Batman (Comic-Serie)

Pinguin fliegt zum Südpol

Titel: Pieces of Penguin/C-C-Cold!

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #374, Detective Comics #541), Paperback 2018 (Batman: Arkham – Penguin, nur Teil 1!)


Der Pinguin schlägt wieder zu: Mit einem explodierenden Roboter-Pinguin lässt er die Schaufenster eines Juweliers zerspringen und bedient sich selbst. Doch er hat noch größeres vor. Dann sucht er Vicky Vale auf. Die Reporterin soll Fotos von ihm machen, die ihn in einem besseren Licht darstellen, als es seinem öffentlichen Image entspricht.

Wieder bricht sein übergroßes Ego durch: Auch wenn bisher Batman immer gewonnen hat, hält sich der Pinguin für einen besseren Verbrecher als den Joker und andere, denn immerhin seien ihm vor seinen Festnahmen stets zwei bis drei brillante Raubzüge gelungen. Doch Vicky weigert sich – nicht ohne heimlich ein Foto von ihm zu schießen, aller Gefahr zum Trotz.

Der Piguin lässt noch einmal Juwelen rauben, ohne dass ihm Batman und Robin etwas anhängen können. Dann entführt er einen Reporter, um Regierungsgeheimnisse aus ihm herauszubekommen. Mit denen fliegt er dann in die Antarktis, um sie an die Russen zu verhökern. Warum die weite Reise? Klar, weil es die Heimat der Pinguine ist. Batman fliegt hinterher. Kaum ist er da, schießt der Pinguin dessen Flugzeug mit einer Rakete ab.

Im Eis zeigt sich, wie schlecht Batman ausgestattet ist: Trotz dreifacher Thermokleidung friert er, während dem Pinguin im Frack kein bisschen kalt ist, sogar ein Sturz in eiskaltes Wasser (das kurioserweise nicht gefroren ist) macht ihm nichts aus, während Batman beinahe draufgeht. Der Pinguin scheint so etwas wie Superkräfte zu haben, ohne jegliche Erklärung. Als würde allein sein Name und seine Vorliebe für Vögel ausreichen, um ihn gegen Kälte immun zu machen. Vielleicht wärmt ihn auch nur sein großes Selbstvertraue, wer weiß.

Das Finale endet banal: Der Pinguin hat keine Regierungsgeheimnisse verraten, er ist nämlich trotz allem Patriot, sondern hat die Russen reingelegt. Die wahren Aufnahmen wollte er dem Pentagon verkaufen. (Wie sich das mit Patriotismus verträgt, erklärt er nicht.) Die beiden werden wieder in den Permafrost zurückgeschickt, dann erbarmen sich die Russen ihrer doch und rufen für sie Hilfe. Batman revanchiert sich beim Pinguin trotz Schwäche mit einer Faust ins Gesicht.

(Eine Schlussbemerkung: Leser der Anthologie Batman Arkham: Penguin (2018) bekommen unerklärlicherweise nur die erste Hälfte der Geschichte geboten. Das ist einfach nur dreist. Vielleicht haben sich die DC-Redakteure zu sehr vom Pinguin inspirieren lassen.)

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Pinguins spektakuläre Rückkehr – in den Knast

Batman #155

DC Comics

Titel: The Return of the Penguin

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #155)


Sieben Jahre war der Pinguin von der Bildfläche verschwunden – wie Catwoman und Two-Face endete seine Karriere mit dem Golden Age. Als er wieder auftaucht, erfährt man, dass er sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Aber als er hörte, dass er in der Unterwelt nur als Eintagsfliege bekannt ist, beschloss er, seinen Ruf wiederherzustellen und zu beweisen, dass Batman der Versager ist.

Zunächst lockt er Batman und Robin mit einem chinesischen Bat-Signal nach Chinatown, wo er eine Drachenstatue Feuer speien lässt, dann jagt er ein paar Adler auf sie und entkommt auf einem Strauß. Doch das ist nur das Vorspiel; danach fährt er schwerere Geschütze auf: Ein Pinguin-Luftschiff und mechanische Riesenvögel. Der Pinguin trickst Batman aus, indem er ein Ballon-Double von sich schweben lässt. Bruce Wayne und andere Freunde von in Gotham bekommen Pinguine geschickt und am Ende springt der Pinguin aus einem riesigen Kuchen, begleitet von einem Schwarm Krähen.

Der Pinguin versucht, wertvolle Vogelbilder zu stehlen, aber am Ende trickst ihn Robin mit einem Batman-Cape an einem Kleiderhaken aus, jagt ihm Angst ein, treibt ihn in die Enge. Pinguins Rückkehr endet leider sehr schnell wieder im Knast …

>> Liste der Pinguin-Comics

Batmans Hochzeits-Spoiler

DC Comics

Titel: The Wedding

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Tony S. Daniel u.a.

Erschienen: 2018 (Batman #45-50, DC Nation #0), Paperback 2018 (Batman Vol. 7)


„I have to save Batman.“ (Joker)

ACHTUNG: SPOILER!

Ein Jahr lang, über 25 Ausgaben hinweg hat Tom King seine Leser hingehalten. Nach Batmans Heiratsantrag an Catwoman verging viel Zeit bis zur Hochzeit. Tom King schob zunächst den Krieg zwischen Joker und Riddler ein, dann folgten zwei Bände Geplänkel, bei denen Batman die Frauen seiner Vergangenheit Revue passieren ließ, es zum Doppeldate mit Lois und Clark kam (inklusive Ausflug zum Rummelplatz) und Catwoman ein Brautkleid stahl. Ach ja, und dann gab es noch Batmans Junggesellenabschied. Alles war darauf angelegt, die große Hochzeit in der Jubiläumsausgabe Batman #50 stattfinden zu lassen (die, nebenbei bemerkt, kein großer Grund zum Feiern ist, weil die Serie erst 2016 neu gestartet wurde, aber egal).

Jetzt aber, endlich: Der große Moment, der Superman bereits 1996 vergönnt war, soll jetzt endlich stattfinden. Natürlich kommt was dazwischen. Nämlich der Joker. Der ist beleidigt, dass er nicht eingeladen ist, er will Trauzeuge werden. Aber vorher kommt noch etwas ganz Unerwartetes: Booster Gold. Der hat sich nämlich ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk ausgedacht. Er ist in die Zeit zurückgereist und hat den Mord an Bruce Waynes Eltern verhindert, damit Batman zumindest für einen Augenblick sehen kann, wie sein Leben sonst verlaufen wäre, im besten Fall glücklicher.

Doch es endet in einer Katastrophe. Zwar ist Bruce Wayne glücklich mit seinen Eltern, aber Oswald Cobblepot (dem Pinguin) ist Präsident der USA und Ra’s al Ghul herrscht über Eurasien. In Gotham treibt ein schießwütiger und mörderischer Dick Grayson als Batman sein Unwesen, während Jason Todd Radkappen verkauft, die mögliche Diebe mit Elektroschocks töten.

Tom King bedient sich bei der alten Superman-Story For the Man Who Has Everything und lässt die Inspirationsquelle auch von Booster Gold nennen. Abgesehen davon, dass diese Idee bereits vor kurzem in der Serie Trinity verwurstet wurde und dass das Konzept auch an die Batman-TAS-Folge Perchance to Dream erinnert, gelingt ihm hier eine interessante Elseworlds-Version, die in Batmans Welt zwar moralisch höchst fragwürdig und absurd erscheint. Aber ihr Verdienst ist es, dass sie über ihre Vorlagen hinausgeht, indem sie die steile These aufstellt: Ein glücklicher Bruce Wayne ist nur zum Preis einer unglücklichen Welt zu haben. Oder andersrum gesagt: Batman muss unglücklich sein, damit die Welt ein besserer Ort ist.

Diese Erkenntnis wird in der zweiten Story des Wedding-Hefts noch einmal aus der Sicht des Joker deutlich: Um an Batman ranzukommen, metzelt der Joker eine beliebige Hochzeitsgesellschaft in einer Kirche nieder. Batman interveniert, wird niedergestreckt, Catwoman greift ein, aber am Ende liegen sie und der Joker schwer verwundet nebeneinander. (Übrigens ohne dass jemals die Polizei oder sonstwer vorbeikommt.) Und dann gesteht der Joker Catwoman, dass es einen verheirateten, also glücklichen Batman nicht geben darf. Er will Batman vor ihr retten, damit dieser ihm erhalten bleibt. Das gibt ihr zu denken.

Das Problem daran: Sie reden. Und reden. Und reden. Schon gegen Batman hat der Joker einen scheinbar endlosen Monolog geführt. Wie schon in all den Tom King-Storys zuvor werden die Panels mit Sprechblasen erschlagen. Er würzt seine Reden zwar mit Humor und weiteren absurden Situationen, wenn etwa der Joker Catwoman bittet, ihm beim Nachladen zu helfen, aber das ändert nichts daran, dass das viele Gerede schnell ermüdet. Bei aller Eloquenz: Auch Kürze ist eine Tugend. Kill Your Darlings, heißt eine alte Schreiber-Weisheit, die aber bei DC zuletzt in Vergessenheit geraten scheint. Doch wenn man alle zwei Wochen ein Batman-Heft herausbringt (neben anderen Projekten), fehlt dazu vielleicht einfach die Zeit, die Worte auf das Nötigste zu reduzieren. Abgesehen davon befremdet es doch sehr, dass Batman dem Joker-Gerede einfach nichts entgegenzusetzen hat, sondern sogar sein lächerliches Geiselnahme-Spiel mitspielt und mit ihm zum Gebet niederkniet, obwohl es für ihn ein Leichtes wäre, den Joker zu entwaffnen.

LETZTE SPOILER-WARNUNG!

Und dann kommt es zum Finale: Batman #50. Die titelgebende Hochzeit. Sie findet nicht statt. Catwoman holt sich zwar eine Trauzeugin, zieht sich zwar ihr hübsches Kleid an und lässt Batman mit Alfred und einem Richter zum verabredeten Treffpunkt kommen, aber sie erscheint nicht. (Viele Fans waren enttäuscht, einige Spinner sogar so aufgebracht, dass Tom King Morddrohungen bekam und sich danach im Juli auf der San Diego Comic Con einen Bodyguard besorgen musste. Es ist schlimm, wenn so etwas nötig ist, denn eine solche Überreaktion ist total unnötig – erst recht von BATMAN-Fans. Es reicht auch, Tom King per Twitter mitzuteilen, dass man seine Story nicht gelungen findet.)

Doch die geplatzte Hochzeit ist nicht so sehr das Problem. Die Idee dazu hinkt bereits. Denn es sollen nicht etwa Bruce Wayne und Selina Kyle heiraten (das würde Batmans wahre Identität verraten), sondern tatsächlich Batman und Catwoman. Weil aber kein Standesamt Geheimidentitäten akzeptieren würde, muss ein Richter betrunken gemacht werden, um die Ehe zu schließen. Das ist bescheuert, man könnte sich das ganze Theater einfach sparen und ohne Ehe zusammenleben. Dann der Treffpunkt: Nicht eine Kirche oder Wayne Manor, sondern irgendein Dach – eine Reminiszenz an ihre Anfänge. Es ist zwar das Dach eines gewissen Finger Tower (dass Catwoman auf dem falschen Dach des Kane Plaza ist, spricht Bände), aber es ist eben nur ein schnödes Dach. Und dass nicht ein einziger Gast geladen ist, macht die Angelegenheit schon zu einer traurigen noch bevor das eigentlich Unglück passiert.

Das größte Problem ist jedoch die Inszenierung: Alle zwei Seiten füllt Tom King mit zwei Seiten Monologen, es sind Auszüge aus Briefen, die sich Selina und Bruce geschrieben haben. Dazu sehen wir ganzseitige Pin-ups verschiedener Batman-Veteranen, die Batman und Catwoman in der Vergangenheit zeigen. Die Bilder haben selten etwas direkt mit dem Text zu tun, sondern dienen nur der Nostalgie und dem Fan Service, allerdings ohne der Story zu dienen. Die auch hier wieder viel zu langen Reden ergehen sich im kitschigen Geschwätz über die Augen des jeweils anderen, bis Catwoman ihm erklärt, warum sie ihn nicht heiraten kann: „To save the world, heroes make sacrifices.“ Sie opfert ihre Liebe für ihn … Aber die Motivation ist zweifelhaft, denn die Ehe garantiert den beiden weder Glück noch schließt sie aus, dass Batman dadurch die Welt ins Unglück stürzt.

Verständlich, wenn sich die Leser betrogen fühlen, vor allem, wenn das Ganze als „Wedding“ angekündigt wird und keine Hochzeit stattfindet, wenn ein Jahr lang Erwartungen geschürt wurden und wenn die größten Batman-Zeichner versammelt werden zu einem Event, das keines ist. Man könnte Tom King und den Redakteuren von DC für diese Entscheidung auch Mut zusprechen, aber es nach der ganzen Vorgeschichte kann man es kaum anders als lang anlegegten Betrug sehen. Ich hatte schon lange den Verdacht, aber spätestens nach diesem Heft komme ich zu der Überzeugung: King hat von Batman einfach nichts zu erzählen und versucht bloß darüber hinwegzutäuschen, mit Geschätz, das bedeutungsschwanger tut, und Absurdität, die um ihrer selbst Willen witzig sein soll. Aber die Rechnung geht nicht auf, wenn die Substanz fehlt. Selten fühlte sich Batman hohler an als hier.

Es fällt mir schwer das zu sagen, aber da schon lange beide Batman-Serien schwach sind, verliere ich die Lust am Lesen dieser Comics. Im Augenblick retten mich nur die alten Storys und Ausnahmen wie White Knight, die zeigen, dass es noch möglich ist, etwas von Belang zu erzählen. Hier erwarte ich es nicht mehr.

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>> Batman 2011-2019

Der Batchelor von Gotham

DC Comics

Titel: Batmans Marriage Trap

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #214)


„You can lead a batchelor to the altar–but you can’t make him say I do!“ (Batman)

Bei einem Schönheitswettbewerb ist Batman der Hauptgewinn. Während er mit der Schönheitskönigin tanzt, nutzt eine Bande Ganoven die Gunst der Stunde, um Gotham zu plündern. Doch das ist nur der Anfang. Ihr Anführer hat eine Idee: Er will Batman in die Ehe bringen, damit der Held zuhause bleibt und das Verbrechen seine Ruhe hat. Dazu lässt er seine schöne Komplizin Cleo eine Kampagne starten, um für Batmans Vermählung zu werben. Das Argument: Weil Batman der begehrteste Junggesselle Gothams ist, haben es die anderen Männer schwer, eine Frau zu finden.

Obwohl das Problem noch nie zuvor zur Sprache kam und auch niemand weiß, ob Batman nicht doch eine Frau hat, ist die Kampagne ein Erfolg: Schon bald protestiert auf der Straße ein Mob wütender Furien, die alle Mrs. Batman werden wollen. Selbst Batgirl schließt sich dem Haufen an (aber nur, um zu ermitteln). Cleo spielt die Retterin in der Not, um Batman für sich zu gewinnen.

Aber als Batman schließlich in eine Falle der Gauner gerät, um ermordet zu werden, schlägt sich Cleo wirklich auf seine Seite und gesteht ihm ihre Liebe. Und auch Batman gibt zu, dass er sich Hoffnungen gemacht habe, mit ihr eine gemeinsame Zukunft zu haben. Daraus wird leider nichts. Batman bleibt Batchelor.

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Pinguin lässt die Vögel los

DC Comics

Titel: The Penguin Affair, I-III (Pawns/Bird of Ill Omen/Winged Vengeance)

Autor/Zeichnner: Marv Wolfman, Alan Grant/Jim Aparo, Norm Breyfogle

Erschienen: 1990 (Batman #448, Detective Comics #615, Batman #449), Paperback 2019 (Batman: The Caped Crusader Vol. 3)


„Alfred Hitchcock, eat your heart out.“ (Pinguin)

Der Pinguin findet am Straßenrand Harold, einen stummen Mann mit Buckel – ein erfinderisches Genie. Drei Monate später hat Harold eine Technologie entwickelt, mit der sich Vögel kontrollieren lassen. Der Pinguin lässt sie auf Raubzüge gehen, Menschen angreifen und ein Flugzeug abstürzen. Sie hacken auf Batman ein und verfolgen ihn sogar in die Bathöhle und nach Wayne Manor.

Doch da kommt Tim Drake auf die Idee, dass sie von Mikrowellen beeinflusst sind und damit auch abgewehrt werden können. (Auf die Idee, dass der Pinguin das riesigen und auffälligen Aviarium als Hauptquartier nutzen könnte, kommt leider niemand.)

Die Vogel-Angriffe á la Hitchcock dienten nur als Test. Der Pinguin will die Technik nicht selbst nutzen, sondern an den meistbietenden Despoten oder Terroristen versteigern. In der Zwischenzeit entführt er eine verehrte Soap-Schauspielerin und versucht ihre Zuneigung zu erzwingen.

Auch wenn sich die Story über drei Ausgaben erstreckt, wirkt sie nicht sehr ausgereift. Der Pinguin soll zwar ein kriminelles Genie sein, das gerne mit Bruce Wayne übers Internet Schach spielt, aber davon ist hier nichts zu sehen. Vielmehr wirkt er wie ein skrupelloser Massenmörder mit gestörter Selbstwahrnehmung. Nicht einmal die anfänglich beteuerte Solidarität mit dem hässlichen Harold zeigt ihn von seiner menschlichen Seite, denn um Harold schert er sich nur so lange, wie er ihn braucht – danach will er ihn „beseitigen“. (Was aber nicht passiert, denn Harold wird später Batmans Helfer.)

In einer Sequenz sehen wir Batman meditieren. In einer anderen seine Unterhosen über die Hose ziehen. Aber der Rest ist actionreiche Routine ohne Innovation.

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Batman heiratet Vicki Vale (fast)

Titel: The Bride of Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1953 (Batman #79)


Sechs Jahre vor der Heirat mit Batwoman (die natürlich nicht wirklich stattfand) sollte Batman bereits die Fotografin Vicki Vale heiraten. Und das kam so: Als der Shah von Nairomi in der Stadt ist, König des Landes mit dem größten Uran-Vorkommen, verliebt er sich in Vicki Vale und macht ihr einen Heiratsantrag. Ihn abzuweisen würde eine diplomatische Krise auslösen. Deshalb denkt sie sich eine Ausrede aus: Sie ist schon mit Batman verlobt.

Batman spielt den Bräutigam. (DC Comics)

Der ist ganz und gar nicht begeistert von der Idee. Spielt aber das Spiel mit. Er lässt sich mit ihr von der Presse fotografieren, tanzt mit ihr in der Öffentlichkeit, besorgt ihr Blumen – und macht sich zum Gespött. Noch schlimmer ist, dass ständig der Shah an ihnen klebt, als wäre er ein Freund. Batman vernachlässigt seine Pflichten als Verbrechensbekämpfer, die Gauner nehmen sich mehr heraus, weil sie glauben, dass er wegen seiner Braut keine Zeit mehr für sie hätte.

Peinlich: Batman bringt Blumen. (DC Comics)

Noch schlimmer wird alles, als Gauner versuchen, Vicki zu entführen und Vickis Rivalin der Presse ein falsches Hochzeitsdatum steckt. Der Shah lässt eine Parade durch die Stadt ziehen, lässt seine Köche einfiegen und spendiert einen Diamanten – langsam wird’s übergriffig. Und dann befürchtet Robin, dass Batman ihn vernachlässigen wird, wenn er erst einmal verheiratet sein wird. Batman versichert ihm: „You know that nobody can ever seperate us!“

Doch kurz bevor alles eine furchtbare Wendung nimmt, kommt der Shah zu einem Sinneswandel: Die Hochzeit dürfe nicht stattfinden, weil Vicki sich sonst einer Gesichts-OP unterziehen müsse, um als Batmans Frau unerkannt zu bleiben. Aber die Schönheit dürfe nicht verschandelt werden … OK, aber dann wird der Shah also doch Vicki heiraten? Nein, da Batman schon seine Pfoten an ihr hatte, ist das auch vom Tisch.

Puh, Glück gehabt! Nein, nicht ganz: Natürlich ist auch das ein Trick von Batman gewesen. Aber der Einfluss dieses Shah auf die angeblich so freien US-Bürger hinterlässt bei dieser Geschichte einen bitteren Beigeschmack …

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Catwoman rächt sich an Batman

DC Comics

Titel: Never Scratch a Cat

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #355)


„We are responsible for each other.“ (Batman)

Bruce Wayne lässt nichts anbrennen. Nachdem seine kurze Romanze mit Selina Kyle gescheitert ist, bandelt er jetzt mit Vicky Vale an. Selina sieht das nicht gern. Sie steigt in ihren Catillac und drängt das Paar in ihrem Auto von der Fahrbahn ab, man landet im Wasser.

Als Batman Selinas Appartment aufsucht, muss er gegen einen Panther kämpfen, obwohl er Tierquälerei nicht ausstehen kann. Armer Batman! Die Spur führt ihn zu einem Lagerhaus und dort kommt es zu einem erbitterten Kampf. Selina hasst Batman, macht ihm Vorwürfe, sie will ihn töten. Aber als er am Boden liegt, erbarmt sie sich seiner. Er zeigt sich verständnisvoll, gibt ihr eine zweite Chance, eine Katharsis („CATharsis“) und entschuldigt sich bei ihr.

Aufmerksame Leser werden sich wundern, dass Catwoman hier weiß, dass Batman Bruce Wayne ist. Diese Aufklärung hat es nie gegeben. Und tatsächlich: Autor Gerry Conway ist hier ein Fehler unterlaufen, der bald darauf wieder rückgängig gemacht wurde.

>> Liste der Catwoman-Comics

Bruce liebt Selina: Ein Melodrama

Titel: Shadow of the Cat/The Cat Who Would Be King

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1980 (Batman #323-324), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein),


Kaum hat Bruce Wayne die Beziehung mit Silver St. Cloud in den Sand gesetzt, taucht eine Frau aus seiner Vergangenheit in seinem Büro auf: Selina Kyle! Die ehemalige Catwoman ist auf Bewährung frei und will ein neues, ehrliches Leben anfangen. Dazu bittet sie Bruce um eine Chance. Sie will Geld, das sie geerbt hat, in Wayne Enterprises investieren. Selina verspricht: Catwoman hat sie hinter sich gelassen. Dass sie eine Katze dabeihat, lässt sie allerdings nicht sehr glaubwürdig erscheinen.

Zuerst ziert sich Bruce, er sorgt sich um den Ruf seiner Firma. Doch dann überlegt er es sich anders: Was, wenn er sie zurückweist und sie wieder kriminell wird? Da er sich das nicht verzeihen könnte, sagt er zu. Aber natürlich nicht, ohne dass Lucius Fox sie gründlich prüft.

Selina besucht Bruce – mit Katze

Mit diesen drei Seiten in Batman #308 (1979), die anfangs nur eine Nebenhandlung bilden, beginnt ein Handungsbogen, der sich über mehrere Ausgaben bis Batman #326 (1980) erstreckt. Autor Len Wein macht aus der Geschäftsbeziehung schnell eine Romanze, die dadurch verhindert wird, dass der Batman in Bruce Wayne bis zum Schluss an Selinas Rehabilitation zweifelt.

Bruce und Selina: Der erste Kuss

In Batman #313 kommt es zum ersten Abendessen – und dann auch gleich zum ersten Abschiedskuss. Selina gesteht ihm, dass sie nur zum einen wegen der „thrills“ Catwoman geworden sei, zum anderen, um Batmans Aufmerksamkeit zu erregen: Sie habe ihn geliebt. Und Bruce erinnere sie sehr an ihn …

Später findet Selina heraus, dass Bruce sie von Lucius hat untersuchen lassen – und sie ist gar nicht erfreut. Dafür gibt es Wasser ins Gesicht. Doch schon bald kann Bruce die Wogen wieder glätten und es gibt einen zweiten Kuss. Gegenüber Dick Grayson gerät er ins Schwärmen: „She is one fascinating woman!“

Bruce und Selina: Der zweite Kuss

Selina leidet allerdings unter mysteriösen Kopfschmerzen. Die Diagnose ist übel: Eine exotische Krankheit, sie hat nur noch einen Monat zu leben. Allerdings: Ihr Arzt weiß, dass die alten Ägypter ein Heilmittel hatten – leider ist es verloren gegangen. Zufällig findet Selina beim Museumsbesuch heraus, dass einige ägyptische Katzenstatuen offenbar Kräuter enthalten, die sie retten könnten.

In Batman #323-324 erreicht die Story ihren Höhepunkt. Aus einem Museum wurden ägyptische Katzenstatuen gestohlen. Obwohl er nur Indizien, aber keine Beweise hat, platzt Batman bei Selina rein, um sie zu verhaften. Als er sich von ihr nicht überzeugen lässt, wirft sie ihm eine Katze ins Gesicht und haut ab. Dabei hatte sie selbst mit dem Gedanken gespielt, die Statuen zu stehlen, um sich das Leben zu retten.

Batman trägt Catwoman

Um ihre Unschuld zu beweisen, steigt sie wieder ins Catwoman-Kostüm und ersucht Bruce um Hilfe. Eine eigenwillige Überzeugungsmethode, und so ist auch er nicht überzeugt. Bruce bietet ihr – wie Batman – auch nur Anwälte und Privatdetektive an, um sie zu entlasten. Catwoman und Batman untersuchen den Fall parallel und finden heraus, dass der Cat-Man dahintersteckt. In einer Höhle lockt der Schurke sie in eine Falle: ein Netz aus klebrigen Bändern, das die beiden Helden zu zerreißen droht. Aber dank Batman zerreißen nur die Kleider …

Batman und Catwoman in der Höhle

Er bringt Selina in die Bathöhle, versorgt sie mit einem alten Kostüm aus der Trophäensammlung und dann geht die Reise nach Griechenland. Dort versucht Cat-Man eine Insel zu kaufen. Batman und Catwoman verhindern das zwar, aber auch die Statuen gehen dabei verloren. Trotzdem erlebt Selina in Gotham eine Wunderheilung. Die nicht befriedigende Erklärung: Ein Fetzen von Cat-Mans Umhang hatte noch eines seiner neun Leben für sie übrig …

Es hilft alles nichts: Zwei Ausgaben später verlässt Selina Bruce und Gotham. Cat-Man habe alles, was sie sie sich habe aufbauen wollen, zunichte gemacht. Auch das überzeugt nicht, denn immerhin ist ihre Unschuld bewiesen. Der wahre Grund: Sie nimmt es Bruce immer noch übel, dass er ihr nicht vertraut hat, als sie ihn um Hilfe gebeten hatte. Melodramatisch reist sie ab, um in Ruhe über alles nachzudenken. Bruce macht sich Vorwürfe, zweifelt an seiner Rolle als Batman, verflucht sie sogar. Aber dann ruft die Pflicht – und alles ist wieder so wie immer.

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Catwomans Kampf der Geschlechter

Catwoman im Silver Age: Teil 3

DC Comics

Titel: The Case of the Purr-Loined Pearl

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #210)


„If I were Catman instead of Batman, I’d smell a rat!“

Catwoman ist aus dem Knast raus, diesmal ganz ordnungsgemäß. Sie eröffnet einen Schlankheitssalon. Batman und Robin drehen trotzdem ihre Runden in der Nähe, weil sie befürchten, sie könnte bald wieder zuschlagen. Und tatsächlich: Kurz darauf trägt sie ein Katzenkostüm, diesmal eine Art schwarzen Badeanzug mit Stehkragen, grauen Leggins und rot-schwarzen Piratenstiefeln und einer roten Augenmaske, jedenfalls deutlich katzenhafter als der grüne Schuppenanzug aus dem letzten Abenteuer.

Doch Catwoman hat acht weitere dieser Kostüme angefertigt, denn sie rekrutiert acht ehemalige Knastschwestern, um als Legion of Feline Furies eine Perle zu rauben. Dahinter steckt nicht nur pure Habgier, Unlust zu arbeiten oder alte Gewohnheit, nein, es geht (zumindest auch) darum, den Männern eins auszuwischen. Catwoman eröffnet den Geschlechterkampf!

Dazu bemächtigt sich die Schurkin allerdings fragwürdiger Mittel: Als die acht Frauen gar nicht von ihrer Idee begeistert sind, hilft sie ihnen ein wenig mit Gewalt nach. Dann landen sie auf Trainingsgeräten, um abzunehmen und in ihre Kostüme zu passen. Neun Tage später sehen wir neun identische Catwomen in einem „Catillac“ mit neun Sitzen durch die Gegend brausen und den Coup ausführen.

Doch Batman lässt die ganze Aktion nach Wayne Manor verlegen, wo er Heimvorteil hat und Catwoman mit einfachen Tricks hochgehen lässt. Am Ende verheddert sie sich in einem Wollknäuel. Als feministische Schurkin ist Catwoman gescheitert. War ja auch von Anfang an eine nicht ganz überzeugende Idee …

>> Liste der Catwoman-Comics

Selina Kyle wird Schönheitskönigin

Catwoman im Golden Age (Teil 17)

DC Comics

Titel: The Sleeping Beauties of Gotham City

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #84)


„And don’t underestimate her, just because she’s a woman!“ (Robin)

Ein Nachtrag: In 16 Folgen habe ich bisher die Abenteuer von Catwoman im Golden Age vorgestellt, eine Folge habe ich mir für Weihnachten aufgespart, aber eine habe ich übersehen. Sorry, das möchte ich hier nachholen. (Falls einem noch eine einfällt, bitte schreibt mir!)

Nach ihrer Rückkehr zum Verbrechen ist Catwoman wieder da. Diesmal kündigt sie sich doppelt an: Als Catwoman lässt sie Katzen-Scherenschnitte vom Himmel fallen, als Selina Kyle kandidiert sie als Schönheitskönigin von Gotham. Und sie hat auch ihre Tierhandlung wieder eröffnet. Warum nehmen Batman und Robin sie nicht fest? Angeblich, weil sie ihr nicht beweisen können, dass sie Catwoman ist. Die Erklärung überzeugt nicht ganz, aber sei’s drum …

Es geht das übliche Katz- und Fledermaus-Spiel los. Diesmal führt es zunächst ins Musik-Museum, wo (wie immer) riesige Musikinstrumente aufgebaut sind, die natürlich voll funktionstüchtig sind, obwohl niemand auf ihnen spielen kann – außer man ist ein Superheld auf Verfolgungsjagd. Man läuft ein bisschen über die Tasten eines Klaviers (wie Katzen es gerne tun), man tritt auf ein Pedal, um Catwoman in der Hi-Hat eines Schlagzeugs einzuklemmen (ohne Schäden) und sie lässt eine Riesenharfe auf Batman fallen.

Später fällt Selina Kyle einer mysteriösen Schlafkrankheit zum Opfer und präsentiert sich wie Schneewittchen in einer Glasvitrine in ihrer Tierhandlung. Kurz darauf fallen auch die anderen Kandidatinnen des Wettbewerbs in Tiefschlaf. Als Batman der Schurkin auf die Schliche kommt, denkt sie sich eine besonders kreative Todesfalle für ihn aus: eine Riesensaftpresse.

Batman mit Saftpresse und Panthern. (DC Comics)

Kein Witz. In einer Messe für Haushaltswaren stellt sie Batman auf eine Riesensaftpresse und setzt drei Panther darunter. Sie können nicht rauf, er kann nicht runter. Was tun? Batman tritt die Presse aus Glas mit seinem Stiefel ein und flieht durch das Loch.

Am Ende wacht Selina auf, wird als einzige Kandidatin zur Schönheitskönigin gekürt – und warum? Der ganze Aufwand nur, um Diamanten zu schmuggeln. Und wie konnte sie zeitgleich in der Vitrine liegen und Catwoman sein? Ganz klar: Mittels 3-D-Projektion. Diese Idee würde man den Autoren selbst heute nicht abkaufen.

>> Liste der Catwoman Comics