Film

Die besten Justice League-Comics

 

Wem der Justice League-Film Lust auf mehr Geschichten dieser Art gemacht hat, sollte zu den Comics greifen. Aber wo soll man bloß anfangen? Für Einsteiger hat DC ein kleines Video gemacht, in dem zehn der besten Kämpfe der Justice League (JLA) versammelt werden. Doch keine Bestenliste ohne Widerspruch. Andere Comic-Websites haben eigene Rankings erstellt.

Nerdist.com hat eine Liste von elf Storylines zusammengestellt, die einige Gemeinsamkeiten mit der von DC hat:

Comicbook.com führt in seiner Liste der fünf besten „Starting Points“ außerdem noch The New Frontier und Earth 2 an.

IGN.com ergänzt Kingdom Come, Justice League Vol. 1: Origin und Earth 2 Vol. 1: The Gathering.

>> Mehr Justice League-Comics

 

Als Batman wieder peinlich wurde

Batman begins to suck: Nach den beiden Tim Burton-Filmen, die damals revolutionär waren und aus heutiger Sicht immer noch albern erscheinen, kam die Ära Joel Schumacher. Batman Forever zeigte einen steifen Val Kilmer in der Hauptrolle in einer knallbunten Kulisse, mit zwei völlig überdrehten Schurken, Riddler und Two-Face, die sich kaum voneinander unterscheiden.

Was sonst noch alles bemerkenswert missraten an diesem Trash ist, zeigt der Honest Trailer. Aber vor allem in einem Punkt hat er Recht: Nichts ist so schlimm wie der Nachfolger Batman and Robin.

Justice League: Batman bringt die Band zusammen

Warner Bros.

Titel: Justice League

Regie/Drehbuch: Zack Snyder/Chris Terrio, Joss Whedon

Erschienen: 2017


„I’m rich.“ (Bruce Wayne)

Die gute Nachricht zuerst: Es ist gelungen. Endlich haben auch die DC-Helden einen Film bekommen, der ihnen gebührt. Nach dem vorzüglichen Wonder Woman ist Justice League eine würdige Fortsetzung. Nicht ganz so vorzüglich zwar, aber allemal unterhaltsamer als Man of Steel und Batman v Superman. Auch wenn der Film alles andere als einfallsreich ist. Das ist wohl das größte Problem: Es fehlt jegliche Überraschung.

Das liegt schon an der Story: Ein böses Alien (Steppenwolf) will die Erde vernichten. Batman und Wonder Woman trommeln Flash, Cyborg und Aquaman zusammen, um das zu verhindern. Und sie beleben – auch das kann man sich denken – Superman wieder. Okay, jetzt kann man einwenden: die Handlung des ersten Avengers-Films war auch nicht komplexer. Trotzdem hat das bei Marvel immer noch mehr Spaß gemacht.

Justice League fühlt sich an wie der erste Versuch, so cool zu sein wie die Avengers. Man ist zwar noch nicht ganz so weit, aber auf einem guten Weg. Da sind die vielen Witze, die Seitenhiebe, die Selbstironie, aber es fehlt noch die Leichtigkeit. Das zeigt sich an Batman: Zwar ist er als animierte Figur so flink wie nie, aber Ben Affleck wirkt in seinem Kostüm behäbig und so unsicher, dass er das mit viel technischem Brimborium und martialischem Geballer kompensieren muss. Als Bruce Wayne hat er seltsamerweise kein Problem damit, wirklich jedem neuen Rekruten seine Geheimidentität preiszugeben.

Superman ist noch immer der gleiche Unsympath wie in den Filmen davor. Kaum von den Toten zurückgekehrt wird er zur Killermaschine, erst Lois Lane kann ihn besänftigen. Und am Ende erfüllt er bloß den Zweck eines Deus ex machina, der mühelos den Schurken plattmacht. Erst ganz zum Schluss, im Abspann, wenn er sich ein Rennen mit Flash leistet, beginnt er, einen netten Eindruck zu machen. Leider bleibt es bei dieser Andeutung.

Die anderen drei männlichen Nebenfiguren – Aquaman, Flash und Cyborg – sind zwar größere Sympathieträger als die beiden Platzhirsche, bleiben jedoch leider oberflächlich. Da alles auf die Haupthandlung ausgerichtet ist (der Versuch, aus den Fehlern von Batman v Superman zu lernen), bleibt wenig Zeit, um hier mehr rauszuholen. Hier zeigt sich wieder der gravierende Fehler des DC-Filmuniversums, zuerst mit der Justice League anzufangen bevor alle Helden ihre Einzelfilme hatten. Wonder Woman bleibt damit die gute Seele der Gruppe, die spätestens mit ihrem Solofilm die Herzen der Fans gewonnen haben dürfte.

Bleibt noch Steppenwolf: Hitchcock sagte einst, je besser der Schurke, desto besser der Film. Gemessen daran wäre Justice League mies. Er ist ein typisch größenwahnsinniger, langweiliger und austauschbarer Gegner. Man erfährt nichts über dessen Motivation, man interessiert sich nicht im Geringsten für ihn und er bleibt wegen seiner 100-prozentigen CGI-Künstlichkeit ein toter Charakter. Dieses Defizit teilen viele Superheldenfilme. Schurken wie Loki (bei Thor/Avengers) sind selten. Steppenwolf ist nur die Vorhut vom Oberbösewicht Darkseid, der im Film nur einmal genannt wird. Offenbar wollte man sich den aufsparen, um sich noch steigern zu können …

Ansonsten macht Regisseur Zack Snyder einfach so weiter wie gewohnt: mit viel Slow Motion zelebriert er die Momente, mit denen er seine Charaktere wie Götter erscheinen lässt und damit sein Publikum in Staunen versetzen will. Der Effekt hat sich längst verbraucht, zu gedehnt erscheinen manche Sequenzen, aber auch da fällt ihm nichts Neues ein. Auch Menschen kümmern ihn wenig: Bis auf Alfred, Lois Lane und James Gordon gibt es kaum welche, Zivilistenrettung beschränkt sich auf eine Familie und ein Wohnhaus, in dem keine Menschen zu sehen sind. Komponist Danny Elfman bedient sich in der Mottenkiste von John Williams‘ Superman-Theme und holt auch nochmal, weil’s so schön war, seine eigene Batman-Theme von 1989 hervor. Auch hier wäre mehr Kreativität wünschenswert gewesen. So wirkt es, als würde man sich lieber auf alten Lorbeeren ausruhen, als Neues zu wagen.

So bleibt Justice League eine rasante, kurzweilige und solide Popcorn-Unterhaltung ohne irgendetwas Essenzielles zum Genre Superheldenfilm beizutragen. Vielleicht ist das für DC schon genug Leistung, die man anerkennen muss nach der Misere solcher Filme wie Suicide Squad.

Nach dem Abspann ist vor dem Film: Lex Luthor und Deathstroke gründen eine Injustice Gang. Na dann, von mir aus … Vielleicht gelingt beim nächsten Mal ja auch nicht nur ein guter, sondern auch mal ein richtig guter Film. Irgendwann muss es mal klappen.

Mehr DC-Filme:

Ein Trailer zu Gotham by Gaslight

Im Jahr 2018 erscheint der neue Batman-Animationsfilm Gotham by Gaslight, der auf einer Elseworlds-Story von Bryan Augustin und Mike Mignola basiert. Bilder daraus waren bereits in der Sneak Peek zu sehen, hier kommt der offizielle Trailer. Es verspricht düster und blutig zu werden – immerhin geht es um Jack the Ripper … Ein genaues Startdatum ist noch nicht bekannt.

Warner Bros.

Das Böse steckt in uns allen

Harvey Dent: Von Two-Face zu One-Face.

Titel: Batman vs. Two-Face

Drehbuch: Michael Jelenic, James Tucker

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


Two-Face spielte in den Comics der 60er Jahre keine Rolle. Auch in der Batman-Serie der 60er Jahre, in der die meisten klassischen Schurken versammelt waren, fehlte er ebenso wie Scarecrow. Two-Face, mit seiner gespaltenen Persönlichkeit und seinem entstellten Gesicht passte nicht in die bunte Welt der Familienserie. Die Tragödie von Harvey Dent wollte man Kindern offenbar nicht zumuten. Zwar gab es Pläne für eine Two-Face-Episode, aber es blieb beim Treatment dafür.

Erst 2015 wurde aus dem Story-Entwurf ein Comic: „The Two-Way-Crimes of Two-Face“ (Batman ’66: The Lost Episode #1). Zwei Jahre später erschien ein Animationsfilm zu dem Thema: Batman vs. Two-Face ist nach Return of the Caped Crusaders der zweite Zeichentrickfilm, der sich an die alte TV-Serie anlehnt. Und es ist der letzte Auftritt von Adam West vor seinem Tod.

Die Handlung variiert das Thema sehr statt es bloß zu wiederholen. Harvey Dent (William Shatner) wird zu Two-Face nach einem Unfall: Hugo Strange versucht, mit einer Maschine das Böse aus vier Schurken herauszusaugen. Dabei überlädt die Maschine, der Tank, indem sich das Böse staut, explodiert und das Böse ergreift Besitz von dem Bezirksanwalt. Zwar wird er durch eine plastische Operation geheilt, aber kurz darauf treibt Two-Face wieder sein Unwesen. Harvey scheint aber nichts damit zu tun haben. Batman glaubt an seinen Freund, Robin bleibt skeptisch, das Dynamische Duo entzweit sich, schließlich wird auch Robin zu Two-Face und es kommt zum Kampf …

Batman haut Two-Face-Robin eine rein. (Anspielung auf World’s Finest #153, 1965)

Die Moral, dass das Böse in jedem von uns entfesselt werden kann, wird im Finale deutlich, wenn Two-Face sein grünes Gas über Gotham freilässt und damit die Bewohner infiziert. Two-Face ist überall, in jedem von uns. Und schließlich ergreift es ganz von ihm Besitz, weil es in ihm steckt und nicht durch kosmetische Korrekturen ausgemerzt werden kann. Ein interessanter Aspekt.

Anspielung auf „Two-Face Strikes Again“ (Batman #81, 1954).

Für sich genommen könnte die Handlung einen spannenden Batman-Film hergeben. Denn Batman vs. Two-Face hat einen ernsten Kern, er beschreibt den inneren Kampf eines Mannes mit sich selbst, es geht auch um Freundschaft und Vertrauen. Aber leider ist da noch die ganze Albernheit drumherum (King Tut, Bookworm), die platten Witze, die Kalauer, die Selbstironie und der Slapstick, was alles nicht zu der Geschichte passt, die eigentlich erzählt werden soll.

Alfred, im Hintergrund: Das erste Batman-Kostüm aus Detective Comics #27.

Der Film versucht zweierlei und damit eins zu viel: einerseits die Nostalgie zu bedienen und den absurden Humor einzufangen, andererseits eine klassische Two-Face-Story zu erzählen. Aber den Spagat zwischen Komödie und Tragödie, dem Leichten und dem Schweren bekommt der Film nicht hin. Der Batman der 60er und Two-Face gehören einfach nicht zusammen.

Vorspann aus Batman vs. Two-Face: Anspielung auf das Cover von Batman #9.

Mehr zum Thema:

Noch ein Trailer zu Justice League

„We can be heroes, just for one day …“ Im neuen Justice League-Trailer wird David Bowie gecovert. Superman steht im Maisfeld, Aquaman im Wasser, Batman ballert sich seinen Weg durch eine Schlacht. Pathos, Action, Explosionen. Nach den ganzen Trailern könnte der Eindruck entstehen, den ganzen Film schon gesehen zu haben – oder wenigstens die Höhepunkte. Das nimmt viel vorweg, verdirbt die Überraschung. Im besten Fall wird der Film dem Trailer gerecht, dann bekommt man, was man erwartet hat – ein langweiliges Resultat. Im schlimmsten Fall wird man enttäuscht. Dass ein Film besser ist als der Trailer, das ist leider selten.

Justice League startet am 16. November 2017 in deutschen Kinos. (Zum SDCC-Trailer)

Neuer Anime: Batman Ninja

DC Comics

Auf der New York Comic Con wurde ein Batman-Anime angekündigt: Batman Ninja transportiert den Helden in das mittelalterliche Japan. Mit dabei sind Joker, Harley Quinn, Pinguin, Poison Ivy, Robin, Nightwing und Gorilla Grodd. Der Film ist eine japanische Produktion, Regie führt Jumpei Mizusaki, das Drehbuch stammt von Kazuki Nakashima. Erscheinen soll Batman Ninja als Direct-to-Video, ein genauer Starttermin wurde nicht bekannt gegeben. Ein Trailer war bisher nur auf der Comic Con zu sehen.

Schönheitsfehler einer Wunderfrau

Alle lieben Wonder Woman. Erst recht seit dem Kinofilm. Was man daran aussetzen kann, ist in diesem Honest Trailer auf den Punkt gebracht. Beispiel: Dass Diana so naiv ist, macht sie sympathisch, aber warum weiß sie nicht einmal, was Ehe ist, wenn sie 100 Sprachen kennt?

Dabei kommt Wonder Woman allerdings immer noch gut weg. Besonders, wenn man den Film etwa mit DCs beschämenden Superheldinnen-Film, Catwoman, vergleicht. Um das zu beurteilen, braucht es eigentlich keinen Honest Trailer. Aber es ist viel unterhaltsamer, sich dieses kurze Video anzusehen als seine Zeit mit dem absurden Machwerk von einem Film zu verschwenden. Ein Mysterium bleibt: Wie konnte so etwas überhaupt passieren?

Superman im Abgrund

Vor 30 Jahren erschien der vierte und letzte Superman-Film mit Christopher Reeve: Die Welt am Abgrund, im Original The Quest for Peace. Ein so übles Machwerk, so billig und lieblos, dass man sich manchmal daran erinnern muss, um nicht in Versuchung zu geraten, seine Zeit noch einmal damit zu verschwenden. Dafür gibt es die Honest Trailers.

Fun Fact: Ursprünglich war ein fünfter Teil geplant, aber der wurde nie umgesetzt, weil schon der vierte floppte (wie schon der dritte). Erst zwanzig Jahre später kam wieder ein Superman-Film in die Kinos: Superman Returns, dessen einziges Verdienst darin besteht, Teil drei und vier ignoriert zu haben.

>> Honest Trailer zum ersten Superman-Film

Finger weg von Harley Quinn!

Klappe zu, Harley!

Titel: Batman and Harley Quinn

Regie/Drehbuch: Sam Liu/Bruce Timm, Jim Krieg

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


Diese Harley Quinn-Mode nervt langsam. Nicht nur in den Comics, auch in Batman-Filmen ist der ehemalige Joker-Sidekick mittlerweile gefühlt omnipräsent: Nach Suicide Squad sollen noch mindestens drei weitere Spielfilme mit ihr folgen. Auch der nächste Batman-Tag soll ganz im Zeichen von Harley Quinn stehen. Jetzt hat sie auch einen Animationsfilm bekommen. Und wenn man den gesehen hat, kann man nur hoffen, dass diese Mode bald vorbei ist.

Der Plot: Um die Welt vor ihrer Zerstörung zu retten, will Poison Ivy alle Menschen in Pflanzenwesen verwandeln. Dabei wird sie unterstützt von Jason Woodrue, dem Floronic Man. Um sie zu finden und aufzuhalten, konsultieren Batman und Nightwing Ivys alte Bekannte: Harley Quinn. Die hat das Dasein als Schurkin aufgegeben und muss sich nun als Kellnerin mit Grabschern rumschlagen. Für das Dynamische Duo schlüpft sie aber noch einmal in ihre alte Rolle …

Nightwing und Harley beim Vorspiel.

Obwohl der Zeichenstil The Animated Series entspricht, fühlt sich Batman and Harley Quinn nicht so an wie aus diesem Universum. Abgesehen von der krassen Gewalt, der derben Sprache, den Furz- und Kotzwitzen gibt es auch viel Sex. Vor allem eine Szene, in der sich Harley Quinn über Nightwing hermacht – und er es mit sich machen lässt. Das allein fällt zwar aus dem Rahmen, aber ist noch zu verschmerzen, wären da nicht unnötige Sexismen, die so gar nicht zu einem Film passen, in dem sich die Titelheldin gegen sexuelle Übergriffe wehrt.

#Aufschrei: Harley von hinten.

Aber das ist nur das geringste Problem mit dem Film. Eine lahme Story, platte Witze und eine routiniert-fade Inszenierung lassen alles vermissen, was den Reiz von The Animated Series (und den Film Mask of the Phantasm) ausgemacht hat. Das einzige, worin sich noch Liebe zur Animation zeigt, ist der cartoonhafte Vorspann.

Bei Harley Quinn hat Batman das Nachsehen: Bild aus dem Vorspann.

Was den Rest angeht, kann man sich fragen: Was ist in den vergangenen Jahren aus der Animationskunst geworden? Es gibt sie noch, aber leider nicht mehr für Batman. Für den Heimkinomarkt lässt man billig produzierte Zeichentrickfilme herstellen, die den Namen Animation gar nicht verdienen, weil ihnen jegliche Seele fehlt. Steife Figuren in sterilen Kulissen, dazu eine scheußlich-künstliche Musik, die nur wie ein toter Abklatsch eines Orchester klingt. Batman and Harley Quinn ist nicht der erste Film, der so gemacht ist, aber einer der schlechtesten dieser Machart. Vom Geist der Animated Series ist hier kaum noch etwas übrig.

Unnötige Gesangseinlage.

Und zum Schluss, wenn man sich durch 75 Minuten durchgequält hat, kommt der absolute Tiefpunkt. Nachdem Batman in dieser Harley-Show ohnehin nicht viel zu tun hat, außer genervt dreinzuschauen und sich der Lächerlichkeit preiszugeben, fällt er mit Nightwing am Ende völlig aus der Rolle. Zum Fremdschämen.

Alle lieben Harley: WTF?