Comic

Einstürzende Altbauten

DC Comics

DC Comics

Titel: Death by Design (dt. Bauwerke des Todes)

Autor/Zeichner: Chip Kidd/Dave Taylor

Erschienen: 2012 (One-shot), dt. Panini 2013


„This would be the solution. This would be how you solve the problem. The anonymity, the abandonment of self, the escape. It’s kind of brilliant, actually. The form is quite effective …“

Was macht eine gute Batman-Story aus? Eine gute Mischung aus Action, Drama und Nachdenklichkeit, eine gehörige Portion Abgründigkeit, Düsternis und vielleicht auch ein wenig Drastik, am besten noch gut gewürzt mit Humor. Das meiste davon hat Death by Design nicht zu bieten. Zugegeben: Es ist eine dieser ambitionierteren Batman-Storys, man merkt es schon am Zeichenstil. Gefertigt sind die Bilder mit Bunt- und Bleistiften, das sorgt zwar für einen auffälligen, organischen Look – und gerade bei der Darstellung der Bauten ist dieser überwältigend -, aber leider wirken die Figuren oft allzu brav, steif und ausdrucksarm.

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Es geht auch ohne Superman

Justice League: Another Nail

Titel: Justice League: Another Nail (dt. Noch ein Nagel)

Autor/Zeichner: Alan Davis

Erschienen: 2004 (Mini-Serie #1-3, dt. Panini 2004, DC Premium 34)


„I know that’s what you want … to die! To stop the pain.“ (Joker zu Batman)

Was wäre wenn … Superman bei Amish aufgewachsen wäre? Dann wäre er ein noch größerer Langweiler geworden: Introvertiert, wortkarg, wehmütig. Wie gut, dass es da noch den Rest der Justice League gibt. Und noch gefühlte 1000 weitere Superhelden, Superschurken, New Gods und Green Lanterns gibt. Die Fortsetzung von The Nail wird zwar dafür genutzt, einige offene Fragen des ersten Teils zu beantworten und Episoden wie den Krieg zwischen Apokolips New Genesis sowie die Beteiligung des Green Lantern Corps nachzutragen, dafür erstickt die eigentliche Story in einer Fülle von Figuren, Schauplätzen, Irrungen und Wirrungen. Kurzum: Das übliche Gewusel eines Mega-Crossovers.

Ein Jahr nach den Ereignissen von The Nail passieren wieder seltsame Dinge: Eine unbekannte Kraft saugt Energie von der Erde. Green Lantern ist betroffen, auch Superman. Die meiste Zeit sieht man die JLA wieder mal im Dunkeln tappen und irgendwelchen Energiesignaturen folgen. Das ist langweilig. Und dann sind da noch die vielen Szenenwechsel und Nebenhandlungen, die alles nur unnötig in die Länge ziehen. Wen interessieren zweit- bis drittklassige Helden wie die Doom Patrol, die Outsiders oder die Metal Men? Und dann sind da noch andere Expendables mit blöden Namen, bescheuerten Kostümen und handlungsbremsenden Funktionen, New Gods, Gestalten aus dem Multiversum, die üblichen Verdächtigen der Transzendenz wie Phanton Stranger, Spectre, Etrigan und Deadman, ja sogar der Joker kehrt als Höllendämon wieder. Der Oberschurke ist nichts als eine öde Riesenamöbe, die sinnlos durchs Weltall treibt und nur frisst, was ihr unterkommt. Fader geht’s nicht. Und am Ende ist es nicht Superman, der das Multiversum rettet, sondern ein plötzlich geläuterter Oliver Queen.

Hätte es dafür diese zähe Fortsetzung gebraucht? Nein. Für diese Story wäre weder ein Elseworlds-Label nötig gewesen noch die Anwesenheit von Superman. Das ist das Hauptproblem der Geschichte: Sie verliert ihren roten Faden. Wenn man zuerst ein Riesentheater um eine Welt ohne Superman veranstaltet und dann diese Welt bzw. Story auch ganz gut ohne auskommt, kann man das nur inkosequent nennen.

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Fast eine Welt ohne Superman

JLA: The Nail

Titel: JLA: The Nail (dt. Der Nagel)

Autor/Zeichner: Alan Davis

Erschienen: 1998 (Mini-Serie #1-3, Paperback 1999), dt. Dino 1999 (JLA Sonderband)


„So it was a kingdom was lost – – all for the want of a nail.“

Was wäre wenn … ein einziger Nagel verhindert hätte, dass Kal-El von den Kents gefunden wird?

Dann gäbe es eine Welt ohne Superman. Das wäre an sich noch kein Verlust, weil alle anderen Superhelden trotzdem entstanden wären. Aber sie hätten keine Galionsfigur, keinen Botschafter für ihre Sache, keinen Vermittler zwischen Metawesen und Menschen. Und so ist die Elseworld von The Nail eine fremdenfeindliche: Lex Luthor ist nicht nur Bürgermeister von Metropolis, er ist auch Anführer einer Hexenjagd gegen Superhelden, Aliens und andere Metawesen. Nach und nach werden sie gefangen genommen oder anderweitig ausgeschaltet. Die Justice League sieht dem Treiben ziemlich machtlos zu bis sie den Urheber des Komplotts entdecken …

Natürlich wäre die Story nichts ohne bekannte Gesichter der Superman-Familie: Lois Lane, Lana Lang, die Kents und vor allem Jimmy Olsen kommen wichtige Rollen zu. Und natürlich bedeutet dieses Szenario nicht, dass es keinen Kal-El und keine Rakete von Krypton gibt. So ist The Nail nur zunächst eine Welt ohne Superman. Im Grunde sehen wir seiner Entstehung mit einem großen Umweg über viele Katastrophen zu. Wir sehen auch eine der grausamsten Szenen, die Batman widerfährt: Der Joker ermordet brutal Robin und Batgirl und zwingt Batman zuzusehen, daraufhin wird der Dunkle Ritter zum Mörder und infolgedessen zu einem gebrochenen Mann.

Trotz des durchgängig ernsten Tones, der Armut an Humor und des schnellen Erzähltempos ist Alan Davis (Batman: Year Two, Full Circle) eine der besten Elseworlds-Stories gelungen. The Nail ist actionreich ohne zu unterfordern oder gar anzustrengen, die Grundidee ist gut durchdacht und bis zur letzten, noch so schlimmen Konsequenz ausgeführt, weil sie die Bedeutung Supermans für das DC Universum hervorhebt und vor nichts zurückschrecht – außer natürlich, den Lesern Superman ganz vorzuenthalten. Schließlich ist die Story auch für einige überraschende Wendung gut. Der Schurke ist der, von dem man es am wenigsten erwartet. Vor allem aber erweist sich Davis mit seinem dynamischen, geschmeidigen und klaren Zeichenstil als einer der talentiertesten Künstler. Er zeichnet Bilder, die sich einprägen – ebenso wie die Geschichte, die sie erzählen.

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Legends of the Dark Knight: Gothic

DC Comics

DC Comics

Titel: Gothic (dt. Der Mann ohne Schatten)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Klaus Janson

Erschienen: 1990 (Legends of the Dark Knight #6-10), dt. Carlsen 1991, Panini 2014


„Gotham City is hell. We are in hell. And I am the king of hell!“ (Batman)

„The kingdom of hell is within us.“ (The abbot)

Bruce Waynes ehemaliger Schulleiter, der ein Faible für Lyrik hat, dezimiert die Bosse in Gothams Unterwelt, weil er sich für einen missglückten Mordversuch rächen will. Dieser Mr. Whisper ist zudem ein über 300 Jahre alter ehemaliger Mönch, der nicht sterben kann, weil er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Nun will er das Haltbarkeitsdatum seiner Seele verlängern, indem er Gothams Einwohner mit der Pest tötet und ihre Seelen mithilfe einer gotischen Kirche einfängt. Batman reist mit dem Bat-Flugzeug nach Österreich, lässt sich Legenden von einem Mönch erzählen, und findet heraus, was das alles mit seinen Alpträumen zu tun hat, die ihn verfolgen.

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Legends of the Dark Knight: Shaman

DC Comics/Panini Comics

DC Comics/Panini Comics

Titel: Shaman (dt. Der Schamane)

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ed Hannigan

Erschienen: 1989-90 (Legends of the Dark Knight #1-5, Paperback 1993), dt. Carlsen 1991, Panini 2014


 „Aber du kannst nicht wirklich glauben, dass Geschichten und Masken wirklich Heilkräfte innewohnen.“ (Bruce Wayne)

„Du musst zur Maske werden.“

Bruce Wayne wurde nicht zu Batman, nur weil eine Fledermaus durchs Fenster flog. Die Fledermaus erinnerte ihn an ein Erlebnis in Alaska, als er im Sterben lag und ein Schamane ihn mit einer Geschichte über eine Fledermaus und einer passenden Maske heilte. Davon erzählt Dennis O’Neil in seiner Story Shaman. Die erste Storyline der Serie Legends of the Dark Knight spielt in Batmans erstem Jahr und erzänzt Frank Millers Origin um einen neuen Sub-Plot.

Dieser ist allerdings ziemlich wirr und wenig einnehmend. Es geht um Ritualmorde, die irgendwas mit Drogengeschäften zu tun haben, um einen Banker und um einen mysteriösen Mörder, der die Fledermausmaske eines Schamanen trägt. Der frischgebackene Batman spielt Detektiv, kommt schnell zu den richtigen Schlüssen und wie er dazu kam, wird in Gedankenboxen nachgereicht. Zwei Mal darf er noch nach Alaska reisen, wo er sich einbildet, die Tochter des Schamanen abschleppen zu können. Aber das Glück mit den Frauen ist ihm eben nicht vergönnt.

Ganz nebenbei sehen wir, wie Batman sein von Alfred genähtes Kostüm zum ersten Mal anzieht und wie er beginnt, die Höhle unter dem Anwesen zu seinem neuen Arbeitszimmer zu machen. Bruce erzählt Alfred bei der Besichtigung der Höhle, wie er einmal als Kind hineingefallen ist. Batmans Maske bekommt heilende und schützende Kräfte zugesprochen, sodass der Batman-Mythos mit einem mystischen Hintergrund aufgeladen wird.

Die Zeichnungen von Ed Hannigan sind ziemlich schwach, die Figuren wirken steif und ihre Mimik ausdruckslos, nur Batman bekommt einige ansehnliche Panels. Ansonsten sind die Farben – nun ja – wie die Farben Ende der 90er nun mal waren. Shaman ist also weder ein großes Lesevergnügen noch eine Augenweide, aber immerhin eine Ergänzung für Freunde von Batmans Anfangszeit.

>> Batman: Legends of the Dark Knight

JLA Earth 2: Auf der anderen Seite des Spiegels

DC Comics

Titel: JLA: Earth 2 (dt. JLA: Erde 2)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Frank Quitely

Erschienen: 2000 (One-shot); dt. Dino 2000, Panini 2014


„No one tries too hard to make the world better. You can never shout too loudly in the name of freedom.“ (Batman)

Das Antimaterie-Universum ist eine Welt, in der stets das Böse triumphiert. Die Superwesen sind zumeist keine Helden, sondern Schurken. Es gibt Typen wie Ultraman, Owlman und Superwoman, die an Superman, Batman und Wonder Woman erinnern, aber sie bilden nicht die Justice League, sondern das Crime Syndicate. Von ihrer Mondstation aus beherrschen sie die Welt, die der Gewalt, dem Verbrechen und der Korruption anheim gefallen ist. In dieser Welt ist es Alexander Luthor, der in einer grün-violetten Rüstung allein gegen die Bösen antritt. Auf der Suche nach Verstärkung tritt er ins Materie-Universum ein und bittet die Justice League um Hilfe. Doch obwohl der Plan ausgeklügelt ist und zunächst funktioniert, hat der gute Luthor nicht damit gerechnet, dass er einen großen Haken übersehen hat …

Kurz und knackig erzählt Großmeister Grant Morrison eine Story über eine Parallelwelt, die ihre eigenen Grundgesetze hat. Das zeigt sich vor allem in Gotham: Dort herrscht Boss Gordon, während Comissioner Thomas Wayne versucht, das Übel einzudämmen und sein Sohn als Owl Man einen auf kostümierter Superverbrecher macht. Nachdem Gotham befreit ist, errichtet Wayne einen Polizeistaat. In einer Welt des Bösen wird das Böse immer triumphieren.

Die Geschichte hat zwei Schwächen: Abgesehen davon, dass sich die Justice League zu schnell auf das Abenteuer einlässt, ohne groß nachzufragen oder über ihre Taten zu reflektieren, nimmt sich Morrison zu wenig Zeit, um die Parallelwelt darzustellen. Stattdessen macht er es sich einfach, indem er ihre Verkommenheit nur behauptet und am drastischsten darin zeigt, dass ein Mann einen Hund tritt (der anschließend überfahren wird). Ansonsten ist Earth 2 ein netter, kurzweiliger Ausflug ins Was-wäre-wenn mit Rückfahrkarte.

Hinweis: Besonders empfehlenswert ist die Deluxe Edition (siehe Bild), in der auf vielen Extra-Seiten Frank Quitelys Skizzen und Grant Morrisons Skript dokumentiert werden.

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Einsamer, grausamer Vogel

DC Comics

DC Comics

Titel: Penguin: Pain and Prejudice (dt. Schmerz und Vorurteil)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Szymon Kundranski

Erschienen: 2012 (Mini-Serie #1-5, Paperback 2012, dt. Panini Sonderband 2012)


„People hate what is ugly. What is weak. It is a mirror of their own worst fears.“ (Penguin)

Anders als der Titel vermuten lässt, hat dieses Buch nicht viel mit Jane Austen zu tun. Vielmehr sind Schmerz und Vorurteil die beiden Komponenten, aus denen der Pinguin hervorgegangen ist. Erzählt wird die Vorgeschichte des Schurken mit der üblichen monokausalen Erklärung und küchenpsychologischen Klamottenkiste: hässlich geboren, gehasst vom Vater, gemobbt von den Brüdern – aber geliebt von der Mutter. Wir erfahren, dass Oswald Cobblepot als Junge das Morden gelernt hat. In der Gegenwart sehen wir, wie er sich um seine alte Mutter kümmert und sogar morden lässt, um ihr Schmuck zu besorgen. Dann verliert er sie und findet Trost bei einer blinden Frau, die ihn für seine inneren Werte schätzt. Doch weil der Pinguin immer noch mit Widerständen zu kämpfen hat, schickt er einen Schwarm mordender Vögel auf die Kinder Gothams los – Hitchcock lässt grüßen.

Das klingt nicht gerade einfallsreich, um nicht zu sagen: klischeebehaftet. Doch Gregg Hurwitz erzählt seine Geschichte einfühlsam und Szymon Kudranski (der neben Lee Bermejo und Alex Ross zu den größten Künstlern unter den Comic-Zeichnern gehört) findet ausdrucksstarke wie stimmungsvolle Bilder mit vielen Schatten. Eine der besten und rührendsten Sequenzen zeigt, wie der Pinguin am Sterbebett seiner Mutter kauert und immer wieder eine Schneekugel schüttelt. Von solchen Momenten lebt die Geschichte. Doch verharmlost wird die Figur dadurch nicht: Denn zugleich wird der Pinguin auch als grausamer Herrscher dargestellt, der Menschen wegen der kleinsten Unachtsamkeit bestraft, indem er ihre Leben zerstört. Bei aller Tragik und Drastik gibt es allerdings auch ein paar witzige Stellen.

Batman hat in diesem Buch nur eine Nebenrolle. In den ersten zwei Kapiteln ist er kaum zu sehen, nicht einmal sein Gesicht wird gezeigt. Trotzdem vermisst man ihn nicht. Oswald Cobblepot macht als Protagonist eine gute Figur.

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Batman Earth One: Mit dem Kopf durch die Wand

DC Comics

DC Comics

Titel: Earth One (dt. Erde eins)

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2012 (One-shot)


„Wir sind in Gotham. Hier gibt’s nur böse Cops.“ (Bullock)

Die Aktion ist dumm gelaufen: Zuerst versagt die Hakenpistole, dann verschätzt sich Batman mit dem Sprung von Dach zu Dach und fällt in einen Haufen Müll. Die Räuber, die an ihm vorbeilaufen, verfolgt er gar nicht erst. Die Moral ist am Boden. Als er dann eine Obdachlose in einer Gasse kauern sieht, reicht er ihr immerhin ein paar Dollar bevor er in seinen Wagen steigt und davonbraust. So hat er wenigstens etwas Gutes in dieser Situation bewirkt.

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Helden aus der zweiten Reihe

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman: Game Over (dt. Monguls Todesspiel/Erstkontakt)

Autor/Zeichner: Greg Pak, Paul Levitz/Brett Booth, Jae Lee

Erschienen: 2014 (Batman/Superman #5-9, Annual #1, World’s Finest #20-21) (dt. 2014, Batman/Superman #2-3)


„… eine plausible Geschichte macht die Action doch viel interessanter.“

Offenbar reicht es nicht, einfach nur eine Batman-Superman-Geschichte zu erzählen. Jedenfalls trauen die Jungs von DC ihren Charakteren nicht mehr zu, zu zweit eine Geschichte zu tragen. Oder es fehlt den Autoren einfach an Fantasie. Liest man den zweiten Band von Batman/Superman an, macht das leider den Eindruck. Geboten werden – je nach Standpunkt – zwei bis drei Geschichten. Und in jeder müssen sich mehr Helden tummeln, als der Story gut tut. Das heißt: Eigentlich müssen sie die dünne Story kompensieren.

In der ersten werden die Helden zu Spielfiguren in einem realitätsübergreifenden Computer-Game. Der gelbhäutige Sterneneroberer Mongul hat erkannt, dass in der Spielernatur des Menschen auch das Potenzial von Strategen und Gewalttätern lauert. Also macht er sich diese zunutze und missbraucht die Gamer dieser Welt, um Batman gegen Superman antreten zu lassen. Das geht natürlich nur, weil der von irgendwelchen Nano-Bots gesteuert wird. So sehen wir die meiste Zeit einen rotäugigen Batman Superman verkloppen. (Unterhaltsamer ist es da schon Injustice auf der Playstation zu zocken.) Nervig wird die Geschichte, weil ständig irgendwelche Spieletester umherschwirren und blöde Kommentare zum Geschehen abgehen. Unglaubwürdig wird die Geschichte, wenn Batman mal fremd gesteuert wird und mal Herr über sich ist.

Das Querformat ist die beste Idee

Dabei fängt der Quatsch eigentlich vielversprechend an: mit einem Wortgefecht zwischen Batman und Superman. Beide sind Freunde und Verbündete obwohl sie grundverschieden sind und einander nicht mögen. Superman ist ein Hitzkopf, der erst handelt bevor er überlegt, Batman der grübelnde Miesepeter. In diesem Aufeinandertreffen zweier Welten liegt das eigentliche Potenzial der World’s Finest-Stories, aber die Autoren sind so unkreativ, dass sie ihre Geschichten lieber mit Firlefanz aufblasen. Dass die erste im Querformat angelegt ist, ist schon die beste aller Ideen.

Hanebüchen geht es weiter im Annual, wo die Geschichte fortgesetzt wird. Monguls Sohn bittet Superman und Batman, an einem Wettkampf teilzunehmen – sonst wird die Erde vernichtet. Dafür müssen die Helden mit jeweils zwei Tributen antreten. Batman holt Red Hood und Batgirl, Superman bringt Supergirl, Steel und den Superhund Krypto mit (warum hat diese Farce von einem Haustier den Reboot überlebt?). Also gut, wieder wilde Klopperei, um die Welt zu retten. Dass Red Hood und Batgirl dabei eigentlich nichts verloren haben, weil sie im Kampf gegen die Aliens zermalmt werden müssten, sei dahingestellt. Am Ende müssen die Helden gegeneinander antreten, also sich gegenseitig umbringen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, genau: Die Tribute von Panem. Eine billige Anbiederung an den Zeitgeist …

Zickenfaktor

Die zweite große Geschichte ist ein Crossover zwischen Batman und Superman sowie Huntress und Power Girl, die übrigens den World’s Finest-Titel für ihre eigene Serie beanspruchen. Da die beiden von einer Parallelwelt, Erde 2, stammen, gibt es mal wieder eine Cross-World-Story. Huntress ist Batmans Tochter, Power Girl (die Frau mit der Kraft von Doppel-D) ist zu Hause eigentlich Supergirl, sodass eine gewisse Verwandtschaft zu den A-Helden besteht. Dennoch ist es unnötig, dass Huntress Batman ständig „Nicht-Dad“ nennt und sich Power Girl ständig von ihrem Mentor emanzipieren muss. Ebenso dürftig sind die häufigen inneren Monologe, die selten etwas Substanzielles zur Handlung beizutragen haben.

Kurz: Die weiblichen Leser wird das ausgewogene Verhältnis zwischen Männern und Frauen freuen, aber Heldinnen aus der zweiten Reihe machen eine lahme Geschichte nicht reicher – außer vielleicht um einen Zickenfaktor. Auf den können Batman und Superman aber gut verzichten. Es wäre zu wünschen, dass das Dream Team auch mal wieder ein Problem alleine lösen darf.

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Die besten Helden zweier Welten

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman: Cross World

Autor/Zeichner: Greg Pak/Jae Lee

Erschienen: 2013 (Batman/Superman #1-4, Paperback 2014)


„Ich will Verbrecher erschrecken. Aber diese Leute … halten mich für einen.“ (Batman)

Was kann es besseres geben als ein Aufeinandertreffen von Batman und Superman? Zwei Batmen und Supermen, haben sich die Leute von DC gedacht, als sie ihre World’s Finest-Serie für „The New 52“ rebootet haben. Also gibt es für die erste Story beide Helden im Doppelpack, eine Fusion von Erde 0 und Erde 2. Das ist verwirrend – und auch nicht unbedingt nötig. Verantwortlich für das Chaos ist Kayio, auch Trickster genannt, eine Frauengestalt mit übernatürlichen Kräften. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass die besten Helden zweier Welten getestet werden sollen, um im Kampf gegen Darkseid zu bestehen. Alles dreht sich um einen wundersamen Kristall etc. – was auch immer.

Als würde das nicht reichen, schauen auch Wonder Woman und Catwoman vorbei, die jeweils auf Erde 2 was mit Superman bzw. Batman am laufen haben (was das angeht, ist Erde 2 also die bessere Welt). Die einzigen Momente, die der Aufmerksamkeit wert sind, sind Anfang und Ende, wenn jeweils die jungen Ausgaben von Clark und Bruce in zivil aufeinandertreffen. Den beiden noch eine Begegnung in der Kindheit anzudichten, hätte es nicht gebraucht – das wirkt arg konstruiert.

Interessant sind die Zeichnungen von Jae Lee, der einen sehr eigentümlichen, untypischen Stil hat, der an Gemälde erinnert. Was er leider nicht gut beherrscht, sind Gesichter. Sie erscheinen maskenhaft fade. Und so bleibt von Cross World auch ein schaler Nachgeschmack zurück. Wenn die Weltbesten zusammenkommen, kann man mehr daraus machen.

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