Film

Batman-Splitter #4: Bathöhle

The Bat Cave (Batman 1943 Serial)

Grübeln in der Höhle: Die erste „Bat Cave“ im Batman-Serial von 1943.

Da hockt er in seiner Höhle, der Typ mit der Maske und den schiefen Ohren, unter einer großen schwarzen Fledermaus an einem Schreibtisch und grübelt. So erscheint Batman erstmals auf Film, im Serial des Jahres 1943. Die Bathöhle ist eine Erfindung aus dem Serial. Ebenso der Zugang zu ihr hinter einer Standuhr. Das Versteck gibt es sogar noch in Batman Begins. Ein wirkmächtiger Ort, der längst fester Bestandteil des Mythos ist.

Jeder Held braucht ein Clubhaus. Superman hat seine Festung der Einsamkeit, Batman seine Bathöhle. Sie ist nicht nur Rückzugsort der Fledermäuse und damit Raum für die Tiere, denen er sein Kostüm als Batman verdankt, sie ist damit auch sein Hauptquartier. Die Bathöhle, die sich unter Wayne Manor befindet, ist Kommandozentrale, Waffenkammer, Garage und Garderobe. Am Bat-Computer wird recherchiert, im Labor wird untersucht. Manchmal dient sie als temporäres Gefängnis. Und sie ist ein Trophäenraum, in dem sich Batman als sentimentaler Nostalgiker erweist. Erinnerungsstücke stehen hier, wie etwa alte Kostüme. Das Robin-Kostüm von Jason Todd wird (bereits in The Dark Knight Returns) zum Mahnmal für Batmans Versagen.

Batcave in Batman #48 (1948)

Batcave in Batman #48 (1948)

Die Bathöhle sieht jedes Mal anders aus und ist auch jedes Mal anders ausgestattet. In der Batman-TV-Serie (und dem Film) der 60er drückt Bruce Wayne einen geheimen Schalter in einer Shakespeare-Büste, um den Zugang zu öffnen und rutscht mit Robin Feuerwehrstangen hinab, um unten in Kostüm anzukommen. In der Höhle gibt es alles, was man braucht – und jedes Utensil ist beschriftet, damit auch jedes Kind weiß, wozu auch alles gut ist. Von der Batlupe bis zum „Batanalyst“. Was hier allerdings fehlt, sind Trophäen. Das ist bemerkenswert, weil im Gegensatz zum verspielten Stil der Serie und des Films alles rein funktional ist. So ist es auch in den späteren Kinofilmen.

Batman 1966

Alles beschriftet: Die Bathöhle im Kinofilm „Batman hält die Welt in Atem“ (1966).

Im Comic hat Jim Lee die Höhle bislang am beeindruckendsten verewigt: In Hush zeichnete er sie als gigantische Garage für die wichtigsten Batmobile der Comic- und Filmgeschichte, in All-Star Batman & Robin, the Boy Wonder wirkt die Höhle schier endlos und ist so groß, dass man die Seite mehrfach ausklappen muss. Hier sind – neben vielen Robotern, die die Gefährte warten – viele historische Rüstungen in Vitrinen zu sehen, die keinen direkten Bezug zu Batman haben. Die Bathöhle dient hier also auch als Museum.

Die große Auswahl. (Hush)

Die große Auswahl: Bathöhle als Riesengarage in „Hush“ (von Jim Lee). (DC Comics)

Die Bathöhle kam im Comic kurz nach dem Serial vor (Batman #16, 1943), auch wenn sie noch nicht so genannt wurde, und wurde zugleich mit dem Butler Alfred eingeführt (der damals noch Beagle mit Nachnamen hieß und etwas dicker war). Alfred entdeckt per Zufall den geheimen Zugang zu einem unterirdischen Labor und einem Hangar mit dem Batplane – und damit findet der Butler auch Waynes Geheimidentität heraus. Später wurde Beagle durch Pennyworth ausgetauscht und zu der Höhle kam auch der Trophäenraum.

Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle

Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle. (DC Comics)

Der Trophäenraum

Der erste Trophäenraum in Batman #12 (1942)

Den Trophäenraum gab es schon bevor es die Bathöhle gab, damals noch oberirdisch in Wayne Manor (Batman #12, 1942). Bereits damals erwies sich Batman als sentimentaler (oder besser gesagt: eitler) Sammler, der für jedes seiner tausend Abenteuer ein Andenken hortete. Auch der Raum, der später in die Höhle verlagert wurde, immer anders bestückt ist, sind meistens drei übergroße Exponate zu erkennen: die große Joker-Karte, der Riesen-Penny und der Roboter-T-Rex. Auffällig ist dabei, dass zwar allein die Joker-Karte an einen klassischen Schurken erinnert, aber wie Batman zu ihr kam, ist – soweit ich herausfinden konnte – nicht überliefert.

Der Dinosaurier

Wie Batman zum Dinosaurier kam, wird gleich zweimal erzählt. Vielleicht sogar dreimal. Denn die erste Begegnung mit Roboter-Dinos machten Batman und Robin bereits in in The Isle that Time Forgot (Batman #10, 1942). Die beiden landen auf einer prähistorisch erscheinenden Insel, die sich später als Filmkulisse herausstellt. Dabei kämpfen sie gegen einen falschen T-Rex. Eine ähnliche Idee wird in Dinosaur Island (Batman #35, 1946) aufgegriffen – und auf diese Story wird später auch Bezug genommen, wenn es um den Dino in der Höhle geht.

„The Isle that Time Forgot“ & „Dinosaur Island“ (Batman #10/35, 1942-1946)

Am Anfang ist alles nur ein Spiel. Batman und Robin werden vom Betreiber eines Freizeitparks dazu aufgefordert, gegen seine Roboter-Dinosaurier und -Höhlenmenschen zu kämpfen – natürlich ohne ernste Gefahr und für einen guten Zweck. Allerdings, damit es nicht zu einfach ist, müssen sie dafür ihre Allzeit-Bereit-Gürtel ablegen. Da das Dynamische Duo gerade nicht mit Verbrechen beschäftigt ist, machen sie mit, aber dabei kommt das Verbrechen zu ihnen. Ein Gauner namens Chase sabotiert die Roboter und versucht, Batman und Robin umzubringen. Die Helden vereiteln den Plan mit der üblichen Leichtigkeit. Fortan steht ein Dinosaurier in der Bathöhle, zu sehen in The Thousand and One Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950). Allerdings ist da noch kein T-Rex, sondern ein Langhals.

The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)

Später, in Batman Chronicles #8 (1997), wird die Geschichte erneut erzählt. Dieses Mal muss Batman alleine gegen die Saurier und Höhlenmenschen kämpfen, während er einen Mord aufzuklären versucht. Der Besitzer des Freizeitparks wurde vom bösen Chase getötet, weil dieser andere Pläne mit dem Park hatte. Am Ende ist das Resultat das gleiche. Allerdings erklärt Alfred am Ende, warum Bruce Wayne sich die Mühe macht, den T-Rex in die Höhle zu stellen: Um sich, wenn er mal wieder einen Durchhänger hat und am Sinn seiner Mission zweifelt, an seine Siege zu erinnern. Alfred ersteigert den Dino bei einer Polizeiauktion unter falschem Namen. Wie der Riesenroboter in die Höhle geschafft wird, wird aber wohl immer ein Rätsel bleiben.

Dass der Dino-Roboter mehr ist als nur Deko wird in Batman #9 (2012) deutlich, wo er als Abwehr gegen die eindringenden Talons zum Einsatz (Nacht der Eulen) kommt. Dabei erfahren wir auch den Namen des T-Rex: Fido.

Der Riesenpenny

Ursprung des Riesenpennys: The Penny Plunderers (World’s Finest #30, 1947)

Mehrere Geschichten gibt es auch zu der großen Ein-Cent-Münze. Die erste – The Penny Plunderers (World’s Finest Comics #30, 1947) – handelt von einem kleinen Gauner. In dem Fall: von Pennies, also Ein-Cent-Stücken. Joe Coyne (man beachte das Wortspiel!) hat Pech mit Pennies, eine Reihe von Unglücksfällen mit den Münzen bringt ihn in den Knast. Statt davon abzulassen, beschließt er, künftig Pennies zum Markenzeichen seiner Verbrechen zu machen. Eine atale Logik. Denn so kommen ihm Batman und Robin schnell auf die Spur und treffen ihn bei einer Briefmarkenausstellung an, bei eine kostbare Ein-Cent-Briefmarke gezeigt wird. Passend dazu wird eine riesige Ein-Cent-Münze ausgestellt. Batman benutzt ihn sogleich als Waffe gegen die Banditen. In der Folge lassen sich die Helden von viel kleineren Münzen ausschalten und von Coynes Gang gefangennehmen. Aber weil ihnen Coyne genug Gelegenheit zum Ausbüchsen gibt, kommen die beiden mit einer hanebüchenen McGyver-Methode frei. Schließlich bringen die Pennies Coyne in den Knast.

In The Batman Chronicles #19 (2000) ist die Story weitgehend ähnlich, aber weniger lächerlich (auch wenn auch einige Kalauer fallen) und nimmt für Coyne eine tragische Wendung: er wird vom Riesenpenny (den er übrigens selbst gebaut hat) zerquetscht. Wie der Penny in die Höhle kommt, wird nicht erzählt, aber der Grund könnte ein Mahnmal für die Opfer von Batmans Kreuzzug sein. Das ist eine sehr wohlwollende Auslegung, denn im Comic lässt Coynes Tod Batman eigentlich ziemlich kalt.

Batman #81 (DC Comics)

Batman #81 (DC Comics)

Eine alternative Story gibt es in Batman #81 (1954), wo Two-Face Batman und Robin an eine riesige Münze fesselt und sie auf eine Fläche voller Spieße wirft. Die beiden haben Glück, die Münze landet auf der anderen Seite. Viel später (Batman #410, 1987) dient diese Story retroaktiv als Erklärung für die Trophäe in der Höhle. Allerdings mit einem Fehler: Jason Todd fragt Batman, ob es sich um ein Replica von Two-Faces Münze handelt, Batman bejaht, aber Two-Face wirft einen Silberdollar – keinen Penny.

In einer Adaption der Geschichte in Batman: The Animated Series (Almost Got ’Im, S01E46, 1992) ist nur Batman an einen Riesenpenny gefesselt, der ebenfalls geworfen wird, und kommt noch im Flug frei, weil er mit Two-Faces Dollar die Seile durchschneidet (wie er an den Dollar kommt, bleibt unklar). (Noch einmal wird die Szene im Animationsfilm Batman vs. Two-Face aufgegriffen.)

BTAS: Almost Got 'Im

BTAS: Almost Got ‚Im

Im neuen DC-Universum von The New 52 ist der erste Standort des Riesen-Pennies zunächst vor dem Wayne Tower (Zero Year/Jahr Null, Batman #21, 2013). Was er dort soll ist ebenso wenig klar wie warum er in die Bathöhle geraten ist.

Dekonstruktionen

Die Bathöhle ist ein Geheimversteck. Eine Hall of Fame. Ein heiliger Raum der Ruhe, des Rückzugs, der ineren Sammlung. Das Eindringen eines Fremden, vor allem eines Schurken an diesen Ort der Sicherheit gleicht stets einem Sakrileg. In Knightfall wird die Bathöhle zum Schauplatz des Showdowns, wenn Bane in Wayne Manor einfällt und Batman zusammenschlägt. Nicht nur, dass Bane in das Allerheiligste eindringt, er vernichtet auch wichtige Symbole: die Standuhr, dann fällt die Riesenmünze auf Batman, schließlich zerbricht die Vitrine mit dem Robin-Kostüm. So wird Batman gedemütigt bevor ihm das Rückgrat gebrochen wird.

In einer Folge der TV-Serie The New Batman Adventures (Over the Edge, S01E12, 1998) wird die Bathöhle von der Polizei gestürmt, nachdem durch einen tragischen Tod Batgirls auch Batmans Geheimidentität auffliegt. Der Riesenpenny dient Batman als Schild und Waffe gegen die schießenden Polizisten, zu denen auch Gordon gehört.

Batman bringt den Riesenpenny in Bewegung

„Over the Edge“: Batman bringt den Riesenpenny in Bewegung

In der Storyline Endgame (dt. Todesspiel) fällt der Joker über die Höhle her und veranstaltet mit den drei Haupt-Trophäen eine Parade durch Gotham. Mit einem geschminkten T-Rex gibt er Batman öffentlich der Lächerlichkeit preis und demütigt ihn so ähnlich wie Bane es in Knightfall tat.

Parade mit Trophäen: Batman #40.

Jokers Parade mit Batmans Trophäen: „Endgame“ (Batman #40). (DC Comics)

Nach dem Kampf mit dem Joker, in Superheavy, malt Bruce Wayne den Dino bunt an und macht ihn zusammen mit der Münze und der Karte zu Spielgeräten für Kinder in einem Jugendzentrum. Damit bricht der geschichtsvergessene Held mit seiner Vergangenheit als Batman. James Gordon füllt an seiner statt die Rolle als Superheld aus.

Trophäen als Spielgeräte: Batman #45

Trophäen als Spielgeräte: Batman #45 (DC Comics)

So treiben die Autoren die Dekonstruktion eines Mythos immer weiter voran. Immerhin war die Höhle zuletzt (in Batman #51) wieder in ihrem Urzustand zu stehen, inklusive einiger neuer Souvenirs. Das wird dieser mythische Ort für die Leser immer wieder sein: Anlass für Wimmelbilder, auf denen es stets etwas zu entdecken gibt.

Die Bathöhle in Batman #51 (2016)

Die Bathöhle in Batman #51 (2016) (DC Comics)

P.S.: Was man allerdings nie in der Bathöhle sieht, ist eine Toilette. Batman auf dem Klo zu zeigen wird wohl das letzte Tabu bleiben.

Hinweis: Dinosaur Island und The Penny Plunderers wurden in Batman #256 nachgedruckt und sind in der Form auch digital verfügbar, zusammen mit The Thousand and One Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950).

(Der Artikel wurde zuletzt am 30.8.2020 aktualisiert.)


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Tell me, do you have insurance?

Wie Batman v Superman: Dawn of Justice hätte werden sollen, dazu gibt es viele Ideen, die sich auf einen Nenner bringen lassen können: besser. Wie der Film hätte enden können, ist in diesem HISHE-Video zu sehen – und dazu gibt es wie immer mehrere Vorschläge: Batman hätte Doomsday töten können, dann wäre uns Supermans Tod erspart geblieben. Die beiden hätten vielleicht zuerst miteinander reden sollen statt sich gleich zu bekriegen. Oder Flash hätte Bruce Wayne einfach vor den miesen Kritiken warnen können.

Die Leute von HISHE decken in gewohnt witziger Manier die vielen Plot Holes auf, aber mit über 8 Minuten Länge überziehen sie (gerade mit der Diner-Szene) etwas dieses sonst sehr kurzweilige Video. Zum Schluss wird es übertrieben albern. Für eine Parodie mag das in Ordnung sein. Erst recht wenn sie unterhaltsamer ist als die Vorlage.

Titanen beim Hahnenkampf

Batman versus Superman, Teil 30: Battle of the Super-Heroes (1958)

DC Comics

DC Comics

Titel: Battle of the Super-Heroes

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: World’s Finest #95 (1958), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„And if anybody puts you out, it’ll be me!“ (Superman zu Batman)

Antipoden waren Batman und Superman schon immer. Am Anfang ihrer Bekanntschaft waren sie Konkurrenten, als Helden und in der Gunst von Lois Lane (Superman #76/World’s Finest #71). Doch danach arbeiteten sie gerne zusammen. Als Kumpels durch dick und dünn. Zusammen mit Robin bildeten sie das Dynamische Trio. Die World’s Finest gegen die größten Schurken wie Lex Luthor und Joker. Doch vier Jahre später, 1958, war plötzlich Schluss damit. Batman und Superman konnten einander nicht mehr ausstehen. Die Rivalen wurden zu Kontrahenten – es kam zum ersten Kampf der Titanen.

Es beginnt alles damit, dass Batman aus heiterem Himmel (buchstäblich!) Superkräfte bekommt und damit offenbar auch ein größeres Ego. Denn statt zu hinterfragen, was mit ihm passiert ist, wird er sogleich übermütig. Als Superman bei einem Hausbrand helfen will, kommt ihm Batman in die Quere: Er schafft erst mal eine Menge Stahl heran, formt daraus ein riesiges Sägeblatt und trennt damit das brennende Gebäude von der benachbarten Bank. Seltsame Priorität: Statt den Brand zu löschen oder die Bewohner zu retten, bringt er zunächst das Geld in Sicherheit. Superman stellt sich aber auch nicht rücksichtsvoller an. Er löscht zwar den Brand, aber statt Superpuste zu verwenden, fliegt er mit dem Haus in die Stratosphäre, damit dem Feuer die Luft wegbleibt. Dass auch Menschen atmen müssen, daran denkt er nicht. Vielmehr scheint ihn zu wurmen, dass Batman so mächtig ist wie er. So lässt er sich auf den Hahnenkampf ein.

Die Stimmung ist gereizt. Die beiden dissen sich gegenseitig und drohen an, den anderen gerne vermöbeln zu wollen. Nach zwei weiteren Rettungsaktionen bei denen sich die beiden ihr Revier streitig machen, kommt es schließlich zum Kampf: Superman prügelt Batman durch eine Wand, Batman revanchiert sich mit einem Laternenmast, Superman wirft mit Felsbrocken, Batman schlägt sie mit einem Baumstammm zurück. Das Ganze gipfelt darin, dass sich beide wie Rammböcke eine Kopfnuss verpassen.

World's Finest #95 (1958)

Batman v Superman: Battle of the Superheroes

Robin ist hier die Stimme der Vernunft. Er geht dazwischen und ermahnt die beiden, sich um zwei havarierte Schiffe zu kümmern. (Aus irgendeinem Grund ist ständig irgendwer in Not.) Dann wird Robin plötzlich von zwei Aliens entführt, die ihm erklären, was los ist. Sie haben bloß herausfinden wollen, wer der größere Held ist. Sie wollten sehen, ob Batman Superman besiegen würde, wenn er Superkräfte hätte. Also entführte man die Helden und manipulierte sie so, dass sie einander bekämpfen. Wie gut, dass es für alles einen Strahl gibt: Einen für Superkräfte, einen für Hass und einen für Gedächtnisverlust. Und wie gut auch, dass es für alles einen Hebel gibt, um alles wieder rückgängig zu machen. Um’s kurz zu machen (wir haben nur noch eine Comic-Seite Erzählzeit): Robin betätigt den Schalter und alles ist wieder wie früher. Freundschaft mit Entschuldigung und Handshake. Superman drückt dabei aber etwas fester zu, Batman schreit auf. Superman bittet um Verzeihung, aber so ganz kann man ihm nicht abkaufen, dass er bloß seinen Vorteil ausnutzen will, um Batman eins auszuwischen.

Und wie endet nun der Wettkampf? Unentschieden natürlich. Bei den World’s Finest gibt es keine Reihenfolge. „And so a friendship is renewed — and a feud finished forever!“, heißt es am Ende, als Batman und Superman mit Robin in der Mitte sich ihrer Idylle erfreuen. Aber später wird es in der Serie alle paar Ausgaben zu einer Keilerei zwischen ihnen kommen, fast regelmäßig (z. B. in World’s Finest #109, #132, #143, #153, #163, #176, #185). Feindschaft ist einfach reizvoller als Freundschaft.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Ein Trailer zu Batman: The Killing Joke

Die Film-Adaption von The Killing Joke feiert am 28. Juli in den USA Premiere und soll am 4. August in Deutschland auf Blu-ray erscheinen. Bei Amazon bekommt man eine Joker-Figur dazu. Hier schon mal ein Vorgeschmack mit dem ersten offiziellen Trailer. Eine Art Making-of gibt es hier.

Abrechnung mit Superman Returns

Erinnern wir uns, auch wenn wir es längst verdrängt haben: Vor Zack Snyders Katastrophenfilm Man of Steel gab es schon einen Versuch, Superman für das Kino des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden: Superman Returns (2006) war nur ein halbherziges Reboot, weil es eine Fortsetzung von Superman II sein sollte – wenn auch 26 Jahre dazwischen lagen. Das Resultat war einer der ödesten, flachsten und uninspriertesten Superheldenfilme. Und dafür hat Bryan Singer seine X-Men sausen lassen … Shame on you. Der Honest Trailer entschädigt für die vertane Chance und verschwendete Zeit.

Krieg um den Weltfrieden

Batman versus Superman, Teil 28: Injustice – Year One (2013)

DC Comics

DC Comics

Titel: Injustice – Gods Among Us: Year One (Vol. 1-2) (dt. Injustice – Götter unter uns)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Jheremy Raapack, Mike S. Miller u.a.

Erschienen: 2013 (Mini-Serie #1-12, Paperback 2013/2014/2016 Complete Edition), dt. Panini 2013-2014 (4 Bände)


„I am calling for an immediate world-wide ceasefire. All hostilities will stop immediately — or I will stop them. It’s over.“ (Superman)

Das Spiel Injustice ist der wahrgewordene feuchte Traum der Fanboys: Eine Kampfarena für Superhelden und -schurken. Story? Gibt’s zwar auch, muss aber nicht sein. Die Vorgeschichte dazu wird in einer Comic-Mini-Serie erzählt. Wer Comics zu Games verachtet, sollte diesem eine Chance geben: die Story lohnt sich.

Lois Lane ist schwanger von Superman. Der Joker entführt sie, klaut eine Atombombe, verkabelt Lois‘ Herz mit einem Zünder. Nachdem er Superman einem Angstgas aussetzt, sieht dieser in Lois Doomsday und tötet sie. Daraufhin wird Metropolis vernichtet, Millionen Menschen sterben. Superman dreht durch, ermordet den Joker und verkündet eine neue Weltordnung: mit Krieg ist Schluss. Schurken werden nicht geduldet. Der selbsternannte Wächter und seine Gefolgsleute erzwingen den Frieden – auch untereinander. Doch Batman ist dagegen und versammelt eine Allianz von Helden gegen die Diktatur von Superman. Dabei macht er sogar gemeinsame Sache mit dem US-Präsidenten. (In The Dark Knight Returns ist es andersrum, da pakiert Superman mit der Regierung.) Es kommt zu Verrat, Enttäuschung und einigen Tragödien. Vertrauen geht verloren, Freundschaften zerbrechen, Existenzen und Identitäten gehen zugrunde, Helden sterben.

Obwohl der Comic das alles sehr abgehetzt und in großen Bildern erzählt, bleibt die Geschichte nicht so oberflächlich, wie es zunächst scheint. Einzelne Kapitel legen den Fokus auf die Konflikte der einzelnen Protagonisten, wie etwa die ethische Grundsatzfrage, wie legitim es ist, Frieden zu forcieren. Es ist der Konflikt der Superhelden: einerseits sollen sie die Menschen retten, andererseits sollen sie sich auch nicht zu sehr einmischen. Sollen sie sich nur um Meta-Bedrohungen kümmern oder auch um Kriegstreiber, Menschenrechtsverletzer und Wirtschaftskriminelle? Und ist Mord gerechtfertigt, wenn man dadurch Massenmord verhindern kann? Die Figuren kommen in Gewissensnöte und verhandeln die Grundfrage. Es ist die Frage nach der Rolle Gottes und der Selbstverantwortung des Menschen. Es geht also um nichts Geringeres als die Theodizee.

Die Idee, Superman als totalitären Herrscher darzustellen, ist nicht neu. Schon Mark Millar hat das in seinem Klassiker Red Son (dt. Genosse Superman) getan, womit er bloß eine Idee aus World’s Finest #247 (1977) aufgegriffen hat. Bei Injustice geht der Faschismus aber auf ein Trauma zurück, den Verlust seiner zweiten Heimat und seiner Frau. Damit wird Superman wie Batman. Auch in seinen Methoden nähert er sich Batman an, indem er darauf setzt, Menschen Angst einzujagen. Batman wiederum ist die Stimme der Humanität, die mahnt, dass er Zweck nicht die Mittel heiligt. Er bleibt der unbestechliche Idealist. Die World’s Finest tauschen die Rollen.

Batman und Superman liefern sich zunächst ein Wortgefecht, in dem die Frage aufkommt, was Batman an Supermans Stelle täte. Batmans Antwort ist einfach: Superman sei der bessere Mensch von ihnen. Aber nach all dem Unheil, das Superman in bester Absicht anrichtet, ändert sich Batmans Meinung. Am Ende läuft alles auf ein Duell zwischen den beiden hinaus. Doch anders als erwartet wird es kein Kampf auf Augenhöhe. Superman wird nicht durch Kryptonit oder rotes Licht geschwächt, Batman nicht durch einen Anzug gestärkt. Der Dunkle Ritter weigert sich, Gewalt anzuwenden, weil er sich sonst nicht zurückhalten könnte. „I don’t think I can beat you without killing you“, sagt Batman. „And I’m not like you. I’m not a murderer.“ Superman tötet seinen Gegner nicht – er bricht ihm bloß das Rückgrat (wie einst Bane).

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

So packend die Story ist, leider schwankt die Qualität der Zeichnungen stark, da eine Reihe von Künstlern daran mitgewirkt hat. Manche Seiten sind grandios, andere mäßig. Trotzdem lohnt sich die Lektüre sehr, wenn man eine spannende wie hochdramatische Erzählung abseits der Continuity lesen will – auch wenn man das Spiel dazu nicht kennt.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film

Zack Snyder/Warner Bros

Zack Snyder/Warner Bros

Eine Nachricht, die längst keine mehr ist: Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film. Schon lange hält sich das Gerücht, nun ist es offiziell. Affleck ist nicht nur Hauptdarsteller und Regisseur, er schreibt auch das Drehbuch mit DC-Autor Geoff Johns, der unter anderem schon den alternativen Origin Batman Earth One verfasst hat. Und es soll – was sonst – richtig „cool“ sein. Naja, das sollte auch Batman v Superman bereits sein und das Ergebnis war eine Enttäuschung. Allerdings ist das Projekt bei „Batfleck“ gut aufgehoben. Seine bisherigen Filme (Gone Baby Gone, The Town und Argo) waren ziemlich gelungen und kamen bei der Kritik gut an, als Drehbuchautor hat er schon zwei Oscars eingesackt (Good Will Hunting, Argo) und schließlich überzeugte auch seine Darstellung als Bruce Wayne/Batman in Dawn of Justice.

Was fehlt, sind noch ein offizieller Titel, der Schurke bzw. die Schurken und ein Starttermin. Im Zeitplan des DC Extended Universe sind noch zwei Filme unbetitelt, sie sollen jeweils im Herbst 2018 und 2019 erscheinen. Möglicherweise wird Batman einen dieser Plätze belegen, der andere ist möglicherweise für eine Suicide Squad-Fortsetzung vorgesehen, sollte der erste Film Erfolg haben, der bei uns am 18. August 2016 in die Kinos kommt. Auch Batman wird dabei sein – und erneut auf den Joker treffen (hier der Suicide-Squad-Blitz-Trailer). Danach sehen wir Ben Affleck in der Rolle noch in den beiden Justice League-Filmen, die wieder Zack Snyder inszeniert (erscheinen November 2017/Juni 2019) – und hoffentlich nicht vergeigt.

Sollte der Plan realisiert werden, dann spielte Affleck insgesamt fünfmal Batman – und damit häufiger als jeder seiner Vorgänger.

„We’re the bad guys“: Ein neuer Suicide Squad Trailer

Mehr Joker, mehr Batman, mehr Krawall und Remmidemmi. Der neue Sucide Squad Trailer bietet viele ungesehene Filmschnipsel, unterlegt von einem weiteren Glamrock-Schlager, diesmal „Ballroom Blitz“ von The Sweet (das erste Lied, das man im Trailer hört, ist „You Don’t Own Me“ von Grace). Am Anfang wird der Zweck der Truppe begründet: Es gibt sie für den Fall, dass jemand wie Superman einmal durchdreht. Nach dem Debakel von Batman v Superman: Dawn of Justice wird die Suicide Squad die Eingreiftruppe, um zu retten, was von diesem zerstörten DC-Filmuniversum noch übrig ist. Dass es mit einem solchen Film gelingt, ist aber durchaus zweifelhaft.

Derzeit werden noch weitere Szenen nachgedreht. Zunächst hieß es, um den Film spaßiger zu machen („more fun“), jetzt ist die Rede von Action, was natürlich auch Spaß bedeuten kann …

Luthor und Joker gründen ein Start-up

Batman versus Superman, Teil 27: Superman and Batman’s Greatest Foes (1957)

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman and Batman’s Greatest Foes

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (World’s Finest #88), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„… there’s something bigger behind this jokes!“ (Superman)

„Good partners, I mean, cellmates should never argue!“ (Batman)

Die ersten gemeinsamen Abenteuer der World’s Finest, Superman und Batman, waren bisher Kinkerlitzchen. Hier bekommen sie es endlich mit richtigen, klassischen Schurken zu tun, denn zum ersten Mal machen Lex Luthor und der Joker gemeinsame Sache. Ihr Plan ist so genial, dass die beiden Schurken sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Der Joker lobt Luthors Genie, Luthor lobt Jokers Sinn für Humor. Die beiden gründen ein Unternehmen, eine Fabrik, um genau zu sein. Ganz legal, ganz offiziell. Was sie herstellen, ist zunächst geheim, aber sie beteuern ehrliche Geschäftsmänner werden zu wollen. Also düsen sie gemeinsam im Jokermobil durch die Gegend und lachen über den Witz, den sie auf Kosten der Helden machen.

DC Comics

DC Comics

Die bleiben nämlich skeptisch. Auch als die Schurken der Öffentlichkeit präsentieren, was sie gebaut haben: die Mechano-Men, menschenähnliche Roboter, die selbst bei starker Hitze und großem Druck schwere Arbeiten verrichten können. Doch selbst als Superman und Batman eine Demonstration sehen, vermuten sie einen Schwindel. Dreimal glauben sie auch, die Schurken auf frischer Tat ertappt zu haben: der Joker fängt einen Mann in einem Käfig, dann versucht er, einen mit seinem Auto zu überfahren, einmal bringt Luthor eine Lawine in Gang. Doch jedesmal erweisen sich die Aktionen als Experimente für die Mechano-Men.

Batman und Superman stehen immer wieder als Idioten da.

Und trotzdem geben sie nicht auf. Auch als Superman sich als Mechano-Man ausgibt und er meint, die Verdächtigen bei einem Raub zu erwischen, stellt sich das Ganze als sauber heraus. Erst beim fünften Versuch haben die World’s Finest Recht: Luthor und Joker geben eine Show mit ihren Mechano-Men, während sie parallel dazu eine Bank ausrauben. Natürlich haben die wachsamen Helden längst alles durchschaut und buchten die Gauner ein. Auf eine Frage kommt aber niemand: Warum der ganze Aufwand, um Geld zu stehlen, wenn man es mit der Erfindung so viel leichter hätte ehrlich verdienen können? (Und woher hatten sie überhaupt die Mittel, die Fabrik und die Roboter zu bauen?) Als Unternehmer taugen sie jedenfalls nichts. Aber hier gilt wohl das Sprichwort: old habits die hard. So genial war der Plan dann doch nicht.

(P.S.: Mit dem Cover hat die Story übrigens nichts zu tun.)

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Erste Filmbilder aus The Killing Joke

The Killing Joke ist neben Frank Millers Epen das wichtigste Batman-Comic der 80er. Nach The Dark Knight Returns und Year One bekommt nun auch der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland eine Adaption als Animationsfilm. Im Juli 2016 soll er bei der San Diego Comic Con Premiere feiern. Jetzt gibt es erste Bilder daraus: In einem Video, das halb Trailer und halb Making-of ist, erklären die Macher wie Bruce Timm, welche Herausforderungen bei der Verfilmung zu bewältigen waren und wie man die Geschichte um Batgirl erweitert hat. Ein verständlicher Schritt, da in der Story Barbara Gordon vom Joker angeschossen wird und damit ihre Karriere als Superheldin endet. Außerdem sieht man die Synchronsprecher, die schon bei The Animated Series der 90er dabei waren, wieder bei der Arbeit: Kevin Conroy als Batman und Mark Hamill als Joker. Ein guter Grund, sich die Originalversion anzusehen.

Klar wird, dass die Filmbilder nicht an die Kraft von Brian Bollands ausdrucksstarkem Stil heranreichen – und wohl auch nicht heranreichen können. Für die Animation sind Vereinfachungen nötig, dadurch geht aber viel von dem Reiz des Comics verloren. Die Macher beteuern aber, dass inhaltlich keine Kompromisse gemacht werden sollen und der Film so drastisch sein soll wie seine Vorlage. Also wieder ein Batman-Zeichentrickfilm, der nichts für Kinder sein dürfte.