Batman

Two-Face in Gotham Adventures

Titel: Lucky Day/Never an Option/Choices

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson/Rick Burchett, Tim Levins

Erschienen: 1998, 1999, 2022 (Gotham Adventures #2, 12, 44)


Two-Face hatte in The Animated Series einige sehr dramatische Auftritte, angefangen bei seinem Origin bis hin zu Tim Drake und seiner Rolle als Judge (Richter). In der zweiten Ausgabe von Gotham Adventures tauchte er passenderweise wieder auf. Schauen wir uns zunächst mal das Cover an, denn allein das ist ein Blickfang. Ungewöhnlicher-, aber konsequenterweise ist es schwarzweiß. Es gibt keinen Batman oder ein anderes Mitglied der Bat-Family zu sehen, stattdessen nur Two-Face, sein Gesicht nur angedeutet, im Schatten, im Vordergrund seine riesige Hand, die eine noch riesiger erscheinende Münze wirft, im Hintergrund eine Reihe von Lichtern, die Showbiz ankündigt. Dramatischer geht’s nicht – ein perfektes Cover!

Auf der ersten Seite sieht man klein die andere, versehrte Hand eine Münze werfen, diesmal mit Jin-Jang-Symbol. Das große Bild bringt uns in die Story: Bei der Game-Show Lucky Day tritt ein älterer Mann namens Lester auf, es geht um über zwei Millionen Dollar. Dann taucht Two-Face aus dem Publikum auf und kündigt nicht nur an, das Geld rauben zu wollen, sondern auch Lester bloßzustellen, denn dieser ist sein Vater – mit ihm hat er eine Rechnung offen.

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Wie Jerry Robinson den Joker erfand

Dark Horse Books

Titel: Jerry and the Joker: Adventures and Comic Art

Autor/Zeichner: Jerry Robinson

Erschienen: 2017 (Dark Horse Books)


Jerry Robinson war erst 17 Jahre alt, als er anfing, für Bob Kane Batman zu zeichnen. Er war von Anfang an dabei. Zunächst nur als Tuscher. Seine erste Ausgabe war Detective Comics #36, der erste Auftritt von Professor Hugo Strange. Dann gab Robin, der zwei Hefte später debütierte, seinen Namen (von Robin Hood) und sein Kostüm. Später zeichnete er Cover und auch einige ganze Storys, als Bob Kane den Batman-Zeitungsstrip übernahm.

Robinsons wichtigste Leistung war jedoch die Erfindung des Jokers, Batmans wichtigstem Erzfeind und dem ersten Superschurken überhaupt. Wie Robinson dazu kam, erklärt er selbst in seinem Buch Jerry and the Joker: Adventures and Comic Art.

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Killer Croc: Das Krokodil in der Kanalisation

Manche Klischees sind so ausgelutscht, dass sich jeder Autor davor hüten sollte, auch nur in Erwägung zu ziehen, sie zu bedienen. Wie etwa die Urban Legend von den Krokodilen in der Kanalisation. Bei Killer Croc ist die Versuchung verlockend, denn wenn der Ami Krokodil hört, muss er wohl gleich an Kanalisation denken. Das ist natürlich auch ein Klischee, aber so oft, wie das bereits erfüllt wurde, kann man von einem wahren Kern ausgehen.

Zur Verteidigung muss man sagen: Bei Killer Croc liegen Kanäle nahe. Zum einen ist man da unten geschützt, zum anderen hat man es da feucht, was einem halben Krokodil zupass kommen dürfte. Doch wie sieht es eigentlich mit Nahrung aus? Ein Fernsehteam will es genau wissen und steigt in Gotham in den Untergrund, um mit einer Reptilienexpertin herauszufinden, was an dem Mythos dran ist („The Crocodile Hunter“, Batman 80-Page-Giant 2010, 2011). Das Klima da unten ist zwar nicht ideal für Kaltblüter, aber in Ordnung. Fragt sich nur, woher die Tiere ihre Nahrung hernehmen. Obdachlose vielleicht? Noch so ein Klischee …

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Fünf Robins sind nicht genug

Titel: Robins – Being Robin (dt. Alle zusammen!)

Autor/Zeichner: TIm Seeley/Baldemar Rivas

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-6), Paperback 2022; dt. Panini 2022


Warum sollte man eigentlich Robin-Comics lesen? Warum sich mit Sidekicks beschäftigen, wenn man einen Haupthelden, wenn man Batman haben kann? Warum etwas Nebensächliches zur Hauptsache machen, das von Anfang an nur dazu da war, damit Batman jemanden zum Reden hatte und die jungen Leser etwas zum Identifizieren?

Man kann zu dem Konzept Robin stehen, wie man will, es gehört von Anfang an zu Batman dazu und hat eine lange Tradition, die sich über mindestens fünf Charaktere erstreckt hat – von Elseworlds-Versionen abgesehen. Jeder hat seinen Lieblingsrobin. Und wahrscheinlich hatte deshalb auch jeder schon mal seine eigene Serie: Dick ist Nightwing, Jason ist Red Hood, Tim ist auf „Red Robin“ hängengeblieben, Stephanie ist Spoiler/Batgirl und Damian der Robin, der einmal Papa beerben wird und immer wieder Stunk mit ihm hat, wie zuletzt in Batman vs. Robin.

Und obwohl das zuletzt nicht das größte Lesevergnügen war, habe ich mal eine Ausnahme gemacht und der Miniserie Robins eine Chance gegeben. Immerhin versammelt sie alle fünf kanonischen Sidekikcs. Die Zeichnungen von Baldemar Rivas sind allzu glatt und gefällig, die Farben zu knallig, aber vielleicht hat uns ja Autor Tim Seeley etwas Neues zu sagen. Und so ein Teamtreffen birgt immer das Potenzial einer interessanten Story.

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Killer Croc in „Batman ’66“

DC Comics

Titel: King Tut Barges In/Hunt the Croc Down

Autor/Zeichner: Jeff Parker/Rubén Procopio, Dean Haspiel

Erschienen: 2014/2015 (Batman ’66 #8/28), Paperback 2014/2016 (Batman ’66 Vol. 2/5)


Nein, Killer Croc gab es natürlich noch nicht in der TV-Serie mit Adam West, weil der Schurke noch gar nicht erfunden war (das kam erst 1983), aber das holte man in der Comicserie Batman ’66 nach. Anders als bei anderen Schurken der Serie sehen wir sogar, wie er entsteht: Der eingebildete Pharao King Tut reist per Zeitportal ins Alte Ägypten zurück, wo er kostbare Schätze gegen billige Schokolade eintauscht – mit dem Reichtum will er Gotham kaufen. Dabei bekommt er einen Zaubertrank in die Finger, der Menschen mit einer Krokodilhaut unverwundbar macht.

Waylon trinkt den Zaubertrank für Unverwundbarkeit. (DC Comics)

King Tuts Handlanger Waylon, ein einfältiger Muskelprotz, schnappt sich das Fläschen und trinkt es auf Ex, worauf er sich sofort in einen Echsenmenschen verwandelt, was aber nur angedeutet wird und zunächst lange folgenlos bleibt.

Waylon mutiert zu Killer Croc. (DC Comics)

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Scarecrow in „Batman 66“

DC Comics

Titel: Scarecrow Comes to Town

Autor/Zeichner: Jeff Parker/Lukas Ketner

Erschienen: 2015 (Batman 66 #28), Paperback 2015 (Batman 66 Vol. 5)


DC Comics

Scarecrow gehört neben Two-Face zu den zwei klassischen Schurken, die es nicht in die TV-Serie mit Adam West geschafft haben. Vielleicht, weil die Figur für Kinder zu gruselig schien? Dieses Versäumnis hat Autor Jeff Parker in seiner Comicserie Batman 66 korrigiert. Hier tut die Vogelscheuche das, was sie sonst auch tut: Angst mit Gas verbreiten. Batmans größte Angst ist, wieder ein Kind zu sein und seine Eltern wieder in jener dunklen Gasse zu verlieren, Robins größte Angst ist, dass Batman ihn abserviert.

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Batman ’66: Zurück in die 60er

Titel: Batman ’66 Vol. 1

Autor/Zeichner: Jeff Parker/Jonathan Case, Ty Templeton, Joe Quinones u.a.

Erschienen: 2013-2014 (Batman ’66 #1-5), Paperback 2014; dt. Panini 2014 (DC Premium 88)


„The precious few who go on to change the world are rarely understood. One can dress as an animal and be hailed as a champion. While the truly great are labeled … eggcentric.“

Es ist schon seltsam: Da gab es mal in den 60ern diese TV-Serie mit Adam West, die die Albernheit und Buntheit der Batman-Comics kongenial ins Fernsehen übertrug und damit Geschichte schrieb, und fast fünf Jahrzehnte später dachte man sich bei DC: Lassen wir doch diese Serie wieder als Comic auferstehen! Wozu soll das gut sein, wenn wir froh sein können, dass sogar die für Kinder gemachten Batman-Comics diese Naivität hinter sich gelassen haben? Außerdem lebte die Serie von der Inszenierung und ihren Darstellern. Geht es hier also nur um die übliche Monterarisierung der Nostalgie?

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Eine Comic-Biographie für Bill Finger

Carlsen

Titel: Bill Finger – Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters

Autor/Zeichner: Julian Voloj/Erez Zadok

Erschienen: 2023 (Hardcover, Carlsen)


Die kleine Athena soll in ihrer Schulklasse etwas über ihre Großeltern erzählen: „Mein Großvater hat Batman erfunden“, sagt sie stolz – und wird dafür ausgelacht und gehänselt: „Warum bist du dann nicht superreich?“ Doch es ist wahr: Athenas Großvater ist Bill Finger, der Mann, der Batman zu dem machte, was er ist: mit dem ikonischen Kostüm, der Geheimidentität als Bruce Wayne, Gotham City, Robin und den bekannten Schurken: Joker, Pinguin, Two-Face, Catwoman, Riddler, Scarecrow, Clayface und Mad Hatter.

Bis in die 60er schrieb Bill Finger Batman-Storys, doch stand der Autor lange im Schatten von Bob Kane. Fast 80 Jahre lang galt der Zeichner als alleiniger Schöpfer Batmans, heimste Ruhm und Reichtum ein. Erst seit 2016 heißt es offiziell: „Batman created by Bob Kane with Bill Finger“.

Nachdem der Autor Marc Tyler Nobleman 2012 ein Kinderbuch zu dem Thema herausgebracht hat, für das er intensiv über Finger recherchierte, und Hulu seine Doku Batman & Bill herausgebracht hat, legen nun Julian Voloj und Erez Zadok eine Comicbiographie vor. Voloj hat bereits 2018 Superman-Mitschöpfer Joe Schuster eine Graphic Novel gewimdet, der ein ähnlich trauriges Schicksal erlitt: verarmt und fast vergessen.

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Bruce Waynes Lehr- und Wanderjahre

Titel: Batman: The Knight (dt. Die Reise)

Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Carmine Di Giandomenico

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-10), Hardcover 2023; dt. Panini 2022/2023


Wir wissen, wie es mit Batman anfing, wir kennen sein erstes Jahr, wir kennen sein Jahr Null, hin und wieder wurde auch mal eine Episode aus der Zwischenzeit erzählt, von Bruce Waynes Wanderschaft durch die Welt, die ihn zum Detektiv und Meisterkämpfer werden ließ – beeindruckend komprimiert dargestellt im Film Batman Begins. Nun erzählt Chip Zdarsky alles noch mal ausführlich.

Die Abenteuer des jungen Bruce Wayne, mit seinen Problemen in der Schule, sein Gang zum Psychiater (Hugo Strange), seine Verwicklung in illegalen Straßenkämpfen, seiner Selbstausbildung mit Hilfe von Alfred und Büchern. Wir bekommen eine Antwort auf die Frage, warum er eigentlich kein Polizist geworden ist. Bei Frank Miller hätte man noch sagen können: weil die Polizei von Gotham korrupt ist. Hier heißt es: weil man einen reichen Schnösel wie ihn nicht bei der Polizei sehen will. Außerdem braucht die Welt keinen weiteren wütenden Cop.

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Killer Croc in Batman Adventures

Schönes Cover, oder? Killer Croc hält Batman im Würgegriff, zerquetscht fast seinen Kopf, es sieht ziemlich eng aus … Doch das hat mit der Geschichte – wie so oft – leider nichts zu tun. Croc ist in „Raging Lizard“ (Batman Adventures #7, 1993) zwar ein Ringer/Wrestler, aber er ringt nicht mit Batman, sondern mit dem Masked Marauder, nicht zu verwechseln mit dem Marvel-Schurken und auch nicht mit Hooded Justice aus Watchmen, der ebenfalls eine Kapuzenmaske mit Schlinge um den Hals trägt.

Dieser hat Croc einmal im Ring gedemütigt, nun muss er sich ihm wieder stellen. Zunächst will er sich drücken, dann lässt er sich von seinem Trainer motivieren. Für die Fans. Und schließlich für sich selbst, um sich seinen Ängsten zu stellen. Derweil prügelt sich Batman durch die Unterwelt, um einen gewissen Mobster zu schnappen. Zufälligerweise findet auch sein Finale bei Crocs Kampf statt. Der Masked Marauder will Batman an den Kragen und Croc hilft ihm aus der Patsche.

Schwer zu sagen, wo genau diese Geschichte reinpasst. Zwar wissen wir aus Batman TAS, dass Croc früher Ringer war, aber vor der ersten Croc-Folge („Vendetta“) kann sie nicht spielen, weil Batman in der Serie behauptet, Croc nie zuvor gesehen zu haben. Danach aber auch nicht, weil Croc hinter Gittern sein müsste – wegen Mordes. Da kommt man nicht so leicht raus, es sei denn man haut ab, aber Batman will ihn nicht zurückbringen. Man sollte sich um Continuity nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.

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