Poison Ivy

Harley und Ivy gehen nach Hollywood

DC Comics

Titel: Harley & Ivy

Autor/Zeichner: Paul Dini/Bruce Timm

Erschienen: 2004 (#1-3), Hardcover 2016 (Deluxe Edition); dt. Panini 2015 (Mad Love)


Seit 1993, ein Jahr nach der Einführung von Harley Quinn in Batman TAS, sind Harley und Poison Ivy ein Team. In den Comics der Batman Adventures traten sie ebenfalls zusammen auf, zuerst im Holiday Special, dann in Batman and Robin Adventures #8, wo sie den Wunderknaben zu ihrem unfreiwilligen Helfer machten. 2001 gab es den One-Shot Love on the Lam, drei Jahre später fanden sich Paul Dini und Bruce Timm (Mad Love) wieder zusammen für einen Dreiteiler: Harley and Ivy.

Der Plot: Harley und Ivy wollen eine seltene Pflanze klauen, mit der man ganz Gotham in willenlose Sklaven verwandeln kann. Ivy hat nämlich keine Lust, alle zu küssen (außerdem funktioniert ihr Gift nur bei Männern). Der Plan geht gründlich schief, was vor allem Harleys Tollpatschigkeit zu verdanken ist. Batman bringt sie nach Arkham zurück, Ivy hasst Harley abgrundtief. Doch als Ivy ausbricht, folgt ihr Harley nach und es beginnen zwei weitere Abenteuer. Zuerst fahren die zwei nach Lateinamerika, um sich die begehrte Pflanze zu besorgen, wo sie gegen die Abholzung des Regenwaldes kämpfen, dann übernehmen sie die Produktion eines Batman-Films, um das Geld für sich abzuschöpfen. Das Resultat: Wahnsinn.

Harley & Ivy als „Pinky & Brain“

Anders als bei Mad Love geht es hier nicht um eine Vertiefung von Charakteren oder Beziehungen. Harley und Ivy bilden bloß ein Chaos-Duo á la Pinky & Brain, wobei Harley natürlich den Pinky-Part übernimmt. Man hat das Gefühl, man schaut einen albernen (wenn auch toll gezeichneten) Slapstick-Cartoon, in dem Gewalt nie tödlich endet. Das ist auch gar nicht schlimm, wenn man kurzweilige Unterhaltung und Schmunzler erwartet, aber es bleibt das Gefühl zurück, dass die Miniserie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Harley war in Mad Love alles andere als ein Dummchen. Und was die dauergenervte Ivy an ihr findet, bleibt auch offen.

Wer ein Fan ist und das trotzdem lesen möchte, der sei gewarnt: Harley & Ivy gibt es auf Englisch derzeit nur als teure Deluxe Edition, angereichert mit Kurzgeschichten, die zum Teil auch in der Deluxe Edition von Mad Love enthalten sind. Deutlich ökonomischer ist daher die deutsche Ausgabe von Mad Love, die auch die Miniserie enthält. Ein Schritt, den auch DC endlich mal gehen sollte.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Dieses werbefreie Blog ist für dich kostenlos - doch leider nicht für mich. Wenn du gut findest, was ich hier mache, würde ich mich über eine Hilfe freuen, um die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Harley und Ivy hecken was aus

DC Comics

Titel: Harley and Ivy: Love on the Lam (dt. Liebe macht Diebe)

Autor/Zeichner: Judd Winick/Joe Chiodo

Erschienen: 2001 (One-shot)


Harley Quinn wird mal wieder vom Joker rausgeworfen, nachdem sie sich ungefragt in einen Streit mit Two-Face eingemischt hat. Daraufhin beschließt sie, sich selbständig zu machen und eigene Beute zu machen: Sie will sich bei Branaco, der größten Telekommunikationsfirma, einhacken und ihr Vermögen stehlen. Dafür holt sie sich Poison Ivy als Helferin. Die weigert sich zunächst, wenn es nur darum gehen sollte, den Joker zu beeindrucken. Harley soll sich von ihm lossagen. Da fällt Harley ein, dass Branaco die Umwelt zerstört – und schon ist Ivy überzeugt.

Die Hälfte der Story ist damit rum, der Rest ist nicht weiter der Rede wert. Der Plan wird stümperhaft ausgeführt, geht schief, Batman und Robin kommen dazwischen. Batman kämpft gegen ein grünes Pflanzenwesen, am Ende wird alles in die Luft gejagt, ohne dass auch nur ein Mensch zu schaden kommt. Harley und Ivy kriegen alles, was sie wollen, nur nicht, was sie brauchen. Harley kehrt zum Joker zurück – und bekommt wieder einen Tritt in den Hintern verpasst …

Banal, mäßig witzig und cartoonhaft, aber ausdrucksarm gezeichnet.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Seit 2014 bietet dieses Blog Orientierung rund um Batman. Mittlerweile sind über 1300 Beiträge und Seiten mit Übersichtslisten erschienen. Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, würde ich mich über einen kleinen Beitrag freuen, der mir hilft, die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Poison Ivys Paradies im Niemandsland

DC Comics

„Some things are worth dying for, Batman.“ (Poison Ivy)

Nach dem großen Beben von Gotham (und nach langem Hickhack) wird die Stadt vom Rest der USA abgeschottet und zum Niemandsland erklärt. Die meisten Bewohner verlassen die Stadt. Zurück bleiben nur die Helden und Hilflosen und natürlich auch die Schurken, die das Territorium unter sich aufteilen. Poison Ivy nimmt natürlich Robinson Park für sich in Anspruch und macht daraus ihren persönlichen Garten Eden, in dem sie auch die Waisenkinder der Stadt aufnimmt („Fruit of the Earth“; Shadow of the Bat #88/Batman #568/Detective Comics #735, 1999).

Da kommt Clayface um die Ecke und bietet ihr einen Deal an: Ivy lässt Obst und Gemüse im Park wachsen, die Kinder ernten es und Clayface verkauft es an die Stadtbewohner, damit sie nicht an Skorbut erkranken. Es könnte so schön sein, doch dann nimmt Clayface Ivy gefangen und macht sie und die Kinder zu seinen Sklaven.

(mehr …)

Poison Ivy und der Weltfrieden durch Hanf

DC Comics

Im Jahr 1996 hatte Poison Ivy gleich zwei größere Auftritte in Batman-Comics. In „Systemic Shock/Violent Reactions“ (Detective Comics #693-694, von Chuck Dixon und Staz Johnson) versprüht ein Pollenallergiker Entlaubungs- und Pflanzenvernichtungsmittel in Gotham. Naturgemäß hat Poison Ivy etwas dagegen, denn sie mag nur natürliche Gifte, die von Pflanzen produziert werden. Also bereitet sie für die Arkham-Ärzte einen Salat mit Tollkirschen, die sind naiv genug, den zu essen, und so bricht sie aus, um den Pflanzenfeind aufzuhalten.

Muss ich darüber noch mehr sagen? Ich denke nicht, daher gehen wir mal zur zweiten Geschichte aus dem Jahr 1996 über – die ist auch viel interessanter.

(mehr …)

Poison Ivys Vertreibung aus dem Paradies

DC Comics

Titel: Poison Ivy

Autor/Zeichner: John Francis Moore/Brian Apthorp

Erschienen: 1997 (Batman: Poison Ivy #1), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Poison Ivy hat ihre jüngste Flucht genutzt, um sich zurückzuziehen. Nun lebt sie in der Karibik, auf einer kleinen unbewohnten Insel östlich von Nicaragua, in ihrem privaten Paradies, leicht bekleidet unter Pflanzen-Tier-Hybriden. Als sie gerade Besuch von einer jungen Frau bekommt, kommt ein Schwarm Hubschrauber und jagt den Dschungel zur Hölle, die junge Frau verbrennt. Hier wurde ein neuer Kampfstoff namens Prometheus getestet, der stärker und schneller als Napalm brennt.

Die Schuldigen kümmern die Verluste wenig. Ivy rächt sich sofort, dann kehrt sie nach Gotham zurück, um die Hintermänner zu bestrafen. Einer davon ist der Chemiker Milo Frommer, der andere der Parfumhersteller Christopher DeJardin.

Comic zum Film

Diese Story erschien 1997, nicht zufällig in jenem unheilvollen Jahr wie der Kinofilm Batman & Robin, in dem Poison Ivy (gespielt von Uma Thurman) ihr Leinwanddebüt hatte (parallel zu Batman: Mr. Freeze). Daher wird hier nicht nur einfach irgendeine Ivy-Story erzählt, sondern auch erneut ihr Origin, allerdings ohne Überraschungen: Pamela Isley studierte Botanik, wurde zum Opfer von Woodrues Experimenten, verströmt seither tödliches Gift und kann Männer becircen, hat es vor allem auf Batman abgesehen.

Etwas seltsam erscheint ihre Motivation für ihre Raubzüge: Alles, was sie wollte, war es, allein mit ihren Pflanzen zu sein, doch Privatsphäre sei nicht billig, heißt es. Ein Spaziergang im Park oder Wald hätte es auch getan, könnte man dagegen halten. Und später scheint es ihr sogar gelungen zu sein, in die Karibik auszuwandern – aber egal. Hauptsache, man hat einmal alle Aspekte der Figur auf zwei Seiten untergebracht.

Kann Ivy lieben?

Batman trifft auf der Suche nach ihr auf Killer Croc, dann hindert er sie daran, drei weitere Männer zu töten. Wie? Ziemlich einfach, denn Batman hat gegen alles sofort das richtige Rezept. Mit einem Gegengift ist er längst immun gegen sie, den Rest erledigt sein Umhang. Dann rettet er sie noch vor einer Kugel, die er selbst abfängt. Das muss Liebe sein, denkt sich Ivy, doch Batman findet, sie wisse gar nicht, was Liebe sei. Das bleibt unwidersprochen.

Doch zumindest scheint sie Nächstenliebe zu kennen: Denn anders als sonst lässt Ivy Gnade mit dem Schurken DeJardin walten: Statt ihn zu töten ruiniert sie ihn, indem sie ihn mit ihrem Gift zu einem Geständnis zwingt. Auch dank der filigranen Zeichnungen und einer schönen psychdelischen Sequenz steht die Story damit über dem Durchschnitt.

Mehr zum Thema:

Poison Ivy lässt die Pilze sprießen

DC Comics

Titel: Poison Ivy

Autor/Zeichner: Alan Grant/Brian Apthorp

Erschienen: 1995 (Batman: Shadow of the Bat Annual #3), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Als im Jahr 1995 die Annuals Batmans Year One gewidmet wurden, waren nicht nur Scarecrow, Riddler, Man-Bat dran, sondern auch Poison Ivy.

Batman jagt einen Drogendealer. Als er einen Informanten zum Sprechen bringen will (mit Todesangst als Einschüchterung, auch Folter genannt), sprießen aus dem Zeugen plötzlich unzälige Pilze und er stirbt. Aus der Ferne schaut Poison Ivy zu, die völlig fasziniert von Batman ist: „the perfect man!“ Auch Bruce Wayne findet: „Poison Ivy is both beautiful and sexy!“ Das bekennt er vor Alfred, als er (Bruce) nackt unter der Dusche steht und sich den Wasserstrahl gerade in den Schritt schießen lässt – Alfred dreht dann das kalte Wasser auf, um ihn wieder zu sich kommen zu lassen.

Poison Ivy bekennt derweil, dass sie keine hohe Meinung von Männern hat: Alle seien arrogant, gierig und betrügerisch – höchstens gut als Kompost. Außer Batman vielleicht, der ist ihre große Hoffnung. Skrupellos erschießt sie ihre Handlanger, die sie ausrauben wollen. Ihr eigentlicher Plan: Die High Society mit einem Pilzgift zu infizieren, zu erpressen und auszurauben. Simple Waffengewalt hätte es für dieses Ziel auch getan, aber sei’s drum.

Keuscher Sex

Bruce Wayne spielt bei dem Raubzug den Helden, Poison Ivy drückt ihm einen Kuss auf, er verfällt ihr, doch vor allem hat er nur noch eine Stunde zu leben. Das Gegengift? Das verrät sie ihm nicht. Doch dann geht es einfacher als gedacht: Dank Bat-Tracer folgt er ihr ins Geheimversteck, verbrennt mit einer Phosphor-Fackel ihre Pflanzen, dann bekommt er einen weiteren Kuss von ihr.

Das Gute daran: Der zweite Kuss ist das Gegengift. Und das Beste: Sie weiß nicht, dass es der zweite ist. So kann Batman sie überwältigen. Und das ist im doppelten Sinne gemeint. Er fängt sie mit seinem Cape ein und sagt zwar: „I am completely immune to your charms!“, doch dabei ergreift er sie (bzw. legt sich sogar auf sie), während alles um sie herum in Flammen aufgeht. Das ist es, was der Darstellung von Sex im prüden Batman-Comic am nächsten kommt.

Zurück bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Einerseits erscheint Poison Ivy emanzipiert, andererseits nur in dem Rahmen, dass es bloß den richtigen Mann braucht, um sie zu verführen und zu zähmen. (Für was die Pilze stehen könnten, lassen wir mal beiseite.) Auch Batmans Rolle ist ambig: Einerseits verfällt er ihr, andererseits widersteht er ihr, auch wenn die Bildsprache sie doch zusammenführt und ihn dominieren lässt. Hauptsache, die Klamotten bleiben an. Wenn Batman keusch bleibt, scheint der Tag gerettet.

Für die Entwicklung von Poison Ivys Charakter erscheint diese Story als Rückschritt in die 60er.

>> Poison-Ivy-Comics

Legends of the Dark Knight: Hothouse

DC Comics

Titel: Hot House

Autor/Zeichner: John Francis Moore/P. Craig Russell

Erschienen: 1993 (Legends of the Dark Knight #42-43), Paperback 1994 (Collected Legends of the Dark Knight), 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


„Her touch is like a virus — she literally gets under your skin.“ (Bruce Wayne)

Auf einer High Society-Veranstaltung stürzt sich ein verwirrter Mann vom Dach. Zufällig ist Bruce Wayne da, doch auch wenn er sich schnell zu Batman umzieht, kann er den Tod nicht aufhalten. In der Menschenmenge sieht er ein vertrautes Gesicht: Pamela Isley alias Poison Ivy. Vor allem aber kann er sie riechen – und ihr Duft erinnert ihn an den Bann, in den sie ihn einst gezogen hat.

Pamela aber hat ihre Tage als Poison Ivy hinter sich gelassen. Sie gilt als geheilt, ihr Hormonhaushalt soll wieder im Gleichgewicht sein, sie kann angeblich nicht mal mehr andere kontrollieren, selbst wenn sie es wollte. Nun genießt sie ihre Freiheit und arbeitet als Botanikerin an der Universität. Die Schurkin scheint eine gewisse Dominique zu sein. Sie zwingt Pamela dazu, eine halluzinogene Droge herzustellen: Edenspring.

Batman hat es schwer, sich bei seiner Ermittlung zu konzentrieren: Pamela beherrscht seine Gedanken. Er lässt sich blenden, er halluziniert und stellt schließlich fest, wer die wahre Schurkin ist. Auch sie ist besessen von ihm und bildet sich ein, Batman zu lieben. Am Ende erscheint sie ihm als halbnackte Titania und Maikönigin und versucht ihn zu entkleiden, indem sie seine Maske lüften will, doch dann kommt der rettende, reinigende Regen …

Dieser kleine Zweiteiler kommt zwar auf den ersten Blick routiniert daher, aber er zeigt Poison Ivy von einer anderen Seite, als dreidimensionalen Charakter. Außerdem schafft es Zeichner P. Craig Russell, mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten und surrealen Panels eine psychedelische Noir-Stimmung zwischen Year One und The Long Halloween zu erzeugen.

Mehr zum Thema:

Poison Ivy erfindet sich neu

DC Comics

Titel: Pavane

Autor/Zeichner: Neil Gaiman/Mark Buckingham

Erschienen: 1988 (Secret Origins #36), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Green Lantern trifft Poison Ivy? Leider nicht. Das Cover führt in die Irre. Hier bekommen beide nur einen dieser unzähligen Secret Origins verpasst. Alle paar Jahre müssen Helden wie Schurken ihre Entstehungsgeschichte umgeschrieben bekommen, wie Zimmerpflanzen, die umgetopft werden, damit sie frisch bleiben. 1988 übernahm das für Ivy kein Geringerer als Neil Gaiman, der Autor von Sandman (ab 1989) und Whatever Happened to the Caped Crusader?

Poison Ivy bekommt im Knast Besuch von einem Agenten, der sie für die Task Force X rekrutieren will – die sogenannte Suicide Squad. Bei der Gelegenheit erzählt sie ihm ihre Lebensgeschichte. Aus Lillian Rose und Pamela Isley wird Pamela Lillian Isley. Pflanzen waren seit ihrer Kindheit ihre besten Freunde, mit ihnen hat sie gesprochen.

Dann studierte sie Botanik. Die Geschichte mit Legrand, für den sie ägyptische Kräuter stehlen sollte und der sie dann vergiftet hat, hat sie sich nur ausgedacht. „I make stuff up sometimes. I never expected anyone to believe it.“ Damit ist auch die Story, die sie hier auftischt, mit Vorsicht zu genießen. Studiert hat sie bei einem Mann namens Jason Woodrue, dem späteren Floronic Man. Der soll sie in Experimenten vergiftet und sogar getötet und damit Ivy erschaffen haben.

Liebe für Pflanzen und Batman

Doch der Mann, für den sie sich eigentlich interessiert hat, war Batman. Für ihn hat sie ein grünes Kostüm angezogen und ist nach Gotham gekommen. Wir sehen Szenen aus der ersten Ivy-Story. Hier versucht Gaiman, alle bisherigen Ivy-Versionen zu harmonisieren. Doch Ivy ist hier noch mehr: Sie kann Pflanzen dazu bringen, sich wie Tiere zu benehmen, und Tiere in Pflanzen verwandeln. Sie selbst soll sogar zum Teil eine Pflanze sein.

„I am hope and beauty and truth. A symbol of growth in the dark times that are upon us …“

Damit deutet sich ihr Umweltaktivismus an, der später ihr wichtigstes Motiv sein wird.

Im Laufe des Gesprächs wickelt Ivy den Agenten buchstäblich ein, vergiftet ihn und manipuliert ihn, damit er sie aus dem Knast holt. Am Ende veranlasst er einen Transfer nach Arkham Asylum.

>> Poison-Ivy-Comics

Poison Ivy plant die Apokalypse

DC Comics

Titel: The Green Ghosts of Gotham/Brambles

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton, Gene Colan

Erschienen: 1984 (Batman #367/Detective Comics #534)


Poison Ivy schickt die Sporen los: Ein paar fallen ins Wasser und gebären Pflanzenungeheuer, die an Swamp Thing erinnern, aber keinen Verstand haben. Ivy hat sie mit dem Wissenschaftler Lignier erschaffen. Nun machen sie Gotham unsicher – als „green ghosts“. Parallel dazu lädt Ivy Vorstandsmitglieder der Wayne Foundation zu sich nach Hause ein, in ihr grünes Refugium „Exotica“, damit sie sich dort erholen und sich ihrem Willen ergeben können. Ivy erscheint als Eva in diesem neuen Paradies.

Batman und Jason Todd (der hier in einem neuen Kostüm nicht als Robin unterwegs ist) müssen gegen grüne Monster kämpfen, Jason wird fast von Ivy vergiftet und am Ende setzt sie auf der Flucht ihre Pflanzen in Flammen, sodass auch ihre neuesten Kreationen verbrennen.

Poison Ivy fantasiert von Gothams Untergang. (DC Comics)

Aber wozu das Ganze? Einerseits will sich Ivy an der Wayne Foundation für ihren letzten gescheiterten Coup rächen und wieder Geld zu stehlen. Andererseits wird der Plan schnell vereitelt, da Lucius Fox vorgesorgt hat. Dann werden die Green Ghosts mit dem Bewusstsein der Vorstandsmitglieder gespeist, allerdings auch nur, um willenlos Ivy zu gehorchen.

Doch eigentlich will Ivy mit ihren Monstern Pflanzen erschaffen, die ohne Licht auskommen und stattdessen alle Nahrung aus der Erde beziehen. So soll die Erde nach und nach ausgehöhlt werden, um unterirdische Gärten zu erschaffen. Die Pflanzen sollen Häuser zum Einsturz bringen und die Straßen fluten, damit sie die Stadt plündern kann. Weit hergeholt? Schierer Wahnsinn, findet auch Batman. Doch Ivy gibt ihm dafür die Schuld.

Der fragwürdige Plan scheitert daran, dass Batman die Pflanzenmonster niederschlägt und Jason Ivy mit einem Fingerdrucktrick bewusstlos macht. Und wieder mal stellt sich die Frage: Wozu der ganze Aufwand? Wozu eine Stadt vernichten, wenn man es nur auf Geld abgesehen hat? Mit der Technologie, die dafür entwickelt wurde, hätte man locker reich werden können.

Poison Ivy braucht – abgesehen von Logik – ein besseres Motiv als Gier, nämlich Idealismus. Den kriegt sie erst nach der Crisis.

Hinweis: Der zweite Teil der Geschichte ist enthalten in Tales of the Batman: Gene Colan Vol. 2. Aber eben nur der zweite Teil – was auch auf andere Storys in dem Band zutrifft.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00

Poison Ivy macht mächtig Moos

DC Comics

Titel: A Sweet Kiss of Poison/Monster, My Sweet

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Irv Novick

Erschienen: 1981/1982 (Batman #339/344), Paperback 2018 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2)


Bruce Wayne hängt gerade im exklusiven Empire Club herum, da kommt eine wildfremde Brünette des Weges und drückt ihm einen Kuss auf. Oh, eine Verwechslung, sagt sie, wie peinlich, entschuldigen Sie! Würde ein Mann das bei einer Frau machen, wäre es sexuelle Belästigung, doch Bruce sagt: Keine Ursache. Allerdings ahnt er: Da ist was faul. Und er hat natürlich recht.

Den die Brünette ist eigentlich eine Rothaarige namens Poison Ivy. Warum Bruce sie nicht erkannt hat? Na ja, in einer Welt, in der eine Brille reicht, um unerkannt Superman zu sein, kann eine Perücke selbst den besten Detektiv der Welt täuschen.

Poison Ivy drückt dem ganzen Vorstand der Wayne Foundation ungefragte Schmatzer auf, um sie mit ihrem Gift gefügig zu machen und ihr das gesamte Vermögen der Stiftung zu übertragen. Sie bittet die Herrschaften auf eine Theaterbühne und lässt sie alle einen Vertrag unterschreiben, der sie reicht macht – und keiner kann was dagegen tun.

Bruce kann sich immerhin zu Batman umziehen und versuchen einzugreifen, doch Ivy setzt ihn mit Giftpfeilen und einer Kletterpflanze außer Gefecht. Wie gut, dass Batman Entlaubungsmittel in seinem Gürtel dabei hat, obwohl seine letzte Begegnung mit der Ivy 16 Jahre her ist – und da war sie noch nicht für ihren grünen Daumen bekannt.

Schon wieder ein Baummonster

Fünf Ausgaben später kriegt dann Ivy endlich ihren Scheck (besser spät als nie). Die Herren sind immer noch machtlos. Bruce versucht ihr ins Gewissen zu reden: Die Stiftung gibt Millionen für wohltätige Zwecke aus, aber Ivy lässt das kalt. Da steigt Bruce wieder ins Batmankostüm und stalkt sie durch die ganze Stadt. Er verdirbt ihr den Appetit im Restaurant und die Lust beim Shoppen. Schließlich kracht er bei ihr ins Gewächshaus. Sie hetzt ihren Chauffeur Ivor auf ihn, den sie zu einem Baummonster hat mutieren lassen (wie schon Redwood in World’s Finest Comics #251-252).

Doch im Vergleich zu einer hypnotischen Femme Fatale ist ein Baummonster für Batman ein Kinderspiel. Deshalb darf auch Robin am Ende mithelfen.

Hinweis: Im Paperback Batman Arkham: Poison Ivy (2016) ist – wie bei der 66er-Story – nur der erste Teil (Batman #339) dieser Geschichte enthalten.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00