Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batman bei Panini: Vorschau auf 2016

DC One Million (DC Comics)

DC One Million (DC Comics)

Nach unserer Vorschau auf die Batman-US-Comics 2016 stellt sich die Frage: Welche Batman-Comics erscheinen 2016 auf deutsch?

Der Panini-Verlag bringt im nächsten Jahr nicht bloß die obligatorischen Sammelbände der Batman– und Batman Eternal-Serien heraus, auch legt er zwei Klassiker aus den 90ern auf: Das Beben (im Dino-Verlag einst Inferno genannt) und das geniale JLA-Crossover von 1998, One Million von Grant Morrison. Darin tauscht die Justice League aus einer fernen Zukunft die Plätze mit der JLA der Gegenwart, damit die „alten“ Helden an Festspielen zu ihren Ehren teilnehmen können. Sabotiert wird das Spektakel von Vandal Savage und dem neuen Feind Solaris. Dieses besonders gelungene Event schlug sich damals in allen Serien nieder: zu jeder erschien eine Ausgabe #1.000.000 (mittlerweile gesammelt in einer Omnibus-Ausgabe).

Außerdem gibt es einen neuen Batman Beyond (dt. Batman of the Future), der nach den Ereignissen in Futures End in die DC-Continuity aufgenommen wurde. Vor dem Kinostart von Batman v Superman wird Superman/Batman: Freunde und Feinde von Jeph Loeb herausgebracht.

Noch im Dezember dieses Jahres erscheinen noch das Crossover Forever Evil als Paperback sowie Gotham Central 2 (in der US-Ausgabe in Band 1 enthalten).

Januar

  • Batman & Robin Sonderband 8
  • Batman Sonderband 46
  • Futures End 8
  • Convergence Megaband

Februar

  • Superman/Batman: Freunde und Feinde
  • Batgirl: Die neuen Abenteuer 1
  • Justice League: One Million 1

März

  • Batman Eternal 1
  • Gotham Central 3

April

Mai

  • Batman Eternal 2
  • Batman Beyond (von Dan Jurgens)
  • Robin – Der Sohn des Dunklen Ritters 1

Juni

Immer Ärger mit den Grünen

Titel: Batman Beyond: Industrial Revolution (dt. Batman of the Future: Industrielle Revolution)

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Ryan Benjamin u.a.

Erschienen: 2011 (Mini-Serie #1-8, Paperback 2012), dt. Panini 2013 (Batman of the Future Bd. 2)


„After many, many years, it’s time for Bruce Wayne to come out of the shadows. A little.“

Eigentlich gilt grün als die Farbe der Natur, des Umweltschutzes und der Gesundheit. Außer bei Batman: da ist das Grüne meistens das Verseuchte, Kranke und Böse. Von den grünen Haaren des Jokers über den Riddler bis Poison Ivy – grün, das ist die Farbe der Schurken, die in Chemietanks fallen und mit Gift arbeiten (oder einfach nur verrückt sind). Bei Batman Beyond ist Blight der grünstrahlende Erzfeind. In Industrial Revolution, der Fortsetzung von Hush Beyond, kehrt der totgeglaubte Derek Powers buchstäblich aus der Versenkung zurück. Zuvor aber muss Terry McGinnis gegen einen neuen Matter Master antreten – einen weiteren grünen Unhold, der Materie beliebig verändern kann.

Der zweite Band ist deutlich schwächer als der erste. Die beiden Abenteuer sind lediglich von durchschnittlicher Qualität und arm an neuen Ideen. Eine Backstory für die Gestaltwandlerin Inque dient als Betroffenheitsfüllsel. Höhepunkt ist ein Kampf zwischen Batman und der Justice League – aber dass dieser Kampf sinnlos ist, sehen die Figuren leider später ein als der Leser. Parallel zur Action muss Bruce Wayne um die Existenz seiner Firma kämpfen, Max wird in einen ominösen Hackerkreis aufgenommen, Dana macht mit Terry Schluss nachdem sie zum hundertstenmal sitzengelassen wurde, und dann hat sie plötzlich einen Bruder, der aus dem Knast rauskommt. Fortsetzung folgt. Hoffentlich stecken in diesen Ansätzen bessere Geschichten als diese.

Batman Elseworlds: Digitaler Nachschub

Alternative Historien, dystopische Zukunftsentwürfe, Literaturadaptionen – in den 90er und frühen 2000er Jahren führte DC Comics für seine nicht-kanonischen Parallelwelten das Label Elseworlds. Darunter waren auch einige bemerkenswerte Werke. Doch nur die wenigsten werden noch neu aufgelegt, die meisten Hefte sind vergriffen. Nächstes Jahr will DC das nachholen mit einem Paperback; was drin sein wird, ist noch unklar. Bis dahin können Fans die Lektüre digital nachholen, denn DC setzt die Digitalisierung seiner Elseworlds-Storys fort: Nach langem Stillstand wurden in den vergangenen Wochen bei Comixology mehrere Comics neu veröffentlicht – und zwar sehr preiswert. Derzeit gibt es diese Batman-Comics und ein Justice-League-Comic (in englischer Sprache):

Welche davon lesenswert sind, kann man unter den jeweiligen Links nachlesen. Die fehlenden Besprechungen werden hier noch nachgeholt werden.

Geschenke für den Batman-Fan

Was schenkt man einem wahren Batman-Fan zu Weihnachten?

In diesem Jahr ist es ganz einfach. Wer sich für die Frühzeit des Helden interessiert, wird ganz bestimmt mit einem dicken Wälzer glücklich: dem Golden Age Omnibus. Auf über 800 Seiten werden die ersten Storys aus Detective Comics #27-56 und Batman #1-7 geboten (auf englisch). Kosten: 75 US-Dollar. Gut angelegtes Geld. (Ein Pendant gibt es auch zu Superman.) Deutlich billiger davon kommt man mit dem Geschichtsbildband The Golden Age of DC Comics vom Taschen-Verlag (40 Euro). Davon sind mittlerweile auch Bände zum Silver Age und Bronze Age (bis 1985) erschienen. Es handelt sich dabei um 400 Seiten starke, reichlich illustrierte und höchst informative Bücher voller Comic-Cover, Fotos und Nostalgie. Absolute Standardwerke für Superhelden-Fans.

Eine Sparausgabe nur für Batman-Fans ist The Little Book of Batman (8 Euro). Darin versammelt der Taschen-Verlag auf rund 200 kleinen Seiten eine Art Best-of aus den oben genannten Großwerken bzw. aus dem Riesenband 75 Jahre DC Comics, der 2010 erschienen ist. Auch wenn das Format des Batman-Büchleins dagegen mickrig wirkt, sind doch sehr viele Infos und viel unnützes Wissen zusammengetragen, sodass selbst ein alter Fan noch einiges Neues und Kurioses aus der langen Batman-Geschichte entdecken kann. Einziger Nachteil: während das Vorwort von Paul Levitz (Warum lieben wir Batman?) in deutsch, englisch und französisch geliefert wird, sind die Bildtexte (die den größten Teil des Buches ausmachen) nur auf englisch. (Die Little Books gibt es auch zu Superman und Wonder Woman.)

Für 60’s-Nostalgiker bietet sich die DVD-/Blu-ray-Box Batman – Die komplette Serie an (etwa 50/65 Euro). Auf 18 Discs kann man sich die absurden, knallbunten und überdrehten Folgen mit Adam West und Burt Ward ansehen – falls man diesen LSD-Trip so lange aushält. Als Kostprobe empfiehlt sich der Kinofilm zur Serie Batman hält die Welt in Atem (ebenfalls auf Blu-ray erhältlich). Damit ist alles gesagt.

Zum 75-jährigen Jubiläum des Jokers hat der Panini-Verlag eine 372-Seiten-Anthologie mit 18 der besten Geschichten herausgebracht (30 Euro). Bereits im Vorjahr ist eine umfassende Batman-Anthologie erschienen. Das US-Pendant von DC Comics ist der Band Joker: A Celebration of 75 Years. In der Reihe wurden auch Bände zu Batman, Robin und zuletzt Catwoman herausgebracht.

Ansonsten gibt es Batman-USB-Sticks (von Emtec, 7 Euro für 8GB), Batman-Ausstechformen für Kekse, Batman-Backformen für Kuchen, Batman-Eierbecher, Batman-Unterhosen, Batman-Gummi-Enten, Batman-Lego und Batman-Düfte. An Ideen mangelt es der Merchandise-Industrie nicht. Alles Blödsinn, versteht sich. Denn das einzige, was ein wahrer Batman-Fan abseits von Büchern, Comics und Filmen wirklich braucht, ist ein T-Shirt: grau und mit schwarzem Batman-Symbol auf der Brust. Ganz einfach und klassisch, ohne peinlich zu sein. Kostet etwa 20 Euro. Man sollte beachten, dass es sich um lizensiertes Produkt mit hochwertigem Aufdruck handelt. Mit so einem T-Shirt fühlt sich jeder schon gleich viel heroischer.

The Greatest Gladiator Match in the History of the World

Superman versus Batman, mit Wonder Woman versus Doomsday! Der neue Trailer zu Batman v Superman: Dawn of Justice ist mal wieder ein Fest für Fans und lässt die Erwartungen an das Gipfeltreffen noch steigen. Nicht genug, dass die größten Helden von DC Comics gegeneinander antreten, nicht nur, dass Wonder Woman (und auch Aquaman, nicht im Trailer) hinzukommen, Lex Luthor erschafft mit Doomsday auch einen Widersacher, den die Helden vereint bekämpfen müssen. Die Zerstörungsorgie von Man of Steel geht damit in Runde 2 … Hoffentlich nicht ganz so ermüdend.

Doch der neue Trailer verspricht auch harte Wortgefechte zwischen Clark Kent und Bruce Wayne: Während Kent nicht viel von Batman aus Gotham hält, hat Wayne etwas gegen den Übermenschen, der Metropolis zerlegt hat. Warum? Schlechte Erfahrungen mit „freaks dressed like clowns“ … Batman zeigt nicht nur rhetorische Stärke, sondern geht auch ziemlich rabiat gegen seine menschlichen Gegner vor, auf der Haut eines Schurken hinterlässt er offenbar ein Brandmal in Form einer Fledermaus. Und damit wirkt er ebenso zweifelhaft wie der Halbgott, den er bekämpft.

Eine interessante Figur verspricht Lex Luthor zu werden: Jesse Eisenberg verkörpert einen quirligen, geschwätzigen Gesellschafter, der es nach eigenen Angaben liebt, Menschen zusammenzubringen – wie etwa Clark Kent und Bruce Wayne. Beim Händedruck mit Kent warnt er Wayne: „you should not pick a fight with this person“ und als es dann doch zum Kampf kommt, bringt er es auf den Punkt: „the greatest gladiator match in the history of the world“. Alfred ist mal wieder die Stimme der Vernunft, der Batman sagt, er könne den Kampf gegen Superman nicht gewinnen. Und Superman bekräftigt, dass er noch einmal, dass er Batman töten könnte – wenn er wollte.

Rätsel geben noch immer die dystopischen Szenen auf, die Superman als faschistoiden Anführer einer eigenen Armee und Batman als Widerstandskämpfer im Ledermantel zeigen. Eine Vorschau auf die Zukunft? Eine Vision? Ein Traum? Man weiß es nicht. Lassen wir die Spekulationen, lassen wir uns lieber überraschen. Falls die ganzen Teaser und Trailer überhaupt noch eine Überraschung übrig lassen. Langsam stellt sich das Gefühl ein, man hätte den halben Film bereits gesehen.

Neue Batman US-Comics: Vorschau auf 2016

Batman Europa

DC Comics

Das Jahr ist noch nicht vorüber und schon gibt es allen Grund zur Vorfreude auf nächstes Jahr. Nicht bloß wegen des Kinofilms Batman v Superman im März, auch wegen der vielen Comics, die DC angekündigt hat. Abgesehen von die Fortsetzung der regulären Batman-Serie von Scott Snyder und Greg Capullo, die bisher viel Spaß gemacht hat, freuen wir uns auf das Prequel zu The Dark Knight Returns: Last Crusade, die Mini-Serie Batman Europa sowie Batman & Robin Eternal. Ansonsten bin ich gespannt auf die erste Batman-Elseworlds-Anthologie, von der man noch nicht weiß, was drin sein wird. Hoffentlich werden es einige Perlen sein, die bisher schwer aufzutreiben waren.

DC Comics

DC Comics

Besonders neugierig macht eine Ankündigung für Juni: Dann soll Paul Dinis Dark Night: A True Batman Story bei Vertigo erscheinen, eine autobiografische Geschichte, in der der Autor (The Animated Series, Mad Love) schildert, wie er vor über 20 Jahren Opfer eines traumatischen Raubüberfalls wurde. Batman und Schurken wie der Joker übernehmen darin die Funktion eines Chores in der griechischen Tragödie, indem sie dem Helden Ratschläge erteilen – weil ihm sonst in der Krise niemand zu Hilfe eilt. „You have to be your own hero“, sagt Dini. Das 121-Seiten-Buch wird gezeichnet von Eduardo Risso (Batman: Broken City). Die Pressemitteilung von DC Comics gibt es hier.

Hier eine Übersicht der Neuerscheinungen 2016 (Tipps sind unterstrichen):

Januar

  • Detective Comics Vol. 7: Anarky (Hardcover)
  • Detective Comics Vol. 6: Icarus (Softcover)
  • Superman/Batman/Wonder Woman: Trinity Deluxe Edition (Matt Wagner)
  • The Batman/Judge Dredd Collection (alle Crossover in einem Band)

Februar

Batman #41 (DC Comics)

Batman #41 (DC Comics)

März

April

  • Batman Europa (Hardcover der vierteiligen Mini-Serie von Matteo Casali und Brian Azzarello)
  • Robin War (Hardcover)
  • Batman Arkham: Scarecrow (Anthologie)
  • Batman Adventures Vol. 4
  • Superman/Batman Vol. 3

Mai

Juni

Juli

  • Batman Arkham: Killer Croc (Anthologie)
  • Batman/TMNT (Paperback): Batman trifft die Turtles (Crossover)
  • Elseworlds: Superman Vol. 1 (enthält Speeding Bullets, Kamandi: At Earths End, Kal, Superman: At Earths End, Superman/Batman Doom Link, Superman/Wonder Woman: Whom Gods Destroy)
  • Batman: The Golden Age Vol. 1 (Paperback, enthält Detective Comics #27-45, Batman #1-3 and New York World’s Fair Comics #1)

August

  • Detective Comics Vol. 8: Blood of Heroes (Hardcover)
  • Batman/Superman Vol. 5 (Hardcover)
  • Batman/Superman Vol. 4 (Softcover)
  • New Gotham (Storyline Evolution, Detective Comics #742-753, von Autor Greg Rucka)
  • Batman Noir: The Killing Joke (der Klassiker in Schwarz-weiß)
  • Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2 (Hardcover)

(Dieser Artikel wurde am 13.12.2015 und am 18.8.2016 aktualisiert.)

Welke Blüten

DC Comics

DC Comics

Titel: Legends of the Dark Knight Vol. 5

Autor/Zeichner: Ron Marz, Aaron Lopresti u.a./diverse

Erschienen: 2015


„The tale is in the telling.“ (Edgar)

Anthologie bedeutet ursprünglich Blütensammlung. Doch wie so oft sind es nicht bloß schöne Blüten, die gesammelt werden. Die Qualität schwankt. So ist es auch mit den Legends of the Dark Knight. Leider ist Band fünf besonders schwach geworden. Denn die Fantasie treibt hier keine Blüten: Mäßig inspirierte Autoren steuern sechs Geschichten bei, die von mäßig begabten Zeichnern inszeniert werden.

Es beginnt mit einer Story von Aaron Lopresti um einen verrückten Wissenschaftler, der Batman zu klonen versucht und dabei ein Monster erschafft. Diese Frankenstein-Adaption ist nicht nur allzu platt, die Idee wurde bereits in einer Elseworlds-Geschichte realisiert – und zwar viel interessanter. Bei einem Klassiker der Literatur bedient sich auch Nevermore, eine Adaption der Edgar Allan Poe-Story Das verräterische Herz. Allerdings ist hier Poe selbst der Schurke – oder wenigstens ein Irrer, der sich so inszeniert und seine Handlanger nach Poe-Figuren geformt hat. Das Ganze soll wohl eine Hommage sein, aber es wirkt so uninspiriert, als hätte man bloß ein paar bekannte Motive auf einen Haufen geworfen. (Eine ähnliche Idee wurde ebenfalls bereits verwendet, in der fünfteiligen Elseworlds-Miniserie Nevermore.)

Eine ausführliche Story ist dem Riddler gewidmet, eine andere handelt von neuen Gegnern, einem zündelnden Rächer und einem menschenaussaugenden Monster. Zum Schluss müssen sich Robin (Dick Grayson) und Batgirl nach einem Ausbruch aus Arkham fragen, was Batman tun würde, um Killer Croc, Man-Bat und Clayface wiedereinzufangen. Batman erscheint hier als graue Eminenz im Hintergrund, die für alles einen Plan hat – was natürlich nicht immer so ist.

Nichts davon vermag zu fesseln, nichts davon unterhält besonders. Man nimmt es zur Kenntnis und hat es sofort wieder vergessen. Wahre Legenden sehen anders aus. Diese Blütensammlung enthält bloß welkes Zeug.

Mehr zum Thema:

Dark Knight III: Der erste Eindruck

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book One

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2015


„A good death? There’s no such thing.“

Endlich: da ist das erste Heft von Dark Knight III: The Master Race ist da. Obwohl ich lieber Storys am Stück lese, wollte ich nicht bis nächstes Jahr warten bis das Paperback herauskommt. Nach all den Vorberichten war ich zu gespannt, um mir die Erstausgabe entgehen zu lassen – schon allein wegen des Gimmicks Mini-Comic.

Der erste Eindruck: das Warten hat sich gelohnt. Die Story ist mitreißend erzählt, in Wort wie im Bild. Der Stil klingt ganz nach dem Frank Miller der 80er Jahre, selbst Andy Kuberts Zeichnungen erinnern an die Vorlage; auch Miller selbst überzeugt mit seinem Zeichenstift im Mini-Comic zu Atom, das in der Heftmitte an einem Pappeinleger befestigt ist (gut gelöst). Und es gibt einige Überraschungen.

In Kürze: Batman ist wieder da. Und auch Gotham. Wir sehen den Dunklen Ritter wieder auf der Straße, wie er Cops aufmischt. Die Medienresonanz ist gewaltig. Comissioner Ellen Yindel muss sich erneut rechtfertigen. Parallel dazu erlegt Wonder Woman (immer noch in engen Boxer Shorts) einen Minotaurus, Superman ist in seiner Festung der Einsamkeit buchstäblich auf Eis gelegt und ihre gemeinsame Tochter Lara will die Einwohner der Flaschenstadt Kandor befreien, hier kommt Atom ins Spiel.

Und jetzt kommt der Spoiler:

(mehr …)

Letzte Ehre für Batman

DC Comics

DC Comics

Titel: Whatever Happened to the Caped Crusader? (dt. Was wurde aus dem Dunklen Ritter?)

Autor/Zeichner: Neil Gaiman/Andy Kubert

Erschienen: 2009 (Batman #686, Detective Comics #853, Paperback 2010)


„I do not believe the Batman would ever lie down and die.“ (Alfred Pennyworth)

„It doesn’t matter what the story is, some things never change.“ (Batman)

Batman ist tot. Oder doch nicht? Vielleicht ist er nur verschollen in der Zeit. Denn eins ist klar: Batman kann nicht sterben. Und selbst wenn, er muss wiedergeboren werden – irgendwie. Aber was wäre, wenn Batman tot wäre? Würde sein treuer Butler Alfred eine Trauerfeier im Hinterzimmer einer Bar der Crime Alley abhalten? Würden dann Polizisten wie Gordon zusammen mit allen Superschurken wie dem Joker, Two-Face und dem Pinguin vorbeischauen, um dem Mann, den sie jahrelang bekämpft haben, die letzte Ehre zu erweisen? Würde sie am offenen Sarg stehen, in dem ein kostümierter Batman läge, und davon erzählen, wie er starb? Dann nämlich hätte jeder eine andere Version der Geschichte: Catwoman hätte ihn verletzt aufgefunden und verbluten lassen, Alfred hätte sich selbst zum Joker gemacht und der Riddler hätte Batman erschossen … Batmans Bewusstsein sieht und hört dieser Feier zu und fragt sich: Was soll das Ganze?

Neil Gaimans (Sandman) und Andy Kuberts „letzte Batman-Story“ ist eine wunderbare Hommage an den Mythos Batman sowie die Autoren und Zeichner, die ihn über die Jahre geprägt haben. (Vor allem an die Story Where Were You on the Night the Batman Was Killed?) Aber es ist noch mehr: In dieser Phantasmagorie eines Nahtoderlebnisses werden viele Möglichkeiten an Erscheinungsformen und Geschichten durchgespielt, darin Batmans Wesen auf den Punkt gebracht, geradezu genial werden Tod und Wiedergeburt vernküpft, perfekt greifen Text und Bild ineinander. Wäre dies wirklich die letzte Batman-Story, bildete sie einen würdigen Abschluss. Whatever Happened to the Caped Crusader ist ein Fest für Fans und solche, die es werden wollen.

(Das Paperback enthält zudem drei weitere Batman-Storys von Gaiman, darunter auch eine aus Black & White Vol. 1.)

>> Batman 2000-2011

Frank Miller plant Dark Knight 4

DC Comics

DC Comics

Frank Miller ruht nicht. Und er lässt auch seinen Batman nicht ruhen. Eine Woche vor dem Start von Dark Knight III: The Master Race hat der Autor einen vierten Teil angekündigt. Er soll den (vorläufigen) Abschluss der Geschichte bilden. Aber auch das ist nicht das Ende: Denn außerdem plant Miller eine Spin-off-Serie um den weiblichen Robin Carrie Kelley, wobei er Kinder als Zielgruppe nennt. Beides will er wieder alleine schreiben; ob er wieder zeichnen wird, ist unklar. Bei Teil drei arbeitet er mit Co-Autor Brian Azzarello zusammen, Hauptzeichner ist Andy Kubert. Die erste Ausgabe kommt am 25. November heraus, sieben weitere folgen.

Das Dark Knight-Universum erweitert sich auch retroaktiv: Zuvor wurde das Prequel Last Crusade angekündigt, geschrieben von Miller und Azzarello und gezeichnet von John Romita Jr. Der 64-Seiten-One-Shot soll erzählen, wie Robin Jason Todd beim Kampf gegen den Joker umgekommen ist. Erscheinen soll es am 17. Februar 2017.