Animation

Batman TAS: Wie alles begann

Bevor die erste Episode von Batman: The Animated Series produziert wurde, schufen Bruce Timm und Eric Radomski einen zweiminütigen Kurzfilm, um Warner Bros. zu präsentieren, wie die Serie aussehen sollte. The Dark Knight’s First Night (1990) erzählt, wie Batman auf dem Dach eines Hauses drei Juwelendiebe überrascht und vermöbelt, bis die Polizei mit Commissioner Gordon eintrifft. Weil die Tonspur verloren ist, hat man für den DVD-Bonus die Musik des späteren Vorspanns drübergelegt.

Der Stil erinnert noch sehr stark an die gummihaften Bewegungen der Tiny Toon Adventures, an denen Timm zuvor gearbeitet hat. Leicht albern wirkt es, wie Batman den Kugeln ausweicht, als wäre er Flash. Aber der Zeichenstil ist schon sehr nah dran an dem, was einmal die Serie ausmachen wird. Und im Grunde kann man in dem Pilotfilmchen den Prototyp zum legendären Vorspann sehen, der für mich zumindest der Inbegriff von Batman ist.

Batgirl: Sex and the Gotham City

Das ging schnell: Nicht einmal ein Monat nach dem Erscheinen des Animationsfilms Batman: The Killing Joke haben die Screen Junkies das Ding in einem Honest Trailer abgefertigt. Die Kritik ist vertraut: die erste Hälfte, das dazugedichtete Intro mit Batgirl, ist überflüssig aus verschiedenen Gründen. Der Sex mit Batman wird hier als „falsch auf verschiedenen Ebenen“ genannt. Aber auch die Machart wird verhöhnt: der  Animationsstil gleiche einer „fan-made flash animation“, die Stimmen wirkten so leblos, als hätte man den Darstellern mit Waffengewalt gedroht. Aber seht und hört selbst.

Das Schöne an missratenen Filmen ist, dass daraus stets die besten Honest Trailer werden.

Quickly, Robin! To the crosswalk!

IGN.com hat einen neuen Trailer zum nächsten Animationsfilm Batman: Return of the Caped Crusaders veröffentlicht. Der Film setzt die Batman-TV-Serie der 60er Jahre fort, die damaligen Darsteller Adam West und Burt Ward sprechen hier die Hauptrollen. Im Trailer sehen wir, wie sich die klassischen Schurken Joker, Pinguin, Riddler und Catwoman vereinen, um das Dynamische Duo auszuschalten. „Holy unholy alliance!“, sagt Robin dazu. Dabei soll das Abenteuer sogar ins Weltall führen. Wie üblich ist Batman hier kein Vigilant, der über dem Gesetz steht und nach Gutdünken Leute verdrischt, sondern ein lupenreiner Spießer, der nicht einmal bei Rot über die Straße geht.

Das Drehbuch stammt von Michael Jelenic (Teen Titans Go!) and James Tucker (Justice League vs. Teen Titans), Regie führt Rick Morales (LEGO DC Comics Super Heroes – Justice League: Cosmic Clash).

Der Film erscheint am 11. Oktober digital in den USA und am 1. November auf Blu-ray.

Warner Bros.

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Adam West kehrt zurück als Batman

Eine verdrängte Nachricht wird Wirklichkeit: Adam West und Burt Ward kehren zurück in ihre Paraderollen als Batman und Robin. Ja, genau: die lächerlichen Versionen aus der TV-Serie der 60er Jahre und aus dem dazugehörigen Film. Im neuen Film, Batman: Return of the Caped Crusaders, werden sie allerdings nur zu hören sein: zu sehen sind sie bloß als animierte Figuren.

Ein Teaser-Trailer gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Klar: es wird absurd. In dem Video (exklusiv von Entertainment Weekly) liegen Batman und Robin auf einem riesigen Kantinen-Tablett und werden in einen riesigen Ofen befördert. Batman befreit sich und verkündet das Erscheinen des neuen Films: am 11. Oktober digital und am 1. November 2016 auf Blu-ray. Das kann ja heiter werden …

Batman of the Future als Download

Warner Bros

Warner Bros.

Batman Beyond (dt. Batman of the Future) hat als Zeichentrickserie einen so großen Eindruck hinterlassen, dass nach drei Staffel nicht nur ein Film folgte (Batman Beyond – Return of the Joker), sondern auch mehrere Comic-Serien. Mittlerweile ist der Zukunfts-Batman sogar in den Kanon eingegangen. Leider waren von der Zeichentrickserie bisher nur die erste Staffel und der Film in deutscher Fassung auf DVD zu haben. Nachdem Amazon die Batman – The Animated Series online gestellt hat, gibt es jetzt auch Batman of the Future als Download. Alle drei Staffeln, 52 Folgen. Auch diese Serie ist nicht im Prime-Paket enthalten, sondern muss für 2,49 Euro pro Episode oder 16,99 Euro gekauft werden. Außerdem ist sie bloß in SD-Qualität verfügbar. Eine DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung ist bisher nicht angekündigt.

The Killing Joke: Lieber beim Comic bleiben

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Batman – The Killing Joke

Drehbuch: Brian Azzarello

Erschienen: 2016 (Direct-to-Video)


„This wasn’t supposed to be boring.“ (Joker)

Die Story ist bekannt. Selbst wer The Killing Joke nicht gelesen hat, kennt den Inhalt, die ikonischen Panels oder die wichtigsten Zitate. Ein Klassiker eben. Und vielleicht ist gerade das das größte Problem an dieser Adaption. Es gibt keine Überraschungen. Und obwohl im Wesentlichen der Film sich eng an den Comic hält, fehlt etwas Entscheidendes: die noiresken Zeichnungen von Brian Bolland. Während er realistische, dynamische und ausdrucksstarke Bilder für das Grauen und die Tragik gefunden hat, bleibt die Ästhetik des Films flach, arm an athmosphärischen Schatten, die mit groben Strichen gezeichneten Figuren statisch. Es ist ein Armutszeugnis, dass man es weder geschafft hat, einen Stil zu imitieren, noch einen eigenen zu finden.

Weil die Comicvorlage aber zu wenig Stoff für einen 76-Minuten-Film bietet, hat man einen Prolog drangestrickt. Darin wird Batgirl eingeführt. Eine halbe Stunde lang. Zu viel für eine Binnen-Story, die nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat. The Killing Joke ist eine Joker-Story. Im Prolog aber geht es um einen x-beliebigen neuen Gangster, einen Emporkömmling, der seinen Onkel erledigt und etwas Persönliches mit Batgirl hat. Ganz nebenbei wird noch eine Liebelei mit Batman eingestreut. Es gibt sogar eine kleine Sex-auf-dem-Dach-Szene, die völlig unvermittelt kommt und kaum der Rede wert ist. Kurz: Diese Vorgeschichte trägt nicht nur nichts Essenzielles bei, sondern bleibt auch für sich genommen belanglos und fade.

Und schließlich bleibt die Kritik am Stoff selbst. Wie schon festgestellt: Der Comic The Killing Joke ist toll erzählt, aber die rührselige Entstehungstragödie des Jokers wirkt spätestens nach Heath Ledger unzeitgemäß. Daher muss man den altbekannten Fall des Red Hood in die Chemikalienbrühe nicht auch noch als Film darstellen. Das hat Tim Burton schon in seinem Batman-Film von 1989 gemacht. Aber na gut, damit sind die drei großen Batman-Klassiker der 80er auch als Zeichentrickfilme zu haben (die anderen beiden sind Year One und The Dark Knight Returns). Wer die Geschichten wirklich genießen will, sollte bei den Comics bleiben. (Jetzt ist klar, warum Alan Moore seinen Namen dafür nicht hergegeben hat.)

Zu loben sind allerdings die Beigaben auf der Blu-ray: Neben zwei Making-ofs zum Film (und einer Vorschau auf Justice League Dark) gibt es auch zwei Episoden von The Animated Series bzw. The New Batman Adventures: Christmas with the Joker und Old Wounds. Nicht in der bestmöglichen Qualität, aber immerhin ein Trostpreis für alle, die keinen Spaß am Hauptfilm hatten. Die alte Serie ist immer noch am besten.

Wer Animationsfilme sehen will, die Comics besser (und freier) adaptieren, sollte sich lieber folgende anschauen:

Doppelt düster: Justice League Dark und der Dark Knight

Im Herbst soll der erste Justice League Dark-Animationsfilm erscheinen. Es handelt sich um ein Team von Außenseitern, die sich um übernatürliche, also magische Phänomene kümmern: Constantine, Swamp Thing, Zatanna, Deadman, Etrigan und Black Orchid. Mit dabei werden auch am Rande einige klassische Justice League-Mitglieder vorkommen, vor allem Batman. In diesem (noch nicht offiziell veröffentlichten) Video gibt es einen ersten Einblick in den Film und einige Erklärungen der Macher dazu. Ein genauer Starttermin steht noch nicht fest.

The Lego Batman Movie: Von Reggae Man zu Robin

Und noch ein Trailer von der San Diego Comic-Con: The Lego Batman Movie. Wir erfahren, dass Batman einen ungesunden Lebensstil als Einsiedler pflegt, wie Robin zu seinem Kostüm kommt (genial: Reggae-Man) und was sein geheimes Passwort für die Bathöhle ist. Und wir lernen, dass nicht Batman in Bruce Waynes Keller wohnt, sondern Bruce Wayne auf Batmans Dachboden.

Ach ja, und noch eine Lehre: „Life doesn’t give you seat belts!“

Nach diesen zweieinhalb Minuten voller witziger Einfälle ist klar: Dieser Film verspricht, ein Riesenspaß zu werden. Im Februar 2017 soll er in die Kinos kommen. (Am 15. Juni kommt Wonder Woman, am 17. November Justice League.)

Neue Zeichentrickserie: Justice League Action

Neues von der San Diego Comic-Con (SDCC) 2016:

Batman kommt wieder gezeichnet ins Fernsehen – und er ist nicht allein: Justice League Action, wird die Serie heißen. Mit dabei sein werden Superman, Wonder Woman, Booster Gold, Firestorm und noch zig weitere Helden. Klassische Schurken wie Lex Luthor, Joker und Mongul werden zu den Gegnern gehören. Als Sprecher wurden unter anderem Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker) verpflichtet, die schon bei Batman The Animated Series dabei waren. Die Serie wird, wie das im gleichen Stil gezeichnete Teen Titans Go, bei Cartoon Network laufen. Ein Starttermin steht noch nicht fest.

DC Comics

DC Comics

Nachtrag am 23. Juli: Hier noch ein Video zu den Hintergründen.

The Killing Joke: Preview in deutschen Kinos

Joker im Kino

Joker im Kino

Bevor die Filmadaption von Batman: The Killing Joke auf DVD und Blu-ray erscheint (4. August 2016), wird es nur am 29. Juli Previews in einigen deutschen Kinos geben. Welche Kinos in welchen Städten dabei sind, kann man auf der Facebook-Seite des Events oder bei Cinemaxx sehen. In Frankfurt am Main werden sowohl die deutsche als auch die englische Originalversion gezeigt.

Der Comic The Killing Joke (1988), geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Brian Bolland, ist ein Batman-Klassiker. Erzählt wird darin die Entstehungsgeschichte des Jokers und wie der Schurke Barbara Gordon (alias Batgirl) anschießt und ihren Vater, den Commissioner James Gordon, in den Wahnsinn zu treiben versucht. In der Originalfassung der Zeichentrick-Adaption sprechen die Hauptrollen Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker), beides Veteranen der Animated Series aus den 90er Jahren. Das Drehbuch stammt von Brian Azzarello (Broken City, Flashpoint, Batman Europa, Dark Knight III). Weltpremiere feiert der Film am 22. Juli bei der San Diego Comic-Con.