Mini-Serie

Batman gegen Nazis (Teil 8): JSA

DC Comics

Titel: JSA: The Liberty File

Autor/Zeichner: Dan Jolley, Tony Harris/Tony Harris, Ray Snyder

Erschienen: 2000 (Zweiteiler), Paperback 2004 (JSA: The Liberty Files)


„There is a super-man. And he’s a Nazi.“

Batman war im Golden Age nie Mitglied der Justice Society of America, die war eher den zweit- und drittrangigen Helden vorbehalten, von denen die meisten heute fast vergessen sind. In dieser Elseworld ist es anders. Hier nennt sich Bruce Wayne bloß „The Bat“ und verbündet sich mit „The Clock“ (Hourman) und „The Owl“ (Doctor Mid-Nite), um im Zweiten Weltkrieg die Nazis davon abzuhalten, ein Flugzeug zu bauen, das unsichtbar für den Radar ist. Damit könnten die Deutschen den Krieg gewinnen. Träger des Geheimnisses ist ein Schmuggler namens Jack the Grin (Joker), der aus der Gefangenschaft ausbricht und sich in Kairo versteckt. Doch dann wird alles noch komplizierter, als die Helden herausfinden, dass Hitler bereits eine ganz andere Geheimwaffe hat: einen wahren Übermenschen.

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Der Pinguin kehrt zurück

DC Comics

Titel: The Penguin: The Prodigal Bird (dt. Auferstanden von den Toten)

Autor/Zeichner: Tom King, Chip Zdarsky/Rafael De Latorre, Stevan Subic

Erschienen: 2023-2024 (The Penguin #0-7), Paperback 2024; dt. Panini 2024


Mit 85 Jahren endlich Ruhestand! Nachdem der Pinguin (Oswald Cobblepot) seinen Tod vorgetäuscht hat (siehe Failsafe), lebt er zurückgezogen in Metropolis, hat eine Verlobte (Rita Wells) und betreibt einen Blumenladen. Alles ganz legal. Er lässt sich durch nichts und niemanden mehr aus der Ruhe bringen. Da platzt plötzlich Agent Nuri Espinoza (alias „Agent Bleep“, siehe Killing Time) bei ihm rein, tötet seinen Vogel, entführt ihn und hält ihn für eine Woche gefangen. Dann zwingt sie ihn, sein Imperium wieder aufzubauen und undercover für den Staat zu arbeiten. Wortlos nimmt der Pinguin das Angebot, das er nicht ablehnen kann, an und beginnt das Morden.

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Huntress unter Mordverdacht

Titel: Batman/Huntress: Cry For Blood (dt. Blutrache)

Autor/Zeichner: Greg Rucka/Rick Burchett

Erschienen: 2000 (Miniserie #1-6), Paperback 2002/2020 (Birds of Prey: Huntress); dt. Panini 2005, Eaglemoss 2016


Ein Mafioso wird tot im Wasser gefunden, mit einem Pfeil der Brust. Batman verdächtigt zuerst Helena Bertinelli alias Huntress, sie beteuert ihre Unschuld und versucht daraufhin diese zu beweisen bzw. herauszufinden, wer der Mörder ist. Dann steht plötzlich The Question auf der Straße vor ihr und erzählt ihr etwas von einem Schmetterling. Bald darauf wird eine Reporterin, die über Huntress wilde Mutmaßungen verbreitet hat, ermordet aufgefunden – wieder mit Pfeilen in der Brust.

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Generation Joker: Künstliche Intelligenz als Vaterersatz

DC Comics/Panini

Titel: Batman White Knight Presents Generation Joker

Autoren/Zeichnerin: Sean Murphy, Katana Collins, Clay McCormack/Mirka Andolfo

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2024; dt. Panini 2024


Was bisher geschah, könnt ihr in White Knight, Curse of the White Knight und Beyond the White Knight nachlesen – ich setze hier mal voraus, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt, also bitte keine Spoiler-Panik.

In Generation Joker geht es mal wieder um Harley Quinn und ihre beiden Kinder, Bryce und Jackie, die sie einst mit dem Joker bzw. Jack Napier gezeugt hat. Jack ist tot, die Kinder vermissen ihren Vater, würden ihn gern kennenlernen. Da kriegen sie ein Gerät in die Finger, das ihn wiederauferstehen lässt, als künstliche Intelligenz in Hologrammform. Der Vater löst sich allerdings langsam auf, daher büxt er mit ihnen und dem Batmobil aus, um ihnen die Orte seiner Vergangenheit zu zeigen und eine Lösung für das Problem zu finden. Harley versucht daraufhin, sie wieder einzufangen.

Doch dann taucht das FBI auf, vertreten durch Agent Prince (Wonder Woman) und John Stewart (Green Lantern, aber ohne Ring) und sie wollen an das Gerät. Dann kommt noch die andere (Ex-)Harley Quinn dazu, Marian Drews alias Neo Joker, alias „Nenn-mich-nicht-so“, also bekommt sie hier den Namen Riot verpasst (was im Deutschen so unnötig wie schief mit „Krawall“ übersetzt wird). Es gibt auch Wiedersehen mit Batman Bruce und einigen anderen Schurken wie Poison Ivy, Mister Freeze und Two-Face …

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Batman Beyond: Comic-Adaption eines Zeichentricks

Titel: Batman Beyond (Vol. 1)

Autor/Zeichner: Hilary S. Bader/Rick Burchett, Joe Staton

Erschienen: 1999 (Miniserie #1-6), Paperback 2024 (Compendium, zusammen mit Batman Beyond Vol. 2 #1-24)


Was unterscheidet einen Zeichentrick vom Comic? Klar: Der Zeichentrick „lebt“ durch Animation, der Comic ist statisch. Im Film sehen wir eine schnelle Abfolge vieler (gleich großer) Einzelbiler. Beim Comic sehen wir vergleichsweise wenige Bilder, die nebeneinander stehen, aber unterschiedlich groß sind – die Bewegung ist Illusion bzw. wir müssen sie beim Lesen selbst herbeiführen.

Immer wieder gibt es Comics, die Zeichentrickfilme oder Serien fast eins zu eins adaptieren – und dabei zeigt sich das Gefälle zwischen den beiden scheinbar ähnlichen, aber dann doch sehr unterschiedlichen Medien. Zu Beginn der Comicserie Batman Beyond hat man einfach in den ersten zwei Ausgaben die ersten zwei Episoden der Zeichentrickserie adaptiert („Rebirth„). Jeweils 22 Seiten pro 22 Minuten Sendezeit – das müsste in etwa hinhauen, doch tatsächlich klappt das nicht.

Das liegt zum einen daran, dass der Prolog mit dem gealterten Batman um drei Seiten erweitert wird. Zunächst wird erzählt, wie Batman seinen neuen schwarzen Kampfanzug entwickelt, bzw. auf die Idee kommt. Bei der Gelegenheit muss Batman erneut erklären, dass er keine Feuerwaffen mag – für alle Leser, die es noch nicht wissen. Erst dann setzt die Handlung ein, in der Batman einen Einsatz verpatzt und dann aus Verzweiflung zur Waffe greift und sich daraufhin zur Ruhe setzt: „Never again.“

Bruce Waynes letzter Einsatz als Batman. (DC Comics)

Doch auch wenn Batman im Comic die Waffe hinterher dramatisch wegwirft und „No!“ schreit, auch wenn das letzte Panel der Seite in Scherben zerbricht, wirkt die Sequenz abgehetzt und weniger dramatisch als die drei Minuten im Film. Wir bekommen weit weniger zu sehen, aufs Wesentliche reduziert, aber dann doch zu sehr beeilt. Die Höhepunkte bekommen nicht den nötigen Raum, sondern wirken in die Seiten gequetscht. So auch am Ende, wenn aus Derek Powers der Superschurke Blight wird.

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Batman und Santa Claus gegen Krampus

DC Comics

Titel: Batman/Santa Claus: Silent Knight

Autor/Zeichner: Jeff Parker/Michele Bandini, Danny Kim

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-4)


Kurz vor Weihnachten tauchen in Gotham City fledermausartige Vampire auf und fallen über Menschen her. Batman und Robin (Damian) untersuchen den Fall, da erscheint Zatanna aus dem Nichts und erklärt, es handle sich um die Draug, Untote aus dem Nordischen. Da erscheint ein bärtiger Mann im roten Mantel auf einem Rentier reittend und verschießt Pflöcke in Draug-Herzen. Batman nennt ihn Kris, hat ihn mal getroffen, aber wir wissen natürlich, wer das wirklich ist: Santa Claus, der Weihnachtsmann. Der weiß, wie jeder unserer Helden heißt, wo er wohnt und was er ihm mal als Kind geschrieben hat. (Also wie im echten Leben Amazon, Google und Meta.)

Kurzer Rückblick: Kris ist ein ehemaliger Förster aus Wikingerzeiten, der früher Monster aus Asgard auf Erden gejagt hat. Eines davon war der Krampus, eine furchterregende, teufelsgleiche Gestalt, die aber bloß gern Kinder erschreckt hat, sonst aber harmlos war. Aus irgendeinem Grund blieben die beiden aber auf Erden zurück und seitdem erschreckte der Krampus Kinder, während der Förster sie mit selbstgebastelten Geschenken für ihr Trauma zu entschädigen versuchte.

Nun kehrt Krampus zurück, um sich für seine Verbannung zu rächen und Weihnachten zu zerstören, indem er alle Monster wieder entfesselt.

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Batman gegen FOMO

DC Comics/Panini

Titel: Batman: Gotham Knights – Gilded City

Autor/Zeichner: Evan Narcisse/Abel

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


In Gotham drehen mal wieder die Leute durch. Massenhysterie überall. Hier stürzen sie sich auf Gourmet-Essen (nur um Fotos davon zu machen und ins Netz zu laden), da auf Schuhe und Handtaschen, oder sie wollen unbedingt Fahrgeschäfte in einem heruntergekommenen Vergnügungspark benutzen, bevor er abgerissen wird – auch wenn es den Tod bedeuten kann.

Es ist eine ganz besondere Angst: FOMO – „fear of missing out“ – die Angst, etwas zu verpassen. Damit dürften sich viele Leser identifizieren, immerhin ist es im Zeitalter des Überangebots ein weitverbreitetes Phänomen. Hier wird es in bester Selbstironie auf die Spitze getrieben, denn manche der Infizierten gieren auch auf die neuesten Games – und dieser Comic erzählt die Vorgeschichte zum Game Gotham Knights.

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Superhelden im Mittelalter mit Aliens

DC Comics

Titel: Dark Knights of Steel Vol. 1-2 (dt. Batman und die Ritter aus Stahl)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Yasmine Putri

Erschienen: 2021-2023 (#1-12), Hardcover 2022/2023; dt. Panini (2 Paperbacks)


Was wäre, wenn Jor-El und Lara in die Rakete gestiegen und auf der Erde im Mittelalter gelandet wären? Davon erzählt Tom Taylor in Dark Knights of Steel. Eine Elseworlds-Story ohne Elseworlds-Logo, in einer Art Fantasy-Szenario. Jor-El wird König, herrscht neben König Jefferson (Black Lightning) und den Amazonen – zusammen bilden sie eine Welt mit drei Reichen. Dann wird Jor-El von Green Arrow mit einem Kryptonitpfeil ermordet. Wer steckt hinter dem Anschlag? Damit wird eine Kette von Ereignissen losgetreten, die die Welt in den Krieg stürzt.

Superhelden als Ritter – das ist nicht ganz neu (Dark Knight Dynasty, Dark Knight of the Round Table)  aber hier ist es konsequent auf das gesamte DC-Universum übertragen. Und unter dieser Last ächzt auch die Geschichte. Zwar hat sie zwölf Ausgaben und in diesem Watchmen-Format hat man eigentlich mehr als genug Platz, um etwas von Substanz zu erzählen, doch Tom Taylor (Batman: The Detective, Nightwing) will so viele Figuren unterbringen, dass für keine richtig Zeit bleibt. Im Vordergrund steht eine Handlung, in der es Schlag auf Schlag geht – wie schon bei seinen Werken Injustice und DCeased. Herunterbrechen lässt es sich auf die Formel: Wer stirbt als nächstes?

SPOILER-WARNUNG!

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Riddlers erstes Jahr

DC Comics

Titel: Riddler: Year One (dt. Riddler: Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Paul Dano/Stevan Subic

Erschienen: 2022-2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2023; dt. Panini 2024


Wenn eines aus dem Film The Batman (2022) in Erinnerung geblieben ist, dann ist es Paul Danos Darstellung des Riddlers. Das war mal etwas ganz anderes: Zum ersten Mal im Film wirkte der Schurke wie ein ernstzunehmender Gegner. Kein Spandex, kein grüner Anzug mit Fragezeichen, keine Albernheiten, sondern ein raffinierter wie beängstigender Psychopath und Serienkiller in Sturmmaske, der weniger mit Rätseln als mit seiner Botschaft zum Nachdenken anregt. Paul Dano hat sich so sehr in seine Rolle versetzt, dass er sich eine Vorgeschichte zu ihr ausgedacht hat. Daraus ist sein erster Comic entstanden: Riddler: Year One.

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Little Gotham: Miniaturen für die Feiertage

DC Comics

Titel: Batman: Li’l Gotham (dt. Little Gotham)

Autor/Zeichner: Derek Fridolfs/Dustin Nguyen

Erschienen: 2013-2014 (Miniserie #1-12), Paperbacks 2014 (2 Bände), Sammelband 2018; dt. Panini 2016 (2 Bände)


Bei der traditionellen Erleuchtung des Weihnachtsbaums auf Gotham Plaza singt normalerweise ein Kinderchor des Waisenhauses Saint Peter’s Academy, doch diesmal erscheinen die Kleinen nicht. Batman und Nightwing schauen mal, wo die bleiben und entdecken einige festgefroren in einem Schulbus, den Rest hält Mr. Freeze in einer riesigen Schneekugel.

DC Comics

Doch die Kinder seien keine Gefangenen, beteuert er. Jedes Kind sei einzigartig, wertvoll und zerbrechlich, er wolle sie nur von der brutalen Stadt Gotham und vor der Ausbeutung in Feiertagsritualen bewahren. Außerdem will er zusammen mit ihnen leben – abgeschieden vom Bösen der Welt. Was sie natürlich dann doch zu Gefangenen macht. Und was Batman und Nightwing dann zu verhindern versuchen.

Kinderfreuden mit Mr. Freeze. (DC Comics)

Doch statt ihn einfach nur zu verprügeln, kommen sie mit konstruktiven Vorschlägen: Wenn Mr. Freeze Kindern helfen wolle, könne er sich anderweitig nützlich machen: auf der Eisfläche beim Eishockey, im Zirkus als Polarbär-Dompteur oder als Eisverkäufer. Aber Mr. Freeze mag nicht, er will auch nicht zum Weihnachtssingen – er hockt lieber traurig in Arkham. Dann kommen die Kinder halt zu ihm und singen ihm was vor …

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