Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Neues Batplane als Helikopter und U-Boot

Batman, Robin, Batplane 2

DC Comics

Titel: The Birth of Batplane II

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1950 (Batman #61)


Nach einem neuen Batmobil muss auch ein neues Batplane her – immerhin haben wir auch ein neues Jahrzehnt. Das alte hat während eines Testflugs einen Defekt. Batman und Robin sind gerade dabei, eine neue Geheimwaffe auszuprobieren (ein „vacuum blanket“), da versagt die Steuerung. Das Dynamische Duo sucht das Weite, während das Batplane aufs Meer zufliegt und dort abstürzen soll, wenn der Sprit alle ist.

Doch anders als erwartet, dreht der Wind das Batplane zurück aufs Festland und lässt es sanft auf Bäumen landen. Das sehen ein paar Gauner und wittern ihre Chance. Mit dem Batplane können sie ein paar Dinger drehen, bei denen sie ordentlich abkassieren. Dafür beschäftigen sie den ehemaligen Kriegspiloten Haggerty, der zu alt ist, um sonst noch Arbeit zu finden.

In der Zwischenzeit bauen sich Batman und Robin ein neues Batplane: Der Batman-Kopf an der Spitze verschwindet zugunsten der Aerodynamik, es gibt – wie schon beim Batgyro – einen (ausfahrbaren) Propeller für einen Helikopter-Modus und allerlei andere Gadgets wie ein komplettes Kriminallabor. Das Beste aber: Das Batplane kann sogar zum U-Boot umfunktioniert werden.

Nachdem die Gauner also zunächst mit dem Batplane eine Ladung Diamanten geraubt haben, bauen sie sich zwei weitere und legen dann so richtig los. Täuschen können sie damit keinen mehr. Im Batplane II liefert sich das Dynamische Duo eine spektakuläre Luftschlacht gegen drei alte Modelle ihres eigenen Flugzeugs – mit dem Unterschied, dass daran jetzt auch Maschinengewehre befestigt sind.

Das Batplane II rauscht in die Tiefe, versteckt sich im Wasser, schießt wieder hoch und lässt mit der Geheimwaffe „vacuum blanket“ alle Technik an Bord der falschen Batplanes versagen. Im Helikoptermodus kann es das gegnerische Flugzeug abschleppen. Als aber Haggerty zum Helden wird, einen Gangster ausknockt und ihn per Batplane Batman ausliefern will, wird er zunächst auch für einen Schurken gehalten, stürzt dann aber ab, weil er bewusstlos wird. Zum Glück landet sein Flugzeug weich in einem Lumpenlaster. Und Haggerty bekommt am Ende eine zweite Chance: Batman will ihm einen Job besorgen.

>> Batman 1950-1959

Firefly wird Pyromane

Firefly Batman

Firefly in seinem Element. (DC Comics)

Manche wollen bekanntlich die Welt nur brennen sehen. So auch Garfield Lynns alias Firefly. Nach seinem gescheiterten Versuch, mit Farbeffekten Verwirrung zu stiften, kehrt Garfield Lynns alias Firefly im Jahr 1993 zurück – und dann ist Schluss mit lustig. Denn diesmal hat er eine Eigenschaft des kurzlebigen Schurken Firebug übernommen: Er ist ein Pyromane in einem Schutzanzug und Flammenwerfer, und er kann sogar fliegen.

Jahrelang war er in Arkham eingesperrt. Nachdem Bane die Insassen befreit hat (Knightfall: Broken Bat), fackelt Firefly nicht lange, seinem Namen alle Ehre zu erweisen. Zuerst ist ein Vergnügungspark dran. Batman ist bereits vom Kampf gegen die ausgebrochenen Irren so geschwächt, dass er ihm kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Rache für geplatze Kindheitsträume

Robin findet heraus, dass Lynns – na, ratet mal – ein Waisenkind ist und eine Schwester namens Amanda hat. Wegen seiner schwierigen Vergangenheit wurden die Geschwister aber nicht von dem Paar adoptiert, das sich für sie interessiert hatte. Und jetzt will Garfield alle Orte niederbrennen, die ihm als Kind versprochen wurden: ein Theater, eine Bowlingbahn, den Zoo. Beim Versuch, ihn aufzuhalten, bringt sich Batman fast um. Erst beim dritten Mal legt sich die Fledermaus, die eigentlich allzeit bereit sein sollte, ein feuerfestes Kostüm zu – nur der Umhang verkokelt leider, was aber vor Flammenhintergrund immerhin ziemlich cool aussieht. Nach einem Kampf gegen einen Leoparden kann Batman Firefly fesseln.

Batman vs. Firefly

Detective Comics #689-690 (DC Comics)

Zwei Jahre später (Detective Comics #689-690, 1995) bricht Lynns wieder aus, diesmal aus Blackgate. Aber Moment mal: War er nicht früher in Arkham-Insasse? Offenbar gilt er nicht mehr als verrückt, obwohl er seine alte Leidenschaft nicht abgelegt hat. Jetzt wird sogar klar, was er so sehr an den Flammen findet: Er sieht sexy Feuerengel darin. Diesmal bewirbt er sich bei Black Mask als Brandstifter und verliebt sich in eine Nachbarin, scheitert aber – ganz im Stil von Taxi Driver – als er (Achtung: Kalauer) seiner neuen Flamme zeigt, was er in seiner Freizeit am liebsten treibt.

Die Rückkehr von Firebug

In der Zwischenzeit fragt Batman Joe Rigger, alias Firebug, ob er hinter der Brandstiftung steckt, aber er beteuert seine Unschuld. Abgesehen von der Wasserfolter irritiert die Sequenz noch auf zwei Weisen. Erstens: War Firebug nicht tot? Ja, war er. Zweitens: War er nicht mal schwarz? Auch das. Aber nach dem DC-Reboot der Crisis hat sich die Hautfarbe anscheinend mit dem Lebensstatus geändert. Spielt auch keine große Rolle, denn auch der neue Firebug taugt nix. Nach einem kurzen Comeback im alten rot-gelben Kostüm fällt er wieder seinen Flammen zum Opfer.

Batman vs. Firefly, Martian Manhunter

Detective Comics #689-690 (DC Comics)

Firefly hingegen entkommt nach seinem geplatzten Date und kehrt nach weiteren zwei Jahren wieder (Detective Comics #714-715, 1997). Dieses Mal verbündet er sich mit einem gewissen Dalbert, der einen Diamantendiebstahl plant. Dieser seltsam gekleidete Kerl hat auch die Fähigkeit, plötzlich zu verschwinden. Auch Privatdetektiv John Jones (Martian Manhunter) sucht nach ihm und wird von Firefly ordentlich durchgebrutzelt. Er tut sich mit Batman zusammen, um den Gesuchten zu schnappen, doch John erweist sich wegen seiner Feuerschwäche dabei als ziemlich nutzlos. Batman kommt auch erst ganz zum Schluss auf den Gedanken, das Kostüm zu wechseln und einen Feuerlöscher einzupacken. Am Ende ist alles vergebens, weil Dalbert an einen Ort verschwindet, an den man ihm nicht folgen kann: in die Vergangenheit – er ist ein Zeitreisender. Aber immerhin ist Firefly endlich gefangen.

Sein vorläufiges Ende findet der Pyromane kurz bevor Gotham zum Niemandsland erklärt wird (Batman #560/Detective Comics #727, 1998). Der Schurke Nicholas Scratch lässt Garfield Lynns befreien und rekrutieren, um dem vom Erdbeben zerstörten Gotham mit Feuer den Rest zu geben. Lynns akzeptiert den Auftrag, den er sogar gratis erledigt hätte. Doch als Firefly seine Flammen auf ein Becken mit einer explosiven Chemikalie loslässt, erleidet er schwerste Verbrennungen. Auf wundersame Weise kann er danach immer noch stehen. Erst eine zweite Ladung Feuer gibt ihm den Rest – bis er von nassem Zement gelöscht wird.

Trotz dieses Erlebnisses kehrt Firefly später immer wieder zurück. Dieser Feuerteufel ist einfach nicht totzukriegen. Aber zum Klassiker hat es dieser Schurke in all den Jahren trotzdem nicht gebracht.

>> Batman 1990-1999


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The Batman: Der erste Teaser

Der erste Teaser zu Matt Reeves‘ The Batman ist da – und er ist düster. Extrem düster. Ein Serienkiller (mutmaßlich der Riddler) wickelt die Köpfe seiner Opfer in Klebeband ein. „No more lies“ steht darauf. Batman (Robert Pattinson) erhält eine Halloween-Karte mit Hinweisen: „Haven’t a clue? Let’s play a game, just me and you“, steht darauf und auch sonst scheint der Riddler einen Hang zum Dichten zu haben:

„If you are justice, please do not lie: What is the price for your blind eye?“

Die Stimmung erinnert stark an David Finchers Sieben. Batman tritt brutal auf, als er ein Gangmitglied mehr zusammenschlägt als nötig erscheint. Auf die Frage, was er sein soll, antwortet er nur: „I’m vengeance.“ Batman trifft auch auf Catwoman, die hier – wie schon in The Dark Knight Rises – nur ein abstrakt angedeutetes Katzenkostüm trägt.

Logo zu "The Batman"

Das Logo zu „The Batman“ (Warner Bros.)

The Batman soll am 1. Oktober 2021 in die US-Kinos kommen. Jeffrey Wright (bekannt als Felix Leiter aus James Bond) übernimmt die Rolle von James Gordon, Andy Serkis wird als Alfred Pennyworth auftreten. Catwoman wird gespielt von Zoë Kravitz, der Pinguin von Colin Farrell, der Riddler von Paul Dano und Carmine Falcone von John Turturro.

Zu dem Film soll es außerdem noch eine Spin-off-Serie auf HBO Max geben, die sich der Polizei von Gotham widmet. Produziert wird sie ebenfalls von Matt Reeves, Showrunner soll Terence Winter sein.

Ben Affleck und Michael Keaton in The Flash

Darüber hinaus wurde bekannt, dass Ben Affleck und Michael Keaton als Batman zurückkehren werden – im neuen Flash-Film mit Ezra Miller. Es wird also eine Zeitreisegeschichte á la Flashpoint. Geplanter Kinostart ist 2022. Einen Trailer gibt es noch nicht, dafür ein erstes Bild vom neuen Flash-Kostüm:

Vorschau auf Zack Snyder’s Justice League

Hier kann man Batfleck und Ezra Miller als Flash noch einmal sehen: im offiziellen Teaser zu Zack Snyder’s Justice Leagueder 2021 auf HBO Max erscheinen soll. Darin kommt nicht nur der ersehnte Schurke Darkseid vor, sondern auch Superman im schwarzen Kostüm – und das Ganze pathetisch untermalt von Leonard Cohens Hallelujah, das Snyder bereits in einer Szene im Film Watchmen benutzt hat.

Mehr aus DC Fandome:

Erster Blick auf James Gunns „The Suicide Squad“

Poster zu "The Suicide Squad"

Das Poster zu „The Suicide Squad“ (Ausschnitt) (Warner Bros.)

Im August 2021 soll James Gunns The Suicide Squad in die Kinos kommen. Wer mitspielt, ist schon lange bekannt, nun hat der Regisseur und Autor beim Event DC Fandome auch die Rollen der Schauspieler verraten.

Vier sind bekannte Gesichter aus dem ersten Teil:

  • Viola Davis als Amanda Waller
  • Margot Robbie als Harley Quinn
  • Joel Kinnaman als Colonel Rick Flag
  • Jai Courtney als Captain Boomerang

Die neuen Rollen sind überwiegend eher abseitige Charaktere, von denen die meisten nur eingefleischten Comic-Experten etwas sagen dürften:

  • Idris Elba als Bloodsport
  • David Dastmalchian als Polka-Dot Man
  • Michael Rooker als Savant
  • Flula Borg als Javelin
  • Daniela Melchior als Ratcatcher 2
  • Mayling NG als Mongal
  • Peter Capaldi als Thinker
  • Alica Braga als Solsoria
  • Pete Davidson als Blackguard
  • Nathan Fillion als T.D.K.
  • Sean Gunn als Weasel
  • John Cena als Peacemaker
  • Steve Agee als King Shark

Ein Trailer wurde bei DC Fandome nicht gezeigt, dafür ein kurzer Blick hinter den Kulissen, der auch ein paar kurze Einblicke in den Film gewährt:

James Gunn (Guardians of the Galaxy) verspricht ein großes Spektakel mit mehr Spezialeffekten als irgendwo sonst – und spart auch nicht mit Superlativen für die Besetzung und den Spaß, den er bei der Arbeit hatte (und noch immer hat). Hoffen wir, dass es wenigstens halb so gut wird, wie er sagt. Aber James Gunn ist zum Glück nicht David Ayer, der den ersten Teil verbrochen hat. Außerdem: Es kann nur besser werden. Und vor allem witziger.

https://twitter.com/JamesGunn/status/1297258496459550720

Mehr aus DC Fandome:

Wonder Woman 1984: Der zweite Trailer

Eigentlich sollte die Fortsetzung von Wonder Woman, Wonder Woman 1984, längst in den Kinos gestartet sein, aber wegen der Coronakrise wurde der Erscheinungstermin auf den 1. bzw. 2. Oktober 2020 verschoben. Nun hat Warner Bros. beim Fan-Event DC Fandome den zweiten Trailer präsentiert: Neben einer Menge Action-Szenen ist auch Kristen Wiig in ihrer Gestalt als Cheetah zu sehen. Pedro Pascal als Schurke Max Lord war bereits im ersten Trailer in Erscheinung getreten.

Mehr aus DC Fandome:

Catwoman und Pussycat verführen Robin

Die Katzengang: Catwoman, Pussycat und Goons.

Titel: That Darn Catwoman/Scat! Darn Catwoman (dt. In den Fängen der Katze)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1967 (Batman S02E40-41)


„You know I’m violently opposed to police brutality.“ (Commissioner Gordon)

Wenn Batman einen Sidekick hat, warum nicht auch Catwoman? Aber was ist eigentlich die weibliche Form davon? Egal, jedenfalls hat Catwoman eine Auszubildende: Pussycat, gespielt von Lesley Gore. Ihr wisst schon, der Popstar der 60er, der „It’s My Party“ gesungen hat. Hier gibt sie ihren Hit „Californa Nights“ zum Besten, während Catwomans Handlanger andächtig lauschen und so gar nicht im Takt schunkeln. Keine besonders spannende Vorstellung, aber immerhin mal eine Pause zum Durchatmen.

Jedenfalls strebt Pussycat keine Karriere im Verbrechen an, sie wäre lieber Sängerin. Catwoman will davon nichts hören. Sie hat die junge Frau nur zu sich geholt, um an Robin ranzukommen. Nachdem der Wunderknabe eine Spießerrede vor Schülern gehalten hat, kratzt ihn Pussycat mit ihrer roten Kralle, die aus einem pinken Winterhandschuh herausragt, und verabreicht ihm ein Gift, das ihn alles Gute vergessen lässt: Robin wird zum Rüpel, der sich willig Catwomans Bande anschließt – und sich auch an Pussycat ranschmeißt.

Lesley Gore

„Nein heißt nein“ ist Rüpel Robin egal.

Pussycat ist zwar nicht abgeneigt, in der zweiten Folge singt sie sogar das Lied „Maybe Now“, während sie sein Bild anschmachtet, aber auch unter Verbrecher-Sidekicks gelten Sitte und Moral. Deshalb: Kein Kuss vor dem ersten gemeinsamen Ding. Robin aber will nicht begreifen, dass Nein gleich Nein bedeutet, und will ihr einen Kuss aufzwingen – da geht zum Glück die Polizei dazwischen und nimmt ihn fest.

Ganz anders Batman: Während er in der Todesfalle gefesselt liegt (einer übergroßen Mausefalle, Robin sägt am Seil) gibt ihm Catwoman die Wahl: Entweder er stirbt oder er schließt sich Catwoman an. Er entscheidet sich für letzteres, aber nur weil er nicht will, dass Robin schon in so jungem Alter ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Vorher schluckt er noch eine Bat-Pille, um gegen das Gift resistent zu sein – Catwoman, in dieser Folge nicht ganz so smart, – durchschaut das Manöver nicht.

Batman in der Klemme: Tod oder Verbrechen? Eine schwere Wahl.

Aber Catwoman hat es nicht nur auf einen Verbündeten auf Augenhöhe abgesehen. Sobald Batman scheinbar unter ihrem Einfluss steht, flirtet sie so heftig mit ihm, dass er sich schon sehr zusammenreißen muss, ihrem Reiz zu widerstehen. Spätestens hier müsste Catwoman merken, dass Batman immer noch der alte Spießer ist, aber wie gesagt: In dieser Folge ist die Katze einfach nicht in Form. Am Ende, als sie nicht mehr entkommen kann, bittet sie Batman, sie zu heiraten. Dann werde sie dem Verbrechen entsagen. Doch Batman kann sich nicht überwinden.

Eine Pussycat ist nicht genug: Robin schmeißt sich auch an Catwoman ran.

Es reicht ja schon, dass man sein ganzes Vermögen, seine ganze Freizeit und regelmäßig sein Leben riskiert, um Kriminelle zu bekämpfen. Eine Ehe mit Catwoman wäre wohl zu viel verlangt. Es gibt Opfer, die sind einfach zu groß.

Catwomans „Geheimversteck“ – eine Falle?

Und so bleibt der Schurkin nichts anderes übrig, als in den Tod zu stürzen. Batman macht sich gar nicht erst die Mühe, sie zu retten oder wenigstens nach ihrer Leiche zu suchen. Er zückt das Bat-Taschentuch und wischt sich die Bat-Tränen aus dem Bat-Gesicht.

Keine Sorge, Batman, es gilt das alte Grundgesetz: Ist keine Leiche zu sehen, gibt es auch keine Toten.

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Batman und der Feuerteufel

Batman vs Firebug

DC Comics

Titel: My City Burns at Both Ends – It Will Not Last the Night

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #318), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Nach Firefly kommt Firebug, der allerdings nichts mit einem Glühwürmchen zu tun hat. Nein, diesmal ist „fire“ wörtlich zu nehmen, denn unser Firebug zündelt gerne. (Diesmal hört sich der deutsche Name „Feuerteufel“ viel bedrohlicher an.) Dahinter steckt Joey Rigger, ein Vietnam-Veteran und Sprengstoffexperte. Er will sich für die Tode seiner Familie rächen, denn Vater, Mutter und Schwester sind durch Defekte in ihren Mietshäusern gestorben. Diese Häuser gilt es nun abzufackeln. Und dazu legt sich Rigger erstmal ein schickes rot-gelb-flammendes Kostüm zu, das Napalm verschießt. Einfache Brandstiftung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Leider geht die Mission nicht ganz so sauber wie gedacht. Gleich zu Beginn muss Batman ein Kind vor dem Feuer retten. Er schafft es nur mit Mühe und Not, indem er einen spekakulären Drahtseilakt vollführt – buchstäblich. Firefly ist zwar ganz froh, dass Batman das Kind gerettet hat, sieht aber keinen Anlass, sein Tun zu überdenken. Batman kann sich mit ein paar Feuerlöscherkapseln retten, Firebug haut ab.

Nächstes Mal ist Batman vorbereitet: Er hat sich einen feuerfesten Anzug zugelegt. (Offenbar trägt er ihn, zumindest in den 70ern, nicht immer.) Und da Firebug ihm seine Motivation verraten hat, kann er auch leicht auf dessen Identität schließen. Dankenswerterweise hat Firebug sein nächstes Ziel überdeutlich markiert: das Gotham State Building.

Beim Kampf bringt Firebug sein Kostüm zum Brennen und fällt seinen eigenen Flammen zum Opfer: Als er sich auf Batman stürzen will, schmilzt er durch ein Schutzgitter, fällt in die Tiefe und explodiert in der Luft. Batman: „What a hell of a waste.“

>> Batman 1970-1979


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Batman und die Liga der Ladies

DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 2: A League of Their Own

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy

Erschienen: 2020 (Batman and the Outsiders #8-12, Annual #1), Paperback 2020


„I have grown tired of the shadows. I have stepped into the light.“ (Ra’s al Ghul)

Nach ihrer ersten Bewährungsprobe finden sich Batman und die Outsiders in Gotham ein. Die von Ra’s al Ghul befreite Sofia wird Teil des Teams. Signal hat neue Kräfte: Er kann Schatten an sich ziehen und von sich geben. Außerdem kommt er Orphan näher. Es wird gekuschelt. Da lässt Ra’s eine Freundin von Jefferson Pierce (Black Lightning) ermorden, aber den scheint es nicht lange zu belasten, weil er bereits Gefallen an Katana gefunden zu haben scheint. Shiva hintergeht den Ra’s und schließt sich den Outsiders an, was ihrer Tochter (Orphan) nicht gefällt. Ra’s hat eine Superwaffe, mit der er Städte auf der ganzen Welt vernichten kann. Zwischendurch will er offenbar versuchen, die Gruppe zu demoralisieren und auseinanderzutreiben …

Der zweite Band von Batman and the Outsiders ist schwierig zu beurteilen, denn er ist nur das Mittelstück in einer fortlaufenden Geschichte, die erst im nächsten Band abgeschlossen wird. So viel kann man aber sagen: Es passiert sehr wenig und es wird viel geredet. Kämpfe sind hier nur kurze Intermezzi zwischen Schurken, die einen nicht weiter zu kümmern brauchen. Was leider auch für die Outsiders gilt.

Ich gebe zu: Ich bin kein Freund des Konzepts, schon die Truppe von 1983 mochte ich nicht. Auch hier ist es im Grunde nur eine Soap von C-Heldinnen und Helden, für die man sich nicht interessiert. Bemerkenswert: Es gibt jetzt vier Frauen gegenüber drei Männern im Team – das ist ein Fortschritt. Aber leider sehen die Frauen fast gleich aus, wodurch sie schwer zu unterscheiden sind. Und auch wenn sich das alles angenehmer liest als die Serie aus den 80ern, sind die Dialoge auch hier nicht frei von Klischees und Banalitäten. Hier ist alles mehr Melodrama als echtes Drama.

Kurzum: Wer von Anfang an nicht angetan war von der Serie, muss hier nicht weiterlesen. Eine endgültige Meinung bilde ich mir erst mit Band drei, auch wenn ich bezweifle, dass die Geschichte als Meisterwerk enden wird. Als Bonus gibt es ein Annual über Katana. Für alle, die es kümmert …

>> Batman and the Outsiders


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Die Rache des Rätselkönigs

Verkanntes Genie: Edward Nigma als Riddler.

Wie übersetzt man Riddler? In der deutschen Fassung von Batman hält die Welt in Atem, des Spielfilms von 1966, hieß er noch „Rätselknacker“, obwohl er die Rätsel eher aufgab, als sie zu lösen. In der Comicversion hieß er 1969 noch „Mr. Sphinx“ – sehr geistreich (Superman 3, Ehapa Verlag). In Batman: The Animated Series nennt er sich „Rätselkönig“. Das ist zwar ziemlich anmaßend, aber es ist zumindest nah dran am Selbstverständnis des Schurken. Drei Episoden werden ihm gewidmet.

Edward Nygma (hier mit y geschrieben) arbeitet als Computerspielentwickler für Daniel Mockridge. Er hat den Bestseller Das Rätsel des Minotaurus erschaffen, ein Spiel, das sogar Robin in seinen Bann zieht. Doch dann entlässt ihn Mockridge einfach ohne Vorwarnung. Als Nygma erklärt, sein Genie sei für die Firma unentbehrlich entgegnet sein Chef nur: „If You’re So Smart, Why Aren’t You Rich?“ (S01E40)

Mörderischer Minotaurus.

Zwei Jahre später rächt sich Nygma, indem er in einen grünen Anzug steigt und seinen ehemaligen Arbeitgeber entführt. Batman und Robin müssen ihn aus einem riesigen Labyrinth befreien, bevor ein mechanischer Minotaurus Mockridge tötet. Dabei müssen sie Rätsel lösen und Fallen ausweichen. Nygma ist also nicht nur ein Experte für Computerspiele, sondern auch ein Genie in Sachen Roboter, denn er hat offenbar auch technische Wunder wie eine fliegende Riesenhand konstruiert. Batman weiß, sich die Waffe zunutze zu machen.

Riddler quält Gordon in seiner virutellen Welt.

In der Fortsetzung stellt sich die Frage: What is Reality? (S01E48) Nachdem der Riddler die Computersysteme von Banken, der Börse und der Polizei hackt, um alle Spuren seiner Identität auszulöschen, lässt er der Polizei einen Riesencomputer liefern. Mit Virtual Reality-Helmen können sich Batman und Robin in eine digitale Spielewelt versetzen. Von dort müssen sie Commissioner James Gordon befreien. Unterwegs muss Batman wieder Rätsel lösen und gegen Todesfallen kämpfen, Robin hilft ihm mit Kommentaren aus dem Off – im Grunde folgt die Geschichte demselben Schema wie die erste Episode.

Dunkler Rittler reloaded: Batman in neuer Rüstung.

VR war Anfang der 90er noch eine spannende Zukunftsvision. Interessanterweise nimmt diese Episode aber einen Film wie Matrix vorweg. Schon hier kann man nicht einfach den Stecker ziehen, wenn man aus der künstlichen Welt im Kopf ausbrechen will, weil man sonst stirbt. Schon hier entdeckt Batman wie später Neo, dass er nicht der Willkür von Riddlers Welt ausgesetzt ist, sondern sie nach eigenen Regeln nutzen kann, weil er sich selbst kontrolliert.

Gefangen in der Virtual Reality: Riddler.

Am Ende ist es der Riddler, dem seine eigene Erfindung zum Verhängnis wird, weil er von ihr überfordert wird. Er endet in einem katatonischen Zustand. Was er aber eigentlich mit der Aktion bezwecken wollte, bleibt das ungelöste Rätsel dieser Episode.

Resozialisierung für den Rätselkönig?

In der zweiten Staffel versucht Edward Nygma, ein neues Leben anzufangen (Riddler’s Reform, dt. Der Rätselkönig S02E14). Er wird aus Arkham entlassen und schließt einen Vertrag mit einem Spielzeughersteller. Der Riddler wird zur Handesmarke. Aber Batman wird den Verdacht nicht los, dass der Rätselkönig immer noch Raubzüge plant. Antiquitäten werden gestohlen, dann Juwelen. Nygma beteuert seine Unschuld. Sieht Batman schon Hinweise und Rätsel, wo keine sind?

Edward Nygmas Genie kommt auch bei Frauen gut an.

Natürlich nicht. Der Riddler führt Böses im Schilde. Aber warum, wenn er doch offenbar ausgesorgt hat? Ganz einfach: Er kann nicht anders. Der Riddler ist ein zwanghafter Spieler, besessen von Rätseln. Das klingt zwar wie eine typische Erklärung für Batmans Schurken, aber in dieser Folge hat man zum ersten Mal den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Charakter handelt. Edward Nygma genießt den Ruhm, Frauen interessieren sich für ihn, er nimmt Teil am Leben der High Society.

Am Ende lockt er Batman in eine Todesfalle und jagt ihn scheinbar in die Luft. Danach wirft er sein Riddler-Kostüm ins Feuer. Als Batman dann aber wieder vor ihm steht, fragt er ihn, wie er da rausgekommen ist, aber er erfährt es nicht – das macht ihn rasend. Wobei die Lösung dafür ziemlich simpel ist: Batman versteckt sich in einem Tresor. Es stellt sich eher die Frage, wie er da wieder rausgekommen ist …

Damit hat der Riddler zum Schluss noch den Auftritt in der Serie bekommen, den er verdient hat. In der dritten Staffel (bzw. vierten: The New Batman Adventures) kommt er nicht mehr vor. Schade – man hätte mehr daraus machen können. In den Comicserien Batman Adventures und Gotham Adventures kommt er dafür noch einige Male zum Zuge.

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Batman und die Glühwürmchen

Batman und zwei Fireflys (DC Comics)

Titel: The Human Firefly/The Menace of the Firefly

Autor/Zeichner: Ed Herron, Bill Finger/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1952/1959 (Detective Comics #184/Batman #126)


Batman hatte schon mit allerlei seltsamen Gestalten zu tun. Nach Killer Moth kam ein weiterer Insektenschurke: ein Glühwürmchen. Allein daran merkt man schon, warum Superhelden niemals eine deutsche Erfindung sein könnten, denn kein Autor, der noch bei Trost ist, würde einen Schurken „Glühwürmchen“ nennen. Da klingt „Firefly“ schon mehr nach Gefahr. Aber das scheint nur so.

Firefly beginnt als Garfield Lynns, das größte Genie für Lichteffekte, das die Welt je gesehen hat. Er arbeitet hinter den Kulissen eines Musicaltheaters. Leider wird dieses Genie aber nicht genug gewürdigt, er verdient mies. Also lässt Lynns auf der Bühne, wo eigentlich die Illusion einer Unterwasserwelt gezaubert wird, scheinbar ein Feuer ausbrechen – alles nur ein Trick, um Panik zu verbreiten und die Juwelen der reichen Zuschauer abzusahnen.

Glühwürmchen als Ablenkung und Inspiration (DC Comics)

Zufällig sind Bruce und Dick im Publikum, ziehen sich um und springen auf Lynns Fluchtauto, der sich davonmachen will. Als er versucht, sie abzuschütteln, stürzt das Auto in den Abgrund und überschlägt sich dreimal. Lynns überlebt nicht nur, sondern entkommt auch, weil ein Glühwürmchen die Aufmerksamkeit des Dynamischen Duos von dem Gauner ablenkt. Batman dachte, dass sich Lynns nach diesem Sturz erstmal eine Kippe angezündet hat …

Beginn einer kurzen Karriere: Firefly designt sein Kostüm. (DC Comics)

Der Gauner macht sich daraufhin das Insekt zu seinem Symbol. Und so tut er, was man in solchen Fällen so tut: Er näht sich ein grün-violettes Kostüm mit einem Cape, zwei Antennen auf dem Kopf und „FF“ auf der Brust, baut sich einen Gürtel für Lichteffekte und startet als Firefly so richtig durch. (Praktischerweise hat er schon ein Geheimversteck in einer Höhle unter einer Scheune, denn ohne geht es offenbar nicht.)

Zuerst versucht er, wertvolle Gemälde aus dem Museum zu stehlen, indem er ihnen die Farben raubt und sie so aussehen lässt, als wären sie nur Kopien. Was die Ablenkung soll, erschließt sich nicht ganz. Als Batman und Robin eintreffen, blendet er sie mit seinem Lichtgürtel. Auf der Flucht löst er mit Blitzen einen Verkehrsstau aus, sodass das Batmobil ihm nicht folgen kann.

Als nächstes wird Firefly zum falschen Leuchtturm und lässt ein Schiff auf Grund laufen. Im echten Leuchtturm sperrt er Batman und Robin ein, um sie mit einer Dauerdiscobeleuchtung entweder zu töten oder in den Wahnsinn zu treiben – beides ist ihm recht. Sie befreien sich natürlich und dann schlagen sie den luziferischen Lichtbringer mit seinen eigenen Waffen: Vom Batplane aus blenden sie seine Handlanger – und die haben leider ihre Schutzbrillen vergessen.

Ein neuer Firefly

Sieben Jahre später taucht Firefly wieder auf. Allerdings sieht er etwas anders aus: Er ist grün-gelb gestreift und seinen Rücken zieren nutzlose Flügel. Als er das Gold des Millionärs Ted Carson stiehlt, erkennt ihn Bruce Wayne zwar, aber hält ihn für einen neuen Gegner – so als hätte es nie einen anderen Firefly gegeben. Es ist auch tatsächlich nicht Garfield Lynns. Allerdings ist auch er ein Blender, wenn auch mit einer Leuchtscheibe am Kopf.

Richtige Sorgen hat Bruce Wayne aber eher wegen Kathy Kane (alias Batwoman), die mit Ted Carson anbandelt. Bruce wird eifersüchtig und buhlt mit Blumen um sie, was nicht von Erfolg gekrönt ist. Als Batman kämpft er an der Seite von Batwoman gegen Firefly, aber sie scheitern daran, dass der Schurke Vibrationen auslöst, die Glas zerspringen lassen. Kathy kommt zu dem Schluss, dass Ted Batman ist und Bruce Firefly – warum auch immer. Jedenfalls verliebt sie sich nur wegen dieses Irrglaubens in Ted.

Doch der (Achtung: Kalauer) entpuppt sich als Firefly und fesselt Batwoman. Es kommt zum Showdown im Gotham Museum of Natural History: Firefly steht auf einer alten mexikanischen Pyramide und will Batman mit einem tödlichen Strahl treffen, da rettet ihm Batwoman das Leben (siehe Cover). Wie sie sich befreit hat, könnt ihr selbst nachlesen. Klar ist nur: Obwohl sie hinter Bruce Batman vermutet, traut sie sich nicht, den richtigen Schluss zu ziehen.

Batman als Leuchtturm

Batman als Leuchtturm (DC Comics)

Dass Batman selbst nicht nur Hoffnungsträger und Lichtgestalt, sondern auch buchstäblich ein Lichtbringer ist, kann man in einer anderen Geschichte desselben Heftes nachlesen: The Batman Lighthouse. Darin wird erklärt, dass in Gotham eine riesige Batman-Statue steht, die eine Lampe in der Hand hält – wie die Freiheitsstatue in New York City. Allerdings wird in Detective Comics #122 (1947) gezeigt, dass Gotham ebenfalls eine solche Freiheitsstatue hat, auch in Batman: The Animated Series (Off Balance, S01E50) sieht man sie. Aber hier hat Batman offenbar ihren Platz eingenommen – auch wenn diese Statue mit knapp 92 Meter etwas niedriger als das Vorbild.

Wie dem auch sei: In den 90er-Jahren wird Firefly wiederkehren: ernster, tödlicher und mit der Betonung auf Feuer – aber das ist eine Geschichte für später.

>> Batman 1950-1959


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