Joker

Lachen ist ansteckend

DC Comics

DC Comics

Titel: Impostors

Autor/Zeichner: David Hine/Scott McDaniel

Erschienen: 2010 (Detective Comics #867-870), Paperback 2011


„Do I create all the madness, just by being here?“ (Batman)

„Maybe there will be no one left but the insane, and Gotham will be one great lunatic asylum.“ (Batman)

Gothams Bürger verwandeln sich plötzlich in „Jokerz“ und stiften Chaos. Ursache ist eine Droge, eine abgeschwächte Variante des Joker-Gifts. Menschen sterben, auch Polizisten. Eine Gegenbewegung begehrt auf: eine Reihe selbsternannter Batmen, angeführt von abtrünnigen Polizisten, die das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Noch mehr Menschen sterben. Auf der Suche nach dem Auslöser trifft Batman auf Winslow Heath, ein früheres Opfer des Jokers, der das tödliche Gas einst überlebt hat, aber seitdem ein entstelltes Joker-Gesicht trägt.

Imposters, inspiriert von dem Game Gotham City Imposters,  ist eine Joker-Story ohne Joker. Oder vielmehr eine über die Folgen des Jokers auf seine Opfer. Winslow Heath versteht sich als Künstler, der eine Botschaft an Batman senden will: dass er, Batman, die Irren anzieht, die Leid in Gotham verbreiten. Das alles hat keine weitere Tiefe. Batman setzt seine Maske nie ab, um einmal Bruce Wayne zu sein, dafür hat er kaum Zeit, denn die Story wird in lediglich vier Heft-Kapiteln erzählt. Imposters ist somit trotz seiner riesigen Ausmaße für Gotham bloß schnelle Kost für zwischendurch, unterhaltsam, aber nichts, was hängen bleibt. Auch visuell ist bei Scott McDaniels Zeichnungen nicht viel zu holen, außer vieler Wimmelbilder voller grün-violetter Möchtegern-Joker-Schlachten. Eindrücklicher sind da die vier Cover von Peter Nguyen. Aber leider sind Cover-Zeichner nicht immer zugleich fürs ganze Heft zuständig.

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Batmans Ritt auf dem Hai

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker’s Five-Way Revenge

Autor/Zeichner: Denny O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1973 (Batman #251), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Without the game that the Batman and I have played for so many years, winning is nothing! He shall live… until I can destroy him properly!“ (Joker)

Für vier Jahre war der Joker erledigt. Nach den albernen Comics und der TV-Serie der 60er, in denen er bloß ein nerviger Clown war, hat DC Batmans Erzfeind eingemottet. 1973 kehrte er wieder zurück – auch zurück zu seinen Wurzeln. Denn der Joker ist hier, was er schon zu Beginn seiner Verbrecherkarriere war: ein Serienmörder. Er beseitigt fünf seiner ehemaligen Gangmitglieder. Mit Joker-Gas, mit explodierenden Zigarren und auch einem Hai (wegen der Ähnlichkeit des Lächelns).

Höhepunkt ist das Finale, in dem Batman auf dem Hai reitet und ihn mit einer Kette bezwingt. Diese Sequenz wurde in die Batman: The Animated Series-Episode The Laughing Fish verwendet, die wiederum auf einer späteren 70er-Comic-Story beruht. Aber wie es zu diesem Finale kommt, ist alles andere als spektakulär. Batman läuft herum wie ein blutiger Anfänger und lässt sich zunächst von einem beliebigen Gauner von hinten niederschlagen, kurz darauf nochmal vom Joker. Da ist es selbst dem Joker zu blöd, Batman zu töten, weil es zu einfach wäre.

Aber es wird nicht besser: am Ende kommt Batman in das Aquarium zum Hai, weil er sich fesseln lässt, um eine Geisel zu retten. Der Batman, den wir kennen und lieben, hätte dem Joker einfach eine reingehauen und im gleichen Atemzug die Geisel befreit. Aber nein, der Batman der 70er geht lieber baden – und vertraut darauf, dass der Joker sein Versprechen hält und die Geisel freilässt. So naiv war Batman nicht einmal im Silver Age. Zum Schluss kriegt der Held den Schurken nur, weil der Joker auf der Flucht ausrutscht. Schwache Leistung.

Trotz allem gilt The Joker’s Five-Way Revenge als Klassiker – auch weil darin zum ersten Mal erwähnt wird, dass der Joker aus einem Irrenhaus ausgebrochen ist. Das heißt hier noch „State Hospital for the Criminally Insane“. In Batman #258 wird es Arkham heißen.

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Batman auf dem Mond

DC Comics

DC Comics

Titel: Public Luna-Tic Number One

Autor/Zeichner: John Broome/Bob Brown, Joe Giella

Erschienen: 1969 (Detective Comics #388)


„Maybe there’s an idea behind my lunacy!“ (Joker)

„That was to be his greatest — and ghastliest jest!“ (Batman)

Warum begeht der Joker in jüngster Zeit Verbrechen bei Vollmond? Was macht er im Planetarium? Warum stiehlt er eine Maschine, die die Gravitation aufhebt, um die Kassen im Hauptbahnhof zu plündern? Alles ist Bestandteil eines größeren Plans. Der Joker nennt sich „Public Luna-Tic Number One“. Für alle, die das Wortspiel nicht kapieren, gibt es einen Erklärkasten: Luna = Mond. Das liegt nahe für eine Story aus dem Jahr 1969, dem Jahr der ersten Mondlandung. Also muss auch Batman auf den Mond. – Auf Teufel komm raus.

Kurz nachdem das Dynamische Duo von Jokers Handlangern überwältigt wurde, findet es sich plötzlich auf dem Mond wieder. Sie tragen Raumanzüge mit Batman- und Robin-Logo. Und plötzlich erscheint ihnen auch das Gesicht des Jokers, das ihnen klarzumachen versucht, sie seien wirklich im Weltall. Robin ist skeptisch, aber es bleibt nicht viel Zeit für Detektivarbeit, weil sich der Schatten der Erde über den Mond zieht und die beiden Helden angeblich vom Kältetod bedroht werden. Es müssen wohl ziemlich miese Raumanzüge sein, in die der Joker sie gesteckt hat. Doch dann findet Batman heraus, dass die Kulisse Fake ist: denn auf dem Mond gibt es keine Stalagmiten …

Scharf geschlossen – wie immer, Batman. Aber das erklärt noch immer nicht, was das ganze Theater soll. Auch dafür hat Batman am Ende eine Erklärung: „The Joker tried to frighten us to death!“ Wie teuflisch! Wie ausgebufft! Welch Ausdruck von Wahnsinn! Und von hanebüchener Einfallslosigkeit. Kein Wunder, dass der Joker für die nächsten vier Jahre ausrangiert wurde.

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Die grinsenden Geschworenen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Jury!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #163), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„This is insane! It’s like a scene out of ‚Alice in Wonderland‘!“ (Batman)

Es wird nicht ganz klar, warum sich Batman und Robin vor drei überdimensionalen Springteufeln mit Joker-Köpfen fürchten, aber diese Story basiert ohnehin nicht auf dem gesunden Menschenverstand. Jedenfalls lockt der Joker unsere Helden in eine Falle und stellt Batman vor Gericht: der Richter ist der Joker selbst, Ankläger und Geschworene sehen aus wie er. Die Anklage: Batman beschneidet das Recht von Individuen, Verbrechen zu begehen. Das klingt zunächst absurd, aber trifft einen wahren Kern. Denn der Joker spricht von der menschlichen Freiheit, sich entscheiden zu dürfen, ob er gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber so tief gehen weder Anklage noch Plädoyers, Batman kommt nicht zu Wort und wird sofort verurteilt und verknackt. (Zusammen mit Robin, der eigentlich nicht angeklagt wurde, aber sei’s drum.)

Das groteske Schauspiel dauert nur zwei Seiten lang, die übrigen elf sind einer nicht minder absurden Verbrechensreihe gewidmet. Der Joker richtet sich thematisch nach der Zuständigkeit von Behörden aus. Zunächst kippt er einen Laster des Bau-Amtes aus, dann bedient er sich eines riesigen Staubsaugers, um Juwelen zu stehlen, dann geht es um Straßenbau, Grünflächen und am Ende um Gesundheit. Man könnte sagen: der Joker unterwandert das System und stiftet Chaos mit den Mitteln der Gemeinde.

Interessant dabei ist, dass das Finale auf einer Batman-Wohltätigkeits-Messe stattfindet, bei der die Helden aus Pappmaché ausgestellt sind, zusammen mit einer Reihe von Batmobil- und Batplane-Modellen. Am Ende lässt Batman die Modelle per Schalter auf die Joker-Bande los. So hat der ganze Batman-Kult auch einen praktischen Nutzen.

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Nerds unter sich: Mark Hamill und Jim Lee

Joker-Sprecher Mark Hamill besucht DC Comics und trifft auf Joker-Zeichner Jim Lee. Ein Fest für Nerds. Nicht nur, dass Hamill dem Künstler bei der Arbeit zuschauen darf, er bekommt auch Einblicke in die Archive von DC, wo nichts als Schätze der Comic-Geschichte gebunkert werden – von Detective Comics #27 bis zum alternativen Ende von Death in the Family. Beim Anblick dieser Bilder geht Fans das Herz auf. Ganz nebenbei hören wir, was für ein genialer Sprecher der Mann ist, dessen Karriere als Luke Skywalker begann.

DC Comics

Joker-Zeichnung von Jim Lee für Mark Hamill

Batman-Splitter #6: Kontrollverlust

Batman: Going Sane

Der Joker macht Batman rasend. Dabei gehen Dinge zu Bruch. (DC Comics)

Batman ist die Ruhe selbst? Ist immer Herr der Lage? Hat sich ständig unter Kontrolle? Von wegen. Batman dreht eigentlich bei jeder Gelegenheit durch, schreit herum, verprügelt irgendwelche Leute und schlägt willkürlich um sich. Dabei gehen Dinge kaputt. Vornehmlich aus Glas. Weil sie sehr leicht zu zerstören sind und dabei viele Stücke durch die Gegend fliegen. Das sieht einfach cool aus. (Deshalb springt er auch so gerne durch Fensterscheiben.)

Batman: Going Sane

Batman zerschlägt den Monitor des Batcomputers.

Besonders bringt ihn der Joker in Rage. In Going Sane zerschlägt Batman gleich dreimal Monitore seines Batcomputers.

Batman: Going Sane

Allein der Name „Joker“ macht Batman aggressiv.

Und in Lovers and Madmen zerlegt er eigenhändig den Batcomputer.

Lovers and Madmen

Lovers and Madmen: Batcomputer in Einzelteilen.

Wenn der Joker etwas besonders gut kann, dann ist es, Batman aus der Reserve zu locken. Der stoische Held wird zu einem Fall für die Aggressionsbewältigung. Wie gut, dass es Bruce Wayne nicht an Geld mangelt. Sonst wäre er bei diesem Materialverschleiß längst pleite.

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Justice League Action: Drei neue Videos

Am 27. November startet die neue Zeichentrickserie Justice League Action auf Cartoon Network. Die ersten Trailer zeigten bereits, dass es sich um eine sehr kindgerechte Serie handeln wird. Die drei neuen Clips bestätigen den Eindruck. Batman und Joker werden erneut von Kevin Conroy und Mark Hamill gesprochen, den Veteranen von Batman: The Animated Series.

Kampf der Formwandler

DC Comics

DC Comics

Titel: The Great Clayface–Joker Feud

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #159)


„Clayface will rue the day he tried to compete with the Joker!“

Eigentlich war Clayface erledigt, nachdem Batman ihm den Zugang zu seinem Wundermittel versperrt hat. Jetzt ist wieder da, mit selbstgebrautem Formwandler-Serum. Das beeindruckt die Unterwelt so sehr, dass es heißt, er sei der größte Kriminelle des Landes. Als der Joker das hört, kann er es nicht auf sich beruhen lassen.

Es beginnt ein Wettstreit der Schurken: Zunächst fordert Clayface Joker heraus, indem er ihn imitiert, dann revanchiert sich der Joker, indem er bei einem Kunstraub mehrere Kostüme übereinander legt und vor Batman und Robin eins nach dem anderen ablegt. So wird aus dem Clown ein afrikanischer Krieger, dann ein Igel oder vielmehr ein Stachelschwein, schließlich eine Libelle – er entkommt auf Flügeln.

Clayface hat es satt: er entführt Batman und Joker. Letzterer schlägt eine Allianz vor, man einigt sich. Doch als Clayface versucht, Batman zu demaskieren, nimmt die Story eine unerwartete Wendung. Mal wieder hat sich Batman als Joker verkleidet … (das scheint zur Gewohnheit zu werden)

Unterstützt werden Batman und Robin nicht nur von einem täuschend echten Batman-Roboter, sondern auch von der Presse, die freiwillig Falschmeldungen in die Welt setzt, damit Batman seinen genialen Plan umsetzen kann. Glaubwürdigkeit der Medien spielte damals wohl noch keine große Rolle. Auch Batwoman und Batgirl mischen mit, zunächst nur als Jungfern in Nöten, aber dann erweisen sie sich auf Fluggeräten namens Whirly-Bats als ziemlich nützlich – wenigstens hinter den Kulissen. Am Ende dürfen sie das Dynamische Duo nach dem aufregenden Abenteuer beruhigen. Als Batwoman mit Batman flirtet, bleibt dem sonst so souveränen Dunklen Ritter die Luft weg.

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Vorfreude aufs Klötzchenspiel mit Batman

Noch vor Wonder Woman und Justice League kommt ein nächstes Jahr neuer Batman-Film in die Kinos: The Lego Batman Movie! Der mittlerweile vierte Trailer zeigt, dass der Computer-Animationsfilm das Potenzial hat, der beste Batman-Film seit langem zu werden, auf jeden Fall die beste Batman-Komödie seit Adam Wests Auftritt in den 60ern. Unter anderem bekommen wir endlich den Joker zu sehen und erfahren, dass Batman sich am liebsten mit Superman kloppt – obwohl der bekanntlich kein Schurke ist.

In der deutschen Filmfassung wird Batman die Synchronstimme von Christian Bale haben (siehe Video unten). Geplanter Kinostart ist der 9. Februar 2017.

Batman und Joker tauschen Körper

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman – Clown of Crime

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #85), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Batman (…) you’re the new Joker of Gotham City!“

Das Batmobil ist nicht nur ein Auto, es ist eines von Batmans Erkennungszeichen. Wenn es kommt, wissen alle Bescheid. Dass der Joker ein Jokermobil hat, erweist sich allerdings nicht gerade als beste Idee – vor allem, wenn man damit gerade vor einem Tatort parkt. Es gleicht geradezu einer Einladung, erwischt zu werden. So geschieht es, nachdem der Joker – mal wieder – aus dem Knast entlassen wurde. (Das Thema hatten wir beim letzten Mal.) Der Schurke will Radium aus einem Labor stehlen, vermutet das dicke Geld. Als Batman angerannt kommt, ist der Clown erfreut: „Nothing gives me as much fun as playing cat-and-mouse with Batman!“ Die ewige Jagd ist ein Spiel, das um seiner selbst betrieben wird.

Doch dann werden die beiden Kontrahenden von irgendwelchen Strahlen getroffen – und ihre Identitäten sind vertauscht. Der dauerlachende Batman haut ab und treibt Schabernack, indem er Chaos stiftet: er lässt einen Swimmingpool zufrieren, schießt mit einem mannsgroßen Füllfederhalter und bietet für eine Million Dollar an, Batmans Geheimidentität zu lüften. Bei dem ganzen Spaß vergisst der Joker allerdings, selbst unter die Maske zu spähen. Oder aber schon damals interessierte ihn das Geheimnis nicht wirklich (vgl. Death of the Family).

Das Finale findet auf einem Dach eines Lupenherstellers statt. Denn der hat, wie bei Lupenherstellern offenbar üblich, eine gigantische Lupe auf dem Dach stehen. Damit will der Joker ganz Gotham Batmans wahres Gesicht zeigen. Wie löst man so ein Problem? Auf die Lösung wäre wohl niemand gekommen außer Batman in Gestalt des Jokers: mit einer Milchflasche. Nicht nur, dass dadurch die Linse unbrauchbar wird, die Idee beeindruckt Joker-Batman so sehr, dass er vor lauter Überraschung umfällt.

Der Rest ist einfach: Handschellen, Strahlentherapie und – zackfeddich – Status quo.

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