One-shot

Eine Welt ohne den Joker

DC Comics

Titel: DC’s Batman Smells, Robin Laid an Egg

Autoren/Zeichner: diverse

Erschienen: 2024 (One-shot)


Batman stinkt also und Robin hat ein Ei gelegt. Wie konnte es dazu kommen? Zu lange Patrouillien ohne Dusche? Ist Robin zum Vogel mutiert? Und was hat Poison Ivy damit zu tun? Wir erfahren es leider nicht, was auf dem Cover von DCs diesjähriger Weihnachtsanthologie zu sehen ist, denn der Titel ist natürlich der „Jingle Bells“-Variation vom Joker entnommen, die er in der klassischen Batman-TAS-Episode „Christmas With the Joker“ singt.

Stattdessen sehen wir, wie der Joker am Leben verzweifelt und sich wünscht, er wäre nie geboren. Da taucht Robin als Engel ohne Flügel auf, um ihm eine Welt ohne Joker zu zeigen und ihm den Lebenswillen wiederzugeben. Die Story spielt auf den Weihnachtsklassiker „It’s A Wonderful Life“ (dt. Ist das Leben nicht schön?) an, die Adaption kommt allerdings nicht ans Original heran, weil sie schon daran hinkt, dass eine Welt ohne Joker zweifellos eine bessere wäre – allerdings auch eine öde, jedenfalls für den Clown.

Geschmacklos wird es vor allem, wenn der Tod von Bruce Waynes Eltern veralbert wird. Joe Chill, ein Eisverkäufer im Winter, fällt zufällig ein Revolver in die Hände, der die beiden Waynes erschießt, und er findet Gefallen am Mord. Großer Blödsinn, und nicht mal besonders witzig.

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Batman und Arsenal gegen KGBeast

DC Comics

Titel: Batman plus Arsenal

Autorin/Zeichner: Devin Grayson/Rodolfo Damaggio

Erschienen: 1997 (One-shot)


Armbrustschütze Roy Harper alias Arsenal (Green Arrows ehemaliger Sidekick Speedie) ersucht seinen ehemaligen Teen-Titans-Kollegen Dick Grayson (Nightwing) um Hilfe: Roys Freundin (und Attentäterin) Jade wurde von KGBeast entführt. Der Schurke will sie an Qurac-Nationalisten verkaufen, die sie umbringen wollen, weil sie ihr Land vernichtet hat. Doch Dick hat keine Zeit, also verweist er ihn an Batman weiter. Roy hat Angst vor der Fledermaus, doch für die Mutter seiner Tochter überwindet er sie – und Batman hilft gern, ohne große Überzeugungsarbeit.

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Lex Luthor auf der Spur

DC Comics

Titel: Lex Luthor: The Unauthorized Biography (dt. Die unautorisierte Biographie)

Autor/Zeichner: James D. Hudnall/Eduardo Barreto

Erschienen: 1989 (One-shot), Paperback 2018 (Superman: President Luthor); dt. Hethke 1990 (Superman Album 2)


Clark Kent sitzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Mord am Reporterkollegen Peter Sands. Der hat zuletzt über Lex Luthors Leben recherchiert, um eine unautorisierte Biographie zu schreiebn. Sands hat für Aufsehen gesorgt und einige dunkle Geheimnisse aufgedeckt, etwa dass Luthor seine Eltern ermordet hat und es aussehen ließ wie ein Unfall. Sands ersuchte Clark Kent um Hilfe – kurz darauf wurde er ermordet.

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Superman als wahrer Brite

DC Comics

Titel: Superman: True Brit

Autor/Zeichner: Kim „Howard“ Johnson, John Cleese/John Byrne

Erschienen: 2004 (One-shot), Paperback 2019/2024 (Elseworlds: Superman Vol. 2)


Was wäre, wenn Supermans Rakete in Großbritannien gelandet wäre? Dann hätte er den Namen Colin Clark bekommen und die britische Gesellschaft kräftig aufgemischt. Angefangen bei seinen spießigen Eltern, deren Credo lautet „What would the neighbours think?“ Daher verbieten sie dem Jungen auch, seine Kräfte zu benutzen, jedenfalls niemals so, dass es jemand mitbekommt. Doch Colin kann sich kaum zurückhalten. Und so reißt er Baumstümpfe aus und wirft sie aus irgendeinem Grund ins eigene Haus. Für die Eltern steht fest: Colin muss Selbstbeherrschung lernen – wie ein echter Brite.

Schnell wird klar: Das Ganze ist nicht ernst zu nehmen, da es sich um eine Satire auf die britische Gesellschaft handelt. Und so werden alle Klischees bedient, vom Teetrinken über Cricket bis zum Boulevardjournalismus. Colin wird Reporter für ein Revolverblatt, das von einem skrupellosen Medienmogul geleitet wird, lässt sich ausnutzen, um Lügen zu verbreiten, und mus journalistische Integrität lernen. Als zwei Mitglieder der Rutles in Todesgefahr schweben, näht er sich schnell ein Kostüm mit Union Jack und rettet sie als Superman.

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Supermans Sohn sorgt für Aufsehen

DC Comics

Titel: Son of Superman (dt. Sohn des Superman)

Autor/Zeichner: Howard Chaykin, David Tischman/J.H. Williams III

Erschienen: 1999 (One-shot), Paperback 2019/2024 (Elseworlds: Superman Vol. 2); dt. Panini 2001 (DC Premium #3)


In einer alternativen Zukunft ist Superman seit Jahren spurlos verschwunden. Die verbliebenen Helden der JLA sind von der Regierung legitimiert und halten Recht und Ordnung aufrecht. Lois Lane hat eine zweite Karriere als Drehbuchautorin gemacht und ihren gemeinsamen Sohn Jon großgezogen. Nach einer Sonneneruption entwickelt der Teenager plötzlich Superkräfte wie der Vater und steigt in ein Superman-Kostüm. Das erregt nicht nur die Aufmerksamkeit von Lex Luthor, sondern auch der „Supermen“, einer Gruppe von Terroristen, angeführt von Pete Ross und Lana Lang, die in Superman-Kampfanzügen die Ordnung hinterfragen. Sie entführen Jon und brechen mit ihm in eine Bundeseinrichtung ein, um Superman zu befreien …

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Superman nach dem Weltuntergang

DC Comics

Titel: Superman: Distant Fires

Autor/Zeichner: Howard Chaykin/Gil Kane

Erschienen: 1998 (One-shot), Paperback 2018/2024 (Elseworlds: Superman Vol. 1)


Stell dir vor, die Welt geht unter und du bist der einzige Überlebende! So beginnen viele Dystopien (I Am Legend, The World, the Flesh and the Devil, Twilight Zone usw.) und natürlich kommen sie irgendwann zu dem Punkt, dass man doch nicht so allein is … In der Elseworlds-Story Distant Fires muss auch Superman diese Erfahrung machen. Die Menschheit hat sich mit einem Atomkrieg ausgelöscht, Superman hat seine Kräfte verloren, die Welt ist verstrahlt und wird bevölkert von Mutanten und Riesentieren: Ratten, Tauben, Katzen. Nachdem er seine Freunde begraben und getrauert hat, reitet Clark auf einer Riesenkatze nach Westen, um nach weiteren Überlebenden zu suchen, wo er zunächst auf Wonder Woman und dann auch andere ehemalige Superhelden trifft, wie Martian Manhunter, Flash und Captain Marvel/Shazam.

Gemeinsam bauen sie eine neue Gesellschaft und Stadt auf. Doch es gibt Ärger im Paradies: Billy Batson, ist eifersüchtig, weil Diana ihn abweist und mit Clark anbandelt. Also spaltet er sich mit anderen ab und beginnt einen Krieg gegen Superman und Co.  (mehr …)

Superman gegen Hulk

DC Comics/Marvel

Titel: The Incredible Hulk vs. Superman

Autor/Zeichner: Roger Stern/Steve Rude

Erschienen: 1999 (One-shot), Hardcover 2024 (DC Versus Marvel Omnibus); dt. Panini 2001


Es ist schon seltsam, dass es erst so spät zu dieser Konfrontation kam. Nach einem Kampf zwischen Superman und Spider-Man, dem ersten DC-Marvel-Crossover, ließ man ausgerechnet Batman gegen den Hulk antreten – ungleicher könnten Gegner nicht sein. (Aber es gelang sehr gut!) Erst 1996, im Event DC versus Marvel, kam es zu einer Schlägerei zwischen Superman und Hulk, die allerdings nach nur vier Seiten beendet war. Superman gewann.

Drei Jahre später kam es zur Revanche, diesmal auf 52 Seiten. Das Cover verspricht eine Schlacht der Titanen, doch die Geschichte löst das Versprechen kaum ein. Statt keine Zeit zu verschwenden und direkt mit Action einzusteigen, beginnen wir mit einer Rahmenhandlung: Lois Lane schaut eine TV-Sendung über den Hulk, dann werden in aller Kürze noch einmal die Origins der beiden Helden rekapituliert, bevor wir in die Vergangenheit versetzt werden. Wir befinden uns in einer sonderbaren Retro-Zeit, die in Hulks Frühzeit in den 60ern zu spielen scheint, wo es zwar PCs gibt, aber Clark Kent seine Artikel trotzdem auf einer Schreibmaschine tippt.

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Superman trifft die Fantastic Four

Cover von Alex Ross (DC/Marvel)

Titel: Superman/Fantastic Four (dt. Superman / Die fantastischen Vier)

Autor/Zeichner: Dan Jurgens

Erschienen: 1999 (One-shot), Paperback 2003 (DC/Marvel Crossover Classics Vol. 4), Hardcover 2024 (DC Versus Marvel Omnibus); dt. Dino 1999 (DC gegen Marvel #29)


Superman und die Fantastic Four sind eigentlich völlige Gegensätze. Hier der Ur-Superhelden-Übervater, da die dysfunktionale Familie. Hier die eindimensionale Ikone aus dem Golden Age, da die neue Art zweidimensionaler Helden aus dem Silver Age. Oder einfach: Hier DC, dort Marvel – zwei im Grunde unvereinbare Comickulturen.

Doch Dan Jurgens findet eine ganz einfache Methode, die beiden Sphären zu vereinen: Galactus. Kal-Els Vater Jor-El erklärt seinem Sohn: Der Weltenzerstörer und Erzfeind der FF hat einst Kryptons Untergang beschleunigt, um seine Energie aufzunehmen. Nun will er sich die Erde schnappen. Superman sucht (dank Access) die Parallelwelt von Marvel auf, um die FF um Hilfe zu bitten. Aber erst dadurch kommt es zu der brenzligen Lage.

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Superman trifft Silver Surfer

DC/Marvel

Titel: Silver Surfer/Superman

Autor/Zeichner: George Pérez/Ron Lim

Erschienen: 1997 (One-shot), dt. Panini 1998 (Marvel DC Crossover 6)


Superman fliegt gerade auf Patrouille durch Metropolis, da macht es „POP“ und er findet sich plötzlich auf Krypton wieder, wo eine schockierte Menge ihn mit Angst und Aggression empfängt – man hält ihn für einen Invasoren oder Spion, er wird beschossen. Dann taucht auch noch ein gewisser Super-Skrull auf und kämpft gegen Superman.

Anderswo fliegt der Silver Surfer durchs All, surft über Lava und Ursuppen hinweg, da macht es „POP“ und er kracht plötzlich in eine Straße von Metropolis, wo er ebenfalls nicht freundlich empfangen wird. Doch mit der Stadt stimmt etwas nicht: Es handelt sich um eine Miniatur, die in der Festung der Einsamkeit aufbewahrt wird. Dann greift auch noch die Festung selbst an …

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Wiedergelesen: „Batman: War on Crime“

DC Comics

Es gehört ohne Frage zu den schönsten Büchern meiner Sammlung: The World’s Greatest Super-Heroes. Alex Ross hat – wie schon in Kingdom Come – Bilder für die Ewigkeit geschaffen. Auch ohne den Text von Paul Dini zu lesen, kann man immer wieder durch die Seiten blättern und jedes Mal erstaunen. Wirklich: Jedes Mal aufs Neue ist man hin und weg.

Es ist Jahre her, seit ich es gelesen habe. Es wurde mal wieder Zeit. Und es war wieder ein Genuss: Superhelden versuchen, echte Probleme von echten Menschen zu lösen. Hunger, Verbrechen, Unterdrückung. Sie scheitern am Menschen und es zeigen sich der Grenzen der Macht: Gegen Vorurteile, Misstrauen und Gier kommen auch Superkräfte nicht an. Passend zu diesen realen Problem lässt Alex Ross alles realistisch aussehen. Übermenschen wie Superman und Wonder Woman wirken wie Menschen aus Fleisch und Blut. Doch was bei denen funktioniert, scheitert bei Batman: War on Crime.

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