Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Detective Comics bekommt ein neues Logo

Detective Comics #1001 Logo (DC Comics)

Zu Batmans 80. Geburtstag hat DC bei der WonderCon ein neues Logo für Detective Comics angekündigt. Ab der nächsten Ausgabe (#1001) wird es mit den Farben blau und gelb wieder deutlich bunter, es wird eine Batman-Form annehmen und den Schriftzug „Batman“ enthalten. Es erinnert an das alte Batman and the Outsiders-Logo von 1983. Auf dem Cover wird das dann so aussehen:

Das Detective-Comics-Logo hat sich im Laufe von 82 Jahren oft gewandelt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen. Schon zwischen der Erstausgabe und #27 (Batmans erstem Auftritt) gibt es einen Unterschied in der Schrift. Seltsamerweise ist nicht das Genre „Detective“, sondern das Wort „COMICS“ groß und fett gedruckt, später immerhin etwas weniger klotzig. Später rückte das Logo an den linken Coverrand und wurde leicht schräg gestellt, aber so blieb es bis 1964.

Mit dem neuen Stil in Detective Comics #327 (1964) wurde auch das Logo geändert. Es ist noch schlichter, das Wort „Detective“ steht mit Großbuchstaben im Vordergrund – genauso wie in den Geschichten, die sich wieder auf die Ursprünge der Figur zurückbesinnen. Bereits 1968 erinnert die Marke wieder stärker an das, was drinsteckt: Das Logo nimmt erstmals Batman-Form an (wie seine Schwesterserie „Batman“, die 1940 startete) und der Schriftzug „Batman and Robin“, zusammen mit den zwei Hauptfiguren im Bild, macht unmissverständlich klar, worum es geht.

In den 70ern ändert sich das Logo häufiger: Zuerst schmeißt man „Batman“ raus (der aber als Cornerbox-Figur bestehen bleibt), dann kehrt man wieder zum Design von 1939 zurück. Allerdings: Ganz ohne Batman-Kopf und -Schriftzug geht es dann doch nicht. Später heißt es sogar: „Batman’s Detective Comics“. Besonders elegant wird es 1976: Die Schrift ist gerahmt von einem wallenden Cape und Batman ist im Profil zu sehen.

In den 80ern steht wieder Batman im Vordergrund, und zwar so groß, dass im Cape kein Platz mehr für „Detective Comics“ ist – der Serientitel rückt als Dachzeile nach oben. Nach der Crisis (1986) gibt es jedes Jahr ein neues Logo, dann aber besinnt man sich auf die alte Marke zurück. Das Wort „Batman“ braucht es nicht mehr, man sieht ja auf dem Bild, was drinsteckt. Außerdem dürfte mittlerweile jeder diese Serie kennen.

Oder vielleicht doch nicht: In den 90ern musste wieder „Batman“ aufs Logo, und zwar sehr prominent, aber ohne die Fledermausform kam es nicht mehr aus. Mal hauchzart im Hintergrund, mal überdeutlich. Mal hieß es „Batman in Detective Comics“, mal „Detective Comics starring Batman“. Aber die Schrift ließ sich davon nicht mehr bannen, sie ragte über den Rand hinaus. Was auch auf die Geschichten zutrifft, in denen Batman über seine Grenzen hinausgebracht wurde (Knightfall, Contagion, No Man’s Land). 1996 wurden die Logos der beiden Hauptserien aneinander angeglichen, „Detective Comics“ wurde zum Untertitel für Batman.

Im neuen Jahrtausend bekam Batman wieder einen neuen Stil verpasst. Das gelbe Logo auf seiner Brust verschwand und die Cover wurden stilisierter. Das Logo wurde (wie auch bei der Parallelserie) aus simplen Balkenformen zusammengesetzt, für Schnörkel war kein Platz mehr, „Batman“ war nur eine Zusatzinformation, in einem Oval leistete man sich mit einer Maske noch ein Bild-Element. Schon 2003 änderte sich das wieder für eine große Fledermausform und eine frei schwebende Schrift: „Detective“ groß im Mittelpunkt – sie blieb bis 2011.

Mit dem DC-Reboot The New 52 (2011) wurde alles neu. Fledermaus und Schrift bekamen einen „Used Look“, alles wirkte sehr dynamisch. Mit der Übernahme des Kreativteams Francis Manapul und Brian Buccellato wurde die Fledermaus nur noch angedeutet, passend zum Gesamteindruck wurde alles nochmal ein Stück weit cooler (was man von der Qualität der Geschichten aber nicht behaupten kann).

Schließlich kehrte man mit Rebirth (2016) nicht nur zur alten Nummerierung, sondern auch zum alten Logo zurück, das von 2003 bis 2011 üblich war. Nur Schrift, keine Fledermaus, dafür wieder Batman als Dachzeile. Rebirth machte den Reboot gewissermaßen rückgängig, man setzte wieder auf Kontinuität und Tradition. So konnte man im Jubiläumsjahr 2019 Detective Comics #1000 feiern.

2016

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80 Jahre Batman: Detective Comics #1000

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000-Cover von Jim Lee (DC Comics)

Eine von DCs besten strategischen Entscheidungen der vergangenen Jahre war es, die Hauptserien von Batman und Superman zweiwöchentlich erscheinen und Action Comics und Detective Comics zur alten Nummerierung zurückkehren zu lassen. Zum einen, weil man so mehr Comics verkaufen und die Leser bei der Stange halten konnte, zum anderen, weil dadurch die jeweils 80-jährigen Jubiläen mit den 1000er-Ausgaben zusammenfielen.

Allerdings: Während Superman von Anfang an Action Comics war, kam Batman erst in Detective Comics #27 vor. Strenggenommen müssten wir also noch 27 Ausgaben warten, bis Batman seinen 1000. Auftritt in der Serie hat – ein Umstand, der bei früheren Jubiläumsausgaben (627) berücksichtigt wurde. Aber das sind nur Zahlenspielereien, denn Batman hat in 80 Jahren weit mehr als 1000 Hefte gefüllt, zusammen mit allen Ablegern sind es unzählige.

Ein Jubiläumsheft, das versucht, dieser sehr langen und unüberschaubaren Tradition Rechnung zu tragen, ist daher schon ein gewagter Versuch. 96 Seiten umfasst Detective Comics #1000, elf Geschichten und auch ein paar Seiten, die bloß hübsch zum Ansehen sein sollen. Jede dieser elf Geschichten trägt die Last dieser Tradition und will zugleich einen Beitrag dazu leisten.

Scott Snyder & Greg Capullo besinnen sich auf die Anfänge zurück: Batman als Detektiv. In Batman’s Longest Case geht Batman einer Spur aus seinem ersten Fall (aus #27, 1939) nach und folgt ihr über Jahre um die ganze Welt. Am Ende landet er wieder in Gotham und stellt fest, dass alles nur ein Test war, um in eine Geheimgesellschaft der besten Detektive aufgenommen zu werden. Dazu gehören auch Slam Bradley, Hawkman und Martian Manhunter.

Man kann einwenden, dass der World’s Greatest Detective keinen solchen Aufnahmetest braucht und seine Zeit nicht mit Spielchen verschwenden sollte, aber was zählt ist – abgesehen von dem Willen, ein paar Comic-Veteranen in einer Splash Page zu versammeln – die Botschaft, dass jede Antwort immer zu anderen Fragen führt, jedes Rätsel zu neuen Rätseln. Man stehe immer wieder am Anfang. Diese Einsicht lässt am Ende Batman staunen. Und dem Leser wird klar, warum Batman eine unendliche Geschichte sein muss.

Zu einem Ende kommt Batman in Manufacture for Use. Kevin Smith und Jim Lee erzählen, wie Batman als Matches Malone die Waffe erwirbt, mit denen die Waynes erschossen wurden. Alfred fragt ihn hinterher, ob er das wirklich für eine gute Idee halte, dieses schmerzhafteste aller Andenken im Trophäenraum aufzubewahren. Doch Batman hat eine andere Idee, wie er daraus etwas Neues und Nützliches erschaffen kann. Eine ziemlich gute Idee. Sie zeigt, wie auch Autoren aus alten Motiven noch überraschende Geschichten machen können.

The Legend of Knute Brody ist ein Beispiel für so eine Geschichte. Paul Dini beweist mal wieder Einfallsreichtum und Witz, wenn er die Story des schlechtesten Handlangers in Gotham erzählt und dabei eine interessante Auflösung findet. Dafür tut er sich mit seinem Zeichner aus Streets of Gotham, Dustin Nguyen, zusammen.

Drei Storys zeigen pessimistische Sichtweisen auf den Mythos. In The Batman’s Design (Warren Ellis & Becky Cloonan) hält Batman einen Terroristen von seiner Tat ab, indem er sich selbst als schlechtes Beispiel darstellt: „I’m already dead.“ In Return to Crime Alley (Denny O’Neil & Steve Epting), einem Sequel zu „There’s No Hope in Crime Alley“ (Detective Comics #457, 1976), trifft Batman wieder auf Leslie Thompkins. Als eine maskierte Bande versucht, sie zu überfallen, übertreibt er es mit der Prügelei. Am Ende bemitleidet Leslie Batman statt der Verbrecher. In Heretic (Christopher Priest & Neal Adams) wird Bruce Waynes Brieftasche zum Auslöser für einen Brudermord. Klingt seltsam? Ja, es ist auch die schwächste Geschichte in dem Heft. Neal Adams Zeichnungen lassen auch schon seit Jahren die alte Eleganz vermissen.

DC Comics

Dafür ist I Know einer der Höhepunkte. Brian Michael Bendis erzählt von einem alten Pinguin, der auf einen alten Bruce Wayne trifft und ihm sagt, er hätte schon lange gewusst, dass er Batman sei. Alex Maleev inszeniert es nicht nur herrlich atmosphärisch und lebendig, sondern auch mit gelungenen Anspielungen auf den Pinguin im Film Batman Returns (1992).

Einen Altmeister in Hochform sieht man in The Last Crime in Gotham. Kelley Jones scheint mit dem Alter immer besser zu werden, einige Panels, wie etwa eine Nahaufnahme des Jokers, strotzen vor ausdrucksstarker Schaurigkeit. Das bildet das Gegenstück zu der optimistischen Geschichte von Geoff Johns, der Batman von einem verbrecherfreien Gotham und einer echten Bat-Familie träumen lässt.

Familär geht es auch am Ende zu. The Precedent (James Tynion IV & Alvaro Martinez) ist mal wieder eine Meditation auf die Rolle von Robin. Diesmal erscheint der Skeptiker Alfred als derjenige, der in Verbrechensbekämpfung ein Abenteuer statt eine Gefahr sieht. Ein gutgemeinter Versuch, Robin glaubwürdig zu erklären. Die hervorragenden Zeichnungen lassen aber über die logische Schwäche hinwegsehen.

Um Logik schert sich auch Tom King wenig. Batman’s Greatest Case (gezeichnet von Tony Daniel & Joëlle Jones) besteht darin, die Familie für ein Gruppenfoto zusammenzutrommeln. Das legt Bruce Wayne am Jahrestag ihres Todes seinen Eltern ans Grab. Sinn ergibt das nicht. Es ist nur sentimental. Und dazwischen gibt es typisch geschwätzigen Dialog der Robins und Bat-Frauen, der allerdings sehr witzig ist.

Batman mit Familie und Schurken von Jason Fabok (DC Comics)

Zum Schluss wird dann noch ein Familienfoto mit Schurken von Jason Fabok hinterhergeschoben und dann auch noch zwei Pin-ups von Mikel Janin und Amanda Conner, die wirken wie verworfene Variant Cover.

Ganz zum Schluss wird es relevant: Medieval (Peter J. Tomasi & Doug Mahnke) zeigt den ersten Auftritt des Arkham Knight, einer neuen Konkurrenz für Batman, die in Detective Comics #1001ff. eine Rolle spielen wird. Erzählt wird keine Story, sondern was wir sehen, ist eine Abfolge von Splash Pages, die Batmans Kämpfe gegen seine einige (klassische) Schurken zeigen, dazu liest man den inneren Monolog des Arkham Knight, der Batman für ein Auslaufmodell hält.

Das Jubiläumsheft beweist, dass er es natürlich nicht ist. Von solchen einfallsreichen und hervorragend gezeichneten Ausgaben kann es ruhig noch weitere 1000 geben.

>> Detective Comics: 80 Years of Batman

>> Batman 2011-2019

King Kong Batman

DC Comics

Titel: The Batman Creature

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #162), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Zwei Männer, die sich wie Tiere benehmen, rauben eine Bank aus. Die Polizei ist machtlos, selbst Batman und Robin kommen gegen sie nicht an. Die seltsamen Hybridwesen hat ein krimineller Wissenschaftler erschaffen, indem er mit einem Strahl Tiere menschenähnlich macht. Als er einen Stier- und einen Jaguar-Mann losschickt, folgt ihnen Batman ins Versteck und gerät selbst unter den Strahl.

Der Logik zufolge müsste der Strahl keinen Effekt auf ihn haben, weil er bereits ein Mensch ist. Stattdessen ist es umgekehrt: Batman wird zu einem übergroßen, affenähnlichen Tier. Zuerst reißt er Bäume aus, dann randaliert er in der Stadt und klettert auf ein Hochhaus, wo er sofort von Kampfflugzeugen beschossen wird. So ist es eben seit King Kong Tradition.

Und einen Riesenaffen kann nur eine Schöne zähmen. In diesem Fall Batwoman. Erst durch ihr gutes Zureden beruhigt sich die Batman-Kreatur und macht sich daraufhin sogar nützlich. Er schnappt zwei weitere Tierganoven, rettet Robin und Batwoman vor einem Nashorn und einem Tiger. Schließlich wird er zurückverwandelt. Das ist dann aber auch die letzte Transformation, die Batman in diesen wilden Jahren durchmachen muss.

>> Batman in den 60ern

Batman als Flaschengeist

DC Comics

Titel: The Bizarre Batman Genie

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #322)


Im Gotham Museum wird eine relativ wertlose Öl-Lampe gestohlen und schon wird Batman herbeigerufen. Was ist mit der Polizei? Der ist das Ganze wohl zu banal. Aber nein: Die Lampe gehörte dem Magier Larko, der mit einem Zauberpulver Menschen in der Lampe gefangennehmen konnte, sodass sie ihm als Dschinn drei Wünsche erfüllten.

Als der Dieb Aristo mit dem Pulver abhaut, wirft er es nach Batman und der löst sich in Luft auf. Kurz darauf beschwört ihn Aristo aus der Lampe herauf. Batman ist ein übergroßer Dschinn mit Turban geworden – und zum Komplizen. Erster Wunsch: Die Münzanstalt von Gotham auszurauben. Robin und Batgirl versuchen, das zu verhindern, indem Robin Batman den Turban klaut und ihn ablenkt, während Batgirl das Geld gegen Minzblätter austauschen lässt.

Zweiter Wunsch: Batman hält die Polizei auf, während die Gauner die Diamantenbörse ausräumen. Auf der Flucht versucht Robin, sich die Lampe zu schnappen, fällt aber damit in einen Fluss und nur die Lampe taucht auf. Doch da erscheint Batman, der wieder ganz der alte ist. Warum? Weil Robin den dritten Wunsch verbraucht hat, indem er Batman bat, ihn aus dem Fluss zu retten.

Man kann sich natürlich fragen, warum sich die Gauner nicht einfach alles Geld der Welt gewünscht haben, ohne den ganzen Ärger. Aber dann gäbe es die Geschichte nicht. Vielleicht wäre es besser so gewesen. Denn Batman als Flaschengeist war vielleicht nicht die beste Idee. Man merkt, dass die Autoren gegen Ende dieser Phase immer verzweifelter waren, Batman zu etwas zu machen, was er einfach nicht war. Mit dem Dunklen Rächer hatte er nichts mehr zu tun.

>> Batman in den 60ern

Old Man Batman, Baby Batman

Titel: Rip Van Batman/Batman Becomes Bat-Baby

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958/1962 (Batman #119/#147)


Im Silver Age war nicht nur alles möglich, es wurde auch alles einmal durchgespielt. Und Batman machte ständig wilde Verwandlungen durch. Nicht nur sein Kostüm, auch sein Körper. Einmal wurde er zu einem Greis, dann zu einem Kind.

Die Story „Rip Van Batman“ (angelehnt an die Erzählung Rip Van Winkle) ist nur eine Halluzination, die Batman durchmacht, nachdem er den Duft einer exotischen Pflanze eingeatmet hat, also eine Art Imaginary Story. Batman schläft ein und erwacht als alter Mann mit weißem Rauschebart. Er findet sich in der Zukunft wieder, in der Dick Grayson als Batman mit einem blonden Robin Verbrecher bekämpft.

Wayne Manor und Batcave sind Geschichte

Die Geschichte nimmt in gewisser Weise The Dark Knight Returns und sogar Ben Afflecks Version vorweg. Niemand glaubt ihm, dass er Bruce Wayne ist. Wayne Manor ist eine verlassene Ruine, die Bathöhle ist leergeräumt. Der Alte muss sich als Batman erst beweisen. Als er Batman sieht, dass das Dynamische Duo in einem Planetarium von Ganoven festgehalten wird, versucht er sie zu retten, doch gerät selbst in Gefangenschaft.

Die alten Knochen wollen nicht mehr so wie er es gerne hätte. Dafür umso mehr der Geist. Der Greis schafft es nicht nur, sich dank eines Stück Glases aus seinem Gürtel zu befreien, er versetzt auch die Schurken in Angst und Schrecken, als er den Schatten eines Skorpions an die Wand wirf. Doch kaum sind die Bösen geschlagen, wacht Batman wieder aus dem Delirium auf.

Vier Jahre später läuft es andersrum. Batman wird bei einem Einsatz gegen Juwelendiebe von einem Wissenschaftler mittels eines Energiestrahls verjüngt. Plötzlich steckt ein Vierjähriger in einem viel zu großen Kostüm und Robin muss ihn zum Batmobil tragen. Bald darauf landet ein Foto in der Zeitung und alle wissen Bescheid.

Ist die Karriere jetzt beendet? Nein, der kleine Bruce hat’s immer noch drauf. Er macht aus der Not eine Tugend. Wenn die Unterwelt ihn ein Baby nennt, dann kleidet er sich auch wie eines: Er zieht zu Maske und Cape kurze Latzhosen und ein graues T-Shirt an und will allen beweisen, was in ihm steckt.

Mit seinen kurzen Beinen ist er vielleicht zu langsam, aber dafür ist er auch leicht genug, sich mit einem Heliumballon auf ein Dach tragen zu lassen und Gangster auszuknocken. Aber was ist mit den Frauen? Als die lästige Kathy Kane (Batwoman) vor der Tür steht, um Bruce zu sehen, lässt er einen Schatten an die Wand werfen, der aussieht, als würde er eine Frau küssen. Es wäre einfacher gewesen, sich von Alfred krankmelden zu lassen. Aber bei Batman muss immer die Frau gekränkt werden, um sie los zu sein.

Batbaby und Robin im Einsatz

Bat-Baby und Robin spüren die Gangster auf, die Batman verkleinert haben, Bat-Baby knockt sie mit einem Schaukelpferd aus und Robin mit einer Harfe – man nimmt, was eben zur Hand ist. Die Bösen sind so baff, dass sie einfach umfallen. Und plötzlich ist Batman wieder ganz der Alte. Zum Glück hatte er ein zusammenfaltbares Plastikkostüm dabei.

Batbaby-Kostüm in der Vitrine

Am Ende landen die Latzhosen in einer Vitrine. Als Andenken einer kurzen Kindheit, sagt Batman. Eine tragische Doppeldeutigkeit …

Die Moral dieser Geschichten ist klar: Batman ist jederzeit Batman, sei er auch noch so benachteiligt oder lächerlich. Und trotzdem spielten spätere Autoren lieber wieder „Old Man Batman“, als an diese kindische Episode zu erinnern.

>> Batman in den 50ern
>> Batman in den 60ern

Detective Comics: 80 Years of Batman

DC Comics

Da ist er nun, der große Jubiläumsband: Detective Comics: 80 Years of Batman. Doch wenn man das edle Buch aufschlägt, folgt gleich die Enttäuschung: DC Comics hat sich mal wieder nicht getraut. Eigentlich sollte eine Story aus der ersten Ausgabe erscheinen. Dafür hätte sich der erste Auftritt von Slam Bradley angeboten: „The Streets of Chinatown“. Aber offenbar war das dem Verlag zu heikel, wie darin Chinesen dargestellt werden. Statt selbstkritisches Geschichtsbewusstsein zu beweisen, zensiert sich DC mal wieder selbst und liefert stattdesen nur eine harmlose, willkürlich ausgewälte spätere Slam-Bradley-Story (die aus #27).

Es passt zum Trend: DC hat zuletzt nicht nur die erste Ausgabe von Batman: Damned nachträglich zensiert, in der Batmans Penis zu sehen war, auch hat man sich nicht getraut, den Jesus-Comic Second Coming zu drucken, der bereits angekündigt war. Man beugte sich lieber den christlichen Protesten. So steht es also um die Kunstfreiheit in den USA. Freiheit ja, aber nicht um jeden Preis. Für diesen Band bedeutet das eine verpasste Chance zu zeigen, wie die Serie begann.

Der Jubiläumsband bietet ansonsten viele historische Ausgaben mit ersten Auftritten, vor allem von Batman, Robin, Batwoman, Batgirl, Bat-Mite und einiger Schurken. Dazu zählen auch kleine Perlen wie „There is No Hope in Crime Alley!“ (#457, 1976), „To Kill a Legend“ (#500, 1981) und „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986): Batman trifft auf Leslie Thompkins, versucht den Mord an seinen Eltern zu verhindern und hat in einer Nacht einfach nur Pech. Diese Storys waren lange vergriffen oder nur digital verfügbar.

Ansonsten wirkt der Band wie eine halbe Sache – buchstäblich. Zum einen, weil die Premieren des ersten Clayface sowie des Pinguin fehlen (obwohl er zuerst – abgesehen von Zeitungs-Strips – in Detective Comics vorkam). Zum anderen weil zu den ersten Auftritten von Two-Face, Riddler und Man-Bat die jeweiligen Fortsetzungen nicht enthalten sind, die die Storys jeweils abschließen. Es wirkt, als würde DC hier nur eine Art Chronistenpflicht erfüllen, aber an Leser, die an Geschichten interessiert sind, richtet sie sich nicht – außer natürlich sie kaufen sich die Bände, in denen man den Rest nachlesen kann. Hier kann man bloß erste Eindrücke gewinnen. Das ist schon bei den Batman Arkham-Anthologien negativ aufgefallen.

Aus den Jubiläumsausgaben #500 und von Detective Comics #27 (2013) sind nur Teile abgedruckt, während man interessante Hefte wie #387, #572 und #627 außer acht gelassen hat.

Das kann nicht nur Platzgründe haben, denn dafür ist anderes Füllmaterial enthalten: Die Deadshot-Story wirkt herausgerissen aus dem Kontext der größeren Storyline Strange Apparitions. (Außerdem war sie schon in Batman: A Celebration of 75 Years enthalten.) Der nervige Bat-Mite bekommt gleich zwei Geschichten, wobei die zweite bloß einen kurzen Besuch des Kobolds in der DC-Redaktion zeigt – und das klingt witziger als es ist. Detective Comics #742 ist völlig entbehrlich, bis auf einen (fragwürdigen) neuen Look hat sie nicht viel zu bieten. Hier wollte man wohl einfach nur eine beliebige Geschichte aus neuerer Zeit abbilden, nachdem man schon die 90er völlig außer acht gelassen hat.

Trotz der vielen Worte, die in Einführungen und Essays verloren werden, fehlt eine Erklärung für die Auswahl dieser Comics. Vor allem für die Geschichten anderer Helden, die in Detective Comics auftauchten, hätte man sich kurze Begleittexte gewünscht, die die Hintergründe dieser Charaktere erläutern.

Das Buch beginnt mit dem Crimson Avenger, eine Art Shadow-Verschnitt, ein maskierter Rächer mit Hut und Pistolen. In gewisser Weise stellt er auch einen Vorläufer von Batman dar. Kurios wirkt Air Wave, ein Superheld, der Funkwellen aller Art aus metallishen Gegentänden empfangen und übertragen kann, und der mit Rollschuhen auf Hochleitungen fährt. Die Boy Commandos von Joe Simon und Jack Kirby (Captain America) sind eine Gruppe von Kindern, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpfen – ein sehr zweifelhaftes Konzept.

Dann gibt es noch den ersten Auftritt des Abenteurers Roy Raymond, der in Südamerika ein Tal entdeckt, indem man schnell alt wird. Interessant sind hier die detaillierten Zeichnungen, die im Vergleich zeigen, wie cartoonhaft Batman damals noch gezeichnet war – und noch bis in die 60er blieb. Das lag an Bob Kanes Stil, der von anderen Zeichnern kopiert wurde. Der Origin von Pow Wow Smith, einem Indianer-Detektiv, ist ziemlich lahm, und nicht viel interessanter liest sich der Origin des Martian Manhunter, denn die wenigen Seiten bieten nicht mehr als einen Auftakt für spätere Storys. Einer wie der Elongated Man wäre spannender gewesen – auch wenn er nicht seinen ersten Auftritt in der Serie hatte, hatte er doch lange die Zweitstory.

Der Manhunter von Archie Goodwin ist gleich zweimal vertreten: Mit einer Einzelstory, die ihn einführt, und einem Team-up mit Batman. Im Grunde sind die beiden zwei Gleichgesinnte, außer dass Manhunter tötet und ein uncooles Kostüm trägt. Über den neuen Helden erfährt man sonst nicht viel, dafür ist die Handlung actionreich und interessant gelayoutet.

Als Extra enthält der Band einige Skizzen (Breakdowns) von Lew Sayre Schwartz für Detective Comics #200, sowie fünf Seiten aus einem Storyfragment, das 2012 begonnen, aber nie beendet wurde. Das ist nur ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass 80 Years of Action Comics die Sensation einer bis dato unveröffentlichten Superman-Story enthielt.

Es stellt sich die Frage, an wen sich dieser Band richtet. Alte Fans dürften das Meiste hiervon kennen und besitzen, neue Fans könnten neugierig gemacht werden. Manch anderen Helden sind vielleicht aus historischen Gründen interessant, aber auch zurecht vergessen worden. Es hätte die meisten nicht gebraucht. Aber da DC seine angekündigte Neuauflage der Detective Comics Before Batman wieder gecancelt hat, wollte man wenigstens hier etwas mehr als Batman zeigen. Außerdem hatte man das auch schon 2018 mit Action Comics so gemacht.

Empfehlenswert ist der Band für alle, die sich einen Überblick über die ersten Auftritte verschaffen wollen, auch wenn Joker, Catwoman und Pinguin fehlen. Fortgeschrittene können sich an den weniger bekannten Geschichten erfreuen. Ob es den Preis rechtfertigt, sei dahingestellt. Es bleibt der Gesamteindruck, dass man hier inkosequent war und man mehr aus diesem Buch hätte machen können.

Die gesamte Übersicht über die vollständigen Storys:

  1. The Crimson Avenger: „Block Buster“ (#20)
  2. Batman: The Case of the Chemical Syndicate (#27, 1939)
  3. Slam Bradley: „The Murderer on Vacation“ (#27, 1939)
  4. Batman and „Robin the Boy Wonder“ (#38, 1940)
  5. Air Wave: „Case of the Missing Evidence“ (#60)
  6. Boy Commandos: „The Commandos Are Coming“ (#64)
  7. Batman: „The Crimes of Two-Face“ (#66)
  8. Batman: „The Riddler“ (#140)
  9. Pow-Wow Smith: „The Origin of Pow-Wow Smith“ (#151)
  10. Roy Raymond: „The Land of Lost Years“ (#153, 1949)
  11. Martian Manhunter: „The Strange Experiment of Dr. Erdel“ (#225, 1955)
  12. Batman: „The Batwoman“ (#233, 1956)
  13. Batman: „… Meets Bat-Mite“ (#267, 1959)
  14. Batman: The Challenge of Clay-Face (#298, 1961)
  15. Batman: „The Mystery of the Menacing Mask!“ (#327, 1964)
  16. Batman: „The Million Dollar Debut of Batgirl!“ (#359, 1967)
  17. Batman: „Challenge of the Man-Bat!“ (#400, 1970)
  18. Manhunter: „The Himalayan Incident“ (#437, 1973)
  19. Batman & Manhunter: Gotterdammerung (#443, 1974)
  20. Batman: „There is No Hope in Crime Alley“ (#457, 1976)
  21. Batman: „The Deadshot Ricochet“ (#474, 1977)
  22. Bat-Mite: „Bat-Mite’s New York Adventure“ (#482, 1979)
  23. Batman: „To Kill a Legend“ (#500, 1981)
  24. Batman: „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986)
  25. Batman: „The Honored Dead“ (#742, 2000)
  26. Detective Comics #27 (The New 52, 2014)

>> Mehr Batman-Anthologien

Viel Lärm um nichts

DC Comics

Titel: Superman/Batman Vol. 6

Autor/Zeichner: Joe Casey, Paul Levitz/Jason Fabok, Scott Kolins, Jerry Ordway

Erschienen: Superman/Batman #64-75, Annual #4), Paperback 2017


Batman im Weltall. Eine Zeitlang war das eine verzweifelte Idee, die im Silver Age ins Absurde übertrieben wurde. Batman hat dort nichts verloren. Er gehört auf die Straßen von Gotham. Aber irgendwann wurde es wieder völlig normal, Batman ins All zu schicken. In The Big Noise hat er sogar eine eigene Bat-Rakete, damit er Superman helfen kann, Weltraumschrott zu inspizieren. Offenbar hat er gerade nichts Besseres zu tun.

Aber es kommt noch dicker: Ein Formwandler-Alien, das einst gegen Kryptons Armeen der Frühzeit gekämpft hat, will Superman töten. Dazu schickt er einen C-Ligisten-Attentäter wie Nrg-X los, eine laufende Atombombe. Batman hilft ihm, weil der Formwandler die Gestalt eines Industriellen angenommen hat. Bruce Wayne hat sich von ihm täuschen lassen und ihm die Hand geschüttelt. Wegen dieses Handschlags steigt Batman in einen Raumanzug, reist ins All und kämpft mit Superman gegen das Tentakel-Alien. Inwiefern ist das besser als der Quatsch im Silver Age? Es ist cool gezeichnet. Na, immerhin.

In der zweiten größeren Geschichte dürfen zwei Altmeister ran: Paul Levitz und Jerry Ordway erzählen eine Story, die bestenfalls als klassisch, schlimmstenfalls als altbacken gelten kann. Während eine ungewöhnliche Kolorierung über Ordways altmodischen Zeichenstil hinwegzutäuschen versucht, kann Levitz seine Story nicht so leicht kaschieren, dass sie in alten Mustern festhängt.

Lex Luthor hetzt einerseits einen Superman-Kult auf Lois Lane, der sie auf den Scheiterhaufen verbrennen will, andererseits hetzt er Aliens auf einem fernen Planeten gegen Superman auf und schenkt ihnen Technologie, um bei ihnen als Gott zu gelten. Zusammen mit Batman und Lois Lane verhindert Superman das alles. Sehr routiniert und spannungsarm und mit viel Introspektion in den Captions. Lesergehirne im Leerlauf.

Interessanter ist dagegen schon eine kleine Halloween-Story: Scarecrow hält Superman, Batman, Joker und Lex Luthor gefangen und lässt sie ihre schlimmsten Alpträume erleben. Mehrere Zeichner (darunter Kelley Jones) dürfen die vier Passagen inszenieren, einiges davon ist sehr stark. Und was ist Scarecrows schlimmster Alptraum? Die Vogelscheuche aus dem Zauberer von Oz zu sein.

Ein kleines Highlight bietet Annual #4: Batman Beyond trifft auf Superman Beyond. Wieder geht es wieder gegen Lex Luthor. Das Ganze ist etwas zu brav gezeichnet, aber hat einige schöne Splash Pages, in denen Superman in Schwarz-weiß sehr eindrucksvoll rüberkommt. Ein mäßiges Lob, okay, aber ich versuche, die Rosinen aus der Mittelmäßigkeit herauszupicken.

Total überflüssig sind die beiden Kapitel, in denen Monster gegeneinander antreten: Bizarro gegen Solomon Grundy und dann auch noch Man-Bat und Frankenstein. Dieser Schwachsinn muss absolut niemanden interessieren. Bitte überblättern.

Zum Schluss feiert die Serie mit seiner 75. Ausgabe von Superman/Batman ein „Jubiläum“. DC ist sich wirklich nicht zu schade, jede noch so lächerliche Heftnummer zum Anlass für Spezialausgaben zu nehmen. Nachdem Batman und Superman die Legion of Superheroes treffen (gähn), dürfen mehrere Autoren und Zeichner ein paar kleine Zweiseiter machen.

Wie unfruchtbar die Aufgabe ist, zeigt die Kurzgeschichte von Steven T. Seagle und Teddy Kristiansen (It’s a Bird …): Obwohl Seagle nichts zu erzählen hat, weil Superman und Batman zusammen nicht viel Sinn ergeben, steht die Geschichte trotzdem da – als Meta-Geschichte eines Pseudo-Making-ofs. Einfach nur peinlich.

Immerhin eine Idee ragt positiv heraus: Brian Azzarello und Lee Bermejo erzählen eine Lex-und-Joker-Story im Calvin & Hobbes-Stil – das sind aber auch schon die kreativsten zwei Seiten dieses Bandes.

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batman als Alien

Titel: The Alien Batman/The Eight Wonder of Space

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958/1961 (Detective Comics #251/Batman #140)


In Gotham wird eine nicht genehmigte Landung registriert. Commissioner Gordon und Vicki Vale fahren hin und was sie sehen, können sie nicht glauben: Zwei Aliens fliegen mit einem Ufo weg – und eines der Aliens trägt ein Batman-Kostüm! Jetzt könnte man sagen: Eines der Aliens ist ein Batman-Fan, fliegt zu einem Maskenball oder die ganze Sache ist ein Schwindel. Stattdessen schöpfen Gordon und Vale einen bösen Verdacht: Könnte Batman ein feindseliges Alien sein?

Gordon stellt das Dynamische Duo zur Rede. Batman streitet alles ab. Seine Maske ablegen kann er nicht, sonst würde er seine Identität preisgeben, aber eine Untersuchung beim Arzt ergibt, dass sein Blut tatsächlich nicht von dieser Welt stammt.

Daraufhin beginnen die Spekulationen. Seine einstigen Freunde sehen seine frühreren Heldentaten in einem anderen Licht: Wie konnte Batman einen Arbeiter vor Hochspannung retten? Hat er vielleicht übermenschliche Kräfte? Kann er Gedanken lesen? Hat er sogar telekinetische Kräfte? Ist er unverwundbar? Und waren seine hanebüchenen Erklärungen für all das vielleicht doch nur Lügen? Auch die Menschen von Gotham sind verunsichert. Die besorgten Bürger befürchten finstere Machenschaften.

Während Polizei, Presse und Pöbel mit wilden Spekulationen beschäftigt sind, versuchen Batman und Robin mit guter alter Detektivarbeit den Fall zu lösen. Und tatsächlich ist die ganze Sache nur ein Trick gewesen, um Batmans Ruf zu schaden. Batman revanchiert sich, indem er vor den Gaunern so tut, als wäre er tatsächlich ein Alien mit spitzen Ohren und Fühlern.

Batman als Fake-Alien

Die Episode hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Erstens weil sie zeigt, wie schnell das Vetrauen in Batman verloren gehen kann, zweitens, wie paranoid und fremdenfeindlich die Menschen sein können. Darin wirkt noch die McCarthy-Ära der 50er nach. Denn man kann sich fragen: Selbst wenn Batman ein Alien wäre – was wäre daran so schlimm? Superman ist auch eins, aber daran stört sich niemand. Wahrscheinlich, weil Superman wie ein Mensch aussieht …

Drei Jahre später werden Batman und Robin tatsächlich in Aliens verwandelt. Während sie mit ihrem Batplane durch die Gegend düsen, bringt sie ein außerirdischer Energiestrahl auf einen anderen Planeten, wo sie sich (wegen der Atmosphäre) in grüne Männchen mit langen grünen Gesichtern und Fühlern verwandeln.

Gordon glaubt den beiden mal wieder nicht: „You’re lying!“ Er und Batwoman halten die Aliens für Betrüger. Batman kann die beiden überzeugen, indem er etwas über sie sagt, was nur er wissen kann. Aber ihre Verwandlung hat auch etwas Gutes: Als Aliens können Batman und Robin mit ihren telekinetischen Kräften die Yellow Sweater Gang aufhalten.

Batman als Alien

Nur was machen sie als Bruce Wayne und Dick Grayson? Bruce ist mit Kathy verabredet … Da hat Bruce eine Idee: Sie gehen zu einem Maskenball und er tut so, als würde er sich als Alien-Batman verkleiden. Doch Kathy findet das gar nicht witzig und knallt ihm die Tür vor der Nase zu. (Natürlich kommt sie nicht auf den naheliegenden Schluss.) Bruce‘ Plan geht auf.

Auch als Alien-Crimefighters haben die beiden weniger Glück: Da sie ihre Kräfte noch nicht im Griff haben, lassen sie die Gangster entwischen, als sie sie aufspüren, lassen sie sich gefangennehmen. Und als dann auch noch ihr Alien-Erscheinung von selbst schwindet, drohen sie aufzufliegen. Aber natürlich geht in letzter Minute alles wieder gut.

Aber das ist noch längst nicht die letzte verrückte Verwandlung, die Batman in den 60ern erleben darf. Es kommt noch viel dicker …

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Batman und Robin als Mumien

DC Comics

Titel: The Mummy Crime-Fighters

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #320)


Bruce Wayne und Dick Grayson fahren durch die Gegend, als sie zufällig sehen, wie eine außerirdische Raumkapsel neben ihnen abstürzt. An Bord entdecken sie neben einem kaputten Roboter-Piloten eine seltsame grüne Scheibe, die vor ihren Augen explodiert. Danach sind ihre Haut und ihre Haare grün gefärbt. Der Doktor sagt zwar: Es besteht keine Gefahr. Doch als Batman und Robin können sie sich so nicht blicken lassen, weil sie sonst auffliegen könnten.

Sie versuchen es mit Make-up. Doch das hält nicht. Bruce schlägt Masken vor, die das Gesicht verdecken. Aber da Dick als Robin mit nackten Armen und Beinen rumläuft, würde auch das nichts bringen. Die einfachste Lösung wäre hier natürlich ein neuer Style: lange Ärmel und anständige Hosen. Allerdings ist die einfachste Lösung selten die spaßigste. Deshalb denken sich die beiden was Kreativeres aus.

Als Batman und Robin tun sie so, als wären sie gefährlich verstrahlt und leuchten sich gelb an, dann wickeln sie sich in Verbände und bekämpfen im Mumien-Look das Verbrechen. So soll es aussehen, als würden sie andere vor der Strahlung schützen. Bei einer Mission kann Robin die Täuschung sogar als Bluff gegen die Gangster verwenden.

Alles gut also? Nihct ganz: Super-Reporterin Vicky Vale ist skeptisch und glaubt, einen Beweis für ihre langgehegte Vermutung zu haben, dass Batman und Robin Bruce und Dick sind. Die täuschen sie dann mit ihren grünen Gesichtern, faulen Ausreden und Make-up. Vicky fällt drauf rein – und das Problem mit der Farbe löst sich von selbst.

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Batman wird Negativ

DC Comics

Titel: The Negative Batman

Zeichner: Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #284)


Batman hatte in den 50ern die kuriosesten Kostüme. Nach dem bunten Rainbow-Batman war Anfang der 60er aber Schwarz-weiß angesagt. Zuerst als Zebra. Und dann als Negativ. Das kam so: Im Gotham verschwinden plötzlich Banken und tauchen wieder aus dem Nichts auf – allerdings ohne Geld. Dahinter steckt die Gang des ehemaligen Wissenschaftlers Hal Durgin, der ein besonderes Gerät gebaut hat: eine Kamera, die das Funktionsprinzip von Kameras wörtlich nimmt. Mit ihr kann man Dinge verkleinern und im Gehäuse festhalten.

Batman und Robin finden die Gauner schnell und hier könnte die Story vorbei sein, wenn Durgin nicht Batman mit der Kamera erwischen würde. Unser Held wird zwar nicht verkleinert eingesperrt, aber in ein wandelndes Negativ in Schwarz-weiß verwandelt. Aber der neue Look ist nicht das Problem: Batman fühlt sich auch nich schwach – und er reagiert (wie ein echtes Negativ) empfindlich auf Licht. Batman wird also notgedrungen zu einem Helden der Nacht, der im Schatten agieren muss.

Was heute normal für Batman ist, war aber im bunten Silver Age undenkbar. Ein Negativ-Batman ist damals wörtlich zu nehmen. Die Wissenschaft weiß leider keinen Rat. Wenn das so bleibt, wird Batman sterben. Es sieht düster für ihn aus. Dann lässt er sich auch noch vom Schurken gefangen nehmen. Doch dann stellt sich raus: Alles nur ein Trick. Batman hat seinen Roboter in ein Schwarz-weißes Kostüm gesteckt und wurde hinter den Kulissen durch den Kamera-Einsatz geheilt.

Am Ende kann sich Batman wieder normal ablichten lassen – sogar im Blitzlichtgewitter. Hurra, die Farbe ist wieder da!

Zwei Jahre später (World’s Finest #126) gab es dann auch einen Negative Superman …

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