Robin

Was der Joker Batman zu Weihnachten schenkt

Titel: Christmas with the Joker (dt. Weihnachten mit dem Joker)

Drehbuch: Eddie Gorodetsky

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E02)


„Jingle bells, Batman smells, Robin laid an egg, the Batmobile lost a wheel, and the Joker got away!“ (Joker)

An Heiligabend bricht der Joker aus Arkham aus – mit einem fliegenden Weihnachtsbaum. Eigentlich wollen sich Bruce Wayne und Dick Grayson einen schönen Abend machen und „Ist das Leben nicht schön?“ gucken (ein Film, den Bruce nie gesehen hat, weil er nie über den Titel hinausgekommen ist), doch dann ist plötzlich der Joker auf Sendung: er hat James Gordon, Harvey Bullock und die Reporterin Summer Gleeson gefangen genommen. Jokers-Ersatzfamilie sozusagen. Batman und Robin haben Zeit bis Mitternacht, um sie zu finden, sonst werden es tödliche Weihnachten. „It’s never easy with the Joker“, stellt Batman fest.

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Unsere Helden müssen einen Zug davor bewahren, eine gesprengte Brücke hinabzustürzen, dann treten sie gegen schießende Joker-Roboter an, beim Finale wehren sie tödliches Spielzeug ab – unter anderem mit einem Baseball-Schläger. Hier funktioniert Robins Kalauer vom „Bat-Man“ nur im Original. Aber auch sonst ist die deutsche Fassung ziemlich daneben, wenn sie den Filmtitel „It’s a Wonderful Life“ wörtlich mit „Das Leben ist wundervoll“ übersetzt, obwohl der deutsche Titel offiziell „Ist das Leben nicht schön?“ lautet.

Ansonsten ist Weihnachten mit dem Joker eine schön irre Episode, die ihre lustigsten Momente in den Dialogen zwischen Batman und Robin hat. Und was in Jokers Päckchen für Batman steckt, diese Überraschung will ich euch nicht verderben.

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Jokers Spritztour mit Robin

DC Comics

DC Comics

Titel: Slayride

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2007 (Detective Comics #826), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„… I couldn’t have planned this.“ (Joker)

Man soll nicht zu Fremden ins Auto steigen. Nicht mal, wenn sie Hilfe in der Not anbieten. Nicht mal, wenn man Erwachsen ist. Nicht mal, wenn man Robin ist. Diese Erfahrung muss Tim Drake machen. Während eines Einsatzes tut er nämlich genau das und bereut es sofort, denn im Auto sitzt der Joker. Der betäubt und fesselt ihn an den Beifahrersitz und fährt mit ihm planlos durch die Gegend.

Es geht zu wie bei GTA: Joker überfährt ein paar Fußgänger, erschießt den Manager eines Fast-Food-Ladens. Robin versucht, sich mit einem Spielzeugauto zu befreien. Der Joker nimmt es ihm zwar weg, aber er kommt doch frei (irgendwie, ist auch egal), vermöbelt ihn und die Fahrt endet mit einem Unfall.

Ach ja, eines noch: der Joker trägt eine Weihnachtsmann-Mütze, es ist Vorweihnachtszeit, aber das spielt eigentlich keine Rolle. Und es beschert der ziemlich willkürlichen Story auch nicht unbedingt mehr Sinn. Immerhin is sie ganz ansehnlich gezeichnet. Aber ansonsten: geschenkt.

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Weihnachten mit Batman: Ein Vater als Geschenk

DC Comics

DC Comics

Titel: Christmas

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1942 (Batman #9)


„The Batman is going to play Santa Claus!“ (Bruce Wayne)

Heiligabend. Bei einem Besuch im Waisenhaus trifft Bruce Wayne den kleinen Timmy Cratchit, der sich vom Weihnachtsmann wünscht, er möge ihm seinen Vater wiederbringen. Doch der Vater steckt im Knast – lebenslänglich wegen Mordes. Batman macht sich daraufhin auf zum Gefängnis, wo er sich von dem Insassen Bob Cratchit erzählen lässt, er säße zu Unrecht ein. Batman und Robin glauben ihm und nehmen sich den Gauner Hal Fink vor, der schuldig sein soll. Obwohl sich das Dynamische Duo mit Fäusten, Tintenfässern und Kleiderhaken gegen seine Bande wehrt, wird es überwältigt.

Aber weil Gangster einen im Comic nicht einfach abknallen können, sondern das Töten meist dramatisch inszenieren müssen, bekommen die Helden noch eine Überlebenschance. Die Gauner schleppen die bewusstlosen Körper von Batman und Robin aufs Dach und werfen sie in einen Wassertank. Sie entkommen, werden von einem falschen Weihnachtsmann verraten, wehren sich mit Schneebällen.

Batman #9: Christmas

DC Comics

Am Ende holt Batman ein Geständnis von Fink heraus, indem er sich als Geist des Mordopfers verkleidet. Dickens lässt grüßen. Und nachdem der falsche Santa Claus gezwungen wird, im Waisenhaus aufzutreten, wird er zum Guten bekehrt – und kommt auf Bewährung frei.

Trotzdem kommt bei Robin keine Weihnachtsstimmung auf. Er beneidet die Waisenkinder um ihre Weihnachtsfeier. Batman gibt sich zunächst hartherzig: „Sorry, Robin! But we crimefighters don’t have time for that sort of thing! That’s our penalty, I guess!“ Doch dann führt Batman ihn zu Commissioner Gordons Haus, wo er mit Linda Page schon auf sie wartet. Moral: Santa Claus gibt es wirklich, wenn wir das, wofür er steht, in unser Herz lassen. Nein, gemeint sind nicht Kapitalismus und Coca-Cola, sondern Selbstlosigkeit und Nächstenliebe.

So endet die erste Batman-Weihnachtsgeschichte.

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Batman auf dem Mond

DC Comics

DC Comics

Titel: Public Luna-Tic Number One

Autor/Zeichner: John Broome/Bob Brown, Joe Giella

Erschienen: 1969 (Detective Comics #388)


„Maybe there’s an idea behind my lunacy!“ (Joker)

„That was to be his greatest — and ghastliest jest!“ (Batman)

Warum begeht der Joker in jüngster Zeit Verbrechen bei Vollmond? Was macht er im Planetarium? Warum stiehlt er eine Maschine, die die Gravitation aufhebt, um die Kassen im Hauptbahnhof zu plündern? Alles ist Bestandteil eines größeren Plans. Der Joker nennt sich „Public Luna-Tic Number One“. Für alle, die das Wortspiel nicht kapieren, gibt es einen Erklärkasten: Luna = Mond. Das liegt nahe für eine Story aus dem Jahr 1969, dem Jahr der ersten Mondlandung. Also muss auch Batman auf den Mond. – Auf Teufel komm raus.

Kurz nachdem das Dynamische Duo von Jokers Handlangern überwältigt wurde, findet es sich plötzlich auf dem Mond wieder. Sie tragen Raumanzüge mit Batman- und Robin-Logo. Und plötzlich erscheint ihnen auch das Gesicht des Jokers, das ihnen klarzumachen versucht, sie seien wirklich im Weltall. Robin ist skeptisch, aber es bleibt nicht viel Zeit für Detektivarbeit, weil sich der Schatten der Erde über den Mond zieht und die beiden Helden angeblich vom Kältetod bedroht werden. Es müssen wohl ziemlich miese Raumanzüge sein, in die der Joker sie gesteckt hat. Doch dann findet Batman heraus, dass die Kulisse Fake ist: denn auf dem Mond gibt es keine Stalagmiten …

Scharf geschlossen – wie immer, Batman. Aber das erklärt noch immer nicht, was das ganze Theater soll. Auch dafür hat Batman am Ende eine Erklärung: „The Joker tried to frighten us to death!“ Wie teuflisch! Wie ausgebufft! Welch Ausdruck von Wahnsinn! Und von hanebüchener Einfallslosigkeit. Kein Wunder, dass der Joker für die nächsten vier Jahre ausrangiert wurde.

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Die grinsenden Geschworenen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Jury!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #163), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„This is insane! It’s like a scene out of ‚Alice in Wonderland‘!“ (Batman)

Es wird nicht ganz klar, warum sich Batman und Robin vor drei überdimensionalen Springteufeln mit Joker-Köpfen fürchten, aber diese Story basiert ohnehin nicht auf dem gesunden Menschenverstand. Jedenfalls lockt der Joker unsere Helden in eine Falle und stellt Batman vor Gericht: der Richter ist der Joker selbst, Ankläger und Geschworene sehen aus wie er. Die Anklage: Batman beschneidet das Recht von Individuen, Verbrechen zu begehen. Das klingt zunächst absurd, aber trifft einen wahren Kern. Denn der Joker spricht von der menschlichen Freiheit, sich entscheiden zu dürfen, ob er gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber so tief gehen weder Anklage noch Plädoyers, Batman kommt nicht zu Wort und wird sofort verurteilt und verknackt. (Zusammen mit Robin, der eigentlich nicht angeklagt wurde, aber sei’s drum.)

Das groteske Schauspiel dauert nur zwei Seiten lang, die übrigen elf sind einer nicht minder absurden Verbrechensreihe gewidmet. Der Joker richtet sich thematisch nach der Zuständigkeit von Behörden aus. Zunächst kippt er einen Laster des Bau-Amtes aus, dann bedient er sich eines riesigen Staubsaugers, um Juwelen zu stehlen, dann geht es um Straßenbau, Grünflächen und am Ende um Gesundheit. Man könnte sagen: der Joker unterwandert das System und stiftet Chaos mit den Mitteln der Gemeinde.

Interessant dabei ist, dass das Finale auf einer Batman-Wohltätigkeits-Messe stattfindet, bei der die Helden aus Pappmaché ausgestellt sind, zusammen mit einer Reihe von Batmobil- und Batplane-Modellen. Am Ende lässt Batman die Modelle per Schalter auf die Joker-Bande los. So hat der ganze Batman-Kult auch einen praktischen Nutzen.

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Kampf der Formwandler

DC Comics

DC Comics

Titel: The Great Clayface–Joker Feud

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #159)


„Clayface will rue the day he tried to compete with the Joker!“

Eigentlich war Clayface erledigt, nachdem Batman ihm den Zugang zu seinem Wundermittel versperrt hat. Jetzt ist wieder da, mit selbstgebrautem Formwandler-Serum. Das beeindruckt die Unterwelt so sehr, dass es heißt, er sei der größte Kriminelle des Landes. Als der Joker das hört, kann er es nicht auf sich beruhen lassen.

Es beginnt ein Wettstreit der Schurken: Zunächst fordert Clayface Joker heraus, indem er ihn imitiert, dann revanchiert sich der Joker, indem er bei einem Kunstraub mehrere Kostüme übereinander legt und vor Batman und Robin eins nach dem anderen ablegt. So wird aus dem Clown ein afrikanischer Krieger, dann ein Igel oder vielmehr ein Stachelschwein, schließlich eine Libelle – er entkommt auf Flügeln.

Clayface hat es satt: er entführt Batman und Joker. Letzterer schlägt eine Allianz vor, man einigt sich. Doch als Clayface versucht, Batman zu demaskieren, nimmt die Story eine unerwartete Wendung. Mal wieder hat sich Batman als Joker verkleidet … (das scheint zur Gewohnheit zu werden)

Unterstützt werden Batman und Robin nicht nur von einem täuschend echten Batman-Roboter, sondern auch von der Presse, die freiwillig Falschmeldungen in die Welt setzt, damit Batman seinen genialen Plan umsetzen kann. Glaubwürdigkeit der Medien spielte damals wohl noch keine große Rolle. Auch Batwoman und Batgirl mischen mit, zunächst nur als Jungfern in Nöten, aber dann erweisen sie sich auf Fluggeräten namens Whirly-Bats als ziemlich nützlich – wenigstens hinter den Kulissen. Am Ende dürfen sie das Dynamische Duo nach dem aufregenden Abenteuer beruhigen. Als Batwoman mit Batman flirtet, bleibt dem sonst so souveränen Dunklen Ritter die Luft weg.

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Vorfreude aufs Klötzchenspiel mit Batman

Noch vor Wonder Woman und Justice League kommt ein nächstes Jahr neuer Batman-Film in die Kinos: The Lego Batman Movie! Der mittlerweile vierte Trailer zeigt, dass der Computer-Animationsfilm das Potenzial hat, der beste Batman-Film seit langem zu werden, auf jeden Fall die beste Batman-Komödie seit Adam Wests Auftritt in den 60ern. Unter anderem bekommen wir endlich den Joker zu sehen und erfahren, dass Batman sich am liebsten mit Superman kloppt – obwohl der bekanntlich kein Schurke ist.

In der deutschen Filmfassung wird Batman die Synchronstimme von Christian Bale haben (siehe Video unten). Geplanter Kinostart ist der 9. Februar 2017.

Batman und Joker tauschen Körper

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman – Clown of Crime

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #85), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Batman (…) you’re the new Joker of Gotham City!“

Das Batmobil ist nicht nur ein Auto, es ist eines von Batmans Erkennungszeichen. Wenn es kommt, wissen alle Bescheid. Dass der Joker ein Jokermobil hat, erweist sich allerdings nicht gerade als beste Idee – vor allem, wenn man damit gerade vor einem Tatort parkt. Es gleicht geradezu einer Einladung, erwischt zu werden. So geschieht es, nachdem der Joker – mal wieder – aus dem Knast entlassen wurde. (Das Thema hatten wir beim letzten Mal.) Der Schurke will Radium aus einem Labor stehlen, vermutet das dicke Geld. Als Batman angerannt kommt, ist der Clown erfreut: „Nothing gives me as much fun as playing cat-and-mouse with Batman!“ Die ewige Jagd ist ein Spiel, das um seiner selbst betrieben wird.

Doch dann werden die beiden Kontrahenden von irgendwelchen Strahlen getroffen – und ihre Identitäten sind vertauscht. Der dauerlachende Batman haut ab und treibt Schabernack, indem er Chaos stiftet: er lässt einen Swimmingpool zufrieren, schießt mit einem mannsgroßen Füllfederhalter und bietet für eine Million Dollar an, Batmans Geheimidentität zu lüften. Bei dem ganzen Spaß vergisst der Joker allerdings, selbst unter die Maske zu spähen. Oder aber schon damals interessierte ihn das Geheimnis nicht wirklich (vgl. Death of the Family).

Das Finale findet auf einem Dach eines Lupenherstellers statt. Denn der hat, wie bei Lupenherstellern offenbar üblich, eine gigantische Lupe auf dem Dach stehen. Damit will der Joker ganz Gotham Batmans wahres Gesicht zeigen. Wie löst man so ein Problem? Auf die Lösung wäre wohl niemand gekommen außer Batman in Gestalt des Jokers: mit einer Milchflasche. Nicht nur, dass dadurch die Linse unbrauchbar wird, die Idee beeindruckt Joker-Batman so sehr, dass er vor lauter Überraschung umfällt.

Der Rest ist einfach: Handschellen, Strahlentherapie und – zackfeddich – Status quo.

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Robins Rückkehr mit Superkräften

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 7 – Robin Rises

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2014-2015 (Batman and Robin #35-40, Robin Rises: Alpha #1, Batman and Robin Annual #3, Secret Origins #4), Paperback 2016; dt. Panini 2015 (Sonderband)


„… he’s an al Ghul. Dying is hard.“

Als Hellbat gerüstet kommt Batman nach Apokolips, um die Leiche seines Sohnes Damian wiederzuholen und wiederzubeleben. Der Rest der Bat-Familie (Red Hood, Red Robin, Batgirl) folgt ihm nach – allesamt im Robin-Kostüm. Das Weitere ist schnell erzählt: Batman vermöbelt alles, was sich ihm in den Weg stellt: Paradämonen, Kalibak, schließlich auch Darkseid selbst. Er schnappt sich Damians Sarkophag, rammt den mächtigen Chaos-Kristall rein – und Damian erlebt seine wundersame Auferstehung. Allerdings ist der Junge danach stärker als zuvor: er hat Kräfte wie Superman.

DC Comics

DC Comics

In der zweiten Hälfte geht es ruhiger zu. Batman muss dabei zusehen, wie Damian – ungestüm wie immer – mit seinen Superkräften überheblicher wird und mit den Gegnern rabiat umgeht. Batman versucht, ihn zu zähmen. Man geht sogar fischen, aber vergeblich. Damian verliert seine neuen Fähigkeit erst mit einem inszenierten Einsatz mit der Justice League. Etwas enttäuschend: Statt Auftakt für ein neues Dynamisches Duo zu sein, werden Robins Superkräfte nur zu einem kurzen Zwischenspiel.

Am Ende des Bandes findet sich nichts mehr von Wert: Batman und Robin erleben ein kleines und belangloses Abenteuer auf dem Mond – in der Kapsel der ersten Mondlandung. Schließlich bekommen wir alles, was wir über Damians Robin-Werdung längst wussten, noch einmal in Kurzfassung erzählt. Entbehrlich.

Die Serie Batman and Robin endet knallbunt und actionreich, kurzweilig und grafisch herausragend, aber ohne Überraschungen. Als Abschluss kann man auch den letzten Band mit Spaß lesen.

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Batman stiehlt Joker die Show

DC Comics

DC Comics

Titel: The Crimes of Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (World’s Finest Comics #61), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Look! It’s Batman and some clowns! Ha-ha! This must be a special act!“

Batman, der Verbrecher! Gleich drei Schandtaten begeht er hintereinander: er betrügt, stiehlt, tötet sogar! Wirklich? Natürlich nicht. Aber so hätte es der Joker gerne. Nachdem der Joker einmal unfreiwillig Batman dazu verholfen hat, eine Gangsterbande hochzunehmen, will sich der Schurke rächen und den Helden richtig in die Scheiße reiten.

Es beginnt damit, dass der Joker mal wieder aus dem Knast entlassen wurde. Schon wieder? Nach so kurzer Zeit? Angesichts des rigiden US-Justizsystems ist das eine beachtliche Leistung, für einen unverbesserlichen Räuber ständig wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Ganz zu schweigen von den Morden im Golden Age … aber die scheinen in den 50ern bereits vergessen zu sein.

Aber ich schweife ab. Der Joker nimmt Robin als Geisel und verlangt von Batman, drei Verbrechen zu begehen: Betrug, Diebstahl und Mord. Aber Batman wäre nicht Batman, wenn er für das Problem nicht eine ausgefuchste Lösung parat hätte. Nein, nicht was ihr denkt: Ja, heute würde Batman einfach über den Joker und seine Handlanger herfallen und ein paar gebrochene Knochen später wäre Robin wieder frei. Aber wir sind hier im Silver Age, da lässt sich Batman auf solche Spielchen ein.

Batman betrügt, indem er seinen Tod vortäuscht. Er stiehlt, indem er der Joker-Bande einen Coup vermiest – er stiehlt also dem Joker die Show. Und am Ende erweist Batman sich als mehrfacher Mörder: er schlägt Zeit tot, haut das Publikum um und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe (im Original: „kill two birds with one stone“). Ihr seht: Batman lässt keinen, aber wirklich keinen Kalauer aus, um seinen Witz auszureizen.

Aber auch sonst ist unser Held in Topform: Zuerst schaltet Batman die Bande spielend mit Golfschläger und Football aus, dann führt er mit dem Joker Trapez-Kunststücke im Zirkus auf und schließlich verkleidet er sich sogar als Joker im Clownskostüm. Leider hat Zeichner Bob Kane letztere Szene zu bescheiden inszeniert. Aber sonst ist die Story ein mustergültiges Comic seiner Zeit: herrlich fantasievoll und schräg.

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