Len Wein

Batman und der Feuerteufel

Batman vs Firebug

DC Comics

Titel: My City Burns at Both Ends – It Will Not Last the Night

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #318), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Nach Firefly kommt Firebug, der allerdings nichts mit einem Glühwürmchen zu tun hat. Nein, diesmal ist „fire“ wörtlich zu nehmen, denn unser Firebug zündelt gerne. (Diesmal hört sich der deutsche Name „Feuerteufel“ viel bedrohlicher an.) Dahinter steckt Joey Rigger, ein Vietnam-Veteran und Sprengstoffexperte. Er will sich für die Tode seiner Familie rächen, denn Vater, Mutter und Schwester sind durch Defekte in ihren Mietshäusern gestorben. Diese Häuser gilt es nun abzufackeln. Und dazu legt sich Rigger erstmal ein schickes rot-gelb-flammendes Kostüm zu, das Napalm verschießt. Einfache Brandstiftung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Leider geht die Mission nicht ganz so sauber wie gedacht. Gleich zu Beginn muss Batman ein Kind vor dem Feuer retten. Er schafft es nur mit Mühe und Not, indem er einen spekakulären Drahtseilakt vollführt – buchstäblich. Firefly ist zwar ganz froh, dass Batman das Kind gerettet hat, sieht aber keinen Anlass, sein Tun zu überdenken. Batman kann sich mit ein paar Feuerlöscherkapseln retten, Firebug haut ab.

Nächstes Mal ist Batman vorbereitet: Er hat sich einen feuerfesten Anzug zugelegt. (Offenbar trägt er ihn, zumindest in den 70ern, nicht immer.) Und da Firebug ihm seine Motivation verraten hat, kann er auch leicht auf dessen Identität schließen. Dankenswerterweise hat Firebug sein nächstes Ziel überdeutlich markiert: das Gotham State Building.

Beim Kampf bringt Firebug sein Kostüm zum Brennen und fällt seinen eigenen Flammen zum Opfer: Als er sich auf Batman stürzen will, schmilzt er durch ein Schutzgitter, fällt in die Tiefe und explodiert in der Luft. Batman: „What a hell of a waste.“

>> Batman 1970-1979


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Riddlers Coup des Jahrhunderts – mit Hühnern

DC Comics

Titel: The 1,001 Clue Caper or Why Did the Riddler Cross the Road?

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #317), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


1977 wirkte der Riddler in Who Killed the Batman? noch mordlüstig, er hat sogar damit geprahlt, Batman getötet zu haben, indem er ihn in die Luft gejagt hat, zwei Jahre später verfolgt er ganz andere Interessen – und als er im Finale Batman mit einer Waffe bedroht, schießt er nur zur Abschreckung.

Zunächst schickt der Riddler Batman ein Buch mit 1001 Rätseln – als Ankündigung dessen, was da kommen mag, auch wenn die Auswahl der Rätsel dafür etwas zu groß scheint. Auf dem Cover spricht er jedenfalls vom „Crime of the Century“. Dann entführt er einen Laster voller Hühner, um sie später auf ein paar Arbeiter loszulassen, die Stapel von Zeitschriften verladen. Der Riddler nutzt die Ablenkung, um die Hefte zu stehlen. Warum? Weil in den Stapeln Waffen versteckt sind, die er verhökern möchte. Das soll der Coup des Jahrhunderts sein? Na ja …

Das Neue daran ist höchstens, dass er diesmal kein Rätsel hinterlässt, außer dass das Rätselbuch aus der Gefängnisbibliothek stammt, was wiederum dazu führt, mal im Knast nachzufragen. Auf der Krankenstation liegt Edward Nigmas ehemaliger Zellengenosse seit einem gescheiterten Fluchtversuch in einer Art Wachkoma und murmelt einen Hinweis, der Batman und Robin zu dem falschen Zeitschriftenlager führt. Batman weiß daraufhin durch eine Eingebung, wo die Waffenübergabe stattfinden soll, also fahren sie zum Hafen, wo sie den Schurken nach einem kurzen Gefecht in einem Netz einfangen.

„Sometimes I wonder why I ever bother!“, sagt er, während er schmollt. Das fragen sich die Leser nach dieser Geschichte sicher auch. Von wegen „Crime of the Century“ …

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Batman und der Werwolf

moon of the wolf

DC Comics

Titel: Moon of the Wolf

Autor/Zeichner: Len Wein/Neal Adams

Erschienen: 1974 (Batman #255), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Wenn Batman durch Gotham patrouilliert, ist mit Überraschungen zu rechnen. Einmal kraxelt gerade ein Werwolf ein Hochhaus hoch und fällt über eine Frau her – was Werwölfe so machen. Aber nicht in Batmans Stadt! (Zumindest nicht dann, wenn der Dunkle Ritter zufällig Zeuge wird.) Batman konfrontiert den pelzigen Aggressor, der wirft die Frau aus dem Fenster, Batman springt hinterher und kann die Jungfer in Nöten rechtzeitig retten, auch wenn er sich dabei den Arm auskugelt.

Wo aber kommt dieser Werwolf her? Ein Mad Scientist hat ihn geschaffen. Nicht irgendein Mad Scientist, sondern Professor Achilles Milo. Ja, genau der Milo, der 1957 beinahe Batmans Karriere beendet hat – und das gleich zwei Mal (Batman #112/Detective Comics #247)! Milo hat einem jungen Mann namens Anthony Lupus (!) ein Serum verabreicht, das ihn zum Tier werden lässt, damit er Batman in Fetzen reißt. Er lockt Batman in eine Falle. Batman soll einen Spendenscheck abholen und wird dabei mit Gas betäubt, gefesselt und dem Werwolf zum Fraß vorgeworfen.

Doch Batman kann sich aus der Todesfalle befreien und es kommt zu einem spektakulären Kampf auf einer Baustelle. Batman rammt dem Monster eine Stahlstange in die Brust, dann schlägt dort zufällig der Blitz ein, weil solche Kämpfe schon allein wegen der Dramatik immer bei Gewitter stattfinden und von allen Göttern am meisten der Deus ex machina den Superhelden gewogen ist. Der Werwolf ist dann nicht etwa geröstet, sondern hat sich in Luft aufgelöst, taucht dann aber später in Alaska auf, wo die Gesellschaft echter Wölfe sucht.

Und wieder stellen wir fest, dass wissenschaftliches Genie nicht alles ist. Ein kluger Schurke hätte Batman einfach sofort erschossen, sobald er am Boden lag. Aber nein, man muss ja alles unnötig kompliziert machen. Schwer zu glauben, dass es diesen Bösewichten um Rache geht. Im Grunde sind alle bloß Egomanen, die der Welt zeigen können, welch genialen Erfindungen sie erschaffen können. Merke: Todesfallen sind nicht genial, sondern ziemlich dumm. Aber sie werden es wohl nie lernen. Na ja, irgendwie auch gut so, denn Batman soll uns noch lange erhalten bleiben …

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Batman gegen Hulk

Titel: Batman vs. the Incredible Hulk (The Monster and the Madman)

Autor/Zeichner: Len Wein/José Luis García López

Erschienen: 1981 (DC Special Series #27), Paperback 1997 (Crossover Classics: The Marvel/DC Collection Vol. 1); dt. Dino Verlag 1999


Nachdem Superman auf Spider-Man traf, zwei Mal sogar, durfte sich auch Batman einmal mit einem Marvel-Helden messen. Kurioserweise haben sich die Verlage auf den Hulk verständigt. Eigentlich hätte man den eher als Gegner für Superman vermutet, während der Hochhaus-Schwinger Spider-Man eher was für Batman gewesen wäre (was später auch zweimal der Fall war), aber offenbar wollte man eine Story wagen, die allein schon wegen des Kraftunterschieds Spannung aufkommen lässt, wie Batman da rauskommt.

Die Story geht so: Der Joker stiehlt einen Gammastrahler aus einem Labor, in dem Bruce Banner arbeitet und sich Heilung davon verspricht. Der Joker will damit aber den Shaper of Worlds heilen, eine Art spitzohrigen Riesen(roboter?) aus dem Weltall, der Träume wahr werden lassen kann, aber selbst nicht träumen kann. Im Gegenzug will der Joker von ihm allmächtig gemacht werden.

Banner wird zum Hulk. Als Batman den Raub verhindern will, hetzt der Joker den Hulk auf Batman und es kommt zum Kampf. Der Hulk spielt Bane avant la lettre (siehe Knightfall), indem er Batman das Rückgrat brechen will, aber Batman kann ihn mit Gas ausknocken. Wie es das Superheldengesetz will, folgt auf den Zweikampf die Kooperation. Daraufhin arbeiten zunächst die beiden Bruces, Banner und Wayne, zusammen, schließlich – nach noch einer Konfrontation – auch Batman und Hulk. Wie üblich muss der Hulk versuchen, sich zu beherrschen und schafft es erst, wenn man dem Biest Verständnis entgegenbringt. Dabei müssen sie gemeinsam gegen ihre größten Alpträume kämpfen, bis schließlich der Joker den allergrößten Alptraum wahr werden lässt …

Hulk und Batman als Clowns

Hulk und Batman als Clowns. (DC Comics)

So formelhaft die Story streckenweise verläuft, so bietet sie auf 64 Seiten doch einige Überraschungen. Vor allem aber ist sie meisterhaft inszeniert. Jose Luis Garcia-Lopez ist ein Meister des geschwungenen Strichs, der sowohl Mimik als auch Bewegungen wundervoll einzufangen weiß. Es ist eine Augenweide, Batman und Hulk gegeneinander kämpfen zu sehen, so viel Dynamik ist selten. Aber auch das Gesicht des Jokers ist sehr ausdrucksstark.

Batman und Hulk im Wunderland

Batman und Hulk im Wunderland. (DC Comics)

Außerdem baut Garcia-Lopez großartige Layouts. Besonders deutlich wird das am Ende der Geschichte, wenn der Joker zum Herrscher der Welt wird: Da erscheinen Batman und Hulk plötzlich als Clowns in einem surrealen Traumwelt-Szenario, das stark an Little Nemo in Slumberland erinnert, dann lässt er die beiden zu Tweedledum und Tweedledee in Alice im Wunderland werden, schließlich tobt er sich richtig aus, wenn er sie durch Gemälde von Dali und Picasso schickt.

Joker macht Kunstträume wahr

Joker macht Kunstträume wahr. (DC Comics)

Nach einem Actionspektakel mit so vielen Kunstreferenzen zu spielen, machen den Comic besonders am Ende zu einem echten Erlebnis. Allerdings ist es schade, dass man diese Story nur noch antiquarisch bekommt. Es ist höchste Zeit für eine Neuauflage.

Joker übt sich in Abstraktion. (DC Comics)

>> Batman-Crossover


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Detective Comics #500 (1981)

DC Comics

Titel: To Kill A Legend/Once Upon A Time/What Happens When A Batman Dies?

Autor/Zeichner: Alan Brennert, Len Wein, Cary Bates/Dick Giordano, Walter Simonson, Tom Yeates, Carmine Infantino

Erschienen: 1981 (Detective Comics #500), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino, Tales of the Batman: Len Wein), 2016 (Tales of the Batman: Alan Brennert), 2018 (Detective Comics: 80 Years of Batman)


Zu Batmans 42. Geburtstag erschien Detective Comics #500, eine 82-seitige Jubiläumsausgabe mit vier Batman-Storys, darunter eine in guter alter Groschenroman-Prosa, sowie Geschichten mit Slam Bradley, Elongated Man und Hawkman. Aus heutiger Sicht, da Detective Comics #1000 erschienen ist, kann das Heft als etwas wie Batmans Halbzeitshow gelten.

In Alan Brennerts Story „To Kill A Legend“ schickt der Phantom Stranger Batman und Robin auf eine Parallelwelt, um den Mord an Thomas und Martha Wayne zu verhindern. Wir erfahren, dass sich dieser Mord zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten wiederholt. Während sich für Batman die Chance bietet, seine Eltern zu retten, hat Robin Skrupel.

Denn Klein-Bruce ist ein verzogenes Balg (Thomas Wayne ist kurz davor, ihn zu schlagen) und Robin fragt sich, ob man nicht aus pädagogischen Gründen dafür sorgen sollte, dass er seine Eltern sterben sieht. Außerdem versagt man dieser Welt ihren einzigen Helden – denn sie kennt weder Helden in der Literatur noch im wahren Leben. Trotzdem: „No one should be angry all his life“, sagt Batman. Also jagt der Joe Chill, um ihn von seinem Attentat abzuhalten.

Am Ende kommt es anders als gedacht. Der Mörder ist ein anderer, der Mord wird verhindert, aber Bruce ist trotzdem so beeindruckt von der Heldentat, dass er Detektivbücher liest und trainiert, um der nächste (bzw. erste) Batman zu werden. Diese optimistische Wendung zeigt, dass es nicht imm Tragödien braucht, um Helden zu gebären, sondern dass Batman auch mit gutem Beispiel vorangehen kann.

DC Comics

In „What Happens When A Batman Dies?“ von Cary Bates und Carmine Infantino sehen wir einen Batman am Ende. Zunächst ist er verbittert, dass sein Kampf gegen das Verbrechen nie genügt, um wirklich dauerhaft Gutes zu schaffen. Batman empfindet seine Mühe als vergeblich. Dann wird er von einem Kampfhund angefallen, der ihn mit einem Gift beinahe tötet. Während ein Arzt im Krankenhaus um Batmans Leben kämpft, trifft Batman auf Deadman.

Wieder spricht der Fatalist: „… the fight for life just wasn’t worth the ordeal!“ Erst seine Eltern können ihm zeigen, dass er bereits viele Leben gerettet hat und dass es für ihn noch viel zu tun gibt. Das alles mag schön und gut sein, aber leider geht die Geschichte noch weiter. Deadman ergreift Besitz von Robin, der Batman eine Ladung Adrenalin ins Herz jagt, daraufhin ergreift Deadman Besitz von Batman und lässt ihn aus dem Fenster springen, um dann seinen Mörder und ein Gegengift zu finden.

Auch wenn die Zeit angeblich knapp ist, weil Batman kurz vor dem Hirntod steht, bleibt dennoch genau so viel, wie nötig ist, um den Fall nach Detektiv-Manier zu lösen, einen weiteren Hundeangriff abzuwehren und den Mörder zu überwältigen. Das Unglaubwürdigste an der Geschichte ist aber, dass niemand in der Notaufnahme daran denkt, Batman die Maske abzunehmen oder ihn aus dem Kostüm zu holen.

Zeichner Carmine Infantino, der Batman in den 60ern zu einem neuen Look verholfen hat, hat hier leider den Höhepunkt seiner Kunst überschritten. Die Zeichnungen wirken unbeholfen und sperrig, bei den Hunden versagt die Anatomie völlig.

Die visuell interessanteste, weil düstere Geschichte ist der Zweiseiter „One Upon A Time“ von Len Wein und Walter Simonson. Batman verhindert einen Raubüberfall, Dialog gibt es keinen. Aber die Bilder sprechen für sich und zeigen einen schaurigen Dunklen Ritter in Aktion.

Hinweis: Detective Comics #500 gibt es digital bei Comixology. Die drei Batman-Comics sind einzeln in den oben genannten Bänden enthalten.

>> Batman 1980-1989

Grundkurs Batman

DC Comics

Titel: The Untold Legend of the Batman (dt. Die Legende von Batman)

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, John Byrne

Erschienen: 1980 (Mini-Serie #1-3), Paperback 1992, Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein); dt. Egmont Ehapa 1981 (Die großen Superhelden 2)


Vor Year One und Zero Year, gab es bereits eine Mini-Serie über Batmans Origin, die 40 Jahre Batman-Geschichte in drei Ausgaben zusammenfasste: The Untold Legend of the Batman.

Batman bekommt Post: ein zerrissenes Fledermauskostüm, dazu eine Drohung. Das Kostüm hat einst Bruce Waynes Vater, Thomas Wayne, bei einem Ball getragen – und war so der erste Batman. Während des Balls wurde er vom Gangster Lew Moxon enführt, der ihn daraufhin zwingen wollte, ihm eine Kugel aus dem Körper zu holen. Doch Thomas leistete Widerstand, entkam und brachte mit seiner Aussage Moxon in den Knast. Kurz darauf wurde er mit seiner Frau vom Auftragskiller Joe Chill erschossen. Der junge Bruce Wayne versuchte zunächst als Robin sein Glück als Verbrechensbekämpfer, bevor er sich zum Detektiv ausbilden lässt und zu Batman wurde. Später fliegt das Batmobil in die Luft. Batman hat keine Ahnung, wer dahinterstecken könnte, bis er darauf kommt, dass es jemand aus seiner Nähe sein muss …

Die Geschichte, die in The Untold Legend of the Batman erzählt wird, ist zum größten Teil nicht neu. Vielmehr versammelt Autor Len Wein verschiedene, darunter auch zum Teil wenig bekannte Aspekte von Batmans Vor- und Frühgeschichte, die vor allem in den 50ern näher beleuchtet wurde. Für Neuleser wird die Mini-Serie zu einer Art Grundkurs: Neben den Ursprüngen von Batman bekommt der Leser einen Abriss von Robin, Alfred, Joker, Two-Face, Commissioner Gordon und Batgirl. Und man erfährt, wer das Batmobil gebaut hat. Da einiges davon durch die Crisis annulliert worden ist, dürfte einiges davon heutigen Lesern nicht mehr präsent sein. Aber das Meiste davon ist es schon und das alles (wieder) zu lesen, ist auf Dauer etwas ermüdend, da die Handlung ständig durch Rückblenden unterbrochen wird.

Interessant ist aber vor allem die Rahmenhandlung, besonders am Ende. Die Auflösung – ACHTUNG SPOILER: Bruce Wayne selbst will Batman auslöschen, weil dieser ihn um sein bürgerliches Leben gebracht hat. Durch einen Kopfstoß bei einer Explosion wurde Batman vorübergehend in zwei Persönlichkeiten gespalten und paranoid, jetzt kämpft sein Alter Ego gegen ihn an.

Nacherzählt werden unter anderem diese Geschichten aus dem Golden und Silver Age:

>> Batman 1980-1989


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Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 2)

 

Titel: Bat-Murderer/Break-In At The Big House/Slaughter in Silver/Enter: The Creeper/Bedlam Beneath the Big Top

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, Ernie Chan

Erschienen: 1975 (Detective Comics #444-448), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


„The Batman has gone stark, raving mad!“

Was bisher geschah: Der mysteriöse Ra’s al Ghul hat herausgefunden, dass Batman Bruce Wayne ist (Tales of the Demon, Teil 1). Er hat ihn mit einer fingierten Entführung seiner Tochter Talia und von Robin getestet, um ihn zu seinem Wunschnachfolger und Schwiegersohn zu erklären. Daraus wurde nichts. Batman durchschaute, dass Ra’s nichts Gutes vorhat und hat ihn im Duell zur Strecke gebracht.

Was jetzt geschieht: Als Batman eine neue Bande an einem Juwelenraub hindern will, entpuppt sich zuerst die Anführerin als Talia al Ghul, Tochter von Ra’s al Ghul. Und als Batman sie festhalten will, wirft sie ihm seine Pistole zu und flieht. Er hält sie auf, indem er ihr in den Rücken schießt. Talia stirbt und die Polizei will Batman wegen Mordes festnehmen.

Moment mal: Wie kann das sein? Aber die Beweislage ist eindeutig: Batman hat auf Talia gezielt und sie erschossen. Doch Batman beteuert seine Unschuld: Jemand habe ihn da reingeritten. Er flieht vor der Polizei und sucht im Knast Ra’s al Ghul auf. Doch kaum spricht er ihn an, erschießt dieser sich selbst. Jetzt wird Batman wegen zweier Morde gejagt. Was ist hier los?

Nach einem Intermezzo um einen Silber-Schmuggler, das nichts mit der Handlung zu tun hat (Detective Comics #446), trifft Batman auf den Creeper, der ihn zuerst dingfest zu machen versucht und dann mit ihm gegen Löwen kämpft. Als Batman das Grab von Ra’s al Ghul öffnet, ist es zunächst leer und als die Polizei eintrifft, scheint doch eine Leiche darin zu liegen.

Schließlich führt die Spur zu einem Zirkus. Doch der ist nur Fassade des Schurken. Ra’s tarnt sich als Strongmen-Zwerg, Talia als Schlangenbeschwörerin (und damit auch als verführerische Eva). Mir ist nicht klar, was der ganze Aufwand soll, aber am Ende kommt alles so, wie man es sich längst gedacht hat: Ra’s hat das alles sehr aufwendig (und überkompliziert) inszeniert, damit Batman zum gesuchten Verbrecher wird und sich, da ihm keine andere Wahl bleibt, dem Schurken anschließt. Batman sagt natürlich nein, er prügelt sich, der Zirkus geht in Flammen auf, Ra’s verschwindet.

Am Ende meint Talia, Batman dürfe sich geehrt fühlen: „You are honored, beloved! My father would go to such extremes for no other man!“ Doch Batman ist angewidert. Spätestens hier müsste er merken, dass Talia keine Frau für ihn ist. Aber schon bei ihrem ersten Wiedersehen können sie nicht die Finger voneinander lassen – es ist zum Verzweifeln …

Diese Geschichte fehlt leider in dem Sammelband Tales of the Demon. Zugegeben: Sie hat ihre Schwächen, aber nicht mehr als die anderen. Dabei ist sie zumindest wichtig, um zu erfahren, wie Ra’s al Ghul aus dem Gefägnis gekommen ist. Aber leider lässt eine vollständige Ausgabe dieser Comics aus den 70ern noch auf sich warten. So klafft eine Lücke.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Bruce liebt Selina: Ein Melodrama

Titel: Shadow of the Cat/The Cat Who Would Be King

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1980 (Batman #323-324), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein),


Kaum hat Bruce Wayne die Beziehung mit Silver St. Cloud in den Sand gesetzt, taucht eine Frau aus seiner Vergangenheit in seinem Büro auf: Selina Kyle! Die ehemalige Catwoman ist auf Bewährung frei und will ein neues, ehrliches Leben anfangen. Dazu bittet sie Bruce um eine Chance. Sie will Geld, das sie geerbt hat, in Wayne Enterprises investieren. Selina verspricht: Catwoman hat sie hinter sich gelassen. Dass sie eine Katze dabeihat, lässt sie allerdings nicht sehr glaubwürdig erscheinen.

Zuerst ziert sich Bruce, er sorgt sich um den Ruf seiner Firma. Doch dann überlegt er es sich anders: Was, wenn er sie zurückweist und sie wieder kriminell wird? Da er sich das nicht verzeihen könnte, sagt er zu. Aber natürlich nicht, ohne dass Lucius Fox sie gründlich prüft.

Selina besucht Bruce – mit Katze

Mit diesen drei Seiten in Batman #308 (1979), die anfangs nur eine Nebenhandlung bilden, beginnt ein Handungsbogen, der sich über mehrere Ausgaben bis Batman #326 (1980) erstreckt. Autor Len Wein macht aus der Geschäftsbeziehung schnell eine Romanze, die dadurch verhindert wird, dass der Batman in Bruce Wayne bis zum Schluss an Selinas Rehabilitation zweifelt.

Bruce und Selina: Der erste Kuss

In Batman #313 kommt es zum ersten Abendessen – und dann auch gleich zum ersten Abschiedskuss. Selina gesteht ihm, dass sie nur zum einen wegen der „thrills“ Catwoman geworden sei, zum anderen, um Batmans Aufmerksamkeit zu erregen: Sie habe ihn geliebt. Und Bruce erinnere sie sehr an ihn …

Später findet Selina heraus, dass Bruce sie von Lucius hat untersuchen lassen – und sie ist gar nicht erfreut. Dafür gibt es Wasser ins Gesicht. Doch schon bald kann Bruce die Wogen wieder glätten und es gibt einen zweiten Kuss. Gegenüber Dick Grayson gerät er ins Schwärmen: „She is one fascinating woman!“

Bruce und Selina: Der zweite Kuss

Selina leidet allerdings unter mysteriösen Kopfschmerzen. Die Diagnose ist übel: Eine exotische Krankheit, sie hat nur noch einen Monat zu leben. Allerdings: Ihr Arzt weiß, dass die alten Ägypter ein Heilmittel hatten – leider ist es verloren gegangen. Zufällig findet Selina beim Museumsbesuch heraus, dass einige ägyptische Katzenstatuen offenbar Kräuter enthalten, die sie retten könnten.

In Batman #323-324 erreicht die Story ihren Höhepunkt. Aus einem Museum wurden ägyptische Katzenstatuen gestohlen. Obwohl er nur Indizien, aber keine Beweise hat, platzt Batman bei Selina rein, um sie zu verhaften. Als er sich von ihr nicht überzeugen lässt, wirft sie ihm eine Katze ins Gesicht und haut ab. Dabei hatte sie selbst mit dem Gedanken gespielt, die Statuen zu stehlen, um sich das Leben zu retten.

Batman trägt Catwoman

Um ihre Unschuld zu beweisen, steigt sie wieder ins Catwoman-Kostüm und ersucht Bruce um Hilfe. Eine eigenwillige Überzeugungsmethode, und so ist auch er nicht überzeugt. Bruce bietet ihr – wie Batman – auch nur Anwälte und Privatdetektive an, um sie zu entlasten. Catwoman und Batman untersuchen den Fall parallel und finden heraus, dass der Cat-Man dahintersteckt. In einer Höhle lockt der Schurke sie in eine Falle: ein Netz aus klebrigen Bändern, das die beiden Helden zu zerreißen droht. Aber dank Batman zerreißen nur die Kleider …

Batman und Catwoman in der Höhle

Er bringt Selina in die Bathöhle, versorgt sie mit einem alten Kostüm aus der Trophäensammlung und dann geht die Reise nach Griechenland. Dort versucht Cat-Man eine Insel zu kaufen. Batman und Catwoman verhindern das zwar, aber auch die Statuen gehen dabei verloren. Trotzdem erlebt Selina in Gotham eine Wunderheilung. Die nicht befriedigende Erklärung: Ein Fetzen von Cat-Mans Umhang hatte noch eines seiner neun Leben für sie übrig …

Es hilft alles nichts: Zwei Ausgaben später verlässt Selina Bruce und Gotham. Cat-Man habe alles, was sie sie sich habe aufbauen wollen, zunichte gemacht. Auch das überzeugt nicht, denn immerhin ist ihre Unschuld bewiesen. Der wahre Grund: Sie nimmt es Bruce immer noch übel, dass er ihr nicht vertraut hat, als sie ihn um Hilfe gebeten hatte. Melodramatisch reist sie ab, um in Ruhe über alles nachzudenken. Bruce macht sich Vorwürfe, zweifelt an seiner Rolle als Batman, verflucht sie sogar. Aber dann ruft die Pflicht – und alles ist wieder so wie immer.

>> Liste der Catwoman-Comics

Clayface Nummer Drei: Der tragische Mister Payne

DC Comics

Titel: The Coming of … Clayface III!/If a Man Be Made of Clay…!

Autor/Zeichner: Len Wein/Marshall Rogers

Erschienen: 1978 (Detective Comics #478-479), Paperback 1999 (Strange Apparitions), 2014 (Tales of the Batman: Len Wein); dt. Panini 2012 (Batman Collection: Marshall Rogers), Eaglemoss Collection 2015 (Im Zeichen des Jokers)


„Because … it’s my job.“ (Batman)

Darf ich vorstellen: Preston Payne, der Name ist Programm. Er ist mit Abstand die tragischste der drei klassischen Clayface-Figuren. Missgestaltet geboren war er immer ein Außenseiter, er hatte nur Bücher und die Wissenschaft. Nachdem er einen Job in den Star-Labs bekommen hatte, versuchte er, sein Gesicht ansehnlich zu gestalten. Er bediente sich an dem Wissen von Matt Hagen (Clayface 2), aber beim ersten Date schmolz nicht nur seine Visage, sondern auch seine Begleitung dahin – buchstäblich. Denn wenn Preston von einer Art Fieber gepackt wird, muss er seine Kräfte an jemanden übertragen, mit verheerender Wirkung.

Als die Story einsteigt, muss er einen Anzug ähnlich dem von Mr. Freeze tragen, um seine Form zu wahren. Die verleiht ihm immerhin Superstärke. Sein Geheimversteck hat er in einem verlassenen Wachsfiguren-Kabinett, seine Freundin ist eine Wachspuppe. Er bricht bei Star-Labs ein, um seine menschliche Form wiederzurkiegen, aber da kommt ihm Batman in die Quere.

Der hat seine eigenen Probleme: Seit ihn seine letzte Flamme, Silver St. Cloud verlassen hat, hat er die Kontrolle über sich verloren und lässt seine Wut an Kleinkriminellen aus. Einmal gibt er sogar seinen Eltern die Schuld für sein Elend: Wären sie nicht gestorben, wäre ihm das Leben als Batman erspart geblieben. Doch da sieht selbst Bruce schnell ein, was für einen schändlichen Unsinn er redet.

Batman wird auf ganz klassische Weise mit Clayface III fertig: durch Beharrlichkeit und eine Schwachstelle seines Gegners. Am Ende stürzt Preston sich von einer Brücke – und dann in die Flammen, um seine geliebte aus Wachs zu retten.

Mehr zum Thema:

Batman trifft Edgar Allan Poe

DC Comics

Titel: Batman – Nevermore

Autor/Zeichner: Len Wein/Guy Davis

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-5)


Eines Tages musste es so kommen, es war nur eine Frage der Zeit. Und nach Jack the Ripper und Houdini kam sie endlich, kurz vor Ende der Elseworlds-Ära: Eine Batman-Story, die sich bei Edgar Allan Poe bedient. Ja, mehr noch: Der Erfinder der Detektiv-Story wird hier sogar zum Protagonisten gemacht. Batman ist nur der Sidekick und Retter in der Not. Er trägt eine Maske mit einem Schnabel, wodurch er an einen Raben mit Ohren erinnert. Warum? Wohl damit es besser mit dem Titel Nevermore korrespondiert – eine Anspielung auf das Gedicht „The Raven“. Aber Sinn ergibt es nicht, Batman zu einem Raben zu machen …

Außer natürlich, wenn man eine Mordserie danach benennen will. Denn so passiert es in Baltimore des 19. Jahrhunderts. Weil bei zwei Leichen Batman gesichtet wird, spricht man von den „Raven Murders“. Das dürfte einen, der sich wie eine Fledermaus kleiden will, um für Recht und Ordnung zu sorgen, bestimmt ärgern, aber darum geht es nicht. Der junge Poe, ein beginnender Journalist, will darüber für eine Zeitung schreiben, aber der Chefredakteur ist nicht begeistert. Und auch sonst hat keiner Lust, mit ihm darüber zu reden. Auch nicht die Gentlemen des Gotham Club, zu deren Mitgliedern Bruce Wayne und Jonathan Crane gehören.

Poe redet trotzdem mit ihnen – und macht sich unbeliebt. Doch statt einer Detektivgeschichte, in der der Held Hinweise sammelt und seine Schlüsse daraus zieht, verfolgt man den unbeholfenen Möchtegern-Journalisten dabei, wie er von einer Todesfalle in die nächste tappt und dabei von Batman gerettet wird, einmal auch andersrum. Schlauer wird er allein dadurch, dass nebenbei weitere Mitglieder des Clubs auf fürchterliche Weise draufgehen und so der Kreis der Verdächtigen enger wird.

Die einzige Überraschung an der Story ist lediglich, dass alles genauso kommt wie erwartet. Aber unüberzeugend. Der Rest ist eine Hommage an Poe: viele Anspielungen auf seine Werke, die am Ende darauf hinauslaufen, dass der ganze Fall ihm viel Stoff zum Schreiben gibt. Mit Poe wurde schon viel getrieben, aber dieser Schindluder dürfte deutlich unter seinem Niveau sein.

Auch grafisch bleibt Nevermore unterdurchschnittlich, mit einfältigen, plumpen Zeichnungen ohne Ausdruck und Fantasie. Und Batman mit Schnabelnase? Das sieht auch einfach nur dämlich aus.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics