Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

„Legends of the Dark Knight“ kehrt zurück

DC Comics

Die Anthologieserie Legends of the Dark Knight hat in den 90ern einige klassische Batman-Storys hervorgebracht: Shaman, Gothic, Venom und Prey zum Beispiel. Von 2012 bis 2013 wurde sie wiederbelebt, mit einigen Highlights, aber ohne so bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Vielleicht gelingt es ja wieder beim dritten Versuch.

Am 28. März startet Legends of the Dark Knight erneut, diesmal als DC Digital First-Serie. Wöchentlich erscheinen zehnseitige Kapitel, von denen jeweils zwei später ein gedrucktes Heft bilden sollen; das erste soll am 18. Mai herauskommen. Es beginnt mit einem Sechs- bzw. Dreiteiler von Darick Robertson: In „Bad Night, Good Knight“ geht es um einen neuen Schurken, der tödliche Chemikalien an Mr. Freeze, den Pinguin und den Joker verkauft. Weitere Autoren und Zeichner stehen bereits fest, wie man bei DC nachlesen kann.

Die digitalen Ausgaben sollen 99 Cent kosten, die Hefte 3,99 US-Dollar pro Ausgabe.

Ich nehme an, dass damit die Anthologieserie Gotham Nights, die im vergangenen Jahr von April bis November erschienen ist und es auf 22 Ausgaben gebracht hat, abgelöst sein dürfte.

Joker War: Routinierter Ausnahmezustand

DC Comics

Titel: The Joker War

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Jorge Jiménez u.a.

Erschienen: 2020 (Batman #95-100), Hardcover 2021 (Batman Vol. 2)


Der Joker hat alles übernommen (siehe Their Dark Designs): Wayne Enterprises, Gotham City, nun auch Batmans Fahr- und Flugzeuge. Wayne Manor gehört der Stadt. Nachdem die Gotham Gazette berichtet hat, wer hinter all dem steckt, wurde sie durch eine Unterlassungserklärung dazu gezwungen, die Story zurückzuziehen. Und jetzt wüten Clowns in Gotham. Der Joker-Krieg hat begonnen.

Und was ist mit Batman? Der wird von der neuen Joker-Gefährtin Punchline mit einer neuen Droge betäubt und halluziniert einen Alfred (der in Wirklichkeit tot ist, siehe Alfred R.I.P.). Während Harley Quinn versucht, ihn wieder clean zu bekommen, lädt der Joker die Bewohner von Gotham ins Kino ein, um sich Mark of Zorro anzusehen, jenen Film, den der kleine Bruce Wayne mit seinen Eltern sah, kurz bevor sie erschossen wurden. Obwohl die Vorstellung tödlich enden wird, lassen sich die Leute in Scharen von einer satten Belohnung in die Kinos locken. Als Vorgeschmack lässt der Joker die von ihm bisher ermordeten Opfer auferstehen und auf Batman losgehen. (Nicht zu verwechseln mit anderen Joker-Zombies, die durch ein Joker-Virus entstanden sind.)

Der Joker will Batman was beweisen

Dann folgt die übliche Routine: Batman bekommt eine lange Standpauke, erkennt seine Irrwege, kriegt sich wieder ein, trommelt die Familie zusammen und plötzlich vollbringt er das Unmögliche ganz einfach. Wie manche Probleme im Einzelfall gelöst werden, muss man anderswo nachlesen (z. B. in dem Band The Joker War Saga, der eine Woche später erscheint). Hier wird nur die grobe Rahmenhandlung wiedergegeben und die wirkt schon rhapsodisch genug. Als Batman wieder zu sich kommt, reicht es offenbar, einfach nur aufzuspringen und „I’m Batman“ zu sagen, schon fällt Schurkin Punchline vor ihm um. Man weiß nicht recht, ob diese Universalerklärung für alles hier ironisch gemeint oder unfreiwillig komisch ist. Nicht ernst zu nehmen ist sie auf jeden Fall.

Joker War: Batman #100 (DC Comics)

Auch wenn Autor James Tynion IV bloß alte Joker-Motive wieder aufwärmt, bemüht er sich in seiner Geschichte, dem Joker unbedingt eine neue Seite abzuringen. Und so verwendet er in alter Manier sehr viele Worte, die er ihm in den Mund legt, um seine Motivationen lang und breit zu erklären. Wieder mal geht es darum, Batman etwas zu beweisen. Dass Gotham in Wirklichkeit nicht seine, sondern Jokers Stadt sei. Dass er längst sein Ziel erreicht habe, auch wenn er geschlagen scheint, denn die Stadt sei korrupt, vom Rathaus bis zur Polizei. Niemand glaube (mehr) noch an etwas. Nicht mal mehr an Batman, der es nicht geschafft hat, all das Chaos zu verhindern.

„Batman was a little kid’s stupid idea“, sagt der Joker. „And now this city sees it for how hollow it is.“ Um ihm zu zeigen, wie blöd die Idee ist, schlüpft der Clown selbst in eine alberne Version des Batman-Kostüms.

Massenmörder Clownhunter

Am Ende geht es wieder um die Frage, ob man den Joker nicht einfach töten sollte, um dem immer wiederkehrenden Albtraum ein Ende zu bereiten. Diese Frage verneint Batman weiterhin stoisch gegenüber Harley. Und er verbietet auch dem neuen Vigilanten, dem Jungen, der sich Clownhunter nennt, Jokers Schergen zu ermorden. Lässt ihn aber mit Massenmord davonkommen. Ist das wirklich ein besserer Batman, wie er sich vorgenommen hat, einer zu werden?

Der Joker War beschreibt mal wieder einen Ausnahmezustand, die in Gotham an der Tagesordnung zu sein scheinen (eben noch in City of Bane). Statt aber den Krieg darzustellen und damit das Leid, das verursacht wird, verschwendet Tynion viel Zeit für Batmans Halluzinationen und Introspektionen, unterbrochen von Prügeleien, wie etwa einer obligatorischen Revanche zwischen Harley Quinn und Punchline. Fast alle Konflikte werden mit Fausthieben gelöst.

Das alles macht den Band zu einer schnellen, aber auch ermüdenden Lektüre, die viel Lärm um nichts veranstaltet, sich keine große Mühe macht, eine intelligente Story zu konstruieren, und in die üblichen Fallen von Klischees und logischen Fragwürdigkeiten gerät: Warum arbeitet jemand noch für den Joker, wenn er jederzeit von ihm grundlos abgeknallt werden kann? Warum gehen Menschen in eine Joker-Vorstellung, wenn selbst die Einladung dazu einen Mann vor laufender Kamera das Leben gekostet hat? Warum tut eigentlich fast niemand etwas gegen die marodierenden Clownhorden, weder Helden noch Schurken, sodass ein Kind zur Selbstjustiz greifen muss?

Und so ist der Joker War nach dem War of Jokes and Riddles – abgesehen von Jorge Jimenéz visueller Kunst – bloß eine weitere Enttäuschung und ein weiterer Beitrag dazu, Batmans größten Gegner zu überstrapazieren. Aber keine Sorge: Es geht ja bald weiter – in Jokers eigener Serie

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Zum Valentinstag: Verführung mit Batman

Batman kann bekanntlich alles. Nur mit den Frauen hat er es nicht so. Das heißt: Natürlich ist Bruce Wayne ein begehrter Junggeselle, aber das ist ja nur Fassade – denn nachts verprügelt er lieber Verbrecher, als gesellschaftlichen Umgang zu pflegen. Da bleibt für eine feste Beziehung keine Zeit. In 80 Jahren gab es zwar immer wieder Kandidatinnen auf Augenhöhe wie Talia al Ghul oder Catwoman, mit der ersten hat er sogar einen Sohn, die zweite hat er schließlich auch geheiratet, aber ansonsten möchte man Batman nicht als Vorbild fürs Flirten oder Beziehungspflege konsultieren.

Das Vokalquartett The Diamonds hat 1959 dennoch in Liebesfragen eine Verwendung für Batman gefunden. Sie empfehlen, die Angebetete ins Kino mitzunehmen und mit ihr Batman zu schauen – unter anderem. Denn Frauen lieben nicht nur Batman, sondern auch Wolfman, Frankenstein und Dracula. Jedenfalls gilt das für die besungene Dame. Nur Horrorfilme bringen sie „in the mood for love“, dann erst ist sie zum Kuscheln aufgelegt.

Es wird nicht ganz klar, was Batman mit den anderen Gestalten gemein hat, eine Horrorgestalt ist er nicht gerade, insbesondere in den 50ern nicht. Allein eine Verbindung zu Dracula besteht, wenn auch nur eine entfernte. Könnte es sein, dass der Dichter dieser Zeilen keine Ahnung von Batman hatte und da einfach einen Namen in eine Reihe gestellt hat, der bloß irgendwie nach Horrorshow klingt? Durchaus möglich – wohl deshalb landete dieser Song nur als B-Seite auf Platte und die schaffte es nicht mal in die Charts.

Dann hat sich das mit dem Tipp in Sachen Frauen wahrscheinlich wieder erledigt. Vergesst es einfach. Batman bleibt ein schlechter Ratgeber. Aber ganz nett anzuhören ist der Song trotzdem. Und tanzbar, wenn man den Twist beherrscht. Von daher: Vielleicht doch nicht das Schlechteste für die Paarbindung.

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Per Angstgas nach Arkham

DC Comics

Titel: The 6 Days of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #503), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Ein Bürgermeisterkandidat will Batman loswerden, Bruce Wayne träumt von Selina Kyle – der erste März, ein ganz normaler Tag in Gotham also. Doch dann wird Batman nachts plötzlich von einem Pfeil in den Nacken getroffen. Woher der Angriff kommt, wird erst am nächsten Tag deutlich, als James Gordon bei einem Treffen plötzlich große Angst vor Bruce Wayne verspürt.

Batman merkt es, als er einen Überfall verhindern will: Die Menschen rennen vor ihm davon. „Am I going mad? Or has the Batman become so fearful a figure — he terrorizes even the innocent?“ Nein, bester Detektiv der Welt, es ist die andere, etwas wahrscheinlichere Erklärung: Scarecrow! Wer sonst? Ähnliches ist ja bereits in Batman’s Evil Eye (Detective Comics #389, 1969) passiert. Die Vogelscheuche hat auf einer Farm, unterhalb einer Scheune, ein Supergeheimlabor gebaut mit lauter Wissenschaftlern in weißen Kitteln. Dort hat er eine Angstdroge entwickelt, mit der man sogar Füchsen Angst vor Kaninchen einjagen kann.

Da er nicht mehr vor die Tür gehen kann, ohne dass er jeden in Panik versetzt, verordnet Batman sich selbst Quarantäne und denkt:

„How ironic. I chose my disguise as the Batman to strike fear into the criminal heart … but now I’ve become so frightening, I don’t dare show my face on the street! Is this how my career ends? Am I to become a prisoner of my own mystique?“

Er schickt Robin und Batgirl los, für ihn die Detektivarbeit zu übernehmen. Währenddessen treiben Scarecrows Schergen in Vogelscheuchenkostümen ihr Unwesen im Gotham Trade Center, wo sie mit Angstgas um sich schmeißen. Sie entkommen, weil Robin von hinten einen Sack über die Rübe gepfeffert bekommt.

Batman als Vogelscheuche

Der Fetzen eines Maiskolbens ist später die Spur, die die beiden Hiwis nach Hudson County führt, weil es da die nächsten Maisfelder gibt. Und natürlich ist die offensichtlichste Spur die richtige, aber Batgirl hat sogar den Stadt herausgefunden, wo sich Scarecrow versteckt. Dort finden die beiden eine Vogelscheuche mit einer Batman-Puppe – und brechen vor Angst zusammen.

Dann setzt Scarecrow eine Puppe, die aussieht wie er in Gordons Büro und teilt ihm mit, dass er Batgirl und Robin festhält. Natürlich immer noch maskiert. Natürlich bringt er sie nicht sofort um, sondern will ihnen Angstpheromone spritzen. Doch dagegen hat Batman was einzuwenden. Scarecrow schickt eine Robotereule auf seinen Gegner los, Batman zündet etwas Heu an, setzt die Eule in Flammen und es bricht ein Brand aus, weil in der Scheune alles voller Heuballen ist, wohl als Füllung für die Kostüme.

Durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall bekommt Scarecrow selbst sein Angstserum gespritzt und hat am Ende sogar Angst vor sich selbst. So landet er erstmals im neuen Arkham Hospital. Damit ist der moderne Scarecrow endlich so wie wir ihn heute kennen.

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Mit Kung-Fu gegen Schlangen

Warner Bros.

Titel: Batman – Soul of the Dragon

Drehbuch: Jeremy Adams

Erschienen: 2021 (Direct-to-Video)


Bruce Wayne hat bekanntlich viele seiner Fähigkeiten im Fernen Osten erlernt. In Soul of the Dragon ist er nach Nanda Parbat gereist, wo er von einem Meister namens O-Sensei ausgebildet wurde. Dabei hat er Shiva, Richard Dragon, Jade, Ben Turner und Rip Jagger kennengelernt. Und natürlich war Bruce der fanatischste von allen. Während andere irgendwann aufgeben, sinnloserweise auf einen glühenden Stein einzuschlagen, prügelt Bruce sich stumpf die Knöchel blutig. Dort bewachen sie auch ein geheimnisvolles Tor, das den bösen Schlangengott Naga fernhält. O-Sensei opfert sich, um ihn zurückzudrängen.

Richard Dragon, Shiva, Ben Turner und im Hintergrund Batman: „Soul of the Dragon“. (Warner Bros.)

Jahre später kommt die Band wieder zusammen, um gegen den Oberfiesling Jeffrey Burr zu kämpfen, der seine Prostituierten nach Gebrauch (anders kann man das leider nicht nennen) Schlangen zum Fraß vorwirft und dabei zuschaut. Burr führt den Kult Kobra an und will Naga befreien, um – na klar – die Welt zu beherrschen. Dafür stiehlt er das Schwert, mit dem man das Tor öffnen kann.

Soul of the Dragon lebt vor allem von der Nostalgie. Der Animationsfilm ist eine Hommage an die Kung-Fu-Filme der 70er, dazu gibt es James-Bond-Anleihen, fernöstliche Weisheiten, Mystizismus und irgendwo dazwischen auch Batman. Und das ist schon das erste Problem. Denn es ist anders als der Titel verspricht, kein Batman-Film, sondern der Titelheld ist nur einer von einigen – und während die anderen in zivil kämpfen, fällt er mit seinem Kostüm als Fremdkörper heraus. Wahrscheinlich ist er deswegen auch nur meist als Bruce Wayne zu sehen.

Man kann aber auch nicht behaupten, dass man sich für die anderen Charaktere interessiert. Richard Dragon und Co. bleiben oberflächlich, keiner bekommt genug Raum, völlig eindimensional gerät der Schurke, der einfach nur sehr böse ist. Dazu gibt es flache, selten geistreiche Sprüche und zum Schluss gleitet die Handlung in völlige Albernheiten hinab, wenn abgetrennte Arme zu Schlangenmenschen werden und sogar Finger Schlangenform annehmen.

Ansonsten ist Soul of the Dragon mal wieder so ein DC-Animationsfilm, der genauso aussieht wie alle anderen und daher auch visuell uninteressant bleibt. Einzig nennenswert sind die Kampfszenen. Das scheint auch der einzige Reiz gewesen zu sein, diesen Film zu machen. Aber das allein reicht leider nicht, um ein erwachsenes Publikum zu begeistern (und dafür ist der Film gemacht, für Kinder ist er viel zu brutal). Das Ende bleibt offen, als könnte es noch eine Fortsetzung geben, aber nötig ist sie bestimmt nicht.

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Batman trifft Richard Dragon

The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Titel: Batman & Kung-Fu Fighter: Batman — The Dragon Slayer?

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #132)


Richard Dragon, auch bekannt unter dem brillanten Namen Kung-Fu Fighter, rettet einem armen alten Mann das Leben, als ein paar menschenverachtende Schläger „Populationskontrolle“ betreiben wollen. Dann repariert er ihm noch den Platten an seinem Fahrrad und gibt ihm einen Kaffee aus.

Ein Jahr später, als Richard gerade in Gotham ist, wird er angegriffen von einem einäugigen Kerl mit einem Nunchaku. Der trägt den unbescheidenen Namen The Stylist. Als Richard sich gerade wehrt, geht Batman nichtsahnend dazwischen und hält den Unschuldigen für den Aggressor. Dafür bekommt der Dunkle Ritter ein paar Schläge ab und hat dem nur uramerikanische und ungraziöse Kampftechniken wie beim Football oder Boxen entgegenzusetzen. Die Zeit, in der selbst alle möglichen fernöstlichen Martial Arts beherrscht, scheint hier noch nicht angebrochen zu sein.

Batman in Mexiko

Wie dem auch sei: Nach ein bisschen Gerangel kommt Batman auf den Trichter, dass der Kung-Fu Fighter die Wahrheit sagt und er den Falschen hat entkommen lassen. Da taucht ein Chauffeur mit einem Briefumschlag für Richard auf, in dem ein Schlüssel und ein Quarter steckt. Richard schaltet: Das kann nur von dem alten Mann stammen, den er mal gerettet hat. Batman schaltet: Das kann nur der Milliardär Calvin Curtis sein, der sich als Penner getarnt hat. Er ist gerade gestorben und hat viel Geld zu vererben.

Doch zuerst muss der Stylist gefunden werden, der es offenbar auf Dragon abgesehen hat. Nach einem gescheiterten Versuch, ihn zu schnappen, bei dem sich Batman in aller Öffentlichkeit blamiert, führt die Spur nach Yucatan. Richard und Batman besteigen eine Passagiermaschine. Batman sitzt doch tatsächlich im Kostüm unter Zivilisten, was keinen zu wundern scheint. Was ist mit dem Batplane, dem Batwing oder zumindest Bruce Waynes Privatjet? Seltsame Geschichte … Aber zum Glück dauert sie nicht mehr lange.

In Yucatan finden sie den Stylisten, der wurde beauftragt von einem Kerl namens Esteban, der einst Curtis‘ Geschäftspartner war und nun hinter dem Erbe her ist. Er befürchtet, dass Richard alles erben könnte und will ihn erledigen lassen. Kurz gesagt: Die beiden Helden verhindern das mit einer kleinen Prügelei. Esteban landet im Knast (lebenslang) und der Stylist versinkt auf der Flucht in Treibsand. Sehr bequem.

Am Ende geht das Erbe an die Wohlfahrt. Richard Dragon kriegt nur eins: eine neue Fahrradpumpe.

>> Batman in The Brave and the Bold


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Batman stellt sich seiner Angst

DC Comics

Titel: The Sinister Straws of the Scarecrow

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sal Amendola

Erschienen: 1978 (Batman #296), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Scarecrow hat ein paar neue Handlanger: die Strawmen! Zwei seiner ehemaligen Studenten, Otto und Raymond. Der eine hat abgebrochen, der andere wurde rausgeschmissen. Jetzt sind sie in Sackleinen gekleidet und tragen Strohballen an Handgelenken und als Lendenschurz, während ihr Mentor etwas ganz Perfides ausheckt: ein Mittelchen, das im Hirn Phobophobia verursacht – die Angst vor der Angst.

Seit Franklin D. Roosevelts Rede zur Amtseinführung wissen die Amerikaner, dass sie sich nur davor fürchten müssen („the only thing we have to fear is…fear itself“). Aber bei Scarecrow setzt die Droge daraufhin eine individuelle Angst frei, die einer hat. Als Jonathan Crane das Gift an Otto testet, löst es eine Panik vor Batman frei – „Chiropterohomophobia“ nennt er das, womit er schwache Altgriechischkenntnisse beweist, denn die Angst vor Fledermäusen heißt „Chiroptophobia“.

Dann beginnt der eigentliche Plot: Scarecrow versetzt einen Mann in Angst, um ihn gestohlene Wertpapiere zurückgeben zu lassen. Ehrlich gesagt habe ich den Plan dahinter nicht verstanden. Muss uns auch nicht kümmern. Wichtig ist nur: Batman kommt Scarecrow auf die Spur, prügelt sich mit den Strohmännern, dabei erweist sich das Stroh als explosiv.

Batman findet heraus, wer das nächste Opfer sein soll, verkleidet sich als dieses und knockt Scarecrow und Co. aus. Doch dann wird er selbst von dem Angstgas erfasst. Er fürchtet sich davor, nicht mehr gegen das Böse kämpfen zu können. Aber zum Glück weiß Batman schnell Rat: Er kämpft dagegen an.

„I must always remember why I am the Batman! And that takes precedence over everything! It’s part of the very fiber of my being! It’s the basis of my life“, sagt er, während er Hiebe und Tritte verteilt. Am Ende will er zwar Gordon nicht verraten, was genau passiert ist, dafür aber so viel: „It was a wonderfully exhilarating experience!“ Das Schönste für Batman ist es also, sich seiner Mission zu versichern. Wir können uns zwar Schöneres denken, aber gönnen wir ihm sein Glück.

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Batman plus Wolverine gleich Dark Claw

Amalgam Comics

Im Jahr 1996 kam es zum Kampf der zwei größten Comic-Universen: DC gegen Marvel. Doch es gab nicht nur denkwürdige Duelle, die Helden verschmolzen auch miteinander – DC und Marvel verwandelten sich in „Amalgam Comics“. Superman und Captain America wurden zu Super Soldier, Batman und Wolverine wurden zu Dark Claw. 1997 wiederholten die Verlage die Reihe, allerdings ohne ein weiteres Crossover-Event.

Das Kostüm von Dark Claw vereint nicht nur das Beste zweier Welten, es ist auch typisch 90er: also völlig over the top. Jim Balent, ohnehin kein Meister von Subtilität, verleiht dem Helden eine dämonische Maske mit langen Ohren in Fledermausform, Fang- und Stoßzähnen, ähnliche Zacken krönen die Stiefel, die Klingen sind gezackt im Fledermausmuster, im Gürtel wiederholt sich die Form noch ein paar Mal, dazu gibt es gelbe Streifen auf der Hose und natürlich einen sehr sehr langen Flatterumhang.

Keine Ahnung, wie man darin kämpfen soll, aber es macht optisch natürlich einiges her – und um mehr geht es hier auch nicht. In Legends of the Dark Claw kämpft Dark Claw gegen Hyena, eine Mischung aus Joker und Sabretooth, in einer Druckerei. Sein Sidekick ist Sparrow, eine Verbindung von Robin und Jubilee und später kommt noch Huntress dazu, die einfach nur Huntress alias Carol Danvers ist. Sie findet heraus, dass Dark Claw Logan ist. Er erklärt ihr, dass er und Hyena als Killermaschinen erschaffen wurden, aber mit dem Unterschied, dass er ein Gewissen hat. Darüber hinaus wurden auch seine Eltern erschossen, als er ein Kind war – und das zweimal.

Dark Claw vs. Hyena (Amalgam Comics)

Dann finden die drei Helden heraus, dass Hyena einen Anschlag auf die Air Force One plant und versucht, es zu verhindern. Statt einfach die Behörden zu verständigen (das wäre ja viel zu einfach), dringt Dark Claw selbst ein wie einer, der nichts Gutes im Schilde führt, und versucht den Secret Service davon zu überzeugen, dass ein anderer Böses vorhat – ich hätte ihm auch nicht geglaubt. Aber zum Glück hat der Held Selbstheilungskräfte, sodass ihm der Kugelhagel nichts ausmacht. Kaum bricht Hyena aus der Toilette aus und vergiftet die Luft an Bord, findet Dark Claw eine schnelle Lösung für das Problem und dann endet es mit einem Cliffhanger – der allerdings nicht aufgelöst wird, denn eine nächste Ausgabe wurde nie gedruckt.

Damit ist klar, dass es den Machern nicht wirklich darum ging, eine ordentliche Geschichte zu erzählen, sondern bloß eine Möglichkeit durchzuspielen: eine Fusion von Batman und Wolverine. Allein darum geht es hier, um eine Fantasie, ein reines Was-wäre-wenn ohne sich aber die Mühe zu machen, es zu Ende zu denken. Das Amalgam-Projekt war nichts als ein Scherz.

Lady Talia rächt ihren Vater

Trotzdem kehrt Dark Claw ein Jahr später wieder: In Dark Claw Adventures wird aber eine ganz andere Geschichte in einem ganz anderem Stil erzählt, nämlich in der Manier von Batman: The Animated Series. Logan tritt zunächst als sein anderes Alter Ego „Patch Malone“ auf, kämpft gegen Cyborgs und lässt sich von Sparrow mit einem „Clawmobile“ wegfliegen. Die Story dreht sich um Lady Talia, die mit Lady Deathstrike fusioniert ist. Talias Vater nannte sich einst „Ra’s-A-Pocalypse“ (au weia …), Dark Claw hat sein Flugzeug abgeschossen und Talia hat versucht, ihn aus den Trümmern zu holen. Dabei nahm sie selbst so großen Schaden, dass Körperteile durch Adamantium-Prothesen ersetzt werden mussten.

Talia will sich an ihrem ehemaligen Geliebten rächen, dringt bei ihm ein und versucht, ihn zu töten. Zwar bekommen wir hier ein geschlossenes Ende, aber zu viel sollte man trotzdem nicht erwarten – man kann sich denken, wie es ausgeht …

In einem weiteren Amalgam-Abenteuer bekommt Bruce Wayne einen Auftritt als „Agent of S.H.I.E.L.D.“. Gegner ist Baron Zero (Mr. Freeze und Baron von Strucker), Bane vereint sich mit Nuke, aus Nigtwing und Moon Knight wird Moonwing. Und dann gibt es noch Bat-Thing, ein Amalgam aus Man-Bat und Man-Thing … Ich denke, wir haben’s kapiert.

Batman auf dem Pfad der Angst

DC Comics

Titel: The Scarecrow’s Trail of Fear

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #262)


Batman verfolgt einen Dieb namens Toomey. Als er ihn in einer Gasse erwischt, bricht der plötzlich vor Angst zusammen und stirbt. So hat sich das Batman nicht gedacht, als er schwor, Verbrecher das Fürchten zu lehren. Kurz darauf versucht ihn jemand mit einem Auto zu überfahren. Dahinter kann nur einer stecken: Scarecrow! Der hat eine Art Funkgerät entwickelt, mit dem er Menschen Angst einjagen kann.

Batman findet Scarecrow und seine Bande in einem leeren Vergnügungspark. Man versucht ihn, mit einer Granate in die Luft zu jagen, zu erschießen und mit einem Achterbahnwagen zu überfahren – nichts davon mit Erfolg. Batman knockt die Gauner so eiskalt aus, dass der Autor es auf einer ganzen Seite nicht einmal für nötig hält, es mit Text zu versehen.

Batman spürt plötzlich eine diffuse Angst und folgt dem Pfad, indem er sich zur Quelle der Strahlung begibt. Da steht Scarecrow auf einer Riesenrutsche und merkt, wie Batman sich ihm nähert, ohne sich zu fürchten. Warum? Weil Batman weiß, dass es nichts zu fürchten gibt – genauso wie Scarecrow selbst, der von seiner Erfindung ebenfalls nicht tangiert wird. Alles reine Kopfsache also.

Da kriegt es Scarecrow doch mit der Angst zu tun, der Angst vor Prügeln. Er fleht Batman auf Knien an, keine Gewalt anzuwenden und rutscht hinab in die Hände der Staatsgewalt.

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Batmans Wiedersehen mit Spider-Man

DC Comics

Titel: Batman/Spider-Man

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Graham Nolan

Erschienen: 1997 (One-shot), dt. Dino 1997 (DC gegen Marvel 16)


Im Jahr 1995 traf Batman erstmals auf Spider-Man, damals verbündeten sie sich gegen den Joker und Carnage. Zwei Jahre später kam es zur obligatorischen Rückrunde. Ra’s al Ghul will mal wieder die verderbte Menschheit ausrotten, diesmal wirklich, aber damit das klappt, sucht er sich einen Verbündeten in New York City: Wilson Fisk, den Kingpin! Ra’s schickt seine Tochter Talia los, die Fisk ein Angebot macht, zu kooperieren, aber der Kingpin arbeitet nicht mit Terroristen zusammen. Außer natürlich, sie haben zufällig eine Kur für seine todkranke Frau Vanessa im Angebot. Fisk steigt in den Flieger nach Tibet …

Batman & Spider-Man von Graham Nolan. (DC Comics)

Batman ist der Sache auf der Spur, trifft unweigerlich auf Spider-Man und nach der kurzen Ich-arbeite-allein-Routine, begleitet von einer sehr kurzen Handgreiflichkeit, kommt es zur Kooperation der Helden. Diesmal bilden sie ein außerordentlich gutes Team, wenn es darum geht, die Handlanger der Schurken zu verdreschen. Aber sie haben auch einige Überraschungen zu bieten. Dafür, dass es sich bei diesem Crossover um eine kurze Geschichte (48 Seiten) mit bescheidenem Anspruch handelt, gibt es ein paar nette Wendungen am Ende, die für das Lesen belohnen. Falls einem die flotten Sprüche von Spidey und die sauberen und dynamischen Zeichnungen von Graham Nolan nicht genug sind – einem der besten Batman-Zeichner aller Zeiten, nach meiner bescheidenen Meinung. Aber auch Spider-Man kriegt er wunderbar hin.

Batman von Graham Nolan. (DC Comics)

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