Catwoman

Gotham Central: Licht aus fürs Bat-Signal

Batman & Gotham Police

DC Comics

Titel: Gotham Central Vol 3: On the Freak Beat (dt. Auf Freak-Patrouille)

Autor/Zeichner: Greg Rucka, Ed Brubaker/Michael Lark, Stefano Gaudiano, Jason Alexander

Erschienen: 2004-2005 (Gotham Central #23-31), Paperback 2010; dt. Panini 2017


Commissioner Michael Akins hat genug. Nachdem Batman das Vertrauen der Polizei verloren hat (siehe War Games), will Akins das Bat-Signal nicht mehr auf dem Dach haben – er lässt es abmontieren. Dabei geht es zu Bruch. Renee Montoya ist dagegen, der Bürgermeister auch, aber das ändert nichts an dem symbolträchtigen Entschluss. Batman muss allein weitermachen, ohne die Unterstützung der Polizei.

Die kommt weitgehend allein zurecht: Detective Crispus Allen erschießt Black Spider bei einem Einsatz, nachdem seine Partnerin Montoya angeschossen wird. Daraufhin suchen sie ein Beweismittel, das der korrupte CSI Jim Corrigan bei einer Onlineauktion verhökert. Wir sehen, dass die Korruption bei der Polizei noch lange nicht bekämpft ist. Montoya beweist Schlagkraft gegen den eigenen Kollegen.

Catwoman gerät (mal wieder) zu Unrecht unter Verdacht, nachdem ein TV-Prediger ermordet und am Tatort eine Halskette gefunden wird. Detective Josephine Macdonald muss den wahren Täter finden und versucht dabei, ihre Superkräfte zu verbergen.

Hannibal Lecter lässt grüßen

In der längsten Geschichte (dem Vierteiler Keystone Kops) treffen Montoya und Allen auf den Flash-Schurken Doctor Alchemy. Nachdem ein Polizist von einer unbekannten Chemikalie am ganzen Körper verbrannt wurde und nun zu einem unförmigen Metawesen mutiert, suchen sie die Hilfe des Mannes, der das Zeug zusammengebraut hat. Doch der brillante Alchemy spielt Spielchen á la Hannibal Lecter – und zwar so wortgetreu, dass man nicht mehr von einer Hommage an Das Schweigen der Lämmer, sondern von einem dreisten Plagiat sprechen muss.

Und wie immer gilt: Wenn es eng wird, taucht Batman aus dem Nichts auf und rettet den Tag. Er ist das Backup der Polizei. Denn gegen Freaks hilft nur ein Freak. Das ist die Pointe von Gotham Central. Der dritte Band der Polizeiserie setzt das bewährte Rezept würdig fort: Hier steht nicht so sehr die Handlung im Vordergrund, sondern die Charaktere mit ihren Sorgen und Nöten. Ganz besonders Montoya, die mit ihrem Outing als Lesbe zu kämpfen hat und dabei versucht, wieder den Kontakt mit ihren Vater zu knüpfen, der sie verstoßen hat.

Einfühlsam erzählt und stimmungsvoll dreckig-noiresk gezeichnet wird auch On the Freak Beat Fans auf ihre Kosten kommen lassen, die gerne mehr über die Menschen in Gotham erfahren wollen, ohne dass Batman und Co. alles dominieren.

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Catwoman und Pussycat verführen Robin

Die Katzengang: Catwoman, Pussycat und Goons.

Titel: That Darn Catwoman/Scat! Darn Catwoman (dt. In den Fängen der Katze)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1967 (Batman S02E40-41)


„You know I’m violently opposed to police brutality.“ (Commissioner Gordon)

Wenn Batman einen Sidekick hat, warum nicht auch Catwoman? Aber was ist eigentlich die weibliche Form davon? Egal, jedenfalls hat Catwoman eine Auszubildende: Pussycat, gespielt von Lesley Gore. Ihr wisst schon, der Popstar der 60er, der „It’s My Party“ gesungen hat. Hier gibt sie ihren Hit „Californa Nights“ zum Besten, während Catwomans Handlanger andächtig lauschen und so gar nicht im Takt schunkeln. Keine besonders spannende Vorstellung, aber immerhin mal eine Pause zum Durchatmen.

Jedenfalls strebt Pussycat keine Karriere im Verbrechen an, sie wäre lieber Sängerin. Catwoman will davon nichts hören. Sie hat die junge Frau nur zu sich geholt, um an Robin ranzukommen. Nachdem der Wunderknabe eine Spießerrede vor Schülern gehalten hat, kratzt ihn Pussycat mit ihrer roten Kralle, die aus einem pinken Winterhandschuh herausragt, und verabreicht ihm ein Gift, das ihn alles Gute vergessen lässt: Robin wird zum Rüpel, der sich willig Catwomans Bande anschließt – und sich auch an Pussycat ranschmeißt.

Lesley Gore

„Nein heißt nein“ ist Rüpel Robin egal.

Pussycat ist zwar nicht abgeneigt, in der zweiten Folge singt sie sogar das Lied „Maybe Now“, während sie sein Bild anschmachtet, aber auch unter Verbrecher-Sidekicks gelten Sitte und Moral. Deshalb: Kein Kuss vor dem ersten gemeinsamen Ding. Robin aber will nicht begreifen, dass Nein gleich Nein bedeutet, und will ihr einen Kuss aufzwingen – da geht zum Glück die Polizei dazwischen und nimmt ihn fest.

Ganz anders Batman: Während er in der Todesfalle gefesselt liegt (einer übergroßen Mausefalle, Robin sägt am Seil) gibt ihm Catwoman die Wahl: Entweder er stirbt oder er schließt sich Catwoman an. Er entscheidet sich für letzteres, aber nur weil er nicht will, dass Robin schon in so jungem Alter ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Vorher schluckt er noch eine Bat-Pille, um gegen das Gift resistent zu sein – Catwoman, in dieser Folge nicht ganz so smart, – durchschaut das Manöver nicht.

Batman in der Klemme: Tod oder Verbrechen? Eine schwere Wahl.

Aber Catwoman hat es nicht nur auf einen Verbündeten auf Augenhöhe abgesehen. Sobald Batman scheinbar unter ihrem Einfluss steht, flirtet sie so heftig mit ihm, dass er sich schon sehr zusammenreißen muss, ihrem Reiz zu widerstehen. Spätestens hier müsste Catwoman merken, dass Batman immer noch der alte Spießer ist, aber wie gesagt: In dieser Folge ist die Katze einfach nicht in Form. Am Ende, als sie nicht mehr entkommen kann, bittet sie Batman, sie zu heiraten. Dann werde sie dem Verbrechen entsagen. Doch Batman kann sich nicht überwinden.

Eine Pussycat ist nicht genug: Robin schmeißt sich auch an Catwoman ran.

Es reicht ja schon, dass man sein ganzes Vermögen, seine ganze Freizeit und regelmäßig sein Leben riskiert, um Kriminelle zu bekämpfen. Eine Ehe mit Catwoman wäre wohl zu viel verlangt. Es gibt Opfer, die sind einfach zu groß.

Catwomans „Geheimversteck“ – eine Falle?

Und so bleibt der Schurkin nichts anderes übrig, als in den Tod zu stürzen. Batman macht sich gar nicht erst die Mühe, sie zu retten oder wenigstens nach ihrer Leiche zu suchen. Er zückt das Bat-Taschentuch und wischt sich die Bat-Tränen aus dem Bat-Gesicht.

Keine Sorge, Batman, es gilt das alte Grundgesetz: Ist keine Leiche zu sehen, gibt es auch keine Toten.

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Catwoman, Cash und Cavalier

DC Comics

Titel: Batman/Catwoman: Follow the Money

Autor/Zeichner: Howard Chaykin

Erschienen: 2011 (One-shot)


In den 40er-Jahren gehörte der Cavalier zu den obskureren Gestalten in Batman-Comics: ein Typ im Musketier-Kostüm und elektrisch geladenem Schwert, der eigentlich Mortimer Drake hieß und in der High Society Bekanntschaft mit Bruce Wayne machte. 1992 gelang es zwar in Blades, diese Figur zu einem echten Schurken zu machen, aber dabei blieb es. 2011 kramte Howard Chaykin ihn wieder hervor.

Er ist immer noch der Musketier mit dem elektrischen Degen. Mal nervt er Batman, mal nervt er Catwoman – und beide Male entkommt er, ohne dass man so richtig weiß, warum ihm niemand hinterher rennt. Vielleicht weil der Mann einfach nicht die Mühe wert ist.

Batman bekommt kurz darauf ein anderes, echtes Problem: Bei Wayne Enterprises hat sich jemand mit dem Pensionsfonds davongemacht. Drei Mitarbeiter sind verdächtig, sie haben das Land verlassen. Batman muss das Geld wiederbeschaffen – auch weil die Ermittler auf Batman stoßen könnten, wenn sie zu genau in die Buchhaltung des Unternehmens schauen. Batman verbündet sich mit Catwoman, um das Problem zu lösen. Das bedeutet aber: Batman muss selbst zum Dieb werden. Und so muss er moralische Flexibilität beweisen.

Das Problem ist schnell und mühelos gelöst – eine Routineaufgabe, würde zwischendrin nicht der Cavalier eine Opernsängerin auf der Bühne entführen. Warum er das tut? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil ihm der Name der Oper gefällt: Der Rosenkavalier … Jedenfalls können ihn weder Batman noch Catwoman fassen. Am Ende geht es dann doch superleicht.

Ich war noch nie ein Fan von Howard Chaykin (Thrillkiller, Dark Allegiances), weder von ihm als Erzähler noch als Zeichner. Follow the Money reiht sich ein in diese Comics der Belanglosigkeit.

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Catwoman auf Waffenjagd

DC Comics

Titel: Batman and Catwoman: Trail of the Gun

Autorin/Zeichner: Ann Nocenti/Ethan van Sciver

Erschienen: 2004 (Zweiteiler)


In Gotham treibt ein neuer Schurke sein Unwesen: kein Mensch, kein Monster, sondern eine Superwaffe, die immer ihr Ziel trifft und garantiert tötet. Die ersten Opfer hat sie bereits gefordert. Jetzt ist nicht nur Polizei auf der Suche nach ihr, um weitere Morde oder Bandenkriege zu verhindern, auch ein Waffenhändler will sie haben, um sie nachbauen zu können – er bietet zwei Millionen Dollar Finderlohn an. Catwoman nimmt die Herausforderung an. Von Anfang an ist klar: Das wird nicht gut ausgehen – und Catwoman selbst steht unter Mordverdacht. Und dann kommt ihr Batman in die Quere und hält ihr eine Standpauke über seine Einstellung zu Schusswaffen …

Die Handlung spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Im Grunde ist Trail of the Gun ein einziger Kommentar zur Waffendiskussion in den USA. Autorin Ann Nocenti lässt verschiedene Sichtweisen aufeinandertreffen: Waffenkritiker und Lobbyisten, Hersteller und Opfer. Catwoman ergreift zunächst die Seite der Befürworter, nachdem sie erfährt, dass die Waffe für manche auf der Straße überlebensnotwendig ist. Batman zeigt ihr, dass erst die Verfügbarkeit von Schusswaffen möglich macht, dass täglich zehn Kinder durch sie sterben. Ein anderer erklärt ihr, inwiefern Waffen per se für Rassismus stehen.

Diskussion um Waffenregulierung

Das Ganze liest sich wie ein wütender Aufschrei gegen die Waffenlobby, die laschen Waffengesetze, die untätige Politik und das Verbrechen. Aus US-Sicht ist das sicher ehrenwert und notwendig, wenn auch vergeblich, weil 16 Jahre nach dem Erscheinen dieses Zweiteilers sich immer noch nichts an den Zuständen geändert hat und die Diskussion nach jedem Amoklauf immer wieder dieselbe ist. Das ist zwar auch aus europäischer Sicht ein Aufreger, aber hier stellen Waffen eben kein so großes Problem dar. Die Story wirkt aber arg konstruiert, um alle Positionen überzeichnet darzustellen und hinterher zu einer weit hergeholten Auflösung zu kommen.

Ethan van Sciver zeichnet eine altmodische Catwoman im grauen Kostüm mit großen Katzenohren und langen Schnurrbarthaaren, dazu mit langem wallenden Haar. Seine Panels sind extrem detailreich, was den Zeichnungen eine Art Überrealismus verleiht: jedes Haar, jede Falte schreit nach Aufmerksamkeit. Das ist zwar handwerklich gut gekonnt und anfangs auch beeindruckend, aber auf Dauer auch anstrengend anzuschauen. Zusammen mit der stark aufgeladenen Botschaft, mit der man auf jeder Seite konfrontiert wird, ist Trail of the Gun im privaten Comicarchiv unter G wie gut gemeint einzusortieren.

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Catwoman trägt Tigermuster

DC Comics

Titel: The Last Angel

Autor/Zeichner: Eric Lustbader/Lee Moder

Erschienen: 1994 (One-shot)


Eine unbezahlbare Maya-Maske soll in Gotham ausgestellt werden. Weil nicht nur Mafioso Rupert Thorne und Catwoman es darauf abgesehen haben, soll Batman sie aufhalten. Doch dann wird die Mäzenin der Ausstellung ermordet, die Spur führt zunächst zu Thorne. Und Catwoman bandelt mit dem Archäologen an, der die Maske gefunden hat. Er erklärt ihr, dass es sich um die Maske eines Fledermausgottes handelt. Sie birgt eine ungeheuer böse Macht, mit der ein Priester einst sein Volk ruiniert hat.

Fledermausgott? Das erinnert Bruce an sein Erlebnis in Alaska (Batman: Shaman). Und kaum wird er der Maske habhaft, ergreift ihr Fluch auch schon Besitz von ihm. Batman wird böse, läuft Amok und fordert Menschenopfer – zuerst Selina Kyle, dann Gordon. Catwoman muss von der Gegnerin und Diebin zur Heldin werden, um Batman und die ganze Welt zu retten …

Am Ende müssen Catwoman und Batman (kein Spoiler) gemeinsam gegen den eigentlichen geheimen Drahtzieher des komplizierten Komplotts vorgehen, der all das nur geplant hat, um … äh … was genau zu erreichen? Batman zu demütigen? Na ja …

Zerbrochen an einer Männer-Welt

Das Besondere an dieser aufgeblasenen Geschichte: Catwoman trägt (ohne Erklärung) ein braun-gelbes Kostüm mit Tigerstreifen. Außerdem hat sie ihre Peitsche bondage-mäßig um den Körper geschlungen. Ein sehr kurioses und schrilles Kostüm, das so ziemlich das genaue Gegenteil ihrer bisherigen Kostüme ist, die violett, grau oder schwarz gehalten sind.

Aber hier ist Catwoman auch keine Schurkin mehr, sondern eben eine Superheldin. Passend dazu ist sie mit einem Jaguar als Sidekick unterwegs, mit dem sie nicht nur sprechen kann, sie kann ihn sogar bei einem komplexen Diebstahl einsetzen, was der alberne Höhepunkt der Geschichte ist.

Nebenbei erfahren wir in Rückblenden, dass Selika Kyles Mutter in der Psychiatrie gelandet ist. „The pressure of performing in a man’s world was too much for her. It’s driven her mad …“, sagt ihr Vater, der bedauert, keinen Sohn in die Welt gesetzt zu haben, der die Härten des Lebens erträgt. Das führte zum Bruch zwischen Selina und ihrem Vater, wobei sie sich später fragt, wen sie damit habe bestrafen wollen, und ob sie mit Batman nicht nur den Konflikt fortsetzt. Zum Schluss ist sie plötzlich mit beiden versöhnt, obwohl ihr Vater ihr keinen Grund dazu gegeben hat. Muss man das verstehen? Wenn einer schlauer ist, möge er/sie es mir erklären …

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Legends of the Dark Knight: Heat

DC Comics

Titel: Heat

Autor/Zeichner: Doug Moench/Russ Heath

Erschienen: 1993 (Legends of the Dark Knight #46-49)


Batmans Anfangszeit. Es ist heiß in Gotham City. Sehr heiß. So heiß, dass sich junge attraktive Frauen bis auf die Unterwäsche ausziehen. Egal, ob Wetteransagerin oder Studentinnen, alle tragen nur so viel Stoff am schwitzenden Körper wie es die amerikanische Prüderie des Comics-Codes der 90er gerade noch zulässt. (Außer Catwoman und Batman, die laufen immer noch in Ganzkörperanzügen herum.) Nur einem Mann gefällt diese viele nackte Haut gar nicht: Also steigt der Unbekannte in ein Katzenkostüm und metzelt mit einer Metallklaue unschuldige Frauen nieder, die er für unzüchtig und daher böse hält. Als Andenken lässt er ein paar Wertgegenstände mitgehen.

Batman merkt schnell, dass er allein mit dem Serienmörder nicht fertig wird. Also verbündet er sich wider Willen mit Catwoman, die wegen ihres Kostüms selbst unter Verdacht steht und den Täter aufhalten will. Dabei wird sie verletzt – Batman bringt sie in seine kühle Batcave. Doch als es anfängt, zwischen ihnen wärmer zu werden, zeigt sich Batman gegen ihren Charme resistent. Im Batmobil darf sie nur im Kofferraum mitfahren. Immerhin gilt es, eine Geheimidentität zu schützen. Eine Augenbinde hätte es auch getan, sagt Catwoman. Aber sicher ist sicher. Doch zum Schluss enttäuscht sie ihn, indem sie als Diebin wieder rückfällig wird.

Der „Catman“ ist ein alter Bekannter, aber nicht zu verwechseln mit Cat-Man, dem Schurken, der in den 60ern einst Catwoman ersetzt hat und in den 80ern wiederkam. Auch nicht dem kurzlebigen Catman aus The Batman & Robin Adventures #16 (1997). Und schon gar nicht mit dem Superhelden-Boxer Wildcat. Aber auch wenn dieser Catman ein schwieriger Gegner ist, ist er keiner, der in Erinnerung bleibt: ein brutaler Psychopath mit eindimensionalem Weltbild und Mutterkomplex – das ist einfach nur uninspiriert. Aber hier geht es nicht um den Schurken. Der bietet nur den Anlass für ein weiteres Kapitel in der tragische Liebesgeschichte zwischen Batman und Catwoman.

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Catwoman: Die Schöne und das Biest

DC Comics

Titel: Catwoman Defiant

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Tom Grindberg

Erschienen: 1992 (One-shot)


Als Catwoman versucht, eine Kette des Gangsterbosses Mr. Handsome zu stehlen, tappt sie in eine Falle und wird fast gefangen genommen. Batman rettet ihr die Haut, bietet ihr aber an, ihm dabei zu helfen, Mr. Handsome zu schnappen. Dessen maskierte Model Army verübt nicht nur Verbrechen, er selbst zerstört auch gerne alles, was schön ist – von Kunstwerken bis hin zu Menschen, daher hat er es auf Catwoman abgesehen. Doch dann wird Batman abgelenkt und Catwoman landet in Gefangenschaft.

Sie trifft auf eine verunstaltete Bestie und die Ex von Mr. Handsome, der sie versprechen muss, sich zu rächen – doch Selina weigert sich, jemanden zu ermorden. Batman versucht derweil, Selina zu finden, indem er seine Fledermäuse auf einen Handlanger jagt, ihn also foltert. Das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ziemlich unwahrscheinlich, da Fledermäuse Menschen eher meiden. Außerdem dürfte das nicht nur gegen den Tierschutz sondern auch gegen Menschenrechte verstoßen, aber sei’s drum.

Zum Schluss findet Catwoman heraus, dass alles ganz anders ist als gedacht, und wie so oft bleibt die größte Frage: Wozu betreibt der Schurke diesen horrenden Aufwand, wenn er es viel einfacher haben könnte? Aber das Ende, in dem Catwoman Batman auf die Bestie loslässt, ohne dass er ahnt, was ihm blüht, entschädigt dann doch für eine insgesamt zwar durchschnittliche, aber dann doch nicht vergebliche Lektüre.

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Catwalk für Catwoman

DC Comics

Titel: Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular

Autor/Zeichner: Paul Dini, Tom King, Ed Brubaker u.a./Mikel Janin u.a.

Erschienen: 2020 (One-shot)


Nun hat also auch Catwoman die 80 Jahre geknackt. Dank der eigenen Gesetze der Comics sieht man ihr das Alter nicht an. Und dank der Gesetze der freien Marktwirtschaft hat DC zu dem Jubiläum ein weiteres 100-Seiten-Special herausgebracht. Acht Seiten davon zeigen die Evolution von Catwoman. Aber wenn man sich den ersten Auftritt ansieht, kommen Zweifel auf: Die Figur von 1940 hat mit der heutigen Catwoman fast nichts gemein. Anfangs war sie nur eine namenlose Frau, die sich einfach nur „The Cat“ nannte. Und sie war auch nicht als Katze verkleidet, sondern als alte Frau. Dann erst kam die Katzenmaske und später folgten unzählige Kostümwechsel, wie man auch auf den Variant Covers sehen kann.

So versucht auch dieses Special, all diesen Inkarnationen Rechnung zu tragen, zu denen auch verschiedene Rollen gehören: Ann Nocentin zeigt uns die peitschenschwingende Diebin im Kostüm von Michelle Pfeiffer, Jeff Parker lässt Julie Newmar aus der Batman-60er-TV-Serie auferstehen und in übertrieben-trashiger Manier eine Alien-Invasion abwenden, Mindy Newell kehrt zurück zu Catwomans Neuanfängen in den späten 80ern zurück (Catwoman: Her Sister’s Keeper), Paul Dini erzählt – wie schon in The Animated Series – von der Tierschützerin und Ed Brubaker bietet erneut seine Version aus den Nuller-Jahren, die schwarzes Leder trägt und die er mit Darwyn Cooke erschuf (Cameron Stewart ist hier der Zeichner).

Catwoman wird Mutter

Tom King lässt Catwoman aus der Rolle fallen und schwanger werden und mit der Mutterrolle kämpfen. Allerdings betritt er damit kein Neuland, sondern greift nur eine Story von Erde 2 auf (From Each Ending… A Beginning!“, DC Super Stars #17, 1977), in der Bruce Wayne und Selina Kyle eine Tochter namens Helena (die erste Huntress) haben. Könnte diese alternative Zukunft bald kanonisch werden? Definitiv weist nur eine Story auf eine Fortsetzung hin („Addicted to Trouble“ von Ram V und Fernando Blanco), in der Selina mit ihrem Sidekick Holly durch die Staaten reist und für Ärger sorgt.

Bei so viel Traditionsbewusstsein darf auch eine Meta-Story nicht fehlen, die sich nicht nur vor all diesen Catwomen verneigt, sondern auch die Fan-Kultur ad absurdum führt. In „Conventional Wisdom“ (von Will Pfeifer und Pia Guerra) findet sich Selina Kyle auf einer „Bat-Con“ wieder, auf der sie auf lauter verkleidete Fans und Schurken trifft, die zusammen mit Bruce Autogramme geben. Doch Selina weiß nicht, wie ihr geschieht und wie sie dorthin gekommen ist. Dafür darf sie bei der Gelegenheit schön über die Kostüme von Newmar und Pfeiffer ablästern. Bei so viel Augenzwinkern kann man auch mal zwei Augen bei der Auflösung zudrücken, denn darum geht es hier natürlich nicht.

Oberflächliche Modenschau

Insgesamt ist diese Wundertüte allerdings voller eher durchschnittlicher Geschichten, die man höchstens als „nett“ zur Kenntnis nimmt, aber von denen keine wirklich tiefen Eindruck hinterlässt. Nur wenig erlaubt neue Einsichten in die Figur, das Meiste bleibt auf der Oberfläche einer Modenschau und das Special erscheint eher als ein Catwalk für Catwoman. Da hatte Batman mit Detective Comics #1000 mehr Glück.

Das Catwoman-Special dürfte eher nur etwas für richtige Fans sein, die auch mit den Verweisen etwas anfangen können. Um Einsteiger für die Figur zu begeistern taugt es eher weniger. Es empfiehlt sich daher, die Originalstorys zu lesen – die machen eindeutig mehr Spaß.

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Catwomans Wiedergeburt

DC Comics

Titel: Catwoman: Her Sister’s Keeper

Autor/Zeichner: Mindy Newell/J.J. Birch

Erschienen: 1989 (Miniserie #1-4), Paperback 1991


In Batman: Year One bekam auch Catwoman eine neue Vorgeschichte: Selina Kyle war eine Prostituierte, die mit Bruce Wayne in einen Straßenkampf geriet, als er noch nicht Batman war. Später inspirierte sie Batman dazu, ein Katzenkostüm zu tragen. In der vierteiligen Serie Catwoman werden die Hintergründe näher beleuchtet.

Selina Kyle liegt bewusstlos in einer Gasse, zusammengeschlagen von ihrem Zuhälter Stan, als sie von einer Nonne aufgefunden wird. Ein Polizist bietet ihr Hilfe an, sie lehnt zunächst ab, kehrt zurück zu Stan, der ihr versichert, sie zu lieben, sie dann aber zum nächsten Kunden schickt – im Katzenkostüm, auch damit man ihre blauen Flecken nicht sieht. Selina ruft schließlich doch den Cop an, der sie zu Ted Grant schickt. Der ehemalige Superheld Wildcat bringt ihr bei, wie man sich verteidigt. Außerdem rät er ihr, sich die Haare kurz schneiden zu lassen und zeigt ihr später, wie man eine Peitsche benutzt. Im Katzenkostüm nimmt sie schließlich Rache an ihrem Peiniger, doch dann entführt Stan ihre Schwester Madgalene (Maggie) – eine Nonne. Hier kreuzen sich die Wege mit Batman.

DC Comics

Her Sister’s Keeper, wie der Titel des Paperbacks lautet, orientiert sich stark an Year One, die Sequenzen, die Catwoman betreffen, werden teilweise Panel für Panel nachgezeichnet. Gotham wird wie bei Frank Miller realistisch dargestellt als raues Pflaster, in dem ein Menschenleben nicht viel wert ist, erst recht wenn es sich um eine Prostituierte handelt. Angenehmerweise wird Catwoman nicht so stark sexualisiert aufgeladen wie später in den 90ern (oder auf dem Cover des Paperbacks).

Catwoman ist hier mehr als eine Rolle für Selina Kyle, sie wird zur zweiten Persönlichkeit, die ihr hilft, zu überleben. Zugleich hat sie aber auch Angst davor, weil die Katze eine Killerin ist. Am Ende geht es zwischen ihr und Batman um die Frage des Tötens: Selina gibt sich die Schuld für Stans Tod und ist danach bereit, einen Polizisten zu töten, der die minderjährige Prostituierte Holly Robinson misshandelt hat.

Trotz seiner Anlehnung an Year One kommt Her Sister’s Keeper nicht an das Meisterwerk heran. Trotz seiner Ausführlichkeit, wird anderes nur angedeutet, wie etwa Selinas Raubzüge, ohne zu erklären, wie sie zur Meisterdiebin wird. Viele Fragen zur Vorgeschichte, gerade was ihre Schwester betrifft, bleiben offen. Wenn sie zum Schluss Batman küsst und ihm danach den Krieg erklärt, wirkt es etwas forciert – so als müsste man noch schnell die Hassliebe als späteres Leitmotiv zwischen den beiden einführen. Aber wer sich für Catwomans Hintergründe interessiert, ist mit dieser Lektüre trotzdem gut bedient.

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80 Jahre Joker und Catwoman verschoben auf Juni

DC Comics

Sicher haben sich manche von euch schon gefragt, wo denn die Jubiläums-Specials zu Catwoman und Joker bleiben. Eigentlich sollten sie am 15. und 29. April erschienen sein – zum 80. Jahrestag von Batman #1 (1940), als die beiden ihre ersten Auftritte hatten. Aber die Coronakrise hat das Erscheinen dieser und auch anderer Comics verzögert.

Jetzt gibt es zwei neue Erscheinungstermine Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 soll am 2. Juni 2020 herauskommen, The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 am 9. Juni 2020. (UPDATE: Eine Vorschau auf Joker gibt’s bei DC.) Jedes Special enthält eine Reihe von neuen Kurzgeschichten rund um die beiden Schurken. Hier ein Vorgeschmack auf die Variant Cover der beiden Hefte:

Am 2. Juni soll auch die Anthologie The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime herauskommen.

Weitere Erscheinungstermine gibt es bei DC Comics. Hier eine Auswahl:

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