Pinguin

Der Pinguin (Penguin), Oswald Chesterfield Cobblepot, hatte seinen ersten Auftritt in Detective Comics #58, 1941. Neben dem Joker gehört er zu den am häufigsten verwendeten Batman-Schurken des Golden Age.

Pinguin, Prügel, Pennyworth

DC Comics

Titel: The Tyrant Wing

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Otto Schmidt

Erschienen: 2018 (Batman #58-60, Secret Files #1, Batman Annual #3), Paperback 2019 (Batman Vol. 9)


Es ist schwierig, über diesen Band zu urteilen. Denn die erste Hälfte enthält nur drei Hefte der Batman-Serie und diese bilden keine abgeschlossene Handlung, sondern nur ein kleines Zwischenstück, das die Ereignisse von Band 8 fortsetzt und zu Band 10 hinführt.

Kurz gesagt: Batman erfährt vom Pinguin, dass Bane Arkham übernommen hat. Doch als Batman der Behauptung nachgeht, findet er keine Belege dafür. Bane scheint ein psychisches Wrack zu sein. Der Ablauf ist ermüdend: Batman verprügelt einen B-Schurken nach dem anderen, ob Maxie Zeus, Firefly oder Kite-Man („Hell yeah“), aber er kriegt nichts über Bane heraus. Schließlich macht Batman sich bei Commissioner Gordon unbeliebt, indem er auch ihm einen Schlag ins Gesicht verpasst. Gordon Und natürlich verrät Banes Lächeln am Ende, dass alles nach einem fiesen Plan abläuft – aber offensichtlich mischt noch ein ganz anderer Schurke mit …

Mikel Janins Zeichnungen lassen die Story mal wieder besser aussehen als sie ist. Aber wie gesagt: Darüber zu urteilen, fällt schwer, da alles nur Teil eines größeren Ganzen ist. Es fällt aber auf, dass Batman hier wieder nur der verbitterte und besessene Haudrauf ist, der er schon im Band zuvor war. Die geplatzte Hochzeit mit Catwoman hängt ihm noch nach, aber besonders tief steigt die Handlung nicht in die Seele des Helden ein, vielmehr widmet sie sich Pinguin, der diesmal nicht als Fiesling, sondern als trauernder und einfühlsamer Charakter mit Shakespeare-Spleen dargestellt wird. Wenn man überhaupt etwas über diese drei Kapitel sagen kann, dann ist das das Positivste.

Interessanter ist hingegen der zweite Teil des Bandes, der nichts mit der Handlung des ersten zu tun hat. In Secret Files erzählen mehrere Kurzgeschichten von zeitlosen Aspekten des Dunklen Ritters. Batman bekommt von Superman eine Kugel Platinum-Kryptonit, das ihm für ihmmer Superkräfte verleihen kann. Er gerät in Versuchung, sie zu benutzen. Dann zeigt Batman einem Polizisten, der unter Scarecrows Angstgas leidet, den Weg hinaus aus der Angst. Schließlich bekämpft Batman Drohnen aus eigener Herstellung und hilft Detective Chimp bei einem Fall. All diese Geschichten sind nachdenklich und feinfühlig geschrieben sowie ausdrucksstark gezeichnet. Wer Freude hat an Anthologien wie Batman Black and White oder Detective Comics #1000, der sollte auch hier sein Glück finden.

Die stärkste Story hat aber Tom Taylor (Injustice) in Batman Annual #3 zu erzählen. In Father’s Day ist der Kampf Gut gegen Böse nebensächlich, im Vordergrund steht das Verhältnis zwischen Bruce Wayne und Alfred Pennyworth. Batman zieht (mal wieder) trotz Erkältung hinaus, um einen Schurken aufzuhalten. Wir sehen, wie Alfred sich um ihn sorgt und kümmert, wie er seiner Sorge in kleinen Gemeinheiten Ausdruck verleiht, wie er ihm Suppe macht und ihn schließlich auch vor dem Tod rettet, indem er (mal wieder) selbst die Batman-Maske aufsetzt.

Mag sein, dass man das so oder ähnlich schon oft gesehen und gelesen hat. Aber hier ist es kein Neben-, sondern ein Hauptaspekt in einer ebenso sensibel wie grafisch stark umgesetzten Geschichte, die nach Tom Kings Prügeleskapaden sehr wohltut.

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Fernsehen schafft Analphabeten

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 1

Autor/Zeichner: Kelley Puckett, Martin Pasco/Ty Templeton, Rick Burchett

Erschienen: 1992-1993 (Batman Adventures #1-10), Paperback 2014


Was bei dem Ruhm um Batman: The Animated Series häufig untergeht, ist die Tatsache, dass es zu der TV-Serie auch eine Comic-Serie gab. Und nicht nur eine: Es waren sogar vier, dazu eine Mini-Serie, einige Adaptionen zu den Filmen (bzw. zu Serien-Episoden) und vor allem Mad Love, ein Original-Comic, das nicht nur Geschichte schrieb, sondern später sogar zu einer Episode adaptiert wurde. Die Comics erschienen noch weit über die TV-Serie hinaus – bis ins Jahr 2004.

Die ersten Ausgaben der 90er Jahre beginnen bemerkenswert: Es geht ums Fernsehen. Der Joker schickt dem Pinguin einen Fernseher, über dem er mit ihm kommunizieren kann. Er macht ihm ein Angebot für einen Plan, später macht er dasselbe bei Catwoman. Im dritten Teil tritt der Joker dann selbst in einer TV-Show auf, entführt Commissioner Gordon und Harvey Dent. Es wird brutal: Während der Sendung bricht er Gordon vor laufender Kamera mit einem Baseballschläger die Arme. Seine Handlanger erschießt er kaltblütig. Er will zeigen, dass in Gotham das reine Chaos herrscht. Auch wenn man nie Blut sieht: Für ein Comic, das sich an Kinder richtet, ist das harter Tobak. Die Comics gehen deutlich weiter als die TV-Serie.

Aber medien- und gesellschaftskritisch geht es weiter: Scarecrow macht die Bewohner Gothams zu Analphabeten – und zwar mit manipulierten Fernsehern. Damit will sich der ehemalige Hochschulprofessor am Bildungssystem rächen, das die Bevölkerung mit Sparprogrammen verdummt. Zwar kann man sich fragen, warum ein Mann der Bildung alles noch schlimmer machen will, aber auch das ist eine Geschichte, die über das hinaus geht, was man von reiner Unterhaltung für Kinder erwartet. Das ist fast schon pädagogisch wertvoll. Und es zeugt von einiger Selbstironie, dass gerade das Fernsehen, das Medium, in dem die Zeichentrickserie mit gutem Beispiel vorangeht, so skeptisch betrachtet wird.

Die nachfolgenden Storys sind weniger ambitioniert: Killer Croc als Ringkämpfer, Clayface taucht überraschend auf, der Riddler plant seinen letzten Coup – das alles sind nette kleine Geschichten, manchmal zum Schmunzeln, aber oft einfach nur zum Bewundern der geschwungenen klaren Linien, die den Animated-Stil ausmachen. Einzig die Hitchcock-artige Story, in der Bruce Wayne eines Mordes verdächtigt wird und als Batman seine Unschuld beweisen muss, ragt dabei heraus. (Das Motiv wurde später in Bruce Wayne: Murderer? aufgegriffen.) Aber kurzweilige Lektüre ist der erste Band allemal, vor allem für Nostalgiker und Fans, die vom Universum der Serie nicht genug bekommen können.

Guter Pinguin, böser Pinguin

DC Comics

Titel: He Who Laughs Last

Autor/Zeichner: Jason Aaron/Jason Pearson

Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum: Penguin #1), Paperback 2012 (Penguin: Pain and Prejudice), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Warum ist der Pinguin so geworden, wie er ist? Die Antwort ist dieselbe wie bei den meisten anderen: schwere Kindheit. Nicht nur, dass er eine tyrannische Mutter hatte, die ihn dazu zwang, einen Regenschirm zu tragen, wenn die Sonne schien, er wurde in der Schule auch wegen seines Äußeren gehänselt. Ein Mädchen, dem er Blumen bringt, lacht ihn aus. Das prägt fürs Leben.

Deswegen ist der Pinguin ein Schurke. Aber nicht ganz ein Unmensch. Als er ein paar Frauen von Menschenhändlern in einem Käfig eingesperrt sieht, befreit er zumindest eine davon und nimmt sie bei sich auf. Aus reiner Nächstenliebe und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Sie liebt ihn, er liebt sie, alles scheint gut. Aber als er einmal einen Koch lachen sieht, scheinbar über ihn, kann er sich nicht halten und ruiniert dessen Leben. Die Sache kommt raus, seine Geliebte sieht das Monster in ihm und der Pinguin ist bitter enttäuscht von ihr – und ebenso bitter endet diese kleine, ausdrucksstark und düster gezeichnete und äußerst schaurige Geschichte …

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Todesfalle unter Freunden

DC Comics

Titel: Night of Penguin

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2006 (Detective Comics #824), Paperback 2007 (Batman: Detective), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Nachdem Batman mal wieder einer von Pinguins Todesfallen entkommt (er hängt über einem Becken voller hungriger Seehunde), wird er zur großen Neueröffnung der Iceberg Lounge eingeladen. Der Pinguin will ihm beweisen, dass er ein ehrlicher Geschäftsmann geworden ist. (Warum dann die Todesfalle? Nur ein kleiner Spaß unter Freunden, wohl der alten Zeiten wegen.) Batman geht als Bruce Wayne hin, begleiten lässt er sich von einer oberflächlichen Frau, eine bessere Gesellschaft leistet ihm Lois Lane.

Der Pinguin offenbart sich als nicht ganz ehrlicher Geschäftsmann, indem er 38 Dollar für Iceberg-Lounge-Shirts verlangt. Schluss mit lustig ist aber, als mal wieder ein Mann in seinem Casino zu viel Geld gewinnt. Mr. ZZZ, ein Ganove, der es trotz Narkolepsie fertig bringt, Poker zu spielen. Batman findet heraus, dass dahinter ein Trick und eine Entführung steckt und beschafft dem Pinguin die Kohle wieder.

Schön und sauber gezeichnet, ein paar kleine Schmunzler – ein enette Lektüre für zwischendrin, mehr ist Paul Dinis kleine Episode leider nicht. Nach dem ungewöhnlichen Auftakt sackt die Story leider ins Anekdotisch-Banale ab. Batman rettet Pinguins Geld? Das muss wirklich niemanden interessieren.

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Der Pinguin und der Falke

Titel: The Penguin Returns – Burning Faces/The Egyptian Falcon (dt. Die Rückkehr des Pinguin: Brennende Gesichter/Der ägyptische Falke)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1997 (Batman #548-549), Paperback 2018 (Batman Arkham: Penguin), dt. Dino 1999 (Batman Special #8)


„Too long since I last gave wing to my bird compulsion.“ (Pinguin)

Seit der Pinguin seine Iceberg Lounge betreibt und so tut, als wäre er ein ehrlicher Geschäftsmann (Detective Comics #683-684, 1995), langweilt er sich. Andere verrichten für ihn die Drecksarbeit, aber leider ist auf die Handlanger kein Verlass. Als mal wieder was schief geht, weil die False Face Society (Black Mask) und Batman einen Coup vereiteln, sagt sich der Chef: Alles muss man selber machen, er nimmt seinen Regenschirm und zieht alleine los. Wie in alten Zeiten.

Der Pinguin fängt klein an: Bei einem kleinen Überfall auf einen Juwelier klaut er nur einen kleinen Diamanten und hinterlässt ein Pinguin-Ei, später klaut er im Museum eine altägyptische Falkenstatue und tauscht sie gegen ein Ei, das explodiert. Als ihn Batman konfrontiert, wird er zwar schnell mit seinem Erzfeind fertig, aber er erkennt im Kampf an, wie schnell und wendig der kleine dicke Mann mit seinem Schirm ist. Nebenbei erfahren wir, woher der Pinguin seine Schirm-Manie hat: Seine tyrannische Mutter ließ ihn als Kind nicht ohne aus dem Haus gehen, auch wenn die Sonne schien – man könne nie wissen, wann es als nächstes regnet. Deswegen wurde der kleine Oswald gehänselt.

Der Pinguin hat Batman zwar nicht viel entgegenzusetzen, aber dafür kluge Worte: Batman kann ihn auch nicht mit einer Tonaufzeichnung hinter Gitter bringen, denn da er selbst anonym bleibt und vor Gericht nicht aussagen kann, ist das Beweismittel nichts wert. Trotzdem: Den Falken kriegt der Pinguin nicht. Immerhin da trickst Batman ihn aus …

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Pinguins neue Geschäftsidee

Titel: Odds Against/Darkest Day

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Graham Nolan

Erschienen: 1995 (Detective Comics #683-684)


Nach der Knightfall-Saga beginnt – ganz nebenbei – eine neue Ära für den Pinguin: Er wird vom Vogelganoven zum Gangster, der andere die Drecksarbeit erledigen lässt. Seine Fassade: die Iceberg Lounge, ein Casino, das ihm als Hauptquartier dient und ihn als Geschäftsmann erscheinen lässt. Die Lounge wird leider nicht groß eingeführt, sie ist einfach da.

Ein Casino-Gast, der beim Blackjack zu viel gewinnt, fällt auf: Actuary, ein Kartenzähler, der gerne Wahrscheinlichkeiten berechnet. Statt ihn umlegen zu lassen, macht sich der Pinguin ihn zu nutze. Während seine Leute ständig bei ihren Coups von Batman hochgenommen werden, soll Actuary dabei helfen, bessere Pläne auszuhecken. Actuary lässt Batmans bevorzugte Aufenthaltsorte herausfinden und dann dort zuschlagen, wo Batman am wenigsten wahrscheinlich auftauchen wird.

Das klappt allerdings nicht wirklich. Und dann kommt die zündende Idee, bei der man sich fragt, warum das nicht schon längst einer ausprobiert hat: ein Überfall am helllichten Tag! Der Plan: Bei einer Blumenausstellung springen die Gangster aus einem riesigen Pinguin aus Blumen. Na ja … Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch das in die Hose geht. Batman ist eben auf Zack. Der Pinguin beherrscht aber eine ganz andere Kunst: trotz allem dem Knast fern zu bleiben – und zwar die nächsten über 20 Jahre.

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Das Ego des Pinguins

DC Comics

Titel: Penguin Trimphant

Autor/Zeichner: John Ostrander/Joe Staton

Erschienen: 1992 (One-shot)


Der Pinguin verkündet, dem Verbrechen abzuschwören und kommt aus dem Knast. Aber natürlich ist das nur eine Masche für ein neues Verbrechen: Er findet einen Weg, Aktienkurse zu manipulieren und zwingt einen ehemaligen Schulkameraden, den Unternehmer Randall Holmes, dazu, für ihn krumme Geschäfte zu machen. Außerdem soll er ihn in die High Society einführen.

In einer Rückblende wird erzählt, wie der Pinguin als Kind von Holmes gemobbt wurde und wie er sich dafür mit einem angespitzten Regenschirm dafür rächte. Später erfahren wir, dass der Pinguin als Jugendlicher das schönste Mädchen der Schule, Bethany Wilcox, dafür bezahlt hat, mit ihm zu einem Ball zu gehen. Dieses Mädchen ist jetzt eine Frau, die reich geworden ist, indem sie die richtigen Männer geheiratet hat. Obwohl sie Geld wie Heu hat, lässt sie sich vom Pinguin bezahlen, wieder seine Begleitung zu sein – bei einer Party bei Bruce Wayne.

Der Pinguin will Wayne Manor kaufen. Bruce lehnt ab, Pinguin droht ihm, daraufhin lässt Bruce ihn bei sich wohnen. Wahrscheinlich nach dem Motto „keep your enemies closer“. Bethany spioniert Pinguins Passwort für Holmes aus, Holmes will Pinguin ermorden lassen, aber da kommt ihm Batman in die Quere.

Auch wenn der Protagonist der Story der Pinguin ist und wir etwas über seine Ursprünge und Sehnsüchte erfahren, bleibt er so unsympathisch wie der Rest der Geschichte. Batmans Motivation leuchtet nicht wirklich ein. Der Schurke ist kein missverstandenes Wesen, sondern ein zutiefst durchtriebener und ruchloser Charakter. Er will keine Liebe, sondern sich nur beweisen. Batman gesteht zumindest Robin gegenüber ein, dass sein Feind klüger sei als er. Am Ende jedoch wird er sentimental, als er feststellt, dass der Pinguin wahrscheinlich nirgendwo richtig hingehöre. Aber der Pinguin scheint in seiner Gefängniszelle nicht zu leiden, sondern träumt sich nur in Fantasien weg, in denen er ein gutaussehender und charmanter Gauner im alten England ist …

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Pinguin fliegt zum Südpol

Titel: Pieces of Penguin/C-C-Cold!

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #374, Detective Comics #541), Paperback 2018 (Batman: Arkham – Penguin, nur Teil 1!)


Der Pinguin schlägt wieder zu: Mit einem explodierenden Roboter-Pinguin lässt er die Schaufenster eines Juweliers zerspringen und bedient sich selbst. Doch er hat noch größeres vor. Dann sucht er Vicky Vale auf. Die Reporterin soll Fotos von ihm machen, die ihn in einem besseren Licht darstellen, als es seinem öffentlichen Image entspricht.

Wieder bricht sein übergroßes Ego durch: Auch wenn bisher Batman immer gewonnen hat, hält sich der Pinguin für einen besseren Verbrecher als den Joker und andere, denn immerhin seien ihm vor seinen Festnahmen stets zwei bis drei brillante Raubzüge gelungen. Doch Vicky weigert sich – nicht ohne heimlich ein Foto von ihm zu schießen, aller Gefahr zum Trotz.

Der Piguin lässt noch einmal Juwelen rauben, ohne dass ihm Batman und Robin etwas anhängen können. Dann entführt er einen Reporter, um Regierungsgeheimnisse aus ihm herauszubekommen. Mit denen fliegt er dann in die Antarktis, um sie an die Russen zu verhökern. Warum die weite Reise? Klar, weil es die Heimat der Pinguine ist. Batman fliegt hinterher. Kaum ist er da, schießt der Pinguin dessen Flugzeug mit einer Rakete ab.

Im Eis zeigt sich, wie schlecht Batman ausgestattet ist: Trotz dreifacher Thermokleidung friert er, während dem Pinguin im Frack kein bisschen kalt ist, sogar ein Sturz in eiskaltes Wasser (das kurioserweise nicht gefroren ist) macht ihm nichts aus, während Batman beinahe draufgeht. Der Pinguin scheint so etwas wie Superkräfte zu haben, ohne jegliche Erklärung. Als würde allein sein Name und seine Vorliebe für Vögel ausreichen, um ihn gegen Kälte immun zu machen. Vielleicht wärmt ihn auch nur sein großes Selbstvertraue, wer weiß.

Das Finale endet banal: Der Pinguin hat keine Regierungsgeheimnisse verraten, er ist nämlich trotz allem Patriot, sondern hat die Russen reingelegt. Die wahren Aufnahmen wollte er dem Pentagon verkaufen. (Wie sich das mit Patriotismus verträgt, erklärt er nicht.) Die beiden werden wieder in den Permafrost zurückgeschickt, dann erbarmen sich die Russen ihrer doch und rufen für sie Hilfe. Batman revanchiert sich beim Pinguin trotz Schwäche mit einer Faust ins Gesicht.

(Eine Schlussbemerkung: Leser der Anthologie Batman Arkham: Penguin (2018) bekommen unerklärlicherweise nur die erste Hälfte der Geschichte geboten. Das ist einfach nur dreist. Vielleicht haben sich die DC-Redakteure zu sehr vom Pinguin inspirieren lassen.)

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Pinguins spektakuläre Rückkehr – in den Knast

Batman #155

DC Comics

Titel: The Return of the Penguin

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #155)


Sieben Jahre war der Pinguin von der Bildfläche verschwunden – wie Catwoman und Two-Face endete seine Karriere mit dem Golden Age. Als er wieder auftaucht, erfährt man, dass er sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Aber als er hörte, dass er in der Unterwelt nur als Eintagsfliege bekannt ist, beschloss er, seinen Ruf wiederherzustellen und zu beweisen, dass Batman der Versager ist.

Zunächst lockt er Batman und Robin mit einem chinesischen Bat-Signal nach Chinatown, wo er eine Drachenstatue Feuer speien lässt, dann jagt er ein paar Adler auf sie und entkommt auf einem Strauß. Doch das ist nur das Vorspiel; danach fährt er schwerere Geschütze auf: Ein Pinguin-Luftschiff und mechanische Riesenvögel. Der Pinguin trickst Batman aus, indem er ein Ballon-Double von sich schweben lässt. Bruce Wayne und andere Freunde von in Gotham bekommen Pinguine geschickt und am Ende springt der Pinguin aus einem riesigen Kuchen, begleitet von einem Schwarm Krähen.

Der Pinguin versucht, wertvolle Vogelbilder zu stehlen, aber am Ende trickst ihn Robin mit einem Batman-Cape an einem Kleiderhaken aus, jagt ihm Angst ein, treibt ihn in die Enge. Pinguins Rückkehr endet leider sehr schnell wieder im Knast …

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Pinguin lässt die Vögel los

DC Comics

Titel: The Penguin Affair, I-III (Pawns/Bird of Ill Omen/Winged Vengeance)

Autor/Zeichnner: Marv Wolfman, Alan Grant/Jim Aparo, Norm Breyfogle

Erschienen: 1990 (Batman #448, Detective Comics #615, Batman #449), Paperback 2019 (Batman: The Caped Crusader Vol. 3)


„Alfred Hitchcock, eat your heart out.“ (Pinguin)

Der Pinguin findet am Straßenrand Harold, einen stummen Mann mit Buckel – ein erfinderisches Genie. Drei Monate später hat Harold eine Technologie entwickelt, mit der sich Vögel kontrollieren lassen. Der Pinguin lässt sie auf Raubzüge gehen, Menschen angreifen und ein Flugzeug abstürzen. Sie hacken auf Batman ein und verfolgen ihn sogar in die Bathöhle und nach Wayne Manor.

Doch da kommt Tim Drake auf die Idee, dass sie von Mikrowellen beeinflusst sind und damit auch abgewehrt werden können. (Auf die Idee, dass der Pinguin das riesigen und auffälligen Aviarium als Hauptquartier nutzen könnte, kommt leider niemand.)

Die Vogel-Angriffe á la Hitchcock dienten nur als Test. Der Pinguin will die Technik nicht selbst nutzen, sondern an den meistbietenden Despoten oder Terroristen versteigern. In der Zwischenzeit entführt er eine verehrte Soap-Schauspielerin und versucht ihre Zuneigung zu erzwingen.

Auch wenn sich die Story über drei Ausgaben erstreckt, wirkt sie nicht sehr ausgereift. Der Pinguin soll zwar ein kriminelles Genie sein, das gerne mit Bruce Wayne übers Internet Schach spielt, aber davon ist hier nichts zu sehen. Vielmehr wirkt er wie ein skrupelloser Massenmörder mit gestörter Selbstwahrnehmung. Nicht einmal die anfänglich beteuerte Solidarität mit dem hässlichen Harold zeigt ihn von seiner menschlichen Seite, denn um Harold schert er sich nur so lange, wie er ihn braucht – danach will er ihn „beseitigen“. (Was aber nicht passiert, denn Harold wird später Batmans Helfer.)

In einer Sequenz sehen wir Batman meditieren. In einer anderen seine Unterhosen über die Hose ziehen. Aber der Rest ist actionreiche Routine ohne Innovation.

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