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Quickly, Robin! To the crosswalk!

IGN.com hat einen neuen Trailer zum nächsten Animationsfilm Batman: Return of the Caped Crusaders veröffentlicht. Der Film setzt die Batman-TV-Serie der 60er Jahre fort, die damaligen Darsteller Adam West und Burt Ward sprechen hier die Hauptrollen. Im Trailer sehen wir, wie sich die klassischen Schurken Joker, Pinguin, Riddler und Catwoman vereinen, um das Dynamische Duo auszuschalten. „Holy unholy alliance!“, sagt Robin dazu. Dabei soll das Abenteuer sogar ins Weltall führen. Wie üblich ist Batman hier kein Vigilant, der über dem Gesetz steht und nach Gutdünken Leute verdrischt, sondern ein lupenreiner Spießer, der nicht einmal bei Rot über die Straße geht.

Das Drehbuch stammt von Michael Jelenic (Teen Titans Go!) and James Tucker (Justice League vs. Teen Titans), Regie führt Rick Morales (LEGO DC Comics Super Heroes – Justice League: Cosmic Clash).

Der Film erscheint am 11. Oktober digital in den USA und am 1. November auf Blu-ray.

Warner Bros.

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Adam West kehrt zurück als Batman

Eine verdrängte Nachricht wird Wirklichkeit: Adam West und Burt Ward kehren zurück in ihre Paraderollen als Batman und Robin. Ja, genau: die lächerlichen Versionen aus der TV-Serie der 60er Jahre und aus dem dazugehörigen Film. Im neuen Film, Batman: Return of the Caped Crusaders, werden sie allerdings nur zu hören sein: zu sehen sind sie bloß als animierte Figuren.

Ein Teaser-Trailer gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Klar: es wird absurd. In dem Video (exklusiv von Entertainment Weekly) liegen Batman und Robin auf einem riesigen Kantinen-Tablett und werden in einen riesigen Ofen befördert. Batman befreit sich und verkündet das Erscheinen des neuen Films: am 11. Oktober digital und am 1. November 2016 auf Blu-ray. Das kann ja heiter werden …

Batman of the Future als Download

Warner Bros

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Batman Beyond (dt. Batman of the Future) hat als Zeichentrickserie einen so großen Eindruck hinterlassen, dass nach drei Staffel nicht nur ein Film folgte (Batman Beyond – Return of the Joker), sondern auch mehrere Comic-Serien. Mittlerweile ist der Zukunfts-Batman sogar in den Kanon eingegangen. Leider waren von der Zeichentrickserie bisher nur die erste Staffel und der Film in deutscher Fassung auf DVD zu haben. Nachdem Amazon die Batman – The Animated Series online gestellt hat, gibt es jetzt auch Batman of the Future als Download. Alle drei Staffeln, 52 Folgen. Auch diese Serie ist nicht im Prime-Paket enthalten, sondern muss für 2,49 Euro pro Episode oder 16,99 Euro gekauft werden. Außerdem ist sie bloß in SD-Qualität verfügbar. Eine DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung ist bisher nicht angekündigt.

Neue Zeichentrickserie: Justice League Action

Neues von der San Diego Comic-Con (SDCC) 2016:

Batman kommt wieder gezeichnet ins Fernsehen – und er ist nicht allein: Justice League Action, wird die Serie heißen. Mit dabei sein werden Superman, Wonder Woman, Booster Gold, Firestorm und noch zig weitere Helden. Klassische Schurken wie Lex Luthor, Joker und Mongul werden zu den Gegnern gehören. Als Sprecher wurden unter anderem Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker) verpflichtet, die schon bei Batman The Animated Series dabei waren. Die Serie wird, wie das im gleichen Stil gezeichnete Teen Titans Go, bei Cartoon Network laufen. Ein Starttermin steht noch nicht fest.

DC Comics

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Nachtrag am 23. Juli: Hier noch ein Video zu den Hintergründen.

Batman The Animated Series: Endlich digital auf Deutsch

Warner Bros.

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Von Batman gibt es so gut wie alles auf DVD oder sogar Blu-ray, zuletzt sogar die 66er-Serie mit Adam West. Aber eine Komplett-Box von Batman: The Animated Series wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Die Staffeln kann man nur einzeln als Import mit englischer Tonspur kaufen, eine deutsche Fassung fehlt.

Nun hat Amazon alle Folgen der legendären Zeichentrickserie der 90er digital verfügbar gemacht – nicht nur Batman, sondern auch das Superman-Pendant. Für die üblichen 2,49 Euro pro Folge oder 24,99 Euro pro Staffel. Bei vier Staffeln kommt man da auf stolze 100 Euro – ohne Originalversion wohlgemerkt. Auch wenn jetzt manche in Jubel ausbrechen – das ist dreist teuer für eine mehr als 20 Jahre alte Serie.

Sparfüchse werden noch warten müssen, bis die Serien im Prime-Abo enthalten sind, wie es für Justice League Unlimited bereits der Fall ist. Und wer sich lieber Silberscheibchen ins Regal steht, der wird sich ohnehin noch eine Weile gedulden müssen.

Der Ritt auf dem Phallus

Roxy Rocket kommt Batman davon.

Roxy Rocket kommt Batman davon.

Titel: The Ultimate Thrill (dt. Der letzte Kick)

Drehbuch: Hilary J. Bader

Erschienen: 1998 (The New Batman Adventures S01E11)


„Oh baby, you’re the best! The ultimate thrill! The final stunt! Me and you! Yeah! Yeah! Yeeeah!“ (Roxy Rocket)

Heute möchte ich euch eine meiner Lieblingsepisoden von Batman TAS vorstellen. Seltsam, dass ich nicht schon früher darauf gekommen bin, aber jetzt ist wohl die Zeit reif dafür. Die Rede ist von einer Folge aus der dritten Staffel, die ohnehin genial ist, allein schon visuell, wegen ihres kantigeren Stils, aber auch wegen einiger ausgefeilter Storys (z.B. Over the Edge). In der Folge „The Ultimate Thrill“ bekommt Batman es mit einer neuen Schurkin zu tun, der Diebin Roxy Rocket, einer ehemaligen Stuntfrau. Und wie so oft ist die rothaarige Schurkin nicht irgendeine Frau, sondern eine mit Feuer, deren Charme man nur schwer widerstehen kann. (Ihren ersten Auftritt hatte sie in Batman Adventures Annual #1, 1994.)

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Das Feuer ist wörtlich gemeint: Denn sie reitet, wie der Name schon sagt, auf einer Rakete. Klingt albern? Mag sein. Aber der Verstand setzt hier schnell aus und weicht der reinen Freude am Zuschauen. Denn Roxy ist nicht nur fit im Raketenflug, sondern auch eine gewitzte Person, die Batman immer wieder abhängt und mit einem lockeren Spruch dumm dastehen lässt. Es ist eine Lust, diese pfiffige und rasante Episode zu sehen.

Apropos Lust: Es geht beim „letzten Kick“ um nichts anderes. Und das ist mehr als nur Subtext, es braucht wirklich nicht viel Fantasie, um sexuelle Erregung darin zu sehen. Wie sich Roxy in ihrem Todesmut jedes Mal einen abstöhnt, wenn sie durch die Luft fliegt, das ist schon fast nichts mehr für Kinder. Gerade im Finale, wenn sie mit Batman auf der Rakete sitzend auf eine Felswand zurast (und sich dabei sogar auszieht!), scheint sie buchstäblich einen Orgasmus zu erleben. (Man sollte sich allein die Tonspur anhören.)

Nicht ohne Grund reitet Roxy auf einem großen Phallussymbol und sagt solche Dinge wie: „Ich mag Männer mit Durchhaltevermögen.“ Sagen wir’s frei heraus: Es geht um eine Frau, die für eine Riesenerektion die Beine breit macht. Und wie geht Batman darauf ein? Ach, ihr kennt doch den alten Miesepeter …

P.S.: Selbst Co-Creator Bruce Timm hat zugegeben, dass „The Ultimate Thrill“ eine der frivolsten Episoden der Zeichentrickserie ist.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Batman-Splitter #5: Batusi

Batman kann alles. Und er hat auch schon alles gemacht. Gerade im Silver Age lautete die Devise „Anything Goes“ und die TV-Serie der 60er-Jahre (und der dazugehörige Film Batman hält die Welt in Atem) hat auf die Spitze getrieben: Batman für für jeden Quatsch zu haben. Sogar zum Tanzen. Natürlich konnte ein Batman-Tanz nicht ausgeführt werden, ohne dass er – wie alles andere in der Serie – ein Label bekam. Und so wurde aus dem populären Watusi ein „Batusi“.

Gleich in der ersten Folge, „Hi Riddle Diddle„, schwingt Adam West die Hüften. Und natürlich gleich mit einer Frau. Wie es dazu kommt? Durch die Erklärung wird es nicht sinnvoller: Der Riddler legt Batman und Robin herein. Statt mit seinen Rätseln ein Verbrechen anzukündigen, inszeniert er eine Situation, in der sich das Dynamische Duo blamiert. Daraufhin verklagt der Riddler die beiden. Obwohl Batman und Robin nichts zu befürchten haben, weil niemand ihre wahre Identität kennt, nimmt Bruce Wayne sich das sehr zu Herzen, wälzt juristische Fachliteratur und sieht keinen Ausweg, als vor Gericht zu erscheinen. Denn dieser Batman ist kein Outlaw, der macht, was er will – er ist streng gesetzestreu. Doch da kommt Robin auf den Trichter, dass die Vorladung ein Hinweis sein könnte. Der führt in den Nachtclub „What A Way to Go Go“.

An der Bar bestellt Batman erstmal einen großen Orangensaft – „Batman Special“ – (Robin hat keinen Zutritt, da minderjährig) und trifft auf eine Frau, die ihn nicht lange überreden muss, mit ihr zu tanzen. Kaum bittet sie ihn, kippt er seinen O-Saft auf ex und rockt den Tanzboden, wobei die Vibes eher durch die Arme und Hände gehen. Markenzeichen: mit den Fingern ein V machen und quer über die Augen ziehen. „You shake a pretty mean cape, Batman“, sagt die Tanzbiene, und selbst Robin groovt mit, während er den Batusi vom Batmobil aus per Liveschalte verfolgt. (Wo ist die Kamera? Egal.) Doch die Einlage endet abrupt, weil Batman zusammenbricht. Der Drink ist ihm nicht bekommen …

Eine weitere Gelegenheit, das Cape zu schwingen, bekommt Batman in „The Pharaoh’s in a Rut“ (S01E28). Zunächst scheint es so, als stünde der Held unter dem Einfluss des Schurken King Tut, als er ihn auffordert, zu seiner Belustigung zu tanzen. King Tut lässt „Bat Music“ auf einem goldenen Grammophon auflegen, Batman legt sich richtig ins Zeug, zeigt vollen Körpereinsatz, hopst wild herum und dann knallt es plötzlich („BIFF!!!“) – er beginnt, des Pharaos Schergen zu vermöbeln. Aus dem Tanz wird eine Schlägerei, aus der Schlägerei ein Schwertkampf („CLANK!“), Robin springt dazu und nach ein paar weiteren Faustschlägen liegen die Gegner am Boden. So geschickt, so elegant, so durchtrieben –  Batman hat es mal wieder allen gezeigt.

Der Batusi machte Schule, er wurde zum Mode-Tanz – wenn man überhaupt von einem richtigen Tanz sprechen  kann. Wer ihn ‚erfunden‘ hat, dazu gibt es verschiedene Versionen. Auch später, von Pulp Fiction (1994) bis zum Akte X-Revival (2016), wurde der Batusi gepflegt. Doch das nächste Mal, als Batman im Film einen Nachtclub aufmischte, sparte er sich das Vorspiel. In The Dark Knight (2008) war der Kampf der Tanz.

>> Batman 1966-1968

Materialschlacht auf dem Schrottplatz

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond Vol. 1 – Brave New Worlds (dt. Batman of the Future)

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015 (Batman Beyond Sneak Peek, Batman Beyond #1-6), Paperback 2016, dt. Panini 2016 (Paperback)


„The Lodge is home. The Lodge is happiness. The Lodge is all.“

„War. That’s what this is. Pure and simple.“ (Tim Drake)

Der Batman der Zukunft ist tot – es lebe der neue Batman Beyond. Kaum wurde Terry McGinnis in Future’s End in die DC Haupt-Continuity aufgenommen, ist er gestorben. Seinen Platz in der Zukunft hat Ex-Red Robin Tim Drake eingenommen. Als Batman muss er gegen die böse künstliche Intelligenz Brother Eye kämpfen, der mit seiner Cyborg-Armee (darunter auch umgepolte Robo-Zombie-Superhelden) eine postapokalyptische Welt beherrscht und es zuletzt auf Gotham abgesehen hat und auch den Rest der Menschen zu Zombies machen will. Mit der Hilfe von Barbara Gordon, der Schurkin Inque und dem Superhelden Micron tut Tim sein Bestes, um die Welt zu retten. Dabei muss Batman selbst zum Roboter werden, um den Roboter zu besiegen …

Auch wenn das Szenario an die Terminator– und Matrix-Filme erinnert (Killer-Roboter gegen Menschen): Mit dieser Dystopie wird der Welt von Batman Beyond neues Leben eingehaucht. Einst war Neo-Gotham ein eher utopischer Ort, in dem es ständig taghell war und das Verbrechen eher eine Nebenerscheinung als das dominierende Element. Mit der verwüsteten Welt und der versklavten Menschheit wird es zum ersten Mal ernst in dieser Erzählwelt. Und das hatte sie auch bitter nötig. Denn die Comics um Terry McGinnis schafften nur mäßig, an die Zeichentrickserie anzuknüpfen und damit auch Bögen zur Haupt-Continuity zu schaffen (etwa mit Hush Beyond). Das Konzept ging kaum über eine Superhelden Soap Opera hinaus und entwickelte sich kaum weiter; es fehlte ein übergreifender Spannungsbogen.

Braucht es Batman Beyond?

Man konnte sich schon fragen, ob man einen Batman Beyond überhaupt noch brauchte. Immerhin kam die Animations-Serie zuerst im Jahr 1999 heraus, also kurz vor dem Jahrtausendwechsel, als die Zukunft noch glorreich und voller technischer Wunder erschien. Mittlerweile ist der Batman der Gegenwart aber so hochtechnisiert, verfügt über so viele Gadgets und war zuletzt sogar in einem Roboter-Kampfanzug unterwegs, dass ein expliziter Batman der Zukunft verzichtbar wirkte. Doch als Dystopie bekommt die Zukunft wieder eine Brisanz und damit auch Relevanz: die Welt ist verwüstet, die alten Helden sind tot, jetzt muss Batman wieder ran – fast allein. Und es ist eine gute Möglichkeit, endlich Tim Drake, den ewigen (Red) Robin ins Kostüm seines Mentors steigen zu lassen. Dass er sogar den „Bunny-Suit“ benutzt und damit einen Bogen in die parallel laufende Batman-Serie schlägt, verleiht der Story eine pseudo-nostalgische Ironie.

Auch visuell hebt die neue Serie das bislang schwankende Niveau. Zeichner Bernard Chang bildet die Figuren nicht nur sehr dynamisch ab, er setzt auch mit rot eingefärbten Panels ein paar künstlerische Akzente. Das alles macht Batman Beyond immer noch nicht zu einer Pflichtlektüre (zu sehr gleicht die Story einer Materialschlacht auf dem Schrottplatz), aber für eine interessante Lektüre reicht es allemal.

(P.S.: Vom Cover sollte man sich nicht irritieren lassen; die meisten dort gezeigten Helden kommen nicht im Heft vor.)

Beschützen und beherrschen

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond 2.0 – Justice Lords Beyond

Autor/Zeichner: Kyle Higgins, Christos Gage/Thony Silas, Dexter Soy, Mateo Guerrero

Erschienen: 2014 (Batman Beyond Universe #9-12), Paperback 2015


„There must never be a Batman.“ (Lord Superman)

Auf Superheldencomics ist Verlass, was Wiedersehen  angeht. Mit alten Bekannten. Und mit altbekannten Ideen. Wie etwa bösen Ebenbildern von Helden aus einem Paralleluniversum. In diesem Fall bilden die Justice Lords den tyrannischen Gegenpol zur Justice League der Zukunft. Lord Superman und seinesgleichen herrschen mit eiserner Hand über ihre Welt (vgl. Earth Two, Red Son & Injustice), jetzt greifen sie auch nach der Welt, die wir kennen (wie schon in der Folge „A Better World“ der Animationsserie Justice League S02E37-38 von 2003). Terry McGinnis wird ins Paralleluniversum geschickt, um Lord Batman zu finden, der im Gegensatz zum Rest einer von den Guten sein soll. Aber daraus wird nix, denn Batman ist tot. Terry trifft auf seinen Doppelgänger „T.“, der ein Mitglied der Jokers ist. Dann kommen die Justice Lords in die normale Welt und kloppen sich mit der Justice League. Höhepunkt dieser allzu ausschweifenden Prügelorgien ist, wenn Terry in ein cooles Kostüm von Lord Batman steigt, das später noch mit Kryptonit gepimpt ist und sich einen finalen Kampf mit dem bösen Superman liefert.

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So simpel die Story klingt, so aufwendig ist die Backstory. In vielen Rückblenden wird erklärt, was bisher geschah. Das ist zwar eine sehr dramatische Geschichte mit einer tragischen Liaison zwischen Wonder Woman und Superman, damit zwar gut zu wissen für Leser, die keine Ahnung haben, aber ermüdet in der Menge sehr. Dadurch ist Justice Lords Beyond keine echte Batman Beyond-, sondern eigentlich eine Justice League-Story. Erst recht zum Schluss wird das deutlich, wenn der Epilog kein Ende zu nehmen scheint und die letzten 15 Seiten einnimmt, damit auch der nebensächlichsten Figur Genüge getan wird. Man sollte sich zuvor die beiden Justice League-Folgen ansehen, wenn man sich hier nicht verlieren will. Aber insgesamt wirkt es so, als sei die Backstory die Geschichte, die man lieber ausführlicher erzählt gehabt hätte.

Batman als Monument der Abschreckung.

Batman als Monument der Abschreckung. (DC Comics)

In der Zukunft nichts Neues

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond 2.0 – Rewired

Autor/Zeichner: Kyle Higgins/Thony Silas

Erschienen: 2013-2014 (Batman Beyond Universe #1-8, Paperback 2014)


„He’s a dishonor to the mantle. At best, an imitation. Just a kid in over his head.“

Zunächst die schlechte Nachricht. Wir lernen, dass es in der Zukunft immer noch auf Papier gedruckte Zeitungen und Ölbohrplattformen gibt. Keine besonders guten Aussichten. Es passt in die Welt von Batman Beyond, in der deprimierenderweise alles beim Alten bleibt: Gotham ist ein Hort der kriminellen Freaks, ein Batman wird immer nötig sein. Gut für die Leser? Leider nicht. Denn die schlechtere Nachricht lautet: Auch der Autorenwechsel und das Label „2.0“ machen die Comic-Fortsetzung der Animationsserie nicht viel unterhaltsamer.

Der Bürgermeister wird ermordet, die Insassen des Arkham Institute werden freigelassen. Verantwortlich ist ein neuer Schurke: Rewire, ein Typ, der Strom kontrollieren kann und – Spoiler egal – der Sohn des Bürgermeisters ist. Man kann es sich leicht denken. Es ist immer der Typ mit dem komischen Haarschnitt, der etwas abseits steht. Seine Motivation bleibt schwammig. Rewire macht gemeinsame Sache mit Inque, Shriek und Spellbinder. Letzterem ist der Höhepunkt der Story zu verdanken: Terry muss gegen die alten Helden antreten – Batman, Nightwing, Batgirl, Robin – aber sie sind bloß eine Illusion. Bemerkenswert ist ansonsten, dass der alte Dick Grayson zum neuen Mentor für Terry wird und ihn ermahnt, sich nicht zu einem zweiten Bruce zu entwickeln. So kommt es, dass sie gemeinsam den Schurken besiegen.

In der zweiten Story verbündet sich Terry wieder mit Bruce, um Man-Bat aufzuhalten. Ja, Kirk Langstrom lebt immer noch. Er ist in seiner Form als Fledermaus gefangen, trägt Bart, hat eine neue Lebensgefährtin und einen Kult um sich geschart. Jetzt erpresst er die Stadt. Wen es interessiert, kann erfahren, welche Tragödien ihm zu dem gemacht haben, was er ist. Die Geschichte verläuft formelhaft und ohne Überraschungen. Einzig die Sequenzen, die die Beziehung zwischen Dick Grayson und Barbara Gordon vertiefen, sind ganz nett geraten.

Bei dieser Einfallslosigkeit kann einem die Lust nicht nur auf die potenziell interessante Welt von Batman Beyond vergehen, sondern auf Superhelden-Comics insgesamt.