Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz
Erschienen: 1951 (Batman #65), Hardcover 2015 (Catwoman: A Celebration of 75 Years)
Selina Kyle ist geläutert. Nachdem sie ihre Erinnerung an ihr früheres Leben wiedererlangt hat, betreibt sie nun (wie ihr Vater) eine Zoohandlung, spezialisiert auf Katzen. Eines Tages kommt ein Gangster vorbei, Whale Morton, der ihr ein Angebot macht. Bruce und Dick sehen das und fragen sich, ob das etwas zu bedeuten hat.
Kurz darauf sind die Katzen los: Zuerst jagen Katzen Mäuse in einem Krankenhaus, dabei werden Medikamente gestohlen, dann dienen Löwen und Tiger als Ablenkungsmanöver, um an Pelze heranzukommen. Natürlich verdächtigen alle Catwoman, sie zweifelt an sich selbst. Dann kommt Whale Morton wieder und schlägt ihr erneut vor, sie zu einer Verbündeten machen. Sie sieht eine Chance, reich und mächtig zu werden – und sagt zu.
Doch obwohl sie in ihr Catwoman-Kostüm steigt und bei den nächsten Coups mithilft, erscheint auch zweimal ein Cat-Signal an den Tatorten. Batman ist sich nicht sicher, ob Catwoman wirklich gemeinsame Sache mit den Gangstern macht, bis sie ihn mit Robin mit ihrer Peitsche überwältigt und in eine Todesfalle bringt.
ACHTUNG SPOILER!
Nein, Catwoman ist nicht wieder kriminell geworden, sie hat es nur sehr geschickt angestellt, alle zu täuschen, um Whale Morton vor laufender Kamera dranzukriegen. Ende gut, alles gut. Vorläufig.
Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz
Erschienen: 1950 (Batman #62)
„The Catwoman has retired!“ (Selina Kyle)
Zehn Jahre lang gab es Catwoman, ohne dass man etwas über sie wusste. Weder ihre Vergangenheit, noch den Ursprung ihrer Katzenmanie noch ihren wahren Namen. Erst 1950 war es so weit: Catwoman bekam den Namen Selina Kyle. Sie war Stewardess bei Speed Airlines, bis ihr Flugzeug abstürzte und sie ihr Gedächtnis verlor. Zu Catwoman wurde sie durch eine unbewusste Erinnerung an die Zoohandlung ihres Vaters, alles, was sie über Katzen wusste, hatte sie von ihm.
Wie aber kommt es zu der Auflösung? Ein maskierter Ganove namens Mister X verbündet sich mit Catwoman, weil sie bei ihren Raubzügen niemanden tötet und er keine Mordanklage riskieren will. Wie gewissenhaft sie ist, stellt sie auch bei einer Konfrontation mit Batman unter Beweis. Als sie eine Mauer auf ihn einstürzen sieht, rettet sie ihm das Leben, bekommt aber einen Schlag auf den Kopf, der sie sich an ihr vergangenes Leben erinnern lässt.
Batman zeigt ihr, welche Verbrechen sie begangen hat und sie ist bestürzt. Selina will es wieder gut machen, indem sie Batman und der Polizei hilft, Mister X zu fassen. Sie tut nur so, als machte sie bei den Raubzügen mit, dann fliegt ihre Masche auf. Schließlich rettet Batman ihr das Leben, bevor sie an einen Traktor gefesselt in den Abgrund geschickt wird. Catwoman gibt ihr Leben als Verbrecherin auf.
Der Traktor erinnert an das Abenteuer „Nine Lives Has The Catwoman“ (Batman #35, 1946), da stürzt Catwoman nämlich auf einem in einen Abgrund. Batman nimmt selbst Bezug darauf, indem er ihr ein Bild daraus zeigt, wie sie eine Neunschwänzige Katze nach ihm schwingt. Genannt werden auch „The Duped Domestics„, „The Claws of the Catwoman“ und „The Lady Rogues„, man sieht Batman und Catwoman auf einer Riesenkatze mit einer Kontrabass. In der Geschichte war es allerdings eine Violine.
Das Beispiel zeigt, wie dynamisch das Batman-Universum ist. Zwar wird einerseits der Eindruck erweckt, dass alles eine übergreifende Geschichte bildet, aber diese Geschichte ist kein konsistentes Ganzes, sondern eine, die sich mit jeder Erinnerung an sie ändert. Daher passt es auch, dass Catwoman erst jetzt, nämlich rückwirkend, eine Vergangenheit und einen Namen bekommt. Die Geschichte ändert sich, wie es gerade passt. Und das ist das eigentlich Aufregende an Batman- und Superhelden-Comics überhaupt: Auf nichts ist Verlass.
Als Frau muss man auf dem Laufenden bleiben, was die Mode angeht. Denn wenn man aus dem Knast ausbricht und die anderen Frauen mittlerweile längere Röcke tragen, kann es schnell peinlich werden. So geht es Catwoman. Sie bringt sich auf den neuesten Stand und da kommt ihr eine Idee für ihre nächste Verbrechensserie.
Catwoman gründet ein eigenes Modemagazin („Damsel“). Doch obwohl die Modewelt darüber spricht, scheinen die Verkaufszahlen nicht zu genügen. Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, warum Catwoman sich sich eine blonde Perücke aufsetzt und als Herausgeberin Madame Moderne ausgibt, um auf Raubzüge zu gehen.
Batman stürzt sich auf die falsche Catwoman, die echte stürzt sich auf ihn …
Zunächst ist ein Pelz dran, den sie vor laufender Kamera aus einem Fernsehstudio stiehlt. Batman und Robin sind sofort zur Stelle (auch wenn unklar bleibt, warum), doch Batman verwechselt einen verkleideten Mannequin mit Catwoman und sie entkommt. Madame Moderne taucht daraufhin auf und gibt Batman – einfach so – einen Kuss. Das ist das erste Mal seit langer Zeit, das die beiden Intimitäten austauschen. Offenbar hat Catwoman noch etwas für Batman übrig.
Nachdem Catwoman eine Kette stiehlt, hinterlässt sie eine Zeichnung von sich. Batman erkennt sofort: Statt einer Höhe von sieben Köpfen ist die Figur neun Köpfe groß, so wie Modezeichner es für gewöhnlich machen. Schlussfolgerung: Madame Moderne ist Catwoman! Aber das spielt für die Story keine Rolle.
Zum Showdown kommt es auf einer Mode-Ausstellung. Wie immer gibt es dort überdimensionales Zubehör: eine riesige Schere, eine Nähnadel mit Fingerhut, eine Nähmaschine. Letztere wird Catwoman zum Verhängnis. Bei einem Fluchtversuch nähen Batman und Robin sie in ein Stück Stoff. Am Ende trägt sie wieder schwarz-weiße Streifen im Knast … Wäre sie mal lieber beim Modemagazin geblieben.
Der Riddler hetzt Batman durch die Stadt, dabei sterben jedes Mal Menschen: Eine Frau in einem Löwenkostüm stürzt sich, nachdem sie ein Rätsel aufgesagt hat, von einem Hochhaus, ein Polizist wird erhängt, dann entführt der Riddler auch noch drei Babys. Batman hat nicht nur alle Hände voll zu tun, er wird regelrecht zur Verzweiflung getrieben. Was hat der Riddler vor?
Der Fall hängt zusammen mit einem omninösen Dämonskult. Im 18. Jahrhundert haben ein paar Männer den Dämon Barbatos heraufbeschworen, seitdem ist er nicht nur ein Teil von Gotham, er ist Gotham. Mit der Story wird der Grundstein für den Barbatos gelegt, den wir später von Grant Morrison (The Return of Bruce Wayne) und aus Scott Snyders Dark Nights: Metal kennen. Die dreiteilige Riddler-Story hat es in sich: düster, furchtbar, spannend und auch furchtbar spannend. Eigentlich keine Riddler-Story, sondern etwas viel Drastischeres. Ein Highlight.
Auch zwei andere Storys des Paperbacks handeln von übernatürlichen Phänomenen wie tödlichem Gras (etwas lahm) und dem Golem. Bei letzterem treiben Rassisten in Gotham ihr Unwesen, sie greifen Menschen mit Migrationshintergrund an und schänden jüdische Gräber. Ein alter Jude, der das schon einmal in Deutschland erdulden musste, wehrt sich, indem er einen Golem erschafft. Mit dem muss sich dann Batman herumschlagen. Der Zweiteiler wäre okay, wenn man sich nicht über die Fehler ärgern müsste. Wörter wie „Kristallnacht“ sind falsch geschrieben und das Ereignis wurde falsch datiert (1937 statt 1938). Leider ein häufiges Phänomen in US-Comics …
In einer anderen Geschichte steht Batman vor dem Dilemma, ob er einen gesuchten Auftragskiller den Behörden ausliefern soll, dem die Todesstrafe droht. Der Killer sagt, er hätte nur Leute umgebracht, die es verdient hätten, wahrscheinlich hätte er sogar dadurch Leben gerettet. Batman gibt zu, dass bei seinem Kampf gegen das Verbrechen Menschen gestorben seien, allerdings hätte er es nie bereitwillig getan habe.
Die letzte Story ist wieder ein richtiges Schmankerl: In „Identity Crisis“ taucht ein Bruce Wayne aus dem Meer auf, der sich nicht mehr an die vergangene Nacht erinnern kann. Zuhause in Wayne Manor stellt er fest, dass es nicht nur keine Bathöhle gibt, auch wissen weder Alfred noch Tim Drake, dass er Batman ist. Die Geschichte diente als Vorlage der legendären Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream„, die den an sich guten Stoff noch viel dramatischer umgesetzt und ein überzeugenderes Ende findet.
Insgesamt ein lesenswerter Band für alle Fans eines Batman in der Rolle des düsteren Einzelkämpfers.
Die Menschen in Gotham müssen viel ertragen, wenn sie jede Woche von einem Superschurken terrorisiert werden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass sie bei der kleinsten ungewöhnlichen Begebenheit in Panik verfallen. Kaum taucht eine goldene, ägyptisch anmutende Statue im Park auf, schreit eine Frau los – obwohl nichts passiert, außer dass aus der Statue eine Stimme spricht.
Doch auch die Polizei ist beunruhigt. Kurz glaubt Commissioner Gordon an einen Werbegag des Museums, aber nachdem ihn Bruce Wayne eines Besseren belehrt hat, ist er so verunsichert, dass er – ohne sich das Ding überhaupt anzusehen oder seine Leute darauf anzusetzen – sofort Batman anruft. Erst dann kommen alle auf die Lösung, dass hinter dem Rätsel könne nur einer stecken kann: King Tut, ein ehemaliger Professor, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für einen Pharao hält. (Die Zuschauer kannten ihn 1966 noch nicht, er wurde erst für die Serie geschaffen, aber für Batman ist er – wie jeder Schurke – ein alter Bekannter.)
Das ist keine Sphinx …
Als Batman und Robin die Statue inspizieren, klassifiziert Batman sie als „Sphinx„, was völlig daneben ist, weil sie keinen Löwenkörper hat, aber da Robin es nicht besser weiß, bleibt es bei der Fehldiagnose. (Später soll Robin fragen: Gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Und Batman gibt zu, dass er Wissenslücken hat.) Das Dynamische Duo entdeckt einen Griff an der Seite, sie ziehen dran, sie befürchten das Schlimmste, doch da springt nur ein Messer heraus, das sie nicht einmal verletzt hätte, wenn sie nicht auf Abstand gegangen wären.
Täuschend echt: King Tut als Mumie.
King Tut, der offenbar überzeugt war von der Genialität seines Plans, ist außer sich, als er erfährt, dass er nicht aufgegangen ist. Also überlegt er sich was anderes, mindestens ebenso genial: Er verkleidet sich als Mumie und versteckt sich in einem Sarkophag im Museum. Als Bruce Wayne gerade eine Pressemeute hindurchführt, fällt die Pseudo-Mumie heraus, offenbart sich als noch lebend, Wayne kann es kaum glauben, tut es aber doch – und wird wegen seiner Leichtgläubigkeit in einem Krankenwagen entführt. Da aber King Tuts Komplizen nicht daran denken, Wayne für den Transport nicht ordentlich festzumachen, kommt er von selbst frei …
Später versucht es King Tut nochmal mit der Entführung, diesmal in Wayne Manor, aber da kommt ihm Batman zuvor: Er gibt sich selbst als Bruce Wayne aus. Nützt alles nix: Batman fliegt auf, wird zusammen mit King Tuts in Ungnade gefallener Komplizin Nofretete in Tonvasen gesteckt und mit herabfallenden Kieseln gefoltert. Als King Tut denkt, dass sie zu willenlosen Sklaven geworden sind, fordert er sie zum Tanzen auf. Batman rockt noch einmal den Batusi (wie schon in Folge 1), er gibt alles, springt wild herum und schwingt sein Cape, doch dann wird aus dem irren Tanz ein Kampf – Batman schlägt die Bande zusammen, Robin springt hinzu und es kommt zu einem Schwertkampf. Bemerkenswert: Ohne Blutvergießen.
Am Ende kapert King Tut noch das Batmobil und das Dynamische Duo, mit Alfred zum Trio erweitert, darf in Tuts goldenem Laster fahren. Übrigens: In dieser Folge muss einmal Alfred das Batmobil fahren, weil Robin noch keinen Führerschein hat. Auch maskierte Rächer müssen sich ans Gesetz halten. Leider sehen wir aber nicht, dass Alfred sich beim Fahren irgendwie maskieren würde.
Und was wird aus dem verrückten Verbrecher? Der wird durch einen Schlag wieder normal. Aber nur bis zum nächsten Wiedersehen …
Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E20)
Wenn Batman nicht in der Stadt ist, müssen die Mädels ran: Als eine Katzenstatue gestohlen wird, macht sich Batgirl auf die Suche – und trifft dabei (so ein Zufall) Catwoman. Natürlich ist die Katzendiebin sofort die Hauptverdächtige, doch die beteuert, unschuldig zu sein. Batgirl glaubt ihr und die beiden machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Sie treffen auf einen alten Bekannten: Roland Daggett. Mit ihm hat Catwoman noch eine alte Rechnung offen …
Batgirls Rückkehr kann leider nicht mit dem furiosen Auftakt der Figur mithalten, allzu formelhaft verläuft die Story, inklusive der altbekannten Moral: Wir dürfen nicht töten, sonst sind wir nicht besser als die Verbrecher. Geschenkt. Trotzdem macht es Spaß, die beiden starken Frauenfiguren gemeinsam losziehen und auch gegeneinander kämpfen zu sehen. Batgirl ist in The Animated Series ein besonders liebenswerter Charakter.
Für Batman sogar sehr liebenswert. Am Anfang sehen wir, wie Batgirl ihn vor Joker, Two-Face und Pinguin rettet und er sich mit einem Kuss revanchieren will – aber das ist leider nur eine Traumsequenz …
„I’ll prove that the Catwoman is the greatest woman criminal of all time!“
Als Catwoman (nach einem weiteren Gefängnisausbruch) ein Buch über Schurkinnen liest, stellt sie fest, dass sie darin nicht erwähnt wird. Daraufhin will sie der Welt beweisen, dass sie die Größte ist, indem sie Adaptionen des Buches sabotiert.
Bei einer Theateraufführung über Circe lässt sie Wildschweine los und klaut die Perlen der Hauptdarstellerin, bei einer Verfilmung von Schneewittchen kommt sie mit ihren eigenen sieben Zwergen. Der Wachmann hätte bei der blonden Perücke misstrauisch werden müssen, denn eigentlich hat Schneewittchen schwarze Haare, aber gutes Personal ist bekanntlich schwer zu kriegen.
Batman als Samson
Zum Schluss ist Delilah dran. Batman verkleidet sich als Samson. Doch Catwoman kommt ihm zuvor, indem sie Robin als Geisel nimmt. (Bemühtes Wortspiel: cut off Samson’s hair, cut off Batmans heir.) Batman reißt die Säulen der Kulissen ein und überwältigt Catwoman und ihre Schurken.
Am Ende gibt sich Batman nicht mehr so große Mühe, seine Gegnerin zu bekehren: „Why don’t you reform, Catwoman?“ Daraufhin ist sie nur genervt: „Oh, stop crowing! You Men are all alike! Take me to jail and shut up!“ Doch im Knast erwartet sie eine Überraschung der Autor der Lady Rogues erzählt ihr, er plane ein Buch nur über sie …
Superschurken brauchen eine Masche, ein Markenzeichen, ein Thema. Und jedes Mal, wenn sie einen neue Serie von Coups starten, müssen sie beim Modus operandi diesem Thema treubleiben. Es scheint sich um eine Art Zwang zu halten. Nachdem Catwoman zuerst sich beim Aberglauben bediente (zuerst tat sie so, als hätte sie neun Leben und dann, als könnte sie Pech bringen), bedient sie sich jetzt in der Literatur.
Dank eines explosiven Buchs bricht sie (wieder) aus dem Knast aus, dann leitet sie jeden Raub mit einer Referenz auf berühmte Katzen ein: Zehn kleine Kätzchen hängen am Baum und lenken einen Polizisten ab, während sie Juwelen raubt, beim zweiten Mal gibt es gestiefelte Katze beim Rodeo – Batman und Robin legen eine Show hin, die die Menge jubeln lässt.
Beim dritten Coup, in einem Kohlewerk, nimmt Catwoman Batman und Robin gefangen und mauert sie ein. Warum? Damit sie wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland nach und nach verschwinden kann, bis nur noch ihr Gesicht und schließlich ihr Lächeln übrig bleiben. Das Dynamische Duo kann sich dank einer Kerze von den Fesseln befreien und dann dient ihnen Catwomans Haustier Hecate als Bote, um die Polizei um Hilfe zu rufen.
Batman tanzt mit einer Katzenfrau (DC Comics)
Das Finale findet im Tanzclub „The Cat and the Fiddle“ statt (benannt nach einem Volkslied). Batman gerät in eine Menge von Tänzern in Katzenkostümen – und muss sogar mittanzen. Überfordert ruft er Robin um Hilfe, der sich köstlich amüsiert. Danach ist es für Batman ein Leichtes, Catwoman zu fassen. Beim Showdown auf einer Riesengeige stolpert Catwoman, landet mit dem Hintern im Mittelbügel und bleibt dort stecken.
Catwoman bleibt mit ihrem Hintern stecken. (DC Comics)
Ein erotischer Moment ist das nicht gerade, aber Erotik ist zwischen den beiden in letzter Zeit ohnehin rar gesät. Batman gibt Catwoman keine zweite Chance mehr und an Intimitäten denkt offenbar keiner von beiden …
Catwoman bricht mal wieder aus dem Knast aus (obwohl sie zuletzt dort nicht gelandet ist). Da hat sie auch schon eine Idee für einen neuen Coup: Sie erpresst drei Unternehmer, ihr 50.000 Dollar zu zahlen, sonst lasse sie eine schwarze Katze ihren Weg kreuzen. Als die sich nicht davon beeindrucken lassen, lässt Catwoman selbst Unglücke geschehen.
Catwoman in ihrem Versteck
Dem Pelzmagnaten lässt sie ein Frachtflugzeug in einen Zeppelin krachen, dem Zirkusbesitzer lässt sie einen Panther frei, zum Schluss kapert sie mit ihrer Bande ein Schiff. Batman und Robin sind jedes Mal zur Stelle, sie vollführen sogar einen Zirkustrick (Dick ist in seinem Element), aber Catwoman haut zwei Mal in ihrem Catmobil, dem Kitty Car ab.
Batmobile und Kittycar
Das Auto ist bemerkenswert: Es sieht einer Katze sehr ähnlich. Neben dem Katzenkopf hat es vier ausgestreckte Pfoten und einen Schwaz. Dank Raketenantrieb kann sie damit richtige Katzensprünge vollführen. Das ist ein echtes Spektakel. Am Ende wird ihr das Auto leider zum Verhängnis.
Catwoman und Robin auf der Freiheitsstatue
Das zweite Highlight ist der Schauplatz des Finales: Catwoman flieht – sehr symbolträchtig – auf die Freiheitsstatue, Robin verfolgt sie bis in die Fackel, bis er gekidnappt wird. Ja, Gotham hat eine Freiheitsstatue. Es ist DIE Freiheitsstatue. Ein weiterer Beleg dafür, dass mit „Gotham“ keine andere Stadt als New York City gemeint ist.
Und was ist mit der Beziehung zwischen Batman und Catwoman? Da geht gerade nicht viel. Als Robin ihr gegenüber andeutet, dass sie ihn irgendwie möge, streitet Catwoman ab: „Of course not! We’re sworn enemies!“
Autor/Zeichner: Stan Lee, Michael J. Uslan/Joe Kubert
Erschienen: 2001 (One-shot), Paperback 2002 (Just Imagine Stan Lee Creating the DC Universe Vol. 1), Omnibus 2013
In den 60er Jahren hat Stan Lee so ziemlich jeden großen Marvel-Charakter miterfunden. Mit der Konkurrenz hatte er nix am Hut. Jedoch Anfang des 21. Jahrhunderts hat er doch einmal die Seiten gewechselt und für DC mit einem Team 13 One-shots geschrieben, in denen er die größten Helden einmal ganz anders dachte: Just Imagine.
Bei Batman wird Bruce Wayne zu Wayne Williams, einem jungen schwarzen Mann, der soeben seinen Vater verloren hat – einen Polizisten, im Dienst umgekommen. Jetzt, da er allein mit seiner Mutter ist, muss er sich auch noch gegen Gangster zur Wehr setzen. Als Wayne die Freundin eines Verbrechers vor dem Kugelhagel endet, dankt dieser es ihm, indem er ihm einen Raubüberfall und Mord anhängt. Wayne landet im Knast, schließt Freundschaft mit einer Fledermaus und pumpt seine Muskeln auf.
Nachdem er draußen ist, wird er zum Wrestler, um Geld zu verdienen. Zu diesem Zweck näht er sich ein Fledermauskostüm. Nein, kein stilisiertes Batman-Kostüm, sondern so wie eine Fledermaus wirklich aussieht. Trotz fehlender Erfahrung im Ring macht er als Batman alle Gegner platt und wird reich und berühmt. Inklusive Haus in Hollywood Hills. Dann lässt er von einem Wissenschaftler sein Kostüm aufmöbeln und zieht seinen Racheplan durch …
So reizvoll das neue Setting für Batman auch erscheinen mag, leider macht Stan Lee nichts Interessantes draus. Auf 43 Seiten rast er im Eilverfahren durch den Plot, um alles zu erzählen, und gerade da, wo man denkt, jetzt geht es endlich los, ist es schon vorbei. Die Charaktere sind oberflächlich, der Schurke ein eindimensionaler Haudrauf und Tyrann, der seine Angebetete umbringen lassen will, wenn sie ihn nicht heiratet. Die Tatsache, dass der Held schwarz ist, spielt kaum eine Rolle. Hier geht es nicht um Rassenfragen oder Milieustudien. Hier geht es nur darum, dass Batman mal etwas anders ist. Was das angeht, wird das Heft seinem Anspruch gerecht. Wayne weist hier auffallend viele Parallelen zu Peter Parker alias Spider-Man auf. Aber leider bleibt die Fantasie sonst auf der Strecke.
Immerhin überzeugen hier die starken Zeichnungen von Altmeister Joe Kubert. Hier sieht man eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen er Batman gezeichnet hat – auch wenn es hier nicht der „wahre“ Batman ist.