Comic

Road-Trip mit Harley Quinn und Poison Ivy

Panini/DC Comics

Titel: Harley Quinn and Poison Ivy

Autorin/Zeichnerin: Jody Hauser/Adriana Melo

Erschienen: 2019-2020 (Miniserie #1-6), Hardcover 2020; dt. Panini 2020


„Wenn die Welt schon kaputt ist, macht’s dann noch Spaß, sie noch kaputter zu machen?“ (Harley Quinn)

Poison Ivy hat gerade einmal kurz die Welt beherrscht, wurde getötet und hat sich davon wieder erholt (Heroes in Crisis). Harley Quinn mietet ein Haus für sie beide, um mal ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich wieder zu sammeln, denn Ivy hat es schwer, die Form zu wahren. Harley schlägt vor, zur Abwechslung mal keine Schurkinnen, sondern Heldinnen zu spielen. Doch das Glück währt nur kurz, denn da taucht wieder Jason Woodrue, der Floronic Man auf und will Ivy für seine eigenen Weltherrschaftspläne. Die beiden wehren ihn ab und fliehen – es beginnt ein wilder Road Trip.

Um Ivy zu helfen, suchen sie zunächst den Mad Hatter auf, doch der hat leider statt Hilfe nur Böses im Sinn. Und so schlägt man sich weiter durch, nächste Station: ein Dino-Freizeitpark mit einer seltsamen neuen Schurkin, dann geht’s auch schon zum Showdown nach New York und kommt Batwoman vorbei …

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Batman gegen Red Mask

Titel: Batman Vol. 2: The Bat-Man of Gotham

Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Mike Hawthorne

Erschienen: 2023 (Batman #131-136), Hardcover 2023


Nachdem Batman scheinbar den Pinguin getötet hat, nachdem der selbstgebaute Killerroboter Failsafe scheinbar Batman getötet hat, ist dieser lebendig in einer Parallelwelt gelandet – eine Welt, in der es nie einen Batman gegeben hat. In diesem Gotham herrscht – wie könnte es anders sein – ein Polizeistaat, in der Superschurken wie Harvey Dent aufgepumpt mit Venom Unschuldige terrorisieren und verhaften. Entweder man gilt als gesund oder als verrückt, oder man wird für verrückt erklärt.

So wird Arkham mit Versuchskaninchen für menschenverachtende Experimente versorgt, wo der Oberschurke Red Mask herrscht. Dieser hat die Ankunft von Bruce Wayne bereits erwartet, weil er ihn für einen Geheimplan braucht. Wer mag Red Mask wohl sein? Na, ratet mal! Wer kann sich schon hinter einer ROTEN MASKE verbergen? Einer roten Maske, die wie ein Helm geformt ist? Einer haubenartigen roten Maske?

ACHTUNG: SPOILER!

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Batman als verfluchter Ritter: Tangent Comics

Im Jahr 1997 hatte Dan Jurgens die Idee, das DC-Universum komplett neu zu erfinden. Nur die Namen der bekannten Helden sollten gleich bleiben, der Rest sollte total anders sein. Also wie Elseworlds? Nein, eben nicht, sondern Tangent Comics. Na ja, am Ende ist es doch eine Art Parallelwelt geworden.

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Gotham Nocturne: Auftakt einer großen Oper

Titel: Detective Comics Vol 1: Gotham Nocturne – Overture

Autor/Zeichner: Ram V, Simon Spurrier/Rafael Albuquerque, Dani

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1062-1065), Hardcover 2023


Bei einem Routine-Einsatz gegen Schmuggler trifft Batman auf den Gangster Bruno Maroni, Neffe von Sal Maroni, dieser aber mutiert, als er sonderbare Töne hört, zu einer Art Monster-Zombie. Da taucht Talia al Ghul auf, erledigt den Gegner und warnt ihren Geliebten, dass „sie“ kommen und er nicht vorbereitet sei. Leider vergisst sie, ihm zu sagen, wer diese Leute sind und wie man sich auf „sie“ vorbereitet.

Also muss Batman mal wieder alles selbst herausfinden. Aber nicht von ungefähr heißt diese Serie Detective Comics! Bruce Wayne fängt an bei sich selbst, ihm geht’s nicht besonders gut, er war schon mal fitter und er merkt allmählich, dass er älter wird. Außerdem wird er heimgesucht vom Fledermausdämon Barbatos, der ihn mit den alten Ängsten und Selbstzweifeln konfrontiert. Dann untersucht er eine sonderbare antike Kiste, die eine unerhörte Melodie spielt.

Arkhams Vorfahren

Parallel dazu tauchen in Gothams die Orghams auf, eine Familie, von der die Arkhams abstammen. Sie beanspruchen das Land, auf dem Gotham City steht, ganz besonders das Gelände mit der Ruine von Arkham Asylum. Sie setzen zunächst den geheilten Harvey Dent wieder als Two-Face ein, damit er für sie die Unterwelt regiert. Doch dann taucht Talias League of Assassins auf, die offenbar eine Rechnung mit den Orghams offen hat …

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Batman trifft die Legion of the Super-Heroes

DC Comics

Titel: Batman ’66 Meets the Legion of the Super-Heroes

Autor/Zeichner: Lee Allred/Michael Allred

Erschienen: 2017 (Zweiteiler, digital/One-Shot)


Die Legion of Super-Heroes hatte ihren ersten Auftritt in Adventure Comics #247 (1958). Otto Binder und Al Plastino ließen Superboy ins 30. Jahrhundert reisen, wo ihn Lightning Boy, Saturn Girl und Cosmic Boy für ihr Team rekrutieren. Eigentlich hatte man bei DC keine weiteren Pläne mit der Legion, doch sie erwies sich als so populär, dass man ihre Abenteuer weiter erzählte. Legendär: Im Jahr 1966 kam Jim Shooter als Autor hinzu – er war erst 14 Jahre alt! Seitdem wurde das Team immer wieder neu erfunden, zuletzt spielte Saturn Girl auch eine Rolle in Doomsday Clock.

Mit Batman hatte die Legion bisher nicht viel zu tun, 2017 brachten sie die Allreds (Superman: Space Age) mit der Adam-West-Version zusammen. Die Zeitreisenden klingeln eines Tages an der Tür von Wayne Manor und wollen mit Dick Grayson sprechen: Brainiac 5, Phantom Girl, Saturn Girl, Ferro Lad, Chameleon Boy und Shadow Lass sind große Robin-Fans, für sie ist er „the greatest super-teen ever“. Sie hypnotisieren Alfred und der lässt sie in die Batcave, dann bitten sie um Hilfe.

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Harley Quinn schreibt ein Buch

Titel: Mightier Than the Sword/Masks of Love: A Harley Quinn Romance

Autor/Zeichner: Ty Templeton/Rick Burchett, Craig Rousseau

Erschienen: 1999 (Batman: Gotham Adventures #10/14)


Harley Quinn wird aus Arkham entlassen. Sie gilt als geheilt. Nun will sie ein Buch über ihre Beziehung mit dem Joker schreiben. Als dieser das aus den Nachrichten erfährt, ist er außer sich und bricht mit Hilfe von Poison Ivys Wunderbohnen aus.

Derweil wird Harley von ihrem Verleger in einem Hotel untergebracht, in dem sie ungestört an ihrem Buch schreiben kann. (Darin ist bereits auch ein anderer gefährdeter Autor, ein gewisser Mr. Rushdie, untergebracht.)

Autoren unter sich: Harley Quinn und Mr. Rushie.

Nightwing und Robin bewachen sie, sie hält es nicht für nötig, doch da steht schon der Joker auf ihrem Dach. Kurz darauf stellt er fest: Harley schreibt gar keine Autobiographie, sondern einen Liebesroman über eine Kriminelle, die sich in einen maskierten Verbrechensbekämpfer namens Owlman verliebt. Der Joker tobt – und Harley bekommt ihr Misery-Finale …

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Two-Face in Gotham Adventures

Titel: Lucky Day/Never an Option/Choices

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson/Rick Burchett, Tim Levins

Erschienen: 1998, 1999, 2022 (Gotham Adventures #2, 12, 44)


Two-Face hatte in The Animated Series einige sehr dramatische Auftritte, angefangen bei seinem Origin bis hin zu Tim Drake und seiner Rolle als Judge (Richter). In der zweiten Ausgabe von Gotham Adventures tauchte er passenderweise wieder auf. Schauen wir uns zunächst mal das Cover an, denn allein das ist ein Blickfang. Ungewöhnlicher-, aber konsequenterweise ist es schwarzweiß. Es gibt keinen Batman oder ein anderes Mitglied der Bat-Family zu sehen, stattdessen nur Two-Face, sein Gesicht nur angedeutet, im Schatten, im Vordergrund seine riesige Hand, die eine noch riesiger erscheinende Münze wirft, im Hintergrund eine Reihe von Lichtern, die Showbiz ankündigt. Dramatischer geht’s nicht – ein perfektes Cover!

Auf der ersten Seite sieht man klein die andere, versehrte Hand eine Münze werfen, diesmal mit Jin-Jang-Symbol. Das große Bild bringt uns in die Story: Bei der Game-Show Lucky Day tritt ein älterer Mann namens Lester auf, es geht um über zwei Millionen Dollar. Dann taucht Two-Face aus dem Publikum auf und kündigt nicht nur an, das Geld rauben zu wollen, sondern auch Lester bloßzustellen, denn dieser ist sein Vater – mit ihm hat er eine Rechnung offen.

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Wie Jerry Robinson den Joker erfand

Dark Horse Books

Titel: Jerry and the Joker: Adventures and Comic Art

Autor/Zeichner: Jerry Robinson

Erschienen: 2017 (Dark Horse Books)


Jerry Robinson war erst 17 Jahre alt, als er anfing, für Bob Kane Batman zu zeichnen. Er war von Anfang an dabei. Zunächst nur als Tuscher. Seine erste Ausgabe war Detective Comics #36, der erste Auftritt von Professor Hugo Strange. Dann gab Robin, der zwei Hefte später debütierte, seinen Namen (von Robin Hood) und sein Kostüm. Später zeichnete er Cover und auch einige ganze Storys, als Bob Kane den Batman-Zeitungsstrip übernahm.

Robinsons wichtigste Leistung war jedoch die Erfindung des Jokers, Batmans wichtigstem Erzfeind und dem ersten Superschurken überhaupt. Wie Robinson dazu kam, erklärt er selbst in seinem Buch Jerry and the Joker: Adventures and Comic Art.

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Killer Croc: Das Krokodil in der Kanalisation

Manche Klischees sind so ausgelutscht, dass sich jeder Autor davor hüten sollte, auch nur in Erwägung zu ziehen, sie zu bedienen. Wie etwa die Urban Legend von den Krokodilen in der Kanalisation. Bei Killer Croc ist die Versuchung verlockend, denn wenn der Ami Krokodil hört, muss er wohl gleich an Kanalisation denken. Das ist natürlich auch ein Klischee, aber so oft, wie das bereits erfüllt wurde, kann man von einem wahren Kern ausgehen.

Zur Verteidigung muss man sagen: Bei Killer Croc liegen Kanäle nahe. Zum einen ist man da unten geschützt, zum anderen hat man es da feucht, was einem halben Krokodil zupass kommen dürfte. Doch wie sieht es eigentlich mit Nahrung aus? Ein Fernsehteam will es genau wissen und steigt in Gotham in den Untergrund, um mit einer Reptilienexpertin herauszufinden, was an dem Mythos dran ist („The Crocodile Hunter“, Batman 80-Page-Giant 2010, 2011). Das Klima da unten ist zwar nicht ideal für Kaltblüter, aber in Ordnung. Fragt sich nur, woher die Tiere ihre Nahrung hernehmen. Obdachlose vielleicht? Noch so ein Klischee …

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Fünf Robins sind nicht genug

Titel: Robins – Being Robin (dt. Alle zusammen!)

Autor/Zeichner: TIm Seeley/Baldemar Rivas

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-6), Paperback 2022; dt. Panini 2022


Warum sollte man eigentlich Robin-Comics lesen? Warum sich mit Sidekicks beschäftigen, wenn man einen Haupthelden, wenn man Batman haben kann? Warum etwas Nebensächliches zur Hauptsache machen, das von Anfang an nur dazu da war, damit Batman jemanden zum Reden hatte und die jungen Leser etwas zum Identifizieren?

Man kann zu dem Konzept Robin stehen, wie man will, es gehört von Anfang an zu Batman dazu und hat eine lange Tradition, die sich über mindestens fünf Charaktere erstreckt hat – von Elseworlds-Versionen abgesehen. Jeder hat seinen Lieblingsrobin. Und wahrscheinlich hatte deshalb auch jeder schon mal seine eigene Serie: Dick ist Nightwing, Jason ist Red Hood, Tim ist auf „Red Robin“ hängengeblieben, Stephanie ist Spoiler/Batgirl und Damian der Robin, der einmal Papa beerben wird und immer wieder Stunk mit ihm hat, wie zuletzt in Batman vs. Robin.

Und obwohl das zuletzt nicht das größte Lesevergnügen war, habe ich mal eine Ausnahme gemacht und der Miniserie Robins eine Chance gegeben. Immerhin versammelt sie alle fünf kanonischen Sidekikcs. Die Zeichnungen von Baldemar Rivas sind allzu glatt und gefällig, die Farben zu knallig, aber vielleicht hat uns ja Autor Tim Seeley etwas Neues zu sagen. Und so ein Teamtreffen birgt immer das Potenzial einer interessanten Story.

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