Jim Aparo

Superhelden als Drogenfahnder

DC Comics

Titel: The Warrior in a Wheelchair

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1971 (The Brave and the Bold #100), Hardcover 2017 (Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 1), Paperback 2019 (Vol. 2)


Zur ersten Jubiläumsausgabe von The Brave and the Bold gibt es ein großes Team-up mit fünf Helden. Als Batman aus dem Rathaus tritt, wird er angeschossen – die Kugel verfehlt das Herz nur knapp. Er muss dringend operiert werden, um die Kugel zu entfernen, aber der beste Herzchirurg sitzt in der Schweiz und braucht drei Tage. Bis dahin bittet Batman vom Rollstuhl aus seine Freunde um Hilfe, eine Drogenlieferung abzufangen: Robin trommelt Green Arrow, Green Lantern und Black Canary zusammen.

Black Canary? Wozu die denn?, fragt sich Robin, der kleine Chauvi. Aber Batman besteht darauf. Jeder der drei soll einen möglichen Drogenschmuggel aufhalten. Aber warum kann das nicht die Polizei machen?, fragt James Gordon. Das sei doch eigentlich Polizeiaufgabe. Ja, sagt Batman, aber es dürfe nichts schief gehen, sonst fliegt alles auf – so wenig Vertrauen hat er in die Ordnungsmacht. Zu Unrecht.

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Weihnachtsfeier im DC-Universum

Vor Superman gab es „Captain Adventure“. Jedenfalls als Spielzeug. Dieser Superheld in Rot trug ein gelbes A auf der Brust und lag beim kleinen Clark Kent mal unterm Weihnachtsbaum. Später hat er ihn wohl dazu inspiriert, selbst einen blauen Strampelanzug mit einem roten S-Symbol anzuziehen.

Clark Kent mit Captain Adventure (DC Comics)

Jahre später verwüstet Captain Adventure eine Vorstadt. Jedenfalls ein Roboter, der wie das Vorbild aussieht, aber sich gar nicht heldenhaft verhält, sondern den Spielzeugmacher Sam Lattem umbringen will. Dahinter steckt natürlich – wenig überraschend, daher kein Spoiler – der Toyman! Superman hält ihn auf, zusammen mit Batman. So weit, so routiniert. „World’s Finest Christmas“ gilt nur dem Titel nach.

Superman und Batman gegen Captain Adventure. (DC Comics)

Kaum ist die Gefahr gebannt, verzieht sich Batman wieder. Superman aber fühlt sich genötigt zum Aufräumen. Er baut sogar das Haus der Familie Lattem wieder auf, verlegt sogar alle Leitungen – Superman ist nämlich auch ein Naturtalent als Handwerker. Er kann einfach alles. Daneben sieht Batman ziemlich alt aus – auch weil er sich ums menschliche Wohl nicht zu scheren scheint. Doch dann kommt Alfred vorbei, bietet Sam Lattem einen Job an und schenkt dem Sohn eine neue Action-Figur: „Night Scout“.

Einsam in Wayne Manor zu Weihnachten: Bruce Wayne. (DC Comics)

Batman mag ein kalter, grimmiger Rächer sein, aber Bruce Wayne hat zum Glück immer noch ein Herz. Und, ach ja: Auch er wurde mal von einer Actionfigur inspiriert. Nicht etwa allein von einer durchs Fenster fliegenden Fledermaus. Wollten wir das wissen? Zu spät, jetzt ist auch diese letzte Lücke im Origin erzählt.

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Weihnachten mit Batman and The Outsiders

DC Comics

Titel: The Hand That Rocks the Cradle/Who’s Afraid of the Big Bad S?

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1984/1985 (Batman and the Outsiders #8/19, 1984), Paperback 2017/2018 (Vol. 1-2)


In den 80ern vor der Crisis trieb sich Batman mit Superhelden wie Black Lightning, Geo-Force, Halo, Katana und Metamorpho herum. Das Team nannte sich Outsiders und hatte eine eigene Serie. Darin erschienen auch zwei Ausgaben, die an Weihnachten spielten.

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Batman und Etrigan in The Brave and the Bold

DC Comics

Der Dämon Etrigan (Jason Blood) wurde 1972 von Jack Kirby geschaffen. Sein Design hat sich der „King of Comics“ jedoch bei Hal Fosters Prince Valiant abgeschaut. Da verkleidet sich der Held, indem er sich eine Maske aufsetzt, die er aus einer toten Gans macht – daher die Ohren mit den Schwimmhäuten. Auch ein Originalgenie lässt sich hin und wieder gern mal inspirieren. Von der Serie The Demon erschienen 16 Ausgaben, dafür musste Kirby sein Fourth World-Epos aufgeben – aber das ist eine andere Geschichte.

Nur ein Jahr nach dem ersten Erscheinen trifft der Dämon erstmals auf Batman, in der Team-up-Serie The Brave and The Bold. Hier hat er allerdings noch nicht die Neigung zum Reimen. (Diese Kunst bringt ihm erst Alan Moore in Swamp Thing bei.) Also sind hier auch Leser eingeladen, die traditioneller Lyrik eher skeptisch gegenüberstehen.

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Batman und der gute Vampir

DC Comics

Titel: Batman & ‚I … Vampire!‘: Night of Blood

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1983 (The Brave and the Bold #195), Hardcover 2021 (Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 3)


Andrew Bennett ist ein Vampir, der seit 400 Jahren gegen andere Vampire kämpft, allen voran seine ehemalige Geliebte Mary Seward, die sich Queen of Blood nennt und eine böse Vampirarmee namens Blood-Red Moon befehligt (nachzulesen in: The House of Mystery #290, 1981). Andrew kommt nach Gotham, das von einer angeblichen Vampir-Mordserie heimgesucht wird. Er verwandelt sich in Fledermaus und Wolf und im Park findet er auch gleich die Schuldigen, ein mörderisches Pärchen. Zwei Stöcke in die Brust und sie sind erledigt. Der Mann hat ein Streichholzbriefchen (was sonst?) des Clubs Dracula (wo sollten sich Vampire sonst verstecken?) bei sich – und diese allzu plumpe Spur führt in die Höhle des Löwen …

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Batman und Phantom Stranger in The Brave and the Bold

DC Comics

Wer ist eigentlich der Phantom Stranger? Die Figur ist ein Rätsel genau so wie ihr Ursprung, es gibt mehrere Versionen. Eine davon ist eine Variation des Ewigen Juden, eine andere macht ihn zu einem gefallenen Engel usw. Doch als der Stranger zum ersten Mal erschien (im Jahr 1952 in der gleichnamigen Anthologie-Serie), hatte er noch keine übernatürlichen Kräfte, sondern überführte andere, die behaupteten, welche zu haben, als Betrüger. Erst 1969, in seiner zweiten Serie, wird aus ihm eine Art Zauberer.

Batman trifft ihn bald darauf zum ersten Mal in der Team-up-Serie The Brave and the Bold – und darin insgesamt dreimal.

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Batman und Deadman in The Brave and the Bold

The Brave and the Bold #79/86

DC Comics

Deadman hatte seinen ersten Auftritt in Strange Adventures #205 (1967). Der Trapezkünstler Boston Brand wird ermordet und bekommt vom Hindu-Gott Rama Kushna als Geist die Chance, sich zu rächen. Die Story von Arnold Drake und Carmine Infantino schrieb auch deswegen Geschichte, weil es darin um Drogen ging und das Thema erstmals von der Comics Code Authority (einer Selbstzensurbehörde der Verlage) autorisiert wurde.

Nach dieser Story übernahmen Jack Miller und Neal Adams die Figur Deadman, mit großem Erfolg. Bald darauf erschien das erste Team-Up mit Batman, in The Brave and the Bold #79 (1968), ebenfalls gezeichnet von Adams. Es ist ein ungewöhnliches Team, wenn Batman seinen Partner weder sehen noch direkt mit ihm sprechen kann. Es geht nur über Umwege und Deadmans einzige Fähigkeit ist es, sich fremder Körper zu bemächtigen – wobei ihm niemals einfällt, direkt in den Körper der Hauptschurken zu steigen. Das wär ja zu einfach …

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„Robin Lives“: Batman #428 als „Faux-simile Edition“

Tod oder Leben? Zwei Alternativen von Batman #428 (DC Comics)

Im Jahr 1988 durften die Fans entscheiden, ob Robin II (Jason Todd) einen Angriff des Jokers überlebt oder nicht. Das Votum per Telefon fiel knapp aus, 5,343 gegen 5,271 Stimmen entschied sich für Tod, was dann auch in Batman #428 wahr wurde. Die Storyline A Death in the Family (dt. Ein Tod in der Familie) schrieb Comicgeschichte, auch weil Batman den ersten Tod eines Robins nur schwer verkraftete und er sich lange selbst die Schuld dafür gab.

DC Comics

Doch für alle Fälle gab es auch eine alternative Version, die Jim Starlin schrieb und Jim Aparo zeichnete, auch wenn der Titel der Geschichte dann nicht mehr viel Sinn ergeben hätte. Eine Seite daraus wurde bereits in Batman Annual #25 (2006) publiziert, als Jason Todd von den Toten zurückkehrte und man erklärte, was zuvor geschah (siehe Under the Red Hood). Einige weitere alternative Seiten (bzw. Entwürfe) in Schwarzweiß wurden in der „New Edition“ von A Death in the Family (2011) veröffentlicht.

DC Comics

Nun hat DC angekündigt, die gesamte alternative Geschichte herauszubringen. Am 12. Dezember 2023 soll eine „Faux-simile Edition“ von Batman #428 erscheinen, abweichend von den „Facsimile Editions“ anderer historischer Ausgaben.

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Batman trifft Swamp Thing (Teil 1)

Swamp Thing ist ein seltsamer DC-Charakter, der selten (falls überhaupt) Mainstream war, aber als Horrorfigur Kultstatus hatte und immer wieder neu belebt wurde, sodass er es geschafft hat, mittlerweile über 50 Jahre zu bestehen. Das Ding aus dem Sumpf war immer wieder Spielwiese für viele große Autoren und Zeichner, wie etwa Alan Moore, Grant Morrison, Mark Millar, Brian K. Vaughan, Scott Snyder, Ram V und auch Jeff Lemire.

Geschaffen wurde Swamp Thing von Len Wein und Bernie Wrightson, zunächst erschien die Figur in einer Kurzgeschichte in House of Secrets #92 (1971). Erzählt wird, wie sich der Wissenschaftler Alex Olsen im frühen 20. Jahrhundert nach einem Sabotageakt in ein Sumpfmonster verwandelt. Die Story war dann so erfolgreich, dass man bald darauf das Konzept in die Moderne verlegte und eine eigene Serie davon brachte. Nun hieß der Held Alec Holland. Dieser entwickelt mit seiner Frau Linda eine Formel, die Leben quasi aus dem Nichts herstellen kann. Dann tauchen Leute von der kriminellen Organisation Conclave auf, die ihm anbieten, die Formel zu kaufen. Alex lehnt ab. Daraufhin nehmen sie sich einfach, was sie wollen und lassen im Labor eine Bombe hochgehen. Alec stürzt sich brennend in den Sumpf und mutiert zum Sumpfmonster. Nachdem die Gauner auch noch Linda umbringen, nimmt er Rache.

Wrightson, ein Meister des Horrors, schuf eine ikonische Figur, jedoch fiel es ihm immer wieder schwer, fristgerecht zu liefern, weshalb er nach zehn Ausgaben die Serie verließ. Zum Glück war darunter auch eine mit Batman – eine seiner wenigen Arbeiten an der Fledermaus.

Swamp Thing in Gotham

In Swamp Thing #7 (1973) kommt der Titelheld nach Gotham City und trifft auf Batman. Beide suchen nach Nathan Ellery alias Mr. E. Um nicht aufzufallen verkleidet sich Swampy mehr schlecht als recht mit einem Trenchcoat, doch schon das Einkaufen ohne zu bezahlen erregt die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter. Commissioner Gordon bittet Batman um Hilfe, denn Freaks sind bekanntlich dessen Spezialgebiet. Batman bedankt sich mit einem plötzlichen Abgang – sein erster Verschwindetrick vor dem Kollegen.

Batmans Abgang in Swamp Thing #7 (1973)

Abgesehen davon ist die Story nicht gerade bemerkenswert. Es dauert lange, bis die beiden Helden aufeinandertreffen, erst auf Seite 15 ist es soweit, und dann auch noch sehr undramatisch in kleinen, engen Panels. Noch kleiner sind dann auch die ersten Bilder, die den obligatorischen Kampf zeigen. Man kann allerdings nicht einwenden, dass er mit einem klärenden Gespräch zu vermeiden gewesen wäre, denn das Monster kann sich leider nicht verständlich machen. Nach zwei Seiten ist Schluss, Swampy knockt Batman mit einem Schlag um, der kehrt aber schnell zum Bewusstsein zurück.

Erstes Treffen: Batman und Swamp Thing. (DC Comics)

Die Helden treffen sich beim Showdown in einem Hochhaus wieder. Swamp Thing will Mr. E umbringen, um sich für den Mord an seiner Frau (und einem Hund) zu rächen, doch dann will er sich nicht auf dessen Niveau herablassen. Mr. E wird von seinem Hausaffen gebissen und stürzt vom Balkon. Da kann nicht mal Batman rechtzeitig eingreifen, obwohl solche Stürze eigentlich seine Spezialität sind. Nach knappen 21 Seiten ist Schluss, ohne irgendwas zwischen den Helden zu klären. Schade, man hätte sich mehr von dieser Begegnung gewünscht.

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Killer Croc in Knightfall

Waylon Jones alias Killer Croc ist in den 90ern ein anderer. Nachdem er als Möchtegern-Unterweltboss gescheitert ist, lebt mit Obdachlosen in der Kanalisation bzw. einem stillgelegten Atombunker und stiehlt Delikatessen, damit es sich auch mal die Armen gut gehen lassen können. Außerdem hat er Albträume, zurück in Arkham zu sein, wo er mit Stromstößen malträtiert wird – darunter von einem dämonischen Batman (Requiem for a Killer, Batman #471, 1991).

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