Robin

Batman als Alien

Titel: The Alien Batman/The Eight Wonder of Space

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958/1961 (Detective Comics #251/Batman #140)


In Gotham wird eine nicht genehmigte Landung registriert. Commissioner Gordon und Vicki Vale fahren hin und was sie sehen, können sie nicht glauben: Zwei Aliens fliegen mit einem Ufo weg – und eines der Aliens trägt ein Batman-Kostüm! Jetzt könnte man sagen: Eines der Aliens ist ein Batman-Fan, fliegt zu einem Maskenball oder die ganze Sache ist ein Schwindel. Stattdessen schöpfen Gordon und Vale einen bösen Verdacht: Könnte Batman ein feindseliges Alien sein?

Gordon stellt das Dynamische Duo zur Rede. Batman streitet alles ab. Seine Maske ablegen kann er nicht, sonst würde er seine Identität preisgeben, aber eine Untersuchung beim Arzt ergibt, dass sein Blut tatsächlich nicht von dieser Welt stammt.

Daraufhin beginnen die Spekulationen. Seine einstigen Freunde sehen seine frühreren Heldentaten in einem anderen Licht: Wie konnte Batman einen Arbeiter vor Hochspannung retten? Hat er vielleicht übermenschliche Kräfte? Kann er Gedanken lesen? Hat er sogar telekinetische Kräfte? Ist er unverwundbar? Und waren seine hanebüchenen Erklärungen für all das vielleicht doch nur Lügen? Auch die Menschen von Gotham sind verunsichert. Die besorgten Bürger befürchten finstere Machenschaften.

Während Polizei, Presse und Pöbel mit wilden Spekulationen beschäftigt sind, versuchen Batman und Robin mit guter alter Detektivarbeit den Fall zu lösen. Und tatsächlich ist die ganze Sache nur ein Trick gewesen, um Batmans Ruf zu schaden. Batman revanchiert sich, indem er vor den Gaunern so tut, als wäre er tatsächlich ein Alien mit spitzen Ohren und Fühlern.

Batman als Fake-Alien

Die Episode hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Erstens weil sie zeigt, wie schnell das Vetrauen in Batman verloren gehen kann, zweitens, wie paranoid und fremdenfeindlich die Menschen sein können. Darin wirkt noch die McCarthy-Ära der 50er nach. Denn man kann sich fragen: Selbst wenn Batman ein Alien wäre – was wäre daran so schlimm? Superman ist auch eins, aber daran stört sich niemand. Wahrscheinlich, weil Superman wie ein Mensch aussieht …

Drei Jahre später werden Batman und Robin tatsächlich in Aliens verwandelt. Während sie mit ihrem Batplane durch die Gegend düsen, bringt sie ein außerirdischer Energiestrahl auf einen anderen Planeten, wo sie sich (wegen der Atmosphäre) in grüne Männchen mit langen grünen Gesichtern und Fühlern verwandeln.

Gordon glaubt den beiden mal wieder nicht: „You’re lying!“ Er und Batwoman halten die Aliens für Betrüger. Batman kann die beiden überzeugen, indem er etwas über sie sagt, was nur er wissen kann. Aber ihre Verwandlung hat auch etwas Gutes: Als Aliens können Batman und Robin mit ihren telekinetischen Kräften die Yellow Sweater Gang aufhalten.

Batman als Alien

Nur was machen sie als Bruce Wayne und Dick Grayson? Bruce ist mit Kathy verabredet … Da hat Bruce eine Idee: Sie gehen zu einem Maskenball und er tut so, als würde er sich als Alien-Batman verkleiden. Doch Kathy findet das gar nicht witzig und knallt ihm die Tür vor der Nase zu. (Natürlich kommt sie nicht auf den naheliegenden Schluss.) Bruce‘ Plan geht auf.

Auch als Alien-Crimefighters haben die beiden weniger Glück: Da sie ihre Kräfte noch nicht im Griff haben, lassen sie die Gangster entwischen, als sie sie aufspüren, lassen sie sich gefangennehmen. Und als dann auch noch ihr Alien-Erscheinung von selbst schwindet, drohen sie aufzufliegen. Aber natürlich geht in letzter Minute alles wieder gut.

Aber das ist noch längst nicht die letzte verrückte Verwandlung, die Batman in den 60ern erleben darf. Es kommt noch viel dicker …

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Batman und Robin als Mumien

DC Comics

Titel: The Mummy Crime-Fighters

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #320)


Bruce Wayne und Dick Grayson fahren durch die Gegend, als sie zufällig sehen, wie eine außerirdische Raumkapsel neben ihnen abstürzt. An Bord entdecken sie neben einem kaputten Roboter-Piloten eine seltsame grüne Scheibe, die vor ihren Augen explodiert. Danach sind ihre Haut und ihre Haare grün gefärbt. Der Doktor sagt zwar: Es besteht keine Gefahr. Doch als Batman und Robin können sie sich so nicht blicken lassen, weil sie sonst auffliegen könnten.

Sie versuchen es mit Make-up. Doch das hält nicht. Bruce schlägt Masken vor, die das Gesicht verdecken. Aber da Dick als Robin mit nackten Armen und Beinen rumläuft, würde auch das nichts bringen. Die einfachste Lösung wäre hier natürlich ein neuer Style: lange Ärmel und anständige Hosen. Allerdings ist die einfachste Lösung selten die spaßigste. Deshalb denken sich die beiden was Kreativeres aus.

Als Batman und Robin tun sie so, als wären sie gefährlich verstrahlt und leuchten sich gelb an, dann wickeln sie sich in Verbände und bekämpfen im Mumien-Look das Verbrechen. So soll es aussehen, als würden sie andere vor der Strahlung schützen. Bei einer Mission kann Robin die Täuschung sogar als Bluff gegen die Gangster verwenden.

Alles gut also? Nihct ganz: Super-Reporterin Vicky Vale ist skeptisch und glaubt, einen Beweis für ihre langgehegte Vermutung zu haben, dass Batman und Robin Bruce und Dick sind. Die täuschen sie dann mit ihren grünen Gesichtern, faulen Ausreden und Make-up. Vicky fällt drauf rein – und das Problem mit der Farbe löst sich von selbst.

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Batman wird Negativ

DC Comics

Titel: The Negative Batman

Zeichner: Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #284)


Batman hatte in den 50ern die kuriosesten Kostüme. Nach dem bunten Rainbow-Batman war Anfang der 60er aber Schwarz-weiß angesagt. Zuerst als Zebra. Und dann als Negativ. Das kam so: Im Gotham verschwinden plötzlich Banken und tauchen wieder aus dem Nichts auf – allerdings ohne Geld. Dahinter steckt die Gang des ehemaligen Wissenschaftlers Hal Durgin, der ein besonderes Gerät gebaut hat: eine Kamera, die das Funktionsprinzip von Kameras wörtlich nimmt. Mit ihr kann man Dinge verkleinern und im Gehäuse festhalten.

Batman und Robin finden die Gauner schnell und hier könnte die Story vorbei sein, wenn Durgin nicht Batman mit der Kamera erwischen würde. Unser Held wird zwar nicht verkleinert eingesperrt, aber in ein wandelndes Negativ in Schwarz-weiß verwandelt. Aber der neue Look ist nicht das Problem: Batman fühlt sich auch nich schwach – und er reagiert (wie ein echtes Negativ) empfindlich auf Licht. Batman wird also notgedrungen zu einem Helden der Nacht, der im Schatten agieren muss.

Was heute normal für Batman ist, war aber im bunten Silver Age undenkbar. Ein Negativ-Batman ist damals wörtlich zu nehmen. Die Wissenschaft weiß leider keinen Rat. Wenn das so bleibt, wird Batman sterben. Es sieht düster für ihn aus. Dann lässt er sich auch noch vom Schurken gefangen nehmen. Doch dann stellt sich raus: Alles nur ein Trick. Batman hat seinen Roboter in ein Schwarz-weißes Kostüm gesteckt und wurde hinter den Kulissen durch den Kamera-Einsatz geheilt.

Am Ende kann sich Batman wieder normal ablichten lassen – sogar im Blitzlichtgewitter. Hurra, die Farbe ist wieder da!

Zwei Jahre später (World’s Finest #126) gab es dann auch einen Negative Superman …

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Schamloser Cowboy

Showdown mit Shame

Titel: Come Back, Shame/It’s How You Play the Game (High Noon in Gotham City)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1966 (Batman S02E25-26)


„Shame on you, Shame!“

Ein Ganove klaut einen Rennwagen und noch zwei weitere Autos. Als Gordon bei Batman anruft, ist der Held verwundert: Damit müsste selbst die Polizei vom Gotham fertig werden können. Doch der Dieb ist nicht irgendwer, sondern Shame, ein bekannter Ganove, der sich wie ein Cowboy anzieht. Offenbar reicht das schon, um die besondere Expertise von Batman und Robin zu bemühen. Dafür müssen Bruce und Dick leider ihr Spiel mit der Autorennbahn unterbrechen. (Bruce ist übrigens auch darin seinem Mündel überlegen.)

 

Shame klaut die Autos, um aus den Teilen einen eigenen Motor für sein Fluchtfahrzeug zu bauen. Damit will er vier wertvolle Stiere stehlen und das Batmobil abhängen. Mal wieder so ein sehr umständlicher Plan, der nicht wirklich Sinn ergibt. Aber was will man auch von einem solchen Typen erwarten? Shame entspricht dem Klischee des Westernhelden, sein Geheimversteck liegt auf einem verlassenen Studiogelände für Westernfilme.

Schamloses Kostüm

Warum der Schurke Shame heißt, erschließt sich nicht, denn wenn der Cowboy eins nicht hat, dann ist es Schamgefühl für sein mangelndes Stilbewusstsein: Seine rote Weste, sein geblümtes Hemd und seine lila Krawatte mit weißen Punkten wollen so gar nicht zu der Lederkluft passen, die er trägt. Das ist aber auch schon das Bunteste an seinem Charakter. Dieser Möchtegern-John Wayne (dargestellt von Uncle Ben-Darsteller Cliff Robertson) hat den Charme eines Spucknapfs und ist so humorlos und fade, dass man sich nach King Tut und Egghead sehnt. (Auch seine Komplizen machen es nicht besser und schon gar nicht der Junge, der redet wie ein Zombie und Shame hinterher rennt, um von ihm sein Radio wiederzukriegen.)

 

Trotzdem gibt die Folge einige Höhepunkte her: Bruce und Dick kaufen Unterwäsche für Tante Harriet, Bruce versucht eine Kuh von der Straße zu ziehen und als Bruce sein Auto von Shame stehlen lässt, kommt das Batcycle per Fernsteuerung angefahren, Bruce überreicht Alfred ein zusammenfaltbares Fahrrad und auf diesem „Alf-Cycle“ fährt er davon. Bruce und Dick steigen in zivil auf das Batcycle, ohne sich darum zu sorgen, dass jemand sie sehen könnte. Hier fällt der Unterschied zwischen den Rollen auf: Wenn Bruce das Kostüm nicht trägt, redet er ganz ruhig und ohne Pathos, ja man könnte ihn fast schon cool nennen. Ein Jammer, dass Adam West nie James Bond gespielt hat.

Bat-Ballistik

Eine Saloon-Prügelei später liegt das Dynamische Duo besiegt am Boden. Jetzt könnte Shame sie einfach erschießen. Warum er es nicht tut? Weil es unsportlich wäre, sagt er. Offenbar denkt Shame, es wäre viel sportlicher, die beiden zu fesseln, mit Holzpflöcken am Boden zu befestigen und sie von einer Viehherde zertrampeln zu lassen.

 

Batman rettet sich mal wieder sehr kreativ: Er befreit seine Hände, nimmt seinen Umhang ab und wedelt damit rum wie ein Stierkämpfer, ruft „Toro! Toro!“ und lenkt so die Herde von sich und Robin ab. Reagieren Stiere nicht eigentlich auf rote Tücher? Nein, sagt Batman, das sei ein Irrtum, denn Stiere seien farbenblind und reagierten nur auf die Bewegung. „Holy toreador!“, ruft Robin, doch Batman korrigiert: Nein, es heiße „Matador“. Toreador sage man nur umgangssprachlich, in Anlehnung an Bizets Oper Carmen. Wieder was gelernt.

Shame haut ab, die Helden folgen ihm dank Essensspuren auf dem Lenkrad zu einem Imbiss („Holy guacamole!“), aber finden ihn dort nicht mehr. Nur wo könnte er sich verstecken? Robin meint, er könnte nicht zurück zu dem alten Studio-Set zurückkehren, weil sie das bereits kennen. Aber Batman ist schlauer: Was ist, wenn Shame genau das denkt, dass sie das denken und deshalb denkt, dass er sich wieder dort verstecken könnte? „Holy Bat-logic!“, ruft Robin und tatsächlich treffen sie Shame dort wieder.

Doch sie geraten in einen Hinterhalt. Als Robin an der Ferse angeschossen wird, sieht man weder Blut noch Wunden. Stattdessen holt Batman die Kugel ohne größere Schmerzen aus dem Fuß, bringt ihn in die Bathöhle und heilt ihn mit Decken (?), heißem Wasser (?) und Baticillin-Pillen. Eine Wunderkur: Kurz darauf springt Robin wieder munter durch die Bathöhle.

Shame raubt in der Zwischenzeit seine begehrten Stiere. Und wieder stellt sich die Frage: Wo könnte er sich (und die Stiere) verstecken? Wieder kommt die Bat-Logik zum Einsatz: Doch ganz bestimmt nicht auf einem Viehhof, denn in einer Menge, denn da könnten sie ja leicht gefunden werden. Stattdessen eher auf einem verlassenen Ort, wo niemand nachschauen würde. Also geht es wieder zurück auf das alte Studiogelände. Die Bat-Logik verlangt nach einer würdigen Kulisse für das Finale.

Shame beim Showdown

Beim typischen Western-Showdown treten Batman und Robin ihrem Gegner ohne Waffen gegenüber. Natürlich zu High Noon. Und um auch das letzte Klischee zu erfüllen, fällt der Satz „This town ain’t big enough for both of us.“ Batman ist sich sicher: Shame würde nie auf einen Unbewaffneten schießen, das verstieße gegen den Western-Code. Dass sie bereits aus vollen Rohren beschossen worden sind und Robin bereits eine Kugel abgekriegt hat, scheint vergessen. Man hilft sich mit einer Rauchbombe, die Bösen schießen die Magazine leer und man kann die Sache mit Fäusten lösen. Auch dabei kommt es zu absurden Szenen, wie Robin, der auf einem Schurken Rodeo reitet …

 

Zum Schluss erteilt uns Batman noch eine Lektion zum Umgang mit Schusswaffen: „Great care must be taken in the use of firearms. They can be quite dangerous if used improperly.“ Von Batman können die Amerikaner noch heute viel lernen. Oder, wie es Cliff Robertson später als Uncle Ben sagt: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“

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Batman mit Zebrastreifen

DC Comics

Titel: The Zebra Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #275)


Ein neuer Schurke treibt in Gotham sein Unwesen: der Zebra-Man, ein schwarz-weiß gestreifter Mann, der mit elektromagnetischen Kräften schwere Gegenstände anziehen, kontrollieren und von sich stoßen kann. Reguliert wird das Ganze mit einem Gürtel.

Der Zebra-Man stiehlt Kunstwerke, hebt einen versunkenen Frachter vom Meeresgrund, aber für Batman und Robin ist er nicht zu fassen. Doch dank guter alter Detektivarbeit (die gute alte Schlammprobe im Labor!) spüren sie den Tunichtgut in seinem Geheimversteck auf. Und dort wird Batman zufällig ebenfalls mit der Strahlung aufgeladen – inklusive Zebrastreifen. Batman wirkt auf alles und jeden fortan abstoßend, sodass der Zebra-Man wieder entkommt.

Weil Batman aber keinen Gürtel hat, mit dem sich seine neuen Kräfte beherrschen ließen, malt er sich eine düstere Zukunft aus: Er wird nie wieder essen können! Er wird Chaos verusachen! Und wenn er als Bruce Wayne auftritt, werden alle wissen, dass er Batman ist! Dass er sich nie wieder einer Frau wird nähern können (oder andersrum) scheint ihm seltsamerweise keine Sorgen zu bereiten … Ein Held hat eben klare Prioritäten.

So zieht ein verzweifelter Zebra-Batman durch die Gegend und stellt sich auf sein Dasein als Außenseiter ein, da bringt ihn ein Magnet auf einem Schrottplatz auf eine Idee. Mittels eines Tricks kann er den Schurken besiegen und sich mit dessen Gürtel wieder „neutralisieren“.

Der Zebra-Batman gehört zu den schrägsten Kostümen, die Batman im Silver Age tragen durfte. Mittlerweile gibt es ihn auch als Funko-Pop-Figur …

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Batman gegen Liberace

Liberace alias Chandell

Titel: The Devil’s Fingers/The Dead Ringers (dt. Tödliches Fingerspiel)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S02E15-16)


Tante Harriet hat Besuch vom großen Pianisten Chandell (gespielt von Liberace). Sie proben gerade ein Stück, das sie gemeinsam bei einem Wohltätigkeitskonzert der Wayne Foundation spielen sollen. Als Chandell ein schottisches Stück spielt, kommen drei schöne Frauen in Schottenröcken durchs Fenster gestiegen, bedrohen die beiden mit einem Dudelsack und rauben sie aus. Die Polizei ist sofort zur Stelle, um Batman und Robin zu rufen, aber da bekommt Gordon am Telefon von Alfred mitgeteilt, dass das Dynamische Duo Urlaub mache. Gordon ist fassungslos: „Catastrophic! … The moment we’ve dreaded for years has arrived!“ Das bedeutet, dass die Polizei von Gotham zum ersten Mal einen Fall selbst lösen muss.

Schon bei der Spurensicherung sind die Ordnungshüter überfordert und geben schnell auf. Gordon und O’Hara sehnen sich nach den inspirierendsten Worten der englischen Sprache: „To the Batmobile, Robin! Let’s go!“ Um keine unnötigen Risiken einzugehen, fährt Gordon schwere Geschütze auf – buchstäblich. Um Chandell bei  einem Konzert zu schützen, lässt er Zugänge mit Sandsäcken, Stacheldraht und Maschinengewehren bewachen. Beim ersten Anzeichen von kriminellen Machenschaften soll scharf geschossen werden.

Batman und Robin mit Chandell

Es nützt alles nichts. Das Publikum ist schlauer: Wir erfahren schnell, dass Chandell selbst der Schurke ist, der Böses im Schilde führt. Bei einem Konzert spielt er Piano und muss sich einmal verspielen, damit bei der Burma Import Company  eine Bombe hochgeht. Seine drei Komplizinnen führen davor einen burmesischen Tanz auf und versetzen einen Polizisten in Staunen.

Bruce Wayne, der im Wald bei der Jagd hockt, hört sich das Konzert im Radio an, bemerkt den Fehler und wird sofort skeptisch: Dass der große Chandell sich verspielt, ist eine Unerhörtheit, für die er sofort den Urlaub unterbricht und Dick Grayson, der sich gerade an eine Mitschülerin ranschmeißt, folgt ihm. Verbrechensbekämpfung geht eben vor. In der Zwischenzeit ist Gordon in der Krise. Aus lauter Verzweiflung hat er sich ein Pillenarsenal zugelegt. Seine Freude könnte nicht größer sein, als er endlich Batman am Telefon hört.

Chandell ist ein Verbrecher aus Not: Sein böser Bruder Harry (ebenfalls gespielt von Liberace) erpresst ihn, zu verraten, dass Chandell seine Berühmtheit einem Betrug zu verdanken hat, weil er einst bei einem Konzert im Weißen Haus auf einem automatischen Klavier spielte. Chandell will Bruce und Dick töten, Aunt Harriet heiraten und von der Erbschaft seinen Bruder auszahlen.

Batman und Robin, Harry und die Stanzmaschine

Batman und Robin landen in einer ganz besonderen Todesfalle: Einer Stanzmaschine für Pianola-Noten. Als sie langsam auf einem Fließband hineingezogen werden, fordert Batman Robin auf, ihm nachzusingen. Beide singen quer durcheinander, als wären sie verrückt geworden und kommen heil auf der anderen Seite wieder raus. Die Erklärung: Die Maschine reagiert auf Töne, die sie hört, und Batman hat sich einfach Töne vorgestellt, mit denen die Maschine an ihnen vorbeistanzt. Einfachste Lösung wäre demnach gewesen, still zu sein. Aber dann gäbe es eine alberne Szene weniger …

Zum Einsatz kommen sonst der Bat-Shield, eine Rauchbombe und zum ersten Mal bewährt sich der Batarang, um jemanden auszuknocken. Und erstmals nimmt auch Tante Harriet eine Waffe in die Hand, um einen Gauner in Schach zu halten, aber nur mit mäßigem Erfolgt. Die Polizei nutzt ihre „Subtle Interrogation Lamp“, eine Vorrichtung, mit der man Verdächtige wie Harry beim Verhör zum Schwitzen bringen kann. Aber leider hat der gewiefte Anwalt von Harry Tropenhelm und Sonnenbrille dabei.

Am Ende landet die Bande zwar im Knast, aber Chandell darf zu seiner getreiften Sträflingskleidung trotzdem Glitzer tragen und ein gestreiftes Piano spielen. So geht die Zeit schneller rum. Aber ein Wiedersehen mit ihm wird es in der Serie nicht mehr geben.

Chandell in Streifen

Zum Schluss ein Wort Bat-Philosophie:

Robin: „Self-control is sure tough sometimes, Batman.“
Batman: „All virtues are, old chum. Indeed, that’s why they’re virtues.“

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Batman in Ritterrüstung

DC Comics

Titel: The Armored Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #111)


Batman galt bereits seit 1940 als „Dark Knight“, später sogar als „Caped Crusader“, 1946 erlebte er ein Abenteuer am Hofe von King Arthur (Batman #36) und wurde zu Sir Hardi Le Noir, dem „Bold Black Knight“ geschlagen, allerdings noch ohne eine Rüstung zu tragen. 1950 tauchte dann „Knight“, ein gepanzerter Batman of England, auf. Aber erst 1957 stiegen Batman und Robin in Ritterrüstungen. Die Geschichte macht den Umstand nicht weniger kurioser.

Als in der Gotham City Hall of Fame eine Batman-Büste vorgestellt werden soll, droht ein Gauner namens Blair Graeme vor der Presse, es auf Batman abgesehen haben. Nachdem Batman davon erfährt, steigt er mit Robin in Ritterrüstungen. Reporterin Vicky Vale macht sich Sorgen, die Lage muss ernst sein, also versucht sie, Graeme zu finden, bevor er Batman erwischt.

So eine Rüstung hat natürlich ihre Vorteile. Wenn Löwen aus dem Zoo ausbrechen, können sie Batman nichts anhaben. Aber es gibt auch Nachteile. Weil der Panzer so schwer ist, muss Batman einen Bauarbeiter retten, indem er sich an einer Kette zu ihm schwingt – ein normales Seil reicht nicht mehr aus. Und als ihr Boot von den Bösen versenkt wird, sinken sie auf den Grund des Flusses.

Batman und Robin haben aber andere Sorgen als ein Attentat: Gangster haben einen atomaren Treibstoff gestohlen. Als sie im Geheimversteck eintreffen, schlüpfen sie aus ihren Ritterrüstungen und es zeigt sich, dass sie darunter Strahlenschutzanzüge tragen. Darin können sie unbeschadet gegen die Gauner vorgehen. Der ganze Aufwand mit den Rüstungen diente nur der Ablenkung. Graeme gibt es nicht – das war nur Batman.

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Minnesänger grillt Batman

Minstrel mit Klampfe

Titel: The Minstrel’s Shakedown/Barbecued Batman? (dt. Minnesänger – Börsensprenger)

Drehbuch: Francis M. & Marian B. Cockrell

Erschienen: 1966 (Batman S02E05-06)


Ein neuer Gegner für Batman: Der Minstrel, ein Minnesänger, mischt die Börse von Gotham auf und erpresst sie, es wieder zu tun. Wie hat er das geschafft? Heute würde man ihn einen Hacker nennen. Aber wie kann ein mittelalterlicher Minnesänger zugleich ein elektronisches Genie sein? Eine seltsame Kombination, findet auch Gordon. Da wird er von Robin eines Besseren belehrt: Musik und Elektrizität werden beide durch Wellen übertragen. Und zwar durch fast identische Naturgesetze, ergänzt Batman. Es sei also logisch, dass ein krimineller Musiker sich so betätigt. Demnach könnte also jeder Pianist ohne Probleme zum Elektrotechniker umschulen oder andersrum – gut zu wissen.

Minstrel sprüht Funken

Die Polizei will helfen, sie macht sich Sorgen um das Dynamische Duo. Aber Batman winkt ab: Nach Pinguin, Archer, Clock King, King Tut und Catwoman, werden sie wohl auch mit diesem Minstrel fertig. Leichter gesagt als getan. Denn kaum stehen sie ihm zum ersten Mal gegenüber, kann er sie mit ein bisschen Funkensprühen von sich fernhalten. Auch wenn Batman seine Bat-Drone einsetzt, kann er nicht verhindern, in eine fiese Falle gelockt und auf einen rotierenden Radarwellen-Grill gebunden zu werden.

Batman und Robin werden gegrillt

Während die Helden langsam vor sich hinbrutzeln, singt Minstrel ein nettes kleines Lied:

Batman and Robin rotate and revolve
As the heat grows your bodies dissolve
When it’s still hotter, then you will melt
Nothing left but your utility belt.

Doch natürlich entkommen sie auch dieser Todesfalle ohne dass selbst ihre Capes Schaden nehmen. Minstrels Handlanger lassen sie ebenso laufen wie die hübsche Komplizin Octave, obwohl sie sich ihm freiwillig ergibt. Batman flirtet hart mit ihr: Allein vom Aussehen her sei er von ihrer Unschuld überzeugt. Er gibt ihr ihre Handtasche zurück – aber natürlich mit einer Wanze.

Kleiner Flirt, Batman-Style

Im Finale geht es um nichts Geringeres als das Ende der Welt. Der Minnesänger kann nämlich mit Ultraschallwellen Gebäude zum Schwanken bringen. Aber das klingt spektakulärer, als es ist.

Auch wenn die Episode sonst nicht viel zu bieten hat, gibt es zwei interessante Szenen, die den postmodernen Batman vorwegnehmen: In einer Szene hat Alfred ein Abendessen vorbereitet, aber Batman und Robin sind zu sehr mit Basteln beschäftigt. Ein Erdnussbutter- und Wasserkresse-Sandwich und ein Glas Milch hätten es auch getan, sagt Batman. Alfred macht sich Sorgen um ihre Gesundheit: die langen Arbeitszeiten und die ausgelassenen Mahlzeiten könnten zum Problem werden. Aber Batman ist sich sicher: Wir haben noch einige gute Jahre vor uns.

Essen ist fertig

In der zweiten Szene wagt es Chief O’Hara, das Dynamische Duo anzuzweifeln. Eigentlich wisse man nichts über die beiden, sagt er. Es seien nur zwei Maskierte, zwei Stimmen am Telefon – wo kommen sie her, wo gehen sie hin? Woher die Sicherheit, dass sie nicht selbst einmal zu Übeltätern werden? Gordon wird sauer, schreit ihn zusammen. Selbst als er sich entschuldigt, kennt der Commissioner keine Gnade: Batman und Robin auch nur infrage zu stellen, duldet er nicht. „They are the guardian angels of the city.“

Batman und die Bat-Drohne

Als der Minstrel endlich gefasst ist, will es Tante Harriet nicht wahrhaben. Kann ein Mann, der so schön singt, wirklich ein böser Mensch sein?, fragt sie sich. Selbst als der Minstrel am Ende droht, aus dem Knast auszubrechen und Batman zu töten, bittet sie Bruce, für den armen Mann ein gutes Wort beim Commissioner einzulegen. Kein Wunder, dass die Frau nie kapieren wird, dass sie mit Batman und Robin unter einem Dach wohnt.

Eine verkehrte Welt, in der die Besten angezweifelt und die Bösesten verklärt werden …

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Batman und Superman: Wie alles begann

Titel: The Origin of the Superman-Batman-Team

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (World’s Finest #94)


Wie Batman und Superman das erste Mal aufeinandertrafen, ist eigentlich seit 1952 (Superman #76) bekannt: Sie begegneten sich auf einer Kreuzfahrt. Das war lustig. Doch sechs Jahre später will Batman uns weismachen, dass alles ganz anders war, bzw. dass es ein Treffen vor dem ersten Treffen gegeben hat.

Anlass für die Rückblende ist, dass Luthors wieder mal aus dem Gefägngnis ausbricht und damit prahlt, sich eines Tages an Superman und Metropolis zu rächen. Kaum hören Bruce und Dick die Nachricht, ziehen sie sich um und eilen nach Metropolis, weil sie glauben, sie könnten Superman helfen, falls Luthor Kryptonit benutzt. Schon das ist seltsam, denn dann müssten sie jedes Mal nach Metropolis fahren, aber sei’s drum.

Doch Superman lehnt ihre Hilfe ab. Bei ihrem Treffen hat er einen neuen Helfer dabei: Powerman, einen maskierten Helden, der nicht fliegen kann. Trotzdem folgt ihnen das Dynamische Duo und Batman erinnert sich an ihr erstes Treffen: Als die beiden einst beinen Schmuggler-Ring ausgehoben haben, hörten sie die Ganoven von Kryptonit sprechen. Daraufhin flogen sie nach Metropolis, um Superman zu warnen. Und das war auch gut so: Denn als Superman von Gangstern mit flüssigem Kryptonit bespritzt wurde und vom Himmel fiel, konnten sie ihm mit dem Bat-Plane das Leben retten.

Als sie es dann mit den Gangstern aufnahmen, verkleidete sich Batman als Superman, weil er immun gegen Kryptonit war. Dabei riskierte er aber trotzdem sein Leben, denn die Schurken wollten es daraufhin mit Blei versuchen, aber da war Superman schon zur Stelle. Der Beginn einer langen Freundschaft. Der Rollentausch erinnert an ihren zweiten gemeinsamen Auftritt in World’s Finest Comics #71 (1954) – seitdem eine Tradition.

Und ähnlich läuft es auch in der Gegenwart: Batman findet heraus, wie er Luthors Todesstrahlen von sich fernhalten kann, dann nimmt er ihm sein Kryptonit weg und rettet Superman das Leben. Und wer ist dieser Powerman? Es ist ein Roboter, den Superman gegen das Kryptonit einsetzen wollte, um nicht das Dynamische Duo zu gefährden. Na dann ist ja alles wieder gut …

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batman am Ende des Regenbogens

DC Comics

Titel: The Rainbow Creature

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #134), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Drei Jahre nachdem Batman in sein Regenbogen-Kostüm gestiegen ist, muss er es mit einem Regenbogen-Monster aufnehmen, und das kommt so: Batman und Robin sind in einem unbenannten südamerikanischen Land eingeladen, wo sie geholfen haben, die Armee um den Rebellen Diaz in die Flucht zu schlagen. Batman nennt ihn einen Gangster und einen Möchtegern-Diktator. Ohne Erklärung ist der Held plötzlich politisch im Ausland aktiv.

Kurz darauf verwüstet ein vierfarbiges Monster die Gegend. Leuchtet seine rote Farbe, brennt es sich durch Häuser, leuchtet die blaue, lässt es Kugeln und Brücken vor Kälte zerspringen, bei Gelb verwandelt es Objekte in Nebel, bei Grün werden Batman und Robin vorübergehend zu zweidimensionalen Wesen gepresst. Anschließend muss das Monster seine Farben (= Kräfte) wieder neu aufladen.

Dann greift auch noch Rebell Diaz wieder an. Seltsamerweise trägt er einen Konquistadoren-Helm, während seine Leute Sombreros auf ihren Köpfen haben. Er behauptet, selbst für das Monster verantwortlich zu sein. Batman bezweifelt das und verjagt sie, indem er mit einem Prisma einen Angriff der Regenbogen-Kreatur vortäuscht. Doch wie hält er das Monster selbst auf, das nur ein „freak of nature“ ist? Ganz einfach: Er lässt es alle seine Kräfte auf einmal verbrauchen, dann kann er es zerschlagen.

Die Geschichte hat eine interessante Meta-Ebene: Farben sind die Kräfte der Comicfigur, farblos ist sie also machtlos, die größte Bedrohung für die Helden ist, dass sie zweidimensional werden und sich vom Wind wegtreiben lassen. Während das Monster an Farben verliert, verlieren Batman und Robin ihre Form. Im Wesentlichen wird hier also die Funktion des Mediums Comic selbst bedroht.

Man kann das auch als verschlüsselte Anspielung darauf sehen, wie sehr sich Batman von seinen Ursprüngen entfernt und in Sachen Science Fiction seinen Höhepunkt überschritten hat. Dazu würde auch dieser befremdliche politische Einsatz in Südamerika passen.

Der Regenbogen ist gleichzeitig Symbol der Bedrohung. War Batman vor drei Jahen noch selbst in ein buntes Kostüm gestiegen, so sind die Farben nun Warnsignale, dass es zu bunt getrieben wird und sich der Effekt der ständigen Selbstüberbietung verbraucht – bis hin zur platten Formlosigkeit ohne Gewicht. Mit anderen Worten: Batman kommt am Ende des Regenbogens an.

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