Detective Comics

Die Comicserie „Detective Comics“ erscheint seit 1937. In Ausgabe 27 hatte Batman 1939 seinen ersten Auftritt. Anfangs handelte es sich noch um eine Anthologieserie, die sich Batman mit anderen Helden teilte.

Detective Comics bekommt ein neues Logo

Detective Comics #1001 Logo (DC Comics)

Zu Batmans 80. Geburtstag hat DC bei der WonderCon ein neues Logo für Detective Comics angekündigt. Ab der nächsten Ausgabe (#1001) wird es mit den Farben blau und gelb wieder deutlich bunter, es wird eine Batman-Form annehmen und den Schriftzug „Batman“ enthalten. Es erinnert an das alte Batman and the Outsiders-Logo von 1983. Auf dem Cover wird das dann so aussehen:

Das Detective-Comics-Logo hat sich im Laufe von 82 Jahren oft gewandelt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen. Schon zwischen der Erstausgabe und #27 (Batmans erstem Auftritt) gibt es einen Unterschied in der Schrift. Seltsamerweise ist nicht das Genre „Detective“, sondern das Wort „COMICS“ groß und fett gedruckt, später immerhin etwas weniger klotzig. Später rückte das Logo an den linken Coverrand und wurde leicht schräg gestellt, aber so blieb es bis 1964.

Mit dem neuen Stil in Detective Comics #327 (1964) wurde auch das Logo geändert. Es ist noch schlichter, das Wort „Detective“ steht mit Großbuchstaben im Vordergrund – genauso wie in den Geschichten, die sich wieder auf die Ursprünge der Figur zurückbesinnen. Bereits 1968 erinnert die Marke wieder stärker an das, was drinsteckt: Das Logo nimmt erstmals Batman-Form an (wie seine Schwesterserie „Batman“, die 1940 startete) und der Schriftzug „Batman and Robin“, zusammen mit den zwei Hauptfiguren im Bild, macht unmissverständlich klar, worum es geht.

In den 70ern ändert sich das Logo häufiger: Zuerst schmeißt man „Batman“ raus (der aber als Cornerbox-Figur bestehen bleibt), dann kehrt man wieder zum Design von 1939 zurück. Allerdings: Ganz ohne Batman-Kopf und -Schriftzug geht es dann doch nicht. Später heißt es sogar: „Batman’s Detective Comics“. Besonders elegant wird es 1976: Die Schrift ist gerahmt von einem wallenden Cape und Batman ist im Profil zu sehen.

In den 80ern steht wieder Batman im Vordergrund, und zwar so groß, dass im Cape kein Platz mehr für „Detective Comics“ ist – der Serientitel rückt als Dachzeile nach oben. Nach der Crisis (1986) gibt es jedes Jahr ein neues Logo, dann aber besinnt man sich auf die alte Marke zurück. Das Wort „Batman“ braucht es nicht mehr, man sieht ja auf dem Bild, was drinsteckt. Außerdem dürfte mittlerweile jeder diese Serie kennen.

Oder vielleicht doch nicht: In den 90ern musste wieder „Batman“ aufs Logo, und zwar sehr prominent, aber ohne die Fledermausform kam es nicht mehr aus. Mal hauchzart im Hintergrund, mal überdeutlich. Mal hieß es „Batman in Detective Comics“, mal „Detective Comics starring Batman“. Aber die Schrift ließ sich davon nicht mehr bannen, sie ragte über den Rand hinaus. Was auch auf die Geschichten zutrifft, in denen Batman über seine Grenzen hinausgebracht wurde (Knightfall, Contagion, No Man’s Land). 1996 wurden die Logos der beiden Hauptserien aneinander angeglichen, „Detective Comics“ wurde zum Untertitel für Batman.

Im neuen Jahrtausend bekam Batman wieder einen neuen Stil verpasst. Das gelbe Logo auf seiner Brust verschwand und die Cover wurden stilisierter. Das Logo wurde (wie auch bei der Parallelserie) aus simplen Balkenformen zusammengesetzt, für Schnörkel war kein Platz mehr, „Batman“ war nur eine Zusatzinformation, in einem Oval leistete man sich mit einer Maske noch ein Bild-Element. Schon 2003 änderte sich das wieder für eine große Fledermausform und eine frei schwebende Schrift: „Detective“ groß im Mittelpunkt – sie blieb bis 2011.

Mit dem DC-Reboot The New 52 (2011) wurde alles neu. Fledermaus und Schrift bekamen einen „Used Look“, alles wirkte sehr dynamisch. Mit der Übernahme des Kreativteams Francis Manapul und Brian Buccellato wurde die Fledermaus nur noch angedeutet, passend zum Gesamteindruck wurde alles nochmal ein Stück weit cooler (was man von der Qualität der Geschichten aber nicht behaupten kann).

Schließlich kehrte man mit Rebirth (2016) nicht nur zur alten Nummerierung, sondern auch zum alten Logo zurück, das von 2003 bis 2011 üblich war. Nur Schrift, keine Fledermaus, dafür wieder Batman als Dachzeile. Rebirth machte den Reboot gewissermaßen rückgängig, man setzte wieder auf Kontinuität und Tradition. So konnte man im Jubiläumsjahr 2019 Detective Comics #1000 feiern.

2016

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80 Jahre Batman: Detective Comics #1000

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000-Cover von Jim Lee (DC Comics)

Eine von DCs besten strategischen Entscheidungen der vergangenen Jahre war es, die Hauptserien von Batman und Superman zweiwöchentlich erscheinen und Action Comics und Detective Comics zur alten Nummerierung zurückkehren zu lassen. Zum einen, weil man so mehr Comics verkaufen und die Leser bei der Stange halten konnte, zum anderen, weil dadurch die jeweils 80-jährigen Jubiläen mit den 1000er-Ausgaben zusammenfielen.

Allerdings: Während Superman von Anfang an Action Comics war, kam Batman erst in Detective Comics #27 vor. Strenggenommen müssten wir also noch 27 Ausgaben warten, bis Batman seinen 1000. Auftritt in der Serie hat – ein Umstand, der bei früheren Jubiläumsausgaben (627) berücksichtigt wurde. Aber das sind nur Zahlenspielereien, denn Batman hat in 80 Jahren weit mehr als 1000 Hefte gefüllt, zusammen mit allen Ablegern sind es unzählige.

Ein Jubiläumsheft, das versucht, dieser sehr langen und unüberschaubaren Tradition Rechnung zu tragen, ist daher schon ein gewagter Versuch. 96 Seiten umfasst Detective Comics #1000, elf Geschichten und auch ein paar Seiten, die bloß hübsch zum Ansehen sein sollen. Jede dieser elf Geschichten trägt die Last dieser Tradition und will zugleich einen Beitrag dazu leisten.

Scott Snyder & Greg Capullo besinnen sich auf die Anfänge zurück: Batman als Detektiv. In Batman’s Longest Case geht Batman einer Spur aus seinem ersten Fall (aus #27, 1939) nach und folgt ihr über Jahre um die ganze Welt. Am Ende landet er wieder in Gotham und stellt fest, dass alles nur ein Test war, um in eine Geheimgesellschaft der besten Detektive aufgenommen zu werden. Dazu gehören auch Slam Bradley, Hawkman und Martian Manhunter.

Man kann einwenden, dass der World’s Greatest Detective keinen solchen Aufnahmetest braucht und seine Zeit nicht mit Spielchen verschwenden sollte, aber was zählt ist – abgesehen von dem Willen, ein paar Comic-Veteranen in einer Splash Page zu versammeln – die Botschaft, dass jede Antwort immer zu anderen Fragen führt, jedes Rätsel zu neuen Rätseln. Man stehe immer wieder am Anfang. Diese Einsicht lässt am Ende Batman staunen. Und dem Leser wird klar, warum Batman eine unendliche Geschichte sein muss.

Zu einem Ende kommt Batman in Manufacture for Use. Kevin Smith und Jim Lee erzählen, wie Batman als Matches Malone die Waffe erwirbt, mit denen die Waynes erschossen wurden. Alfred fragt ihn hinterher, ob er das wirklich für eine gute Idee halte, dieses schmerzhafteste aller Andenken im Trophäenraum aufzubewahren. Doch Batman hat eine andere Idee, wie er daraus etwas Neues und Nützliches erschaffen kann. Eine ziemlich gute Idee. Sie zeigt, wie auch Autoren aus alten Motiven noch überraschende Geschichten machen können.

The Legend of Knute Brody ist ein Beispiel für so eine Geschichte. Paul Dini beweist mal wieder Einfallsreichtum und Witz, wenn er die Story des schlechtesten Handlangers in Gotham erzählt und dabei eine interessante Auflösung findet. Dafür tut er sich mit seinem Zeichner aus Streets of Gotham, Dustin Nguyen, zusammen.

Drei Storys zeigen pessimistische Sichtweisen auf den Mythos. In The Batman’s Design (Warren Ellis & Becky Cloonan) hält Batman einen Terroristen von seiner Tat ab, indem er sich selbst als schlechtes Beispiel darstellt: „I’m already dead.“ In Return to Crime Alley (Denny O’Neil & Steve Epting), einem Sequel zu „There’s No Hope in Crime Alley“ (Detective Comics #457, 1976), trifft Batman wieder auf Leslie Thompkins. Als eine maskierte Bande versucht, sie zu überfallen, übertreibt er es mit der Prügelei. Am Ende bemitleidet Leslie Batman statt der Verbrecher. In Heretic (Christopher Priest & Neal Adams) wird Bruce Waynes Brieftasche zum Auslöser für einen Brudermord. Klingt seltsam? Ja, es ist auch die schwächste Geschichte in dem Heft. Neal Adams Zeichnungen lassen auch schon seit Jahren die alte Eleganz vermissen.

DC Comics

Dafür ist I Know einer der Höhepunkte. Brian Michael Bendis erzählt von einem alten Pinguin, der auf einen alten Bruce Wayne trifft und ihm sagt, er hätte schon lange gewusst, dass er Batman sei. Alex Maleev inszeniert es nicht nur herrlich atmosphärisch und lebendig, sondern auch mit gelungenen Anspielungen auf den Pinguin im Film Batman Returns (1992).

Einen Altmeister in Hochform sieht man in The Last Crime in Gotham. Kelley Jones scheint mit dem Alter immer besser zu werden, einige Panels, wie etwa eine Nahaufnahme des Jokers, strotzen vor ausdrucksstarker Schaurigkeit. Das bildet das Gegenstück zu der optimistischen Geschichte von Geoff Johns, der Batman von einem verbrecherfreien Gotham und einer echten Bat-Familie träumen lässt.

Familär geht es auch am Ende zu. The Precedent (James Tynion IV & Alvaro Martinez) ist mal wieder eine Meditation auf die Rolle von Robin. Diesmal erscheint der Skeptiker Alfred als derjenige, der in Verbrechensbekämpfung ein Abenteuer statt eine Gefahr sieht. Ein gutgemeinter Versuch, Robin glaubwürdig zu erklären. Die hervorragenden Zeichnungen lassen aber über die logische Schwäche hinwegsehen.

Um Logik schert sich auch Tom King wenig. Batman’s Greatest Case (gezeichnet von Tony Daniel & Joëlle Jones) besteht darin, die Familie für ein Gruppenfoto zusammenzutrommeln. Das legt Bruce Wayne am Jahrestag ihres Todes seinen Eltern ans Grab. Sinn ergibt das nicht. Es ist nur sentimental. Und dazwischen gibt es typisch geschwätzigen Dialog der Robins und Bat-Frauen, der allerdings sehr witzig ist.

Batman mit Familie und Schurken von Jason Fabok (DC Comics)

Zum Schluss wird dann noch ein Familienfoto mit Schurken von Jason Fabok hinterhergeschoben und dann auch noch zwei Pin-ups von Mikel Janin und Amanda Conner, die wirken wie verworfene Variant Cover.

Ganz zum Schluss wird es relevant: Medieval (Peter J. Tomasi & Doug Mahnke) zeigt den ersten Auftritt des Arkham Knight, einer neuen Konkurrenz für Batman, die in Detective Comics #1001ff. eine Rolle spielen wird. Erzählt wird keine Story, sondern was wir sehen, ist eine Abfolge von Splash Pages, die Batmans Kämpfe gegen seine einige (klassische) Schurken zeigen, dazu liest man den inneren Monolog des Arkham Knight, der Batman für ein Auslaufmodell hält.

Das Jubiläumsheft beweist, dass er es natürlich nicht ist. Von solchen einfallsreichen und hervorragend gezeichneten Ausgaben kann es ruhig noch weitere 1000 geben.

>> Detective Comics: 80 Years of Batman

>> Batman 2011-2019

Batman als Flaschengeist

DC Comics

Titel: The Bizarre Batman Genie

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #322)


Im Gotham Museum wird eine relativ wertlose Öl-Lampe gestohlen und schon wird Batman herbeigerufen. Was ist mit der Polizei? Der ist das Ganze wohl zu banal. Aber nein: Die Lampe gehörte dem Magier Larko, der mit einem Zauberpulver Menschen in der Lampe gefangennehmen konnte, sodass sie ihm als Dschinn drei Wünsche erfüllten.

Als der Dieb Aristo mit dem Pulver abhaut, wirft er es nach Batman und der löst sich in Luft auf. Kurz darauf beschwört ihn Aristo aus der Lampe herauf. Batman ist ein übergroßer Dschinn mit Turban geworden – und zum Komplizen. Erster Wunsch: Die Münzanstalt von Gotham auszurauben. Robin und Batgirl versuchen, das zu verhindern, indem Robin Batman den Turban klaut und ihn ablenkt, während Batgirl das Geld gegen Minzblätter austauschen lässt.

Zweiter Wunsch: Batman hält die Polizei auf, während die Gauner die Diamantenbörse ausräumen. Auf der Flucht versucht Robin, sich die Lampe zu schnappen, fällt aber damit in einen Fluss und nur die Lampe taucht auf. Doch da erscheint Batman, der wieder ganz der alte ist. Warum? Weil Robin den dritten Wunsch verbraucht hat, indem er Batman bat, ihn aus dem Fluss zu retten.

Man kann sich natürlich fragen, warum sich die Gauner nicht einfach alles Geld der Welt gewünscht haben, ohne den ganzen Ärger. Aber dann gäbe es die Geschichte nicht. Vielleicht wäre es besser so gewesen. Denn Batman als Flaschengeist war vielleicht nicht die beste Idee. Man merkt, dass die Autoren gegen Ende dieser Phase immer verzweifelter waren, Batman zu etwas zu machen, was er einfach nicht war. Mit dem Dunklen Rächer hatte er nichts mehr zu tun.

>> Batman in den 60ern

Detective Comics: 80 Years of Batman

DC Comics

Da ist er nun, der große Jubiläumsband: Detective Comics: 80 Years of Batman. Doch wenn man das edle Buch aufschlägt, folgt gleich die Enttäuschung: DC Comics hat sich mal wieder nicht getraut. Eigentlich sollte eine Story aus der ersten Ausgabe erscheinen. Dafür hätte sich der erste Auftritt von Slam Bradley angeboten: „The Streets of Chinatown“. Aber offenbar war das dem Verlag zu heikel, wie darin Chinesen dargestellt werden. Statt selbstkritisches Geschichtsbewusstsein zu beweisen, zensiert sich DC mal wieder selbst und liefert stattdesen nur eine harmlose, willkürlich ausgewälte spätere Slam-Bradley-Story (die aus #27).

Es passt zum Trend: DC hat zuletzt nicht nur die erste Ausgabe von Batman: Damned nachträglich zensiert, in der Batmans Penis zu sehen war, auch hat man sich nicht getraut, den Jesus-Comic Second Coming zu drucken, der bereits angekündigt war. Man beugte sich lieber den christlichen Protesten. So steht es also um die Kunstfreiheit in den USA. Freiheit ja, aber nicht um jeden Preis. Für diesen Band bedeutet das eine verpasste Chance zu zeigen, wie die Serie begann.

Der Jubiläumsband bietet ansonsten viele historische Ausgaben mit ersten Auftritten, vor allem von Batman, Robin, Batwoman, Batgirl, Bat-Mite und einiger Schurken. Dazu zählen auch kleine Perlen wie „There is No Hope in Crime Alley!“ (#457, 1976), „To Kill a Legend“ (#500, 1981) und „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986): Batman trifft auf Leslie Thompkins, versucht den Mord an seinen Eltern zu verhindern und hat in einer Nacht einfach nur Pech. Diese Storys waren lange vergriffen oder nur digital verfügbar.

Ansonsten wirkt der Band wie eine halbe Sache – buchstäblich. Zum einen, weil die Premieren des ersten Clayface sowie des Pinguin fehlen (obwohl er zuerst – abgesehen von Zeitungs-Strips – in Detective Comics vorkam). Zum anderen weil zu den ersten Auftritten von Two-Face, Riddler und Man-Bat die jeweiligen Fortsetzungen nicht enthalten sind, die die Storys jeweils abschließen. Es wirkt, als würde DC hier nur eine Art Chronistenpflicht erfüllen, aber an Leser, die an Geschichten interessiert sind, richtet sie sich nicht – außer natürlich sie kaufen sich die Bände, in denen man den Rest nachlesen kann. Hier kann man bloß erste Eindrücke gewinnen. Das ist schon bei den Batman Arkham-Anthologien negativ aufgefallen.

Aus den Jubiläumsausgaben #500 und von Detective Comics #27 (2013) sind nur Teile abgedruckt, während man interessante Hefte wie #387, #572 und #627 außer acht gelassen hat.

Das kann nicht nur Platzgründe haben, denn dafür ist anderes Füllmaterial enthalten: Die Deadshot-Story wirkt herausgerissen aus dem Kontext der größeren Storyline Strange Apparitions. (Außerdem war sie schon in Batman: A Celebration of 75 Years enthalten.) Der nervige Bat-Mite bekommt gleich zwei Geschichten, wobei die zweite bloß einen kurzen Besuch des Kobolds in der DC-Redaktion zeigt – und das klingt witziger als es ist. Detective Comics #742 ist völlig entbehrlich, bis auf einen (fragwürdigen) neuen Look hat sie nicht viel zu bieten. Hier wollte man wohl einfach nur eine beliebige Geschichte aus neuerer Zeit abbilden, nachdem man schon die 90er völlig außer acht gelassen hat.

Trotz der vielen Worte, die in Einführungen und Essays verloren werden, fehlt eine Erklärung für die Auswahl dieser Comics. Vor allem für die Geschichten anderer Helden, die in Detective Comics auftauchten, hätte man sich kurze Begleittexte gewünscht, die die Hintergründe dieser Charaktere erläutern.

Das Buch beginnt mit dem Crimson Avenger, eine Art Shadow-Verschnitt, ein maskierter Rächer mit Hut und Pistolen. In gewisser Weise stellt er auch einen Vorläufer von Batman dar. Kurios wirkt Air Wave, ein Superheld, der Funkwellen aller Art aus metallishen Gegentänden empfangen und übertragen kann, und der mit Rollschuhen auf Hochleitungen fährt. Die Boy Commandos von Joe Simon und Jack Kirby (Captain America) sind eine Gruppe von Kindern, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpfen – ein sehr zweifelhaftes Konzept.

Dann gibt es noch den ersten Auftritt des Abenteurers Roy Raymond, der in Südamerika ein Tal entdeckt, indem man schnell alt wird. Interessant sind hier die detaillierten Zeichnungen, die im Vergleich zeigen, wie cartoonhaft Batman damals noch gezeichnet war – und noch bis in die 60er blieb. Das lag an Bob Kanes Stil, der von anderen Zeichnern kopiert wurde. Der Origin von Pow Wow Smith, einem Indianer-Detektiv, ist ziemlich lahm, und nicht viel interessanter liest sich der Origin des Martian Manhunter, denn die wenigen Seiten bieten nicht mehr als einen Auftakt für spätere Storys. Einer wie der Elongated Man wäre spannender gewesen – auch wenn er nicht seinen ersten Auftritt in der Serie hatte, hatte er doch lange die Zweitstory.

Der Manhunter von Archie Goodwin ist gleich zweimal vertreten: Mit einer Einzelstory, die ihn einführt, und einem Team-up mit Batman. Im Grunde sind die beiden zwei Gleichgesinnte, außer dass Manhunter tötet und ein uncooles Kostüm trägt. Über den neuen Helden erfährt man sonst nicht viel, dafür ist die Handlung actionreich und interessant gelayoutet.

Als Extra enthält der Band einige Skizzen (Breakdowns) von Lew Sayre Schwartz für Detective Comics #200, sowie fünf Seiten aus einem Storyfragment, das 2012 begonnen, aber nie beendet wurde. Das ist nur ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass 80 Years of Action Comics die Sensation einer bis dato unveröffentlichten Superman-Story enthielt.

Es stellt sich die Frage, an wen sich dieser Band richtet. Alte Fans dürften das Meiste hiervon kennen und besitzen, neue Fans könnten neugierig gemacht werden. Manch anderen Helden sind vielleicht aus historischen Gründen interessant, aber auch zurecht vergessen worden. Es hätte die meisten nicht gebraucht. Aber da DC seine angekündigte Neuauflage der Detective Comics Before Batman wieder gecancelt hat, wollte man wenigstens hier etwas mehr als Batman zeigen. Außerdem hatte man das auch schon 2018 mit Action Comics so gemacht.

Empfehlenswert ist der Band für alle, die sich einen Überblick über die ersten Auftritte verschaffen wollen, auch wenn Joker, Catwoman und Pinguin fehlen. Fortgeschrittene können sich an den weniger bekannten Geschichten erfreuen. Ob es den Preis rechtfertigt, sei dahingestellt. Es bleibt der Gesamteindruck, dass man hier inkosequent war und man mehr aus diesem Buch hätte machen können.

Die gesamte Übersicht über die vollständigen Storys:

  1. The Crimson Avenger: „Block Buster“ (#20)
  2. Batman: The Case of the Chemical Syndicate (#27, 1939)
  3. Slam Bradley: „The Murderer on Vacation“ (#27, 1939)
  4. Batman and „Robin the Boy Wonder“ (#38, 1940)
  5. Air Wave: „Case of the Missing Evidence“ (#60)
  6. Boy Commandos: „The Commandos Are Coming“ (#64)
  7. Batman: „The Crimes of Two-Face“ (#66)
  8. Batman: „The Riddler“ (#140)
  9. Pow-Wow Smith: „The Origin of Pow-Wow Smith“ (#151)
  10. Roy Raymond: „The Land of Lost Years“ (#153, 1949)
  11. Martian Manhunter: „The Strange Experiment of Dr. Erdel“ (#225, 1955)
  12. Batman: „The Batwoman“ (#233, 1956)
  13. Batman: „… Meets Bat-Mite“ (#267, 1959)
  14. Batman: The Challenge of Clay-Face (#298, 1961)
  15. Batman: „The Mystery of the Menacing Mask!“ (#327, 1964)
  16. Batman: „The Million Dollar Debut of Batgirl!“ (#359, 1967)
  17. Batman: „Challenge of the Man-Bat!“ (#400, 1970)
  18. Manhunter: „The Himalayan Incident“ (#437, 1973)
  19. Batman & Manhunter: Gotterdammerung (#443, 1974)
  20. Batman: „There is No Hope in Crime Alley“ (#457, 1976)
  21. Batman: „The Deadshot Ricochet“ (#474, 1977)
  22. Bat-Mite: „Bat-Mite’s New York Adventure“ (#482, 1979)
  23. Batman: „To Kill a Legend“ (#500, 1981)
  24. Batman: „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986)
  25. Batman: „The Honored Dead“ (#742, 2000)
  26. Detective Comics #27 (The New 52, 2014)

>> Mehr Batman-Anthologien

Batman als Alien

Titel: The Alien Batman/The Eight Wonder of Space

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958/1961 (Detective Comics #251/Batman #140)


In Gotham wird eine nicht genehmigte Landung registriert. Commissioner Gordon und Vicki Vale fahren hin und was sie sehen, können sie nicht glauben: Zwei Aliens fliegen mit einem Ufo weg – und eines der Aliens trägt ein Batman-Kostüm! Jetzt könnte man sagen: Eines der Aliens ist ein Batman-Fan, fliegt zu einem Maskenball oder die ganze Sache ist ein Schwindel. Stattdessen schöpfen Gordon und Vale einen bösen Verdacht: Könnte Batman ein feindseliges Alien sein?

Gordon stellt das Dynamische Duo zur Rede. Batman streitet alles ab. Seine Maske ablegen kann er nicht, sonst würde er seine Identität preisgeben, aber eine Untersuchung beim Arzt ergibt, dass sein Blut tatsächlich nicht von dieser Welt stammt.

Daraufhin beginnen die Spekulationen. Seine einstigen Freunde sehen seine frühreren Heldentaten in einem anderen Licht: Wie konnte Batman einen Arbeiter vor Hochspannung retten? Hat er vielleicht übermenschliche Kräfte? Kann er Gedanken lesen? Hat er sogar telekinetische Kräfte? Ist er unverwundbar? Und waren seine hanebüchenen Erklärungen für all das vielleicht doch nur Lügen? Auch die Menschen von Gotham sind verunsichert. Die besorgten Bürger befürchten finstere Machenschaften.

Während Polizei, Presse und Pöbel mit wilden Spekulationen beschäftigt sind, versuchen Batman und Robin mit guter alter Detektivarbeit den Fall zu lösen. Und tatsächlich ist die ganze Sache nur ein Trick gewesen, um Batmans Ruf zu schaden. Batman revanchiert sich, indem er vor den Gaunern so tut, als wäre er tatsächlich ein Alien mit spitzen Ohren und Fühlern.

Batman als Fake-Alien

Die Episode hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Erstens weil sie zeigt, wie schnell das Vetrauen in Batman verloren gehen kann, zweitens, wie paranoid und fremdenfeindlich die Menschen sein können. Darin wirkt noch die McCarthy-Ära der 50er nach. Denn man kann sich fragen: Selbst wenn Batman ein Alien wäre – was wäre daran so schlimm? Superman ist auch eins, aber daran stört sich niemand. Wahrscheinlich, weil Superman wie ein Mensch aussieht …

Drei Jahre später werden Batman und Robin tatsächlich in Aliens verwandelt. Während sie mit ihrem Batplane durch die Gegend düsen, bringt sie ein außerirdischer Energiestrahl auf einen anderen Planeten, wo sie sich (wegen der Atmosphäre) in grüne Männchen mit langen grünen Gesichtern und Fühlern verwandeln.

Gordon glaubt den beiden mal wieder nicht: „You’re lying!“ Er und Batwoman halten die Aliens für Betrüger. Batman kann die beiden überzeugen, indem er etwas über sie sagt, was nur er wissen kann. Aber ihre Verwandlung hat auch etwas Gutes: Als Aliens können Batman und Robin mit ihren telekinetischen Kräften die Yellow Sweater Gang aufhalten.

Batman als Alien

Nur was machen sie als Bruce Wayne und Dick Grayson? Bruce ist mit Kathy verabredet … Da hat Bruce eine Idee: Sie gehen zu einem Maskenball und er tut so, als würde er sich als Alien-Batman verkleiden. Doch Kathy findet das gar nicht witzig und knallt ihm die Tür vor der Nase zu. (Natürlich kommt sie nicht auf den naheliegenden Schluss.) Bruce‘ Plan geht auf.

Auch als Alien-Crimefighters haben die beiden weniger Glück: Da sie ihre Kräfte noch nicht im Griff haben, lassen sie die Gangster entwischen, als sie sie aufspüren, lassen sie sich gefangennehmen. Und als dann auch noch ihr Alien-Erscheinung von selbst schwindet, drohen sie aufzufliegen. Aber natürlich geht in letzter Minute alles wieder gut.

Aber das ist noch längst nicht die letzte verrückte Verwandlung, die Batman in den 60ern erleben darf. Es kommt noch viel dicker …

>> Batman in den 50ern
>> Batman in den 60ern

Batman und Robin als Mumien

DC Comics

Titel: The Mummy Crime-Fighters

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #320)


Bruce Wayne und Dick Grayson fahren durch die Gegend, als sie zufällig sehen, wie eine außerirdische Raumkapsel neben ihnen abstürzt. An Bord entdecken sie neben einem kaputten Roboter-Piloten eine seltsame grüne Scheibe, die vor ihren Augen explodiert. Danach sind ihre Haut und ihre Haare grün gefärbt. Der Doktor sagt zwar: Es besteht keine Gefahr. Doch als Batman und Robin können sie sich so nicht blicken lassen, weil sie sonst auffliegen könnten.

Sie versuchen es mit Make-up. Doch das hält nicht. Bruce schlägt Masken vor, die das Gesicht verdecken. Aber da Dick als Robin mit nackten Armen und Beinen rumläuft, würde auch das nichts bringen. Die einfachste Lösung wäre hier natürlich ein neuer Style: lange Ärmel und anständige Hosen. Allerdings ist die einfachste Lösung selten die spaßigste. Deshalb denken sich die beiden was Kreativeres aus.

Als Batman und Robin tun sie so, als wären sie gefährlich verstrahlt und leuchten sich gelb an, dann wickeln sie sich in Verbände und bekämpfen im Mumien-Look das Verbrechen. So soll es aussehen, als würden sie andere vor der Strahlung schützen. Bei einer Mission kann Robin die Täuschung sogar als Bluff gegen die Gangster verwenden.

Alles gut also? Nihct ganz: Super-Reporterin Vicky Vale ist skeptisch und glaubt, einen Beweis für ihre langgehegte Vermutung zu haben, dass Batman und Robin Bruce und Dick sind. Die täuschen sie dann mit ihren grünen Gesichtern, faulen Ausreden und Make-up. Vicky fällt drauf rein – und das Problem mit der Farbe löst sich von selbst.

>> Batman in den 60ern

Batman wird Negativ

DC Comics

Titel: The Negative Batman

Zeichner: Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #284)


Batman hatte in den 50ern die kuriosesten Kostüme. Nach dem bunten Rainbow-Batman war Anfang der 60er aber Schwarz-weiß angesagt. Zuerst als Zebra. Und dann als Negativ. Das kam so: Im Gotham verschwinden plötzlich Banken und tauchen wieder aus dem Nichts auf – allerdings ohne Geld. Dahinter steckt die Gang des ehemaligen Wissenschaftlers Hal Durgin, der ein besonderes Gerät gebaut hat: eine Kamera, die das Funktionsprinzip von Kameras wörtlich nimmt. Mit ihr kann man Dinge verkleinern und im Gehäuse festhalten.

Batman und Robin finden die Gauner schnell und hier könnte die Story vorbei sein, wenn Durgin nicht Batman mit der Kamera erwischen würde. Unser Held wird zwar nicht verkleinert eingesperrt, aber in ein wandelndes Negativ in Schwarz-weiß verwandelt. Aber der neue Look ist nicht das Problem: Batman fühlt sich auch nich schwach – und er reagiert (wie ein echtes Negativ) empfindlich auf Licht. Batman wird also notgedrungen zu einem Helden der Nacht, der im Schatten agieren muss.

Was heute normal für Batman ist, war aber im bunten Silver Age undenkbar. Ein Negativ-Batman ist damals wörtlich zu nehmen. Die Wissenschaft weiß leider keinen Rat. Wenn das so bleibt, wird Batman sterben. Es sieht düster für ihn aus. Dann lässt er sich auch noch vom Schurken gefangen nehmen. Doch dann stellt sich raus: Alles nur ein Trick. Batman hat seinen Roboter in ein Schwarz-weißes Kostüm gesteckt und wurde hinter den Kulissen durch den Kamera-Einsatz geheilt.

Am Ende kann sich Batman wieder normal ablichten lassen – sogar im Blitzlichtgewitter. Hurra, die Farbe ist wieder da!

Zwei Jahre später (World’s Finest #126) gab es dann auch einen Negative Superman …

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Batman mit Zebrastreifen

DC Comics

Titel: The Zebra Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #275)


Ein neuer Schurke treibt in Gotham sein Unwesen: der Zebra-Man, ein schwarz-weiß gestreifter Mann, der mit elektromagnetischen Kräften schwere Gegenstände anziehen, kontrollieren und von sich stoßen kann. Reguliert wird das Ganze mit einem Gürtel.

Der Zebra-Man stiehlt Kunstwerke, hebt einen versunkenen Frachter vom Meeresgrund, aber für Batman und Robin ist er nicht zu fassen. Doch dank guter alter Detektivarbeit (die gute alte Schlammprobe im Labor!) spüren sie den Tunichtgut in seinem Geheimversteck auf. Und dort wird Batman zufällig ebenfalls mit der Strahlung aufgeladen – inklusive Zebrastreifen. Batman wirkt auf alles und jeden fortan abstoßend, sodass der Zebra-Man wieder entkommt.

Weil Batman aber keinen Gürtel hat, mit dem sich seine neuen Kräfte beherrschen ließen, malt er sich eine düstere Zukunft aus: Er wird nie wieder essen können! Er wird Chaos verusachen! Und wenn er als Bruce Wayne auftritt, werden alle wissen, dass er Batman ist! Dass er sich nie wieder einer Frau wird nähern können (oder andersrum) scheint ihm seltsamerweise keine Sorgen zu bereiten … Ein Held hat eben klare Prioritäten.

So zieht ein verzweifelter Zebra-Batman durch die Gegend und stellt sich auf sein Dasein als Außenseiter ein, da bringt ihn ein Magnet auf einem Schrottplatz auf eine Idee. Mittels eines Tricks kann er den Schurken besiegen und sich mit dessen Gürtel wieder „neutralisieren“.

Der Zebra-Batman gehört zu den schrägsten Kostümen, die Batman im Silver Age tragen durfte. Mittlerweile gibt es ihn auch als Funko-Pop-Figur …

>> Batman in den 60ern

Regenbogen schützt vor Outing

DC Comics

Titel: The Rainbow Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #241), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„They’ll find no pot of gold at the end of this rainbow … only prison!“ (Batman)

Batman war im Silver Age keine düstere Figur, keine Gestalt der Nacht. Im Silver Age ging es eskapistisch und bunt zu. Diese Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür: Batman wird zu einem Paradiesvogel. Manche mögen ihn sogar als Schwulen-Ikone deuten.

Als Dick Grayson ein Mädchen vor einem Fluchtwagen rettet, verletzt er sich den Arm. Im Wagen saßen Diebe, die eine wertvolle Fernsehkamera gestohlen haben. Batman stürzt sich in den Fall – mit vollem Einsatz. Weil er nicht weiß, wo sie als nächstes zuschlagen werden, besucht er mit Robin Veranstaltungen, die im Fernsehen übertragen werden. Doch Batman trägt einmal ein rotes Kostüm, dann ein blaues, ein gelbes, ein grünes, dann sogar ein weißes mit einer Zielscheibe auf der Brust und am Ende läuft er rum wie ein Regenbogen.

Was soll das Theater? Ihm sei sein altes Kostüm langweilig geworden, sagt er. Naja, seien wir ehrlich: Da er meist nur bei Tag herumläuft, ist die Farbe seines Fledermauskostüms auch egal. Batman trägt längst kein Schwarz mehr, sondern ein freundliches Blau. Aber der wahre Grund ist dieser: Batman wollte bloß die Aufmerksamkeit auf sich lenken, damit niemand bemerkt, dass Robin einen verletzten Arm hat und damit als Dick Grayson auffliegt. (Robin zu Hause zu lassen war keine Option, weil er ihn als Zeugen brauchte.) Fredric Wertham, der Batman und Robin als Schwulen-WG deutete, würde vielleicht sagen: Der Regenbogen-Batman will nicht, dass sich sein Gefährte in der Öffentlichkeit outet. Aber das ist vielleicht etwas überinterpretiert …

Die Geschichte wurde adaptiert in Batman: The Brave and The Bold (S02E19 „Emperor Joker“, 2010). Da kämpfen Batman und Robin gegen Firefly, der verschiedenfarbige Strahlen abfeuert – Batmans Kostüm soll ihn davor schützen. Außerdem kommt darin die Rainbow Creature aus Batman #134 (1960) vor, die die Helden in zweidimensionale Wesen verwandelt.

>> Batman in den 50ern

Batmen aller Länder, vereinigt euch!

Titel: The Batman of England/The Batmen of All Nations/The Club of Heroes

Autor/Zeichner: Bill Finger, Edmond Hamilton/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950, 1955, 1957 (Batman #62, Detective Comics #215, World’s Finest #89)


Batman macht Schule. Bereits 1950 lernen die Leser, dass es auch in England einen Batman gibt – oder zumindest zwei andere kostümierte Helden, der sich Batman und Robin zum Vorbild genommen haben. The Knight & the Squire kleiden sich wie Ritter aus dem Mittelalter: In Rüstung und mit Umhängen, fahren sie auf Motorrädern, die aussehen wie Pferde, und dabei tragen sie Lanzen. Offenbar entsprach das dem Bild von Europa, das man damals in den USA hatte …

Dahinter stecken Lord Wordenshire und sein Sohn Cyril, die zusammen in einer alten Burg in der Nähe eines Dorfes wohnen. In London hätten die beiden zwar mehr zu tun, aber aufregend genug wird es trotzdem noch.  Zwei Pub-Räuber überwältigen sie, indem sie den Tank im Fluchtauto durchstechen.

Als dann Batman und Robin einer Gang folgen, die einen alten Nazi-Schatz in England ausbuddeln will, treffen sie zufällig auf Knight & Squire, aber die beiden stellen sich mit ihren Lanzen so unbeholfen an, dass sie die Gauner entkommen lassen. Die beiden müssen noch viel lernen, sagt Batman, also teilt man sich zur Nachhilfestunde in Zweiergruppen auf: Batman und Squire ziehen nach Stonehenge, Robin und Knight folgen der Spur in ein historisches Museum. Aber auch später verpatzen die beiden Stümper ihre Einsätze. Zwar machen die Engländer beim Finale auf der Burg alles wieder gut, aber dann muss ihnen das Dynamische Duo mit einer Maskerade dabei helfen, ihre Geheimidentitäten nicht preiszugeben.

Am Ende versichert der Earl, es gebe nur einen wahren Batman und Robin. Fünf Jahre später tauchen vier andere Nachahmer auf: der Musketeer aus Frankreich, der Legionary aus Italien, der Gaucho in Argentinien und der Ranger aus Australien. Batman lädt sie alle nach Gotham ein, um ihnen Nachhilfe zu geben. Dabei sehen wir auch Knight & Squire wieder, die sich mittlerweile praktischere Kostüme zugelegt haben, verschwunden sind die klobigen Rüstungen, die Gesichter liegen frei, leider aber hantieren sie immer noch mit Lanzen und fahren auf motorisierten Pferden, während Gaucho und Ranger tatsächlich reiten.

Wie dem auch sei: Während alle neue Tricks vom Original lernen, nutzt die Bande um den Gangster Cardine die Chance, um Verbrechen zu begehen. Diesmal ist es Batman, der sich nicht sehr geschickt anstellt. Während des Einsatzes stirbt er sogar bei einer Explosion. Als aber die restlichen „Batmen“ Cardine hinterherjagen, erweist sich der Legionary als Schurke – und Batman springt im rechten Augenblick quicklebendig hervor, um den Fall aufzuklären. Und wieder herrscht die Einsicht: Es gibt nur einen echten Batman.

In World’s Finest treffen die Batmen aller Länder wieder auf ihr Vorbild – und auf Superman. John Mayhew lässt sie alle nach Metropolis rufen. Der reiche Philanthrop hat den Helden zu Ehren für viel Geld einen Club of Heroes errichtet, samt aufwendiger Innendekoration. Jetzt muss nur noch ein Vorsitzender gewählt werden – der, der die größte Heldentat vollbringt. Aber keiner hat so richtig Lust auf den Job: Superman schlägt Batman vor, Batman schlägt Superman vor, die anderen sind für einen der beiden (und sie spielen hier auch kaum eine Rolle).

Doch Superman kommt nicht zum Zuge. Er bekommt unerklärte Schwächeanfälle, die ihn ohnmächtig werden lassen. Dann taucht ein neuer Held namens Lightning-Man auf, um das Schlimmste zu verhindern. Am Ende stellt sich heraus: Ein Brocken Kryptonit in der Erdumlaufbahn hat Superman ausgeknockt und ihn in Momenten geistiger Umnachtung die Identität von Lightning Man annehmen lassen. In ebendiesem Zustand war Superman in der Lage, sich aus einer Gardine ein neues Kostüm zu schneidern – und so wird Superman dank seiner Taten zum Vorsitzenden des Clubs.

Was dieser Club eigentlich soll, um den niemand gebeten hat, und wer dieser Mayhew ist und was er will, danach fragt niemand. Außer Grant Morrison. 50 Jahre später hat sich der Autor von diesen Geschichten zu seinen Storylines The Black Glove und Batman Incorporated inspirieren lassen. Die neuen Versionen von Knight and Squire bekamen 2010 ihre eigene sechsteilige Mini-Serie.

DC Comics

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