Cape aus Stahl

DC Comics

Titel: The Boy Who Stole Superman’s Cape

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Ben Oliver

Erschienen: 2012 (Action Comics #0), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


Superman am Anfang: Er lässt sich 200 T-Shirts mit S-Symbol bedrucken. Er fängt als Reporter beim Daily Star an. Er zockt mit Jimmy Olsen Games, aber weigert sich zu schießen, weil er Pazifist ist. Im wahren Leben lässt er auf sich schießen. Dabei verliert er sein Cape. Ein Junge klaut es ihm, hält sich damit für unverwundbar. Doch als sein Fuß einmal in einer Eisenbahnschiene stecken bleibt, muss Superman eingreifen. Dann bekommt er auch sein Cape zurück. Wofür steht das S? Superman, sagt Lois.

Eine nette kleine Kurzgeschichte. Sehr stimmungsvoll gezeichnet und koloriert. Kein großer Wurf, sondern leise Heldenverehrung nach dem Motto „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

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Batman mit der Keule

DC Comics

Titel: Dark Nights: Metal (dt. Batman Metal)

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2017 (Mini-Serie #1-6), dt. Panini 2018


„Yeah. Riding a Joker dragon … and glowing … because of course he is.“ (Nightwing)

Die folgende Kritik wird Ihnen präsentiert von SPOILERN – Handlung wird überbewertet.

Fangen wir mal hinten an: Die Guten gewinnen. Die Welt – in diesem Fall das Multiversum – wird gerettet. Hurra. Und es stirbt – niemand Wichtiges.

So. Nachdem das geklärt wäre, kommen wir zurück zum Anfang: Zuletzt war Batman sehr damit beschäftigt, allerlei Artefakte aus besonderen Metallen zusammenzutragen, um etwas ganz ganz Schlimmes zu verhindern (siehe Dark Days: The Road to Metal). Dann ist es doch eingetroffen. Fast.

Zu Beginn des eigentlichen Metal-Events ist Batman anderweitig beschäftigt, nämlich mit der Justice League im All unterwegs, um gegen Mongul zu kämpfen. Als sie wieder zurückkehren, ist mitten in Gotham ein Berg aufgetaucht. Lady Blackhawk von einer antiapokalyptischen Eingreiftruppe erklärt die Handlung: Neben dem bekannten Multiversum aus Materie und Antimaterie gibt es noch das Multiversum aus dunkler Materie, das von sehr üblen Gestalten bevölkert wird. Die wollen schon immer in unser Multiversum, um alles plattzumachen, genauer gesagt: Barbatos, der Oberschurke. Und die wirklich schlechte Nachricht: Batman, der Altmetallsammler, ist das Einfallstor für die Bösen.

Mit anderen Worten: Die ganze Welt dreht sich um Batman. Kein Wunder, dass er größenwahnsinnig wird. Er haut ab, die Justice League verfolgt ihn, Batman legt sie rein. Er will (wie schon zuvor) zurück in die Zeit reisen und Barbatos mit Hawkmans Keule (bzw. Morgenstern) zu besiegen. Und am Ende wird er reingelegt und Barbatos sowie die bösen Batmen aus der dunklen Welt fallen in der Welt ein.

Jeder ist eine Inkarnation seiner Alpträume und damit auch ein Pendant zur Justice League: Ein Joker-Batmen mit blutrünstigen Robins an der Kette, ein böser Flash, ein böser Green Lantern, sowie auch ein Doomsday-Batman. Die Erde wird unterjocht, die Helden haben nix zu melden. Der Widerstand scheitert, aber es gibt noch eine letzte Hoffnung …

Das ist also Dark Nights: Metal, das große Ding, auf das Autor Scott Snyder seit 2011 hingearbeitet hat. Doch es sind nicht nur die letzten sechs Jahre Batman, die in diesen sechs Kapiteln einer Mini-Serie (und einem Haufen Tie-ins) kulminieren, Snyder holt sehr weit aus: Von der ersten Crisis bis zur Final Crisis und mit dem ganzen Grant-Morrison-Gedöns danach (nachzulesen im Dark Days-Band, aber am besten die ganzen Storys).

Wie immer bei solchen Events ist eine Menge los, mit zu vielen Charakteren, Handlungen, Nebenhandlungen und Anspielungen. Ich gebe zu: Wie immer habe ich nicht alles verstanden. Es reicht nicht, alles einmal gelesen zu haben, man sollte es mehrfach gelesen, verstanden und immer noch präsent haben, um hier voll durchzusteigen. Aber es reicht auch, sich an dem roten Faden entlangzuhangeln, dem kann man halbwegs folgen.

Es gibt einige tolle Szenen: Batmans Flucht, das Auftauchen der Batmen aus dem Multiversum, die Super-Sons spielen die Batman-Theme, Batmans Ritt auf einem Joker-Drachen und ein gemeinsamer Kampf mit dem Joker gegen den Batman, der lacht. Zeichner Greg Capullo setzt das alles auch in bewährter Qualität in Szene. Doch das sind nur Höhepunkte von Anfang und Ende. Dazwischen kommt leider viel, was nicht besonders im Gedächtnis bleibt: Batman wird alt und geht mit Superman durch die Hölle, Wonder Woman schlägt sich mit den anderen durch. Der Sandman taucht auch auf, aber redet bloß viel, ohne etwas zu sagen. (Ich hasse diese Figuren, die alles wissen, aber nur vage Andeutungen machen. Sie scheinen nur den Zweck zu haben, die Leser aufzuregen.) Ansonsten große Gesten, große Worte, nicht viel dahinter.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, zwischendrin einiges zu verpassen. Die Handlung springt, die Schurken bleiben oberflächlich und was Batman und der Widerstand in der Zwischenzeit treiben, wird anderswo erzählt. Wer das wissen will, muss die zwei Begleitbände lesen: Dark Knights Rising und The Resistance. Dass man die Handlung nicht schön durchkomponiert in einem Rutsch durchlesen kann, schmälert natürlich den Lesegenuss der Haupt-Story, aber folgt natürlich einer gewieften (wie bewährten) Verkaufstaktik.

Das Finale ist dann nicht ganz so ausgeklügelt, wie man es sich gewünscht hätte. (Es gibt einfach immer noch ein mächtigeres Metall.) Dark Nights: Metal kommt eben genauso brachial und lärmend daher wie die Musik dazu. Und am Ende bleibt der Eindruck, dass das alles nur ein Sprungbrett für Scott Snyder in den Autorenolymp war, um mit der Justice League und anderen Ereignissen von kosmischen Ausmaßen weiterzumachen.

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Pinguins perfider Plan

Pinguin heckt was aus. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Fine Feathered Finks/The Penguin’s a Jinx

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E03-04)


„I have great faith in our prison system.“ (Batman)

Da verstehe einer mal das US-Rechtssystem: Kurz vor seiner Entlassung aus dem Knast heckt der Pinguin wieder was aus, eine Überwachungskamera hält das Ganze fest, und trotzdem kommt er frei. Es spielt nicht einmal eine Rolle, dass er die Kamera zerstört, bevor er den ganzen Plan verrät. Der Plan bleibt undurchsichtig: Zunächst lässt er Gratis-Regenschirme verteilen, die im Juweliergeschäft Chaos stiften, doch bis auf die zivile Ordnung kommt dabei nichts abhanden. Denn der Pinguin hat eine viel tückischere Idee: Er macht Batman unwissentlich zu einem Komplizen. Indem Batman versucht, Pinguins nächsten Coup zu deduzieren, liefert er damit erst den Plan dafür.

Die Vernunft könnte sich jetzt fragen, welchen Sinn das Verbrechen macht, wenn Batman und Robin da erst recht vorbereitet auftauchen. Oder sie könnte fragen, warum man nicht einfach die Polizei in Pinguins Schirmfabrik vorbeischickt, spätestens nachdem Bruce Wayne dort fast bei lebendigem Leibe verbrannt worden wäre. Oder warum Bruce nicht gleich vom Fließband rollt, das in den Ofen führt, sondern dafür ein explodierendes Feuerzeug braucht. Oder warum trägt der Pinguin eine schwarze Augenmaske, wenn er Verbrechen begeht? Aber wir sind hier nicht im Reich der Vernunft. Hier herrscht nur der sinnfreie Spieltrieb.

Batman, Robin und der Batbrella

Der Pinguin belauscht das Dynamische Duo dank eines verwanzten Regenschirms, der in der Bathöhle untersucht wird. Batman und Robin sinnieren über einen bunten Schirm: Grün könnte für Geld oder Smaragde stehen. Aber was ist mit den anderen Farben? Könnten die für Juwelen stehen? Oder sogar für einen juwelenbesetzten Meteoriten? Aber nein: Ein Blick in die Museumspläne verrät, dass der Ort einbruchssicher ist. Also zurück zum „Bat-brella“. Der Hinweis muss in den Farben liegen. Schön seien sie, sagt Robin, „like a beautiful dawn“. Da fällt Batman etwas ein: Die schöne Schauspielerin Dawn Robbins ist gerade in der Stadt (als Bruce Wayne weiß man sowas), spielt im Film „The Mockingbird„, produziert von Ward Eagle und wohnt im Pelican Arms Hotel. Einzig möglicher Schluss: Der Pinguin will sie entführen!

Beautiful Dawn …

Batman hat natürlich einen Lageplan im Bat-Computer, auf dem er sieht, wie man da am besten einbricht. Gesagt, getan. Was nun, die Polizei verständigen?, fragt Robin. Nein, er habe mit dem Pinguin noch eine Rechnung offen, sagt Batman und kümmert sich selbst darum. Doch trotz der Batzooka glückt die Entführung dank Magneten, mit denen Batman und Robin festgehalten werden. Wieder könnte man beim Pinguin vorbeischauen und ihn einfach verhaften. Aber dann gäbe es kein Finale in Wayne Manor, wo Batman und Robin in Ritterrüstungen warten …

Batzooka im Einsatz

Trotz allem Schwachsinn enthält die Folge auch ein wenig Sozialkritik: Die schöne Dawn, die gerade für das Funboy Magazine fotografiert wird, fühlt sich nicht nur gelangweilt, sondern mehr wie eine Ware denn als ein Mensch behandelt. Als sie auf Batman trifft, den sie nicht kennt, will sie ihn zunächst in ihre Welt hineinziehen: „Could you use some publicity?“ – „Forget it!“, sagt ihr Manager. „Batman never lends himself to commercial enterprises.“ In der deutschen Synchronisation heißt es: „Batman gibt sich niemals kommerziellen Abenteuern hin.“ In den Untertiteln: „Batman lässt sich niemals kommerzialisieren.“ Doch in jeder Fassung schweigt Batman dazu. Wir wissen es besser. Und die Batmania, die die Serie auslöste, beweist das Gegenteil.

Pinguin betäubt Ritter

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Batwoman: Die Waffen einer Frau

DC Comics

Titel: The Batwoman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Detective Comics #233), Paperback 2020 (Batman in the Fifties), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


„A girl saving you? It’s ridiculous!“ (Robin)

Wer hätte das gedacht: In Gotham City gibt es ein Gesetz, das besagt, niemand dürfe ein Batman-Kostüm tragen. Gemeint ist wohl niemand anders als das Original. Und dann taucht plötzlich eine Frau auf, die eins trägt. Batman und Robin wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie wissen nur: Das geht gar nicht!

Batwoman ist in Wahrheit Kathy Kane, eine ehemalige Zirkusakrobatin und Batman-Fangirl, die von ihrem Onkel einen Haufen Geld geerbt hat und jetzt ihrem Vorbild nacheifert. Als Batwoman trägt sie ein schwarz-gelbes Kostüm mit rotem Cape und roter Maske, sie fährt Motorrad und statt eines Gürtels trägt sie eine Handtasche mit Hilfsmitteln.

Ihre Waffen sind die einer Frau: Puderdose, ein Flakon mit Tränengas, einen Handspiegel, ein Haarnetz, Armreife als Handschellen usw. Dank eines schicken Motorrads schafft sie es auch trotz High-Heels Batman und Robin zuvorzukommen, ja sogar Batman das Leben zu retten.

Trotzdem: Da das Ego der beiden Herren gekränkt ist, wollen sie sie stoppen. Wenn die Frau bisher erfolgreich war, dann nur weil sie Glück hatte, findet Batman. Er müsse sie unbedingt vor weiteren Gefahren bewahren. Mit anderen Worten: Wir müssen wieder den Status quo des Patriarchats wieder herstellen.

Doch Batwoman droht: Wenn Batman sie auffliegen lässt, lässt sie ihn auffliegen. Batman geht das Risiko ein. Schließlich kommt es zu einer Verfolgungsjagd in einem Nachtclub (Thema: Weltall), bei der Batman und Batwoman miteinander konkurrieren und sich gegenseitig retten. Batwoman bekommt Gelegenheit, Batman zu demaskieren, aber verzichtet darauf. Zu dritt nehmen sie später eine Bande hoch und belehren einen Gauner, der die Frau nicht für voll nimmt, eines Besseren.

Das Dynamische Duo findet heraus, dass Batwoman Kathy Kane ist, suchen sie in ihrer Höhle auf und überzeugen sie aufzuhören. Wenn Batman und Robin sie finden konnten, dann auch andere. Dass das Gleiche auch für die beiden zählt, spielt keine Rolle. Obwohl Kathy ebenfalls die beiden enttarnen könnte, gibt sie klein bei und beendet ihre Karriere als Batwoman. Natürlich nur fürs Erste – denn sie wird noch ein paar Jahre weitermachen.

Alibi-Frau und Comics-Code

Batwoman wurde eingeführt, als Batman und Robin im Verdacht standen, schwul zu sein. Der Psychiater Fredric Wertham behauptete in seinem Buch Seduction of the Innocent, dass Comics Kinder verderben würden. Daraufhin wurde nicht nur der Comics Code eingeführt, mit dem die Verlage sicherstellten, dass die Storys moralisch einwandfrei waren. Im Fall von Batman wollten die Verleger das unliebsame Gerücht zerstreuen, indem sie eine neue Frauenfigur an der Seite von Batman schufen. (Dass Batman bereits was mit Catwoman am laufen hatte, spielte keine Rolle mehr: Sie war seit zwei Jahren nicht mehr aufgetaucht und sollte noch für weitere zehn Jahre verschwinden.)

Man merkt der Story an, dass Batwoman für eine Frau in den 50ern ziemlich emanzipiert ist, aber immer noch möglichst in Schranken gehalten werden soll. Sie ist nur ein Abklatsch von Batman, ihre Gadgets sind sexistische Klischees und trotzdem hat sie ihren eigenen Kopf und lässt sich (zumindest anfangs) nichts von Batman sagen. Batman geht als der Überlegenere aus der Geschichte hervor. Doch das ist erst der Anfang. Die Zeit der Männer-WG in Wayne Manor ist vorbei. Batwoman steht am Beginn der Batman-Familie …

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Superman will nicht mehr US-Bürger sein

DC Comics

Titel: The Incident

Autor/Zeichner: David S. Goyer/Miguel Sepulveda

Erschienen: 2011 (Action Comics #900)


„‚Truth, justice, and the American Way‘ — it’s not enough anymore.“ (Superman)

Superman trifft sich in Camp David mit einem Secret Service-Mann. Was er sich dabei gedacht habe, in den Iran zu fliegen?, fragt der Mann ihn. In Teheran nämlich protestierten Menschen gegen die Regierung. Die Lage war angespannt, die Polizei hatte überreagiert, Menschen waren gestorben. Superman stellte sich zwischen die Fronten und blieb 24 Stunden lang einfach stehen. Regungslos ließ er sich selbst Molotov-Cocktail-Würfe gefallen, sagte kein Wort. Dann flog er weg.

Superman tritt hier auf im Sinne von Gandhi und Martin Luther King: mit gewaltlosem Widerstand und zivilem Ungehorsam. Und weil sein Auftreten als Einmischung der USA angesehen wird, legt er seine Staatsbürgerschaft als US-Bürger nieder. Hier kann man sich fragen, ob Superman tatsächlich einen Ausweis hat, in dem „Superman“ steht, und wozu er einen Reisepass braucht. Aber das ist egal, denn was zählt, ist das Symbol.

Superman macht sich selbst zur Symbol, einem Standbild für den Frieden. Er ergreift keine Partei, sondern zeigt einfach nur Präsenz, um das Schlimmste zu verhindern. Er ist selbstkritisch: Die Welt vor kosmischen Bedrohungen zu retten, ist für ihn weniger ein Problem, als den Hunger auf der Erde zu bekämpfen. Ihm ist klar, dass das, was ihn äußerlich super macht, seine Kräfte, gegen menschliche Probleme nur wenig ausrichten können. Statt Gewalt nutzt er daher seinen Ruf und die Symbolkraft, die von ihm ausgeht, um ein Stück Welt ein wenig zu befrieden. Mission geglückt.

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Neue Batman-US-Comics 2018 (Teil 2)

In der zweiten Jahreshälfte erwartet uns die Hochzeit zwischen Batman und Catwoman, das Ende der Batman-Familie (Detective Comics) und White Knight. Die Ausgabe von Creature of the Night wurde auf Mai 2019 verschoben.

Juli

  • Detective Comics Vol. 6: Fall of the Batmen (Paperback)
  • Batman Vol. 6: Bride or Burglar (Paperback)
  • Dark Nights: Metal – The Resistance (Paperback)
  • Batman & Robin Adventures Vol. 3 (Paperback)
  • Death and the Maidens (New Edition, Paperback)
  • Batman by Grant Morrison Omnibus Vol. 1 (Batman #655-658, #663-683, 52 #30, #47, DC Universe #0) (enthält: Batman and Son, The Black Glove, Batman R.I.P.)
  • Thrillkiller (Paperback)

August

  • Batman and The Signal (Paperback)
  • Batman Beyond Vol. 3: The Long Payback (Paperback)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles II (Hardcover)
  • Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 2 (Hardcover)
  • Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 1 (Ten Nights of the Beast/A Death in the Family)
  • Batman ’66 Omnibus

September

  • Batman: Preludes to the Wedding (Paperback)
  • Batman/Catwoman: The Wedding Album – Deluxe Edition (Hardcover, Batman #44 & #50)
  • Detective Comics Vol. 7: Batmen Eternal (Paperback)
  • Batman Arkham: Penguin
  • Batman: The Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 2
  • Prelude to Knightfall (Paperback: Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658)
  • Knightfall Vol. 1 (Paperback)
  • Knightfall Vol. 2 (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus
  • Absolute Batman: The Killing Joke
  • The Court of Owls Saga (Essential Edition) (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus (Hardcover)
  • Bane: Conquest (Paperback)
  • The Golden Age Vol. 5 (Paperback)

Oktober

  • Batman Vol. 7: The Wedding
  • Batman: White Knight (Paperback)
  • Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Knightquest: The Crusade Vol. 1
  • Knightquest: The Crusade Vol. 2
  • The Complete Silver Age Newspaper Comics Slipcase Set (Paperback)

November

  • The Brave and the Bold: Batman and Wonder Woman (Hardcover)
  • The Dark Prince Charming (Hardcover)
  • Knightquest: The Search (Paperback)
  • Batman by Francis Manapul & Brian Buccellato Deluxe Edition
  • Haunted Knight (New Edition, Paperback)
  • The Golden Age Omnibus Vol. 6
  • Batman & Robin: Bad Blood (Paperback, Batman and Robin #0-14)
  • Gates of Gotham Deluxe Edition (Paperback)
  • Sins of the Father (Paperback)

Dezember

  • Batman Vol. 8: Cold Days (Paperback)
  • Detective Comics Vol. 8: (Paperback)
  • Batman: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Knightsend (Paperback)

2019

Januar

Mai

  • Creature of the Night (Hardcover)

Die eine Regel des Jokers

Titel: The Dark Prince Charming – Book 2 (dt. Der Dunkle Prinz)

Autor/Zeichner: Enrico Marini

Erschienen: 2018, dt. Panini 2018


Was bisher geschah: Der Joker hat ein Mädchen namens Alina entführt, das Bruce Waynes Tochter sein soll. Er plant ein Geburtstagsgeschenk für Harley Quinn (siehe Batman: The Dark Prince Charming 1). Im zweiten Teil erfahren wir, was es ist: Der Blue Cat-Diamant. Der Joker erpresst Bruce Wayne, ihm den Diamanten bei einer Auktion zu besorgen. Doch dann wird Bruce von Selina Kyle abgelenkt und Catwoman krallt sich den Stein …

Mit dem zweiten Teil bringt Enrico Marini seinen Dunklen Prinzen zu einem würdigen Ende. Der Joker kehrt hier in gewisser Weise zu seinen Ursprüngen als Juwelendieb (und skrupelloser Mörder) zurück, inklusive eines Abgangs ins Wasser, der gerade im Golden Age typisch für ihn war. Das Neue an diesem Joker ist – neben seinem punkigen Look und seine Vorliebe für Rachmaninow – sein Verhältnis zu dem Kind. Der Spannungsbogen besteht darin, ob der Joker bereit ist, dem Kind etwas anzutun. (Und, keine Sorge, ich werde nicht verraten, was er tut.)

Was hier nicht überzeugt, ist das Verhältnis zwischen Selina und Bruce. Einerseits schlafen sie miteinander, andererseits wissen sie offenbar nicht von ihre Doppelidentitäten und so kommt Catwoman Batman in die Quere. Warum Selina aber den Stein vor Bruces Augen stiehlt, bleibt in der Motivation unklar, außer dass es den Plot voranbringt.

Enrico Marini erzählt eine schlichte Story, die kurzweilig mit einigen Überraschungen, schwarzem Humor und pointierten Dialogen unterhält, vor allem aber visuell beeindruckt, denn als Künstler inszeniert er Gotham in stimmungsvollen Schatten und Farben, seine Figuren wirken lebendig und ausdrucksstark. Auch die Gefährte werden regelrecht zelebriert, das Batmobil erinnert an die jüngste Filmversion, inklusive Maschinengewehren, was nicht unbedingt die beste Referenz ist.

Apropos Fan-Service: In einer Sequenz liegt Harley Quinn nackt und nur mit Sushi bedeckt auf einem Tisch. Was der Joker mit ihr anstellt, müsst ihr schon selbst lesen.

Riddler reitet Batman rein

Titel: Hi Diddle Riddle/Smack in the Middle (dt. Rätselhafter Rätselkönig)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E01-02)


„I shouldn’t wish to attract attention.“ (Batman)

Auf der Weltausstellung in Gotham wird im Moldawischen Pavillon ein Anschlag verübt: Beim Anschneiden einer Torte explodiert sie und gibt ein Rätsel frei. Die Polizei ist ratlos, versucht es nicht einmal, wahrscheinlich haben die Gesetzeshüter Angst, weil ihnen die Sache zu heikel ist. Dahinter steckt nämlich der Riddler. Commissioner Gordon greift sofort zum roten Telefon, das unter einer Glasglocke steht. Am anderen Ende geht Alfred ran und sagt Bruce Wayne Bescheid. Der stürzt sich daraufhin mit seinem Mündel Dick Grayson ins Abenteuer.

Das rote Telefon unter einer Käseglocke.

Ein versteckter Schalter in einer Shakespeare-Büste, eine Bücherwand offenbart zwei Stangen, die abwärts führen. Unten kommen sie verkleidet als Batman und Robin in der Bathöhle an, weiter geht es im atombetriebenen Batmobil zum Polizeihauptquartier. Nachdem sie das erste Rätsel gelöst haben, fahren sie zur Peale Kunstgallerie. Statt da die Treppe zu nehmen, klettern sie eine Wand hoch, schneiden ein Fenstergitter mit einem winzigen Laserstrahl auf, doch statt es auf die Straße zu werfen und Menschenleben zu gefährden, hängen sie es an einen Bathaken.

Bruce wälzt Bücher

Doch der Riddler legt sie rein: Was aussieht wie ein Überfall, ist nur ein Trick, um Batman verklagen zu können. Auf eine Million Dollar. Bruce Wayne studiert jedes Gesetzbuch aus seines Vaters Bibliothek, aber er sieht keinen anderen Ausweg, als sich zu stellen. Dass niemand seine wahre Identität kennt, dass er deswegen eine Maske trägt, scheint ihm nicht einzufallen. Aber Batman ist hier kein Vigilant, er erhebt sich nicht über dem Gesetz, sondern spielt nach den Regeln, (selbst das Batmobil hat ein Nummernschild, fragt sich nur, auf wen es registriert ist), er übernimmt Verantwortung, stellt sich seiner Pflicht – auch wenn es das Ende von Batman bedeutet.

Bloß keine Aufmerksamkeit erregen, Batman!

Doch zum Verfahren kommt es nicht, die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung. Der Riddler lockt Batman in eine Falle. In einem Club bestellt sich Batman einen frisch gepressten Orangensaft und lässt sich auf einen Batusi mit einer unbekannten Schönen namens Molly ein. Nach ein paar Takten fällt er um – wegen Drogen im Saft. Robin sieht sich das Geschehen auf einem Monitor Batmobil an, weil er als Minderjähriger nicht in den Club gelassen wurde. Woher die Überwachungskameras kommen, bleibt ein Rätsel. Bevor Robin zu Hilfe eilen kann, entführt ihn der Riddler. Nur das Batmobil widersetzt sich seiner Zerstörung mit einem Feuerwerk und Feuerlöschern.

Batman rockt den Batusi

Im Geheimversteck fertigt der Riddler eine Maske an, indem er einen Abdruck von Robins Gesicht macht (seltsamerweise ohne dabei Robins Maske abzunehmen), die schöne Molly zieht sie sich über und will Batman täuschen – aber da hat sie sich getäuscht. Kaum ist sie mit Batman in der Bathöhle, richtet sie eine Waffe auf ihn, da hat Batman das Spiel längst durchschaut. Molly stirbt einen sinnlosen Tod im Atomreaktor der Höhle.

Am Ende schließt sich der Kreis auf der Weltausstellung: Die Moldawier stellen ihr berühmtes ausgestopftes Mammut vor, das mit Edelsteinen verstehen und mit Briefmarken gefüllt ist (warum Briefmarken?). An besondere Sicherheitsmaßnahmen denkt auch nach dem Attentat niemand. Nachdem der Riddler die Gesellschaft mit Lachgas ausgeschaltet hat, springen Batman und Robin mit Gasmasken aus dem Bauch des trojanischen Mammuts, vermöbeln alle Schurken und der Riddler verschwindet in einer Explosion. Da er nicht vor Gericht erscheint, wird die Anklage fallengelassen.

Das erste Batman-Abenteuer der Serie steigt ohne große Erklärungen ein. Batman ist längst etabliert und bekannt, sowohl von der Polizei als auch vom Volk. Wir erfahren, dass Bruce Waynes Eltern ermordet wurden, aber warum ein junger Mann ihn begleitet, bleibt genauso unerklärt wie was wie alte Frau, Aunt Harriet, in Wayne Manor soll, vor der sich die beiden fürchten müssen, aufzufliegen. Die Zuschauer haben Batman kaum kennengelernt, schon droht alles zerstört zu werden. Kaum ist Robin eingeführt, gibt es schon einen falschen Robin, der eigentlich eine Frau ist. Wenn man bedenkt, dass in den 50ern die Comic-Autoren Batwoman und Batgirl eingeführt haben, um Batman und Robin über den Verdacht erhaben zu machen, kein schwules Pärchen zu sein, wirkt dieses Crossdressing seltsam zweideutig …

Der geheime Star der ersten zwei Folgen ist jedoch der Batarang. Der fliegt in so kuriosen Bögen, dass er jegliche physikalischen Gesetze auszuschalten scheint. Er dürfte damit das Dingsymbol für den weiteren Verlauf der Serie darstellen. Es bleibt … bizarr.

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Die Batman-66-Formel

Eine unerhörte Begebenheit im Gotham City, dazu ein Hinweis, ein Rätsel. Dann Schnitt ins Büro von Commissioner Gordon: Wer könnte dahinterstecken? Meist eine rhetorische Frage, denn der Hinweis ist so deutlich wie eine Leuchtreklame. Dann noch eine rhetorische Frage: Wer traut sich, es mit dem Schurken aufzunehmen? Doch die Polizei von Gotham besteht nur aus Stümpern, Faulpelzen, Duckmäusern und Feiglingen, seine Leute schauen beschämt zu Boden. Also muss Gordon zu dem roten Telefon greifen, das er unter einer Glocke aufbewahrt, und Batman und Robin rufen.

Gordon, Polizei und Batphone.

Gordon weiß zwar nicht, wer dieser maskierte Vigilant und sein Helfer sind, aber er hat allen Grund, den beiden mehr zuzutrauen als seinen Leuten. Statt an die Arbeitsmoral der Beamten zu appellieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern, verlässt er sich lieber auf die Vigilanten.

Das rote Telefon blinkt in Wayne Manor

Einen Knopfdruck leuchtet ein anderes rotes Telefon in Wayne Manor auf. Wie gut, dass zufällig Butler Alfred immer in der Nähe des Notrufs Staub wischt. Mit stoischer Gelassenheit geht er zum Telefon, nimmt ab, bittet mit gepflegtem britischen Akzent um einen Moment, holt mit der gleichen Ruhe seinen Herrn herbei.

Der beeilt sich, rennt mit seinem Mündel zum Telefon und greift zum Hörer. Doch eigentlich ist das alles unnötig, denn Bruce Wayne tut ohnehin immer dasselbe: Er zieht sich um und fährt zum Polizei-Hauptquartier. Vorher betätigt er einen geheimen Schalter in einer Shakespeare-Büste und hinter einem Bücherregal kommen zwei Stangen zum Vorschein, an denen Bruce Wayne und Dick Grayson hinunterrutschen und zu Batman und Robin werden.

Der Shakespeare-Schalter

Fertig kostümiert kommen sie in der Bathöhle an, schwingen sich ins Batmobil und brausen mit brennendem Auspuff zum Commissioner, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein Hinweis führt zum Nächsten, bis die Schurken gefasst sind. Die Schlüsse der Deduktion sind zuverlässig weit hergeholt. Es braucht schon zwei Verrückte in bunten Kostümen und Strumpfhosen, um noch verrücktere Verbrecher zu fassen.

Batpoles

Der Schurke hat immer eine Reihe williger, uniformierter Komplizen. Mit denen findet spätestens im Finale eine Prügelei statt, die von eingeblendeten Interjektionen begleitet werden. Und es gibt immer eine attraktive Komplizin, die Batman und Robin irgendwie reinlegt oder gar verführt – und sich am Ende kampflos ergibt. Das Schöne ist wie schon im Garten Eden stets das verlockende Böse. Aber nicht unbedingt hoffnungslos. Batman ist unerschütterlich davon überzeugt, dass man Gauner rehabilitieren kann – auch wenn die Methoden der Justiz höchst fragwürdig sind. Der Knast ist lasch und die Richter noch lascher, sonst würden Joker, Riddler und Pinguin nicht alle paar Wochen freikommen.

Batman und Robin gehen die Wand hoch

Einmal pro Folge müssen Batman und Robin den Bat-Computer benutzen oder sonst irgendein (explizit beschriftetes) Bat-Gimmick, von dem vorher nie die Rede war. Bathöhle, Batgürtel und Batmobil sind wahre Schweizer Taschenmesser. Einmal pro Folge gehen Batman und Robin eine Wand hoch. Und genauso zuverlässig tappen sie in eine Todesfalle, aus der sie sich in letzter Sekunde irgendwie befreien können – wobei das Wie so nebensächlich ist wie das Warum für die meist aufwendige Falle. Zugegeben: Batman und Robin haben eigentlich mehr Glück als Verstand und sind damit eigentlich nicht besser als die Polizei von Gotham, aber sie triumphieren, weil sie es immerhin versuchen.

Was bedeutet das eigentlich?

Trotzdem tut Batman sehr schlau. Auch in zivil. Bruce lässt keine Gelegenheit aus, seinem Mündel Dick, dem jungen Heißsporn, jedes Mal eine wertvolle Lektion fürs Leben zu erteilen: in Musik, Kunst, Schach oder sonst irgendeiner Tugend. Und Dick sieht jeden Widerspruch sofort ein. Gleichzeitig verhalten sie sich äußerst untugendhaft, weil sie jedes Mal Dicks Tante Harriet Cooper anlügen, wenn sie sich als Batman und Robin aus dem Haus stehlen. Mal gehen sie angeblich angeln, dann Vögel beobachten. Die arme Frau ahnt nichts – und hat offenbar noch nie gefragt, was es mit dem roten Telefon auf sich hat.

Das Batmobil hat es immer eilig.

Das ist die Formel für die Fernsehserie Batman, die es zwischen 1966 und 1968 auf 120 Folgen und einen Kinofilm gebracht hat und damals eine wahre Batmania auslöste. Sie ist bunt, sie ist schrill, sie ist schräg. Sie adaptiert die Absurdität der Comics in die Welt der Menschen, und zwar so naiv und überzogen, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene ihren Spaß dran haben – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die einen nehmen’s ernst, die anderen lachen über die Parodie.

Adam West wurde das Image und die Rolle von Batman nie los, kurz vor seinem Tod hat er ihr noch seine Stimme für zwei Zeichentrickfilme geliehen (The Return of the Caped Crusaders, Batman vs. Two-Face). Bis heute erscheinen Comics im Stil von Batman ’66. Und auch Neal Heftis minimalistische wie eindringliche Batman-Main Theme ist unvergessen.

 

>> Batman 1966-1968

Was bringt der Streamingdienst „DC Universe“?

Alle wollen Netflix sein. Jeder braucht jetzt einen Streaming Dienst. Diesmal ist DC schneller als Diney: Im August 2018 beginnt DC Universe in der Beta-Phase, im Herbst soll es richtig losgehen. Neben alten DC-Filmen und Serien soll es ab 2019 auch einige neue geben: Titans, Doom Patrol, Swamp Thing sowie die Zeichentrickserien Young Justice Outsiders und Harley Quinn.

Zum Altbestand gehören Spielfilme wie die ersten Batman-Filme der Ära Burton/Schumacher sowie Superman mit Christopher Reeve, TV-Serien wie Wonder Woman (1975-1979), aber auch Animationsfilme wie Batman: The Dark Knight ReturnsBatman: Gotham by Gaslight, Batman: Bad BloodJustice League: The Flashpoint Paradox, Green Lantern: First Flight und Wonder Woman. Außerdem hat DC auch die ersten zwei Staffeln von Batman: The Animated Series angekündigt.

Neben Filmen wird der Dienst auch Zugang zu ausgewählten Comics gewähren, die man auf Tablets wird lesen können, z.B. Justice League (2011), Swamp Thing (2011) von Scott Snyder und Harley Quinn (2013).

Leider wird DC Universe vorerst nur in den USA verfügbar sein, eine deutsche Version ist ungewiss.

Robin aus der Serie „Titans“