Mister Freeze

Mister Freeze bekämpft den Sommer

DC Comics

Titel: Fire and Ice

Autor/Zeichner: Robbie Morrison/Charlie Adlard

Erschienen: 2005 (Gotham Knights #59),  Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„I hate summer … especially in Gotham.“ (Mister Freeze)

Mister Freeze und Batman sind in einer Eiskugel gefangen, während um sie herum ein Feuer schwelt. Batman ist zudem ans Eis gefesselt. Während seine Fesseln schmelzen, beschlägt Freeze’s Helm. Wie ist es dazu gekommen: Freeze ist mal wieder Amok gelaufen, indem er Menschen im Park vereiste. Das sollte aber nur der Auftakt sein, um auch den Rest der Stadt kalt zu stellen. Mister Freeze, so erfahren wir, mag halt keinen Sommer. Und besonders Gotham im Sommer. Denn zu der Jahreszeit geht es besonders kriminell zu. Freeze will mal wieder den Retter spielen, indem er die Menschen von falschen Hoffnungen befreit. Batman aber macht ihm klar, dass es dem Schurken nur mal wieder um Nora geht, die im Sommer krank geworden ist.

Es sind die bekannten Themen und Motive, die hier neu vermischt werden. Nur am Ende wird ein neuer Aspekt eingeführt: Batman und Freeze müssen zusammenarbeiten, um aus dem Gefängnis aus Feuer und Eis wieder heil rauszukommen. Schluss: der Sommer hat gewonnen. Batman lächelt, Freeze schmollt.

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Der tragische Mister Freeze

DC Comics

Titel: Batman – Mr. Freeze

Autor/Zeichner: Paul Dini/Mark Buckingham

Erschienen: 1997 (One-shot), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„I have done nothing to deserve this punishment. I’m an innocent man. One of the few true innocents in this city.“ (Mister Freeze)

Mister Freeze läuft Amok in Gotham: Mit seiner Frostkanone schießt er wild um sich, um das Böse aus der Stadt auszumerzen, die er für die Hölle hält. Selbst Robin wird vereist. Dass Batman dagegen vorgeht und dabei gegen Eisbären und einen Seeleoparden kämpft, ist nur die Rahmenhandlung. Der Kern der Story sind die Rückblenden, die Mister Freeze eine tragische Vorgeschichte geben, die von der Version in The Animated Series inspiriert ist.

Victor Fries hat schon als Kind gerne Tiere in Eiswürfel eingefroren, um ihre Schönheit zu bewahren. Seine Eltern fanden das gar nicht lustig und steckten ihn in ein Heim. Der Junge wurde ein Leben lang gemobbt, bis er an der Uni die Liebe seines Lebens fand: Nora. Die beiden verliebten sich, heirateten, eine Weile war alles gut, bis Nora unheilbar krank wurde. Victor suchte sich einen neuen Job bei Gothcorp, um die Rechnungen fürs Krankenhaus bezahlen zu können. Als die Lage verzweifelt schien, legte er sie auf Eis – in einen Kryo-Schlaf. Doch weil das Projekt gestrichen wurde, gab es Ärger, als Victor sich wehrte, wurde er mit der Flüssigkeit kontaminiert, die ihn so wärmeempfindlich machte.

Im Kälteanzug wurde Fries zu Freeze und beging Rache mit der Frostkanone. Nachdem Batman ihn aufhielt, schwor er, sich auch an ihm zu rächen: „I will find whatever you treasure most … and destroy it in front of your eyes …“ Das Opfer wurde schließlich Robin.

Eine ähnliche Prämisse hat auch die BTAS-Folge Cold Comfort (ebenfalls von 1997), in der ein verbitterter Mister Freeze Amok läuft, um den Menschen wegzunehmen, woran ihr Herz am meisten hängt. Hier sieht sich der Schurke sogar wegen seiner Opferrolle als Unschuldiger, der im Recht ist, über andere zu richten. Eine interessante Entwicklung. Zum ersten Mal kann man den Charakter auch in der Haupt-Continuity der Comics ernst nehmen. Ein Umstand, der jedoch von der Darstellung von Mister Freeze im Film Batman & Robin (1997) wieder zunichte gemacht wurde.

(Bemerkenswert, dass dieses Comic (neben One-shots zu Bane, Batgirl und Poison Ivy) den Film mitbewerben sollte. Die Enttäuschung dürfte nach dieser Lektüre groß gewesen sein, wie sehr Comic und Film sich unterschieden.)

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Todbringendes Eis

DC Comics

Titel: Frozen Assets

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #525), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Mal wieder die Sache mit dem ewigen Leben dank Eis. Mal wieder der Helm. Mal wieder ein Kühlschrank. Mal wieder Poesie.

Mister Freeze verspricht drei alten Menschen, ihr Leben einfrieren zu können, bis die Wissenschaft den Tod besiegt hat. Doch seine Motive sind nicht edel: In Wahrheit schert er sich nicht um ihr Wohlergehen, sondern will nur an ihr Geld. Die drei kennen Freeze’s kriminelle Vergangenheit und trauen ihm nicht. Daraufhin besucht er einen nach dem anderen von ihnen mit der Frostkanone. Als ob es nicht schon reichen würde, dass er Eisberge als Spuren hinterlässt, hat sich Freeze jetzt auch Visitenkarten zugelegt, auf denen „0°“ (null Grad) steht – soll wohl besonders cool sein.

Batman und Robin kommen dem Mörder auf die Spur (wie schnell das immer gehen kann, wenn Schurken so dick auftragen), Batman zerschlägt im Kampf wieder Freezes Helm und setzt ihn in einen Kühlschrank. Ist ihm nicht kalt genug. Aber ein Verlierer muss nehmen was kommt. Dem Schurken ist einfach nicht zu helfen, wenn er nicht aus seinen Fehlern lernt und endlich in bruchsicheres Glas investiert.

(Autor Doug Moench bringt wieder seine Vorliebe fürs Dichten ein, indem er die zwei Handlanger, die Ice und Cube heißen, miteinander reimen lässt. Soll wohl ein Comic Relief sein, nervt aber unglaublich.)

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Eiskalte Rache (zweiter Versuch)

DC Comics

Titel: Cold Cuts

Autor/Zeichner: Jeff O’Hare/Roderick Delgado

Erschienen: 1988 (Detective Comics #595), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem Mr. Freeze’s genialer Racheplan an Gotham nicht geklappt hat, kommt jetzt die Rache an Batman. Das geschieht jedoch ziemlich zufällig. Zufall eins: Eine Laserkanone wird geschaffen, mit der man präzise durch alles schneiden kann. Zufall zwei: Mister Freeze büchst aus dem Knast aus. Da er aus Arkam dortin verlegt wurde, um sich wieder besser in die Gesellschaft eingliedern zu können, die aber keine Kältezelle einrichten konnten, wird er im Kühlraum der Küche aufbewahrt. Trotzdem steckt er aber in seinem Kühlanzug. Das soll verstehen wer will. Jedenfalls nutzt er eine Lebensmittellieferung aus, um abzuhauen.

Er bricht im Laser-Labor ein, Batman folgt ihm, Freeze nimmt ihn gefangen und fängt an, ihn mit dem Laser zu zerhacken. Wie es sich für sadistische Schurken gehört, die ihre Rache eiskalt auskosten wollen, fängt er erstmal klein an: mit einem Spitzohr, dann mit dem Gürtel. Zufall drei: ein Batarang fällt heraus. Zufall vier: Batman fängt ihn und wirft ihn aus dem Handgelenk so, dass (Zufall fünf) ein großer Eiszapfen getroffen wird, dieser herunterfällt (Zufall sechs) und dann auch noch irgendeine wichtige Leitung trifft, die einen Kurzschluss verursacht (Zufall sieben). Alles explodiert, Freeze’s Helm geht (wieder) zu Bruch, Batman rettet ihn mit der Eiskanone vor den Flammen.

Dumm gelaufen, aber das Glück ist eben auf Batmans Seite. Und Mister Freeze bleibt einfach ein Versager.

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Eiskalte Rache

DC Comics

Titel: The Glacier Under Gotham

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #375), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Mister Freeze ist frustriert. Seine Verbrecherkarriere war bisher ziemlich erfolglos. Im Grunde ist er – trotz des Namenswechsels – immer der gleiche Mister Zero geblieben, eine Null. Da halfen auch weder Branchen- noch Stilwechsel. Jetzt will er nur noch Rache. Und die serviert man bekanntlich – Achtung Kalauer! – am besten eiskalt. Gotham City soll eingefroren werden. Weil ihm die Fantasie offenbar nicht genug ist, engagiert er erstmal einen Zeichner, der das Vorhaben erstmal auf Papier inszenieren soll, bevor es in die Tat umgesetzt wird. Da Mister Freeze zwar eine große Eiskanone gebaut hat, die aber immer noch nicht groß genug ist für sein Projekt, nutzt er die Waffe zunächst einmal für einen spektakulären Bankraub. Batman und Robin (Jason Todd) kommen vorbei, folgen der Eisspur und verhindern Schlimmeres, retten zwei Jungfern in Nöten und Batman bekommt einen Kuss als Belohnung.

Eigentlich ziemlich unspektakulär. Freeze legt eine ziemlich erbärmliche Performance hin. Damit man das gleiche nicht über Autor Doug Moench sagen kann, hat er sich die Mühe gemacht, das kurze Abenteuer mit einem Gedicht auszuschmücken, in das die banale Handlung gebettet ist. Das Profane im Kleid des Poetischen – das ist etwas albern und rettet diesen Charakter nicht vor der Unglückseligkeit.

(Das Cover, das Robin im Eis zeigt, hat nichts direkt mit der Geschichte zu tun, deutet aber an, dass Bruce Wayne das Sorgerecht für Jason Todd verlieren wird, aber das ist eine andere Geschichte.)

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Batman wird zum Eis-Zombie

DC Comics

Titel: There’ll Be a Cold Time in the Old Town Tonight!

Autor/Zeichner: Len Wein/John Calnan

Erschienen: 1979 (Batman #308), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem seine Ansätze als Bankräuber und Kunstdieb gescheitert sind, hat Mister Freeze bei seinem dritten Versuch eine neue Mission: Ewige Jugend durch Frost. Er verspricht sie reichen Leuten, die lassen sich naiverweise von ihm einfrieren, aber weil ihre Hirne dabei Schaden erleiden, werden sie zu Eiszombies, die ihm willenlos dienen. Doch das ist nur Mittel zum Zweck: denn Freeze hat sein kaltes Herz für eine junge, schöne Frau erwärmt: Hildy. (Die steht aber gar nicht auf ihn, sondern benutzt ihn nur.)

Batman kommt dem Schurken auf die Spur und es kommt, wie es auch die Male davor gekommen ist: Er wird auf Eis gelegt. Batman wird also selbst zum Eiszombie! Wer jetzt enttäuscht ist, wie schlecht Batman – im Vergleich zu früher – vorbereitet ist, der irrt. Denn statt Streusand und einer integrierten Heizung hat er Make-up dabei, um sich weiß anzumalen, damit er wie ein Eiszombie aussieht und so Freeze täuschen kann. Fragt sich nur, wann und wie er das schafft – ganz zu schweigen davon, woher er von den Eiszombies weiß. Naja, im Zweifel gilt: weil er halt Batman ist …

Am Ende ist die Lösung ganz einfach: Ein Schlag gegen Freeze’s Helm, den er immer noch trägt, obwohl er schon beim ersten Auftritt als geheilt galt. Der ist nämlich nicht aus Panzerglas, wie seine Eiskammern. Egal: Schicker Anzug übrigens, der nicht nur besser den eiszapfenförmigen Körper betont, sondern in weiß-blau mehr der Eis-Ästhetik enspricht. Aber hilft alles nix, wenn man am falschen Ende spart …

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Aus Mister Zero wird Mister Freeze

DC Comics

Titel: Mr. Freeze’s Chilling Deathtrap!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Detective Comics #373), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Mr. Freeze! That sounds like a campy name dreamed up for a villain in a television program!“ (Robin)

Bruce Waynes Tante, aunt Harriet, wird ins Krankenhaus eingeliefert. Nur eine Notoperation kann sie retten, bei der Kryochirurgie angewandt wird, also eine Technik bei der starke Kälte angewandt wird. Doch mitten in der OP fällt das Gerät aus. Wie der Zufall es will, hat just an diesem Tag Mister Zero sein Comeback. Er nennt sich jetzt Mister Freeze und erweist sich als wahrer Kunstliebhaber, denn er raubt ein Gemälde, das ein Winter Wonderland zeigt – und zwar nur, weil es ihm gefällt. Wie er die Aktion finanziert und warum er wieder seinen Kälteanzug trägt, obwohl er zuletzt dank einer Dampfkur von seinem Leiden geheilt war, das bleibt ein Rätsel.

Jedenfalls lassen Bruce und Dick die geliebte Tante schweren Herzens im Krankenhaus zurück, um sich um Freeze zu kümmern und ihm für die OP seine Eiskanone zu klauen. Und obwohl das alles sehr sporadisch passiert, sind sie bestens vorbereitet: Gegen Eisglätte streuen sie sich schnell Sand vor die Füße, gegen die Kälte tragen sie beheizte Anzüge. Und kaum haben sie dem Schurken die Eiskanone abgenommen, ist Robin auch schon verschwunden. „Run for aunt Harriet’s life!“, ruft Batman selbstvergessen Robin zu, ungeachtet der Preisgabe seiner Geheimidentität.

Doch zum Glück hören die Schurken nicht hin, als sie sich auf ihn stürzen. Batman wird (schon wieder) in einem Eisklotz gefangen genommen. Um ihn diesmal wirklich zu beseitigen, schleppen Freeze’s Handlanger den Klotz auf das Dach eines Wolkenkratzers und der Schurke stößt ihn in die Tiefe. (Umständlicher geht es wirklich nicht.) Innerhalb von Sekunden kann sich der Entfesselungskünstler mittels einer hanebüchenen Methode befreien und eiskalt mit Freeze abrechnen …

Verzeiht diesen miesen Kalauer. Das muss dem Einfluss der Lektüre geschuldet sein, denn die Sprechblasen sind voll davon: „What a chill!“, „real cool action“, „N-ice work, Robin!“,  „I hate cold feet“, „you give me the chills“, „be prepared for chills and fever“ usw. Bei dieser Vorlage muss man sich über die platten Gags im Film Batman & Robin (1997) nicht wundern – sie stehen in einer langen Batman-Tradition.

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Mister Freeze fängt bei Null an

DC Comics

Titel: The Ice Crimes of Mr. Zero

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #121), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Got to keep rocking! … It’s … our only chance …“ (Batman)

Bevor Mister Freeze der gefühlskalte Griesgram und kriminelle Dauermelancholiker war, den wir aus The Animated Series kennen und lieben, hat er als lächelnder Mr. Zero angefangen. Zunächst ist er bloß ein Wissenschaftler, der bei der Entwicklung einer Eiskanone mit einem Gas kontaminiert wurde, sodass er nur noch Temperaturen unter Null erträgt. Seitdem muss er einen seinen Anzug tragen, der zwar noch grün-rot ist, aber schon den charakteristischen Glashelm hat. Allerdings erklärt der tragische Unfall nicht seine Vorliebe fürs Verbrechen.

Mr. Zero zieht nämlich getarnt im Eiswagen umher, um Raubüberfälle zu begehen. Batman und Robin kommen ihm sofort auf die Spur, weil kurz nach dem Raub nicht die Polizei kommt, sondern zunächst das Batsignal leuchtet und das Dynamische Duo wie durch ein Wunder sofort am Tatort ist. Naja, egal: die beiden erleben jedenfalls ihr kaltes Wunder, als ihre Verfolgungsjagd von einem Eisstrahl unterbrochen wird.

Beim zweiten Mal werden sie von Zero in Eisklötzen gefangen genommen. Batman befreit sich und Robin, indem er von innen heraus den Klotz bewegt. Mr. Zero muss beim Vereisen zu viel Bewegungsraum gelassen haben. Die Blöcke brechen, dann gibt’s nach althergebrachter Art für den Schurken was aufs Maul. Aber statt Schmerzen spürt er große Freude: Dank der Dämpfe, das Batman aus Leitungen gelassen hat, ist Mr. Zero von seiner Kältesucht geheilt. Eine einfache Dampfkur hätte also alle Verbrechen verhindern können. Batmans Kommentar: „That steam treatment must have changed you back to normal! Now we’ll see if the law can straighten out your distorted mind!“ Wie wir wissen, wird das nicht so gut klappen. Aber immerhin wird erstmal für die nächsten neun Jahre Ruhe sein – bis Mr. Zero als Mr. Freeze zurückkehrt.

Und nun zum Abschluss ein wenig Musik, passend zum Thema Rocken bei Kälte:

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Oden an den Dunklen Ritter

DC Comics

DC Comics

Titel: Epilogue (Batman Vol. 10)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV, Tom King/Greg Capullo, Roge Antonio, ACO

Erschienen: 2016 (Batman #51-52, Batman Annual #4, Batman: Futures End #1, Batman Rebirth #1), Hardcover 2016


„Gotham must always have a Batman. No matter what happens to me. Always.“ (Bruce Wayne)

Eigentlich war mit dem letzten Batman-Band alles gesagt: die Story war auserzählt, als Bruce Wayne wieder zu Batman wurde (siehe Batman Vol. 9: Bloom). Ein perfekter Abschluss von The New 52, danach hätte man zu Rebirth übergehen können. Aber weil DC unbedingt 52 Hefte seiner Hauptserien vollkriegen wollte, musste man auch die letzten beiden Batman-Ausgaben irgendwie füllen.

Entstanden sind zwei Abschiedsgeschichten: Scott Snyder verabschiedet sich von der Serie mit einer Hommage an den Dunklen Ritter, indem er ihn durch die Stadt ziehen lässt, um nach der Ursache für einen Stromausfall zu suchen. Er trifft auf alte Weggefährten und Schurken, fährt ein neues schnittiges Batmobil und begegnet einem Mann, der sein Leben wieder in den Griff bekommen hat, nachdem er vom rechten Weg abgekommen ist. Es ist weniger eine Story als eine Meditation mit prächtigen Zeichnungen von Greg Capullo und viel Nachdenklichkeit.

Die letzte Story, von James Tynion IV, springt zurück in die Anfangsjahre von Bruce Wayne, der in sein Tagebuch eine Reihe von Regeln eintrug, wie er nach dem Tod seiner Eltern weiterleben kann. Ein neuer Schurke versucht, das Buch zu stehlen, um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Aber daraus wird nichts. – Eine nette Anekdote mit einer netten Pointe.

Die dritte Story, Annual #4, springt zurück in die Zeit als Bruce Wayne sein Gedächtnis verloren hatte (Batman Vol. 8: Superheavy) und Arkham bereits wieder aus Wayne Manor ausgezogen war (siehe Arkham Manor). Bruce, Alfred und Julie Madison werden von Mr. Freeze, Riddler und Clayface heimgesucht. Bruce muss sich dafür verantworten, Batman gesponsert zu haben. – Noch so eine Anekdote, die schnell erzählt und schnell verdaut ist.

Weil diese drei Geschichten ziemlich dünn ausfallen, hat DC noch Füllmaterial hinzugefügt: Eine Episode aus Futures End, die man sich sparen kann, wenn man das Event nicht verfolgt, und das Special Batman Rebirth #1. DC versucht damit, für seine nächste Phase zu werben, aber angesichts dessen, dass das Heft bereits in Detective Comics Vol. 9 (Gordon at War) abgedruckt war und in Batman Vol. 1 (Rebirth) wieder abgedruckt sein wird, ist das eine ärgerliche Doppelung.

Insgesamt wirkt der Abschlussband der Serie ziemlich mager – sowohl an Seiten als auch inhatlich. Kein Lesemuss, eher eine Ergänzung wie auch bereits der Resterampe-Band Graveyard Shift.

>> Batman 2011-2019


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Weiße Weihnacht dank Mister Freeze

DC Comics

DC Comics

Titel: The Batman Adventures Holiday Special

Autor/Zeichner: Paul Dini/Bruce Timm u.a.

Erschienen: 1995 (One-shot), Paperback 2016 (The Batman Adventures Vol. 4)


„One of these years I’m going to beat him to the check.“ (James Gordon)

Batgirl gegen Clayface im Kaufhaus, Harley Quinn und Poison Ivy auf Shoppingtour mit Bruce Wayne, Silvester mit dem Joker. Das Batman Adventures Holiday Special versammelt fünf humorvolle Episoden rund um Weihnachten und Silvester. Abgesehen von den herausragenden Zeichnungen von Bruce Timm (Mad Love) leben sie von lauter schönen Einfällen: Bullock als Undercover-Weihnachtsmann, Montoya als sein Elf und am Ende treffen sich Batman und James Gordon an Neujahr zu einer Tasse Kaffee – eine Tradition, die im Rahmen einer größeren steht: Batman kippt den Kaffee eilig runter, zahlt und verschwindet wieder, während Gordon mal kurz wegguckt.

Neujahrstradition: Batman und Gordon in Holiday Knights

Neujahrstradition: Batman und Gordon in Holiday Knights

Das Special wurde 1997 unter dem Titel „Holiday Knights“ für The New Batman Adventures verfilmt. Auch wenn die Serienfolge sehr nah an der Vorlage ist, fehlt die Episode, auf die das Heftcover verweist: In „White Christmas“ bricht Mr. Freeze am Weihnachtsabend aus Arkham aus und hinterlässt eine kalte Spur bis zum Friedhof, nur um seiner toten Frau Nora ein weißes Weihnachten zu bescheren. Sentimental, aber wohl etwas zu traurig für den sonst launigen Ton der übrigen Storys.

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