel kommt bei Frauen gut an.

Titel: The Joker is Wild/Batman is Riled (dt. Die Demaskierung)

Drehbuch: Robert Dozier

Erschienen: 1966 (Batman S01E05-06)


„Sometimes I think people expect too much of us, Batman. (…) We’re only human. We only have so much to give.“ (Robin)

Wer hätte das gedacht, dass der Joker einmal Baseball spielt? Dank der modernen Rehabilitationsmethoden im Knast von Gotham ist es möglich: Der Joker wirft Bälle – und der Batter erwischt keinen einzigen. Als er doch mal trifft, explodiert der Ball und hinter einer Rauchwolke wird der Joker von einer Plattform mit riesiger Sprungfeder aus den Knastmauern befreit. Er hinterlässt eine mysteriöse Büste … Ein Hinweis?

Ratlose Polizei: Jokers Büste

Aber warum sollte der Joker einen Hinweis hinterlassen?, fragt Commissioner Gordon. Batman liefert die tiefenpsychologische Antwort: Es geschehe unfreiwillig. Schurken prahlen gerne und geben so etwas über sich preis. Gut für Batman und Robin, denn so können sie wild drauflos knobeln und sich in das nächste Abenteuer stürzen.

Joker mit Ebenbild

Der Hinweis führt sie in ein Museum, wo die größten Komiker als Statuen ausgestellt werden. Der Joker könnte sich rächen, weil er nicht darunter ist. Als sie doch eine Statue von ihm finden, bricht daraus der leibhaftige Clown Prince of Crime hervor und macht sich daran, Juwelen zu stehlen. Als das Dynamische Duo dazwischenkommt, haut Joker ab.

Robin untersucht Jokers Puppe

Als nächstes kracht eine Clowns-Puppe ins Fenster des Commissioners. Niemand macht sich die Mühe, mal aus dem Fenster zu schauen, wer sie geworfen haben könnte. Niemand ruft: Haltet den Sachbeschädiger! Bruce Wayne, der gerade zufällig dabei ist, fragt, ob er die Puppe als Andenken mitnehmen könne. Klar, warum nicht? Und schon wandert das Beweisstück in Privatbesitz. (Kein Wunder, dass die Polizei vom Gotham nichts taugt.)

Joker als Pagliacci

Doch das ist nur der Beginn einer Verbrechensserie in Gotham, die Batman und Robin zur Verzweiflung treibt. Wir sehen Joker als Sänger in einer Pagliacci-Oper, beinahe wird Batman demaskiert, wir sehen ihn eine Nachrichtensendung kapern, er tauscht Batmans Gürtel gegen einen eigenen, aus dem Luftschlangen springen – das geht zu weit, für Batman ein Schlag unter die Gürtellinie. Schließlich, bei einer Bootstaufe, geht der Joker sogar noch weiter. Er nimmt Batman und Robin gefangen und will sie öffentlich hinrichten lassen (an einer Demaskierung scheint er das Interesse verloren zu haben). Doch da überraschen ihn die Helden mit einem Trick …

Der Joker, dargestellt von einem unrasierten Cesar Romero, ist – wie der Riddler – ein Clown, der so ziemlich alles irre komisch findet und seiner Laune stets lauten Ausdruck verleiht. Aber das Gelächter ist nicht ansteckend, denn seine humorbefreiten Helfer verziehen keine Miene. Batman und Robin haben ohnehin nichts zu lachen. Sie fühlen sich machtlos und unter großen Druck gesetzt – auch öffentlich. Ein kleiner Junge betet für sie. Sie haben es bitter nötig …

Moral dieser Episode: Musik ist wichtig, die universelle Sprache, die die Hoffnung auf Weltfrieden nährt, sagt Bruce zu Dick. Alle Menschen werden Brüder. Halleluja – das motiviert den untalentierten Dick zum Weiterüben auf dem Klavier, auch wenn es Bruce in den Ohren wehtut.

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Pinguins perfider Plan

Pinguin heckt was aus. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Fine Feathered Finks/The Penguin’s a Jinx

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E03-04)


„I have great faith in our prison system.“ (Batman)

Da verstehe einer mal das US-Rechtssystem: Kurz vor seiner Entlassung aus dem Knast heckt der Pinguin wieder was aus, eine Überwachungskamera hält das Ganze fest, und trotzdem kommt er frei. Es spielt nicht einmal eine Rolle, dass er die Kamera zerstört, bevor er den ganzen Plan verrät. Der Plan bleibt undurchsichtig: Zunächst lässt er Gratis-Regenschirme verteilen, die im Juweliergeschäft Chaos stiften, doch bis auf die zivile Ordnung kommt dabei nichts abhanden. Denn der Pinguin hat eine viel tückischere Idee: Er macht Batman unwissentlich zu einem Komplizen. Indem Batman versucht, Pinguins nächsten Coup zu deduzieren, liefert er damit erst den Plan dafür.

Die Vernunft könnte sich jetzt fragen, welchen Sinn das Verbrechen macht, wenn Batman und Robin da erst recht vorbereitet auftauchen. Oder sie könnte fragen, warum man nicht einfach die Polizei in Pinguins Schirmfabrik vorbeischickt, spätestens nachdem Bruce Wayne dort fast bei lebendigem Leibe verbrannt worden wäre. Oder warum Bruce nicht gleich vom Fließband rollt, das in den Ofen führt, sondern dafür ein explodierendes Feuerzeug braucht. Oder warum trägt der Pinguin eine schwarze Augenmaske, wenn er Verbrechen begeht? Aber wir sind hier nicht im Reich der Vernunft. Hier herrscht nur der sinnfreie Spieltrieb.

Batman, Robin und der Batbrella

Der Pinguin belauscht das Dynamische Duo dank eines verwanzten Regenschirms, der in der Bathöhle untersucht wird. Batman und Robin sinnieren über einen bunten Schirm: Grün könnte für Geld oder Smaragde stehen. Aber was ist mit den anderen Farben? Könnten die für Juwelen stehen? Oder sogar für einen juwelenbesetzten Meteoriten? Aber nein: Ein Blick in die Museumspläne verrät, dass der Ort einbruchssicher ist. Also zurück zum „Bat-brella“. Der Hinweis muss in den Farben liegen. Schön seien sie, sagt Robin, „like a beautiful dawn“. Da fällt Batman etwas ein: Die schöne Schauspielerin Dawn Robbins ist gerade in der Stadt (als Bruce Wayne weiß man sowas), spielt im Film „The Mockingbird„, produziert von Ward Eagle und wohnt im Pelican Arms Hotel. Einzig möglicher Schluss: Der Pinguin will sie entführen!

Beautiful Dawn …

Batman hat natürlich einen Lageplan im Bat-Computer, auf dem er sieht, wie man da am besten einbricht. Gesagt, getan. Was nun, die Polizei verständigen?, fragt Robin. Nein, er habe mit dem Pinguin noch eine Rechnung offen, sagt Batman und kümmert sich selbst darum. Doch trotz der Batzooka glückt die Entführung dank Magneten, mit denen Batman und Robin festgehalten werden. Wieder könnte man beim Pinguin vorbeischauen und ihn einfach verhaften. Aber dann gäbe es kein Finale in Wayne Manor, wo Batman und Robin in Ritterrüstungen warten …

Batzooka im Einsatz

Trotz allem Schwachsinn enthält die Folge auch ein wenig Sozialkritik: Die schöne Dawn, die gerade für das Funboy Magazine fotografiert wird, fühlt sich nicht nur gelangweilt, sondern mehr wie eine Ware denn als ein Mensch behandelt. Als sie auf Batman trifft, den sie nicht kennt, will sie ihn zunächst in ihre Welt hineinziehen: „Could you use some publicity?“ – „Forget it!“, sagt ihr Manager. „Batman never lends himself to commercial enterprises.“ In der deutschen Synchronisation heißt es: „Batman gibt sich niemals kommerziellen Abenteuern hin.“ In den Untertiteln: „Batman lässt sich niemals kommerzialisieren.“ Doch in jeder Fassung schweigt Batman dazu. Wir wissen es besser. Und die Batmania, die die Serie auslöste, beweist das Gegenteil.

Pinguin betäubt Ritter

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Riddler reitet Batman rein

Titel: Hi Diddle Riddle/Smack in the Middle (dt. Rätselhafter Rätselkönig)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E01-02)


„I shouldn’t wish to attract attention.“ (Batman)

Auf der Weltausstellung in Gotham wird im Moldawischen Pavillon ein Anschlag verübt: Beim Anschneiden einer Torte explodiert sie und gibt ein Rätsel frei. Die Polizei ist ratlos, versucht es nicht einmal, wahrscheinlich haben die Gesetzeshüter Angst, weil ihnen die Sache zu heikel ist. Dahinter steckt nämlich der Riddler. Commissioner Gordon greift sofort zum roten Telefon, das unter einer Glasglocke steht. Am anderen Ende geht Alfred ran und sagt Bruce Wayne Bescheid. Der stürzt sich daraufhin mit seinem Mündel Dick Grayson ins Abenteuer.

Das rote Telefon unter einer Käseglocke.

Ein versteckter Schalter in einer Shakespeare-Büste, eine Bücherwand offenbart zwei Stangen, die abwärts führen. Unten kommen sie verkleidet als Batman und Robin in der Bathöhle an, weiter geht es im atombetriebenen Batmobil zum Polizeihauptquartier. Nachdem sie das erste Rätsel gelöst haben, fahren sie zur Peale Kunstgallerie. Statt da die Treppe zu nehmen, klettern sie eine Wand hoch, schneiden ein Fenstergitter mit einem winzigen Laserstrahl auf, doch statt es auf die Straße zu werfen und Menschenleben zu gefährden, hängen sie es an einen Bathaken.

Bruce wälzt Bücher

Doch der Riddler legt sie rein: Was aussieht wie ein Überfall, ist nur ein Trick, um Batman verklagen zu können. Auf eine Million Dollar. Bruce Wayne studiert jedes Gesetzbuch aus seines Vaters Bibliothek, aber er sieht keinen anderen Ausweg, als sich zu stellen. Dass niemand seine wahre Identität kennt, dass er deswegen eine Maske trägt, scheint ihm nicht einzufallen. Aber Batman ist hier kein Vigilant, er erhebt sich nicht über dem Gesetz, sondern spielt nach den Regeln, (selbst das Batmobil hat ein Nummernschild, fragt sich nur, auf wen es registriert ist), er übernimmt Verantwortung, stellt sich seiner Pflicht – auch wenn es das Ende von Batman bedeutet.

Bloß keine Aufmerksamkeit erregen, Batman!

Doch zum Verfahren kommt es nicht, die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung. Der Riddler lockt Batman in eine Falle. In einem Club bestellt sich Batman einen frisch gepressten Orangensaft und lässt sich auf einen Batusi mit einer unbekannten Schönen namens Molly ein. Nach ein paar Takten fällt er um – wegen Drogen im Saft. Robin sieht sich das Geschehen auf einem Monitor Batmobil an, weil er als Minderjähriger nicht in den Club gelassen wurde. Woher die Überwachungskameras kommen, bleibt ein Rätsel. Bevor Robin zu Hilfe eilen kann, entführt ihn der Riddler. Nur das Batmobil widersetzt sich seiner Zerstörung mit einem Feuerwerk und Feuerlöschern.

Batman rockt den Batusi

Im Geheimversteck fertigt der Riddler eine Maske an, indem er einen Abdruck von Robins Gesicht macht (seltsamerweise ohne dabei Robins Maske abzunehmen), die schöne Molly zieht sie sich über und will Batman täuschen – aber da hat sie sich getäuscht. Kaum ist sie mit Batman in der Bathöhle, richtet sie eine Waffe auf ihn, da hat Batman das Spiel längst durchschaut. Molly stirbt einen sinnlosen Tod im Atomreaktor der Höhle.

Am Ende schließt sich der Kreis auf der Weltausstellung: Die Moldawier stellen ihr berühmtes ausgestopftes Mammut vor, das mit Edelsteinen verstehen und mit Briefmarken gefüllt ist (warum Briefmarken?). An besondere Sicherheitsmaßnahmen denkt auch nach dem Attentat niemand. Nachdem der Riddler die Gesellschaft mit Lachgas ausgeschaltet hat, springen Batman und Robin mit Gasmasken aus dem Bauch des trojanischen Mammuts, vermöbeln alle Schurken und der Riddler verschwindet in einer Explosion. Da er nicht vor Gericht erscheint, wird die Anklage fallengelassen.

Das erste Batman-Abenteuer der Serie steigt ohne große Erklärungen ein. Batman ist längst etabliert und bekannt, sowohl von der Polizei als auch vom Volk. Wir erfahren, dass Bruce Waynes Eltern ermordet wurden, aber warum ein junger Mann ihn begleitet, bleibt genauso unerklärt wie was wie alte Frau, Aunt Harriet, in Wayne Manor soll, vor der sich die beiden fürchten müssen, aufzufliegen. Die Zuschauer haben Batman kaum kennengelernt, schon droht alles zerstört zu werden. Kaum ist Robin eingeführt, gibt es schon einen falschen Robin, der eigentlich eine Frau ist. Wenn man bedenkt, dass in den 50ern die Comic-Autoren Batwoman und Batgirl eingeführt haben, um Batman und Robin über den Verdacht erhaben zu machen, kein schwules Pärchen zu sein, wirkt dieses Crossdressing seltsam zweideutig …

Der geheime Star der ersten zwei Folgen ist jedoch der Batarang. Der fliegt in so kuriosen Bögen, dass er jegliche physikalischen Gesetze auszuschalten scheint. Er dürfte damit das Dingsymbol für den weiteren Verlauf der Serie darstellen. Es bleibt … bizarr.

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Die Batman-66-Formel

Eine unerhörte Begebenheit im Gotham City, dazu ein Hinweis, ein Rätsel. Dann Schnitt ins Büro von Commissioner Gordon: Wer könnte dahinterstecken? Meist eine rhetorische Frage, denn der Hinweis ist so deutlich wie eine Leuchtreklame. Dann noch eine rhetorische Frage: Wer traut sich, es mit dem Schurken aufzunehmen? Doch die Polizei von Gotham besteht nur aus Stümpern, Faulpelzen, Duckmäusern und Feiglingen, seine Leute schauen beschämt zu Boden. Also muss Gordon zu dem roten Telefon greifen, das er unter einer Glocke aufbewahrt, und Batman und Robin rufen.

Gordon, Polizei und Batphone.

Gordon weiß zwar nicht, wer dieser maskierte Vigilant und sein Helfer sind, aber er hat allen Grund, den beiden mehr zuzutrauen als seinen Leuten. Statt an die Arbeitsmoral der Beamten zu appellieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern, verlässt er sich lieber auf die Vigilanten.

Das rote Telefon blinkt in Wayne Manor

Einen Knopfdruck leuchtet ein anderes rotes Telefon in Wayne Manor auf. Wie gut, dass zufällig Butler Alfred immer in der Nähe des Notrufs Staub wischt. Mit stoischer Gelassenheit geht er zum Telefon, nimmt ab, bittet mit gepflegtem britischen Akzent um einen Moment, holt mit der gleichen Ruhe seinen Herrn herbei.

Der beeilt sich, rennt mit seinem Mündel zum Telefon und greift zum Hörer. Doch eigentlich ist das alles unnötig, denn Bruce Wayne tut ohnehin immer dasselbe: Er zieht sich um und fährt zum Polizei-Hauptquartier. Vorher betätigt er einen geheimen Schalter in einer Shakespeare-Büste und hinter einem Bücherregal kommen zwei Stangen zum Vorschein, an denen Bruce Wayne und Dick Grayson hinunterrutschen und zu Batman und Robin werden.

Der Shakespeare-Schalter

Fertig kostümiert kommen sie in der Bathöhle an, schwingen sich ins Batmobil und brausen mit brennendem Auspuff zum Commissioner, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein Hinweis führt zum Nächsten, bis die Schurken gefasst sind. Die Schlüsse der Deduktion sind zuverlässig weit hergeholt. Es braucht schon zwei Verrückte in bunten Kostümen und Strumpfhosen, um noch verrücktere Verbrecher zu fassen.

Batpoles

Der Schurke hat immer eine Reihe williger, uniformierter Komplizen. Mit denen findet spätestens im Finale eine Prügelei statt, die von eingeblendeten Interjektionen begleitet werden. Und es gibt immer eine attraktive Komplizin, die Batman und Robin irgendwie reinlegt oder gar verführt – und sich am Ende kampflos ergibt. Das Schöne ist wie schon im Garten Eden stets das verlockende Böse. Aber nicht unbedingt hoffnungslos. Batman ist unerschütterlich davon überzeugt, dass man Gauner rehabilitieren kann – auch wenn die Methoden der Justiz höchst fragwürdig sind. Der Knast ist lasch und die Richter noch lascher, sonst würden Joker, Riddler und Pinguin nicht alle paar Wochen freikommen.

Batman und Robin gehen die Wand hoch

Einmal pro Folge müssen Batman und Robin den Bat-Computer benutzen oder sonst irgendein (explizit beschriftetes) Bat-Gimmick, von dem vorher nie die Rede war. Bathöhle, Batgürtel und Batmobil sind wahre Schweizer Taschenmesser. Einmal pro Folge gehen Batman und Robin eine Wand hoch. Und genauso zuverlässig tappen sie in eine Todesfalle, aus der sie sich in letzter Sekunde irgendwie befreien können – wobei das Wie so nebensächlich ist wie das Warum für die meist aufwendige Falle. Zugegeben: Batman und Robin haben eigentlich mehr Glück als Verstand und sind damit eigentlich nicht besser als die Polizei von Gotham, aber sie triumphieren, weil sie es immerhin versuchen.

Was bedeutet das eigentlich?

Trotzdem tut Batman sehr schlau. Auch in zivil. Bruce lässt keine Gelegenheit aus, seinem Mündel Dick, dem jungen Heißsporn, jedes Mal eine wertvolle Lektion fürs Leben zu erteilen: in Musik, Kunst, Schach oder sonst irgendeiner Tugend. Und Dick sieht jeden Widerspruch sofort ein. Gleichzeitig verhalten sie sich äußerst untugendhaft, weil sie jedes Mal Dicks Tante Harriet Cooper anlügen, wenn sie sich als Batman und Robin aus dem Haus stehlen. Mal gehen sie angeblich angeln, dann Vögel beobachten. Die arme Frau ahnt nichts – und hat offenbar noch nie gefragt, was es mit dem roten Telefon auf sich hat.

Das Batmobil hat es immer eilig.

Das ist die Formel für die Fernsehserie Batman, die es zwischen 1966 und 1968 auf 120 Folgen und einen Kinofilm gebracht hat und damals eine wahre Batmania auslöste. Sie ist bunt, sie ist schrill, sie ist schräg. Sie adaptiert die Absurdität der Comics in die Welt der Menschen, und zwar so naiv und überzogen, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene ihren Spaß dran haben – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die einen nehmen’s ernst, die anderen lachen über die Parodie.

Adam West wurde das Image und die Rolle von Batman nie los, kurz vor seinem Tod hat er ihr noch seine Stimme für zwei Zeichentrickfilme geliehen (The Return of the Caped Crusaders, Batman vs. Two-Face). Bis heute erscheinen Comics im Stil von Batman ’66. Und auch Neal Heftis minimalistische wie eindringliche Batman-Main Theme ist unvergessen.

 

>> Batman 1966-1968

Was bringt der Streamingdienst „DC Universe“?

Alle wollen Netflix sein. Jeder braucht jetzt einen Streaming Dienst. Diesmal ist DC schneller als Diney: Im August 2018 beginnt DC Universe in der Beta-Phase, im Herbst soll es richtig losgehen. Neben alten DC-Filmen und Serien soll es ab 2019 auch einige neue geben: Titans, Doom Patrol, Swamp Thing sowie die Zeichentrickserien Young Justice Outsiders und Harley Quinn.

Zum Altbestand gehören Spielfilme wie die ersten Batman-Filme der Ära Burton/Schumacher sowie Superman mit Christopher Reeve, TV-Serien wie Wonder Woman (1975-1979), aber auch Animationsfilme wie Batman: The Dark Knight ReturnsBatman: Gotham by Gaslight, Batman: Bad BloodJustice League: The Flashpoint Paradox, Green Lantern: First Flight und Wonder Woman. Außerdem hat DC auch die ersten zwei Staffeln von Batman: The Animated Series angekündigt.

Neben Filmen wird der Dienst auch Zugang zu ausgewählten Comics gewähren, die man auf Tablets wird lesen können, z.B. Justice League (2011), Swamp Thing (2011) von Scott Snyder und Harley Quinn (2013).

Leider wird DC Universe vorerst nur in den USA verfügbar sein, eine deutsche Version ist ungewiss.

Robin aus der Serie „Titans“

Alfred Pennyworth bekommt seine eigene TV-Serie

DC Comics

Bruce Waynes treuer Butler, Ersatzvater und Sidekick Alfred Pennyworth bekommt eine eigene TV-Serie. Wie DC bekannt gibt, soll die Produktion von „Pennyworth“ noch in diesem Jahr beginnen und die erste Folge soll im Jahr 2019 im US-Kabelsender EPIX zu sehen sein.

Die Serie wird von Bruno Heller und Danny Cannon stammen, dem Team hinter der Fox-Serie Gotham, die sich um James Gordon und den jungen Bruce Wayne dreht. Allerdings soll die Rolle von Alfred neu besetzt werden. In der kommenden Serie ist Pennyworth ein ehemaliger britischer Soldat, der eine Sicherheitsfirma gründet und mit  Thomas Wayne im London der 60er Jahre zusammenarbeitet.

Alfred hatte seinen ersten Auftritt in Batman #16 (1943). In dieser Ausgabe ist der Butler ein Hobbydetektiv, der per Zufall die Bathöhle entdeckt. Später bekam er verschiedene Talente zugeschrieben: Arzt, Schauspieler, Soldat. Im Fernsehen wurde er wunderbar britisch von Alan Napier in der 60er Jahre-Serie mit Adam West verkörpert, im Film hat er in Gestalt von Michael Caine tiefen Eindruck hinterlassen und zuletzt wurde er von Jeremy Irons mehr als Mitstreiter denn als Butler dargestellt.

Alfred ist nicht nur ein Helfer und Vaterfigur, sondern auch Batmans Bezugspunkt zur Menschlichkeit. Er ist es, der seinen besessenen Master daran erinnert, etwas zu essen und sich auszuruhen, er ist die – meist tief ironische – Stimme der Vernunft. Doch die Rolle wandelt sich immer weiter. Im vergangenen Jahr bekam Alfred viel Raum im dritten Band von Scott Snyders All-Star Batman. Dort wurde er nicht nur als junger Rebell gezeigt, sondern sogar zum eigentlichen Action-Helden, für den Batman nur der Sidekick war. Jetzt also wird er zum Haupt-Serienhelden – ohne Batman.

Während DC-Helden – bis auf Wonder Woman – im Kino kläglich versagen, erleben sie im Fernsehen derzeit eine Renaissance. Nach dem Gotham, dem „Arrowverse“, Black Lightning und Krypton, sollen in diesem Jahr die Titans ihre eigene Serie bekommen. Für nächstes Jahr sind Swamp Thing und Doom Patrol angekündigt, die exklusiv beim Streamingservice DC Universe laufen sollen.

Traumwelt mit Tücken

DC Comics

Titel: For the Man Who Has Everything (dt. Das Geschenk)

Autor/Zeichner: Alan Moore/Dave Gibbons

Erschienen: 1985 (Superman Annual #11), Paperback 2009 (Whatever Happened to the Man of Tomorrow?), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years); dt. Panini 2010 (Paperback: Was wurde aus dem Mann von morgen?)


„It’s all wrong.“ (Kal-El)

Was schenkt man einem, der alles hat? Diese Frage stellt sich zu Supermans Geburtstag. Batman, Robin und Wonder Woman kommen am 29. Februar in die Festung der Einsamkeit, doch als sie Superman auffinden, steht er unter dem Einfluss einer außerirdischen Pflanze, die ihn in eine Wunschwelt versetzt – ein Geschenk von Mongul.

Während Wonder Woman sich mit dem Eindringling anlegt, versucht Batman, das Gewächs von Supermans Brust zu holen. Derweil ist Superman in Gedanken auf Krypton. Der Planet ist nicht explodiert, wie von Jor-El vorhergesagt. Kal-El arbeitet als Geologe und hat eine Familie. Doch Autor Alan Moore wäre nicht er selbst, wenn selbst diese Welt perfekt wäre: Politische Unruhen spalten die Gesellschaft, die einen fordern die Freilassung aller Gefangenen aus der Phantomzone, ein Kult, der wohl nicht zufällig an den Ku-Klux-Klan erinnert, strebt eine Rückkehr zu alten Werten an. Seine Cousine Kara fällt einem Überfall zum Opfer.

Superman ahnt, dass diese Welt nicht richtig sein kann. Und das ist bemerkenswert, dass die Wunschwelt so defizitär ist, dass sie sich selbst zerlegt. Der zynische Subtext der Story besagt: Kryptons Explosion ist das kleinere Übel, denn die Welt wäre ohnehin dem Untergang geweiht – durch seine Bevölkerung.

For the Man Who Has Everything gilt als eine der besten Superman-Storys. Und tatsächlich ist sie auch zurecht ein Klassiker. Alan Moore mischt die Continuity mit einer Art dystopischen Imaginary Story, er lässt seine Figuren menschlich erscheinen, er zeigt Sinn für Humor und am Ende bietet er eine gelungene Wendung. Einzig die Tatsache, dass Batman sich so fahrlässig an die Pflanze heranwagt, ohne vorauszusehen, dass sie auch von ihm Besitz ergreift, lässt ihn etwas naiv erscheinen. Aber dafür hat man ja Robin …

Der Comic wurde 2004 in der zweiten Folge der Animations-Serie Justice League Unlimited adaptiert. Einiges wurde verändert: Robin fehlt, aber auch die politischen Unruhen auf Krypton. In der Episode sind es Erdbeben, die den Planeten erschüttern und schließlich zur Explosion bringen, die Jor-El einst vorausgesagt hat. Was Mongul am Ende träumt, wird nur angedeutet, nicht gezeigt, wahrscheinlich um die Geschichte kinderfreundlicher zu machen. Dafür gibt es aber eine schöne Idee: Batman schenkt Superman zjm Geburtstag einfach einen Umschlag mit Geld …

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Batman, der Terminator

Batman mit Verkabelungsproblemen.

Titel: His Silicon Soul (dt. Seelen aus Silizium)

Drehbuch: Marty Isenberg, Robert N. Skir

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E62)


Als Einbrecher ein Lager für Elektroteile aufsuchen, bricht plötzlich Batman aus einer Kiste aus und überführt sie. Doch etwas stimmt nicht mit ihm: Es stellt sich heraus, dass er ein Roboter ist. Das überrascht ihn selbst. Er kommt nach Wayne Manor, er erinnert sich an seine Eltern, an Alfred, aber als Alfred die Kabel aus dessen Brust hängen sieht, ist er schockiert.

Robo-Batman erkennt seinen Vater.

Nachdem der Roboter-Batman weg ist, taucht der echte Batman auf. Seine Vermutung: der falsche Batman ist ein Duplikat aus Karl Rossums HARDAC-Fabrik – allerdings müsste sie vor Monaten zerstört sein. Rossum hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen und pflanzt jetzt Gemüse an. Als sich herausstellt, dass der böse Computer HARDAC im künstlichen Batman fortbesteht und immer noch alle Menschen durch Roboter ersetzen will, kommt es zum Unvermeidlichen: Batman kämpft gegen den Roboter-Batman.

Terminator-Batman mit Schwert.

Wie schon in der herausragenden Doppelfolge Heart of Steel spielt auch diese Episode mit dem Horror von künstlichen Lebensformen. Diesmal wird Batman zu einer Art Terminator mit roten Augen, der sich sein menschlich wirkendes Gesicht nur wie eine Gummimaske über den stählernen Schädel stülpt. Am Ende ist er nur noch halbgesichtig unterwegs. Doch er ist nicht nur ein Monster, sondern ein Wesen mit einem eigenen Bewusstsein und Gefühlen. So kommt es dazu, dass Batman sich am Ende fragt, ob diese Maschine nicht vielleicht doch eine Seele hatte …

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