Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Das Rätsel der drei Joker

Three Jokers #1-3 (DC Comics)

Titel: Three Jokers

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Jason Fabok

Erschienen: 2020 (#1-3), Hardcover 2020


„Batman needs a better Joker.“

Im Jahr 2015 stellte Batman dem allwissenden Möbius-Stuhl die Frage, wie der wahre Name des Joker lautet (Justice League #42). Die Antwort auf diese Frage zog sich lange hin. Acht Ausgaben später hieß es: Es gibt drei. (Siehe auch DC Universe Rebirth.) Und es sollte noch einmal vier Jahre dauern, bis das Rätsel der drei Joker aufgelöst wurde – im Dreiteiler Three Jokers. Hat sich das Warten gelohnt?

Zu Beginn ist der Joker mal wieder als Serienmörder aktiv: Er tötet die letzten Mitglieder der Moxon-Familie, den Comedian Kelani Apaka (der als „Fatman“ auftrat), den Psychiater Dr. Roger Huntoon, schließlich findet man drei weitere grinsende Leichen im ACE-Chemiewerk – verkleidet als Red Hoods. Batman, Batgirl und Red Hood (Jason Todd) vermuten, dass es nicht nur einen Joker gibt. Gemeinsam gehen sie der Sache nach.

Criminal, Clown, Comedian

Und tatsächlich gibt es drei verschiedene Joker: „the Criminal“, „the Clown“ und „the Comedian“. Der Kriminelle ist dem Joker aus Batman #1 (1940) nachempfunden, der Clown ist der alberne Joker, der nach ihm folgte und Jason Todd erschlagen hat (A Death in the Family), der (gescheiterte) Comedian ist der sadistische Zyniker, den man seit The Killing Joke kennt und der Barbara Gordon angeschossen hat. Das Trio arbeiten zusammen als Team und tut das, was sie angeblich immer tun. Nein, nicht die Weltherrschaft an sich zu reißen, sondern einen besseren Joker herzustellen. (Denn dazu reicht es, jemanden in die bekannte Chemiebrühe zu tunken, die sogar das Wunder vollbringt, die Kandidaten physiognomisch anzupassen, sodass selbst Batman der Unterschied nicht auffällt.)

ACHTUNG: SPOILER!!!

Dazu verwandeln sie sehr viele Menschen in Joker-Wiedergänger, die meisten davon sterben. Es gibt ein Wiedersehen mit lachenden Fischen und auch Jason Todd ist ein heißer Kandidat für den Posten – immerhin trägt er die ursprüngliche Maske des Mannes, dem er seine Existenz (bzw. Wiedergeburt) zu verdanken hat (siehe Under the Hood). Als er sich weigert, wird er wieder mit einer Brechstange traktiert. Schließlich soll alles auf Joe Chill als neuen Joker hinauslaufen – den Mann, der Bruce Waynes Eltern ermordet hat und seitdem eine lebenslängliche Haftstrafe absitzt.

Aber wozu das alles? Der Joker will für Batman bedeutsamer werden. Also noch bedeutsamer, als er es ohnehin schon ist. (Denn eigentlich dominiert er derzeit die Comics und Filme so sehr, dass ihm weniger Bedeutung ganz gut täte.) Aber wie dem auch sei: Der wahre Joker inszeniert das alles nur, um Batman mit Joe Chill zu versöhnen und damit dessen größte Wunde zu heilen. Der Joker, der um Batmans Geheimidentität weiß, will selbst an diese Stelle treten, um ihm den größtmöglichen Schmerz zufügen zu können.

Undefinierbare Definition des Jokers

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Three Jokers ist der Versuch, die 80-jährige Joker-Tradition zu einem kompakten Paket zusammenzuschnüren und die widersprüchlichen Joker-Inkarnationen miteinander zu versöhnen. Das ist an sich ein interessanter Ansatz, aber am Ende bleiben doch offene Fragen und Rätsel. Das muss auch so sein, denn, wie der Joker selbst einräumt: „A defined Joker? One with a name? An identity? Why, that ruins the very definition of me.“ Daher bleibt auch die Frage nach dem wahren Namen bzw. der Identität zum Schluss ungeklärt. Das scheint aber nur zum Teil konsequent, wenn man sich daran erinnert, dass der ganze Anlass doch erst Batmans Frage nach dem wahren Namen war.

Doch am Ende offenbart Batman, dass er den wahren Namen des Jokers längst kennt, der aber unwichtig sei, um die Identität der Frau zu schützen, die einst vor dem Joker davongerannt ist. Warum also die Frage an den Möbius-Stuhl? Als Leser könnte man sich leicht veralbert vorkommen. Denn am Ende läuft die Geschichte nicht nur auf ein „Egal“ hinaus, sondern sie bleibt auch egal: Nichts, was hier passiert, hat gravierende Konsequenzen, sondern endet im bekannten Status quo – aus drei Jokern wird wieder einer, ohne dass sich etwas am Verhältnis zu Batman wirklich ändert.

Der wahre Namen des Jokers

Allerdings gibt es doch einen Hinweis auf den wahren Namen: Im allerersten Panel sehen wir den Buchstaben W auf dem Grabstein der Waynes in Nahaufnahme. Auf dem Koffer von Jokers Frau stehen die Initialen „J.W.“ – und damit dürfte auch der Bogen zum Joker-Film geschlagen sein, in dem zumindest die Möglichkeit erwogen wird, der Joker und Batman könnten miteinander verwandt sein, Halbbrüder. Aber abseits der Spekulation ist es auch nicht so wichtig. Oder doch? Die Fans dürften für die nächsten Jahre jedenfalls etwas zum Rätseln haben – auch wenn uns Autor Geoff Johns uns weismachen will, dass der Witz gerade im Rätsel, nicht in der Lösung besteht.

Three Jokers liefert also eine Menge Stoff, dazu viele Horrormomente und große Dramatik. Jason Todd wird zum Mörder und Rächer an seinem Peiniger. Er entzweit sich beinahe mit Batman und Batgirl, bandelt aber daraufhin kurz mit ihr an, nur um alles wieder zu annulieren. Trotzdem bleibt die Story einfühlsam und psychologisch meist überzeugend.

Remix von Altbekanntem

Belesene Fans werden zahlreiche Anspielungen an die großen Joker-Storys erkennen, vor allem steht die Geschichte – auch optisch – tief in der Schuld von The Killing Joke. Sie ist sozusagen zugleich spirituelle Fortsetzung und Hommage. Zeichner Jason Fabok muss den Vergleich mit Brian Bolland nicht scheuen. Seine präzisen und ausdrucksstarken Zeichnungen veredeln jede Story und dank vieler wortloser Panels ist es ein Genuss, ein Comic zu lesen, das sich – trotz vieler Worte – auch oft auf das Storytelling mit reinen Bildern verlässt. Allein die ersten Seiten, auf denen die Geschichte der Wunden auf Bruce Waynes vernarbtem Körper erzählt wird, sind grandios inszeniert.

Aber es bleibt ein Gefühl zurück, das man auch schon nach anderen Joker-Storys der vergangenen Jahre hatte, wie etwa Death of the Family und Endgame: Three Jokers versucht so sehr, dem Joker eine neue Seite abzutrotzen, dass es sich immer wieder in der Tradition verfängt. Mit anderen Worten: Es wirkt alles wie schon einmal dagewesen. Wie eine Kapitulation: Da es nichts Neues geben kann, gibt es eben bloß einen Remix des Altbekannten. Der Joker ist auch hier der von Batman Besessene, der mit ihm bis auf den gemeinsamen Tod hin kämpfen will, aber diesen noch hinauszögert – ungeachtet dessen, dass genau dieser Kampf in Endgame bereits stattgefunden hat. Insofern wirkt Three Jokers auch seltsam geschichtsvergessen.

Und so ist das Einzige, was an neuer Erkenntnis über den Joker übrig bleibt, das hier: „It hurts when I laugh.“

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Calendar Man als Auftragskiller

Batman #384, Detective Comics #551, Batman #385

DC Comics

Titel: Broken Dates/The First Day of Spring/Day of Doom

Autor/Zeichner: Doug Moench/Rick Hoberg

Erschienen: 1985 (Batman #384, Detective Comics #551, Batman #385)


„I don’t really want to kill Batman.“ (Calendar Man)

Alles kehrt wieder. Tag und Nacht, die Wochentage, die Jahreszeiten. Und auch die Superschurken. Der Grund leuchtet nicht immer ein. Manchmal ist es einfach wieder an der Zeit, jemanden wieder aus dem Figurenfundus zu holen. Wie den Calendar Man. Der nimmt sich diesmal die Feiertage als Thema vor.

Es beginnt mit einem Haufen Gauner, die Batman ausschalten wollen. Also bestellen sie seinen Tod bei einem geheimnisvollen Typen namens Monitor, der irgendwo in einem Satelliten hockt und dafür einen geeigneten Auftragskiller beauftragt. Warum er sich ausgerechnet für den Calendar Man entscheidet, bleibt so rätsel- wie zweifelhaft. Interessant auf verschiedenen Ebenen nennt er ihn, aber der Schurke hat, abgesehen von seiner mageren Erfolgsbilanz, noch nie Interesse am Töten gezeigt – und erweist sich auch hier als völlig unbrauchbar.

Julian Day in seinem Kalendarium. (DC Comics)

Schon zu Beginn steht Julian Day in seinem mit übergroßen Kalender-Requisiten vollgestopften Geheimversteck und grübelt, ob er den Auftrag überhaupt annehmen soll. Er ist zwar kein Killer, aber das Geld ist immerhin ein guter Motivator. Vor allen will er die Gelegenheit nutzen, sich noch einmal mit Batman messen. Und sollte er ihn nicht stoppen, wird Batman am 21. März sterben. Aber das wirkt alles sehr halbherzig. Denn im Vordergrund steht natürlich der Spaß an schrägen Verbrechen.

Calendar Man spielt mit falschen Karten. (DC Comics)

Bald darauf ist die erste Bank ausgeraubt, um an das nötige Startkapital zu kommen (wie er sein Versteck so aufwendig einrichten konnte, bleibt ein Rätsel). In einer Rückblende erfahren wir nur, dass Julian Day einst ein Illusionist unter dem Künstlernamen Maharaj gewesen ist. Es folgt die übliche Schnitzeljagd: Calendar Man tritt an jedem Tag in einem anderen Kostüm auf und schafft es, sich jedes Mal in Sachen Kuriosität zu überbieten. Einmal trägt er schwarz-weiß, kann blendendes Licht strahlen, wirft mit übergroßen Karten, dann tritt er als eine Art Sonnengott auf und wirft Blendgranaten („solar bomb“) in einem Theater und stiehlt Juwelen. Nur das rot-weiße Kalenderkostüm, das er auf den Covern trägt, hat er in der Story kein einziges Mal an. Nicht, dass man es vermissen würde, aber betrogen kann man sich schon fühlen. (Mit riesigen Zahlen wirft er übrigens auch nicht.)

Calendar Man als Sonnengott (DC Comics)

Der Calendar Man lässt ein Kalenderblatt zurück und Batman und Robin erfahren, dass er es auf sie abgesehen hat. Batman erteilt Robin daraufhin Hausarrest, Robin widersetzt sich wie immer und es entspinnt sich die alte Diskussion, welche Rolle Robin spielt: Ist er Batmans Schwachstelle oder dessen Verstärkung?

Mörderische Pfeile: Calendar Man als Amor (DC Comics)

Am Valentinstag tritt Calendar Man als gelber Amor mit Lendenschurz, Flügeln und Bombenpfeilen auf, dann als eine Art Uncle-Sam-Verschnitt mit Zylinder und Sternchenunterhose, schließlich wirft er mit Schlangen um sich und kämpft mit einem Flammenschwert und einer Laserkanone. Unnötig zu erwähnen, dass der ganze Aufwand umsonst ist und dass am Ende Robin mal wieder Batman rettet – weil er ihm nicht gehorcht.

Patriot: Calendar Man als Uncle Sam (DC Comics)

Wer hat eigentlich behauptet, dass das Bronze Age Batman wieder ernsthafter gemacht haben soll? In manchen Geschichten ist das arg zu bezweifeln. Und zwischendurch gibt es ganz viel Melodrama: Bruce Wayne ist immer noch in Selina Kyle und Nocturna verliebt, während er mit Vicky Vale und Julia Pennyworth zu tun hat. Es war bei Batman wohl nie mehr Herz im Spiel als in den 80er-Jahren.

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Ein erster Blick auf „Batman: Soul of the Dragon“

In den 70er-Jahren entdeckte Batman den fernen Osten. Mit Ra’s al Ghul wurde nicht nur öfter Asien zum Schauplatz, sondern auch zum Anlass, Batmans Kampfkünste unter Beweis zu stellen, die er, wie später klar wird, dort auch einst erlernt hat. Diese Entwicklung passte in die Zeit: Anfang der 70er wurden durch Bruce Lee die Martial-Arts-Filme populär und Kung-Fu war eine Zeit lang mal der große Renner.

Im Januar 2021 erscheint nun ein Animationsfilm, der all das wieder vereint: Batman: Soul of the Dragon spielt in den „swinging 70s“ und handelt von Bruce Wayne, der zusammen mit anderen Eliteschülern vom Meister O-Sensei unterrichtet wird. Dazu zählen Richard Dragon, Ben Turner/Bronze Tiger und Lady Shiva. Gemeinsam kämpfen sie gegen Monster aus dieser Welt und darüber hinaus.

Im Trailer kann man sich einen ersten Eindruck davon machen. Es wirkt, als würde sich der Film nicht allzu ernst nehmen. Die Digitalversion erscheint am 12. Januar 2021 in den USA, die Blu-ray am 26. Januar.

Richard Dragon und Batman in The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Richard Dragon wurde von Dennis O’Neil und Jim Berry geschaffen und trat zum ersten Mal in dem Roman Dragon’s Fists (1974) auf. Von 1975 bis 1976 hatte er als „Kung-Fu Fighter“ eine eigene Comicserie, von der 18 Ausgaben erschienen sind, ebenfalls geschrieben von O’Neil. Darin traf Richard bereits auf Ben Turner und Lady Shiva, die hier ihre ersten Auftritte hatten. Im Jahr darauf kam es zum Team-up mit Batman in der Story „Batman — The Dragon Slayer?“ (The Brave and the Bold #132, 1977), geschrieben von Bob Haney und gezeichnet von Jim Aparo.

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Das Leben in Gotham City

Batman: Gotham Nights #1-4 (DC Comics)

Titel: Batman: Gotham Nights

Autor/Zeichner: John Ostrander/Mary Mitchell

Erschienen: 1992 (Miniserie #1-4)


Zwei Jahrzehnte bevor „Gotham Nights“ eine digitale Anthologieserie wurde, gab es eine Miniserie mit dem Titel, die den Menschen von Gotham gewidmet war. Gleich zu Beginn verfolgt Batman zwar einen Verbrecher durch den U-Bahn-Tunnel, aber wir erfahren nichts über den Fall, der offenbar etwas mit Kindesentführung zu tun hat. Stattdessen sehen wir, wie der Zugführer reagiert und dann, was daraufhin einige andere Menschen in der Station bewegt.

Eine Donutverkäuferin verliebt sich in einen attraktiven Stammkunden und malt sich aus, er sei in Wahrheit Batman. Zwei Arbeitskollegen, Mann und Frau, fühlen sich zueinander hingezogen, aber wollen es sich nicht eingestehen. Ein alter Mann erfährt, dass er todkrank ist und zieht in Erwägung, sich das Leben zu nehmen, um sich und seiner Frau Leid zu ersparen. Und dann ist da noch Dio, ein Ex-Sträfling, der auf Bewährung draußen ist und seine Frau verdächtigt, dass ihr Kind von einem anderen stammen könnte. Er droht wieder, straffällig zu werden.

Die eine träumt märchenhaft, der andere wird vom Geist seiner Frau verfolgt, der dritte vergeht vor Eifersucht. – Autor John Ostrander (Suicide Squad, Justice League, Martian Manhunter) zeigt das Leben in Gotham aus der Perspektive verschiedener Altersgruppen, Schichten und Geschlechter. Schurken wie der Riddler, der Pinguin oder der Joker werden nur am Rande erwähnt, Batman taucht immer nur kurz auf, erst am Ende spielt er wieder eine Rolle.

Gotham Nights ist ein Ensemblestück ohne Helden, ein kleines Gesellschaftspanorama in einer Stadt, die hart zu ihren Bewohnern ist. Verbrecher bleiben Verbrecher, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, andere werden zu Verbrechern, weil sie verrückt werden vor Einsamkeit. 1992 ist so ein Ansatz zwar nicht neu, erinnert zuweilen an den Film Noir (Ostrander gibt unter anderem den Soundtrack von Taxi Driver als Inspiration an), Will Eisner hat das Prinzip des Gesellschaftscomics mit A Contract With God und weiteren „Graphic Novels“ bereits seit den 70ern zur Meisterschaft getrieben.

Gotham Nights ist der Versuch, all das nachzuahmen, zuweilen immer noch etwas soapig bis melodramatisch erzählt, und natürlich dürfen Batman und Bruce Wayne am Ende als Deus ex machina die Probleme einfacher Menschen lösen. Aber für ein Batman-Comic ist es ein beachtliches Wagnis, das Mut zum Experiment und zu ernsthaften Themen fast ohne Superhelden-Klischees beweist. (Ähnlich wurde das Konzept später mit Gotham Central weiterentwickelt, die Comic-Serie über die Polizei von Gotham.) Es werden sogar neue Probleme wie die Angst vor AIDS angesprochen. Mit Mary Mitchell haben wir es auch mit einem der seltenen Fälle zu tun, in denen eine Frau Batman zeichnen durfte. Sie tut es sehr ausdrucksstark, am spektakulärsten sind ihre Stadtpanoramen geraten.

Es wäre mal an der Zeit für einen Nachdruck oder zumindest für eine digitale Neuaflage.

Hinweis: 1995 wurde die Serie mit Gotham Nights II fortgesetzt.

>> Batman 1990-1999

Batman verknackt im All

Titel: The Interplanetary Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #128)


Batman und Robin fahren nachts durch die Gegend, da sehen sie plötzlich einen Alien am Straßenrand um Hilfe rufen: mit Fühlern, Klauen und einem Schuppenkostüm. Gejagt wird er von einer Horde anders aussender, rothäutiger und langohriger Aliens mit Strahlenkanonen. Ohne zu fragen, wer hier der wahre Schurke ist, schlägt sich das Dynamische Duo auf die Seite des Verfolgten und prügelt auf die Rothäute ein.

Doch dann werden Batman, Robin und der Verfolgte mit einem Strahl gelähmt und auf einen Gefängnisplaneten gebracht. Das Alien namens Kraak soll ein gesuchter Weltraumpirat sein. Robin beteuert ihre Unschuld, aber dafür interessieren sich die Aliens nicht. Und auch Kraak zeigt sich von seiner unschönen Seite: Batman und Robin sind ihm völlig egal. Er schlägt sogar Robin ins Gesicht.

Trotzdem wollen die drei gemeinsam ausbrechen. Dazu müssen sie durch den „Wald der Gefahr“ („forest of peril“), was unmöglich zu überleben scheint. Aber da Batman und Robin nicht im Knast verrotten wollen, versuchen sie ihr Glück. Kraak bietet sich als Führer an. Im Wald, wo Pilze so hoch wie Bäume wachsen, müssen sie ein Rudel Spür-Roboter ausschalten, Robin wird von einer riesigen Sumpf-Amöbe gepackt und schließlich rennt ein „Ram-Beast“ auf sie zu. Sie wissen es zu nutzen, indem sie das Tier einen Baum umkippen lassen, der sie über einen gefährlichen Fluss führt.

Schließlich entkommen die drei in einem Raumschiff. Auf dem Klauen-Asteroiden, Kraaks Geheimversteck, erweist sich das Alien erneut als Verräter und holt seine Bande herbei. Wie gut, dass Batman ein paar Körner vom Pfefferbaum mitgenommen hat, der Rest ist gute alte Handarbeit – so werden die beiden Helden mit den fiesen Aliens fertig.

Und zum Schluss die überraschende Wendung: Das alles haben Batman und Robin so mit den rothäutigen Aliens abgesprochen, um ihre Unschuld zu beweisen und die Guten zum Versteck der Bösen zu führen. Glück gehabt, noch mal davongekommen.

>> Batman 1950-1959

Batman in einem Husch

Tales from the Dark Multiverse: Batman: Hush #1

DC Comics

Titel: Tales from the Dark Multiverse: Hush

Autor/Zeichner: Phillip Kennedy Johnson, Dexter Soy

Erschienen: 2020 (One-shot)


Was wäre wenn … Bruce Wayne beim Mord seiner Eltern nicht allein gewesen wäre, sondern in Begleitung von Thomas Elliot und seinen Eltern? Dann wäre Bruce bei den Elliots aufgewachsen, Bruce und Thomas wären wie Brüder gewesen, aber Bruce wäre verrückt geworden, mit dem Ergebnis, dass Bruce zu einer Art Hush-Version von Batman mutiert wäre.

Wie bitte? Ja, so läuft das in aller Kürze bei Tales from the Dark Multiverse: Hush, DCs Versuch, einen modernen Batman-Klassiker neu zu erzählen – in einer Art Elseworlds-Manier, wie schon bei Knightfall geschehen. Auch hier ist Gotham eine Dystopie, in der das Verbrechen in der High Society regiert und die Bürger in einem Polizeistaat in Schach hält. Thomas Elliot ist Senator, anscheinend mit Präsidentschafts-Ambitionen, außerdem mit Talia al Ghul zusammen, die ihren Vater getötet und die League of Assassins übernommen hat.

Elliot feiert in Gesellschaft von Jason Todd, einem Waffenhändler (an der Seite von Dinah Drake), Staatsanwalt Harvey Dent und Oswald Cobblepot. Da wird er nach Arkham gerufen, das von Dr. Crane geleitet wird und wo er an Patienten herumexperimentiert. Einer davon ist Bruce Wayne, der als Resultat davon nun tot ist. Jedenfalls scheint es so, denn kurz darauf gehen in Arkham die Lichter aus und ein mumienhaft bandagierter Batman mit roten Augen metzelt Crane nieder und dann begeht er einen Anschlag auf Elliots Hubschrauber.

Nebenbei erfahren wir, dass Barbara Gordon (ein blindes Orakel) eine Gruppe von Outsiders anführt, um ihren toten Vater zu rächen und das Regime zu stürzen. Dabei legt sie sich aber mit „Gray Son“ an, der als Talon den Status Quo mit dem Schwert aufrecht erhält – bis er auf Hush trifft.

Abgehetzt und oberflächlich

Das alles klingt nach einer Menge Stoff und es hätte vielleicht Potenzial für epische Breite, aber leider muss das alles in 52 Seiten abgehetzt werden. Also wird man in eine fremde verkehrte Welt geworfen, mit Informationen bombardiert und dann wieder mit einem abrupten Ende hinausgestoßen. Was man mit Bildern nicht erzählen kann, wird mit vielen Worten nachgetragen, was ebenso ermüdend wie uninspiriert ist.

Im Grunde sehen wir also bloß einem simplen Rachefeldzug zu, der sich ohne Probleme vollzieht, denn für Hindernisse ist ja kein Raum. Auch die Beziehung von Thomas und Bruce, das emotionale Zentrum der Original-Hush-Storyline, bleibt oberflächlich, die Auflösung am Ende kryptisch und unbefriedigend. Statt hier mehr zu erklären, wird eine ganze Seite wird verschwendet zu erzählen, wem alles Bruce seine tollen Fähigkeiten zu verdanken hat – was für die Handlung überhaupt keine Rolle spielt.

Recycling von Bewährtem

Es stellt sich die Frage, wozu man überhaupt eine so runde Geschichte wie Hush noch einmal, aber anders erzählt. Die einzige Antwort, die mir darauf einfällt, ist keine befriedigende: Es ist leicht verdientes Geld, ein bewährtes Rezept zu recyceln und in ein Häppchen zu packen, das ohne Vorwissen schnell konsumiert ist. Als nächstes erwartet uns ein solcher Remix von Flashpoint.

Und so kann ich am Ende nur etwas Positives über dieses Heft sagen, was sich jedes Mal wie ein Trostpreis anhört, aber keineswegs den Leser für sein Geld entschädigt: schön gezeichnet.

>> Batman 2020

Batman stirbt tausend Tode

The 1001 Deaths of Batman and Robin

DC Comics

Titel: The Thousand Deaths of Batman

Zeichner: Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Detective Comics #269)


Um es gleich vorweg zu sagen: Batman stirbt hier nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Ein paar Gauner erlauben sich hier nur einen Spaß und schlachten ihn zum Geschäft aus. Sie fragen sich: Wäre es nicht toll, Batman mal sterben zu sehen? Ja, natürlich! Also inszenieren sie den Tod von Batman und Robin mit Schauspielern und nehmen dafür Eintritt. Da werden etwa die Seile des Dynamischen Duos im Anflug verbrannt, sodass sie in den Tod stürzen. Das Ganze findet auf Gotham Island statt, fernab der ehrlichen Gesellschaft. Die Idee stammt von einem Kriminellen, der sich selbst The Director nennt (und dazu eine Baskenmütze trägt, wie Regisseure das halt so machen).

Eigentlich ist daran nichts Verwerfliches oder Illegales. Doch dann werden Batman und Robin darauf aufmerksam, als sie ein Mitglied der Green Hood-Bande schnappen und ihn nach seinem Boss, dem „Big Guy“ ausfragen. Doch statt zu antwortetn, kündigt er für den Abend den Tod der beiden an. Er meint natürlich nur die Show, aber das Dynamische Duo bekommt Angst. Und weil wir in den kinderfreundlichen 50ern sind, in denen Superhelden die Wahrheit nicht aus den Gaunern rausprügeln, bleibt es bei dem Missverständnis.

Vorhang fürs Underground Theater

Die beiden finden heraus, wo sie „sterben“ sollen und laufen in die vermeintliche Falle. Sie knocken die beiden Darsteller aus und geben sich selbst als solche aus. So wollen sie den „Big Guy“ erwischen, der angeblich dort auftreten soll. Also werden sie zum Teil der Show: Lassen von Bogenschützen auf sich schießen, tauchen im Haifischbecken, lassen sich von Felsbrocken erschlagen. Doch dann findet der Director heraus, dass es sich bei den Schauspielern wirklich um Batman und Robin handelt. Also will er den „Big Guy“ mit einer echten Todesschau beglücken und die beiden an einem Elektrozaun rösten.

Batman durchschaut das falsche Spiel und wendet es gegen die Gauner: Mit einem Bagger zerstört er ein Haifischbecken, mit Zielscheiben wirft er die Gauner um, erschreckt sie in einem Gorillakostüm. Und am Ende fängt Robin den „Big Guy“ mit dem Lasso ein, bevor er für das „Underground Theater“ den Vorhang fallen lässt.

>> Batman 1950-1959


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Nightwings verlorene Jahre

DC Comics

Titel: Batman Adventures: Nightwing Rising

Autor/Zeichner: Hilary Bader, Ty Templeton/Bo Hampton, Rick Burchett

Erschienen: 1998-1999 (The Batman Adventures: The Lost Years #1-5, Gotham Adventures #1), Paperback 2020


Auch in Batman: The Animated Series wird Dick Grayson erwachsen. Das Besondere an der Zeichentrickserie: Ein Kind war er als Robin nie, sondern stieg gleich als Teenager ein. Nur in Rückblenden (Robin’s Reckoning/Robins Rache) sah man den kleinen Dick nach dem Tod seiner Eltern. In der dritten (bzw. vierten) Staffel (The New Batman Adventures) wurde er dann zu Nightwing.

Der Comic-Fünfteiler The Batman Adventures: The Lost Years erzählt, wie es dazu kam. Jedoch nicht ohne Doppelungen. Wer die Folgen der Serie gut kennt, wird einiges wiedererkennen. Insbesondere die Episoden Old Wounds (Alte Wunden) und Sins of the Father (Tim) sind hier fast wörtlich nachzulesen. Dick trennt sich im Streit von Batman, nachdem er herausfindet, dass seine Freundin Barbara Gordon Batgirl ist. Dick fühlt sich von Batman hintergangen und ist auch sonst genervt von seiner Art.

Dick Grayson auf Selbstfindungtrip

Und was macht er dann? Er macht, was einst Bruce gemacht hat: Er geht auf Weltreise, um seine Fähigkeiten zu schulen – und sich selbst zu finden. In Brasilien lernt er Capoeira, im (mexikanischen?) Dschungel lernt er von einem Stamm namens „The Invisibles“, sich quasi unsichtbar zu machen. Nebenher sehen wir der Entstehung des Nightwing-Kostüms zu: Das Vogel-Symbol übernimmt Dick von dem Stamm, sein Anzug ist eine Kombination aus einem Skelett-Kostüm einem Wingsuit von „fliegenden“ Mönchen im Himalaya.

Im Dschungel trifft Dick auf Two-Face, der sich im Drogenhandel versucht, im Finale legt er sich mit Ra’s al Ghul an, der hinter einer Statue her ist. Nebenher erkennen wir, warum der Joker doppelt so viel wert ist wie Two-Face: Während dieser 22 Millionen Dollar Lösegeld verlang, findet sich der Clown erst mit 40 Millionen ab. Macht am Ende keinen Unterschied, denn beide scheitern, was zu der ewigen Frage führt, warum noch irgendjemand für diese ewigen Versager arbeitet. – Egal.

Der Mehrwert dieser Storys gegenüber der Zeichentrickserie ist gering, das Meiste bekannt und was neu ist, muss man so genau auch nicht wissen. Große Comickunst sind die Zeichnungen von Bo Hampton nicht, können qualitativ nicht mit Rick Burchett mithalten. Man merkt an einigen Stellen, dass dem Zeichner auch der Platz fehlt, um die Story adäquat zu erzählen.

Verlorene Chance für die Gotham Adventures

Der eigentliche Höhepunkt des Bandes ist die letzte Story, die erste Ausgabe der Gotham Adventures. Hier setzt der Vater eines Joker-Opfers ein Kopfgeld auf den Clown aus, sodass bald die ganze Stadt hinter ihm her ist. Ein grandioser Auftakt für die langlebige Serie mit einer gelungenen Mischung aus Humor, Drama und dynamischen Zeichnungen.

Leider hat sich DC dazu entschlossen, die Gotham Adventures nicht vollständig nachzudrucken wie die Batman Adventures (bzw. Batman and Robin Adventures), sondern in thematisch sortierten Heften (Nightwing, Batgirl, Robin, Riddler etc.). Dieses Konzept allein wäre noch zu verschmerzen, wenn die Hefte nicht noch im Miniformat (ca. 20×14 cm) gedruckt und lieblos aufgemacht wären, es fehlt jegliches Zusatzmaterial und die Covernachdrucke im Inneren sind pixelig. Mit einem Preis von 10 US-Dollar richtet sich DC damit an junge Leser, aber Sammler der bisherigen Paperbacks haben leider das Nachsehen, wenn sie auf Vollständigkeit und Originalformat aus sind.

Robins falscher Nachfolger

The Second Boy Wonder (Batman #105) (DC Comics)

Titel: The Second Boy Wonder

Autor/Zeichner: Ed Herron/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #105)


Batman kommt mit Robin gerade von einem Einsatz gegen den Ganoven Gorilla Hardy und dessen Gang zurück, da nimmt Robin in der Bathöhle seine Maske ab und ist ein anderer: ein Junge namens Fred Loyd. Er behauptet, dass der wahre Robin (Dick Grayson) beim Kampf gegen die Bande verletzt worden und zu ihm nach Hause gekommen sei, um Hilfe zu suchen. Daraufhin habe Dick Fred gebeten, ins Robin-Kostüm zu steigen und Batman zu unterstützen.

Eine total weit hergeholte Geschichte, aber Bruce Wayne glaubt ihm aufs Wort. Fred Loyd will daraufhin weiter Robin bleiben. Batman will nicht, da droht der Bengel damit, Batmans Geheimidentität preiszugeben. Batman hat keine andere Wahl, als ihn mitzunehmen. Zum Glück ist Freddy dr Sohn von Hank Loyd, dem olympischen Zehnkämpfer, der seinen Jungen ebenfalls in allen Disziplinen gedrillt hat.

Kurz darauf ist Gorilla Hardy samt Gang wieder ausgebrochen. Das Dynamische Duo folgt ihm in ein Spiegelkabinett. Mit vereinten Kräften können sie den Gauner täuschen und lassen ihn ins Glas rennen. Der neue Wunderknabe hat sich bewährt: „Master Freddy has proved himself a true match for master Dick!“, sagt Alfred später. Bruce findet das auch. Freddy ist plötzlich sauer: Das sei ja schnell gegangen, einen Freund zu ersetzen! Da nimmt er seine Maske ab und enthüllt: Freddy war schon immer Dick. Das Ganze war ein Test, ob Dick genauso gut im Täuschen ist wie Bruce.

Nein, ist er nicht, denn Bruce hat die Scharade von Anfang an durchschaut. Dick hat nämlich im Dunkeln sofort den Lichtschalter in der Bathöhle gefunden – das hat ihn verraten. Robin sieht ein: „You can’t beat the master of disguise at his own game.“ So ist es.


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Batman und der falsche Godzilla

The Creature from the Green Lagoon

DC Comics

Titel: The Creature from the Green Lagoon

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Detective Comics #252)


Diese Story ist bemerkenswert dreist. Hier wird unverhohlen aus der Filmgeschichte geklaut und zu etwas Neuem zusammengefügt. Allein schon der Titel spielt an auf den Horrorklassiker Creature from the Black Lagoon (dt. Der Schrecken vom Amazonas, 1954), dessen Handlung wiederum an King Kong (1933) erinnert, aber auch bei dem bedient sich die Comicstory.

Batman wird nach Skull Island bestellt und fliegt mit Bat-Plane hin. Dort dreht Produzent und Freund Cory Blane einen Spielfilm, allerdings mit einem falschen Monster. Die Handlung erinnert an King Kong: Eingeborene halten das Monster mit einem Zaun fern. Beim Dreh ist ein echtes Monster, Locto, eine Art zweibeinige Riesenechse, aufgetaucht und hat das Filmset zerstört. Hier lässt Godzilla (1954) grüßen.

Batman und Robin blenden es bei seinem nächsten Auftauchen mit Scheinwerfern und versuchen, es mit einem Kran einzufangen, das klappt aber nicht, weil ein gewisser Professor Carter es verhindert. Der Wissenschaftler will nicht zulassen, dass das Monster getötet wird. Er will es im lebendigen Zustand erforschen. Batman versichert aber, es nicht töten zu wollen. Und so versucht man es mit einem Netz, das unter Strom steht, doch das Monster hat seine Füße dagegen isoliert.

Wiedersehen mit einem Roboterdino

Batman hat einen Verdacht: Das Monster könnte falsch sein, ein Roboter, gesteuert von einem Menschen. Und so ist es auch. Damit bekommt die plagiierte Story aber keine interessantere Wendung. Denn Batman trifft nach The Isle that Time Forgot (Batman #10, 1942) und Dinosaur Island (Batman #35, 1946) schon wieder auf eine Art Roboterdino vor einer Filmkulisse (daher auch der Riesendino in der Bathöhle). Die Autoren plagiieren sich also auch selbst.

Während Batman bei einer Tauchaktion unter Wasser gegen das falsche Monster kämpft, findet Robin am Strand den Schuldigen, der Roboter aus der Ferne steuert. Ein Assistent will den Film sabotieren, damit nicht entdeckt wird, dass in der grünen Lagune schwarze Perlen liegen.

Abgesehen von der Frage, wie ein Filmteam schwarze Perlen entdecken soll, wenn es ganz anderes zu tun hat, bleibt offen, woher ein Assistent die Mittel hat, einen so hoch entwickelten Roboter zu bauen und unbemerkt auf die Insel zu bringen. Und wenn er sie hat, braucht er keine schwarzen Perlen mehr. Es sei denn, er braucht sie, um die horrenden Schulden abzuzahlen, die er aufgenommen hat. Aber wenn er Schulden hat, warum hat er sie nicht gleich mit den Perlen beglichen, die er gefunden hat? Vielleicht hat er ja mit den Perlen den Roboter bezahlt, wollte aber noch mehr davon sammeln.

Wie auch immer: Wenn ich einen Haufen kostbare Perlen gefunden hätte, hätte ich sie einfach verkauft und den Job beim Film gekündigt. Wenn er Zeit genug hatte, dass Monster zu bauen, hätte er mehr als genug Zeit, alle Perlen zu sammeln. Das mit dem Monster war also eine ganz schön bescheuerte Idee. Immerhin kreativer als diese dreist abgekupferte und zusammengestückelte Story. Aber so ein Remix ist ja auch sehr postmodern …

>> Batman 1950-1959