Elseworlds

Kampf der Guillotine

DC Comics

Titel: Reign of Terror

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/José Luis Garcia-Lopez

Erschienen: 1999 (One-shot)


„… is not the purpose of this great experiment to judge men by our inner truths, not by the masks we present to the world?“ (Bruce Wayne)

Kleine Geschichtsstunde mit Batman, diesmal in Frankreich. In den Wirren der französischen Revolution gab es ein Jahr, das als „Terrorherrschaft“ bekannt werden sollte. Von Juni 1793 bis Ende Juli 1794 ließen Robespierre und seine Jakobiner sehr viele Köpfe rollen, über 16.000 offizielle Hinrichtungen gab es. Der ehemalige Offizier Bruce Wayne hat selbst Betroffene in der Familie, die Eltern seiner Ehefrau sollen durch „Madame Guillotine“ getötet werden. Da fällt er einen spontanen Entschluss, näht sich schnell ein (ziemlich schickes) Fledermauskostüm, macht sich ein paar Batarangs und ein Schiff mit schwarzen Segeln und befreit in einer Aktion seine Schwiegereltern. Als Batman lehrt er mit weiteren Rettungsaktionen solcher Art die Jakobiner das Fürchten, bis ihn Hervé Deinte, der Mann mit der entstellten Gesichtshälfte und der Münze, in eine Falle lockt.

Abgesehen davon, dass Reign of Terror unter seiner Kürze leidet und zu abgehetzt erzählt wird (ein Problem vieler Elseworlds-Comics), es gibt durchaus dümmere Comics. Hier hat Mike W. Barr sich zumindest Mühe gegeben, das historische, brutale Setting glaubhaft auszustatten; die lebhaften und klaren Zeichnungen tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich in diese Welt schnell einfindet. Bei so viel Bodenständigkeit und Ernst der Lage wirken allerdings einige Plot-Elemente hanebüchen. Vor allem das Finale. Wenn man denkt, wie sich Batman aus der Guillotine befreit, kann absurder nicht sein, taucht dann aus dem Nichts ein Bat-Heißluftballon mit einer Robin-Frau auf und das konstruierte Ende des Schurken steigert das Ganze noch einmal.

Okay, Reign of Terror ist Quatsch. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann es auch nette Unterhaltung sein.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Phantom der Seifenoper

DC Comics

Titel: Masque

Autor/Zeichner: Mike Grell

Erschienen: 1997 (One-shot)


Die Elseworlds-Mode der 90er trieb seltsame Blüten. Einerseits befreite es die Autoren von dem Korsett der Kontinuität, andererseits zwängten sich manche in andere, noch viel engere Korsette, die ihrem Helden geradezu den Atem nahmen. Literatur-Adaptionen wie Batman als Frankenstein wirken so bemüht, weil sie nicht aufgehen. In Masque muss Das Phantom der Oper dran glauben. Der Roman von Gaston Leroux wird allerdings so sehr durch den Fleischwolf gedreht, dass davon kaum etwas übrig bleibt.

Die Geschichte spielt im Gotham der Jahrhundertwende. Das Phantom der Oper ist hier im Ballett unterwegs, die Rolle wird – wem sonst – Two-Face aufgedrückt. Aber der geheimnisvolle Maskenträger, der sich in die schöne Protagonistin verliebt, ist Bruce Wayne alias Batman. Die Enthüllung des Schurken ist so unspektakulär, wie man sich denken kann, nicht einmal beim Finale hat man sich irgendetwas halbwegs Interessantes einfallen lassen. Das alles plätschert so belanglos und lächerlich pathetisch daher wie eine Seifenoper.

Weil Autor und Zeichner Mike Grell nichts zu erzählen hat, füllt er die Seiten so dreist wie möglich: mit lauter ganzseitigen Panels, die oft sogar Doppelseiten füllen. Eigentlich muss man schon vom Cover gewarnt sein, das ist nämlich nichts als grässlicher Kitsch auf dem Niveau eines Groschenromans.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Stehlen für die gute Sache

DC Comics

Titel: The Golden Streets of Gotham

Autor/Zeichner: Jen Van Meter/Cliff Chiang, Tommy Lee Edwards

Erschienen: 2003 (One-shot)


Gotham im Jahr 1910. Arbeiter werden in Fabriken ausgebeutet. Selina Kyle führt, maskiert als Katze, den Widerstand an. Der Einwanderersohn Bruno Vanekow kehrt aus dem Wilden Westen in die Stadt zurück und muss feststellen, dass seine Eltern bei einem Brand in einer Fabrik umgekommen sind. Um Rache an dem Besitzer zu nehmen, der das Feuer verursacht hat, wird er zum Rächer: maskiert als Fledermaus raubt er ihn und andere Bonzen aus, um den Erlös den Armen zu geben. Doch als ein Frauenmörder umhergeht, wird Batman verdächtigt.

Batman als Robin Hood des frühen 20. Jahrhunderts. Kann das gutgehen? Naja, es könnte. Aber hier klappt das nicht besonders gut. Denn die Story gibt sich so sehr Mühe, den Zeitgeist einzufangen und den Arbeitskampf darzustellen, dass der Held zur Nebensache wird. Das Finale wird verschenkt, es kommt auf 64 Seiten null Spannung auf. Und dass das Ganze auch noch von einem 99 Jahre alten Dick Grayson im Altenheim erzählt wird, muss auch nicht unbedingt sein. Warum müssen sich eigentlich gleich drei Figuren Theatermasken aufsetzen? Damit das noch halbwegs als Batman-Story durchgehen kann. Aber auch wenn man sich hier bemüht, Wiedererkennungswert zu schaffen, indem man das Altbekannte variiert, hat The Golden Streets of Gotham nicht viel mit dem zu tun, was Batman ausmacht.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Wenn das Leben die Kunst imitiert

Titel: Hollywood Knight

Autor/Zeichner: Bob Layton/Dick Giordano

Erschienen: 2001 (Mini-Serie #1-3)


„I am not a comic book character!“ (Batman)

Hollywood im Jahr 1948: Batman wird gerade erfolgreich als Serial fürs Kino produziert. Den Titelhelden spielt der Kriegsveteran Byron Wyatt, unterstützt von seinem besten Freund und Stuntman als Robin. Doch die Konkurrenz ist neidisch: da seine Arkham Studios gerade schlecht laufen, versucht Jack Napier (genannt „Joker“), sich die Rechte an Batman zu sichern. Als er scheitert, lässt er das Cast und Crew abschlachten und ein Set verbrennen. Wyatt überlebt – aber er hält sich fortan für Batman und strebt nach Gerechtigkeit.

Unter all den halbherzigen und uninspirierten Elseworlds-Storys ist Hollywood Knight eine erfrischende Variation des Altbekannten. In dieser Comicwelt ist Batman eine Comic-Figur, die verfilmt wird und dann aus der Fiktion in die „Realität“ ausbricht – eine interessante Meta-Fiktion, die es wert wäre, mal von einem Batman-Forscher analysiert zu werden. Aber auch der einfache Leser wird hier seinen Spaß haben: Alfred ist ein alter Zirkusmann, der in einer alten Mine haust, Robin ist so alt, dass er bereits Geheimratsecken unter einer Perücke kaschiert. Und der eingebildete Batman ist so sehr in seiner Rolle gefangen, dass er zunächst auch das Verbrechen bekämpft, mit dem er persönlich nichts zu tun hat. Viele Anspielungen auf die Batman-Tradition, veredelt durch die Zeichnungen von Altmeister Dick Giordano, machen diese nette Geschichte zu einem kleinen Fest für Fans.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Legends of the Dark Knight: Destiny

Titel: Destiny

Autor/Zeichner: Bo Hampton, Mark Kneece/Bo Hampton

Erschienen: 1992 (Legends of the Dark Knight #35-36), Paperback 1998 (Other Realms)


In Gotham taucht ein Wikinger auf. Ein junger Norweger, der sich kostümiert dagegen wehrt, dass das Unternehmen Asgard radioaktiven Abfall in seiner Heimat entsorgt und dabei seine Familie zu verdrängen versucht. Batman hilft ihm, begleitet ihn nach Norwegen. Doch das ist nur die Rahmenhandlung, denn der Kern der Geschichte ist eine Rückblende in die Wikingerzeit. Schon da haben ein junger Recke mit geflügeltem Helm und ein „Bat Man“ im Fledermauskostüm gegen Eisriesen gekämpft.

Im Grunde ist Destiny also eine verpackte Elseworlds-Story. Aber mal wieder eine so bierernste und fade, dass man sich fragen muss, was sie noch mit Batman zu tun hat. Denn es reicht nicht, eine Fantasy-Geschichte zu erzählen und einen der Charaktere spitze Ohren tragen zu lassen. Und auch die Rahmenhandlung ist nicht weiter der Rede wert.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Mr. Bat im Club der Tiere

DC Comics

Titel: The Order of Beasts

Autor/Zeichner: Eddie Campbell, Daren White/Eddie Campbell

Erschienen: 2004 (One-shot)


„Each man must become a beast in order to truly know himself.“

London 1939. Ein Serienmörder tötet Männer aus der High Society. Zufällig ist Bruce Wayne aus den USA in der Stadt, da kommt auch Batman zum Einsatz. Er findet heraus, dass der Fall etwas mit Nazi-Spionen und dem Order of Beasts zu tun hat, einem Geheimbund von Traditionalisten, die sich Tiermasken aufsetzen und heidnische Feste feiern. Was zunächst bescheuert klingt, wirkt dann ganz anders, wenn sich ein Mann im Fledermauskostüm dazugesellt.

Eddie Campbell hat sich in den 90ern mit Alan Moores From Hell einen Namen gemacht. Hier ist er als Autor und Maler tätig, ohne auch nur annähernd ein Werk von Wert zu schaffen. Die Story ist plump und an der Grenze zum Lächerlichen, die Figuren wirken steif und unbeholfen. Weder der Fall noch die Auflösung können besonderes Interesse wecken, dafür wird alles viel zu schnell abgehandelt. Immerhin nett zu sehen, dass hier tatsächlich ein Batman aus dem Jahr 1939 bemüht wird, der noch am Anfang seiner Karriere steht. Aber einen zwingenden Grund für das London-Setting kurz vor dem Zweiten Weltkrieg gibt es nicht.

Mal wieder so eine halbherzige Elseworlds-Story.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Drachenritter im Mittelalter

Titel: Dark Knight of the Round Table

Autor/Zeichner: Bob Layton/Dick Giordano

Erschienen: 1999 (Mini-Serie #1-2)


Bislang war „Dunkler Ritter“ bloß eine Metapher. Hier aber wird sie beim Wort genommen: Batman wird ins Mittelalter übertragen. Oder besser gesagt: in eine Fantasy-Version davon. Die Geschichte spielt in England. King Arthur hat Ärger mit seiner Halbschwester Morgana, mit der er ein Kind gezeugt hat. Weil der Bastard Unheil verspricht, verbannt der König Familien aus dem Land, darunter die Waynemoors. Morgana, die auch noch eine Hexe ist, schickt fledermausartige Dämonen, um die Waynemoors dahinzuraffen. Der kleine Bruce überlebt und schwört Rache.

Den Rest kann man sich denken: hartes Training. Geschult wird er von Merlin, der in Form einer weißen Riesenfledermaus erscheint. Und am Ende zieht Bruce Rüstung und Schwert mit Drachensymbol an. Keine Ahnung, was dieser Umweg soll, wenn das Symbol ohnehin aussieht wie eine Fledermaus. Aber egal. Der Drachenritter Batman zieht in den Kampf gegen das austauschbare Böse. Da kommen Ra’s al Ghul und seine Tochter Talia ins Spiel …

Batmans Erzschurke ist auch schon der einzige nennenswerte Gegenspieler. Bis auf Alfred und einen Kurzauftritt von Robin gibt es kaum Wiedererkennungswert in diesem Elseworlds-Quark. Nicht einmal ein Joker als Hofnarr – aber das wäre wohl zu offensichtlich. Stattdessen gibt es nur das offensichtlichste und oberflächlichste Rittergedöns mit pathetischem, humorfreiem Gelaber und Gemetzel. Moral von der Geschicht: Es muss mehr als Rache geben. Für diese Erkenntnis muss man sich aber nicht durch fast 100 Seiten quälen.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman Year 100: Die Zukunft wird hässlich

DC Comics

DC Comics

Titel: Year 100 (dt. Das 100. Jahr)

Autor/Zeichner: Paul Pope

Erschienen: 2006 (Mini-Serie #1-4), Paperback 2007; dt. Panini 2007


Ihr kennt Batmans Jahr eins und das Jahr null, jetzt kommt das Jahr 100. Genau gesagt ist es 2039, also das Jahr, in dem Batman 100 wird. Batman ist längst vergessen. Und dann taucht er wieder auf: Ein Typ im Cape, mit grauem Pullover, geschnürten Shorts, zu kurzen Handschuhen und Springerstiefeln. Zu Beginn wird er von der US-Bundespolizei über die Dächer von Gotham verfolgt. Schließlich wird in einer U-Bahn-Station ein Polizist erschossen – und Batman gilt als Mörder. Von da an wird er mit noch größerem Druck gejagt.

Und das war’s im Grunde auch schon. Unser Batman ist, wie Dr. Richard Kimble auf der Flucht und muss zugleich seine Unschuld beweisen, bzw. den Schuldigen ausmachen. Dabei entlarvt er eine große Verschwörung um eine Superwaffe. Unterstützt wird er von James Gordon, einem gewissen Robin (ohne Kostüm) und einem Hacker-Mädchen. Um seinen Verfolgern einen Schrecken einzujagen, setzt er sich falsche Raubtierzähne ein. Was übrigens sein Outfit vollends ins Lächerliche zieht.

Doch auch sonst ist Batman, dessen Gesicht stets geschwollen aussieht wie nach einem Kampf, ziemlich hässlich. Wie auch alles andere in diesem Comic. Autor und Zeichner Paul Pope kann offenbar nicht anders, als alles krumm und schief zu zeichnen. Selbst die Schönheiten sind abstoßend. Es ist ein Stil, der nur mit gutem Willen als gewöhnungsbedürftig bezeichnet werden kann. Denn angesichts dieser dünnen Story und der schwachen Charaktergestaltung wird man mit dieser Elseworld nicht warm. Schon gar nicht interessiert einen, worauf die Story hinausläuft.

Das Ganze ist bloß eine große, abgehetzte Verfolgungsjagd, unterbrochen von zu viel Gerede, in dem zu wenig Substanzielles gesagt wird. Wer sind diese ganzen Figuren? Und vor allem: wer ist Batman? Dazu gibt es bloß am Ende einen Hinweis, sonst wird man mit dieser Welt allein gelassen. Vor allem wird nicht klar, warum die Geschichte unbedingt in der Zukunft spielen muss; das Jahr 2039 hat mehr symbolischen Wert, um zwischendrin ein paar Reminiszenzen an die Batman-Historie unterzubringen, als dass es eine Funktion hätte.

Year 100 mag als moderner Klassiker gelten, der Grund dafür bleibt mir aber schleierhaft.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Manbat gründet eine Familie

DC Comics

DC Comics

Titel: Manbat (The Subterraneans)

Autor/Zeichner: Jamie Delano/John Bolton

Erschienen: 1995 (Mini-Serie #1-3, Paperback 1997)


„The universal cruelty of nature is hard to face. But all life is subject to her one immutable law: adapt, or die.“ (Kirk Langstrom)

Die Tierschutzaktivistin Marylin Munro (nicht zu verwechseln mit der Schauspielerin) will eigentlich nur mit der Kamera dokumentieren, welche Monster in den Laboren von Edencorp erschaffen werden. Dabei kommt sie in den Besitz eines genetischen Materials für Killer-Heuschrecken, die die ganze Menschheit ausrotten könnten. Auf der Flucht fällt sie allerdings in eine Höhle, wo Kirk Langstrom eine Familie gegründet hat. Eine Familie von Manbats, also Mensch-Fledermaus-Mutanten. Langstrom hält sich und seinesgleichen für eine überlegene Superrasse und will die Menschheit mit den Heuschrecken auslöschen. In der Zwischenzeit düst Batman im Auftrag von Edencorp durch die Gegend, um Marylin zu finden und das Schlimmste zu verhindern. Es kommt zum Kampf zwischen den Fledermausmenschen.

So eine Story zusammenzufassen, klingt doch immer ein bisschen bescheuert. Es ist der alte Superhelden-Topos vom Mad Scientist, der die Apokalypse heraufbeschwört. Aber wenn man die im aufwendig gemalten Seiten von John Bolton sieht, merkt man schnell, dass der banale Inhalt in einer künstlerisch hochwertigen Verpackung steckt, wodurch er gleich viel weniger banal erscheint. Bolton schafft mit seinen Bildern, die irgendwo zwischen schwarzer Romantik (Füsslis Nachtmahr) und Expressionismus verortet sind, eine beklemmende, alptraumhafte Atmosphäre.

Aber auch die Handlung ist gar nicht mal so plump, wie sie sein könnte, weil Langstrom nicht einfach nur irre oder böse oder beides ist, sondern eine höchst konfliktreiche Figur. Ein Mann, äußerlich zwischen Mensch und Tier, der einfach nur seinen Frieden will und der innerlich zerrissen ist in der Frage, ob er den Untergang der Menschheit beschleunigen soll oder nicht. Auch die Nebenfiguren, wie Langstroms Frau Francine, sein Sohn oder die Aktivistin Marylin kommen zu ihrem Recht.

Nur Batman bleibt relativ primitiv und langweilig. Zwar macht er als blauer Koloss mit Riesenohren und extravagantem Umhang optisch was her. Sonst ist er aber so aufgesetzt steif, pflichtbewusst und humorlos wie ein Beamter – und erinnert dadurch an den alten Spießer-Batman Adam West. Passend dazu gibt es auch Szenen wie: Batman bekommt einen Strafzettel fürs Zuschnellfahren, Batman reitet auf einem Esel und Batman stülpt sich einen Schlapphut über seine spitzen Ohren oder er belehrt Prostituierte, wie sie ein besseres Leben führen können. Manche mögen das witzig finden, die Fledermaus abseits der vertrauten Routinen zu sehen, aber mir fällt es dadurch schwer, das Ganze ernst zu nehmen.

Mehr zum Thema:

Alter schützt vor Torheit nicht

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight Dynasty

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Scott Hampton, Gary Frank, Scott McDaniel

Erschienen: 1997 (One-shot)


„I win again. But then, I always do.“ (Vandal Savage)

2300 Jahre Waynes, drei Generationen von Batmen: als Kreuzritter im Mittelalter, als Dunkler Ritter in der Gegenwart, als High-Tech-Kriegerin in ferner Zukunft. Und alle drei müssen sich mit Vandal Savage rumschlagen, jenem unsterblichen Schurken, der einem mysteriösen Meteorit nachjagt. Dafür tötet er sogar Bruce Waynes Eltern. Wozu der ganze Ärger, das erfährt man erst am Ende: auch der Böse hat einfach nur das grundmenschliche Bedürfnis zu wissen, was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Der Aufwand wirkt dann doch etwas übertrieben, vor allem gegen Ende, wenn er einen ganzen Kult um sich begründet. Gastauftritte haben eine Art Catwoman des Mittelalters und eine weibliche Scarecrow, Scarecrown genannt.

Dass sein hohes Alter Vandal Savage aber nicht unbedingt weiser macht, zeigt auch ein Plot-Element, das immer wiederkehrt: In jedem der drei Kapitel lässt er den Helden in einer Todesfalle zurück und lässt ihm damit jedesmal die Gelegenheit zur Flucht – im zweiten Kapitel sogar zweimal. Okay, das ist nicht unbedingt ein Klischee mehr, es ist einfach ein Topos von Heldengeschichten. Aber gleich viermal den gleichen Fehler zu begehen, lässt dann doch am Verstand des angeblich superschlauen Superschurken zweifeln und wird zum Running Gag, der die Story unfreiwilligen komisch macht. Noch lächerlicher ist nur noch ein Affe, der in der Zukunft zu Robin wird (warum nur, warum?).

Visuell macht Dark Knight Dynasty wenigstens zu zwei Dritteln etwas her: Die gemalten Seiten von Scott Hampton (Night Cries) im Mittelalter-Teil und die von Gary Franks (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin) Gegenwarts-Teil sind wahre Hingucker. Dagegen ist das Finale von Scott McDaniel und Bill Sienkiewicz nicht nur sperrig gezeichnet, sondern lässt auch schwer der Handlung folgen.

Insgesamt ist Dark Knight Dynasty zwar episch angelegt, aber kann seinen Anspruch nicht ganz erfüllen, weil es dann doch bloß in Banalitäten abdriftet.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics