Batman Beyond

Zeitverschwendung in der Zukunft

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond Vol. 2 – City of Yesterday

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015-2016 (Batman Beyond #7-11), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„Batman is dead.“

Während Flüchtlinge von außerhalb nach Gotham strömen, aber nicht reingelassen werden, zieht Matt McGinnis mit Green Lanterns Arm in das zerstörte Metropolis. Batman (Tim Drake) fliegt hinterher, kämpft gegen Splicer (Halb-Mensch-Halb-Tier-Mutanten) und eine fremdgesteuerte Justice League, die wider Erwarten doch lebt.

End of story.

Nach einem vielversprechenden Auftakt im ersten Band (Brave New Worlds) bleibt die Fortsetzung banal und belanglos. Batman Beyond fühlt sich an wie eine Party, zu der man so sehr zu spät kommt, dass schon aufgeräumt wird. Acht Bände dieser Comics habe ich bereits gelesen und besprochen – oder vielmehr habe ich mich durchgekämpft. Und nachdem ich auch dem Neustart zwei Chancen gegeben habe, ist es beschlossen: Batman Beyond ist für mich erledigt. Auch wenn nächstes Mal Terry McGinnis zurückkehrt – es könnte mir nichts egaler sein. Genug Zeit in der Zukunft verschwendet.

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Best of Batman Beyond

Terry McGinnis ist zurück. In der neuen Batman Beyond-Comic-Serie (DC Rebirth) ist der Batman der Zukunft wieder der alte, nachdem Tim Drake zwischenzeitlich übernommen hatte. DC nimmt das zum Anlass, in Nostalgie zu schwelgen und die besten Momente der Beyond-Episoden Revue passieren zu lassen.

Abgesehen davon, dass die Ausschnitte in dem Video viel zu lang sind: mit den meisten Punkten der Liste kann ich gut leben – allein die Folgen mit dem Eierbaby und dem Hund, naja … Zu den Highlights zählen aber die Episoden, die auch ich schon hier vorgestellt habe:

Auch interessant sind die Justice League Unlimited-Episoden „The Once and Future Thing“ und „Epilogue„.

Batman of the Future als Download

Warner Bros

Warner Bros.

Batman Beyond (dt. Batman of the Future) hat als Zeichentrickserie einen so großen Eindruck hinterlassen, dass nach drei Staffel nicht nur ein Film folgte (Batman Beyond – Return of the Joker), sondern auch mehrere Comic-Serien. Mittlerweile ist der Zukunfts-Batman sogar in den Kanon eingegangen. Leider waren von der Zeichentrickserie bisher nur die erste Staffel und der Film in deutscher Fassung auf DVD zu haben. Nachdem Amazon die Batman – The Animated Series online gestellt hat, gibt es jetzt auch Batman of the Future als Download. Alle drei Staffeln, 52 Folgen. Auch diese Serie ist nicht im Prime-Paket enthalten, sondern muss für 2,49 Euro pro Episode oder 16,99 Euro gekauft werden. Außerdem ist sie bloß in SD-Qualität verfügbar. Eine DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung ist bisher nicht angekündigt.

Materialschlacht auf dem Schrottplatz

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond Vol. 1 – Brave New Worlds (dt. Batman of the Future)

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015 (Batman Beyond Sneak Peek, Batman Beyond #1-6), Paperback 2016, dt. Panini 2016 (Paperback)


„The Lodge is home. The Lodge is happiness. The Lodge is all.“

„War. That’s what this is. Pure and simple.“ (Tim Drake)

Der Batman der Zukunft ist tot – es lebe der neue Batman Beyond. Kaum wurde Terry McGinnis in Future’s End in die DC Haupt-Continuity aufgenommen, ist er gestorben. Seinen Platz in der Zukunft hat Ex-Red Robin Tim Drake eingenommen. Als Batman muss er gegen die böse künstliche Intelligenz Brother Eye kämpfen, der mit seiner Cyborg-Armee (darunter auch umgepolte Robo-Zombie-Superhelden) eine postapokalyptische Welt beherrscht und es zuletzt auf Gotham abgesehen hat und auch den Rest der Menschen zu Zombies machen will. Mit der Hilfe von Barbara Gordon, der Schurkin Inque und dem Superhelden Micron tut Tim sein Bestes, um die Welt zu retten. Dabei muss Batman selbst zum Roboter werden, um den Roboter zu besiegen …

Auch wenn das Szenario an die Terminator– und Matrix-Filme erinnert (Killer-Roboter gegen Menschen): Mit dieser Dystopie wird der Welt von Batman Beyond neues Leben eingehaucht. Einst war Neo-Gotham ein eher utopischer Ort, in dem es ständig taghell war und das Verbrechen eher eine Nebenerscheinung als das dominierende Element. Mit der verwüsteten Welt und der versklavten Menschheit wird es zum ersten Mal ernst in dieser Erzählwelt. Und das hatte sie auch bitter nötig. Denn die Comics um Terry McGinnis schafften nur mäßig, an die Zeichentrickserie anzuknüpfen und damit auch Bögen zur Haupt-Continuity zu schaffen (etwa mit Hush Beyond). Das Konzept ging kaum über eine Superhelden Soap Opera hinaus und entwickelte sich kaum weiter; es fehlte ein übergreifender Spannungsbogen.

Braucht es Batman Beyond?

Man konnte sich schon fragen, ob man einen Batman Beyond überhaupt noch brauchte. Immerhin kam die Animations-Serie zuerst im Jahr 1999 heraus, also kurz vor dem Jahrtausendwechsel, als die Zukunft noch glorreich und voller technischer Wunder erschien. Mittlerweile ist der Batman der Gegenwart aber so hochtechnisiert, verfügt über so viele Gadgets und war zuletzt sogar in einem Roboter-Kampfanzug unterwegs, dass ein expliziter Batman der Zukunft verzichtbar wirkte. Doch als Dystopie bekommt die Zukunft wieder eine Brisanz und damit auch Relevanz: die Welt ist verwüstet, die alten Helden sind tot, jetzt muss Batman wieder ran – fast allein. Und es ist eine gute Möglichkeit, endlich Tim Drake, den ewigen (Red) Robin ins Kostüm seines Mentors steigen zu lassen. Dass er sogar den „Bunny-Suit“ benutzt und damit einen Bogen in die parallel laufende Batman-Serie schlägt, verleiht der Story eine pseudo-nostalgische Ironie.

Auch visuell hebt die neue Serie das bislang schwankende Niveau. Zeichner Bernard Chang bildet die Figuren nicht nur sehr dynamisch ab, er setzt auch mit rot eingefärbten Panels ein paar künstlerische Akzente. Das alles macht Batman Beyond immer noch nicht zu einer Pflichtlektüre (zu sehr gleicht die Story einer Materialschlacht auf dem Schrottplatz), aber für eine interessante Lektüre reicht es allemal.

(P.S.: Vom Cover sollte man sich nicht irritieren lassen; die meisten dort gezeigten Helden kommen nicht im Heft vor.)

Beschützen und beherrschen

DC Comics

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Titel: Batman Beyond 2.0 – Justice Lords Beyond

Autor/Zeichner: Kyle Higgins, Christos Gage/Thony Silas, Dexter Soy, Mateo Guerrero

Erschienen: 2014 (Batman Beyond Universe #9-12), Paperback 2015


„There must never be a Batman.“ (Lord Superman)

Auf Superheldencomics ist Verlass, was Wiedersehen  angeht. Mit alten Bekannten. Und mit altbekannten Ideen. Wie etwa bösen Ebenbildern von Helden aus einem Paralleluniversum. In diesem Fall bilden die Justice Lords den tyrannischen Gegenpol zur Justice League der Zukunft. Lord Superman und seinesgleichen herrschen mit eiserner Hand über ihre Welt (vgl. Earth Two, Red Son & Injustice), jetzt greifen sie auch nach der Welt, die wir kennen (wie schon in der Folge „A Better World“ der Animationsserie Justice League S02E37-38 von 2003). Terry McGinnis wird ins Paralleluniversum geschickt, um Lord Batman zu finden, der im Gegensatz zum Rest einer von den Guten sein soll. Aber daraus wird nix, denn Batman ist tot. Terry trifft auf seinen Doppelgänger „T.“, der ein Mitglied der Jokers ist. Dann kommen die Justice Lords in die normale Welt und kloppen sich mit der Justice League. Höhepunkt dieser allzu ausschweifenden Prügelorgien ist, wenn Terry in ein cooles Kostüm von Lord Batman steigt, das später noch mit Kryptonit gepimpt ist und sich einen finalen Kampf mit dem bösen Superman liefert.

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So simpel die Story klingt, so aufwendig ist die Backstory. In vielen Rückblenden wird erklärt, was bisher geschah. Das ist zwar eine sehr dramatische Geschichte mit einer tragischen Liaison zwischen Wonder Woman und Superman, damit zwar gut zu wissen für Leser, die keine Ahnung haben, aber ermüdet in der Menge sehr. Dadurch ist Justice Lords Beyond keine echte Batman Beyond-, sondern eigentlich eine Justice League-Story. Erst recht zum Schluss wird das deutlich, wenn der Epilog kein Ende zu nehmen scheint und die letzten 15 Seiten einnimmt, damit auch der nebensächlichsten Figur Genüge getan wird. Man sollte sich zuvor die beiden Justice League-Folgen ansehen, wenn man sich hier nicht verlieren will. Aber insgesamt wirkt es so, als sei die Backstory die Geschichte, die man lieber ausführlicher erzählt gehabt hätte.

Batman als Monument der Abschreckung.

Batman als Monument der Abschreckung. (DC Comics)

In der Zukunft nichts Neues

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond 2.0 – Rewired

Autor/Zeichner: Kyle Higgins/Thony Silas

Erschienen: 2013-2014 (Batman Beyond Universe #1-8, Paperback 2014)


„He’s a dishonor to the mantle. At best, an imitation. Just a kid in over his head.“

Zunächst die schlechte Nachricht. Wir lernen, dass es in der Zukunft immer noch auf Papier gedruckte Zeitungen und Ölbohrplattformen gibt. Keine besonders guten Aussichten. Es passt in die Welt von Batman Beyond, in der deprimierenderweise alles beim Alten bleibt: Gotham ist ein Hort der kriminellen Freaks, ein Batman wird immer nötig sein. Gut für die Leser? Leider nicht. Denn die schlechtere Nachricht lautet: Auch der Autorenwechsel und das Label „2.0“ machen die Comic-Fortsetzung der Animationsserie nicht viel unterhaltsamer.

Der Bürgermeister wird ermordet, die Insassen des Arkham Institute werden freigelassen. Verantwortlich ist ein neuer Schurke: Rewire, ein Typ, der Strom kontrollieren kann und – Spoiler egal – der Sohn des Bürgermeisters ist. Man kann es sich leicht denken. Es ist immer der Typ mit dem komischen Haarschnitt, der etwas abseits steht. Seine Motivation bleibt schwammig. Rewire macht gemeinsame Sache mit Inque, Shriek und Spellbinder. Letzterem ist der Höhepunkt der Story zu verdanken: Terry muss gegen die alten Helden antreten – Batman, Nightwing, Batgirl, Robin – aber sie sind bloß eine Illusion. Bemerkenswert ist ansonsten, dass der alte Dick Grayson zum neuen Mentor für Terry wird und ihn ermahnt, sich nicht zu einem zweiten Bruce zu entwickeln. So kommt es, dass sie gemeinsam den Schurken besiegen.

In der zweiten Story verbündet sich Terry wieder mit Bruce, um Man-Bat aufzuhalten. Ja, Kirk Langstrom lebt immer noch. Er ist in seiner Form als Fledermaus gefangen, trägt Bart, hat eine neue Lebensgefährtin und einen Kult um sich geschart. Jetzt erpresst er die Stadt. Wen es interessiert, kann erfahren, welche Tragödien ihm zu dem gemacht haben, was er ist. Die Geschichte verläuft formelhaft und ohne Überraschungen. Einzig die Sequenzen, die die Beziehung zwischen Dick Grayson und Barbara Gordon vertiefen, sind ganz nett geraten.

Bei dieser Einfallslosigkeit kann einem die Lust nicht nur auf die potenziell interessante Welt von Batman Beyond vergehen, sondern auf Superhelden-Comics insgesamt.

Aufstand von ganz unten

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: Batgirl Beyond

Autor/Zeichner: Adam Beechen, Scott Peterson/Adam Archer, Annie Wu, Norm Breyfogle u.a.

Erschienen: 2013/1999 (Batman Beyond Unlimited #14-18, Batman Beyond (Vol. 2) #1-2), Paperback 2014


„Do I look like a detective to you?“ (Batgirl)

Kaum, dass der Joker King und seine Anhänger Neo-Gotham in Schutt und Asche gelegt haben, setzt ein Riesenroboter aus wandelbarem Metall die Verwüstung fort. In Gang gesetzt wurde er von „Rebel“, der Anführerin des Hacker-Kollektivs Undercloud. Sie hat auch Terrys Freundin Max rekrutiert und hält sie nun fest. Das Ziel ist die Zerstörung der ungerechten Gesellschaft (Armut unten, Wohlstand oben), um sie danach besser wieder aufzubauen. Was es mit dem Roboter auf sich hat, kann man sich leicht denken: es handelt sich um Alloy, die Summe der reanimierten Metal-Men – eine der lahmsten Superheldengruppen von DC. Und sobald sie sich ihrer selbst wieder bewusst werden, werden sie zu Batmans Verbündeten …

Und was hat das mit dem titelgebenden Batgirl Beyond zu tun? Nichts. Obwohl sie auf dem Cover zu sehen ist, spielt sie nur in einer kleineren Zweit-Story eine Rolle. Zusammen mit Commissioner Barbara Gordon, dem ersten Batgirl, bringt sie Ordnung in einen Aufstand der Unterschicht und macht einen ultrazynischen Konzernboss dingfest, der es nicht nur auf Geld abgesehen hat, sondern auch auf die Armen. Er will dafür sorgen, dass sich die Unterschicht, die er für Ungeziefer hält, selbst ausrottet. Die beiden Batgirls leisten ganz klassische Polizei- und Vigilanten-Arbeit, ohne Science-Fiction-Schnickschnack – und ohne Hilfe der Batmen.

Trotz dieser Sozialkritik bleibt der vierte Batman Beyond-Band von Adam Beechen etwa so oberflächlich und belanglos wie die beiden davor und auch visuell von durchwachsener Qualität. Die einzige nennenswerte Entwicklung: Dana kommt endlich darauf, dass ihr Ex-Freund Terry McGinnis Batman ist. Nicht, dass es wichtig wäre, aber immerhin. Zum Schluss werden noch die beiden ersten Hefte der zweiten Batman Beyond-Comicserie von 1999 mitabgedruckt. In einer der beiden Storys steigt der alte Bruce Wayne wieder in sein Batman-Kostüm, um den neuen Batman zu bekämpfen. Reizvoll ist neben dieser Konstellation auch der Zeichenstil, der sich stärker an der Animationsserie orientiert. Aber leider macht auch diese Zugabe den Band nicht weniger entbehrlich.

Mir ist fürs Erste die Lust an Batman Beyond vergangen. Hoffentlich taugt das neu angelaufene Reboot von Dan Jurgens mehr. Im März erscheint das Paperback.

Tödliches Joker-Revival

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: 10,000 Clowns

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Norm Breyfogle

Erschienen: 2012-2013 (Batman Beyond Unlimited #1-13), Paperback 2013, dt. Panini 2014


„I bet crap like this doesn’t happen in St. Louis.“ (Terry McGinnis)

Batmans Dasein ist eine tragische Tretmühle. Nicht nur, dass das alte Trauma immer wieder durchlebt wird, auch die Gegner kommen immer wieder – und zwar auch über Generationen hinweg. In Batman Beyond gibt es zunächst keinen Joker mehr, dafür aber macht die Chaotenbande Jokerz Gothams Straßen unsicher. Dann kommt der Joker doch wieder zurück, stirbt einen zweiten Tod. In 10,000 Clowns schließlich mischen die Jokerz die Stadt richtig auf – angeführt von einem selbsternannten Joker King. Und der ist auch noch Doug Tan – der Bruder von Terrys Ex-Freundin Dana. Als wäre das nicht genug, wird die Geschichte vom Mörder von Terrys Vater nachgeliefert: Jake Chill, verwandt mit Joe Chill …

Alles wiederholt sich, aber immer ein bisschen anders, stets wird noch eins draufgelegt. Hier werden die Jokerz zu einem Selbstmordkommando, das in der Stadt verteilt Sprengstoffgürtel zündet. Der Sinn? Es gibt keinen. Denn der Joker King hat erkannt, dass das Leben auch keinen hat und darin der ultimative Witz besteht. Also führt er alle ins Verderben. Trotzdem macht er sich aber die Mühe, sich vorher aufwendig zu schminken und als Punk zu verkleiden, samt LOL-Tattoo auf der Brust. So viel Show muss sein. Terry wird bei dem Versuch Doug aufzuhalten unterstützt von einer wachsenden Batman-Familie: Catwoman und Dick Grayson (siehe Hush Beyond), Tim Drake und Jake Chill, der sich wegen seiner Schuldgefühle zum Vigilanten namens „Vigilante“ erklärt.

Etwa genauso kreativ und subtil ist auch der Rest der Geschichte. Autor Adam Beechen bedient sich bei seinem Joker King ziemlich schamlos beim Film The Dark Knight bietet kaum etwas darüber hinaus: weder Tiefgang noch eigene Ideen. Bruce Wayne erkrankt an Leberversagen, Terry plagen mal wieder Selbstzweifel, dazwischen wird eine Familiengeschichte und die Binnenstory mit Max und ihren Hackerfreunden gequetscht. Zeichner Norm Breyfogles Versuch, den Stil der Animated-Serie zu imitieren, geht nur leidlich auf. Entstanden ist ein seltsamer Hybrid, der sich zwischen Cartoon und Realismus nicht entscheiden kann. Das passt zur Story, die einerseits drastischer ist als von Batman Beyond gewohnt, aber andererseits unreif wirkt. Naja, für Teenager mag das genau die richtige Lektüre sein.

Immer Ärger mit den Grünen

Titel: Batman Beyond: Industrial Revolution (dt. Batman of the Future: Industrielle Revolution)

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Ryan Benjamin u.a.

Erschienen: 2011 (Mini-Serie #1-8, Paperback 2012), dt. Panini 2013 (Batman of the Future Bd. 2)


„After many, many years, it’s time for Bruce Wayne to come out of the shadows. A little.“

Eigentlich gilt grün als die Farbe der Natur, des Umweltschutzes und der Gesundheit. Außer bei Batman: da ist das Grüne meistens das Verseuchte, Kranke und Böse. Von den grünen Haaren des Jokers über den Riddler bis Poison Ivy – grün, das ist die Farbe der Schurken, die in Chemietanks fallen und mit Gift arbeiten (oder einfach nur verrückt sind). Bei Batman Beyond ist Blight der grünstrahlende Erzfeind. In Industrial Revolution, der Fortsetzung von Hush Beyond, kehrt der totgeglaubte Derek Powers buchstäblich aus der Versenkung zurück. Zuvor aber muss Terry McGinnis gegen einen neuen Matter Master antreten – einen weiteren grünen Unhold, der Materie beliebig verändern kann.

Der zweite Band ist deutlich schwächer als der erste. Die beiden Abenteuer sind lediglich von durchschnittlicher Qualität und arm an neuen Ideen. Eine Backstory für die Gestaltwandlerin Inque dient als Betroffenheitsfüllsel. Höhepunkt ist ein Kampf zwischen Batman und der Justice League – aber dass dieser Kampf sinnlos ist, sehen die Figuren leider später ein als der Leser. Parallel zur Action muss Bruce Wayne um die Existenz seiner Firma kämpfen, Max wird in einen ominösen Hackerkreis aufgenommen, Dana macht mit Terry Schluss nachdem sie zum hundertstenmal sitzengelassen wurde, und dann hat sie plötzlich einen Bruder, der aus dem Knast rauskommt. Fortsetzung folgt. Hoffentlich stecken in diesen Ansätzen bessere Geschichten als diese.

Bruce auf Badekur

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Out of the Past

Drehbuch: Paul Dini

Erschienen: 2000 (Batman Beyond S03E04)


„There’s no way I’m wearing the Robin suit.“ (Terry McGinnis)

„Whatever was in there died years ago.“ (Bruce Wayne)

Der alte Bruce Wayne bekommt von seiner ehemaligen Geliebten Talia al Ghul ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: ein Bad in der Lazarus-Grube. Da er darunter leidet, nicht mehr wie früher bei Kräften zu sein, willigt er ein. Terry kommt mit. Die erste Prozedur verläuft wie erwünscht, Bruce wird verjüngt, doch als er es sich anders überlegt, will ihn Talia nicht gehen lassen. Dann stellt sich heraus, dass ihr totgeglaubter Vater Ra’s in ihr präsenter ist als gedacht. Bruce und Terry kämpfen gemeinsam gegen die finsteren Machenschaften.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Episode gehört zu den stärksten der Serie Batman Beyond – nicht von ungefähr hat sie Paul Dini geschrieben. Schon allein der Anfang ist brillant: Zu Bruce’s Geburtstag geht Terry mit ihm in die Vorstellung eines Batman-Musicals. Bruce ist alles andere als erfreut von dem albernen Singsang auf der Bühne. Als dann auch noch Batman und ein James Gordon-Verschnitt ein gemeinsames Lied trällern, verdrückt sich der alte Griesgram in seine Höhle, wo er in der guten alten Zeit schwelgt, indem er sich die Fotos von Frauen aus der Vergangenheit ansieht. Großes Kino.

Bemerkenswert ist eine Marginalie: In der Episode taucht eine Idee wieder auf, die bereits in dem Comic Son of the Demon erstmals durchgespielt wurde: ein vergessener Sohn von Bruce Wayne und Talia. Grant Morrison hat den Sohn später in Batman and Son Damian genannt und als neuen Robin in der Continuity etabliert.