Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Halb Superman, halb Batman, ganzer Schurke

Titel: The Composite Superman/The Return of the Composite Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Cary Bates/Curt Swan

Erschienen: 1964/1967 (World’s Finest (#142/168)


Joe Meach will der Welt beweisen, was für ein toller Typ er ist und springt von einem Hochhaus in einen Wassertank. Zum Glück ist Superman in der Nähe, der sieht, dass der Tank ein Leck hat, und Meach das Leben rettet. Er gibt ihm einen Job als Hausmeister im Superman-Museum. Durch einen Blitzeinschlag in eine Statuen-Sammlung der Legion of Superheroes bekommt Meach ihre Kräfte verliehen.

Als Composite-Superman, ein Held mit zwei halben Kostümen, erpresst er Superman und Batman: Entweder darf er bei ihnen mitmachen oder er verpetzt ihre wahre Identitäten. Sie nehmen ihn auf lassensich von ihm demütigen. Denn der Composite-Superman ist ihnen immer einen Schritt voraus. Schließlich zwingt er sie zum Aufhören. Wenn sie noch einmal ihre Kostüme anziehen, lässt er sie auffliegen.

In der Zwischenzeit hat sich der Schurke einen Palast gebaut und plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Superman und Batman lassen es darauf ankommen. Der Composite-Superman schnappt sie sich, fesselt Superman mit einem Kryptonitring und will sie bloßstellen, aber da schwinden seine Kräfte … Und sein Kostüm. Und sein Gedächtnis. Er wird wieder Hausmeister. Und die Helden finden ihn auch nicht wieder.

Ein paar Jahre später kehrt Joe Meach zurück. Ein Alien, das sich für seinen toten Vater an Batman und Superman rächen will, macht den Hausmeister wieder zum Composite-Superman. Kurz darauf erinnert er sich wieder an alles und stürzt sich auf seine Vorbilder und Feinde. Diesmal ist auch Robin dabei. Der Schurke verdreifacht sich und überwältigt sie in der Batcave. Superman muss Batman retten, im Boden zu versinken.

Später, während Superman herausfindet, dass Meach seine Kräfte von den Legion-Statuen hat, muss Batman feststellen, dass ein falscher Robin in seinem Batmobil sitzt – der echte würde sich nämlich immer anschnallen. Batman und Robin werden vom Composite Superman gefangen genommen, dann bekommt Superman dessen Kräfte zu spüren: Der Schurke bläst sich zum Ballon auf, zum Riesen, wird Elastic Lad. Und gerade als er die beiden Helden gefangen genommen und sie zur Hälfte in Antimaterie verwandelt hat, verliert er seine Kräfte.

Der wahre Übeltäter taucht mit seinem Ufo auf und will die Sache selbst mit einem Todesstrahl beenden, da wird Joe Meach wieder gut, rettet beiden das Leben und stirbt den Heldentod. Dafür widmen ihm Batman und Superman sogar ein Denkmal.

Das Cover, auf dem Batman, Superman und Robin Bruce Wayne, Clark Kent und Dick Grayson verhauen, hat allerdings nichts mit der Geschichte zu tun.

>> Liste der World’s Finest-Comics

80 Jahre Batman: Long Live the Bat

DC Comics

Batman feiert am 30. März Geburtstag – und DC hat Großes vor. Unter dem Motto „Long live the Bat“ sind in diesem Jahr mehrere Aktionen undgeplant. Die spektakulärste soll bereits am 15. März stattfinden. Bei der Konferenz South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas, will DC 1,5 Millionen Fledermäuse über der Congress Bridge fliegen lassen. Am offiziellen Batman-Tag am 21. September (das Datum ist völlig willkürlich gewählt) soll in Städten weltweit das Bat-Signal erstrahlen.

Wo genau und ob Deutschland dabeisein wird, ist noch offen. Überhaupt finden die meisten Events in den USA statt. Was wir von der ganzen Feierei haben werden, beschränkt sich vor allem auf die Lektüre der Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition (12. März) und von Detective Comics #1000, das am 27. März erscheint, im Juni folgt dazu die 160 Seiten starke Deluxe-Edition mit allen Variant Cover.

Das offizielle Plakat zur Aktion (siehe oben) stammt von José Luis García-López und Admira Wijaya. Und dann gibt es noch diese Spotify-Playlist mit 37 Stunden Bat-Music: Batman: The Ultimate Collection.

Superman für einen Tag

Titel: Batman The Superman of Planet X

Autor/Zeichner: Ed Herron/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (Batman #113), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„I wonder how my pal Superman would handle this situation?“ (Batman)

Seltsamerweise zieht Batman eines nachts alleine los. Und seltsamerweise wird er, als er im Batplane sitzt, in eine fremde Welt befördert: auf den Planeten Zur-En-Arrh. Der Bewohner Tlano, der sich von Batman hat inspirieren lassen und ein eigenes violett-rot-gelbes Kostüm trägt, hat sein Vorbild hergeholt, damit er die Welt von bösen Invasoren befreit. Warum? Weil Batman auf dem fremden Planeten über Superkräfte verfügt: er ist stark und unverwundbar wie Superman und kann fliegen.

Batman of Zur En Arrh

Batman, erfreut über seine neue Fähigkeiten, macht die Aliens spielend fertig, bis er erkennt, dass sie sich unsichtbar machen können, doch auch das Problem löst er schnell und besiegt den Feind, indem er dessen Riesen-Roboter verschrottet.

Der Batman von Zur-En-Arrh diente Grant Morrison als Vorbild für Batman R.I.P. Darin nimmt Batman diese Identität an, um sich vor einem Psychoangriff zu schützen. Die Identität wird zu seinem Notfallplan.

>> Batman in den 50ern

DC stellt Batman-Paperbacks auf Hardcover um

Die US-Paperbacks Detective Comics Vol. 1: Mythology und Batman Vol. 10: Knightmares sollten eigentlich im Sommer erscheinen. Nun hat DC hat sie nicht nur auf September und Oktober verschoben, sondern auch Namen, Umfang und Bindung geändert – es werden jetzt dicke Hardcover-Ausgaben. Mythology soll jetzt Arkham Knight heißen und neben Detective Comics #994-999 auch die Ausgaben #1001-1006 sowie eine Story aus #1000 enthalten; in Knightmares sollen Batman #61-63 und #66-74 drin sein. Bei Amazon.de sind die Preise für beide Bände noch auffallend niedrig – eine Gelegenheit, ein Schnäppchen zu machen.

DC will damit die Zahl seiner Veröffentlichungen reduzieren. Angekündigte Neuauflagen von Year One, The Black Glove Saga und JLA: Tower of Babel wurden wieder gestrichen, wie bleedingcool.com berichtet.

Das bedeutet: Detective Comics Vol. 9: Deface the Face (9. April) und Batman Vol. 9: The Tyrant Wing (26. März) werden die vorläufig letzten Paperbacks der Reihen sein. Damit kehrt der Verlag zurück zu seiner Veröffentlichungspolitik aus The New 52-Zeiten, als jedes halbe Jahr Hardcover-Sammelbände erschienen sind, nur diesmal mit doppeltem Umfang. Ob spätere Paperbacks geplant sind, ist noch nicht klar.

Seit Rebirth (2016) erschienen die Ausgaben der Serie nicht mehr monatlich, sondern alle zwei Wochen. Die Hefte wurden zuerst alle drei Monate in Paperbacks mit etwa sechs gesammelt, später in Deluxe-Editions mit etwa zwölf Heften. Events wie Night of the Monster Men oder The Button erschienen hingegen zuerst als Deluxe-Editions im Überformat.

Auch wenn das bedeutet, dass Paperback-Erstleser länger warten und tiefer in die Tasche greifen müssen, ergibt sich daraus die Chance, dass wieder mehr Einheitlichkeit im Regal entsteht. Durch das ständige Hin und Her von Hard- und Softcover war es zuletzt ziemlich chaotisch – nicht zuletzt auch wegen der Designänderungen.

Batman-Comics: Kraut und Rüben im Regal (Foto: Lukas Gedziorowski)

Batman in Ritterrüstung

DC Comics

Titel: The Armored Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #111)


Batman galt bereits seit 1940 als „Dark Knight“, später sogar als „Caped Crusader“, 1946 erlebte er ein Abenteuer am Hofe von King Arthur (Batman #36) und wurde zu Sir Hardi Le Noir, dem „Bold Black Knight“ geschlagen, allerdings noch ohne eine Rüstung zu tragen. 1950 tauchte dann „Knight“, ein gepanzerter Batman of England, auf. Aber erst 1957 stiegen Batman und Robin in Ritterrüstungen. Die Geschichte macht den Umstand nicht weniger kurioser.

Als in der Gotham City Hall of Fame eine Batman-Büste vorgestellt werden soll, droht ein Gauner namens Blair Graeme vor der Presse, es auf Batman abgesehen haben. Nachdem Batman davon erfährt, steigt er mit Robin in Ritterrüstungen. Reporterin Vicky Vale macht sich Sorgen, die Lage muss ernst sein, also versucht sie, Graeme zu finden, bevor er Batman erwischt.

So eine Rüstung hat natürlich ihre Vorteile. Wenn Löwen aus dem Zoo ausbrechen, können sie Batman nichts anhaben. Aber es gibt auch Nachteile. Weil der Panzer so schwer ist, muss Batman einen Bauarbeiter retten, indem er sich an einer Kette zu ihm schwingt – ein normales Seil reicht nicht mehr aus. Und als ihr Boot von den Bösen versenkt wird, sinken sie auf den Grund des Flusses.

Batman und Robin haben aber andere Sorgen als ein Attentat: Gangster haben einen atomaren Treibstoff gestohlen. Als sie im Geheimversteck eintreffen, schlüpfen sie aus ihren Ritterrüstungen und es zeigt sich, dass sie darunter Strahlenschutzanzüge tragen. Darin können sie unbeschadet gegen die Gauner vorgehen. Der ganze Aufwand mit den Rüstungen diente nur der Ablenkung. Graeme gibt es nicht – das war nur Batman.

>> Batman in den 50ern

Minnesänger grillt Batman

Minstrel mit Klampfe

Titel: The Minstrel’s Shakedown/Barbecued Batman? (dt. Minnesänger – Börsensprenger)

Drehbuch: Francis M. & Marian B. Cockrell

Erschienen: 1966 (Batman S02E05-06)


Ein neuer Gegner für Batman: Der Minstrel, ein Minnesänger, mischt die Börse von Gotham auf und erpresst sie, es wieder zu tun. Wie hat er das geschafft? Heute würde man ihn einen Hacker nennen. Aber wie kann ein mittelalterlicher Minnesänger zugleich ein elektronisches Genie sein? Eine seltsame Kombination, findet auch Gordon. Da wird er von Robin eines Besseren belehrt: Musik und Elektrizität werden beide durch Wellen übertragen. Und zwar durch fast identische Naturgesetze, ergänzt Batman. Es sei also logisch, dass ein krimineller Musiker sich so betätigt. Demnach könnte also jeder Pianist ohne Probleme zum Elektrotechniker umschulen oder andersrum – gut zu wissen.

Minstrel sprüht Funken

Die Polizei will helfen, sie macht sich Sorgen um das Dynamische Duo. Aber Batman winkt ab: Nach Pinguin, Archer, Clock King, King Tut und Catwoman, werden sie wohl auch mit diesem Minstrel fertig. Leichter gesagt als getan. Denn kaum stehen sie ihm zum ersten Mal gegenüber, kann er sie mit ein bisschen Funkensprühen von sich fernhalten. Auch wenn Batman seine Bat-Drone einsetzt, kann er nicht verhindern, in eine fiese Falle gelockt und auf einen rotierenden Radarwellen-Grill gebunden zu werden.

Batman und Robin werden gegrillt

Während die Helden langsam vor sich hinbrutzeln, singt Minstrel ein nettes kleines Lied:

Batman and Robin rotate and revolve
As the heat grows your bodies dissolve
When it’s still hotter, then you will melt
Nothing left but your utility belt.

Doch natürlich entkommen sie auch dieser Todesfalle ohne dass selbst ihre Capes Schaden nehmen. Minstrels Handlanger lassen sie ebenso laufen wie die hübsche Komplizin Octave, obwohl sie sich ihm freiwillig ergibt. Batman flirtet hart mit ihr: Allein vom Aussehen her sei er von ihrer Unschuld überzeugt. Er gibt ihr ihre Handtasche zurück – aber natürlich mit einer Wanze.

Kleiner Flirt, Batman-Style

Im Finale geht es um nichts Geringeres als das Ende der Welt. Der Minnesänger kann nämlich mit Ultraschallwellen Gebäude zum Schwanken bringen. Aber das klingt spektakulärer, als es ist.

Auch wenn die Episode sonst nicht viel zu bieten hat, gibt es zwei interessante Szenen, die den postmodernen Batman vorwegnehmen: In einer Szene hat Alfred ein Abendessen vorbereitet, aber Batman und Robin sind zu sehr mit Basteln beschäftigt. Ein Erdnussbutter- und Wasserkresse-Sandwich und ein Glas Milch hätten es auch getan, sagt Batman. Alfred macht sich Sorgen um ihre Gesundheit: die langen Arbeitszeiten und die ausgelassenen Mahlzeiten könnten zum Problem werden. Aber Batman ist sich sicher: Wir haben noch einige gute Jahre vor uns.

Essen ist fertig

In der zweiten Szene wagt es Chief O’Hara, das Dynamische Duo anzuzweifeln. Eigentlich wisse man nichts über die beiden, sagt er. Es seien nur zwei Maskierte, zwei Stimmen am Telefon – wo kommen sie her, wo gehen sie hin? Woher die Sicherheit, dass sie nicht selbst einmal zu Übeltätern werden? Gordon wird sauer, schreit ihn zusammen. Selbst als er sich entschuldigt, kennt der Commissioner keine Gnade: Batman und Robin auch nur infrage zu stellen, duldet er nicht. „They are the guardian angels of the city.“

Batman und die Bat-Drohne

Als der Minstrel endlich gefasst ist, will es Tante Harriet nicht wahrhaben. Kann ein Mann, der so schön singt, wirklich ein böser Mensch sein?, fragt sie sich. Selbst als der Minstrel am Ende droht, aus dem Knast auszubrechen und Batman zu töten, bittet sie Bruce, für den armen Mann ein gutes Wort beim Commissioner einzulegen. Kein Wunder, dass die Frau nie kapieren wird, dass sie mit Batman und Robin unter einem Dach wohnt.

Eine verkehrte Welt, in der die Besten angezweifelt und die Bösesten verklärt werden …

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Neue Paperbacks: Batman Damned & Gotham Knights

Für September 2019 hat DC vier neue Sammelbände angekündigt: Zunächst ist da die Mini-Serie Batman Damned von Brian Azzarello und Lee Bermejo (ohne Batmans Penis). Sie erscheint als Hardcover mit 192 Seiten unter DCs Black Label. In Deutschland bringt Panini Band 1 bereits am 26. März heraus, Band 2 ist für den 11. Juni angekündigt, später soll ein dritter Band folgen.

Batman Eternal ist bisher nur in Form von drei Paperbacks erschienen. Ein Omnibus wird alle Ausgaben der Serie in einem über 1000-Seiten starken Hardcover versammeln. Eine Neuausgabe der Mini-Serie Gotham After Midnight feiert das zehnjährige Bestehen der grandiosen Mini-Serie von Steve Niles und Kelley Jones.

Schließlich soll auch der Anfang gemacht werden, die Hefte der Serie Gotham Knights neu aufzulegen. Unter dem Titel Transference (so heißt ein Vierteiler über Hugo Strange) erscheinen die ersten zwölf Ausgaben. Bis auf Hush Returns und Hefte, die Teil größerer Crossover sind, wurden weitgehend nur die Backup-Storys der Serie als Batman Black and White Vol. 2 und 3 als Paperback veröffentlicht.

Gotham Knights erschien von 2000 bis 2006 und brachte es auf 74 Ausgaben. Das letzte Drittel nimmt überwiegend die Rückkehr von Hush ein. Die Serie ist auch deswegen besonders, weil es die erste ist, die von einer Frau gestartet und zum großen Teil geschrieben wurde: Devin Grayson. 29 Ausgaben stammen von ihr. Darüber hinaus war sie für Year One: Batman/Ra’s al Ghul, Nightwing, The Titans und Catwoman verantwortlich.

Angesichts von 80 Jahren Comicgeschichte ist es sehr verwunderlich, dass es nur eine Frau gibt, die für längere Zeit Batman schreiben durfte. Es ist höchste Zeit, das zu ändern. Angesichts der mäßigen Qualität, die Tom King als Autor gerade abliefert, täte frischer Wind ohnehin mal gut. Immerhin hat DC 2017 mit Joëlle Jones auch eine Zeichnerin an die Batman-Serie gelassen.

Zurück zu alter Stärke

DC Comics

Titel: Superman/Batman Vol. 4 (Torment/The Search for Kryptonite)

Autor/Zeichner: Alan Burnett, Dan Abnett, Michael Green, Mike Johnson, Andy Lanning/Dustin Nguyen, Shane Davis

Erschienen:  (Superman/Batman #37-49, Annual #2), Paperbacks 2008, Paperback 2016 (Superman/Batman Vol. 4)


Killer Croc stiehl ein mysteriöses Gerät von Lex Luthor. Daraufhin wird er von seinem Auftraggebeber, einem Monster namens Schrocken angegriffen. Batman untersucht den Fall. In der Zwischenzeit plagen Superman Visionen, die seine schlimmsten Alpträume werden lassen. Schließlich verschwindet er und wird von Scarecrow nach Apokolips gebracht. Der geschwächte Darkseid will mit Superman seine alter Stärke wiedererlangen. Nun muss Batman ihn retten …

Natürlich kommt es zum obligatorischen Kampf zwischen den Freunden. Batman hat später mit einem weit größerem Problem zu kämpfen: seinen Gefühlen. Denn nachdem er von Bekka, Orions Frau, gerettet wird, fühlt er sich zu ihr hingezogen wie sonst zu keiner Frau bisher. Batman gerät in Versuchung und zweifelt an seinem bisherigen Vorgehen, sich keine enge Bindung zu erlauben. Am Ende aber zeigt Batman seine Verbundenheit vor allem einem: Superman. Als dieser fragt: „Are you okay?“, antwortet Batman: „As long as you’re on my side again.“ Wahrer Männerfreundschaft kann auch eine Frau nichts anhaben …

Dieser selbstzweiflerisch-emotionale Aspekt macht Torment, die erste Story des vierten Superman/Batman-Bandes, zu einer interessanten Lektüre. Viel Abwechslung und einige Überraschungen, dazu solide Zeichnungen von Dustin Nguyen in bewährter Qualität halten bei Laune.

Auch die zweite große Story, „K“ (als Paperback „The Search for Kryptonite“), kann auf dem Niveau mithalten, vielleicht sogar noch steigern: Superman und Batman stellen fest, dass es einfach zu viel Kryptonit auf der Welt gibt – das Zeug ist einfach überall. Und weil es Supermans Leben bedroht, beschließen die beiden, das Gift auf der ganzen Welt zu suchen, zu sammeln und in die Sonne zu befördern.

Die Heldenreise führt die World’s Finest zum Meeresgrund, wo sie sich mit einem unkooperativen Prinzipienreiter (Aquaman) rumschlagen müssen, Batman springt in einen Vulkan und Superman reißt (in einem Schutzanzug) Metallo das Herz heraus. Dann finden die beiden aber, dass das größte Lager die US-Regierung hält und damit eine Spezialeinheit ausrüstet, um Superman bei Gefahr zu erledigen. Weil Superman das nicht einsieht und alles einkassieren will, schickt Amanda Waller, die hinter all dem steckt, einen Kryptonit-Doomsday auf Superman los – und der verwüstet Smallville.

Es ist eine Story, die so ziemlich alles bietet, was man sich von einem Gipfeltreffen der zwei größten DC-Helden erträumen kann: Superman und Batman bilden ein perfekt eingespieltes Dream-Team, das mit den größten Problemen fertig wird, es gibt Gastauftritte anderer großer Helden (z.B. Flash), persönliche Konflikte mit Lana Lang, Action und Dialoge halten sich die Waage, alle paar Seiten warten Überraschungen und das Ganze wird noch gewürzt durch eine feinen Prise Humor. Shane Davis (Superman: Earth One) inszeniert die Geschichte mit detailreichen Zeichnungen im Geiste eines Jim Lee, in denen die Helden eine prächtige Figur machen und in jedem Panel dramatisch erscheinen.

Natürlich kann man sich fragen, warum Amanda Waller Superman töten will und ein Monster züchten lässt, das sie nicht beherrscht, und auch der Konflikt mit Aquaman wirkt forciert, aber das sind verzeihliche Nebensächlichkeiten. Dieses Comic mag nicht das Beste sein, aber bietet trotzdem sehr gute Unterhaltung.

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batman und Superman: Wie alles begann

Titel: The Origin of the Superman-Batman-Team

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (World’s Finest #94)


Wie Batman und Superman das erste Mal aufeinandertrafen, ist eigentlich seit 1952 (Superman #76) bekannt: Sie begegneten sich auf einer Kreuzfahrt. Das war lustig. Doch sechs Jahre später will Batman uns weismachen, dass alles ganz anders war, bzw. dass es ein Treffen vor dem ersten Treffen gegeben hat.

Anlass für die Rückblende ist, dass Luthors wieder mal aus dem Gefägngnis ausbricht und damit prahlt, sich eines Tages an Superman und Metropolis zu rächen. Kaum hören Bruce und Dick die Nachricht, ziehen sie sich um und eilen nach Metropolis, weil sie glauben, sie könnten Superman helfen, falls Luthor Kryptonit benutzt. Schon das ist seltsam, denn dann müssten sie jedes Mal nach Metropolis fahren, aber sei’s drum.

Doch Superman lehnt ihre Hilfe ab. Bei ihrem Treffen hat er einen neuen Helfer dabei: Powerman, einen maskierten Helden, der nicht fliegen kann. Trotzdem folgt ihnen das Dynamische Duo und Batman erinnert sich an ihr erstes Treffen: Als die beiden einst beinen Schmuggler-Ring ausgehoben haben, hörten sie die Ganoven von Kryptonit sprechen. Daraufhin flogen sie nach Metropolis, um Superman zu warnen. Und das war auch gut so: Denn als Superman von Gangstern mit flüssigem Kryptonit bespritzt wurde und vom Himmel fiel, konnten sie ihm mit dem Bat-Plane das Leben retten.

Als sie es dann mit den Gangstern aufnahmen, verkleidete sich Batman als Superman, weil er immun gegen Kryptonit war. Dabei riskierte er aber trotzdem sein Leben, denn die Schurken wollten es daraufhin mit Blei versuchen, aber da war Superman schon zur Stelle. Der Beginn einer langen Freundschaft. Der Rollentausch erinnert an ihren zweiten gemeinsamen Auftritt in World’s Finest Comics #71 (1954) – seitdem eine Tradition.

Und ähnlich läuft es auch in der Gegenwart: Batman findet heraus, wie er Luthors Todesstrahlen von sich fernhalten kann, dann nimmt er ihm sein Kryptonit weg und rettet Superman das Leben. Und wer ist dieser Powerman? Es ist ein Roboter, den Superman gegen das Kryptonit einsetzen wollte, um nicht das Dynamische Duo zu gefährden. Na dann ist ja alles wieder gut …

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batman am Ende des Regenbogens

DC Comics

Titel: The Rainbow Creature

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #134), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Drei Jahre nachdem Batman in sein Regenbogen-Kostüm gestiegen ist, muss er es mit einem Regenbogen-Monster aufnehmen, und das kommt so: Batman und Robin sind in einem unbenannten südamerikanischen Land eingeladen, wo sie geholfen haben, die Armee um den Rebellen Diaz in die Flucht zu schlagen. Batman nennt ihn einen Gangster und einen Möchtegern-Diktator. Ohne Erklärung ist der Held plötzlich politisch im Ausland aktiv.

Kurz darauf verwüstet ein vierfarbiges Monster die Gegend. Leuchtet seine rote Farbe, brennt es sich durch Häuser, leuchtet die blaue, lässt es Kugeln und Brücken vor Kälte zerspringen, bei Gelb verwandelt es Objekte in Nebel, bei Grün werden Batman und Robin vorübergehend zu zweidimensionalen Wesen gepresst. Anschließend muss das Monster seine Farben (= Kräfte) wieder neu aufladen.

Dann greift auch noch Rebell Diaz wieder an. Seltsamerweise trägt er einen Konquistadoren-Helm, während seine Leute Sombreros auf ihren Köpfen haben. Er behauptet, selbst für das Monster verantwortlich zu sein. Batman bezweifelt das und verjagt sie, indem er mit einem Prisma einen Angriff der Regenbogen-Kreatur vortäuscht. Doch wie hält er das Monster selbst auf, das nur ein „freak of nature“ ist? Ganz einfach: Er lässt es alle seine Kräfte auf einmal verbrauchen, dann kann er es zerschlagen.

Die Geschichte hat eine interessante Meta-Ebene: Farben sind die Kräfte der Comicfigur, farblos ist sie also machtlos, die größte Bedrohung für die Helden ist, dass sie zweidimensional werden und sich vom Wind wegtreiben lassen. Während das Monster an Farben verliert, verlieren Batman und Robin ihre Form. Im Wesentlichen wird hier also die Funktion des Mediums Comic selbst bedroht.

Man kann das auch als verschlüsselte Anspielung darauf sehen, wie sehr sich Batman von seinen Ursprüngen entfernt und in Sachen Science Fiction seinen Höhepunkt überschritten hat. Dazu würde auch dieser befremdliche politische Einsatz in Südamerika passen.

Der Regenbogen ist gleichzeitig Symbol der Bedrohung. War Batman vor drei Jahen noch selbst in ein buntes Kostüm gestiegen, so sind die Farben nun Warnsignale, dass es zu bunt getrieben wird und sich der Effekt der ständigen Selbstüberbietung verbraucht – bis hin zur platten Formlosigkeit ohne Gewicht. Mit anderen Worten: Batman kommt am Ende des Regenbogens an.

>> Batman in den 60ern