Comic

Batman gegen Signalman

Kampf auf der Waage: Batman gegen Signalman (DC Comics)

Titel: The Signalman of Crime/The Return of Signalman/Signalman Steals the Spotlight

Autor/Zeichner: Bill Finger, Len Wein/Sheldon Moldoff, Ernie Chan

Erschienen: 1957/1959, 1976 (Batman #112/124, Detective Comics #466)


Auch wenn der Riddler in den 50ern nicht in den Comics auftauchte, gab es immer wieder Schurken, die Batman mit rätselhaften Hinweisen beschäftigten. Einer von denen war Signalman, keine Eintagsfliege, aber wie der Riddler kam er auch nur zweimal vor, bis er in den 70ern ein kurzes Revival erlebte. Wobei: Das stimmt nicht ganz. Aber der Reihe nach.

Es beginnt mit Phil Cobb, einem Kleinganoven mit großen Ideen. Er kommt nach Gotham, um Karriere als Krimineller zu machen. Aber das ist gar nicht so leicht: Man muss sich erst einmal einen Namen machen, um mitmischen zu dürfen – ein Widerspruch in sich, denn wie soll man sich einen Namen machen, wenn man nicht mitmischen darf. (Das ist übrigens auch das Dilemma des Künstlers.) Doch als Cobb das Batsignal am Himmel sieht, wird es auch ihm zum Zeichen. Er will sich Respekt verschaffen, indem er beweist, schlauer zu sein als Batman.

Der Herr der Symbole: Signalman triumphiert (kurz). (DC Comics)

Cobb schlüpft in ein gelb-rot/orangenes Kostüm mit einer Sonne auf der Brust, gestreifter Unterhose und unzähligen Symbolen auf dem Cape. Als Signalman schickt er Batman ein Zeichen: einen Besen mit einem Atomsymbol. Die Spur führt zu einer Hobby-Ausstellung. Signalman entkommt auf raffinierte Weise, indem er die Schilder zweier Türen vertauscht. So steht Batman plötzlich vor einer Besenkammer, statt Signalman durch den Ausgang zu folgen. Derlei getäuscht und gedemütigt, macht sich Batman gar nicht erst die Mühe, die andere Tür zu öffnen. Signalman hat triumphiert!

Die nächste Spur (ein Tannenbaum) führt ihn zum Planetarium, wo der Schurke einer alten Dame die Halskette stehlen will. Es kommt zum symbolträchtigen Höhepunkt in der Halle der Sternzeichen, wo Signalman die Waage besteigt und mit dem Symbol des Schützen, einem Pfeil, wirft. Dann entkommt er mit einem Fallschirm.

Das Finale findet auf hoher See statt. Signalman sperrt Batman und Robin auf einem Schiff ein. Sie befreien sich dank der Symbole auf Flaggen und Signalman haut mit dem Bat-Launch (einem Motorboot) ab. Doch dann übersieht er eine Boje, rammt einen Felsen und seine Flucht endet. Pointe: Der Signalman hat ein Zeichen übersehen …

The Return of Signalman

Noch einmal Kampf auf der Waage: Batman gegen Signalman.

Zwei Jahre später flieht Cobb aus dem Knast und versucht wieder, in der Unterwelt Gefallen zu finden. Aber mit einem Versager wie ihm will niemand etwas zu tun haben. Also auf ein Neues. Signalman schickt banale Hinweise, Batman und Robin spüren ihn auf, er ist erstaunt und flieht. Es geht auf ein Showboat, ein Filmset und schließlich zur Polizeiausstellung. Diesmal gelingt es Signalman tatsächlich, eine wertvolle Kette zu stehlen.

Am Ende will er eine Sammlung von Polizeimarken klauen, weil sie Batman geschenkt werden soll. Wenn Signalman Batmans Eigentum besitzt, so denkt er, wird ihn die Unterwelt respektieren. Dass die Sammlung aber noch gar nicht Batman gehört, ist dabei nicht so wichtig. Es kommt zum Kampf auf einem Riesenmikroskop und wieder landet Signalman auf einer Riesenwaage – dort endet es dann. Natürlich wieder sehr symbolträchtig: Am Ende siegt immer die Gerechtigkeit, auch wenn die Waage strenggenommen kein Symbol der Polizei, sondern der Justiz ist, aber mit Zeichendeutung sollte man es nicht so genau nehmen.

Von Signalman zum Blue Bowman

Batman & Robin gegen Blue Bowman

Signalman als Blue Bowman (DC Comics)

Dann scheint es vorbei zu sein mit Signalman. Ist es auch. Denn Cobb macht etwas, das selten ist unter Superschurken: Er schult um und legt sich eine neue Masche zu. Er lernt Bogenschießen und wird zum Blue Bowman (Batman #139, 1961), eine Art böser Robin Hood, bzw. böser Green Arrow, denn von dem hat Cobb sich inspirieren lassen. Gleich als erstes bekommt Batman einen Boxhandschuhpfeil ins Gesicht geschossen, Batman wird eingewickelt mit einem Bumerangpfeil, später, in einer Kerzenfabrik, fliegt ein Kreissägenpfeil.

Doch nachdem sich Batman und Robin aus ihren Wachsfallen befreit haben, zeigt Batman, welche Tricks er auf Lager hat: Mit einem „Saw-Tooth-Batarang“ zerreißt er das Netz des Bowman, ein „Fire-Prevention Batarang“ verhindert ein Feuer, ein „Spinning Batarang“ dreht sich offenbar wie von Zauberhand durch die Luft und wirbelt Federn auf, die den Bowman gegen eine Zielscheibe prallen lassen. Damit ist Cobbs zweite Karriere wieder nach kurzer Zeit beendet.

Rückkehr ins Spotlight

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976)

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976) (DC Comics)

15 Jahre später kommt es dann zum Comeback als Signalman. Und das bemerke Jnswerterweise ohne einen neuen Look – selbst die gestreifte Unterhose bleibt gleich. Zu Beginn lässt er es richtig krachen: Zwei Züge lässt er kollidieren, um an einen Diamanten zu kommen. Batman hat eigentlich keine Lust, sich darum zu kümmern, würde sich lieber ein Spiel im Fernsehen ansehen, aber da geht es James Gordon genau so – Pflicht ist Pflicht, was soll man machen?

Schließlich kommt Batman aber doch noch zum Spiel: Signalman raubt die Einnahmen aus dem Stadion und entkommt, indem er über eine Anzeige einen falschen Feueralarm auslöst. Zeichen kann er. Dann klaut er auch noch einem Jungen eine Trophäe, die ihm von der Polizei überreicht wird – aber nur bis auch Batman auftaucht. (Woher? Warum? Man weiß es nicht.) In der Turnhalle liefern sie sich einen akrobatischen Zweikampf. Signalman entkommt wieder durch ein Ablenkungsmanöver, diesmal mit einem kleinen Feuerwerk – aber das lenkt auch Batman so sehr ab, dass der Schurke ihn ausknocken kann.

Symbolträchtiger geht’s nicht: Signalman fesselt Batman im Bat-Signal.

Signalman bringt Batman aufs Dach des Polizeihauptquartiers und fesselt ihn im Bat-Signal selbst. Dort eingeschlossen soll er verbrennen, wenn die Polizei den Scheinwerfer wieder einschalten sollte. Symbolträchtiger geht’s nicht. Nur: Warum sollte man Batman damit rufen wollen, wenn er doch entführt worden ist? Das fragen die Polizisten auch Gordon, aber er erinnert noch an die Nebenfunktion des Signals: Es soll den Schurken Angst einjagen. Und immerhin hat der Signalman einen Symbol-Fetisch …

Batman springt am liebsten durch Glas.

Doch noch bevor das Schlimmste eintreffen kann, befreit sich Batman selbst und bricht – na klar – durch das Glas. Um Hilfe rufen wäre auch eine Option gewesen, immerhin hat er auch Gordon nahen gehört, aber man muss ja in der Rolle bleiben und seinem Ruf gerecht werden. Am Ende will Signalman sich mit einem Oldtimer davonmachen, Batman springt drauf, da kommt Signalman vom Weg ab und stürzt in den Abgrund. Er hat mal wieder das wichtigste Zeichen von allen übersehen: das Schild mit der Aufschrift „Dead End“.

Aber tot ist der symbolträchtige Schurke damit noch lange nicht. Im Jahr 1981 taucht Signalman in Justice League #195-197 auf, wo er sich mit anderen Schurken verbündet. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Neu aufgelegt: Batman in the Fifties

DC Comics

Müsste ich ein Batman-Jahrzehnt wählen, das vor meiner Geburt lag, wären es wohl die 50er. Es war eine aufregende Zeit für Batman: Es gab nicht nur Zuwachs in Form von Batwoman, Bat-Hound und Bat-Mite, es wurden auch viele Geschichten erzählt, die das Batman-Universum weiter ausgebaut und gefestigt haben.

1950 gab es ein neues Batmobil und ein neues Batplane, die technischen Möglichkeiten steigern sich immer weiter. Batman steigt in die verschiedensten Kostüme, darunter auch sehr farbenfrohe. Wir erfahren: Batman hat bereits als Robin angefangen – und es gab bereits Batmen vor ihm. Auch der Joker und Catwoman bekommen ihre Vorgeschichten. Es ist aber auch die Zeit, in der Batman immer wieder infrage gestellt wird – und sich auch selbst infrage stellt.

DC Comics

Lange hat DC dieses Jahrzehnt sträflich vernachlässigt. Es gab schon mehrere Editionen, die die 40er abdecken, aber noch keine widmete sich den 50ern. Das änderte sich erst mit der Golden Age-Omnibus-Ausgabe, ab Vol. 7 sind auch die 50er enthalten. Im Mai 2021 will DC seine Anthologie Batman in the Fifties (2004) neu auflegen, allerdings in erweiterter Form. Hier die komplette Liste. (Neu ergänzte Storys gefettet. Da in der Serie Batman stets mehrere Storys erschienen sind, ist in einigen Fällen noch unklar, welche wirklich in dem Band erscheinen werden, daher habe ich jeweils mehrere Möglichkeiten genannt. Ansonsten habe ich mich an der Ausgabe von 2004 orientiert.)

Bermerkenswert ist, dass The Batman of All Nations sowie The Club of Heroes enthalten sind, zwei Storys über internationale Batman-Nachahmer (Inspiration für Batman Incorporated). Das spricht dafür, dass auch The Batman of England Teil der Sammlung sein wird, weil diese eine Trilogie bilden. Auch wenn ansonsten einige Perlen fehlen, die etwa in Grant Morrisons Black Casebook enthalten waren (The First Batman, The Man Who Ended Batman’s Career, Am I Really Batman?) wird diese Sammlung trotzdem eine gute Übersicht über die 50er geben und vielleicht auch dazu einladen, mehr von diesen Geschichten zu entdecken.

>> Batman 1950-1959

Der Golem aus dem All

Wiedersehen mit dem Time Commander: War of the Cosmic Avenger (DC Comics)

Titel: Batman & Green Lantern: War of the Cosmic Avenger

Autor/Zeichner: Bob Haney/Win Mortimer

Erschienen: 1967 (The Brave and the Bold #69)


Der Time Commander ist wieder da! Aber Batman hat zunächst andere Sorgen: Er läuft gebeugt durch die Straßen mit einem roten Fledermaus-Kostüm, einer Art starrer Metallpanzer, der sich um Kopf, Rücken, Arme und Oberschenkel schließt. Während das umstehende Volk sich wundert, versucht die Polizei, den Panzer zu knacken – doch vergeblich.

Wie ist das überhaupt passiert?, fragt Gordon. Das kam so: Batman hat das Frühlingsfieber gepackt, er ist mit dem Batmobil aufs Land gefahren, hat sich unter einen Baum gelegt, ist eingeschlafen – und als er erwachte, war er plötzlich gefangen. Eine seltsame Geschichte, aber da bei Batman allerhand Kurioses passiert, verwundert auch das nicht besonders.

Batman lässt Green Lantern rufen. Der düst sofort herbei und löst mittels Ring die Fessel. Doch als GL wieder nach Hause düst, kommt ihm Batman auf dem Whirlybat entgegen. Moment mal, wie kann das sein? Die Lösung: Der andere war nicht Batman, sondern ein Betrüger! Aber wer? Es konnte nur jemand gewesen sein, der sich die Kraft des Rings zunutze machen wollte. Und aus irgendeinem Grund kommen die beiden auf John Starr, den Time Commander.

Der Golem nimmt Rache

Mit der Ring-Energie aus der Rüstung schafft er Cosmo herbei, eine Art Golem, der vor zehn Jahren von Dr. Elijah Carruthers erschaffen wurde. Der Wissenschaftler hat Cosmo aber zerstört, weil er unzufrieden mit dem Ergebnis gewesen ist. Der neue Cosmo ist dank kosmischer Energie mächtiger denn je und will dem Time Commander nicht gehorchen. Er will nur eins: Rache an seinen Schöpfer und Vernichter nehmen.

Also randaliert Cosmo in der Stadt, Batman und Green Lantern sind machtlos gegen ihn. Da hilft nur eins: Dr. Carruthers herbeizuholen. Doch der verbringt seine letzten Lebensjahre dement in einem Pflegeheim. Trotzdem schaffen es die Helden, ihn vor Cosmo zu stellen, mit einer Chemikalie als Waffe, doch das stellt sich als Bluff hinaus, wie auch der Time Commander merkt. Carruthers ist eigentlich Batman mit Maske, und Batman ist Carruthers Pfleger. Da kehrt durch den Schock die Erinnerung des Doktor wieder, er taucht plötzlich auf wie Kai aus der Kiste, wirft eine wirksame Chemikalie auf Cosmo, sodass der Golem wieder verschwindet.

Bleibt nur noch die Frage, ob das alles moralisch okay war. Carruthers hat keine Bedenken: Die Zerstörung eines bewussten Wesens wegen seiner Imperfektion nagt nicht gerade an seinem Gewissen, er fühlt sich vielmehr durch den Amoklauf des Golems bestätigt, es noch einmal getan zu haben – auch wenn erst die Handlung des Doktors den Rachefeldzug bewirkt hat. Aber keiner widerspricht, sodass der Wissenschaftler das letzte Wort hat: „The time has not come for humanoids such as Cosmo … but someday it will come!“

>> The Brave and the Bold

Bruce Waynes Zeitvertreib

Batman und Green Lantern gegen den Time Commander

Batman und Green Lantern gegen den Time Commander (DC Comics)

Titel: Batman & Green Lantern: The Tick-Tock Traps of the Time Commander

Autor/Zeichner: Bob Haney/Ramona Fradon

Erschienen: 1965 (The Brave and the Bold #59)


In den Kinos ist endlich Christopher Nolans Film Tenet angelaufen. Darin versucht sich der Regisseur und Autor an einer Variation auf das alte Zeitreisethema: Die „Inversion“ von Gegenständen und Personen erlaubt ihnen, sich rückwärts durch die Zeit zu bewegen. Welche Möglichkeiten und Gefahren das mit sich bringt? Schaut es euch lieber selbst an. (Mich hat es nicht überzeugt.)

Doch auch wenn die Idee neu anmutet: Es gibt leider nichts ganz Neues unter der Sonne. Denn in ähnlicher Form gab es das auch schon bei Batman. Im ersten Batman-Team-up mit Green Lantern in der Serie The Brave and the Bold treffen sie auf den Schurken Time Commander, der Dinge und Menschen in der Zeit vor- und zurücksetzen kann.

Bruce Wayne (Batman)

Dichterlesung statt Langeweile: Bruce Wayne in seiner Freizeit. (DC Comics)

Die Geschichte beginnt mit John Starr, einem entflohenen Sträfling, der bei einer öffentlichen Lesung seine Unschuld zu beweisen versucht – als selbsternannter „Monte Christo des 20. Jahrhunderts“. Da Bruce Wayne sich gerade langweilt und nichts Besseres zu tun hat (Dick und Alfred sind außer Haus), will er sich mit der Lesung die Zeit vertreiben und trifft dort auf Commissioner Gordon, der nur auf die Gelegenheit wartet, Starr wieder einzufangen.

Kaputte Uhr wird wieder ganz: Der Time Commander führt Bruce Wayne seine Kräfte vor. (DC Comics)

Doch wider Erwarten taucht der Sträfling nicht selbst auf, sondern nur auf einer Filmleinwand, wo er dem Publikum in einem Film erklärt, warum er das Verbrechen, wegen dem man ihn veurteilt hat, nicht begangen haben kann. Das Publikum ist überzeugt, Gordon nicht. Als Bruce nach Hause kommt, begrüßt ihn Starr im Kostüm als Time Commander. Er zerbricht eine antike Uhr und lässt sie wie von Zauberhand wieder zusammensetzen. Er weiß, dass Bruce Batman ist und er bittet ihn um Hilfe, seine Unschuld zu beweisen. Bruce willigt ein.

Batman als Dieb?

Zwei Tage später bekommt Hal Jordan ein Telegramm, in dem Batman ihn um Hilfe bittet. Jordan fliegt als Green Lantern nach Wayne Manor, wo er Batman nach einem Laborunfall starr daliegen sieht. GL kann ihn mittels Ring wiederherstellen und verschwindet wieder, später hört er aber, dass Batman unbezahlbare Isotope aus einem Labor gestohlen haben soll. Batman fliegt durch die Gegend und widersetzt sich mittels einer mysteriösen Sanduhr der Polizei, dann wehrt er Green Lantern ab, indem er dessen Ringkräfte gegen ihn selbst richtet. Doch als Hal später Bruce stellen will, behauptet dieser, von all dem nichts gewusst zu haben. Der Time Commander hat sich als Batman ausgegeben.

Time Commander, Batman, Green Lantern

Der Time Commander befördert Batman und Green Lantern durch die Zeit. (DC Comics)

In der Zwischenzeit wütet der Schurke weiter: Er lässt Teile von Gotham City verschwinden. Doch als Green Lantern und Batman im Flug versuchen, ihn davon abzubringen, kriegt GL eine Ladung gelben Sand zu spüren (sein Ring hat eine Gelbschwäche) und Batman bringt ein Hagel aus Pendeluhren zu Fall. Woher die Ihren kommen, bleibt unklar – oder soll sich bei einem „Time Commander“ wohl von selbst verstehen. (Wahrscheinlich durch Green Lanterns Ring-Energie, die ihn wohl auch fliegen lässt.) Als beide Helden bewusstlos sind, lässt der Gegner sie aber nicht einfach in den Tod stürzen, sondern fängt sie auf und lässt sie in der Zeit verschwinden: GL einen Tag in die Vergangenheit, Batman einen Tag in die Zukunft.

Rache an Gotham

Macht aber gar nix, denn dank GL-Ring können sich die beiden trotzdem absprechen über das weitere Vorgehen. In der Zwischenzeit stellt der Time Commander seine Forderung an die Stadt: John Starr soll freigesprochen werden – sonst gibt’s Rache. Ein etwas seltsames Vorgehen, wenn man Menschen von seiner Unschuld überzeugen will, indem man eine weitere Straftat begeht, für die man ganz sicher den Knast verdient. Aber auch unabhängig davon beharrt Gordon auf Starrs Schuld.

Dinosaurier und Vulkane: Der Time Commander befördert Gotham in die Urzeit zurück. (DC Comics)

Also lässt der Time Commander in Gotham die Dinosaurier wiederauferstehen sowie Vulkane und Feuer ausbrechen, schließlich zaubert er ein paar feindliche Aliens aus der Zukunft herbei, die wild herumballern. Das Volk probt den Aufstand: Sprecht Starr frei! Die Stadt knickt ein. Dann lassen Green Lantern und Batman die Sanduhr des Time Commander durch ein schrilles Sirenensignal zerspringen und er fällt machtlos zu Boden. Aber wie haben die das geschafft? Kommunikation ist alles – auch zwischen Vergangenheit und Zukunft. Kaum ist die Sanduhr zerstört, kehrt alles wieder zum Status quo zurück.

Nun könnte man sich wieder fragen: Wenn der Time Commander die Zeit beeinflussen kann, hätte er dann nicht einfach die Tat, derer man ihn bezichtigt, ungeschehen machen können? Ja, hätte er. Aber dann gäbe es diese Geschichte nicht. Aber sich zu verschulden, um seine Unschuld zu untermauern, ist auf jeden Fall die schlechtere Lösung gewesen. Und so wird ein weiterer Schurke mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

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Neues Batplane als Helikopter und U-Boot

Batman, Robin, Batplane 2

DC Comics

Titel: The Birth of Batplane II

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1950 (Batman #61)


Nach einem neuen Batmobil muss auch ein neues Batplane her – immerhin haben wir auch ein neues Jahrzehnt. Das alte hat während eines Testflugs einen Defekt. Batman und Robin sind gerade dabei, eine neue Geheimwaffe auszuprobieren (ein „vacuum blanket“), da versagt die Steuerung. Das Dynamische Duo sucht das Weite, während das Batplane aufs Meer zufliegt und dort abstürzen soll, wenn der Sprit alle ist.

Doch anders als erwartet, dreht der Wind das Batplane zurück aufs Festland und lässt es sanft auf Bäumen landen. Das sehen ein paar Gauner und wittern ihre Chance. Mit dem Batplane können sie ein paar Dinger drehen, bei denen sie ordentlich abkassieren. Dafür beschäftigen sie den ehemaligen Kriegspiloten Haggerty, der zu alt ist, um sonst noch Arbeit zu finden.

In der Zwischenzeit bauen sich Batman und Robin ein neues Batplane: Der Batman-Kopf an der Spitze verschwindet zugunsten der Aerodynamik, es gibt – wie schon beim Batgyro – einen (ausfahrbaren) Propeller für einen Helikopter-Modus und allerlei andere Gadgets wie ein komplettes Kriminallabor. Das Beste aber: Das Batplane kann sogar zum U-Boot umfunktioniert werden.

Nachdem die Gauner also zunächst mit dem Batplane eine Ladung Diamanten geraubt haben, bauen sie sich zwei weitere und legen dann so richtig los. Täuschen können sie damit keinen mehr. Im Batplane II liefert sich das Dynamische Duo eine spektakuläre Luftschlacht gegen drei alte Modelle ihres eigenen Flugzeugs – mit dem Unterschied, dass daran jetzt auch Maschinengewehre befestigt sind.

Das Batplane II rauscht in die Tiefe, versteckt sich im Wasser, schießt wieder hoch und lässt mit der Geheimwaffe „vacuum blanket“ alle Technik an Bord der falschen Batplanes versagen. Im Helikoptermodus kann es das gegnerische Flugzeug abschleppen. Als aber Haggerty zum Helden wird, einen Gangster ausknockt und ihn per Batplane Batman ausliefern will, wird er zunächst auch für einen Schurken gehalten, stürzt dann aber ab, weil er bewusstlos wird. Zum Glück landet sein Flugzeug weich in einem Lumpenlaster. Und Haggerty bekommt am Ende eine zweite Chance: Batman will ihm einen Job besorgen.

>> Batman 1950-1959

Firefly wird Pyromane

Firefly Batman

Firefly in seinem Element. (DC Comics)

Manche wollen bekanntlich die Welt nur brennen sehen. So auch Garfield Lynns alias Firefly. Nach seinem gescheiterten Versuch, mit Farbeffekten Verwirrung zu stiften, kehrt Garfield Lynns alias Firefly im Jahr 1993 zurück – und dann ist Schluss mit lustig. Denn diesmal hat er eine Eigenschaft des kurzlebigen Schurken Firebug übernommen: Er ist ein Pyromane in einem Schutzanzug und Flammenwerfer, und er kann sogar fliegen.

Jahrelang war er in Arkham eingesperrt. Nachdem Bane die Insassen befreit hat (Knightfall: Broken Bat), fackelt Firefly nicht lange, seinem Namen alle Ehre zu erweisen. Zuerst ist ein Vergnügungspark dran. Batman ist bereits vom Kampf gegen die ausgebrochenen Irren so geschwächt, dass er ihm kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Rache für geplatze Kindheitsträume

Robin findet heraus, dass Lynns – na, ratet mal – ein Waisenkind ist und eine Schwester namens Amanda hat. Wegen seiner schwierigen Vergangenheit wurden die Geschwister aber nicht von dem Paar adoptiert, das sich für sie interessiert hatte. Und jetzt will Garfield alle Orte niederbrennen, die ihm als Kind versprochen wurden: ein Theater, eine Bowlingbahn, den Zoo. Beim Versuch, ihn aufzuhalten, bringt sich Batman fast um. Erst beim dritten Mal legt sich die Fledermaus, die eigentlich allzeit bereit sein sollte, ein feuerfestes Kostüm zu – nur der Umhang verkokelt leider, was aber vor Flammenhintergrund immerhin ziemlich cool aussieht. Nach einem Kampf gegen einen Leoparden kann Batman Firefly fesseln.

Batman vs. Firefly

Detective Comics #689-690 (DC Comics)

Zwei Jahre später (Detective Comics #689-690, 1995) bricht Lynns wieder aus, diesmal aus Blackgate. Aber Moment mal: War er nicht früher in Arkham-Insasse? Offenbar gilt er nicht mehr als verrückt, obwohl er seine alte Leidenschaft nicht abgelegt hat. Jetzt wird sogar klar, was er so sehr an den Flammen findet: Er sieht sexy Feuerengel darin. Diesmal bewirbt er sich bei Black Mask als Brandstifter und verliebt sich in eine Nachbarin, scheitert aber – ganz im Stil von Taxi Driver – als er (Achtung: Kalauer) seiner neuen Flamme zeigt, was er in seiner Freizeit am liebsten treibt.

Die Rückkehr von Firebug

In der Zwischenzeit fragt Batman Joe Rigger, alias Firebug, ob er hinter der Brandstiftung steckt, aber er beteuert seine Unschuld. Abgesehen von der Wasserfolter irritiert die Sequenz noch auf zwei Weisen. Erstens: War Firebug nicht tot? Ja, war er. Zweitens: War er nicht mal schwarz? Auch das. Aber nach dem DC-Reboot der Crisis hat sich die Hautfarbe anscheinend mit dem Lebensstatus geändert. Spielt auch keine große Rolle, denn auch der neue Firebug taugt nix. Nach einem kurzen Comeback im alten rot-gelben Kostüm fällt er wieder seinen Flammen zum Opfer.

Batman vs. Firefly, Martian Manhunter

Detective Comics #689-690 (DC Comics)

Firefly hingegen entkommt nach seinem geplatzten Date und kehrt nach weiteren zwei Jahren wieder (Detective Comics #714-715, 1997). Dieses Mal verbündet er sich mit einem gewissen Dalbert, der einen Diamantendiebstahl plant. Dieser seltsam gekleidete Kerl hat auch die Fähigkeit, plötzlich zu verschwinden. Auch Privatdetektiv John Jones (Martian Manhunter) sucht nach ihm und wird von Firefly ordentlich durchgebrutzelt. Er tut sich mit Batman zusammen, um den Gesuchten zu schnappen, doch John erweist sich wegen seiner Feuerschwäche dabei als ziemlich nutzlos. Batman kommt auch erst ganz zum Schluss auf den Gedanken, das Kostüm zu wechseln und einen Feuerlöscher einzupacken. Am Ende ist alles vergebens, weil Dalbert an einen Ort verschwindet, an den man ihm nicht folgen kann: in die Vergangenheit – er ist ein Zeitreisender. Aber immerhin ist Firefly endlich gefangen.

Sein vorläufiges Ende findet der Pyromane kurz bevor Gotham zum Niemandsland erklärt wird (Batman #560/Detective Comics #727, 1998). Der Schurke Nicholas Scratch lässt Garfield Lynns befreien und rekrutieren, um dem vom Erdbeben zerstörten Gotham mit Feuer den Rest zu geben. Lynns akzeptiert den Auftrag, den er sogar gratis erledigt hätte. Doch als Firefly seine Flammen auf ein Becken mit einer explosiven Chemikalie loslässt, erleidet er schwerste Verbrennungen. Auf wundersame Weise kann er danach immer noch stehen. Erst eine zweite Ladung Feuer gibt ihm den Rest – bis er von nassem Zement gelöscht wird.

Trotz dieses Erlebnisses kehrt Firefly später immer wieder zurück. Dieser Feuerteufel ist einfach nicht totzukriegen. Aber zum Klassiker hat es dieser Schurke in all den Jahren trotzdem nicht gebracht.

>> Batman 1990-1999


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Batman und der Feuerteufel

Batman vs Firebug

DC Comics

Titel: My City Burns at Both Ends – It Will Not Last the Night

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #318), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Nach Firefly kommt Firebug, der allerdings nichts mit einem Glühwürmchen zu tun hat. Nein, diesmal ist „fire“ wörtlich zu nehmen, denn unser Firebug zündelt gerne. (Diesmal hört sich der deutsche Name „Feuerteufel“ viel bedrohlicher an.) Dahinter steckt Joey Rigger, ein Vietnam-Veteran und Sprengstoffexperte. Er will sich für die Tode seiner Familie rächen, denn Vater, Mutter und Schwester sind durch Defekte in ihren Mietshäusern gestorben. Diese Häuser gilt es nun abzufackeln. Und dazu legt sich Rigger erstmal ein schickes rot-gelb-flammendes Kostüm zu, das Napalm verschießt. Einfache Brandstiftung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Leider geht die Mission nicht ganz so sauber wie gedacht. Gleich zu Beginn muss Batman ein Kind vor dem Feuer retten. Er schafft es nur mit Mühe und Not, indem er einen spekakulären Drahtseilakt vollführt – buchstäblich. Firefly ist zwar ganz froh, dass Batman das Kind gerettet hat, sieht aber keinen Anlass, sein Tun zu überdenken. Batman kann sich mit ein paar Feuerlöscherkapseln retten, Firebug haut ab.

Nächstes Mal ist Batman vorbereitet: Er hat sich einen feuerfesten Anzug zugelegt. (Offenbar trägt er ihn, zumindest in den 70ern, nicht immer.) Und da Firebug ihm seine Motivation verraten hat, kann er auch leicht auf dessen Identität schließen. Dankenswerterweise hat Firebug sein nächstes Ziel überdeutlich markiert: das Gotham State Building.

Beim Kampf bringt Firebug sein Kostüm zum Brennen und fällt seinen eigenen Flammen zum Opfer: Als er sich auf Batman stürzen will, schmilzt er durch ein Schutzgitter, fällt in die Tiefe und explodiert in der Luft. Batman: „What a hell of a waste.“

>> Batman 1970-1979


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Batman und die Liga der Ladies

DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 2: A League of Their Own

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy

Erschienen: 2020 (Batman and the Outsiders #8-12, Annual #1), Paperback 2020


„I have grown tired of the shadows. I have stepped into the light.“ (Ra’s al Ghul)

Nach ihrer ersten Bewährungsprobe finden sich Batman und die Outsiders in Gotham ein. Die von Ra’s al Ghul befreite Sofia wird Teil des Teams. Signal hat neue Kräfte: Er kann Schatten an sich ziehen und von sich geben. Außerdem kommt er Orphan näher. Es wird gekuschelt. Da lässt Ra’s eine Freundin von Jefferson Pierce (Black Lightning) ermorden, aber den scheint es nicht lange zu belasten, weil er bereits Gefallen an Katana gefunden zu haben scheint. Shiva hintergeht den Ra’s und schließt sich den Outsiders an, was ihrer Tochter (Orphan) nicht gefällt. Ra’s hat eine Superwaffe, mit der er Städte auf der ganzen Welt vernichten kann. Zwischendurch will er offenbar versuchen, die Gruppe zu demoralisieren und auseinanderzutreiben …

Der zweite Band von Batman and the Outsiders ist schwierig zu beurteilen, denn er ist nur das Mittelstück in einer fortlaufenden Geschichte, die erst im nächsten Band abgeschlossen wird. So viel kann man aber sagen: Es passiert sehr wenig und es wird viel geredet. Kämpfe sind hier nur kurze Intermezzi zwischen Schurken, die einen nicht weiter zu kümmern brauchen. Was leider auch für die Outsiders gilt.

Ich gebe zu: Ich bin kein Freund des Konzepts, schon die Truppe von 1983 mochte ich nicht. Auch hier ist es im Grunde nur eine Soap von C-Heldinnen und Helden, für die man sich nicht interessiert. Bemerkenswert: Es gibt jetzt vier Frauen gegenüber drei Männern im Team – das ist ein Fortschritt. Aber leider sehen die Frauen fast gleich aus, wodurch sie schwer zu unterscheiden sind. Und auch wenn sich das alles angenehmer liest als die Serie aus den 80ern, sind die Dialoge auch hier nicht frei von Klischees und Banalitäten. Hier ist alles mehr Melodrama als echtes Drama.

Kurzum: Wer von Anfang an nicht angetan war von der Serie, muss hier nicht weiterlesen. Eine endgültige Meinung bilde ich mir erst mit Band drei, auch wenn ich bezweifle, dass die Geschichte als Meisterwerk enden wird. Als Bonus gibt es ein Annual über Katana. Für alle, die es kümmert …

>> Batman and the Outsiders


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Batman und die Glühwürmchen

Batman und zwei Fireflys (DC Comics)

Titel: The Human Firefly/The Menace of the Firefly

Autor/Zeichner: Ed Herron, Bill Finger/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1952/1959 (Detective Comics #184/Batman #126)


Batman hatte schon mit allerlei seltsamen Gestalten zu tun. Nach Killer Moth kam ein weiterer Insektenschurke: ein Glühwürmchen. Allein daran merkt man schon, warum Superhelden niemals eine deutsche Erfindung sein könnten, denn kein Autor, der noch bei Trost ist, würde einen Schurken „Glühwürmchen“ nennen. Da klingt „Firefly“ schon mehr nach Gefahr. Aber das scheint nur so.

Firefly beginnt als Garfield Lynns, das größte Genie für Lichteffekte, das die Welt je gesehen hat. Er arbeitet hinter den Kulissen eines Musicaltheaters. Leider wird dieses Genie aber nicht genug gewürdigt, er verdient mies. Also lässt Lynns auf der Bühne, wo eigentlich die Illusion einer Unterwasserwelt gezaubert wird, scheinbar ein Feuer ausbrechen – alles nur ein Trick, um Panik zu verbreiten und die Juwelen der reichen Zuschauer abzusahnen.

Glühwürmchen als Ablenkung und Inspiration (DC Comics)

Zufällig sind Bruce und Dick im Publikum, ziehen sich um und springen auf Lynns Fluchtauto, der sich davonmachen will. Als er versucht, sie abzuschütteln, stürzt das Auto in den Abgrund und überschlägt sich dreimal. Lynns überlebt nicht nur, sondern entkommt auch, weil ein Glühwürmchen die Aufmerksamkeit des Dynamischen Duos von dem Gauner ablenkt. Batman dachte, dass sich Lynns nach diesem Sturz erstmal eine Kippe angezündet hat …

Beginn einer kurzen Karriere: Firefly designt sein Kostüm. (DC Comics)

Der Gauner macht sich daraufhin das Insekt zu seinem Symbol. Und so tut er, was man in solchen Fällen so tut: Er näht sich ein grün-violettes Kostüm mit einem Cape, zwei Antennen auf dem Kopf und „FF“ auf der Brust, baut sich einen Gürtel für Lichteffekte und startet als Firefly so richtig durch. (Praktischerweise hat er schon ein Geheimversteck in einer Höhle unter einer Scheune, denn ohne geht es offenbar nicht.)

Zuerst versucht er, wertvolle Gemälde aus dem Museum zu stehlen, indem er ihnen die Farben raubt und sie so aussehen lässt, als wären sie nur Kopien. Was die Ablenkung soll, erschließt sich nicht ganz. Als Batman und Robin eintreffen, blendet er sie mit seinem Lichtgürtel. Auf der Flucht löst er mit Blitzen einen Verkehrsstau aus, sodass das Batmobil ihm nicht folgen kann.

Als nächstes wird Firefly zum falschen Leuchtturm und lässt ein Schiff auf Grund laufen. Im echten Leuchtturm sperrt er Batman und Robin ein, um sie mit einer Dauerdiscobeleuchtung entweder zu töten oder in den Wahnsinn zu treiben – beides ist ihm recht. Sie befreien sich natürlich und dann schlagen sie den luziferischen Lichtbringer mit seinen eigenen Waffen: Vom Batplane aus blenden sie seine Handlanger – und die haben leider ihre Schutzbrillen vergessen.

Ein neuer Firefly

Sieben Jahre später taucht Firefly wieder auf. Allerdings sieht er etwas anders aus: Er ist grün-gelb gestreift und seinen Rücken zieren nutzlose Flügel. Als er das Gold des Millionärs Ted Carson stiehlt, erkennt ihn Bruce Wayne zwar, aber hält ihn für einen neuen Gegner – so als hätte es nie einen anderen Firefly gegeben. Es ist auch tatsächlich nicht Garfield Lynns. Allerdings ist auch er ein Blender, wenn auch mit einer Leuchtscheibe am Kopf.

Richtige Sorgen hat Bruce Wayne aber eher wegen Kathy Kane (alias Batwoman), die mit Ted Carson anbandelt. Bruce wird eifersüchtig und buhlt mit Blumen um sie, was nicht von Erfolg gekrönt ist. Als Batman kämpft er an der Seite von Batwoman gegen Firefly, aber sie scheitern daran, dass der Schurke Vibrationen auslöst, die Glas zerspringen lassen. Kathy kommt zu dem Schluss, dass Ted Batman ist und Bruce Firefly – warum auch immer. Jedenfalls verliebt sie sich nur wegen dieses Irrglaubens in Ted.

Doch der (Achtung: Kalauer) entpuppt sich als Firefly und fesselt Batwoman. Es kommt zum Showdown im Gotham Museum of Natural History: Firefly steht auf einer alten mexikanischen Pyramide und will Batman mit einem tödlichen Strahl treffen, da rettet ihm Batwoman das Leben (siehe Cover). Wie sie sich befreit hat, könnt ihr selbst nachlesen. Klar ist nur: Obwohl sie hinter Bruce Batman vermutet, traut sie sich nicht, den richtigen Schluss zu ziehen.

Batman als Leuchtturm

Batman als Leuchtturm (DC Comics)

Dass Batman selbst nicht nur Hoffnungsträger und Lichtgestalt, sondern auch buchstäblich ein Lichtbringer ist, kann man in einer anderen Geschichte desselben Heftes nachlesen: The Batman Lighthouse. Darin wird erklärt, dass in Gotham eine riesige Batman-Statue steht, die eine Lampe in der Hand hält – wie die Freiheitsstatue in New York City. Allerdings wird in Detective Comics #122 (1947) gezeigt, dass Gotham ebenfalls eine solche Freiheitsstatue hat, auch in Batman: The Animated Series (Off Balance, S01E50) sieht man sie. Aber hier hat Batman offenbar ihren Platz eingenommen – auch wenn diese Statue mit knapp 92 Meter etwas niedriger als das Vorbild.

Wie dem auch sei: In den 90er-Jahren wird Firefly wiederkehren: ernster, tödlicher und mit der Betonung auf Feuer – aber das ist eine Geschichte für später.

>> Batman 1950-1959


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Sieben Tipps für Superschurken

DC Comics

Titel: Shadow of the Bat Vol. 1

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle, Dan Jurgens u.a.

Erschienen: 1992-1993 (Shadow of the Bat #1-12), Paperback 2016


Alle, die vorhaben sollten, eine Superschurken-Karriere anzustreben, sollten sich keine schlechten Vorbilder nehmen (wie etwa von den „Misfits“), sondern die folgenden Tipps beachten:

  1. Sucht euch ein cooles Gimmick, das es noch nicht gibt.
  2. Macht es praktisch.
  3. Macht es nicht allzu offensichtlich, sodass man von eurem Beruf oder eurem Hobby auf euch schließen könnte.

Wie etwa beim Fall von „The Human Flea“ (Shadow of the Bat #11-12), dem menschlichen Floh. Da ist der Enkel eines Flohzirkusbetreibers dahinter gekommen, wie man das Mittel, das Flöhe weit springen lässt, künstlich herstellen kann und hat beschlossen, damit (und einem aufwendigen Kostüm) Raubzüge zu begehen, um den Flohzirkus zu retten. Warum, fragt Batman, hat er nicht einfach versucht, das Zeug mit Gewinn an den Mann zu bringen? Gute Frage …

Daher gilt 4. Wenn ihr eine Superschurken-Karriere anstrebt, überlegt lieber, was ihr mit euren wertvollsten Ressourcen (Zeit und Geld) Sinnvolleres anstellen könnt, das nicht euer Leben gefährdet und euch in den Knast bringen könnte.

5. Auch keine besonders gute Idee ist es, seine kruden Ansichten (z.B. Rassismus) jedem aufzuzwingen und deswegen sofort Streit anzufangen – schon gar nicht handfesten Streit. So etwa führt es „The Ugly American“ vor (Shadow of the Bat #6). Aber manchmal kann man sich einfach nicht kontrollieren, vor allem wenn man zu einem Schurken gemacht wurde. Hier haben gewisse, sagen wir mal: konservative Ansichten allerdings vorher schon bestanden. Allerdings: In den USA von heute dürfte dieses Modell des übersteigerten Patriotismus, auch Nationalismus genannt, durchaus dem Zeitgeist entsprechen, sodass man gar nicht als Schurke durchgehen würde.

6. Was ein Schurke ist, ist ja häufig nur eine Frage der Perspektive. Auf den zweiten Blick stellen sich manche auch als gar nicht so böse heraus. Auch Batman lernt die Lektion, seine Urteile nicht allzu voreilig zu treffen. „The Thane of Gotham“ (Shadow of the Bat #10) ist ein alter Schotte, der ein paar Leute in sein verwinkeltes Schloss einlädt. Batman fürchtet, dass der Alte sich für seinen Sohn rächen und die Gäste vergiften will, am Ende ist dann doch alles anders. Manche wollen einfach nur Empathie.

Und nicht jeder will ein Schurke werden. Manche eifern auch einfach nur Batman nach, indem sie das Gesetz in die eigenen Hände nehmen, wenn das Gesetz versagt. Wie „The Black Spider“ (Shadow of the Bat #5). Das ist zwar strenggenommen auch illegal, aber wenn es einem guten Zweck dient, etwa Drogendealern das Handwerk zu legen, dann geht das in Ordnung, Gesichter von Dealern in Heroinberge zu drücken – vor allem, wenn sie die eigene Familie auf dem Gewissen haben.

Allerdings gilt Regel Nr. 7: Nicht okay ist es, Leute zu erschießen, auch wenn sie es verdient haben. Jedenfalls für Batman. Und so muss auch diese Vigilantenkarriere mit einem Märtyrertod enden, damit Batman nicht selbst die undankbare Aufgabe zufällt, einen „Schurken“, der keiner ist, einbuchten lassen zu müssen.

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