Da sich Dark Knight III – Book 3 um einen Monat verspäten wird, vertröstet DC seine Fans mit fünf neuen Motiven, also fünf weiteren Variant Covern. Die Zeichner wiederholen sich wie die Motive. Passend zum Kinofilm Batman v Superman wird auf zwei Titelblättern weiter der Kampf der Helden aus The Dark Knight Returns ausgeschlachtet, Scott McDaniel setzt bei seiner Batman und Robin-Darstellung auf harte Schwarz-weiß-Kontraste, was das Auge aber nur bedingt erfreut, weil so ein zu unruhiger Eindruck entsteht. Allein Jim Lee reißt es raus: Er zeigt Batman beim Schießen mit einem Gewehr. Diese Szene gibt es ähnlich auch im ersten Teil und es ist eine ambige Sequenz, in der nicht klar wird, ob Batman einen Gegner nur anschießt oder erschießt – in jedem Fall benutzt er eine Handfeuerwaffe und bricht damit ein eisernes Prinzip … In jedem Fall ein starkes Motiv.
Frank Miller hat sich für Wonder Woman entschieden, die wie auch in DK III noch brachialer als Kriegerin erscheint. Das letzte Motiv zeigt das reguläre Cover zum Mini-Comic, das Green Lantern gewidmet ist. John Romita Jr. zeigt ihn bei einer anstrengend wirkenden Pose, fast als verschwendete Hal Jordan die ganze grüne Energie seines Rings, um einen Spagat hinzukriegen. Naja, begnügen wir uns damit. Am 24. Februar kommt hoffentlich der nächste Teil der Story – und darauf kommt es an.
P.S.: Wie die regulären Cover zu DK III #3-4 aussehen, habe ich bereits hier gezeigt.
„Dressing like a bat doesn’t make you a hero. It just makes you a target.“ (Batman)
Die Batman-Familie ist eine ambige Angelegenheit. Eigentlich ist Batman ein Einzelgänger. Ein Einzelkämpfer. Aber dann kam der bunte, lachende Robin. Und damit niemand auf die abstruse Idee einer Schwulen-WG kam, stellte man ihm Batwoman zur Seite, dann Batgirl, einen Hund, einen Kobold. Aus Nightwing wurde Robin, es kamen drei bis vier Nachfolger, starben und kamen in anderen Formen wieder, ebenso wie die Batgirls. Ganz zu schweigen von den anderen Batmen, die Filialen in der ganzen Welt betreiben.
Das Gute an dieser Familie ist, dass es eine Reihe von Stellvertretern gibt, wenn Batman mal fehlt. Die Tatsache, dass es immer mehrere Aspiranten auf das Amt gibt und sich die Nachfolger schwer damit tun, spricht für sich: es kann nur einen geben – und das ist Bruce Wayne. Alle anderen sind also bloßes Beiwerk und daher auch verzichtbar. Dass sie immer in Batmans Schatten stehen werden und den Kampf eines anderen kämpfen werden, darin besteht der gemeinsame Grundkonflikt all dieser Figuren. Nun gut, weil Batman allein auch mal langweilig wird und der Rest der Familie dank der langen Tradition nun mal da ist (einige von ihnen sind zugegebenermaßen sogar interessante Charaktere), gibt es eben auch Familiengeschichten, auch wenn es zuletzt Überhand nimmt (siehe Batman Eternal).
Auch im Universum der jüngsten Animationsfilme ist Batman nie genug. Aber selbst Nightwing und Robin reichen offenbar nicht. In Bad Blood nimmt sich auch Batwoman des Verbrechens an (zuletzt war sie in Mystery of the Batwoman im Film zu sehen). Sie schlägt sich auf eigene Faust durch, gehört aber (noch) nicht zur „Familie“, Batman ist nicht erfreut, aber hilft dennoch aus, als es darum geht, eine Bande von Schurken zu erledigen. Bei dem gemeinsamen Einsatz geht Batman verloren. Als sich die Sache herumspricht, entsteht ein Machtvakuum. Dick Grayson steigt ins Batman-Kostüm und nimmt es mit Black Mask auf. Während ein neuer Schurke namens The Heretic, ein Muskelberg mit Batman-Maske, zusammen mit anderen Technologie aus Waynes Firma raubt, wird Wayne von Talia al Ghul einer Gehirnwäsche unterzogen, bei der er sein Trauma als eine Reihe von Albträumen durchlebt. Schließlich wird auch Robin (Damian Wayne) gefangengenommen. Am Ende geht es darum, die Poltiker der Welt unter Kontrolle zu bringen. Es kommt zum Kampf zwischen Batman und Nightwing …
Im Laufe der Handlung schließt sich noch Luke Fox als Batwing der Bat-Familie an. Zusammen mit Batman sind es damit fünf. Die vielen Figuren sind der größte Schwachpunkt des Films, denn dadurch wirken die einzelnen Charaktere oberflächlich. Allen voran Nightwing, der – anders als in den Comics – kaum dazu kommt, mit der angenommenen Batman-Rolle zu hadern. Dafür ist in 70 Minuten Film kaum Zeit. Am meisten Raum bekommt Batwoman (Kate Kane), sie ist die eigentliche Heldin des Films – und das sogar eine sympathische. Die Rolle der Schurkin Talia schwankt von Film zu Film: mal sorgt sie sich um ihren Sohn Damian, dann wieder nicht, schließlich erweist sie sich als plumper Machtmensch im Sinne ihres Vaters Ra’s. Ihr Ziel ist so beliebig und vage, dass es einen kaltlässt. Darüber hinaus wäre es zu wünschen, wenn nicht wieder (zum dritten Mal) die Familie al Ghul der Gegner wäre. Es gibt noch so viele Schurken, die man einsetzen und ausbauen könnte. Hier aber hat der Mad Hatter bloß einen enttäuschenden Gastauftritt als Handlanger. Alle anderen bösen Buben im Film wie Black Mask, Firefly und Killer Moth sind nicht mehr als Kanonenfutter.
Bad Blood setzt auf starke Action-Szenen und markige Sprüche. Wer nicht mehr verlangt, kommt auf seine Kosten. Die Pointen sitzen wie die Schläge. Wie schon beim Vorgänger Batman vs. Robin ersetzt der Film aber kaum das Lesevergnügen der Comics, bei denen er sich bedient: Battle for the Cowl, Long Shadows, Batwoman: Elegy und Batman Incorporated. (Besprechungen für die ausstehenden folgen.)
„Everything I am is because of him. I’m just not sure I can be him. Or that I want to.“ (Dick Grayson)
„You really believe everything that he was is a suit? A car? Body armor? A cowl? No. Batman’s dead. So what does that make you?!“
Nachdem Dick Grayson den Kampf um Batmans Nachfolge für sich entschieden hat, hadert er immer noch damit, das Kostüm anzulegen. Lieber versucht er als Nightwing (im Batmobil) für Recht und Ordnung zu sorgen. Als er sich endlich dazu durchringt, als Batman aufzutreten, fällt der Öffentlichkeit ein neuer Stil auf: Batman kämpft anders, scheut keine Kameras – und er lächelt während er Gangster aufmischt. Vor allem Two-Face hat seine Zweifel, dass sein Erzfeind doch noch leben könnte. Also plant er, dem Neuen zu Hause einen Besuch abzustatten und den Hochstapler zu überführen. Doch Dick Grayson geht in seiner neuen Rolle so sehr auf, dass er sehr überzeugend sein kann …
Man kann Long Shadows nach Battle for the Cowl als eine weitere Übergangs-Story abtun, die einen Generationswechsel einleiten soll. Aber damit wäre ihr Unrecht getan. Es ist eine ungewöhnliche Erzählung, die nicht vom Plot oder der Action lebt, sondern von einem Konflikt: Dick Grayson, der erste Robin, der sich als Nightwing von Batman emanzipiert hat, kämpft mit dem Mythos, den sein Mentor ihm hinterlassen hat. Dick ist klar, dass sich das Original nicht einfach ersetzen lässt, aber ein neuer Batman nötig ist. Nach langem Zögern und Zweifeln wird er das, was er nur werden kann: ein neuer Batman, keine Kopie des Alten.
Gerade die Zeit, die sich Judd Winick mit der Entwicklung des Hauptcharakters lässt, ist die große Stärke des Bandes. Zudem sehen wir einen Alfred, der um seinen verlorenen Sohn trauert, sowie Superman und Wonder Woman, die in einem der bewegendsten Momente Batmans Maske und Umhang in die Bathöhle überführen. Am Ende überzeugt die Einsicht, die Batman seinem alten Widersacher vermittelt: dass er sich verändern kann. Eben das ist das Geheimnis seines Erfolges.
„I don’t want to go down there. It’s dark! And I’m afraid.“ (Batman)
Eine altbekannte Geschichte: Der kleine Kal-El kommt mit seinen Eltern Jor-El und Lara aus dem Kino, als ein Unbekannter die Eltern erschießt. Und dann gibt es noch die von Bruce Wayne, der der Zerstörung seines Heimatplaneten zusehen muss … Moment mal, da stimmt doch was nicht! Was nach Elseworlds klingt, sind in Wahrheit Träume, die Superman und Batman plagen, eingepflanzt von bösen Mächten aus der Hölle. Der Dämon Tullus will nach einem Jahrtausend in Knechtschaft seinen Fluch loswerden und sucht sich nicht nur Hilfe bei der ebenfalls Verdammten Silver Banshee, sondern auch bei Superman und Batman. Das Ergebnis ist eine gegenläufige Bewegung: Während Superman zu einem rücksichtlosen Haudrauf wird, wird Batman zu einem feigen Waschlappen, dem sein Cape hängenbleibt und der sich vor der Dunkelheit fürchtet. Dann wird Superman zum Diener des Bösen und es liegt an Batman, sich zusammenzureißen und seinem Kumpel wieder Vernunft einzuprügeln …
Die etwas altbackene Story kommt leider dank eines steifen, pathetischen Schreibstils gänzlich ohne Pointen oder Humor aus. Dafür sind die gemalten Panels von Daniel Brereton ein Hingucker. Dämonen erscheinen hier besonders teuflisch, Helden noch heroischer. Die Geschichte wäre auch interessanter, wenn man sie etwas geheimnisvoller erzählt hätte und nicht sozusagen ‚bei Adam und Eva‘ angefangen hätte, wo alles Mysteriöse gleich erklärt wird. Unterhaltsam ist es allemal, den beiden Protagonisten beim Rollentausch zuzusehen und beim Finale Batman in einer dämonischen Rüstung und Schottenrock gegen Superman kämpfen zu sehen. Batman schlägt mit dem Schwert auf Superman ein und muss sich dabei zurückhalten, um den alten Freund nicht zu töten. Die Gewalt dient der Rückbesinnung, damit sich Superman von seinem Fluch lossagt. Am Ende werden die beiden Kontrahenten wieder zum Team.
Bei einem Einsatz gegen den Dollmaker trifft Robin (Damian Wayne) auf den Killer Talon. Während sich Robin zurückhält, den Dollmaker zu töten, reißt Talon den Schurken das Herz heraus. Weil Talon eine Feder zurücklässt, geht Batman ihm nach und entdeckt weitere Eulenkrieger, die ihn umbringen wollen. Dahinter steckt der Geheimbund „Court of Owls“ (dt. Hof der Eulen, in den Comics Rat der Eulen genannt), der Gotham unter seine Kontrolle bringen und das Böse durch Mord auslöschen will. Als sie Bruce Wayne entführen, damit er sich ihnen anschließt, ist er mäßig begeistert. Dafür ist Damian umso anfälliger, als Talon versucht, ihn für sich zu gewinnen. Weil Damian immer noch der aufsässige Satansbraten ist, den man aus Son of Batman kennt, ein aufsässiges wie blutrünstiges Kind, das sich nur schwer zähmen lässt, hat der Killer mehr Erfolg bei ihm als der überforderte Vater. Es kommt zum Kampf zwischen Vater und Sohn …
Die Adaption der Snyder/Capullo-Story „Court of Owls“ greift bloß einige Kernelemente der Vorlage auf: den Orden, die Attentate auf Batman, den Gang durch das unterirdische Labyrinth sowie den Überfall auf Wayne Manor. Die Motivation der Eulen ist eine andere, und weil der Hintergrund dafür fehlt, bleibt sie auch vage. Ansonsten dient die Geschichte bloß als Aufhänger, um den Vater-Sohn-Konflikt zuzuspitzen, was auch überzeugend gelingt. In dem Widerspruch von Talon und Batman findet sich Damian wieder bei der Suche nach Vorbildern, bzw. einem Vater und seinem Platz im Leben. Der Prolog mit dem Dollmaker greift lose die Story aus Detective Comics #1-4 (2011) auf, spitzt sie aber mit Horror-Elementen wie Zombie-Kindern noch zu. Dank herrlicher Kampfszenen und einigen knackigen Wortgefechten ist Batman vs. Robin ein unterhaltsamer Animationsfilm, der für sich genommen Spaß macht und als Fortsetzung funktioniert, auch wenn er den abgründigen Reiz seines Vorbilds vermissen lässt.
„The citizens of Gotham are looking for a savior.“
Seit Batman tot ist (oder wenigstens verschwunden, vgl. Final Crisis) herrscht in Gotham City das Chaos: Während sich die Banden von Pinguin und Two-Face bekriegen, heizt Black Mask die Stimmung noch zusätzlich auf. Er befreit die Insassen von Arkham Asylum, um sie für seine Sache einzuspannen, und jagt die Anstalt daraufhin in die Luft. Die verbliebene Batman-Familie bekommt Unterstützung vom „Network“, einem Zusammenschluss von Aushilfshelden. Nightwing (Dick Grayson) weigert sich, Batmans Nachfolge anzutreten, weil er Angst hat vor dem Scheitern. Andere Robins haben weniger Skrupel, die Fledermaus zu beerben, wie Tim Drake und Jason Todd – auch wenn letzterer nicht in Bruce Waynes Sinne handelt. Es kommt zum Kampf zwischen Dick und Jason. Am Ende ist ein neuer Batman gefunden.
Battle for the Cowl ist eine Übergangsstory, die dafür sorgt, dass Nightwing zu Batman wird. Und so liest sich die Geschichte auch: als leichte Unterhaltung für zwischendurch. Tony S. Daniel erweist sich erneut als Zeichner vor Kraft strotzender Astralkörper und spektakulärer Kampfszenen, aber als schwacher Erzähler. Zu abgehetzt und zu dicht vollgepackt wirkt die verhältnismäßig kurze Geschichte, vieles bleibt bloß angerissen, ohne erklärt zu werden. Die vielen Helden spielen nur eine marginale Rolle und nicht alle auf dem Cover kommen darin vor. Immerhin arbeitet der Autor den Grundkonflikt zwischen den beiden Batman-Rivalen ausführlich heraus.
Ergänzt wird die rasante Hauptgeschichte durch eine fade Nebenstory um Nebenfiguren wie Spoiler, Leslie Thompkins, Harvey Bullock und Vicky Vale. Man begreift nicht ganz, was das Ganze soll, bis am Ende die Reporterin endlich herausfindet, dass wer Bruce Wayne, Dick, Tim und Barbara Gordon wirklich sind. Das hat lange genug gedauert …
Bei DC Comics stehen offenbar große Veränderungen an. Wie Nerdist.com berichtet, könnten die Serien im Sommer (nach den Nummern 52) neu nummeriert werden. Offen ist, ob damit auch das Comic-Universum rebootet werden soll. Das wäre ein drastischer Einschnitt, wenn man bedenkt, dass das DC Universum erst 2011 mit der „The New 52“-Initiative einen Neustart bekam und die Continuity in weiten Teilen annulliert oder wenigstens überarbeitet wurde. Angeblich soll die Comic-Continuity zum Teil an die der TV-Serien (Arrow, Flash, Supergirl) angepasst werden. Doch bis auf eine mysteriöse Ankündigung der Herausgeber Jim Lee und Dan DiDio auf Twitter, auf dem bloß der Schriftzug „Rebirth“ auf einem blauen Vorhang zu sehen ist, gibt es nicht – der Rest ist noch Gerücht bzw. Spekulation.
DC Comics
Konkreter hingegen sind die Pläne für Batman: Autor Scott Snyder soll die Hauptserie verlassen, dafür aber Detective Comics übernehmen. Damit soll er mehr Freiheiten bekommen, Charaktere zu entwickeln, statt wie bisher dem Druck ausgesetzt zu sein, am Fließband Events wie Court of Owls, Death of a Family oder Zero Year schreiben zu müssen. Die Serie „Batman“ soll fortan zweimal statt einmal im Monat erscheinen. Snyder hat bereits 2011 bei Detective Comics angefangen, damals mit der Storyline The Black Mirror (dt. Der schwarze Spiegel). Wann der Wechsel vollzogen werden soll, ist noch unklar, vielleicht hängt er auch mit DCs „Rebirth“-Projekt zusammen.
Bereits im Oktober wurde berichtet, dass Batman-Zeichner Greg Capullo nach Ausgabe 51 eine kurze Pause machen wird, um an einem kleinen Projekt mit Mark Millar (Wanted, Kick Ass, Chrononauts) zu arbeiten. Snyder und Capullo arbeiten seit dem Reboot im Jahr 2011 zusammen und schaffen seitdem wegweisende Werke, die bei Kritik und Publikum gefeiert werden. Nebenher war Snyder auch als Co-Plotter neben James Tynion IV für die wöchentliche Serie Batman Eternal verantwortlich. Außerdem – weil er offenbar nebenher noch Kapazitäten frei hat – schrieb er für DC die Mini-Serie Superman Unchained und Swamp Thing sowie für andere Verlage American Vampire, The Wake und Wytches.
Die Traditionsserie Detective Comics, in der Batman 1939 seinen ersten Auftritt hatte, war seit dem Reboot eine glücklose Angelegenheit: Mehrere Autoren und Zeichner versuchten ihr Glück, doch schafften sie bestenfalls Durchschnittsware. Allein die Jubiläums-Story Gothtopia und die Jubiläumsausgabe von Detective Comics #27 (beide enthalten in Volume 5) waren lesenswerte Comics.
„Perhaps they will even grow closer together, adopting and adapting each other’s methods and philosophies. Perhaps.“ (Perry White)
Es beginnt vielversprechend: Batman und Superman in Aktion in ihren jeweiligen Heimatstädten, Sequenzen ohne Worte, die sie zu ihren Erzfeinden führen – Joker und Lex Luthor. Dann folgt eine kurze Parallelmontage der beiden Schicksale: beide Helden sind Waisenkinder. Doch die Geschichte verläuft für sie jeweils anders: Batman düster, Superman strahlend.
Was liegt da näher, hat sich Autor Dave Gibbons (Zeichner der Watchmen) gedacht, als eine Geschichte über ein Waisenhaus? Eines mit düsterer Vergangenheit, wo Kinder zu Kriminellen herangezogen werden. Eines, das später von Lex Luthor gekauft und abgerissen werden soll, um Profit zu machen, eines, das neu aufgebaut werden soll, um den Verbrecher als Ehrenmann erscheinen zu lassen. Und irgendwie wird der Joker als Kontrahent schon reinpassen, und sei es nur, um Chaos zu stiften. So entsteht aus dem Kampf um Waisenhäuser ein Kampf um die Städte: Feuer in Gotham, ein Stromausfall in Metropolis mit Reaktorunfall.
Batman und Superman kennen sich schon, sind aber alles andere als Freunde. Hier werden sie zu skeptischen Verbündeten. Zunächst ermitteln sie in zivil in der Stadt des jeweils anderen. „Team up? Of course not!“, sagt Bruce Wayne zu Clark. Später, beim großen Finale, kooperieren sie doch. Aber man wird nicht den Eindruck los, dass die beiden Helden mit vereinten Kräften ziemlich unterfordert sind. Die meiste Zeit sind sie mit Lappalien beschäftigt: Brände löschen, Kinder retten, Superman darf einmal die Detonation einer Bombe abfangen, dann einen Kernreaktor ins All schmeißen. Der Joker erscheint eher wie ein Quälgeist als eine Gefahr, sodass Batman es am Ende auch nicht für nötig hält, ihn einzufangen und einzubuchten. Das ist etwa so spannend, wie beim Training der leichtesten Übungen zuzusehen.
Das einzige an der Story, was den Blick in dieses Buch lohnt, ist eine Szene, in der Superman Batman (völlig unvermittelt) den Film Zorro auf VHS schenkt – und gar nicht ahnt, welche Wunde er damit aufreißt. Vor allem aber sind die Zeichnungen reizvoll: Steve Rude lässt Superman und Batman im Stil des Golden Age und der Superman-Fleischer-Cartoons der 40er Jahre erscheinen. Dieser naive, unschuldige Strich funktioniert zwar visuell sehr gut, aber für die Story hätte man sich doch eine Herausforderung gewünscht, die dem Jahr 1990 angemessen gewesen wäre.
An Lesestoff mangelt es einem Batman-Fan wirklich nicht. Aber es ist schon sehr willkommen, wenn man jeden Monat auch noch ein Kapitel aus Dark Knight III – The Master Race (DK III, DK 3) bekommt. Das verkürzt auch die Wartezeit bis zum Film Batman v Superman. Es ist schon schwer genug, sich daran zu gewöhnen, einen Monat auf die Einzelhefte warten zu müssen, statt die gesamte Story am Stück zu lesen. Umso gieriger stürzt man sich auf sie, kaum dass sie erschienen sind. Doch dieses Mal stand der Fan enttäuscht im Comicladen: Ausgabe 3 war nicht da, obwohl sie am 20. Januar herauskommen sollte. DC hat den Erscheinungstermin auf den 24. Februar verlegt! Eigentlich sollte am 17. Februar das Prequel The Dark Knight Returns: Last Crusade erscheinen, aber der One-shot wurde sogar auf den 20. April verschoben. Für den gleichen Tag ist übrigens auch DK III #5 angekündigt, Ausgabe #4 soll am 16. März erscheinen.
Fraglich, ob sich die Termine halten lassen. Offenbar kommen die Autoren Frank Miller und Brian Azzarello oder die Zeichner nicht mit der Arbeit hinterher. Eine alte Angst kommt auf, dass die auf acht Teile angelegte Mini-Serie das gleiche Schicksal wie das unselige All-Star Batman ereilen könnte, einen Zehnteiler von Frank Miller und Jim Lee, der lange hinausgezögert und bis heute nicht fertiggestellt wurde. Bleibt nur eins: warten und hoffen. Und vielleicht noch einmal in die ersten beiden Hefte schauen. Oder sich damit trösten, dass es immerhin schon das Cover zu Ausgabe 5 gibt und es verspricht, wonach wir uns sehen: den ultimativen Kampf zwischen Batman und Superman.
„Is this the real life? Is this just fantasy?“ (Queen)
Wirkte der erste Suicide Squad-Trailer wie ein düsterer Psychothriller, wirkt der zweite wie eine Action-Komödie: laut, schnell, schrill. Mit Queens „Bohemian Rhapsody“, der von Realitätsverzerrung und Mord handelt, haben die Macher einen perfekten Song für die Untermalung ausgewählt. „Nothing really matters to me“, heißt es darin am Ende, und tatsächlich haben wir es mit einem Haufen Nihilisten zu tun. Die Task Force der gefährlichsten Kriminellen der Welt wird lakonisch eingeführt: Der eine erschießt Leute (Deadshot), der andere isst sie auf (Killer Croc), der andere verbrennt sie (El Diablo) – und Harley Quinn ist einfach nur verrückt. Und dann gibt es da noch unter anderen den sadistischen Joker (Jared Leto), der hier nur einen Satz zu bieten hat: „I can’t wait to show you my toys.“ Man sieht ihn in einen Chemietank springen, wahrscheinlich Harley hinterher, die er anschließend aus der Brühe fischt, wahrscheinlich rührt daher auch ihr blasser Teint.
In dem an Filmschnipseln völlig überladenen und schnell geschnittenen Video ist nur einer nicht zu sehen: Batman. Aber auch der Feind, gegen den die Suicide Squad eingesetzt wird, kommt darin nicht vor. Das ist auch ganz okay so, es soll ja nicht alles verraten werden (im Gegensatz zum Batman v Superman-Trailer, indem die ganze Geschichte erzählt wird). Was bleibt am Ende? Die Hoffnung, dass Regisseur David Ayer (nicht gerade für seine Subtilität bekannt) es nicht zu gut meint, dass es nicht allzu überdreht und anstregend wird, dass auch mit diesem Film das Fundament für ein stimmiges und aufregendes Filmuniversum gelegt wird. Wenn die Mischung stimmt, könnte Suicide Squad ein großer Spaß werden. Viel Sinn und Tiefgang darf man bei einem Haufen Verrückter ohnehin nicht erwarten.