Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Eine Comic-Biographie für Bill Finger

Carlsen

Titel: Bill Finger – Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters

Autor/Zeichner: Julian Voloj/Erez Zadok

Erschienen: 2023 (Hardcover, Carlsen)


Die kleine Athena soll in ihrer Schulklasse etwas über ihre Großeltern erzählen: „Mein Großvater hat Batman erfunden“, sagt sie stolz – und wird dafür ausgelacht und gehänselt: „Warum bist du dann nicht superreich?“ Doch es ist wahr: Athenas Großvater ist Bill Finger, der Mann, der Batman zu dem machte, was er ist: mit dem ikonischen Kostüm, der Geheimidentität als Bruce Wayne, Gotham City, Robin und den bekannten Schurken: Joker, Pinguin, Two-Face, Catwoman, Riddler, Scarecrow, Clayface und Mad Hatter.

Bis in die 60er schrieb Bill Finger Batman-Storys, doch stand der Autor lange im Schatten von Bob Kane. Fast 80 Jahre lang galt der Zeichner als alleiniger Schöpfer Batmans, heimste Ruhm und Reichtum ein. Erst seit 2016 heißt es offiziell: „Batman created by Bob Kane with Bill Finger“.

Nachdem der Autor Marc Tyler Nobleman 2012 ein Kinderbuch zu dem Thema herausgebracht hat, für das er intensiv über Finger recherchierte, und Hulu seine Doku Batman & Bill herausgebracht hat, legen nun Julian Voloj und Erez Zadok eine Comicbiographie vor. Voloj hat bereits 2018 Superman-Mitschöpfer Joe Schuster eine Graphic Novel gewimdet, der ein ähnlich trauriges Schicksal erlitt: verarmt und fast vergessen.

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Bruce Waynes Lehr- und Wanderjahre

Titel: Batman: The Knight (dt. Die Reise)

Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Carmine Di Giandomenico

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-10), Hardcover 2023; dt. Panini 2022/2023


Wir wissen, wie es mit Batman anfing, wir kennen sein erstes Jahr, wir kennen sein Jahr Null, hin und wieder wurde auch mal eine Episode aus der Zwischenzeit erzählt, von Bruce Waynes Wanderschaft durch die Welt, die ihn zum Detektiv und Meisterkämpfer werden ließ – beeindruckend komprimiert dargestellt im Film Batman Begins. Nun erzählt Chip Zdarsky alles noch mal ausführlich.

Die Abenteuer des jungen Bruce Wayne, mit seinen Problemen in der Schule, sein Gang zum Psychiater (Hugo Strange), seine Verwicklung in illegalen Straßenkämpfen, seiner Selbstausbildung mit Hilfe von Alfred und Büchern. Wir bekommen eine Antwort auf die Frage, warum er eigentlich kein Polizist geworden ist. Bei Frank Miller hätte man noch sagen können: weil die Polizei von Gotham korrupt ist. Hier heißt es: weil man einen reichen Schnösel wie ihn nicht bei der Polizei sehen will. Außerdem braucht die Welt keinen weiteren wütenden Cop.

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Killer Croc in Batman Adventures

Schönes Cover, oder? Killer Croc hält Batman im Würgegriff, zerquetscht fast seinen Kopf, es sieht ziemlich eng aus … Doch das hat mit der Geschichte – wie so oft – leider nichts zu tun. Croc ist in „Raging Lizard“ (Batman Adventures #7, 1993) zwar ein Ringer/Wrestler, aber er ringt nicht mit Batman, sondern mit dem Masked Marauder, nicht zu verwechseln mit dem Marvel-Schurken und auch nicht mit Hooded Justice aus Watchmen, der ebenfalls eine Kapuzenmaske mit Schlinge um den Hals trägt.

Dieser hat Croc einmal im Ring gedemütigt, nun muss er sich ihm wieder stellen. Zunächst will er sich drücken, dann lässt er sich von seinem Trainer motivieren. Für die Fans. Und schließlich für sich selbst, um sich seinen Ängsten zu stellen. Derweil prügelt sich Batman durch die Unterwelt, um einen gewissen Mobster zu schnappen. Zufälligerweise findet auch sein Finale bei Crocs Kampf statt. Der Masked Marauder will Batman an den Kragen und Croc hilft ihm aus der Patsche.

Schwer zu sagen, wo genau diese Geschichte reinpasst. Zwar wissen wir aus Batman TAS, dass Croc früher Ringer war, aber vor der ersten Croc-Folge („Vendetta“) kann sie nicht spielen, weil Batman in der Serie behauptet, Croc nie zuvor gesehen zu haben. Danach aber auch nicht, weil Croc hinter Gittern sein müsste – wegen Mordes. Da kommt man nicht so leicht raus, es sei denn man haut ab, aber Batman will ihn nicht zurückbringen. Man sollte sich um Continuity nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.

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Neue Comics: „Batman: City of Madness“

Im Oktober startet eine neue Miniserie, in der Autor und Zeichner Christian Ward (Aquaman Andromeda) Batman ins Genre des „cosmic horror“ befördert. In City of Madness geht es um ein Gotham, das unterhalb von Gotham existiert, ein lebendiger Albtraum, bevölkert von dunklen Abbildern, die sich von Angst und Hass ernähren. Dann öffnet sich das Portal zu dieser düsteren Region und ein böser Dunkler Ritter entkommt, der einen Robin nach seinem Bilde formen will. Batman muss mit dem Rat der Eulen (Court of Owls) zusammenarbeiten, um diesen und noch andere noch bösere Superschurken aufzuhalten.

Was irgendwie an Dark Nights: Metal (2017/2018) sowie Knight Terrors erinnert, nennt Christian Ward seinen Liebesbrief an Batman und eine Pseudo-Fortsetzung von Grant Morrisons und Dave McKeans Arkham Asylum: Serious House on Serious Earth sowie eine Hommage an Batman: Gothic. Die Cover zeigen einen Batman im Chtulhu-Look sowie Tentakeln – es darf also auch in Richtung H.P. Lovecraft gehen.

Der Dreiteiler erscheint in Prestige-Format mit je 48 Seiten unter DCs Black Label.

DC Comics

Darüber hinaus hat DC auf der San Diego Comic-Con noch ein Crossover mit Monstern angekündigt: Justice League vs. Godzilla vs. Kong. Der Titel dürfte selbsterklärend sein. Autor dieses Siebenteilers ist Brian Buccellato (The FlashInjusticeDetective Comics), die Zeichnungen stammen von Christian Duce (Batman/Fortnite: Zero Point). Am 17. Oktober soll das erste Heft erscheinen.

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Poison Ivys psychedelischer Pilztrip

DC Comics

Titel: Poison Ivy Vol. 1: The Virtuous Cycle (dt. Metamorphose)

Autorin/Zeichner: G. Willow Wilson/Marcio Takara

Erschienen: 2022-2023 (Poison Ivy #1-6), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


„When the heroes won’t act it’s the villains who must save us.“

Ich weiß ja nicht, was euch hierhergeführt hat, aber falls ihr leichten Comic-Eskapismus sucht, dann muss ich euch enttäuschen. Nein, auch auf dieser Seite wird euch die bittere Medizin verabreicht, die ihr auch sonst überall bekommt: Die Welt geht unter. Oder wenigstens steht sie kurz davor. Jedenfalls die Welt, wie wir sie kennen und lebenswert finden. Und wir Menschen sind Schuld daran. Höchstens 20 Jahre haben wir noch …

Aber bitte keine Beschwerden, ich bin nur der Bote! Genaugenommen schreibe ich nur auf, was Pamela Isley alias Poison Ivy denkt. Die hat die Schnauze voll von uns Menschen und will sie mal wieder, aber diesmal richtig auslöschen. Mit giftigen Pilzsporen, die sie halluzinieren lassen. Die trägt sie quer durch die USA und steckt damit Leute an, in der Hoffnung, dass bald alle dran glauben müssen, bevor es die Flora und Fauna tun.

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Killer Croc in Batman: The Animated Series

Killer Croc gehörte nie zu den großen Schurken, durfte aber in Batman: The Animated Series schon mal mit ihnen an einem Pokertisch sitzen: Joker, Two-Face, Pinguin und Poison Ivy tauschen mit ihm Geschichten aus, wie sie beinahe Batman umgebracht haben. Crocs Story gehört zu den, sagen wir mal, weniger spektakulären, was aber das Vergnügen an der Episode nicht mindert – „Almost Got ’Im“ (Fast erwischt) gehört zu den besten der Serie. Aber wer sie kennt, weiß auch, dass dieser Auftritt eigentlich nicht zählt …

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Batman und Flash jagen einen Hacker

DC Comics

Titel: Recognized, in Flashes, and with Glory

Autor/Zeichner: Scott Peterson/Tim Levins

Erschienen: 2000 (Gotham Adventures #25)


Flash, der Angeber. Und Hummeln im Hintern hat er auch. Kann nicht mal für das Cover stillstehen, wodurch er neben Batman gleich dutzendfach zu sehen ist … Unangekündigt taucht er in Gotham auf und verhindert einen Raubüberfall auf der Straße. Kaum ist er da, ist die Pistole des Räubers weg, doch damit hat er auch eine Polizei-Aktion gestört, wie ihn Batman belehrt.

Eigentlich ist Flash nur in dessen Revier gekommen, weil in Central City jemand seit Monaten Hackerangriffe verübt – der Ursprung scheint in Gotham zu liegen. Auch hier hat es schon Stromausfälle in Schulen gegeben. Dann fahren die U-Bahnen falsch. Batman und Flash müssen Leute retten. Flash bringt jeden Fahrgast einzeln raus, Batman fragt: Warum nicht einfach die Notbremse ziehen? Wäre schneller und sicherer.

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„Superman: Space Age“: Hoffnung in der Apokalypse

Titel: Superman: Space Age

Autor/Zeichner: Mark Russell/Michael Allred

Erschienen: 2022-2023 (Miniserie #1-3), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


„Hope is the lie we make come true.“

Es ist mal wieder Zeit für Superman. Warum? Hin und wieder erscheint ein Comic, der mich dem Urvater aller Superhelden noch mal eine Chance geben lässt. Vielleicht ist ja noch nicht alles über ihn gesagt. Und hin und wieder erscheint etwas, das der Aufmerksamkeit wert ist. Superman: Space Age ist als beste Miniserie für den Eisner Award nominiert. Also schauen wir uns das mal an.

Die Geschichte spielt vor allem zwischen den Jahren 1963 und 1985. Zwischen Kennedys Tod und der Crisis on Infite Earths. Zu Beginn entdeckt der junge Clark Kent seine Kräfte und seine Herkunft, er kommt nach Metropolis und beginnt seine Karriere – tausendmal gesehen, geschenkt. Doch auch wenn hier Lex Luthor und Brainiac auftauchen, dies ist keine gewöhnliche Superman-Story.

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Killer Croc trifft Swamp Thing

Titel: Killer Croc: Fast Train to the Wet Dark/Swamp Things

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #521-522), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1); dt. Dino 1997 (Batman Special #1)


Waylon Jones von Kelley Jones – was kann schöner sein, als der Meister des Horrors, der ein Monster zeichnet? Und tatsächlich wird Killer Croc hier ein Stück weit mehr zum Monster. Nicht bloß ein Mann mit einem Hautproblem, sondern ein halbes Reptil. Wie ein Tier stürzt er sich in Arkham auf sein Essen.

Da wächst ein sonderbares Kraut aus dem Boden, spuckt einen Pilz aus, Waylon verschlingt ihn und hört plötzlich eine Stimme, die ihn nach Hause ruft – ins „dunkle Nass“. Daraufhin bricht er aus Arkham aus, um es zu suchen. Weder Gitterstäbe noch Elektroschocks halten ihn auf, dieses Monster hat Hulk-Qualitäten. Auf seiner Flucht zerlegt er ein Auto.

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Neu zum Batman-Tag 2023: „Gargoyle of Gotham“

Am 16. September 2023 ist mal wieder das, was DC zum „Batman Day“ erklärt hat. Nichts, was Fans wirklich kümmern muss, für die natürlich jeder Tag ein (potenzieller) Batman-Tag ist, aber in diesem Jahr gibt es – neben etlichen Special Editions bekannter Comics – auch eine bemerkenswerte Neuerscheinung: die erste Ausgabe der Miniserie Gargoyle of Gotham von Rafael Grampá. Der Brasilianer ist uns Batman-Lesern vor allem als Zeichner von Dark Knight Returns: The Golden Child bekannt, nun schreibt und zeichnet er einen Vierteiler für DCs Black Label.

Die Story: Nachdem Batman seine Identität als Bruce Wayne aufgibt, treibt ein Serienmörder in Gotham sein Unwesen. Zunächst erscheinen die Opfer willkürlich gewählt, doch dann stellt sich heraus, dass sie nicht nur untereinander sondern auch mit Batman zusammenhängen. Der Held trifft auf eine neue Schurkenriege und muss sich mit der Natur des Bösen auseinandersetzen – auch dem Bösen in sich selbst.

Gargoyle of Gotham soll parallel im Zweimonatsrhythmus in Nordamerika, Brasilen, Spanien, Italien und auch Deutschland erscheinen. Jede Ausgabe soll 48 Seiten umfassen und 6,99 US-Dollar kosten. Daneben soll es eine „Noir“-Version in Schwarzweiß geben. Variant Cover werden von Jim Lee, David Finch, Frank Miller und Paul Pope stammen.

>> Batman bei DC Black Label