Comic

Scarecrow im Spukhaus

DC Comics

Titel: The Frequency of Fear/Something Scary

Autor/Zeichner: Doug Moench/Gene Colan

Erschienen: 1984 (Batman #373/Detective Comics #540)


Jonathan Crane gilt als geheilt und ist aus Arkham (das jetzt Asylum heißt) entlassen. Dass das ein Fehler ist, sieht man gleich am ersten Panel: Crane hat sich in sein altes Haus zurückgezogen, das nicht ohne Grund an Psycho erinnert, und davor eine Vogelscheuche aufgestellt. Kurz darauf sieht man ihn wieder im vertrauten Kostüm. Nach seiner Demütigung durch andere Schurken (Detective Comics #526) will er sich an ihnen rächen. Zuerst ist der Joker dran, der zu einer Anhörung vor Gericht geladen ist.

Scarecrow verschafft sich Zugang zu der schwer bewachten Zelle, indem er eine Angststrahlung von einem Totenkopf aussendet. Die Menschen sehen plötzlich Spinnen und Fledermäuse. Im entscheidenden Moment tauchen dann Batman und Robin auf, werden aber von der Strahlung aufgehalten. Robin bekommt Höhenangst, fällt beinahe vom Hochseil, als er Crane verfolgt, Batman kann ihn gerade noch retten.

Danach gibt’s erst mal Hausarrest. Denn die Spur führt zum Zoo, wo Jason Todds Eltern gestorben sind, und Batman will ihn nicht mit dem noch frischen Trauma konfrontieren. Zu Cranes Haus zu fahren findet Batman übrigens zu offensichtlich. Also tappt er im Zoo in die Falle, kriegt es wieder mit der Angst zu tun, halluziniert Jason unter Krokodilen. Der echte Jason denkt natürlich nicht daran, zu Hause zu bleiben und geht zu Cranes Haus, wo er sich von Scarecrow überrumpeln lässt, weil er die Vogelscheuche nicht auf ihre Füllung überprüft.

Während Batman mit Krokodilen ringt, prügelt sich Robin mit Scarecrow und folgt ihm ins Haus, das zu einem Spukhaus auf Jahrmarktniveau wird: mit Plastikskeletten, Gummispinnen und Scarecrow-Puppen. Da taucht Batman auf, polt Scarecrows Angstgerät um und so machen sie sich immun gegen seine Strahlung.

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Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd

DC Comics

Wie Jason Todd auf Batman traf, habe ich bereits erzählt – in Second Chances. Doch die Geschichte von 1987 lief vier Jahre zuvor, in ihrer ersten Variante, noch ganz anders ab – und war eng verknüpft mit dem ersten Auftritt von Killer Croc.

Erster Auftritt ist vielleicht zu viel gesagt, denn Croc taucht in Detectice Comics #523 (1983) zunächst als graue Eminenz auf, ein Mann mit Trenchcoat und Hut, dessen Gesicht im Schatten liegt. Er ist der Chef einer kleinen Bande von Gaunern, die Solomon Grundy dafür benutzen, Pelze zu stehlen. Dafür dass Grundy Schaufenster einwirft, bekommt er die Puppen zum spielen. Batman betrachtet Grundy trotz seines Bewusstseins nicht als Lebewesen und lockt ihn in eine Falle, in der er verbrennt. Zwar hat Batman hinterher keine Gewissensbisse, hinterfragt aber immerhin sein Tun. (Wenn ihr mich fragt, ist es kaltblütiger Mord.)

Eine Ausgabe später, in Batman #357, arbeitet Croc für einen Gangsterboss, der sich The Squid nennt und einen Riesen-Kalmar als Haustier hat, den er mit unliebsamen Menschen füttert. Squid lässt den Sloan-Zirkus um Schutzgeld erpressen (10.000 Dollar pro Tag würde jeden in den Ruin treiben). In diesem Zirkus arbeiten auch die Flying Todds mit Jason als Trapezkünstler – wie damals auch die Flying Graysons. Die Geschichte von Dick Grayson scheint sich zu wiederholen. Dick lernt die Todds kennen.

Batman kommt Squid auf die Spur, landet aber im Wassertank als Kalmar-Futter (Detective Comics #524). Nachdem er entkommt, verlässt Croc seinen Chef und nennt ihn einen Loser. Als Squid ihn daraufhin packt, fällt Croc der Hut vom Kopf und wir sehen zum ersten Mal seine schuppige Haut. Beim zweiten Kampf zwischen Batman und Squid erschießt Croc seinen ehemaligen Boss aus der Ferne. Batman jagt dann den mysteriösen Killer.

Killer Crocs Vorgeschichte

Croc macht sich weiterhin in der Unterwelt einen Namen als Dieb. Schließlich findet er in seinem geheimen Apartment Batman – und ist ganz und gar nicht erfreut. Nachdem er Batman niedergeschlagen hat, sprengt Croc alles in die Luft, weil der Eindringling seine Privatsphäre ruiniert hat. (Jeder, bei dem schon mal eingebrochen wurde, kennt sicher das Gefühl.) Bei der nächsten Konfrontation in der Kanalisation kann Croc wieder entwischen. Hier erfahren wir, dass er einst ein Zirkusfreak in Florida war, wo er mit Alligatoren gerungen hat. Noch später kommt die typische Vorgeschichte einer traurigen Jugend, die im Knast endete.

Nach dem jüngsten Kampf mit Batman denkt Croc, er habe ihn getötet. Also versammelt er Gothams Unterwelt im Reptilienhaus des Zoos und ruft sich als neuer Oberboss von Gotham aus (Batman #359). Weil aber die anderen ihn daran erinnern, es gäbe da noch Tony Falco, der zwar im Knast sitzt, aber immer noch das Sagen hat. Croc bricht ins Gefängnis ein und metzelt Falco dahin. Wieder taucht Batman auf, wieder scheitert er gegen ihn. Croc scheint übermächtig zu sein.

Alle Schurken gegen Batman

In der Zwischenzeit zieht Dick Grayson die Eltern von Jason Todd in seine Suche nach Croc hinein. Sie finden ihn, werden von ihm ermordet und den Krokodilen im Zoo zum Fraß vorgeworfen. Das geschieht in Detective Comics #526, die deshalb eine extragroße Jubiläumsausgabe ist, weil Batman hier seinen 500. Auftritt in der Serie feiert. (2020 feierte man in Detective Comics #1027 den 1000. Auftritt.) In der Story All My Enemies Against Me versammelt Croc alle bekannten und einige unbekannte Schurken, um gemeinsam endlich Batman zu erledigen.

Alle gegen einen: Detective Comics #526 (DC Comics)

Catwoman und Talia al Ghul sind nicht so begeistert von der Idee. Sie büchsen aus, um ihren Geliebten zu warnen und helfen ihm gemeinsam, die Gefahr abzuwehren. Doch einen richtigen Plan scheint die Schurkenriege nicht zu haben. Riddler, Cavalier und Scarecrow sind schnell besiegt, der Mad Hatter fällt vor einen Zug und stirbt. Ähnlich geht es später weiter: Die Schurken werden jeweils in leicht verdaulichen Kleingruppen zusammengeschlagen. Am Ende bleibt nur der Joker übrig.

Jason Todd entdeckt die Bathöhle. (DC Comics)

Dick Grayson bringt den um seine Eltern besorgten Jason nach Wayne Manor, wo dieser die Bathöhle entdeckt und sich ein alternatives Robin-Kostüm anzieht. Der noch amtierende Robin und Batgirl entdecken derweil, was Croc den Todds angetan hat – Jason ahnt nichts davon. Erst am Ende, als Batman in einer Brauerei gegen Croc kämpft, erfährt er die grauenhafte Wahrheit und kann dabei helfen, den Schurken bewusstlos zu schlagen. (Zuvor rettet er auch Catwoman und Talia, die mit Batman gefangen genommen wurden.)

Jason Todd probiert sein erstes Robin-Kostüm an. (DC Comics)

Dick Grayson gibt sich die Mitschuld am Tod der Todds und will Jason adoptieren. Bruce Wayne bietet dem Waisen Trost wie einst auch Dick.

Erst in Batman #366  wird Jason Todd erstmals offiziell, wenn auch noch nicht mit dem Segen von Batman, zu Robin. Nach dem Reboot verliert er seinen Zirkus-Bezug und wird zu einem Kleinkriminellen, der nach kurzer Zeit als Robin vom Joker getötet wird (A Death in the Family). Schließlich feiert Jason seine Wiederauferstehung als Red Hood.

Hinweis: Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd ist nachzulesen in Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3 (2019).

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Neue Nostalgie-Comics: „Batman ’89“ und „Superman ’78“

Batman & Superman

DC Comics

Die Nostalgie-Welle rollt weiter: Nachdem Batman ’66 die Serie mit Adam West in Comicform fortgeschrieben hat, wird nun auch den legendären Kinoauftritten von DCs größten Helden diese Ehre zuteil: Am 27. Juli starten Superman ’78 und Batman ’89 als digitale Serien, basierend auf den Filmen mit Christopher Reeve und Michael Keaton. Sie erzählen neue Geschichten in den jeweiligen Universen.

Superman wird geschrieben von Rob Venditti und gezeichnet von Wilfredo Torres (Batman ’66), an Batman darf Sam Hamm heran, der sowohl für die Drehbücher zu Tim Burtons Filmen verantwortlich war als auch die Comic-Storyline Blind Justice verfasst hat; sein Zeichner ist Joe Quinones.

Die Serien werden zunächst wöchentlich digital in jeweils zwölf Teilen erscheinen. Im August und Oktober sollen je sechs Heftausgaben aus Papier folgen, schließlich sind Hardcover für Oktober (Batman ’89) und November (Superman ’78) angekündigt.

Die Comic-Adaption des Batman-Films von 1989 ist vor zwei Jahren in einer Neuauflage erschienen.

Zur offiziellen Pressemitteilung von DC

„Legends of the Dark Knight“ kehrt zurück

DC Comics

Die Anthologieserie Legends of the Dark Knight hat in den 90ern einige klassische Batman-Storys hervorgebracht: Shaman, Gothic, Venom und Prey zum Beispiel. Von 2012 bis 2013 wurde sie wiederbelebt, mit einigen Highlights, aber ohne so bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Vielleicht gelingt es ja wieder beim dritten Versuch.

Am 28. März startet Legends of the Dark Knight erneut, diesmal als DC Digital First-Serie. Wöchentlich erscheinen zehnseitige Kapitel, von denen jeweils zwei später ein gedrucktes Heft bilden sollen; das erste soll am 18. Mai herauskommen. Es beginnt mit einem Sechs- bzw. Dreiteiler von Darick Robertson: In „Bad Night, Good Knight“ geht es um einen neuen Schurken, der tödliche Chemikalien an Mr. Freeze, den Pinguin und den Joker verkauft. Weitere Autoren und Zeichner stehen bereits fest, wie man bei DC nachlesen kann.

Die digitalen Ausgaben sollen 99 Cent kosten, die Hefte 3,99 US-Dollar pro Ausgabe.

Ich nehme an, dass damit die Anthologieserie Gotham Nights, die im vergangenen Jahr von April bis November erschienen ist und es auf 22 Ausgaben gebracht hat, abgelöst sein dürfte.

Joker War: Routinierter Ausnahmezustand

DC Comics

Titel: The Joker War

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Jorge Jiménez u.a.

Erschienen: 2020 (Batman #95-100), Hardcover 2021 (Batman Vol. 2)


Der Joker hat alles übernommen (siehe Their Dark Designs): Wayne Enterprises, Gotham City, nun auch Batmans Fahr- und Flugzeuge. Wayne Manor gehört der Stadt. Nachdem die Gotham Gazette berichtet hat, wer hinter all dem steckt, wurde sie durch eine Unterlassungserklärung dazu gezwungen, die Story zurückzuziehen. Und jetzt wüten Clowns in Gotham. Der Joker-Krieg hat begonnen.

Und was ist mit Batman? Der wird von der neuen Joker-Gefährtin Punchline mit einer neuen Droge betäubt und halluziniert einen Alfred (der in Wirklichkeit tot ist, siehe Alfred R.I.P.). Während Harley Quinn versucht, ihn wieder clean zu bekommen, lädt der Joker die Bewohner von Gotham ins Kino ein, um sich Mark of Zorro anzusehen, jenen Film, den der kleine Bruce Wayne mit seinen Eltern sah, kurz bevor sie erschossen wurden. Obwohl die Vorstellung tödlich enden wird, lassen sich die Leute in Scharen von einer satten Belohnung in die Kinos locken. Als Vorgeschmack lässt der Joker die von ihm bisher ermordeten Opfer auferstehen und auf Batman losgehen. (Nicht zu verwechseln mit anderen Joker-Zombies, die durch ein Joker-Virus entstanden sind.)

Der Joker will Batman was beweisen

Dann folgt die übliche Routine: Batman bekommt eine lange Standpauke, erkennt seine Irrwege, kriegt sich wieder ein, trommelt die Familie zusammen und plötzlich vollbringt er das Unmögliche ganz einfach. Wie manche Probleme im Einzelfall gelöst werden, muss man anderswo nachlesen (z. B. in dem Band The Joker War Saga, der eine Woche später erscheint). Hier wird nur die grobe Rahmenhandlung wiedergegeben und die wirkt schon rhapsodisch genug. Als Batman wieder zu sich kommt, reicht es offenbar, einfach nur aufzuspringen und „I’m Batman“ zu sagen, schon fällt Schurkin Punchline vor ihm um. Man weiß nicht recht, ob diese Universalerklärung für alles hier ironisch gemeint oder unfreiwillig komisch ist. Nicht ernst zu nehmen ist sie auf jeden Fall.

Joker War: Batman #100 (DC Comics)

Auch wenn Autor James Tynion IV bloß alte Joker-Motive wieder aufwärmt, bemüht er sich in seiner Geschichte, dem Joker unbedingt eine neue Seite abzuringen. Und so verwendet er in alter Manier sehr viele Worte, die er ihm in den Mund legt, um seine Motivationen lang und breit zu erklären. Wieder mal geht es darum, Batman etwas zu beweisen. Dass Gotham in Wirklichkeit nicht seine, sondern Jokers Stadt sei. Dass er längst sein Ziel erreicht habe, auch wenn er geschlagen scheint, denn die Stadt sei korrupt, vom Rathaus bis zur Polizei. Niemand glaube (mehr) noch an etwas. Nicht mal mehr an Batman, der es nicht geschafft hat, all das Chaos zu verhindern.

„Batman was a little kid’s stupid idea“, sagt der Joker. „And now this city sees it for how hollow it is.“ Um ihm zu zeigen, wie blöd die Idee ist, schlüpft der Clown selbst in eine alberne Version des Batman-Kostüms.

Massenmörder Clownhunter

Am Ende geht es wieder um die Frage, ob man den Joker nicht einfach töten sollte, um dem immer wiederkehrenden Albtraum ein Ende zu bereiten. Diese Frage verneint Batman weiterhin stoisch gegenüber Harley. Und er verbietet auch dem neuen Vigilanten, dem Jungen, der sich Clownhunter nennt, Jokers Schergen zu ermorden. Lässt ihn aber mit Massenmord davonkommen. Ist das wirklich ein besserer Batman, wie er sich vorgenommen hat, einer zu werden?

Der Joker War beschreibt mal wieder einen Ausnahmezustand, die in Gotham an der Tagesordnung zu sein scheinen (eben noch in City of Bane). Statt aber den Krieg darzustellen und damit das Leid, das verursacht wird, verschwendet Tynion viel Zeit für Batmans Halluzinationen und Introspektionen, unterbrochen von Prügeleien, wie etwa einer obligatorischen Revanche zwischen Harley Quinn und Punchline. Fast alle Konflikte werden mit Fausthieben gelöst.

Das alles macht den Band zu einer schnellen, aber auch ermüdenden Lektüre, die viel Lärm um nichts veranstaltet, sich keine große Mühe macht, eine intelligente Story zu konstruieren, und in die üblichen Fallen von Klischees und logischen Fragwürdigkeiten gerät: Warum arbeitet jemand noch für den Joker, wenn er jederzeit von ihm grundlos abgeknallt werden kann? Warum gehen Menschen in eine Joker-Vorstellung, wenn selbst die Einladung dazu einen Mann vor laufender Kamera das Leben gekostet hat? Warum tut eigentlich fast niemand etwas gegen die marodierenden Clownhorden, weder Helden noch Schurken, sodass ein Kind zur Selbstjustiz greifen muss?

Und so ist der Joker War nach dem War of Jokes and Riddles – abgesehen von Jorge Jimenéz visueller Kunst – bloß eine weitere Enttäuschung und ein weiterer Beitrag dazu, Batmans größten Gegner zu überstrapazieren. Aber keine Sorge: Es geht ja bald weiter – in Jokers eigener Serie

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Per Angstgas nach Arkham

DC Comics

Titel: The 6 Days of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #503), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Ein Bürgermeisterkandidat will Batman loswerden, Bruce Wayne träumt von Selina Kyle – der erste März, ein ganz normaler Tag in Gotham also. Doch dann wird Batman nachts plötzlich von einem Pfeil in den Nacken getroffen. Woher der Angriff kommt, wird erst am nächsten Tag deutlich, als James Gordon bei einem Treffen plötzlich große Angst vor Bruce Wayne verspürt.

Batman merkt es, als er einen Überfall verhindern will: Die Menschen rennen vor ihm davon. „Am I going mad? Or has the Batman become so fearful a figure — he terrorizes even the innocent?“ Nein, bester Detektiv der Welt, es ist die andere, etwas wahrscheinlichere Erklärung: Scarecrow! Wer sonst? Ähnliches ist ja bereits in Batman’s Evil Eye (Detective Comics #389, 1969) passiert. Die Vogelscheuche hat auf einer Farm, unterhalb einer Scheune, ein Supergeheimlabor gebaut mit lauter Wissenschaftlern in weißen Kitteln. Dort hat er eine Angstdroge entwickelt, mit der man sogar Füchsen Angst vor Kaninchen einjagen kann.

Da er nicht mehr vor die Tür gehen kann, ohne dass er jeden in Panik versetzt, verordnet Batman sich selbst Quarantäne und denkt:

„How ironic. I chose my disguise as the Batman to strike fear into the criminal heart … but now I’ve become so frightening, I don’t dare show my face on the street! Is this how my career ends? Am I to become a prisoner of my own mystique?“

Er schickt Robin und Batgirl los, für ihn die Detektivarbeit zu übernehmen. Währenddessen treiben Scarecrows Schergen in Vogelscheuchenkostümen ihr Unwesen im Gotham Trade Center, wo sie mit Angstgas um sich schmeißen. Sie entkommen, weil Robin von hinten einen Sack über die Rübe gepfeffert bekommt.

Batman als Vogelscheuche

Der Fetzen eines Maiskolbens ist später die Spur, die die beiden Hiwis nach Hudson County führt, weil es da die nächsten Maisfelder gibt. Und natürlich ist die offensichtlichste Spur die richtige, aber Batgirl hat sogar den Stadt herausgefunden, wo sich Scarecrow versteckt. Dort finden die beiden eine Vogelscheuche mit einer Batman-Puppe – und brechen vor Angst zusammen.

Dann setzt Scarecrow eine Puppe, die aussieht wie er in Gordons Büro und teilt ihm mit, dass er Batgirl und Robin festhält. Natürlich immer noch maskiert. Natürlich bringt er sie nicht sofort um, sondern will ihnen Angstpheromone spritzen. Doch dagegen hat Batman was einzuwenden. Scarecrow schickt eine Robotereule auf seinen Gegner los, Batman zündet etwas Heu an, setzt die Eule in Flammen und es bricht ein Brand aus, weil in der Scheune alles voller Heuballen ist, wohl als Füllung für die Kostüme.

Durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall bekommt Scarecrow selbst sein Angstserum gespritzt und hat am Ende sogar Angst vor sich selbst. So landet er erstmals im neuen Arkham Hospital. Damit ist der moderne Scarecrow endlich so wie wir ihn heute kennen.

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Batman trifft Richard Dragon

The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Titel: Batman & Kung-Fu Fighter: Batman — The Dragon Slayer?

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #132)


Richard Dragon, auch bekannt unter dem brillanten Namen Kung-Fu Fighter, rettet einem armen alten Mann das Leben, als ein paar menschenverachtende Schläger „Populationskontrolle“ betreiben wollen. Dann repariert er ihm noch den Platten an seinem Fahrrad und gibt ihm einen Kaffee aus.

Ein Jahr später, als Richard gerade in Gotham ist, wird er angegriffen von einem einäugigen Kerl mit einem Nunchaku. Der trägt den unbescheidenen Namen The Stylist. Als Richard sich gerade wehrt, geht Batman nichtsahnend dazwischen und hält den Unschuldigen für den Aggressor. Dafür bekommt der Dunkle Ritter ein paar Schläge ab und hat dem nur uramerikanische und ungraziöse Kampftechniken wie beim Football oder Boxen entgegenzusetzen. Die Zeit, in der selbst alle möglichen fernöstlichen Martial Arts beherrscht, scheint hier noch nicht angebrochen zu sein.

Batman in Mexiko

Wie dem auch sei: Nach ein bisschen Gerangel kommt Batman auf den Trichter, dass der Kung-Fu Fighter die Wahrheit sagt und er den Falschen hat entkommen lassen. Da taucht ein Chauffeur mit einem Briefumschlag für Richard auf, in dem ein Schlüssel und ein Quarter steckt. Richard schaltet: Das kann nur von dem alten Mann stammen, den er mal gerettet hat. Batman schaltet: Das kann nur der Milliardär Calvin Curtis sein, der sich als Penner getarnt hat. Er ist gerade gestorben und hat viel Geld zu vererben.

Doch zuerst muss der Stylist gefunden werden, der es offenbar auf Dragon abgesehen hat. Nach einem gescheiterten Versuch, ihn zu schnappen, bei dem sich Batman in aller Öffentlichkeit blamiert, führt die Spur nach Yucatan. Richard und Batman besteigen eine Passagiermaschine. Batman sitzt doch tatsächlich im Kostüm unter Zivilisten, was keinen zu wundern scheint. Was ist mit dem Batplane, dem Batwing oder zumindest Bruce Waynes Privatjet? Seltsame Geschichte … Aber zum Glück dauert sie nicht mehr lange.

In Yucatan finden sie den Stylisten, der wurde beauftragt von einem Kerl namens Esteban, der einst Curtis‘ Geschäftspartner war und nun hinter dem Erbe her ist. Er befürchtet, dass Richard alles erben könnte und will ihn erledigen lassen. Kurz gesagt: Die beiden Helden verhindern das mit einer kleinen Prügelei. Esteban landet im Knast (lebenslang) und der Stylist versinkt auf der Flucht in Treibsand. Sehr bequem.

Am Ende geht das Erbe an die Wohlfahrt. Richard Dragon kriegt nur eins: eine neue Fahrradpumpe.

>> Batman in The Brave and the Bold


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Batman stellt sich seiner Angst

DC Comics

Titel: The Sinister Straws of the Scarecrow

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sal Amendola

Erschienen: 1978 (Batman #296), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Scarecrow hat ein paar neue Handlanger: die Strawmen! Zwei seiner ehemaligen Studenten, Otto und Raymond. Der eine hat abgebrochen, der andere wurde rausgeschmissen. Jetzt sind sie in Sackleinen gekleidet und tragen Strohballen an Handgelenken und als Lendenschurz, während ihr Mentor etwas ganz Perfides ausheckt: ein Mittelchen, das im Hirn Phobophobia verursacht – die Angst vor der Angst.

Seit Franklin D. Roosevelts Rede zur Amtseinführung wissen die Amerikaner, dass sie sich nur davor fürchten müssen („the only thing we have to fear is…fear itself“). Aber bei Scarecrow setzt die Droge daraufhin eine individuelle Angst frei, die einer hat. Als Jonathan Crane das Gift an Otto testet, löst es eine Panik vor Batman frei – „Chiropterohomophobia“ nennt er das, womit er schwache Altgriechischkenntnisse beweist, denn die Angst vor Fledermäusen heißt „Chiroptophobia“.

Dann beginnt der eigentliche Plot: Scarecrow versetzt einen Mann in Angst, um ihn gestohlene Wertpapiere zurückgeben zu lassen. Ehrlich gesagt habe ich den Plan dahinter nicht verstanden. Muss uns auch nicht kümmern. Wichtig ist nur: Batman kommt Scarecrow auf die Spur, prügelt sich mit den Strohmännern, dabei erweist sich das Stroh als explosiv.

Batman findet heraus, wer das nächste Opfer sein soll, verkleidet sich als dieses und knockt Scarecrow und Co. aus. Doch dann wird er selbst von dem Angstgas erfasst. Er fürchtet sich davor, nicht mehr gegen das Böse kämpfen zu können. Aber zum Glück weiß Batman schnell Rat: Er kämpft dagegen an.

„I must always remember why I am the Batman! And that takes precedence over everything! It’s part of the very fiber of my being! It’s the basis of my life“, sagt er, während er Hiebe und Tritte verteilt. Am Ende will er zwar Gordon nicht verraten, was genau passiert ist, dafür aber so viel: „It was a wonderfully exhilarating experience!“ Das Schönste für Batman ist es also, sich seiner Mission zu versichern. Wir können uns zwar Schöneres denken, aber gönnen wir ihm sein Glück.

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Batman plus Wolverine gleich Dark Claw

Amalgam Comics

Im Jahr 1996 kam es zum Kampf der zwei größten Comic-Universen: DC gegen Marvel. Doch es gab nicht nur denkwürdige Duelle, die Helden verschmolzen auch miteinander – DC und Marvel verwandelten sich in „Amalgam Comics“. Superman und Captain America wurden zu Super Soldier, Batman und Wolverine wurden zu Dark Claw. 1997 wiederholten die Verlage die Reihe, allerdings ohne ein weiteres Crossover-Event.

Das Kostüm von Dark Claw vereint nicht nur das Beste zweier Welten, es ist auch typisch 90er: also völlig over the top. Jim Balent, ohnehin kein Meister von Subtilität, verleiht dem Helden eine dämonische Maske mit langen Ohren in Fledermausform, Fang- und Stoßzähnen, ähnliche Zacken krönen die Stiefel, die Klingen sind gezackt im Fledermausmuster, im Gürtel wiederholt sich die Form noch ein paar Mal, dazu gibt es gelbe Streifen auf der Hose und natürlich einen sehr sehr langen Flatterumhang.

Keine Ahnung, wie man darin kämpfen soll, aber es macht optisch natürlich einiges her – und um mehr geht es hier auch nicht. In Legends of the Dark Claw kämpft Dark Claw gegen Hyena, eine Mischung aus Joker und Sabretooth, in einer Druckerei. Sein Sidekick ist Sparrow, eine Verbindung von Robin und Jubilee und später kommt noch Huntress dazu, die einfach nur Huntress alias Carol Danvers ist. Sie findet heraus, dass Dark Claw Logan ist. Er erklärt ihr, dass er und Hyena als Killermaschinen erschaffen wurden, aber mit dem Unterschied, dass er ein Gewissen hat. Darüber hinaus wurden auch seine Eltern erschossen, als er ein Kind war – und das zweimal.

Dark Claw vs. Hyena (Amalgam Comics)

Dann finden die drei Helden heraus, dass Hyena einen Anschlag auf die Air Force One plant und versucht, es zu verhindern. Statt einfach die Behörden zu verständigen (das wäre ja viel zu einfach), dringt Dark Claw selbst ein wie einer, der nichts Gutes im Schilde führt, und versucht den Secret Service davon zu überzeugen, dass ein anderer Böses vorhat – ich hätte ihm auch nicht geglaubt. Aber zum Glück hat der Held Selbstheilungskräfte, sodass ihm der Kugelhagel nichts ausmacht. Kaum bricht Hyena aus der Toilette aus und vergiftet die Luft an Bord, findet Dark Claw eine schnelle Lösung für das Problem und dann endet es mit einem Cliffhanger – der allerdings nicht aufgelöst wird, denn eine nächste Ausgabe wurde nie gedruckt.

Damit ist klar, dass es den Machern nicht wirklich darum ging, eine ordentliche Geschichte zu erzählen, sondern bloß eine Möglichkeit durchzuspielen: eine Fusion von Batman und Wolverine. Allein darum geht es hier, um eine Fantasie, ein reines Was-wäre-wenn ohne sich aber die Mühe zu machen, es zu Ende zu denken. Das Amalgam-Projekt war nichts als ein Scherz.

Lady Talia rächt ihren Vater

Trotzdem kehrt Dark Claw ein Jahr später wieder: In Dark Claw Adventures wird aber eine ganz andere Geschichte in einem ganz anderem Stil erzählt, nämlich in der Manier von Batman: The Animated Series. Logan tritt zunächst als sein anderes Alter Ego „Patch Malone“ auf, kämpft gegen Cyborgs und lässt sich von Sparrow mit einem „Clawmobile“ wegfliegen. Die Story dreht sich um Lady Talia, die mit Lady Deathstrike fusioniert ist. Talias Vater nannte sich einst „Ra’s-A-Pocalypse“ (au weia …), Dark Claw hat sein Flugzeug abgeschossen und Talia hat versucht, ihn aus den Trümmern zu holen. Dabei nahm sie selbst so großen Schaden, dass Körperteile durch Adamantium-Prothesen ersetzt werden mussten.

Talia will sich an ihrem ehemaligen Geliebten rächen, dringt bei ihm ein und versucht, ihn zu töten. Zwar bekommen wir hier ein geschlossenes Ende, aber zu viel sollte man trotzdem nicht erwarten – man kann sich denken, wie es ausgeht …

In einem weiteren Amalgam-Abenteuer bekommt Bruce Wayne einen Auftritt als „Agent of S.H.I.E.L.D.“. Gegner ist Baron Zero (Mr. Freeze und Baron von Strucker), Bane vereint sich mit Nuke, aus Nigtwing und Moon Knight wird Moonwing. Und dann gibt es noch Bat-Thing, ein Amalgam aus Man-Bat und Man-Thing … Ich denke, wir haben’s kapiert.

Batman auf dem Pfad der Angst

DC Comics

Titel: The Scarecrow’s Trail of Fear

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #262)


Batman verfolgt einen Dieb namens Toomey. Als er ihn in einer Gasse erwischt, bricht der plötzlich vor Angst zusammen und stirbt. So hat sich das Batman nicht gedacht, als er schwor, Verbrecher das Fürchten zu lehren. Kurz darauf versucht ihn jemand mit einem Auto zu überfahren. Dahinter kann nur einer stecken: Scarecrow! Der hat eine Art Funkgerät entwickelt, mit dem er Menschen Angst einjagen kann.

Batman findet Scarecrow und seine Bande in einem leeren Vergnügungspark. Man versucht ihn, mit einer Granate in die Luft zu jagen, zu erschießen und mit einem Achterbahnwagen zu überfahren – nichts davon mit Erfolg. Batman knockt die Gauner so eiskalt aus, dass der Autor es auf einer ganzen Seite nicht einmal für nötig hält, es mit Text zu versehen.

Batman spürt plötzlich eine diffuse Angst und folgt dem Pfad, indem er sich zur Quelle der Strahlung begibt. Da steht Scarecrow auf einer Riesenrutsche und merkt, wie Batman sich ihm nähert, ohne sich zu fürchten. Warum? Weil Batman weiß, dass es nichts zu fürchten gibt – genauso wie Scarecrow selbst, der von seiner Erfindung ebenfalls nicht tangiert wird. Alles reine Kopfsache also.

Da kriegt es Scarecrow doch mit der Angst zu tun, der Angst vor Prügeln. Er fleht Batman auf Knien an, keine Gewalt anzuwenden und rutscht hinab in die Hände der Staatsgewalt.

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