Comic

Mister Miracle: Ausbruch aus der Routine

DC Comics

Titel: Mister Miracle

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2017-2018 (Mister Miracle #1-12), Paperback 2019


„I can always escape.“

Seien wir ehrlich: Die New Gods sind lahm. Ja, ich weiß: Jack Kirby ist ein Gott der Comics und alles, was er geschaffen hat, ist Gold wert. Aus einer historischen Perspektive mag das stimmen. Ohne die Fourth-World-Saga gäbe es wohl auch kein Star Wars und Grant Morrison hätte nur halb so viel zu tun. Aber jedes Mal, wenn die New Gods irgendwo auftauchen, bläht sich jede Superhelden-Story zu über-astronomischen Größe auf, und am Ende interessiert es doch keinen, was am anderen Ende des Universums passiert.

Okay, es gibt Ausnahmen. Die JLA-Saga Stein der Weisen, zum Beispiel. Aber im Grunde geht es doch nur um Darkseid. Den Oberfiesling. Noch böser und härter als Darth Vader. Der Rest der 1000 Charaktere ist bloß ödes Beiwerk. Wer mir nicht glaubt, kann sich ja nochmal den Justice League-Film ansehen und mir sagen, was fehlt. Who the fuck is Steppenwolf? And who cares?

Und jetzt komme ich euch mit Mister Miracle. Was hat der in einem reinen Batman-Blog verloren? Warum sollte euch das interessieren? Mister Miracle war 2018 für mehrere Eisner Awards nominiert (Autor, Zeichner/Kolorist, Cover, Miniserie) und gewann zwei, einer ging an Autor Tom King, einer an Zeichner Mitch Gerads. Nun habe ich zu Tom King ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits hat er so tolle Comics wie The Sheriff of Babylon (Vertigo) und The Vision (Marvel) geschrieben, andererseits tue ich mich sehr schwer mit seinem Batman. Aber bei all dem Kritiker- und Leser-Lob für MM habe ich ihm noch eine Chance gegeben.

Scott Free in der Krise

Mister Miracle ist ein Comic für alle, die die New Gods bisher blöd fanden und alle, die das Formelhafte von Superheldencomics satt haben. Gleich auf den ersten Seiten, wenn King in Kürze für Einsteiger den Origin von MM alias Scott Free nacherzählt, steckt so viel (Selbst-)Ironie darin, dass jegliche Zweifel vergessen sind. Und dann der Schock: Eine Doppelseite, die zeigt, wie Scott Free in seinem Badezimmer auf dem Boden sitzt und sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Der einst strahlende Held in der Lebenskrise.

Hinterher sagt der Ausbruchskünstler, er habe versucht, dem Tod zu entkommen. Kurz darauf erscheint Bruder Orion, verprügelt ihn und rekrutiert ihn für einen Krieg gegen Darkseid. Der Schurke soll die Anti-Life-Equation haben, die ultimative Waffe. Und das ist nur der Anfang. MM wird im Laufe der Story zum Tode verurteilt und steigt zum Highfather auf, bevor er es am Ende mit Darkseid aufnimmt. Doch statt in die typischen Action-Szenen abzudriften, behandelt die Geschichte die Kämpfe und Kriege als Beiwerk, das der Held eher nebenher verrichtet, wie einen Routine-Job.

Im Vordergrund steht der Charakter und seine Beziehung mit seiner Frau Big Barda. Und es sind sehr menschliche Probleme, die die beiden haben. Einmal bricht das Paar auf New Genesis in den Palast des Highfathers ein, doch statt sich auf den Kampf zu konzentrieren, diskutieren sie bloß die Einrichtung ihrer Wohnung, wobei Barda ihrem Mann damit nur sagen will, dass sie schwanger ist.

Es sind solche Überraschungsmomente, durch die Mister Miracle Spaß macht. Erwartungen werden ständig untergraben. Und es gibt immer wieder absurde Situationen, die dank der Kunst von Mitch Gerads, Ausdruck in die Gesichter zu zeichnen, jedes Mal funktionieren. Das führt leider auch dazu, dass man die ganze Story nicht ernst nehmen kann – auch in den durchaus drastischen und dramatischen Momenten. Das ist besonders dann schade, wenn Figuren sterben und es die Helden fast nicht zu kümmern scheint. Der Tod ist hier Alltagsgeschäft.

Aber auch wenn der Held mit seiner Liebsten auf der Couch liegt und ihr sein Herz ausschüttet, starrt sie bloß auf ihr (Motherbox?)Smartphone. Über wichtige Dinge sieht man sie aber nur selten reden. Als Scott seiner Barda einen philosophischen Vortrag über Descartes und Kant hält, hört sie bloß zu. So allzumenschlich die Story manchmal auch wirken will, wenn sie Götter beim Pinkeln zeigt, so abgebrüht und zynisch ist ihr Grundton.

 

Mister Miracle ist fast durchgehend in einem Neuner-Raster erzählt, wie Tom King am liebsten hat und wie es schon Alan Moore perfektioniert hat. Das lässt den Comic einerseits sehr einförmig erscheinen, aber dafür sorgen die farbenfrohen und stimmungsvollen Zeichnungen für die nötige Abwechslung. Manchmal wird das starre Muster eben spielerisch durchbrochen – genauso wie der Held immer wieder aus seinen Fallen ausbricht. Und genauso wie Tom King allzu verzweifelt versucht, aus dem Muster der Superhelden-Comics auszubrechen.

Viele Panels haben Bildstörungen, als wäre der „Empfang“ unterbrochen. Diese visuelle Spielerei erinnert immer wieder daran, dass wir das Erzählte tatsächlich nicht für voll nehmen können. Der Erzähler aus dem Off weist darauf hin, dass es sich um eine besonders tückische Falle handeln könnte. Doch bis zum Schluss bleibt offen, ob die Geschichte nur eine Illusion, ein Traum, eine Nahtoderfahrung, eine Art Jenseits oder ein Paralleluniversum ist. Obwohl es sich um eine abgeschlossene Serie handelt, wird am Ende eine Fortsetzung angekündigt.

Mister Miracle ist der Versuch, die New Gods zu erden. Das Göttliche wird zum Menschlichen. Superhelden werden zu Alltagsbewältigern. Aber dafür erscheint das Menschliche bloß in seiner banalen Alltäglichkeit. In der zweiten Hälfte verbraucht sich dieser Running Gag und übrig bleiben bloß zwei gelangweilte und frustrierte Erwachsene, die triviale Gespräche führen. Ungewöhnlich im Geiste Jack Kirbys, aber typisch Tom King, und am Ende doch wieder irgendwie lahm.

>> Mister Miracle erscheint am 9. April 2019 als Megaband bei Panini.

Batman mit Zebrastreifen

DC Comics

Titel: The Zebra Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #275)


Ein neuer Schurke treibt in Gotham sein Unwesen: der Zebra-Man, ein schwarz-weiß gestreifter Mann, der mit elektromagnetischen Kräften schwere Gegenstände anziehen, kontrollieren und von sich stoßen kann. Reguliert wird das Ganze mit einem Gürtel.

Der Zebra-Man stiehlt Kunstwerke, hebt einen versunkenen Frachter vom Meeresgrund, aber für Batman und Robin ist er nicht zu fassen. Doch dank guter alter Detektivarbeit (die gute alte Schlammprobe im Labor!) spüren sie den Tunichtgut in seinem Geheimversteck auf. Und dort wird Batman zufällig ebenfalls mit der Strahlung aufgeladen – inklusive Zebrastreifen. Batman wirkt auf alles und jeden fortan abstoßend, sodass der Zebra-Man wieder entkommt.

Weil Batman aber keinen Gürtel hat, mit dem sich seine neuen Kräfte beherrschen ließen, malt er sich eine düstere Zukunft aus: Er wird nie wieder essen können! Er wird Chaos verusachen! Und wenn er als Bruce Wayne auftritt, werden alle wissen, dass er Batman ist! Dass er sich nie wieder einer Frau wird nähern können (oder andersrum) scheint ihm seltsamerweise keine Sorgen zu bereiten … Ein Held hat eben klare Prioritäten.

So zieht ein verzweifelter Zebra-Batman durch die Gegend und stellt sich auf sein Dasein als Außenseiter ein, da bringt ihn ein Magnet auf einem Schrottplatz auf eine Idee. Mittels eines Tricks kann er den Schurken besiegen und sich mit dessen Gürtel wieder „neutralisieren“.

Der Zebra-Batman gehört zu den schrägsten Kostümen, die Batman im Silver Age tragen durfte. Mittlerweile gibt es ihn auch als Funko-Pop-Figur …

>> Batman in den 60ern

Black Hammer trifft Justice League

Dark Horse/DC Comics

Jeff Lemire ist immer wieder für eine Überraschung gut, aber diesmal hat er etwas angekündigt, womit wohl niemand gerechnet hätte: Ein Crossover zwischen Black Hammer (Dark Horse) und der Justice League. Batman, Superman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Cyborg treffen in diesem Sommer auf die Superhelden aus dem von Lemire geschaffenen Universum. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit Starro. Lemire schreibt die fünfteilige Mini-Serie Hammer of Justice, Michael Walsh zeichnet sie. Die erste Ausgabe erscheint am 10. Juli 2019 in den USA. Es wird insgesamt sechs Cover geben, die von Michael Walsh, Andrea Sorrentino, Yanick Paquette, Yuko Shimizu und Jeff Lemire stammen.

Black Hammer hat 2017 zwei Eisner-Awards gewonnen und wird – völlig zurecht – mit Lob überhäuft. Die Serie handelt von Superhelden, die aus einem rätselhaften Grund auf einer Farm gestrandet sind. Das Universum expandiert mittlerweile in mehreren ebenfalls sehr lesenswerten Spin-offs. Neben der Hauptserie (Black Hammer: Age of Doom) gibt es auch Sherlock Frankenstein, Doctor Star, The Quantum Age und Black Hammer ’45. Lemire hat sich innerhalb von wenigen Jahren eine eigene Welt aufgebaut, die noch weiter trägt als seine anderen Serien wie Sweet Tooth und Descender.

Auf Deutsch erscheint Black Hammer im Splitter-Verlag. Einen Erscheinungs-Termin für Hammer of Justice in Deutschland gibt es noch nicht.

80 Jahre Batman: Coverwahn für Detective Comics #1000

Dan Jurgens/Kevin Nowlan (DC Comics)

Wenn Batman 80 Jahre alt wird, dürfen ihm alle Zeichner von Rang und Namen ihren Tribut zollen. DC bringt von Detective Comics #1000 einen ganzen Haufen von Variant Covers heraus. Selbst die Variants haben Variants.

Mico Suayan (DC Comics)

Alex Ross malt das Cover von Detective Comics #27 nach, von Jim Lee gibt es gleich eine ganze Reihe, darüber hinaus sind Veteranen wie Neal Adams, Frank Miller, Brian Bolland, Lee Bermejo und Bill Sienkiewicz, Greg Capullo und Patrick Gleason dabei. Beliebte Motive sind auch die üblichen verdächtigen Frauen: Harley Quinn, Catwoman und Poison Ivy.

Hier eine kleine Auswahl:

Noch mehr Variant Cover sind bei comicburst.com aufgelistet.

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 wird regulär ein Cover von Jim Lee haben. Das Heft erscheint am 27. März, wird elf neue Storys auf 96 Seiten enthalten und 9,99 US-Dollar kosten, darunter eine von Peter J. Tomasi and Doug Mahnke mit dem ersten Auftritt des Arkham Knight im DC-Universum. Eine 160-seitige Deluxe-Ausgabe erscheint am 18. Juni und wird alle Variant Cover enthalten.

Super-Batman rastet aus

DC Comics

Titel: Superman/Batman Vol. 5

Autor/Zeichner: Michael Green, Mike Johnson, Dan Abnett, Andy Lanning, Len Wein/Rafael Alburquerque, Rags Morales, Francis Manapul, Whilce Portacio u.a.

Erschienen: 2008-2009 (Superman/Batman #50-63, Annual #3), Paperback 2017


Müsste man dem fünften Superman/Batman-Band einen Titel geben, würde Verkehrte Welt passen: Hier geht es um Rollentausch und Fusion von Rollen, die nicht zusammengehören.

Bei einem Angriff von Silver Banshee wird Batman verletzt. Doch kurz darauf ist er geheilt und hat Superkräfte – und zwar genau die, die Superman nach und nach abhanden kommen. Es kommt zum Rollentausch. Kaum hat Batman sein Potenzial erkannt, nutzt er es aus, um auf der ganzen Welt für Ordnung zu sorgen. Er genießt es, nicht schlafen und essen zu müssen, er ist besessener denn je von seiner Mission. Nachdem er sogar Bane fast umgebracht hat, will ihn Nightwing zur Strecke bringen und wird schwer verletzt.

Schließlich versucht die Justice League den außer Kontrolle geratenen Batman zu zähmen. Doch erst als Superman in ein umgebautes Batman-Kostüm steigt und austrickst, kann er ihn zur Vernunft bringen. Batman wirft Superman vor, sein Potenzial bisher nicht ausgeschöpft zu haben. Allerdings könnte man das auch der Geschichte vorwerfen, die zwar solide erzählt ist, aber leider durch die unterdurchschnittlichen Zeichnungen von Rags Morales nicht zur Entfaltung kommt.

Im Annual #3 lässt Len Wein den Composite-Superman aus dem Silver Age zurückkehren als Schöpfung von Amazo-Schöpfer Professor Ivo. Er ist ein missratener Versuch, aus der DNA der Justice League einen Kämpfer zu klonen. Eigentlich hatte Ivo ihn begraben, dann ist er aus dem Grab gestiegen und hat sich aus einem Batman- und einem Supermankostüm ein neues gebastelt.

Mit Mash-ups bekommen es die World’s Finest in der gleichnamigen Geschichte zu tun: Sie finden sich in einer Welt wieder, in der die Mitglieder der Justice League mit denen der Titans verschmolzen sind: Night Lantern, Aquaborg, Hawk Beast etc. Das Ganze erinnert an die Amalgam-Experimente mit den Marvel-Helden in den 90ern (Batman verschmolz mit Wolverine zu Dark Claw), aber wenn die Schurken Lex Joker, Doomstroke und Brainycat auftauchen, erscheint das Konzept so beliebig wie albern.

Am Ende ist alles nur ein Traum. Und die Kinder-Ausgaben der Helden, die plötzlich auftauchen, sind bloß Spielereien von Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite. Und die letzte Geschichte, in der Batman gegen ein totalitäres Gedankenkontroll-Regime von Gorilla Grodd kämpft, ist nur eine Simulation. Es sind lauter solcher Was-wäre-wenn-Szenarien, bei denen es um wenig geht und die höchstens als reine Pageturner taugen.

Fantasievoll gerät immerhin der Ausflug in die Nano-Welt, in der Superman und Batman zu Helden einer mikroskopisch kleinen Stadt werden. Batman steigt mal wieder in eine Art Raumschiff und feschen Kampfanzug, sieht toll aus, aber die Rolle als Science Fiction-Held steht ihm leider trotzdem nicht. Zwar bieten Fish-out-of-Water-Storys häufig interessante Prämissen, aber wie man hier sieht, geht die Rechnung nicht immer auf.

Visuell überzeugen die Zeichnungen von Rafael Albuquerque und Francis Manapul in diesem Band noch am meisten.

>> Liste der World’s Finest-Comics

Halb Superman, halb Batman, ganzer Schurke

Titel: The Composite Superman/The Return of the Composite Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Cary Bates/Curt Swan

Erschienen: 1964/1967 (World’s Finest (#142/168)


Joe Meach will der Welt beweisen, was für ein toller Typ er ist und springt von einem Hochhaus in einen Wassertank. Zum Glück ist Superman in der Nähe, der sieht, dass der Tank ein Leck hat, und Meach das Leben rettet. Er gibt ihm einen Job als Hausmeister im Superman-Museum. Durch einen Blitzeinschlag in eine Statuen-Sammlung der Legion of Superheroes bekommt Meach ihre Kräfte verliehen.

Als Composite-Superman, ein Held mit zwei halben Kostümen, erpresst er Superman und Batman: Entweder darf er bei ihnen mitmachen oder er verpetzt ihre wahre Identitäten. Sie nehmen ihn auf lassensich von ihm demütigen. Denn der Composite-Superman ist ihnen immer einen Schritt voraus. Schließlich zwingt er sie zum Aufhören. Wenn sie noch einmal ihre Kostüme anziehen, lässt er sie auffliegen.

In der Zwischenzeit hat sich der Schurke einen Palast gebaut und plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Superman und Batman lassen es darauf ankommen. Der Composite-Superman schnappt sie sich, fesselt Superman mit einem Kryptonitring und will sie bloßstellen, aber da schwinden seine Kräfte … Und sein Kostüm. Und sein Gedächtnis. Er wird wieder Hausmeister. Und die Helden finden ihn auch nicht wieder.

Ein paar Jahre später kehrt Joe Meach zurück. Ein Alien, das sich für seinen toten Vater an Batman und Superman rächen will, macht den Hausmeister wieder zum Composite-Superman. Kurz darauf erinnert er sich wieder an alles und stürzt sich auf seine Vorbilder und Feinde. Diesmal ist auch Robin dabei. Der Schurke verdreifacht sich und überwältigt sie in der Batcave. Superman muss Batman retten, im Boden zu versinken.

Später, während Superman herausfindet, dass Meach seine Kräfte von den Legion-Statuen hat, muss Batman feststellen, dass ein falscher Robin in seinem Batmobil sitzt – der echte würde sich nämlich immer anschnallen. Batman und Robin werden vom Composite Superman gefangen genommen, dann bekommt Superman dessen Kräfte zu spüren: Der Schurke bläst sich zum Ballon auf, zum Riesen, wird Elastic Lad. Und gerade als er die beiden Helden gefangen genommen und sie zur Hälfte in Antimaterie verwandelt hat, verliert er seine Kräfte.

Der wahre Übeltäter taucht mit seinem Ufo auf und will die Sache selbst mit einem Todesstrahl beenden, da wird Joe Meach wieder gut, rettet beiden das Leben und stirbt den Heldentod. Dafür widmen ihm Batman und Superman sogar ein Denkmal.

Das Cover, auf dem Batman, Superman und Robin Bruce Wayne, Clark Kent und Dick Grayson verhauen, hat allerdings nichts mit der Geschichte zu tun.

>> Liste der World’s Finest-Comics

80 Jahre Batman: Long Live the Bat

DC Comics

Batman feiert am 30. März Geburtstag – und DC hat Großes vor. Unter dem Motto „Long live the Bat“ sind in diesem Jahr mehrere Aktionen undgeplant. Die spektakulärste soll bereits am 15. März stattfinden. Bei der Konferenz South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas, will DC 1,5 Millionen Fledermäuse über der Congress Bridge fliegen lassen. Am offiziellen Batman-Tag am 21. September (das Datum ist völlig willkürlich gewählt) soll in Städten weltweit das Bat-Signal erstrahlen.

Wo genau und ob Deutschland dabeisein wird, ist noch offen. Überhaupt finden die meisten Events in den USA statt. Was wir von der ganzen Feierei haben werden, beschränkt sich vor allem auf die Lektüre der Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition (12. März) und von Detective Comics #1000, das am 27. März erscheint, im Juni folgt dazu die 160 Seiten starke Deluxe-Edition mit allen Variant Cover.

Das offizielle Plakat zur Aktion (siehe oben) stammt von José Luis García-López und Admira Wijaya. Und dann gibt es noch diese Spotify-Playlist mit 37 Stunden Bat-Music: Batman: The Ultimate Collection.

Superman für einen Tag

Titel: Batman The Superman of Planet X

Autor/Zeichner: Ed Herron/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (Batman #113), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„I wonder how my pal Superman would handle this situation?“ (Batman)

Seltsamerweise zieht Batman eines nachts alleine los. Und seltsamerweise wird er, als er im Batplane sitzt, in eine fremde Welt befördert: auf den Planeten Zur-En-Arrh. Der Bewohner Tlano, der sich von Batman hat inspirieren lassen und ein eigenes violett-rot-gelbes Kostüm trägt, hat sein Vorbild hergeholt, damit er die Welt von bösen Invasoren befreit. Warum? Weil Batman auf dem fremden Planeten über Superkräfte verfügt: er ist stark und unverwundbar wie Superman und kann fliegen.

Batman of Zur En Arrh

Batman, erfreut über seine neue Fähigkeiten, macht die Aliens spielend fertig, bis er erkennt, dass sie sich unsichtbar machen können, doch auch das Problem löst er schnell und besiegt den Feind, indem er dessen Riesen-Roboter verschrottet.

Der Batman von Zur-En-Arrh diente Grant Morrison als Vorbild für Batman R.I.P. Darin nimmt Batman diese Identität an, um sich vor einem Psychoangriff zu schützen. Die Identität wird zu seinem Notfallplan.

>> Batman in den 50ern

DC stellt Batman-Paperbacks auf Hardcover um

Die US-Paperbacks Detective Comics Vol. 1: Mythology und Batman Vol. 10: Knightmares sollten eigentlich im Sommer erscheinen. Nun hat DC hat sie nicht nur auf September und Oktober verschoben, sondern auch Namen, Umfang und Bindung geändert – es werden jetzt dicke Hardcover-Ausgaben. Mythology soll jetzt Arkham Knight heißen und neben Detective Comics #994-999 auch die Ausgaben #1001-1006 sowie eine Story aus #1000 enthalten; in Knightmares sollen Batman #61-63 und #66-74 drin sein. Bei Amazon.de sind die Preise für beide Bände noch auffallend niedrig – eine Gelegenheit, ein Schnäppchen zu machen.

DC will damit die Zahl seiner Veröffentlichungen reduzieren. Angekündigte Neuauflagen von Year One, The Black Glove Saga und JLA: Tower of Babel wurden wieder gestrichen, wie bleedingcool.com berichtet.

Das bedeutet: Detective Comics Vol. 9: Deface the Face (9. April) und Batman Vol. 9: The Tyrant Wing (26. März) werden die vorläufig letzten Paperbacks der Reihen sein. Damit kehrt der Verlag zurück zu seiner Veröffentlichungspolitik aus The New 52-Zeiten, als jedes halbe Jahr Hardcover-Sammelbände erschienen sind, nur diesmal mit doppeltem Umfang. Ob spätere Paperbacks geplant sind, ist noch nicht klar.

Seit Rebirth (2016) erschienen die Ausgaben der Serie nicht mehr monatlich, sondern alle zwei Wochen. Die Hefte wurden zuerst alle drei Monate in Paperbacks mit etwa sechs gesammelt, später in Deluxe-Editions mit etwa zwölf Heften. Events wie Night of the Monster Men oder The Button erschienen hingegen zuerst als Deluxe-Editions im Überformat.

Auch wenn das bedeutet, dass Paperback-Erstleser länger warten und tiefer in die Tasche greifen müssen, ergibt sich daraus die Chance, dass wieder mehr Einheitlichkeit im Regal entsteht. Durch das ständige Hin und Her von Hard- und Softcover war es zuletzt ziemlich chaotisch – nicht zuletzt auch wegen der Designänderungen.

Batman-Comics: Kraut und Rüben im Regal (Foto: Lukas Gedziorowski)

Batman in Ritterrüstung

DC Comics

Titel: The Armored Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #111)


Batman galt bereits seit 1940 als „Dark Knight“, später sogar als „Caped Crusader“, 1946 erlebte er ein Abenteuer am Hofe von King Arthur (Batman #36) und wurde zu Sir Hardi Le Noir, dem „Bold Black Knight“ geschlagen, allerdings noch ohne eine Rüstung zu tragen. 1950 tauchte dann „Knight“, ein gepanzerter Batman of England, auf. Aber erst 1957 stiegen Batman und Robin in Ritterrüstungen. Die Geschichte macht den Umstand nicht weniger kurioser.

Als in der Gotham City Hall of Fame eine Batman-Büste vorgestellt werden soll, droht ein Gauner namens Blair Graeme vor der Presse, es auf Batman abgesehen haben. Nachdem Batman davon erfährt, steigt er mit Robin in Ritterrüstungen. Reporterin Vicky Vale macht sich Sorgen, die Lage muss ernst sein, also versucht sie, Graeme zu finden, bevor er Batman erwischt.

So eine Rüstung hat natürlich ihre Vorteile. Wenn Löwen aus dem Zoo ausbrechen, können sie Batman nichts anhaben. Aber es gibt auch Nachteile. Weil der Panzer so schwer ist, muss Batman einen Bauarbeiter retten, indem er sich an einer Kette zu ihm schwingt – ein normales Seil reicht nicht mehr aus. Und als ihr Boot von den Bösen versenkt wird, sinken sie auf den Grund des Flusses.

Batman und Robin haben aber andere Sorgen als ein Attentat: Gangster haben einen atomaren Treibstoff gestohlen. Als sie im Geheimversteck eintreffen, schlüpfen sie aus ihren Ritterrüstungen und es zeigt sich, dass sie darunter Strahlenschutzanzüge tragen. Darin können sie unbeschadet gegen die Gauner vorgehen. Der ganze Aufwand mit den Rüstungen diente nur der Ablenkung. Graeme gibt es nicht – das war nur Batman.

>> Batman in den 50ern