2019: Das Jahr der Detective Comics

DC Comics

Im Jahr 2019 wird Batman 80 Jahre alt – und Detective Comics, die Serie, mit der alles begann, erhält ihre 1000. Ausgabe. Zu diesem Anlass wird DC im März zu der Jubiläumsausgabe eine umfangreiche Anthologie herausbringen – wie schon in diesem Jahr mit Supermans Action Comics #1000. Eine erste Ankündigung bei Amazon verspricht 300 Seiten mit Storys ab den 30er Jahren, darunter einige mit Batmans wichtigsten Verbündeten und Feinden. Welche das sind, ist noch offen. Das Cover soll von Jim Lee gezeichnet werden, aber bisher ist nur ein Dummy zu sehen.

Zu den historischen Ausgaben von Detective Comics gehören die ersten Auftritte vieler Schurken, wie z.B. Clayface, Pinguin, Two-Face, Riddler und Man-Bat, aber auch Robin, die erste Batwoman und das zweite Batgirl (Barbara Gordon) feierten hier Premiere.

Bekanntlich hatte Batman seinen ersten Auftritt in Detective Comics #27 (1939). Aber was ist mit den 26 Ausgaben davor? DC will diese den Fans endlich zugänglich machen: Im März erscheinen  Detective Comics Before Batman als zweibändige Slipcase-Ausgabe mit insgesamt 1500 Seiten Umfang. Die bekannteste Figur, die vor Batman in der Serie erschien, war der Detektiv Slam Bradley, erfunden von den Superman-Schöpfern Jerry Siegel und Joe Shuster. Er wird sicher in dem Band vertreten sein.

Die Serie Detective Comics ist allerdings erst spät eine reine Batman-Serie geworden. Immer wieder waren in den Ausgaben noch weitere Geschichten mit anderen Charakteren enthalten, wie zum Beispiel Martian Manhunter (erster Auftritt Detective Comics #225) und Elongated Man, ab den 60ern bekamen Nebencharaktere wie Robin und Batgirl die Zweitgeschichten, später auch Green Arrow und Black Canary.

Die Tradition endete vorläufig mit Ausgabe #567 (1986) und wurde dann in den Ausgaben #746–810 (2000-2005) wieder aufgenommen. Nach dem „Tod“ von Batman übernahm die neue Batwoman die Serie als Hauptcharakter in den den Ausgaben #854-860 (Elegy, 2009), als Back-up dient Renée Montoya in der Rolle der neuen Question.

(Hinweis: Der Artikel wurde am 10.9.2018 aktualisiert. DC hat seine angekündigten Omnibus-Ausgaben gestrichen und durch die Slipcase-Ausgabe ersetzt.)

Clayfaces großer Auftritt

DC Comics

Titel: Fall of the Batmen

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Joe Bennett, Miguel Mendonca, Eddy Barrows

Erschienen: 2018 (Detective Comics #969-974, Annual #1), Paperback 2018 (Detective Comics Vol. 6)


Das Opfersyndikat ist wieder da! Die Schurken übernehmen Arkham Asylum zusammen mit Anarky, der gleichzeitig einen Aufstand der Bürger in Gotham organisiert – plötzlich sind alle irgendwie Batmans Opfer. Der neue Bürgermeister macht klar, dass er Batman okay findet, aber nicht gleich eine ganze Privatarmee von Batmen. Und dann gibt es noch den armen Clayface. Er hofft auf eine Kur seines Leidens, aber das Syndikat hat andere Pläne mit ihm: Clayface mutiert zum Riesenmonster und randaliert in der Stadt.

Es kommt, wie es kommen muss, wenn man einen ehemaligen Schurken zum Helden zu rekrutieren versucht. Alle versuchen ihr Bestes, aber scheitern. Nur Batwoman bringt eine radikale Lösung, aber die zerbricht die Batman-Familie … Dieser Aspekt ist der interessanteste der ganzen Geschichte. Leider kommt er erst am Ende. Dazwischen mal wieder nur mäßige Unterhaltung. Was die Opfer-Schurken groß aufbauen, fällt viel zu schnell und einfach in sich zusammen. Und leider sieht man nicht mal, wie es passiert. Auch andere interessante Momente, die Potenzial zu mehr hätten, wie etwa Killer Moths neue Gang, werden schnell platt gemacht, um zu zeigen, wie toll die Batman-Bande als Verbrechens-Verhinderungs-System funktioniert.

DC Comics

Immerhin der Haupt-Aspekt kommt zur Geltung: Fall of the Batmen ist eine einzige große Clayface-Show. Endlich mal eine, die ihrem Anspruch gerecht wird. Denn wir bekommen am Ende des Bandes (Annual #1) noch ein Update der Entstehungsgeschichte nachgereicht. Die ist angelehnt an die Version, die man aus Batman: The Animated Series kennt: Basil Karlo ist ein junger aufstrebender Schauspieler, der nach einem Autounfall zu einem zweifelhaften Kosmetikprodukt aus dem Hause Daggett greift und damit alles noch schlimmer macht. Dazu gibt es eine Anspielung auf die Ur-Clayface-Story.

Nein, neu ist das alles nicht. Neu ist nur die Variation des Altbekannten. Aber bei den Zeichnungen von Eddy Barrows, einem wahren Genie, verzeiht man auch die Einfallslosigkeit des Autors. Einen Band macht er noch, dann ist aber wirklich Schluss und die Detective Comics bekommen noch eine Chance.

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Das Ende einer Männerfreundschaft?

DC Comics

Titel: Batgirl Breaks Up the Dynamic Duo

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #369), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Kaum ist wieder eine Frau aufgetaucht, schon stört sie die alte Ordnung der Männer. Dieses Batgirl versucht jetzt auch noch, Batman Robin abspenstig zu machen! Auf dem Cover reißen sie sich um den Wunderknaben, Robin sagt dem Dunklen Ritter, dass seine Zeit als „Top Bat“ vorbei ist und er lieber mit Batgirl gemeinsame Sache macht.

Auf Seite eins wirkt Robin hingegen noch unentschlossen: Auf der einen Seite das Batmobil, auf der anderen ein eigener Wagen an Batgirls Batbike. Was tun? Bedeutet dies das Ende einer langjährigen Männerfreundschaft?

Die Sache beginnt ganz harmlos: Batgirl verfolgt ein paar gesichtslose Gauner in die Sümpfe, Batman folgt ihr, rutscht aus, fällt in den Sumpf und Batgirl findet daraufhin, dass mit Batman etwas nicht stimmt: Er hat das Sumpf-Fieber. Weil sie es ihm nicht sagen kann (er wäre zu stur, um sich auszukurieren), fühlt sie sich verfplichtet, auf ihn aufzupassen.

Da heckt sie mit Robin den Plan aus, sich mit ihm zu verbünden und gemeinsam das Verbrechen zu bekämpfen, damit Batman das nicht mehr machen muss. Schließlich gerät Batman aber doch in Gefahr, wird schwach – und wird vom neuen Dynamischen Duo gerettet.

Was auf dem Cover so dramatisch angepriesen wurde, hat sich mal wieder als geschickte Täuschung herausgestellt. Die männlichen Leser werden aber das Geld nicht zurückverlangt haben, denn der Status quo wurde gewahrt. Aber trotzdem: Batgirl passt auf Batman auf? Batgirl rettet Batman sogar? Das Weltbild gerät ins Wanken. Diese Frau hat es drauf.

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Falsches Spiel mit Batgirl

DC Comics

Titel: The True-False Face of Batman

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #363), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Batman offenbart Batgirl sein größtes Geheimnis: Zuerst führt er sie mit einer Augenbinde in die Bathöhle, dann setzt er seine Maske ab und darunter ist – Bruce Wayne! Nicht mal ein Jahr dabei und schon knickt Batman vor einer Frau ein? Zugegeben: vor einer jungen, sehr attraktiven und sehr klugen Frau. Aber trotzdem! Robin ist empört.

Doch dann ist wie immer alles anders als gedacht. Batman inszeniert das Ganze so, dass es wie ein Fake aussieht. Er lässt sein Gesicht aussehen, als wäre es eine Maske – und zwar eine schlechte. Das alles dient nur dazu, dass irgendwelche Diebe auf eine falsche Fährte gelockt werden. Und ganz nebenbei auch Tausende von Comic-Lesern, die das Heft nur wegen des Covers gekauft haben.

So ganz leuchtet die Notwendigkeit dieses riskanten Manövers nicht ein. Genauso wenig verstehe ich nicht, warum die Verbrecherbande ständig literarische Werke ausleiht, um sich Pläne für ihre Diebstähle abzugucken. Was hat „Der Kaufmann von Venedig“ mit einem Juwelendiebstahl zu tun, außer dass der Bestohlene aus Venedig stammt? Die Bibliothekarin Barbara Gordon sieht da einen Zusammenhang.

Es ist auch fraglich, wie diese Diebe die Bücher an einem Tag lesen können, und dass sie diese wieder in die Bücherei zurückbringen. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine Methode, um Kinder oder Jugendliche dazu zu bringen, richtige Bücher zu lesen. Nein, klingt unüberzeugend? Denke ich auch. Wahrscheinlich soll den jungen Lesern gar nicht erst auffallen, dass sie hier zweimal an der Nase herumgeführt werden …

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Batgirl gegen Zwangsheirat

Batgirls erster Auftritt im Fernsehen. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Enter Batgirl, Exit Penguin (dt. Batgirl kommt, Pinguin geht)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S03E01)


„Bats! I’m surrounded by bats!“ (Pinguin)

Bruce Wayne und Dick Grayson wollen mit O’Hara, Gordon und dessen Tochter Barbara (Yvonne Craig) in die Oper. Doch daraus wird nix, weil der Pinguin Barbara entführt, um sie zu heiraten – natürlich unter Zwang. Aber nicht etwa Liebe verschafft ihm den Sinneswandel. In der typisch verdrehten Logik von Batman-Schurken erhofft er sich davon Straffreiheit. (Fragt nicht.)

Der Pinguin hält Barbara Gordon gefangen.

Bei der Suche nach einem Pfarrer entführt er auch Alfred, der sich für einen Geistlichen ausgibt, um den echten zu decken. Alfred meldet die Gefahr seinem Herrn dank einem versteckten Knopf im Gürtel. Doch als Batman und Robin eintreffen, stellen sie fest, dass sie eine Dritte im Bunde haben: Batgirl.

Barbara wird zu Batgirl.

Statt die Polizei zu rufen, wie es jede normale Frau getan hätte, ist Barbara Gordon zwischendurch mal eben schnell nach Hause geschlichen und hat sich umgezogen. Unbemerkt hat sie in ihrer Wohnung ein Geheimversteck untergebracht, samt violettem Kostüm, roter Perücke und einem passenden Motorrad mit Rüschen (weil Frauen in den 60ern so was offenbar machen). Zu dritt schlagen sie den Pinguin und seine Handlanger spielerisch zusammen, am Ende rettet sie Batman und Robin sogar den Hals, bevor sie wie Teebeutel in heißes Wasser getunkt werden. Nur Alfred erfährt in der Folge ihr Geheimnis – doch sie bittet ihn, in der Rolle des Pfarrers zu bleiben und die Schweigepflicht einzuhalten.

Das Dynamische Duo als Teebeutel

Wie in den Comics, in denen Barbara kurz zuvor eingeführt worden ist, ist die Heldin auch hier Bibliothekarin. Während aber im Comic halbwegs plausibel erklärt wird, warum sie ein Kostüm trägt und Kampfkunst beherrscht, liefert sie in der TV-Serie keine Erklärung für Batgirl ab. Sie ist einfach da. Und für sie ist das Abenteuer ein einziger Spaß. Batman kann dem zwar nicht so viel abgewinnen, aber immerhin nimmt er ihre Hilfe dankend an – im Gegensatz zu dem Chauvi in den Comics …

Batman, Robin und Batgirl

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Das neue Batgirl: Gekommen um zu bleiben

DC Comics

Titel: The Million Dollar Debut of Batgirl!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #359), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Nach Batwoman kam Bat-Girl, aber das waren nur kurzlebige Spinnereien der 50er bzw. 60er. Allerdings kam Batgirl 1967 wieder, in Form von Barbara Gordon – und blieb die langlebigste Version davon. Barbara ist nicht nur Tochter des Commissioners, sondern auch Bibliothekarin. Und was für eine: mit Doktortitel (summa cum laude) und braunem Judo-Gürtel. Außerdem kann sie nähen. Für den Kostümball der Polizei näht sie sich ein Batgirl-Kostüm.

Barbara Gordon wird Batgirl (DC Comics)

Als sie unterwegs dorthin ist, sieht sie, wie Killer Moths Bande Bruce Wayne überfällt. Barbara überwältigt die Gauner, landet dabei aber im Kokon des Schurken. Batman befreit sie, aber obwohl sie ihm sagt, dass sie nur zum Kostümball wollte, sagt sie ihm nicht, wer sie wirklich ist.

Batman und Robin finden heraus, dass Killer Moth von zehn reichen Männern Schutzgeld erpresst. Bruce Wayne widersetzt sich, lockt den Schurken zu sich nach Hause. Zufällig muss an dem Abend Barbara ein kostbares Buch bei Bruce abliefern. Sie findet aber einen leblosen Kunden …

Obwohl Barbara nur als Bibliothekarin unterwegs ist, hat sie ihr Kostüm dabei, zieht sich um und legt sich wieder mit den Motten an. Batman und Robin, die das mitansehen, sind gar nicht erfreut. Sie macht ihren Plan zunichte – und außerdem noch schlechte Witze. Und dann ist da noch das Ego: „Still — we can’t let Batgirl fight our battles, now can we?“, fragt Batman. Nein, das geht natürlich nicht.

Später aber hilft ihnen Batgirl aus der Patsche: Sie findet Killer Moth (sie erkennt ihn an ihrem Parfüm) und verdient sich damit Batmans Respekt. Anders als ihre Vorgängerinnen, Batwoman und das erste Batgirl, heißt der Held sie als Hilfe bei der nächsten Gelegenheit willkommen. Wie gesagt: Es ist das Jahr 1967. Die Gesellschaft ist im Wandel.

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Superman läuft Amok

DC Comics

Titel: Squatter

Autor/Zeichner: John Byrne

Erschienen: 1987 (Action Comics #584), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman)


Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist ein Irrer, der Hochhäuser zertrümmert! Superman fliegt durch Metropolis und demoliert sinnlos, was ihm in den Weg kommt. Und er hat einen Riesenspaß dabei. Da kommt Cyborg, um ihn aufzuhalten, doch der wird in seine Einzelteile zerlegt. Er ruft die Teen Titans. Aber Wonder Girl und Changeling kriegen auch mächtig eins drauf. Superman prahlt die ganze Zeit nur mit seiner Überlegenheit und nennt die anderen bloß minderwertige Kreaturen. Erst der Held Jericho kann ihnen helfen, indem er Supermans Körper übernimmt.

Da taucht plötzlich ein Mann mit Krücken auf, der behauptet Superman in einem fremdem Körper zu sein. Ein böser Wissenschaftler habe ihn hintergangen und mit ihm die Körper getauscht. Also tauscht man sie wieder ebenso schnell zurück und Clark Kent hat wie immer einen Aufmacher für Seite eins des Daily Planet.

Am Ende fällt Lex Luthor auf, dass immer Clark diese Exklusiv-Storys über Superman schreibt, und fragt sich, welche Verbindung zwischen den beiden bestehen könnte. Solche Momente sind es, die Lex immer weniger wie ein Genie erscheinen lassen …

Die Geschichte zeigt mal wieder die Gefahr, die von Superman ausginge, wenn er nicht das zahme Landei wäre. Es ist nicht das erste und das letzte Mal, dass diese Möglichkeit durchgespielt wird. Wahrscheinlich erklärt es auch, warum Superman so ein netter Typ ist, und zwar so nett, dass ihn viele langweilig finden: Er muss es sein, weil seine Kräfte eigentlich furchteinflößend sind. Sie sind zerstörerisch und tödlich. Superman ist ein nahezu allmächtiger Gott – umso menschlicher muss man ihn darstellen, um ihn als Helden sehen zu können.

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Vicki Vale, Mad Hatter und ein Knüller

Vicki Vale (DC Comics)

Titel: The Scoop of the Century

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1948 (Batman #49), Hardcover 2014 (Batman: A Celebration of 75 Years)


„Being Batman is tough work, and once in a while Bruce Wayne deserves to take time off for romance!“

Die erste Mad Hatter-Story steckt voller Überraschungen. Die erste ist gleich auf der ersten Seite: Die Überschrift lautet „The Scoop of the Century“, aber zu sehen ist nicht der Verrückte Hutmacher, sondern die Fotografin Vicki Vale, wie sie zu beweisen versucht, dass Batman und Bruce Wayne dieselbe Person sind. Das ist der Spannungsbogen der Story, während der Mad Hatter nur kurioses Beiwerk ist. Aber genau das macht die Geschichte interessant.

Es beginnt damit, dass Vicki Vale (übrigens auch ihr erster Auftritt) im Yacht Club auftaucht, um ein Foto von Bruce Wayne zu schießen. Bruce findet zwar, dass sie sich selbst gut auf einem Bild machen würde, aber er sagt zu. Als er ihr ein Date vorschlägt, lässt sie ihn abblitzen.

Vicki Vale und Mad Hatter. (DC Comics)

Da taucht ein kleiner Mann mit großem Kopf und Zylinder auf, der Mad Hatter mit zwei Komplizen, auf und klaut einen Goldpokal. Bruce zieht sich schnell um und verfolgt ihn als Batman auf einem Segelboot. Vicki kommt mit, um zu helfen. Batman flirtet: „There’s nothing ordinary about you.“

Der Mad Hatter entkommt, weil er Batman mit einer Gaspistole betäubt, ihm die Waffe ins Gesicht wirft und damit über Bord bringt. Immerhin Vicki war erfolgreich mit ihren Fotos von dem Einsatz. Doch Vicki will mehr von Batman. Kaum taucht sie bei Commissioner Gordon auf, weiht er sie in seine Ermittlung ein: Der Mad Hatter hat einen Hut als Hinweis auf sein nächstes Verbrechen geschickt. Gordon ruft Batman mit dem Batsignal, das noch in einem Leuchtturm steckt.

Gordon wirft das Batsignal an. (DC Comics)

Robin reflektiert: Der Mad Hatter imitiert mit der Ankündigung die Masche vom Joker und Pinguin. Batman redet über was anderes: „How can we teach these criminals they can’t win?“ Das ist keine Erwiderung auf Robin, denn Robin bringt auf, dass Schurken Hinweise schicken, damit sie gefasst werden können. Die Hinweise setzen erst das Spiel mit Batman und Robin in Gang.

Aber Batman leitet zu einem anderen Thema über: Prävention. „Stopping crime before it starts has always been my hope!“, sagt er zu Vicki, als sie ihm vorschlägt, mit Fotos von ihm abschreckend auf Kriminelle wirken zu können. Daher macht er sie zu seiner offiziellen Fotografin. Und dann sagt sie ihm auch noch, dass der Hut auf ein Reitsport-Event hindeutet.

Batman reitet gegen den Hatter. (DC Comics)

Vicki geht mit Bruce hin, entdeckt die Wunde an seinem Kinn, die er sich beim letzten Kampf zugezogen hat. Der Mad Hatter taucht mit Pferden auf, Robin kümmert sich drum. Als Vicki ihren Job macht, wird Bruce zu Batman. Der springt auf einem Pferd durch einen Feuerring und stößt den Hatter mit einer Lanze vom Pferd. Trotzdem hat der Schurke ab. Viel wichtiger ist: Vicki stellt sich später die Frage, die sich Lois Lane schon immer bei Clark Kent und Superman gestellt hat: Wieso verschwindet Bruce immer dann, wenn Batman erscheint? Und was ist mit dem Schnitt am Kinn? Sie vergleicht Fotos von Batman und Bruce Wayne und kommt zum einzig logischen Schluss.

Vicki Vale entdeckt Batmans Geheimnis. (DC Comics)

Obwohl Vicki ihren Scoop hat, will sie noch einen Beweis. Als Batman und Robin sie (mit verbundenen Augen) in die Bathöhle führen, bringt sie ein Pulver auf Batmans Handschuh an, das im Dunkeln leuchtet. Wenn sie später Bruce Waynes Hände sehen würde, wüsste sie Bescheid.

Batman findet im Labor winzige Spuren von Heu auf dem Hut des Hatters. Für den leser heißt das: Er könnte überall sein. Einziger möglicher Schluss für Batman: Der Hatter versteckt sich in einem Scheunentheater, in dem gerade Alice im Wunderland gespielt wird. Dort sitzen die Gauner dann tatsächlich auf der Bühne zusammen. (Wo sind die Schauspieler? In der Mittagspause?)

Batman im Wunderland: Mad Hatters Versteck. (DC Comics)

Robin zerbricht einen Spiegel, um einen seiner schlechten Witze zu machen („Alice went through the looking glass!“), Batman wirft eine Katze, der Mad Hatter holt eine Axt raus, um dem Ruf der Roten Königin zu folgen. Vicki bittet ihn, fürs Bild in der Position zu bleiben. In dem Moment schlägt Batman ihn zu Boden.

Mad Hatter mit Axt. (DC Comics)

Am Ende trickst Bruce Wayne sie aus: Er hat natürlich das Leuchtpulver bemerkt und ihr dann leuchtende Blumen gekauft, damit seine beiden Hände mit dem Pulver bestäubt sind. Bruce denkt, er wäre sie los, aber da hat er sich getäuscht …

Bemerkenswert ist, dass der Verrückte Hutmacher einfach nur ein gewöhnlicher Schurke in ungewöhnlichem Kostüm ist. Das Alice im Wunderland-Thema spielt noch keine große Rolle. Der Hut-Fetisch ist nur angedeutet und von Gedankenmanipulation ist noch nicht die Rede. Das kommt später.

Trotzdem: Bei so einer starken Frauenfigur braucht es keinen besseren Schurken. Diese einfallsreiche Geschichte vom Meister und Batman-Vater höchstselbst ist ein wahrer Knüller.

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Bat-Girl wird Batwoman

DC Comics

Titel: Bat-Girl – Batwoman II

Autor/Zeichner: Bill Finger/Chic Stone

Erschienen: 1964 (Batman #163)


Alfred haut mal wieder in die Tasten. Nachdem er letztens Dick Grayson und Bruce Wayne Jr. eine Zukunft als Batman und Robin angedichtet hat (Bruce Wayne war mit Kathy Kane verheiratet), wird jetzt das ehemalige Bat-Girl Betty Kane zur neuen Batwoman.

Batman II und Robin II

Betty besucht ihre Tante, die führt sie herum in ihrem alten Haus und zeigt ihr auch das alte Batwoman-Kostüm. Kathy ist wehmütig: Es ist schon lange her, dass sie in Aktion getreten ist. Doch da entscheidet Betty, ihre Nachfolge anzutreten.

Als Batman II und Robin II gerade nicht in der Stadt sind, wird Bruce Wayne zu Batman und gerät sogleich in Gefahr. Milo, der Erfinder für die Unterwelt, schnappt sich den Helden mit einer riesigen fliegenden mechanischen Hand. Zufällig kommt Batwoman II vorbei und befreit ihn. Beim Sturz verliert Batman seine Maske und sein Geheimnis ist raus.

Batwoman II rettet Batman

Gemeinsam verfolgen sie Milo zu einer Vorführung seiner Erfindungen, werden gefangengenommen und Batman wird fast von einem riesigen Hammer zermatscht, doch dann kommt die nächste Generation, um ihn zu retten …

Bett Kane küsst Dick Grayson

Es ist nicht die großartigste Geschichte, die uns Alfred hier auftischt. Formelhaft und uninspiriert. Ebenfalls schade: Alle bekommen hier was zu tun, nur Kathy Kane muss zuhause bleiben. Immerhin bekommt Dick Grayson, nachdem er sich als neuer Batman geoutet hat, einen Kuss von Betty …

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Batman: The Animated Series ab Oktober auf Blu-ray

Warner Bros.

Am 16. Oktober 2018 ist es endlich soweit: Batman: The Animated Series erscheint auf Blu-ray – zumindest in den USA. Alle 109 Episoden der 90er-Jahre-Serie (drei Staffeln, also auch The New Batman Adventures) werden auf zehn Discs in HD verfügbar sein, dazu die beiden Filme Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) und SubZero (dt. Eiszeit), die bereits auch einzeln auf Blu-ray erschienen sind (allerdings nicht in Deutschland).

Warner Bros.

Als Extras gibt es zwölf Audiokommentare und 24 Featurettes, wie etwa die 60-minütige Doku Heart of the Batman. Außerdem werden die Blu-rays mit einem Art-Book und drei Funko-Figuren aufgewertet Der Preis beträgt derzeit 113 US-Dollar. Für 25 Dollar mehr kann man sich eine Ausgabe mit einem von zwei passenden T-Shirts kaufen. Weitere Details auf blu-ray.com und im WBShop.

Von dieser Deluxe Limited Edition erscheinen 30.000 Stück. Wer eine haben will, sollte sich beeilen. Oder einfach auf die deutsche Ausgabe warten – falls es je eine geben wird. Denn eine Ankündigung für den deutschen Markt lässt auf sich warten. Hier kann man sich die Serie nur (für viel Geld) im Amazon-Stream ansehen, allerdings nicht in der optimierten Fassung.